Joh 6, 36-51
Auslegung und Andacht
Das Brot vom Himmel
Inhaltsverzeichnis
Joh 6, 36 Ihr seht und glaubt nicht
Joh 6,36: Aber ich habe es euch gesagt, dass ihr mich gesehen habt und doch nicht glaubt.
Ihr habt gesehen, und doch glaubt ihr nicht
Jesus tadelt den Unglauben der Leute, der ja gewissermaßen im Kontrast steht zu seinem Gehorsam dem Vater gegenüber. Auch heutzutage geschieht es, dass wir sehen und doch nicht glauben.
Wir haben in der Kirche die volle geoffenbarte Wahrheit des Glaubens, durften Zeuge sein von Gottes Wirken in verschiedenen Personen oder Ereignissen und in uns selbst… trotzdem leben wir manchmal, als ob Gott nicht existierte.
Wahrer Glaube bringt Gehorsam gegenüber dem Willen Gottes mit, das heißt, die Sünde zu vermeiden, die Gebote zu erfüllen und zu versuchen, immer die Liebe zu leben.
Frage: Wo könnte mein Glaube noch authentischer sein, sodass er mein Handeln und meine Entscheidungen noch tiefer prägt?
Joh 6, 37 Wer kommt, wird nicht abgewiesen
Joh 6,37: Alles, was mir der Vater gibt, wird zu mir kommen; und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.
Joh 6,37: Keinen von ihnen werde ich je abweisen.
Jesus weist uns nie ab
Eines ist hundert Prozent sicher: dass Jesus mich nie abweisen wird. Ganz gleich, was passiert, wie sehr ich mich verirrt, wie sehr ich andere, mich selber und Gott verletzt haben mag, mein Vater ist da, um mich in seine Arme zu schließen, mich zu empfangen, mir zu vergeben. Auch wenn ich den Eindruck habe, dass es keinen Weg mehr zurück gibt, Jesus wartet da auf mich, seine Hand ist ausgestreckt. Ich brauche nur wieder zu ihm zurück zu kommen, mich mit ihm zu versöhnen und den Lebensweg mit ihm fort zu führen. An dieser Barmherzigkeit Gottes darf ich nie zweifeln!
Joh 6, 38 Willen des Vaters tun
Joh 6,38: Denn ich bin aus dem Himmel herabgekommen, nicht damit ich meinen Willen tue, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.
Himmlische Herkunft
Sechs Mal sagt Jesus in diesem unmittelbaren Zusammenhang, dass er‚ vom Himmel herabgekommen' ist (6:33, 38, 41, 50, 51, 58). Sein Anspruch auf himmlische Herkunft ist unverkennbar.
Gehorsam gegenüber des Vaters Willen
Der Schlüssel und die Erfüllung der Sendung Jesu liegen im ungebrochenen Gehorsam gegenüber dem Willen des Vaters. Jesu Wille war eins mit dem seines Vaters. Seine Freude bestand darin, den Willen des Vaters zu tun.
Noch in der Nacht vor seinem brutalen Kreuzestod betet Jesus einmal mehr: "Nicht wie ich will, sondern wie du willst." (Matt 26,39) Die Erfüllung des Willens Gottes hat uns die Erlösung gebracht.
Oft haben wir Angst vor dem Willen Gottes, weil uns immer wieder die Lüge überkommt, dass es Gott doch nicht gut mit uns meinen könnte. Doch was ist eigentlich der Wille des Vaters?
Frage: Wo in meinem Leben könnte ich mehr vertrauen und den Willen Gottes mutig annehmen, auch wenn er mir zunächst schwer erscheint?
Den Willen des Vaters tun
Jesus ist gekommen, um den Willen des Vaters zu tun. Jesus kannte den Willen des Vaters. Was ist der Wille des Vaters für mich und mein Leben? Oft tappe ich suchend umher und sehe den Weg nicht deutlich vor mir.
Der Ort, wo ich den Willen Gottes erkennen kann, ist das innere Gebet. In der Stille beim Herrn zu sein, bedeutet, mich für das Unendliche und für unendliche Möglichkeiten zu öffnen. Meine privaten und selbstgemachten Welten kommen an ein Ende und eine neue Welt kann in mir und um mich herum entstehen.
Eine Welt, in der Gott handeln kann und in der das für uns Unmögliche zum Alltag wird. Ich möchte Gott die Zügel für mein Leben übergeben und nicht selbst den Plan für meine Zukunft entwerfen.
