Wort Gottes Bibel

Wort Gottes – Bibel

1. Von Gott eingegeben

Alle Schrift ist von Gott eingegeben. 2 Tim 3,16

Das Evangelium ist kein Buch unter anderen. Es ist wie eine Begegnung, die Christus jedem und jeder von uns schenkt, bis ans Ende der Zeiten; eine Begegnung von Person zu Person, ein wahres, intimes, konkretes Herz-zu-Herz.

Wenn wir unser Evangelium in Händen halten, sollten wir bedenken, dass das Wort darin wohnt, das in uns Fleisch werden will, uns ergreifen möchte, sein Herz auf das unsere gepfropft, sein Geist dem unseren eingesenkt, damit wir an einem neuen Ort, zu einer neuen Zeit, in einer neuen menschlichen Umgebung sein Leben aufs Neue beginnen.

Madeleine Delbrêl

Die Schrift nicht kennen, heißt Christus nicht kennen. Hieronymus

Frage: Wie spürst du, dass das Herz Christi in deinem eigenen Leben gegenwärtig wird und dich zu einem Neubeginn einlädt?

2. Lebendiges Wort Gottes

Das Wort Gottes ist lebendig und wirksam. Hebr 4,12

Das Wort Gottes ist in der Tat lebendig und wirksam. Es verändert uns, tritt in unsere Angelegenheiten ein, erleuchtet unseren Alltag, tröstet und schafft Ordnung.

Denken wir daran: Das Wort Gottes verwandelt einen ganz gewöhnlichen Tag in das Heute, in dem Gott zu uns spricht.

Nehmen wir also das Evangelium zur Hand, jeden Tag einen kleinen Abschnitt, den wir lesen und wieder lesen. Tragt das Evangelium in der Tasche oder in der Handtasche, um es unterwegs und jederzeit in aller Ruhe zu lesen.

Mit der Zeit werden wir entdecken, dass diese Worte gerade für uns, für unser Leben bestimmt sind.

Papst Franziskus

Um erwachsene Christen zu werden, müsst ihr euch mit der Schrift vertraut machen. Chrysostomus

Frage: Wie könnte ich dem Wort Gottes heute bewusst Raum in meinem Alltag geben, damit es mich innerlich berührt und führt?

3. Leben aus den Worten des Herrn

Er wollte euch damit zeigen, dass der Mensch nicht allein von Brot lebt, sondern vor allem von den Worten des Herrn. Dtn 8,3

Wer weiß den Wert des Brotes mehr zu schätzen, ein Chemiker oder ein hungriger Mensch? Ohne Zweifel der Letztere. Jener kann seine verschiedenen Bestandteile feststellen und genau beschreiben, aber nur der Hungrige kennt seinen wahren Wert.

Leben von jedem Wort Gottes ist die einzige gesegnete Haltung. Diese Haltung bringt die Seele durch das Wort in eine lebendige und persönliche Verbindung mit dem Herrn.

Wie das Brot zur Erhaltung des natürlichen Lebens, so dient das Wort Gottes zur Erhaltung des geistlichen. Indem wir die Bibel zur Hand nehmen, finden wir alles, was wir brauchen: Licht, Nahrung, Leitung, Trost und Kraft. Dabei geht es nicht darum, sie theoretisch zu studieren, die Bibel muss gelebt werden.

Die Bibel gleicht einem Acker, der nie abgeerntet werden kann und deshalb nie öde und leer daliegt. Sie gleicht einer Quelle die beständig fließt und um so reichlicher strömt, je mehr man daraus schöpft. Ephräm der Syrer

Frage: Welche Worte Gottes nähren meine Seele heute am meisten, und wie kann ich sie bewusster in mein Leben einfließen lassen?

4. In der Schrift forschen

Ihr forscht in der Schrift, weil ihr meint, durch sie das ewige Leben zu finden. Aber gerade die Schrift weist auf mich hin. Joh 5,39

Das griechische Wort „forscht“ bezeichnet ein aufmerksames und angestrengtes Suchen.

