Joh 16,16-24:
Auslegung und Andacht
Das Wiedersehen
Inhaltsverzeichnis
Joh 16, 16 Kurzes Trennen und Wiedersehen
Joh 16,16: Noch eine kurze Zeit, und ihr werdet mich nicht sehen, und wiederum eine kurze Zeit, und ihr werdet mich sehen; denn ich gehe zum Vater.
Ihr werdet mich sehen
Manchmal fühlt sich unser Glaube wie eine Achterbahnfahrt an: Nähe zu Jesus, dann wieder Zeiten der Unsichtbarkeit.
Doch Jesus verspricht, dass diese Phasen vorübergehen. Auch wenn wir ihn manchmal nicht sehen oder spüren, ist er doch da.
Es ist wie eine kleine Weile des Wartens, die unsere Sehnsucht und unser Vertrauen vertieft. Bald werden wir ihn wieder „sehen“ – sei es in seinem Wort, in Erlebnissen mit ihm oder in der ewigen Freude.
Frage: Wie kannst du in Zeiten der Stille oder Unsichtbarkeit deine Verbindung zu Jesus bewusst pflegen und vertiefen?
Ihr werdet Mich nicht sehen
Während der Zeit zwischen Seinem Tod und Seiner Auferstehung verloren die Jünger ihren Glauben und ihre geistliche Vision, und sie sahen Ihn nicht mehr als die Welt.
Ihr werdet mich sehen
Die Jünger verstanden nicht, dass die Verhaftung Jesu nur ein oder zwei Stunden entfernt war und dann Seine Kreuzigung folgen würde. Doch weil Er zum Vater gehen musste, würden sie Ihn wiedersehen, als Er von den Toten auferstand.
Joh 16, 17 Rätselraten der Jünger
Joh 16,17: Da sprachen etliche seiner Jünger zueinander: Was bedeutet das, dass er sagt: Noch eine kurze Zeit, und ihr werdet mich nicht sehen, und wiederum eine kurze Zeit, und ihr werdet mich sehen, und: Ich gehe zum Vater?
Die Jünger waren verwirrt
Die Jünger waren verwirrt – so wie wir manchmal die Worte Jesu nicht sofort verstehen. Das ist menschlich.
Doch statt uns an der Verwirrung festzuhalten, dürfen wir unsere Fragen zu Jesus bringen. Er kennt unsere Unsicherheiten und nimmt sie ernst.
In der Gemeinschaft mit anderen Gläubigen können wir uns gegenseitig ermutigen, Fragen stellen und gemeinsam Antworten suchen.
Frage: Welche Unsicherheit oder Frage darf ich heute bewusst zu Jesus bringen, um inneren Frieden zu finden?
Was bedeutet das?
Diese Verse zeigen das Unverständnis der Jünger gegenüber Jesu Ankündigung seines Todes, seiner Auferstehung und Himmelfahrt. Jesus bereitet sie darauf vor, dass sie ihn bald nicht mehr sehen werden – sein Tod –, doch danach wieder – Auferstehung.
Ihre Verwirrung spiegelt die menschliche Schwierigkeit wider, Gottes Heilsplan zu begreifen. Doch Jesus wird ihnen später durch den Heiligen Geist das Verständnis schenken (Joh 16,13), damit sie seine Worte in vollem Umfang erfassen können.
Frage: Wie offen bin ich dafür, Gottes Wirken in meinem Leben zu erkennen, auch wenn ich den Plan nicht sofort verstehe?
Joh 16, 18 Unverständnis über "kurze Zeit"
Joh 16,18: Deshalb sagten sie: Was bedeutet das, dass er sagt: Noch eine kurze Zeit? Wir wissen nicht, was er redet!
Was bedeutet das?
Offene Fragen und Zweifel gehören zum Glauben dazu. Auch die Jünger haben nicht sofort alles verstanden. Das ist tröstlich.
Es zeigt, dass Jesus Geduld mit uns hat. Wenn wir uns überfordert fühlen, dürfen wir darauf vertrauen, dass er uns Schritt für Schritt in seine Wahrheit führt.
Und manchmal müssen wir lernen, geduldig zu warten und ihm unser Nichtverstehen anzuvertrauen.
Frage: Wo in meinem Leben darf ich Jesus heute mein Nichtverstehen anvertrauen und geduldig auf seine Führung warten?