Dazu muss ich aus dem Trubel und der Hektik meines Alltags heraustreten und die kleinen Nischen finden, in denen ich in Stille allein mit Gott sein kann. Vielleicht nur für wenige Minuten, aber Jesus kann diese Augenblicke verwenden, um mir seinen Plan für mein Leben mitzuteilen.
Birgit Gams
Frage: In welchen Momenten des Alltags kann ich bewusst innehalten, um Gottes Führung in meinem Leben wahrzunehmen?
Wille Gottes
Betrachten wir doch hundertmal des Tages diesen liebenden Willen Gottes. Verschmelzen wir unseren Willen mit dem seinen und rufen wir voll Innigkeit aus: O unendlich beglückende Güte! Wie liebenswert ist doch Dein Wille!
Du hast uns für das ewige Leben geschaffen und Dein von unvergleichlicher Liebe glühendes Herz strömt über von Erbarmen. Wir müssen unser Heil wollen, wie Gott es will. Er will aber unser Heil, indem er danach Verlangen trägt. Dieses Verlangen ist ein echtes Verlangen.
Deutlich drückt er dies im Gleichnis vom König aus, der zum Festmahl einlädt (Mt 22,2-10) und durch Bitten, Mahnen und Auffordern drängt und fast zwingt, zu kommen, sich an den Tisch zu setzen und zu essen.
Frage: Wo in meinem Leben kann ich meinen Willen bewusst mit dem göttlichen Willen verschmelzen, um mehr Liebe und Erbarmen zu erfahren?
Joh 6, 39 Nichts verlieren
Joh 6,39: Keiner von denen, die er mir anvertraut hat, soll verloren gehen. Ich werde sie alle am letzten Tag vom Tod auferwecken.
Jesus ist hier, um mich zu retten
Worin bestand der Sendungsauftrag Christi? Warum hat er all diese Schwierigkeiten auf sich genommen und ist hier auf die Erde gekommen, um so viel zu leiden und am Ende zu sterben?
Ich habe es schon so oft gehört, aber es wird zur Routine, zu Selbstverständlichkeit: Er ist zu meiner Rettung gekommen. Sogar wenn ich der einzige Mensch auf der Welt gewesen wäre, seine Liebe ist so groß, dass er auch dann all das auf sich genommen hätte!
Über diese Liebe Christi kann man tausendmal meditieren. Deswegen ist Jesus hier – für mich! Und es genügt ihm nicht, nur hier bei mir zu sein. Er will sogar noch mehr: dass ich die Ewigkeit mit ihm verbringe.
Dieses Leben ist ihm nicht genug, er will die ganze Ewigkeit mit mir! Damit ich eines Tages ganz mit ihm lebe, in Einheit mit ihm und im größten Glück, was ich mir jetzt nicht einmal ansatzweise vorstellen kann. Das soll in mein Herz tief einsinken.
Wie werde ich darauf antworten?
Mario Ciaston
Frage: Wie kann ich in meinem Alltag auf diese Liebe Christi persönlich antworten und sie in mir lebendig halten?
Keiner soll verloren gehen
Das ist der Wille des Vaters, den Jesus erfüllen will. Mehrmals spricht Jesus von der Auferweckung. Wer an den Sohn Gottes glaubt, empfängt das ewige Leben. Wer glaubt, wird errettet. Diese so wichtige Wahrheit wiederholt er drei mal.
Der Wille des Vaters ist unser Heil
Betrachten wir doch hundertmal des Tages diesen liebenden Willen Gottes.
Verschmelzen wir unseren Willen mit dem seinen und rufen wir voll Innigkeit aus: O unendlich beglückende Güte! Wie liebenswert ist doch Dein Wille!
Du hast uns für das ewige Leben geschaffen und Dein von unvergleichlicher Liebe glühendes Herz strömt über von Erbarmen.
Wir müssen unser Heil wollen, wie Gott es will. Er will aber unser Heil, indem er danach Verlangen trägt. Dieses Verlangen ist ein echtes Verlangen.
Deutlich drückt er dies im Gleichnis vom König aus, der zum Festmahl einlädt (Mt 22,2-10) und durch Bitten, Mahnen und Auffordern drängt und fast zwingt zu kommen, sich an den Tisch zu setzen und zu essen.
Frage: Wo in meinem Leben spüre ich den liebenden Willen Gottes am stärksten, und wie kann ich meinen eigenen Willen mehr mit Seinem verbinden?