Wenn wir in der Bibel forschen, dann lesen wir sie nicht mit einer flüchtigen Aufmerksamkeit, sondern wir versuchen, geleitet durch den Heiligen Geist, den Sinn des Wortes zu erfassen.

Die Heilige Schrift will ergründet, meditiert, verinnerlicht und vor allem vergegenwärtigt werden, indem das Wort Wirkung in unserem Leben zeigt.

Die jüdischen Schriftgelehrten sagen, dass jedes Wort, ja, jeder Buchstabe einen Berg von Inhalt umfasst. Diese Berge an Inhalten aber verweisen alle auf den Einen: Christus, der die Mitte, der Ursprung und das Ziel der Heiligen Schrift ist.

Ich erstaune über die Fülle des Inhaltes der Schrift! Tertullian

Frage: Wie kann ich Christus heute in den Worten der Heiligen Schrift in meinem Leben gegenwärtig erfahren?

5. Das Wirken des Wort Gottes

Es stärkt und erfrischt die Seele. Ps 19,8

Das Wort Gottes ist der Arzt, der uns Kranken die richtige Arznei gibt. Es ist der Wegweiser, der uns Irrenden den richtigen Weg zeigt.

Ohne ein Wort Gottes sollten wir daher nicht in den Tag starten. Ein jeder von uns darf das Wort Gottes zur Hilfe haben, damit er in allen Lebenslagen sowohl die Wege sehe als auch die Hindernisse.

Wir sind auf der Wanderschaft durch diese Welt und müssen immer auch erfahren, dass sie zuweilen eine finstere Welt ist. Wenn nun Dunkel sich um mich ausbreitet, dann erleuchtet Gottes Wort meinen Weg.

„Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg.“ (Ps 119,105)

Die heilige Schrift sei also dein täglicher Wegbegleiter. Durch sie spricht Gott zu dir.

Die Heilige Schrift lesen, heißt von Christus Rat holen. Franz von Assisi

Frage: In welchen Momenten meines Lebens habe ich Gottes Wort als Wegweiser erlebt, und wie kann ich ihm noch bewusster folgen?

6. Mit der heiligen Schrift vertraut

Weil du von Kind auf die Heilige Schrift kennst, kann sie dich unterweisen zum Heil durch den Glauben an Christus Jesus. 2 Tim 3,15

Höre das Wort Gottes. Das Wort Gottes ist die erste Quelle deiner christlichen Spiritualität. Es nährt deine persönliche Beziehung zum lebendigen, gegenwärtigen Gott.

Höre das Wort Gottes immer mit Aufmerksamkeit und Ehrfurcht. Nimm es in dein Herz auf. Pflege die Stille, um das Wort des Herrn zu hören und darüber nachzudenken, damit es durch das Wirken des Heiligen Geistes alle Tage deines Lebens immer neu in dir wohnt, in dir lebt und zu dir spricht.

Bonhoeffer schreibt: Gott gab uns sein Wort, aus dem wir seinen Willen erkennen sollen. Die Bibel will gelesen und bedacht sein, täglich neu.

Frage: Wie öffnest du dein Herz heute, um Gottes Wort wirklich in deinem Leben wirken zu lassen?

7. Sakramentalität des Wortes

Er ist bekleidet mit einem Gewand, das in Blut getaucht ist, und sein Name heißt: »Das Wort Gottes«. Offb 19,13

Das Wort Gottes ist aufgeschrieben in der Bibel. Im Wort Gottes ist Christus unter uns. Schnell und leicht gesagt, aber in seiner Wirklichkeit für uns so bestauenswert und Ehrfurcht auslösend.

Das Wort Gottes, die Bibel, ist also mehr als Buchstaben und Worte. Im Wort Gottes ist der Herr sakramental gegenwärtig. Nochmals: Achte mit Staunen und Ehrfurcht darauf, dass durch die Bibel, dem Wort Gottes, dir der Herr selbst begegnet.