Unverständnis der Jünger
Wir wissen nicht, was er sagt: Die Jünger waren sowohl beunruhigt als auch verwirrt. Sie dachten wahrscheinlich, dass Jesus mit unnötigem Geheimnis darüber sprach, wohin Er ging und was Er tun würde. Sie verstanden nicht, was Er damit meinte, Ihn nicht zu sehen und Ihn dann zu sehen.
Joh 16, 19 Jesus kennt ihre Fragen
Joh 16,19: Da erkannte Jesus, dass sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Ihr befragt einander darüber, dass ich gesagt habe: Noch eine kurze Zeit, und ihr werdet mich nicht sehen, und wiederum eine kurze Zeit, und ihr werdet mich sehen?
Jesus kennt unsere Gedanken
Jesus kennt unsere Gedanken und Fragen, auch wenn wir sie nicht laut aussprechen.
Das ist eine wunderbare Zusage: Wir müssen nicht erst perfekte Worte finden, um uns ihm anzuvertrauen.
Er versteht uns – auch unsere Sorgen, Zweifel und Ängste.
Er lädt uns ein, ehrlich mit ihm zu reden.
In diesem ehrlichen Austausch finden wir Trost und neue Hoffnung.
Frage: Wo in meinem Leben darf ich heute ehrlich meine Gedanken und Gefühle vor Jesus bringen?
Joh 16, 20 Klage wird zu Freude
Joh 16,20: Ihr werdet weinen und wehklagen, aber die Welt wird sich freuen; und ihr werdet trauern, doch eure Traurigkeit soll in Freude verwandelt werden.
Ihr werdet traurig sein
Die Worte, du wirst traurig sein, waren sicherlich wahr. Traurig über den Verlust der Beziehung. Traurig über die Demütigung ihres Meisters und Messias. Traurig über den scheinbaren Sieg Seiner Feinde. Traurig, weil alles, worauf sie gehofft hatten, weggenommen wurde.
Ihr werdet weinen, aber die Welt wird sich freuen
Nach der Erfahrung der Passion und Auferstehung können die Jünger diese Worte plötzlich in aller Tiefe verstehen.
Wenn wir selbst durch schwere Leiden hindurchgegangen sind, können wir auf einmal auch andere Menschen besser verstehen, ihnen zur Seite stehen und Mut schenken.
Welche Leiden bewegen mich in diesem Augenblick? Wie kann ich sie vertrauensvoll in Gottes Hände legen?
Frage: Wie kann ich die Erfahrungen meiner eigenen Schmerzen nutzen, um Mitgefühl und Hoffnung für andere zu entfalten?
Verwandlung der Traurigkeit in Freude
Die Kreuzigung und alles, was damit einherging, war kein Hindernis auf dem Weg zur Erfüllung von Gottes Plan, sondern ein Hindernis, das es zu überwinden galt. Auf diese Weise würde der Plan erfüllt werden.
Diese Trauer würde sich in Freude verwandeln. Gottes Werk bestand nicht darin, ihren Kummer durch Freude zu ersetzen, sondern Kummer in Freude zu verwandeln, wie er es oft in unserem Leben tut.
Die Trauer wäre direkt mit ihrer kommenden Freude verbunden, genauso wie die Trauer einer Frau bei der Geburt direkt mit ihrer Freude verbunden ist, dass ihr Kind auf die Welt gekommen ist.
Frage: Wie kann ich in meinem eigenen Leben die Momente der Trauer erkennen, die vielleicht schon den Samen für kommende Freude in sich tragen?
Andacht von Johannes von Karpathos
Ich werde euch aus eurer Niedergeschlagenheit herausholen und euch durch Gedanken des Lebens und des himmlischen Friedens wiederaufrichten, auch durch sanfte Tränen, die ihr während der Tage eurer Prüfung nicht geweint habt.
Ich nähre euch mit meiner Gnade, wie eine Mutter ihr weinendes Kind stillt. Ich werde euch, die ihr vom Kampf erschöpft seid, durch die Kraft von oben stärken.
Euch, die ihr mit Bitterkeit bedeckt wart, werde ich mit Sanftmut und Milde erfüllen. Ich komme euch besuchen und euer Herz wird sich über diesen heimlichen Besuch freuen.