Joh 6, 40 Ewiges Leben für Glaubende
Joh 6,40: Nach dem Willen meines Vaters hat jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt, das ewige Leben. Ich werde ihn am letzten Tag zum Leben erwecken.
Zum Leben auferweckt
Die erste Frucht des Glaubens an den Sohn Gottes ist das ewige Leben. So viele Nachrichten konfrontieren uns mit Krieg, Terror und Tod und schüren unsere Angst. Der Gedanke an die Endlichkeit des Lebens und die damit verbundenen Krankheiten und Leiden können uns bedrücken.
Jesus ist gekommen, um die Menschen von ihrer Todesangst zu befreien und nicht, um sie zu schüren. Wir werden sterben und wir sterben immer wieder, wenn wir etwas verlieren, das uns kostbar ist. Gott bittet uns, ihm in diesem inneren Sterben zu vertrauen, weil auf der anderen Seite das Leben wartet.
Es liegt nicht in unserer Macht, keine Angst zu haben, aber wir können durch unsere Angst hindurchgehen in die Arme Jesu. Denn es ist der Wille des Vaters, dass alle, die den Sohn sehen und an ihn glauben, das ewige Leben haben und dass er sie auferweckt am Letzten Tag.
Birgit Gams
Frage: Wo in meinem Leben darf ich meine Ängste in die Hände Gottes legen, um das Leben in seiner Fülle zu erfahren?
Joh 6, 41 Murren der Juden
Joh 6,41: Da murrten die Juden über ihn, weil er gesagt hatte: Ich bin das Brot.
Da murrten die Juden über ihn
Diese Reaktion zeigt die Schwierigkeit, Jesu göttliche Herkunft und Mission zu akzeptieren. Die Menschen betrachteten ihn nur als Mensch und konnten sein wahres Wesen nicht erfassen.
Ihr Murren erinnert an das Volk Israel in der Wüste, das gegen Gott und Mose klagte (2. Mose 16,2).
Jesus offenbart sich hier als das wahre Brot des Lebens, das ewiges Leben schenkt. Diese Aussage fordert Glauben und ein tieferes Verständnis seiner göttlichen Sendung.
Sie zeigt auch, dass die Erkenntnis Gottes nicht aus menschlicher Logik, sondern durch den Glauben kommt.
Frage: Wie offen bin ich dafür, Gottes Wirken in meinem Leben jenseits meiner eigenen Vorstellungen zu erkennen?
Joh 6, 42 Ist das nicht Josephs Sohn?
Joh 6,42: Sie sprachen: Ist dieser nicht Jesus, der Sohn Josephs, dessen Vater und Mutter wir kennen? Wie kann dieser denn sagen: Ich bin aus dem Himmel herabgekommen?
Ist das nicht Jesus, der Sohn Josefs?
Jesus mit Glauben zu hören und mit Glauben zu sehen, nicht nur mit den Sinnen unseres Leibes.
Unser Körper ist das erste Geschenk, das wir mit unserer Existenz erhalten, und er ist in sich gut. Doch Gott möchte, dass wir ihn krönen, indem wir mit ihm in die Welt des Glaubens eintreten.
"Ist das nicht Jesus, der Sohn Josefs?" ist eine Aussage des nüchternen Menschenverstandes. Gedanken wie: "Das ist ein ganz normaler Mensch, ich kenne doch seine Eltern. Er kommt nicht vom Himmel! Er lebt doch in meiner Nachbarschaft, ist aus Fleisch und Blut, wie ich." – könnten das nicht unsere Gedanken sein?
Uns fehlt Glaube, wie damals den Juden. Lassen wir uns von Jesu Worten in das Leben des Glaubens hineinnehmen.
Melanie Zoll
Frage: Wo in meinem Leben fällt es mir schwer, mit Glauben zu sehen, und wie könnte ich diesen Glauben bewusst wachsen lassen?
Unerwartetes
Das war eine der wirklichen Schwierigkeiten der Zeitgenossen Jesu. Der Messias sollte in den Wolken kommen, plötzlich erscheinen; aber Jesus war in Ruhe unter ihnen aufgewachsen. Dods
Joh 6, 43 Murrt nicht untereinander
Joh 6,43: Jesus sagte zu ihnen: Murrt nicht!