Wenn du die Heilige Schrift liest, spricht Gott zu dir. Augustinus

Frage: Wie spürst du persönlich die Gegenwart des Herrn, wenn du in der Bibel liest?


8. Zur Heiligen Schrift

Eine noch festere Grundlage haben wir im prophetischen Wort, und ihr tut gut daran, darauf zu achten. 2 Petr 1,19

Es muss uns klar sein, dass wir kein Märchenbuch haben, keine klug ausgedachten Geschichten, sondern dass wir das Lebenszeugnis von Menschen hören, die ihr Leben teils unter größten Qualen für Christus hingegeben haben.

Sie bezeugen, dass der, von dem sie Zeugnis ablegen, jener ist, von dem die Stimme sprach: Dies ist mein geliebter Sohn.

So wird Christus durch sein Wort, durch das Wort der heiligen Schrift, für uns lebendig. Er selbst bezeugt: Ich bin das Licht der Welt. Sein Wort scheint in die Dunkelheiten unseres Lebens hinein, damit wir von seinem Licht Sicherheit und Hilfe empfangen können.

Frage: Wo erlebe ich in meinem eigenen Leben Orte der Dunkelheit – und wie lasse ich Christus dort zu mir sprechen?

9. Kraft des Wort Gottes

Das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert. Hebr 4,12

Das Wort Gottes hat Kraft zum Heil für jeden Gläubigen. Wenn wir uns mit dem Wort Gottes beschäftigen, tun wir dies in einer Form eines Heilsegoismus, eines gesunden, also selbsterbauenden Egoismus – denn wir tun uns selbst Gutes damit.

Dem Wort Gottes wohnt eine so große Macht und Kraft inne, daß es für uns Stütze und Leben und Glaubensstärke, Seelenspeise und reiner, unversiegbarer Quell des geistlichen Lebens ist.

Die Kirche ermutigt alle Gläubigen besonders eindringlich, durch häufige Lesung der göttlichen Schriften die überragende Erkenntnis Jesu Christi zu erlangen. Unkenntnis der Schriften ist nämlich Unkenntnis Christi.

Frage: Wie öffne ich heute mein Herz, damit Gottes Wort mich wirklich verwandeln und meinen Glauben vertiefen kann?

10. In der Bibel Gott begegnen

Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und Leben. Joh 6,63

Die Bibel wurde uns gegeben, um Gott zu erfahren. Es ist gut, die Bibel zu lesen, es ist gut, die Bibel zu studieren, aber der Punkt ist, sie muss uns in Beziehung, in Begegnung mit ihm bringen. Und das ist, worum es beim Bibelbeten geht: dass wir uns nicht nur mit Bibelworten füllen, sondern lernen, Gott darin zu erleben und zu entdecken.

Du kannst dir das so vorstellen: Jeder Bibeltext, jeder Vers ist wie eine Tür, die dich einlädt, hindurchzugehen in den Raum der Offenbarung oder in den Raum der Begegnung und Erfahrung. Die Bibel lädt dich ein, nicht nur den Text zu kennen, sondern ihn zu erleben.

Frage: Wo spürst du in deinem Leben gerade eine Einladung Gottes, tiefer einzutreten und dich innerlich berühren zu lassen?

11. Gottes Wort beachten

Ich will dein Wort beachten. Ps 119,17

Beachten heißt Achtung schenken, Respekt zollen und zugleich Würde empfangen, ihm zuhören.
Hast du wirklich Sehnsucht nach dem Lesen der Heiligen Schrift? Gibst du der Lektüre des Wortes Gottes den ersten Rang?
Kannst du die Liebesmühe des Heiligen Geistes darin erkennen? Wartest du auf das Wort Gottes?

Aus dem Wort Gottes spricht die Sehnsucht Gottes zu dir, dass du seinen Liebesbrief, das Evangelium, die gute Nachricht, liest.
Das Wort Gottes soll uns für unser geistiges Leben, für unseren geistlichen Kampf, für unser geistliches Wachstum kräftigen, stärken, erleuchten und führen.