Euer Kummer wird sich in Freude verwandeln, und niemand wird euch eure Freude nehmen können.
Frage: Wo in meinem Leben spüre ich noch die leise, verborgene Freude, die nur durch Sanftmut und Vertrauen wiederentdeckt werden kann?
Joh 16, 21 Bild der gebärenden Frau
Joh 16,21: Es wird so sein wie bei einer Frau, die ein Kind bekommt: Sie macht Schweres durch, doch sobald ihr Kind geboren ist, sind Angst und Schmerzen vergessen. Sie ist nur noch glücklich darüber, dass ihr Kind zur Welt gekommen ist.
Wenn eine Frau gebärt
Diese Bilder zeigen, wie Leid und Freude oft zusammengehören. Geburtsschmerzen sind intensiv, aber die Freude über das neugeborene Kind überwiegt alles.
So ist es auch mit unserem Glauben: Schwierigkeiten und Trauer sind zeitlich begrenzt. Die Freude, die Gott schenkt, ist tief und nachhaltig.
Auch wenn wir im Moment Schmerzen oder Sorgen haben, dürfen wir darauf vertrauen, dass eine neue, schöne Zeit kommt, in der unser Herz erfüllt ist von Gottes Frieden und Freude.
Frage: Wie kannst du in deinem eigenen Leben Momente der Freude entdecken, auch wenn gerade Schmerz oder Sorge präsent sind?
Bild der gebärenden Frau
Unser Heiland vergleicht die nach Vollkommenheit strebende Seele mit einer gebärenden Frau. Wenn aber tatsächlich eine gebärende Frau zwei oder mehrere Kinder gleichzeitig und zwar beide gemeinsam zur Welt bringen wollte, könnte sie dies nicht tun, ohne zu sterben. Die Kinder müssen eines nach dem anderen zur Welt kommen.
Lassen Sie daher auch die Kinder Ihrer Seele – das sind die Wünsche nach dem Dienst Gottes – einen nach dem anderen ans Licht treten, und Sie werden eine große Erleichterung verspüren.
Franz von Sales
Frage: Welche „Kinder“ Ihrer eigenen Seele möchten Schritt für Schritt ans Licht gebracht werden, damit Ihr innerer Frieden wachsen kann?
Andacht von Mario Ciastoń
Wie oft darf ich erfahren, dass ich leiden muss, während die Welt sich freut.
Es scheint so viel einfacher zu sein, wie die Leute zu leben, die dich nicht kennen.
Man muss weniger Regeln beachten, kann tun, was man will, darf sich vieles erlauben.
Doch du, Herr, sagst mir, dass mein Weinen und Klagen sich in Freude verwandeln wird.
Wie die Frau, die gebären soll, muss ich aber auch leiden und Schmerzen ertragen, wenn ich Frucht bringen will.
Lass mich darauf vertrauen, dass nach dem Weinen und Klagen des „Freitags“ die wahre Freude des „Sonntags“ deiner Auferstehung kommen wird.
Frage: Wie kann ich mein eigenes Leid so annehmen, dass es mich zu innerer Freude und Wachstum führt?
Andacht von Dominik Jambresic
Es ist der Mühe wert!
Jesus, unser Weinen, Klagen und Bekümmert-sein vergleichst du mit den Geburtsschmerzen einer Frau. Das sind aber so große Schmerzen, dass man sie mit keinen anderen vergleichen kann …
Trotzdem gibst du ihnen einen so positiven Wert: wie für die Mutter nichts Bewegenderes ist, als die ersten Lebenszeichen ihres Kindes wahrzunehmen und es an ihr Herz zu nehmen.
Sind unsere Leiden hier für dich wirklich so viel wert? – Wie wird dann erst das Wiedersehen sein, wenn wir nach den Entbehrungen dieser Zeit dir für immer begegnen werden?
Frage: Welche kleinen oder großen Herausforderungen meines Lebens könnte ich heute bewusst als Schritte sehen, die mich näher zu einer tieferen Verbindung mit dem Göttlichen führen?
Joh 16, 22 Unraubbare Freude
Joh 16,22: So habt auch ihr nun Traurigkeit. Ich werde euch aber wiedersehen, und dann wird euer Herz sich freuen, und niemand soll eure Freude von euch nehmen.