Nicht murren
Fröhlich sein, nicht zu viel jammern, gerade auch über die berühmten großen Kleinigkeiten. Wir merken oft gar nicht, wie wir unsere Unlust zelebrieren, wie wir uns fixieren auf das Negative. Es gibt genügend Gründe, sich zu freuen.
Ich war sehr lange Zeit sehr melancholisch veranlagt und ein kleiner Rest steckt sicherlich immer noch in mir drin. Durch meinen Glauben konnte ich immer mehr zu Freude finden. Das bedeutet nicht, dass wir auch mal Tage haben, wo wir mies drauf sind.
Dennoch: "Tut alles ohne Murren und Zweifel" (Phil 2,14). Es ist wie mit einem Haus: da bröckelt es auch immer mal wieder hier und da. Aber das Fundament, auf dem das Haus steht, sollte die Freude darüber sein, dass wir unaussprechlich, unfassbar Beschenkte und Geborgene sind.
Frage: Welche kleinen Momente des Alltags schenken dir das tiefste Gefühl von Freude und Geborgenheit?
Murrt nicht…!
Jesu Reaktion auf die Worte der Juden offenbart sicherlich nicht Unverständnis und Härte. Dieses „Murrt nicht“ ist voller Nachsicht und Geduld gegenüber seinen Zuhörern – und auch uns gegenüber.
Murrt nicht, denn mein Vater ist euch wohlgesonnen, mein Vater ist die Liebe.
Murrt nicht, denn im Hause meines Vaters gibt es viele Wohnungen.
Murrt nicht, denn es bedarf nur eurer Freiheit: Denn jeder, der auf den Vater hört und seine Lehre annimmt, wird zu mir kommen.
Das Leben des Glaubens beginnt mit dem Hören – damit, dass wir auf die Stimme des Vaters hören. Und hören schließt das Verstehen nicht immer mit ein.
Der zweite Schritt im Glauben besteht darin, Gottes Lehren anzunehmen. Dazu bedarf es unserer Freiheit, und dieser Schritt ist Ausdruck eines ehrlichen Wollens.
Melanie Zoll
Frage: Wie offen bin ich wirklich, die Stimme des Vaters zu hören und seine Liebe in meinem Leben anzunehmen?
Das verhärtete Herz
Ist es nicht seltsam? Das Volk Israel murrt im Buch Exodus, weil es in der Wüste nichts zu essen und zu trinken hat, und im heutigen Evangelium murren die Juden, weil Jesus ihnen das Brot vom Himmel, sich selbst, geben möchte. Fast könnte man den Eindruck gewinnen, dass das Murren eine Art Grundhaltung des Menschen ist.
Doch Jesus fordert die Juden auf: „Murrt nicht!” Mit anderen Worten: „Verhärtet nicht euer Herz! Bleibt nicht bei dem stehen, was ihr über mich zu wissen glaubt.” Dann beginnt Jesus, sich ihnen in seiner Rede als das Brot des Lebens zu offenbaren.
Wie schnell werden wir unzufrieden und beginnen zu murren, wenn es in unserem Leben anders kommt, als wir es erhofft und uns vorgestellt haben. Wie schnell sagen wir: „Herr, warum? Wie kann das sein?” und wir verschließen unser Herz.
Doch in jedem Augenblick unseres Lebens – auch in den schwierigsten und verwirrendsten Situationen – möchte sich uns Jesus in seiner Liebe offenbaren. Er bittet mich nur um die Offenheit meines Herzens.
Birgit Gams
Frage: Wo in meinem Leben könnte ich mein Herz öffnen, um die Liebe Jesu auch in den unerwarteten oder schwierigen Momenten zu erkennen?
Joh 6, 44 Ziehen des Vaters
Joh 6,44: Niemand kann zu mir kommen, es sei denn, dass ihn der Vater zieht, der mich gesandt hat; und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag.
Die Anziehungskraft Gottes
Wir möchten oft das Gefühl haben, dass wir in unserer Beziehung zu Gott „führen“. In Wahrheit ruft Er und wir kommen. Gott zieht uns an sich wie ein Magnet. In unserem Alltag gibt es diese magnetischen Felder, Momente am Tag, in denen wir uns zur Gegenwart des Herrn hingezogen fühlen. Wann immer sich dieser Moment in unserem Tag zeigt, lassen wir uns anziehen. Doch diese Anziehung geschieht nicht laut oder aufdringlich. Oft ist sie leise, ein Gedanke, ein innerer Impuls zu beten, ein Bibel-Vers. Gott zwingt nicht, er zieht. Und seine Kraft wirkt gerade darin, dass sie unsere Freiheit achtet und dennoch unser Herz erreicht. Wenn wir beginnen, diese leisen Ziehbewegungen ernst zu nehmen, verändert sich unser Tag. Aus einzelnen Momenten wird eine Haltung. Wir lernen, sensibler zu werden für Gottes Gegenwart – nicht nur in besonderen Zeiten, sondern mitten im Gewöhnlichen.