Lesen, damit wir es nicht vergessen und Stärkung erfahren in der Erinnerung an das Wort Gottes.
Dies gibt uns Hilfestellung, wenn wir in Anfechtung oder Versuchung geraten.

Frage: Wie kannst du deine persönliche Sehnsucht nach Gottes Wort wachhalten und dich zugleich für sein leises Wirken in deinem Inneren öffnen?

12. Lectio Divina

Das erste bei Lectio Divina ist Lectio, das heißt Lesen. Logisch: Du fängst mit einem Text an, wählst einen Vers oder Abschnitt und liest ihn. Es geht nicht darum, ihn einmal zu lesen, sondern so oft, dass er tief in deinem Herzen klingt.

Zweitens: Meditatio, Nachdenken. Die Bibel drückt es so aus, dass wir über das Wort Gottes nachsinnen. Es geht nicht um Bibelstudium oder neue Erkenntnisse, sondern darum zu hören, was in diesem Text bei dir nachklingt, welche Gedanken er anregt.

Drittens: Oratio, Beten. Gott spricht zu mir durch sein Wort, und jetzt antworte ich. Ich nehme die Wahrheiten aus dem Text und spreche sie zu Gott zurück. Ich danke ihm, gehe ins Gespräch über das, was dort steht, ohne mir großartig etwas Neues ausdenken zu müssen.

Die vierte Phase heißt Contemplatio, Kontemplation. Das bedeutet, in der Gegenwart Gottes zu ruhen. Einfach da sein, die Stille genießen und die Wahrheit des Textes nachwirken lassen.

Es ist einfach: vier Schritte – lesen, nachdenken, beten und in der Stille vor Gott ruhen.

13. Mit der heiligen Schrift vertraut

Weil du von Kind auf die Heilige Schrift kennst, kann sie dich unterweisen zum Heil durch den Glauben an Christus Jesus. 2 Tim 3,15

Gottes Wort ist ein Geschenk an dich – eine lebendige Quelle, aus der deine Beziehung zu ihm täglich neu wächst.
Wenn du die Bibel aufschlägst, spricht nicht ein alter Text, sondern der gegenwärtige Gott zu deinem Herzen.

Deshalb lies mit wachem Geist und einem offenen Herzen.
Suche die Stille, damit seine Stimme nicht in der Lautstärke des Alltags untergeht.

Gottes Geist möchte das Gehörte in dir lebendig machen, damit es dein Denken und Handeln prägt.
Bonhoeffer hat einmal gesagt, dass uns Gott sein Wort gegeben hat, damit wir seinen Willen erkennen.

Deshalb: Nimm dir Zeit, in der Schrift zu lesen, darüber nachzudenken und das Gesagte in deinem Leben zu verwurzeln – jeden Tag neu.

Frage: Wo öffnet sich in der Begegnung mit Gottes Wort heute ein persönlicher oder spiritueller Impuls für dich?

14. Das Wirken des Wort Gottes

Es stärkt und erfrischt die Seele. Ps 19,8

Gottes Wort ist wie ein guter Arzt, der genau weiß, was unserer Seele fehlt, und wie ein Wegweiser, der uns in den Wirrungen des Alltags Orientierung schenkt. Deshalb tut es uns gut, jeden neuen Tag mit einem Gedanken aus der Bibel zu beginnen. Sie hilft uns, Chancen zu erkennen und Schwierigkeiten mutig anzugehen.

Unser Leben gleicht einer Reise durch einer Welt, die nicht immer hell und freundlich ist. Manchmal umgibt uns Dunkelheit, Sorgen oder Angst – doch dann kann Gottes Wort wie ein Lichtstrahl sein, der unseren nächsten Schritt sichtbar macht. „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg.“ Gott möchte uns täglich begleiten – in der Bibel spricht er liebevoll zu uns.

Die Heilige Schrift lesen, heißt von Christus Rat holen. Franz von Assisi

Frage: Wo erlebst du persönlich ein Licht Gottes auf deinem Weg, und wie öffnest du dich innerlich für seine Führung?

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