Euer Herz wird sich freuen
Jesus verspricht eine Zukunft voller unendlicher Freude, die niemand zerstören kann.
Unsere aktuellen Sorgen und traurigen Momente sind nicht das letzte Wort. Er wird wiederkommen, und dann werden wir ihn sehen – das gibt Hoffnung und Kraft.
Niemand kann uns diese Freude nehmen, weil sie von Jesus selbst kommt. In schweren Zeiten dürfen wir diese Verheißung festhalten und uns daran freuen, dass Gott uns nie verlässt.
Frage: Wie kannst du in deinem Alltag die Freude, die von Jesus kommt, bewusst wahrnehmen und bewahren?
Ich werde dich wiedersehen und dein Herz wird sich freuen
Sie haben die Trennung nicht ganz verstanden, also konnten sie die Freude über das bevorstehende Wiedersehen nicht ganz verstehen.
Doch als es geschah, konnte niemand ihr freudiges Zeugnis von der Auferstehung leugnen.
Es war ein so sicheres Zeugnis, dass sie deswegen den Tod ertrugen.
Es war Freude, die dir niemand nehmen wird.
Frage: Welche Momente in deinem Leben haben dir eine so tiefe Freude geschenkt, dass sie selbst schwierige Zeiten überdauern konnte?
Schau auf das Ende! In omnia respice finem!
Schau immer (in allem) auf das Ziel! So lautet eine klassische Maxime.
Kreuz und Leiden können das Leben eines Menschen bitter machen und den Menschen selbst verbittern lassen. Dort, wo Sinn und Ziel verdunkelt sind, bleibt nur mehr Verzweiflung.
Daher der Wert der christlichen und göttlichen Tugend der Hoffnung! Sie ist das Licht, das uns im Leiden erleuchtet und uns vor Augen führt, dass unser Leben nicht für immer dauert, dass es nicht sinnlos ist und dass wir im Leiden nicht alleine sind.
Georg Rota
Frage: Wie kann ich in meinen eigenen Herausforderungen das Licht der Hoffnung erkennen und bewusst in mein Leben einladen?
Was bedeutet Ewigkeit?
Wir können nur versuchen, aus der Zeitlichkeit, in der wir gefangen sind, herauszudenken und zu ahnen, dass Ewigkeit nicht eine immer weitergehende Abfolge von Kalendertagen ist, sondern etwas wie der erfüllte Augenblick, in dem uns das Ganze umfängt und wir das Ganze umfangen.
Es wäre der Augenblick des Eintauchens in den Ozean der unendlichen Liebe, in dem es keine Zeit, kein Vor- und Nachher mehr gibt. Wir können nur versuchen zu denken, dass dieser Augenblick das Leben im vollen Sinn ist, immer neues Eintauchen in die Weite des Seins, indem wir einfach von der Freude überwältigt werden.
So drückt es Jesus bei Johannes aus: Ich werde euch wiedersehen, und euer Herz wird sich freuen, und eure Freude wird niemand von euch nehmen. (Joh 16, 22)
In dieser Richtung müssen wir denken, wenn wir verstehen wollen, worauf die christliche Hoffnung zielt; was wir vom Glauben erwarten, von unserem Mitsein mit Christus.
Benedikt XVI
Frage: In welchen Momenten habe ich schon einen Augenblick erlebt, der sich wie Ewigkeit anfühlte, und wie kann ich lernen, solche Momente bewusster wahrzunehmen?
Joh 16, 23 Bitten im Namen Jesu
Joh 16,23: Und an jenem Tag werdet ihr mich nichts fragen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Was auch immer ihr den Vater bitten werdet in meinem Namen, er wird es euch geben!
Gebet in Jesu Namen
Das Gebet in Jesu Namen ist eine kraftvolle Verbindung zu Gott.
Wenn wir mit Vertrauen und im Einklang mit seinem Willen bitten, hören Vater und Sohn uns. Das gibt Mut, offen und ehrlich mit Gott zu sprechen, auch mit unseren tiefsten Wünschen.
Gleichzeitig lädt Jesus uns ein, seinen Namen als Ausdruck von Beziehung und Vertrauen zu nutzen. Unsere Gebete sind nie vergeblich, wenn wir im Glauben beten.