Manchmal widerstehen wir dieser Bewegung. Wir schieben sie auf, übergehen sie oder lenken uns ab. Doch die Einladung bleibt bestehen. Gott hört nicht auf zu ziehen – geduldig, liebevoll und beständig. Seine Nähe ist kein flüchtiger Moment, sondern ein Angebot, das immer wieder neu in unseren Alltag hineinleuchtet.
Heute dürfen wir darauf achten: Wo spüre ich diese leise Anziehung? Und bin ich bereit, ihr zu folgen?
Gott führt
Wir möchten oft das Gefühl haben, dass wir in unserer Beziehung zu Gott „führen“.
In Wahrheit ruft Er und wir kommen.
Dieses Verständnis von Gottes Heilsinitiative sollte uns in der Evangelisation zuversichtlicher machen, da wir wissen, dass Gott Menschen anzieht, und wir können erwarten, dass diejenigen, die der Vater anzieht, zu ihm kommen.
Frage: Wie erlebe ich persönlich die Führung Gottes in meinem Leben und wo lasse ich mich bewusst von ihm rufen?
Joh 6, 45 Von Gott gelehrt
Joh 6,45: Es steht geschrieben in den Propheten: Und sie werden alle von Gott gelehrt sein. Jeder nun, der vom Vater gehört und gelernt hat, kommt zu mir.
Joh 6,45: Bei den Propheten heißt es: Und alle werden Schüler Gottes sein. Jeder, der auf den Vater hört und seine Lehre annimmt, wird zu mir kommen.
Schüler Gottes sein
Schüler sein bedeutet, unterwegs zu sein, Zuhören und Üben des Gelernten, auch Fehler machen. Unser Leben ist ein Verweilen in der Schule Gottes. Das Ziel dieses Weges ist, dem Lehrer immer ähnlicher zu werden. Wie Jesus denken, wie Jesus reden, wie Jesus handeln. Geht ständig in die Schule Christi, um sein Wort erkennen zu können. Immer bereit sein, in seine Schule zu gehen. Von ihm sollen wir seine Liebe und Demut lernen. Er ist ein ewig barmherziger und geduldiger Pädagoge. Er lehrt uns seine Wege voll Sanftmut und Liebe.
Nur wenn wir es verstehen, uns an Gott zu wenden, zu ihm zu beten, können wir den tiefen Sinn unseres Lebens entdecken, und der alltägliche Weg wird vom Licht des Auferstandenen erhellt. Benedikt XVI
Belehrt werden
Gott wird sein Volk selbst lehren, dh er wird es in ihren Herzen lehren. Nur diejenigen, die auf diese Weise belehrt werden, werden zu Jesus kommen.
Wichtigkeit des Hörens
Aus dem Fragen und dem Bitten ist Murren geworden. Jesus fordert sie auf, das Murren zu unterlassen und lenkt die Wichtigkeit auf das richtige Hören. Wer auf den Vater hört und von ihm lernt, der kommt zu Jesus.
Wer richtig hört, lernt aus dem Wort, wer Gott ist und wer er selbst ist. Er erkennt, dass er in der Sünde gefangen ist und dass Jesus der Christus ist, der von der Sünde befreit. So kommt er zu ihm und wird das ewige Leben von ihm erhalten.
Wer an ihn glaubt, hat das ewige Leben.
Frage: Wie kannst du in deinem eigenen Leben lernen, wirklich auf Gottes Stimme zu hören und daraus Kraft zu schöpfen?
Hört
Hier nun geht es um die Entscheidung, ob wir Jesus als unseren Herrn annehmen. Dabei fordert Jesus nicht moralische Vollkommenheit oder die Erfüllung allerlei Gesetze.
Das, was er fordert, ist: Hört! Dieses Hören beinhaltet die personale Begegnung mit Gott, was das Ziel allen geistlichen Lebens ist. Es ist die Erhebung der Seele zu Gott.