Frage: Wie offen bin ich bereit, meine tiefsten Wünsche im Gebet vor Gott zu bringen, und welche Rolle spielt dabei mein Vertrauen in ihn?
An jenem Tag werdet ihr mich nichts mehr fragen
Wenn wir in der Gegenwart Gottes sind und ihn von Angesicht zu Angesicht schauen, dann vergeht alle Sehnsucht, und alle Fragen und Zweifel werden obsolet.
Oft hört man Aussprüche, die besagen, dass man den lieben Gott im Himmel dann schon ein paar Fragen stellen wird, meist wohl in Bezug auf das Leiden unschuldiger oder geliebter Menschen oder gescheiterter Pläne.
Jesus sagt ganz deutlich: Alle eure Fragen werden wie hinfällig sein. Ihr werdet euch einfach grenzenlos über die Liebe und die Güte Gottes freuen.
Georg Rota
Frage: Welche Sehnsucht in deinem Herzen könnte in der Gegenwart Gottes ganz aufgelöst werden?
An jenem Tag werdet ihr Mich nichts fragen
Jesus meinte wahrscheinlich, dass sie so von Freude und Erleichterung über die Auferstehung überwältigt sein würden, dass sie sprachlos wären, wenn es darum ging, Jesus zu bitten. Doch der Weg zur Audienz bei Gott und erhörten Gebeten war offener, nicht verschlossener.
Bittet, und ihr werdet empfangen
Was ihr vom Vater erbitten werdet, das wird er euch in meinem Namen geben.
Der Vater kennt unsere Nöte und Bedürfnisse und doch hat er es gerne, dass wir ihn bitten, dass wir ihm unsere Nöte anvertrauen.
Hieran erkennt man eine echte Beziehung und echtes Vertrauen.
Gerade diese Vertrauensbeziehung gibt uns die Gewissheit, dass der Vater es immer gut mit uns meint und dass er uns als guter Vater das gibt, was wir brauchen, auch wenn es nicht immer genau das ist, worum wir gebeten haben oder zu der Zeit kommt, zu der wir es erbeten haben.
Lorli Pregel
Frage: In welchen Bereichen deines Lebens fällt es dir leicht oder schwer, dem Vater voll zu vertrauen, dass er weiß, was du wirklich brauchst?
Im Namen Jesu!
Es gibt keinen anderen Namen, der so machtvoll ist: Jesus, Jesus, Jesus!
Fällt es mir schwer, diesen Namen auszusprechen? Spreche ich lieber vom "lieben Gott", oder vom "Herrn" oder von "Christus"? Warum kommt mir dieser salbungsvolle Name so schwer über die Lippen?
Vielleicht sollte ich üben, seinen Namen öfter, langsam und laut auszusprechen: Jesus… Jesus… Jesus.
Es gibt keinen anderen Namen, in dem wir besser bitten können. Wenn wir etwas von Gott erbitten, dann sollen wir diese Bitte stets im Namen Jesu formulieren: Im Namen Jesu bitte ich um…
Die liturgischen Gebete schließen gerne mit der Formel "durch Christus, unsern Herrn", was nichts anderes ist als: "das erbitten wir im Namen Jesu."
Aber warum eigentlich in seinem Namen bitten? – Weil Jesus dann derjenige ist, der sich um unsere Bitte kümmert. Er macht sich diese Bitte zu eigen, sorgt dafür, dass alles zu unserem Allerbesten in Erfüllung geht.
Georg Rota
Frage: Wie würde sich mein Gebetsleben verändern, wenn ich den Namen Jesus bewusst und voller Vertrauen ausspreche?
Joh 16, 24 Fülle der Freude
Joh 16,24: Bittet, so werdet ihr empfangen, damit eure Freude völlig wird!
Bittet, so werdet ihr empfangen
Jesus ermutigt uns, im Glauben zu beten und darauf zu vertrauen, dass Gott antwortet. Oft halten wir uns zurück oder wissen nicht, wie wir beten sollen. Doch er sagt: Probiert es aus!
Das Gebet öffnet unsere Herzen und führt uns näher zu Gott. Wenn wir beten und dann seine Antwort erleben, wächst unsere Freude – weil wir spüren, dass Gott nahe ist und uns hört.
Frage: Wie könnte sich dein Herz verändern, wenn du jeden Tag bewusst im Glauben betest und auf Gottes Antwort vertraust?