Anselm Grün sagt: Nicht die Arbeit an mir ist das Wichtigste, sondern die Begegnung mit Gott, die mich wandelt und heilt.
Wo also und wie widerstehe ich dem unzufriedenen Murren über dieses oder jenes und gebe mich ganz hinein in das Hören auf Gott, der mich wandelt und heilt?
Frage: Wann habe ich zuletzt wirklich innegehalten, um Gott in meinem Herzen zu begegnen, und wie könnte ich dieses Hören tiefer in mein Leben einladen?
Jeder, der auf den Vater hört, wird zu mir kommen
Die Aussage Jesu, dass jeder, der auf den Vater hört, zu ihm, Jesus, kommen wird, ist in absolutem Sinn gemeint. In Jesus allein ist der Weg zum Vater. Heutzutage können viele das nicht mehr akzeptieren.
Jesus hätte jeden Grund, als Gelehrter aufgebläht und von sich selbst eingenommen aufzutreten. Nur tut er so etwas nicht. Stattdessen beweist er die Wahrheit seiner Lehren mit dem größten Ausdruck der Liebe, den es je gegeben hat und geben wird: die Hingabe seiner selbst am Kreuz, die in die Auferstehung mündet.
Das ist auch eine Lehre für uns, die wir seine Boten sind: Es geht nicht darum, anderen das Evangelium aufzuoktroyieren, sondern darum, ihnen die Liebe Gottes erfahrbar zu machen.
Frage: Wie kann ich in meinem Alltag die Liebe Gottes so sichtbar machen, dass sie andere berührt, ohne sie zu belehren?
Joh 6, 46 Nur einer hat den Vater gesehen
Joh 6,46: Nicht, dass jemand den Vater gesehen hätte; nur der, welcher von Gott ist, der hat den Vater gesehen.
Vater und Sohn
Jesus, als der von Gott Gesandte, hat ihn geschaut. Dies unterstreicht seine göttliche Herkunft und seine Autorität als Offenbarer des Vaters.
Jesus macht deutlich, dass wahre Gotteserkenntnis nur durch ihn möglich ist. Wer ihn erkennt, erkennt den Vater (Joh 14,9).
Dieser Vers fordert den Glauben an Jesus als den einzigen Mittler zwischen Gott und Mensch. Er lädt ein, ihm zu vertrauen, weil er der einzige ist, der Gott vollkommen kennt und den Menschen offenbart.
Frage: In welchen Momenten spüre ich, dass Vertrauen in das Göttliche meine Sicht auf mich selbst und andere verändert?
Joh 6, 47 Wer glaubt, hat ewiges Leben
Joh 6,47: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der hat ewiges Leben.
Wer an mich glaubt, hat ewiges Leben
Wir lesen diese erstaunliche Aussage mit zwei Hauptgedanken im Hinterkopf.
Erstens, was es bedeutet, im Sinne von Jesus zu „glauben“; das heißt, darauf zu vertrauen, sich darauf zu verlassen und sich daran zu klammern. Es ist eine vertrauensvolle Liebe.
Zweitens denken wir an die erstaunliche Natur dieser Behauptung. Kein anderer Prophet oder heiliger Mann der Bibel hat jemals so etwas gesagt: „Glaube an mich und finde ewiges Leben.“
Frage: Wo in meinem Leben lade ich noch mehr vertrauensvolle Liebe ein, um mich ganz auf das Göttliche zu verlassen?
Joh 6, 48 Ich bin das Lebensbrot
Joh 6,48: Ja, ich bin das Brot des Lebens!
Für dein Leben
- Erkenne die wahre Quelle: Jesus ist das Brot des Lebens. Wenn du in ihm bleibst, findest du wahre Erfüllung und Nahrung für deine Seele.
- Vertrau auf seine Versorgung: So wie das Brot dich körperlich stärkt, gibt dir Jesus das, was du für dein geistliches Leben brauchst. Vertraue darauf, dass er dich nie verlassen wird, sondern dich immer mit allem versorgt, was du wirklich brauchst.
Ich bin das Brot des Lebens
Jesus wiederholte und setzte die Verwendung dieser Metapher fort. So wie Brot für das physische Leben notwendig ist, so ist Jesus für das geistliche und ewige Leben notwendig.