Bittet, damit eure Freude vollkommen wird
Der Vater liebt es, uns Gutes zu geben. Und er liebt es auch, uns in kleinen, alltäglichen Dingen eine Freude zu machen.
Wir dürfen ihn, wie ein Kind seinen Vater, um alles bitten, was uns bewegt, ob es sich um die Parklücke beim Einkaufen, eine Idee für ein Projekt oder den Glauben eines geliebten Menschen handelt. Für ihn ist nichts zu klein und nichts zu groß.
Je mehr wir erbitten, umso bewusster werden wir uns seiner liebenden Vorsehung im Alltag werden und umso stärker wächst die Freude in unserem Herzen.
Frage: Wo in meinem Alltag öffne ich mein Herz bewusst, um die kleinen und großen Geschenke des Lebens wahrzunehmen?
Vollkommene Freude
Das ist das Versprechen Jesu: Eine Freude, die vollkommen ist und alle Freuden dieser Welt übertrifft.
Heißt das, dass Gott nicht will, dass wir uns schon hier auf Erden über die irdischen Güter freuen? Sicherlich nicht! Gott möchte uns schon hier glücklich wissen, er möchte, dass wir seine Schöpfung und materiellen Geschenke genießen.
Aber er weiß, dass in meinem Leben oft auch Klagen und Weinen gegenwärtig sein werden, wenn ich auf seinem Weg gehe, und dass das vollkommene Glück erst im Himmel zu erreichen ist. Dann werden wir keine Fragen über das Leiden mehr haben, auch wenn wir jetzt noch viele Ungewissheiten ertragen müssen, weil wir den Vater noch nicht in seinem ganzen Glanz sehen und erfahren dürfen.
Frage: Wie kann ich in meinem Alltag die Freude spüren, die über alles Irdische hinausgeht, selbst in Zeiten von Unsicherheit und Schmerz?
Häufige Fragen zu Joh 16,16-24
Was bedeutet Joh 16, 16-24?
Dieser Abschnitt schildert die Ankündigung der unmittelbar bevorstehenden Trennung und des Wiedersehens sowie den Umschlag von Trauer in Freude. Das Geschehen erklärt das mystorische Versprechen des kurzzeitigen Verschwindens und Wiederkehrens Jesu und verheißt den Jüngern eine vollkommene Freude sowie den direkten, erhörten Gebetszugang zum Vater in seinem Namen.
Warum geraten die Jünger über Jesu Worte bezüglich einer kleinen Zeit in Verwirrung?
Jesus kündigt an: „Eine kleine Zeit, und ihr seht mich nicht mehr, und wieder eine kleine Zeit, und ihr werdet mich sehen.“ Die Jünger verstehen weder die rätselhafte Formel der kurzen Zeiträume noch den Hinweis, dass er zum Vater geht, und fragen sich untereinander besorgt, was dies zu bedeuten hat.
Welche bildhafte Metapher verwendet Jesus, um die Wandlung von Trauer zu Freude zu verdeutlichen?
Jesus vergleicht die Situation der Jünger mit einer Frau, die gebiert: Sie hat Traurigkeit, weil ihre Stunde gekommen ist; wenn sie aber das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an die Bedrängnis vor Freude, dass ein Mensch in die Welt geboren wurde. So werden auch die Jünger nach ihrer Trauer eine Freude empfangen, die ihnen niemand rauben kann.
Was verändert sich nach Jesu Worten an dem Tag des Wiedersehens im Gebetsleben der Jünger?
Jesus erklärt, dass die Jünger ihn an jenem Tag nichts mehr fragen werden, weil das Missverständnis der Abschiedsstunde überwunden ist. Er verheißt ihnen mit einem doppelten Amen, dass der Vater ihnen alles geben wird, worum sie ihn im Namen Jesu bitten werden.
Welche Aufforderung richtet Jesus bezüglich des Bittens in seinem Namen an die Jünger?
Jesus stellt fest, dass die Jünger bis dahin noch nichts in seinem Namen gebeten haben. Er ermutigt sie nun nachdrücklich: „Bittet, und ihr werdet empfangen, damit eure Freude vollkommen sei.“
Joh 16, 5-15 Wirken des Heiligen Geistes
Joh 16, 25-33 Überwindung der Welt und Frieden