Bild des Brotes
Das Bild war früher sicherlich noch eindrücklicher, als Brot das Grundnahrungsmittel schlechthin war. Heute, bei unserem Überfluss an Essen, ist es schwieriger, das Bild in sich wirken zu lassen. Und trotzdem lässt sich erspüren, was Jesus sagen will: wenn du mich nicht an dich heranlässt, mich nicht aufnimmst, so wie das tägliche Essen, so wirst du sterben – nicht körperlich, sondern seelisch-geistig.
Die Gottesverbindung nährt unsere Seele. Wenn wir nicht täglich essen – sprechen, beten zu Gott, Lesen in der Bibel –, wird unsere Seele verhungern: Herr, unser täglich Brot gib uns heute.
Frage: Wie kannst du heute bewusst Raum schaffen, um deine Seele täglich zu nähren und die Verbindung zu Gott zu spüren?
Jesus nennt sich das Brot des Lebens
Wie zu jedem Essen zumeist das Brot gehört, so sollen auch wir Christus in allen unseren Gebeten und Handlungen betrachten, ansehen und suchen.
Wenn du Christus oft betrachtest, wird deine Seele von ihm erfüllt, du lernst seine Art und Weise kennen und deine Handlungen nach den seinen formen.
Kinder lernen sprechen, indem sie der Mutter zuhören und alles nachzusprechen versuchen. So werden auch wir, wenn wir Christus betrachten, sein Denken und Fühlen beobachten, bald durch ihn reden und handeln.
Frage: Wie kann ich Christus heute in meinen Gedanken und Handlungen bewusst wahrnehmen und ihn dadurch in meinem Leben wirken lassen?
Joh 6, 49 Väter starben trotz Manna
Joh 6,49: Eure Väter haben das Manna gegessen in der Wüste und sind gestorben.
Bezug auf das Manna in Exodus
Jesus spricht hier zu seinen Zuhörern über das Manna, das die Israeliten in der Wüste erhielten (2. Mose 16). Er macht deutlich, dass dieses Brot zwar physisches Leben erhält, aber keinen ewigen Bestand hat – die Vorfahren starben dennoch.
Dies dient als Kontrast zu dem „wahren Brot des Lebens“, das Jesus selbst ist (Joh 6,51). Er betont, dass nur der Glaube an ihn ewiges Leben schenkt, nicht bloß irdische Versorgung.
Während das Manna ein Zeichen der göttlichen Fürsorge war, erfüllt sich in Jesus die tiefere Bedeutung: Er gibt sich selbst als geistliche Nahrung, die den Tod überwindet. Wer ihn im Glauben „isst“, das heißt, ihm vertraut, erhält ewiges Leben.
Frage: Wie kann ich im Alltag erkennen, wo ich mich auf vergängliche Sicherheiten verlasse und wo ich mich wirklich von Jesus nähren lasse?
Joh 6, 50 Brot gegen den Tod
Joh 6,50: Hier ist das wahre Brot, das vom Himmel herabkommt. Wer davon isst, wird nicht sterben.
Andacht von Benedikt XVI
Indem er die Schwelle des Todes überschreitet, wird Jesus lebendiges Brot. Im sich austeilenden Brot erkennen wir das Geheimnis des Weizenkorns, das stirbt und so Frucht bringt und so zur Brotvermehrung wird bis ans Ende der Welt.
Dieses Brot essen heißt, eintreten in die Gemeinschaft mit der Person des lebendigen Herrn. Diesen Herrn empfangen wir alle. Weil wir den gleichen Herrn empfangen und er uns aufnimmt, in sich hineinzieht, sind wir auch untereinander eins. Weil wir ein Brot sind, sind wir viele auch ein Leib. (1 Kor 10,17)
Das muss sich im Leben zeigen in der Fähigkeit des Vergebens, in der Sensibilität für die Nöte des anderen, in der Bereitschaft zu teilen, im Einsatz für den Nächsten.
Frage: Wie kann ich in meinem Alltag das Geheimnis des geteilten Brotes leben und dadurch mehr Einheit und Mitgefühl erfahren?
Das Abendmahl
Johannes überliefert in seinem Evangelium nicht das Abendmahl. Dafür wird in der Brotrede in einer kaum zu überbietender Deutlichkeit gesagt, was wir mit dem Abendmahl verbinden: das Essen seines Leibes und Trinken seines Blutes.
Vor dem Vers 6,50 spricht Jesus vom Glauben an ihn, nun spricht er es offen aus: Wenn er das Brot vom Himmel ist, dann muss man von ihm essen. Essen heißt, etwas in sich aufzunehmen.
In den jetzt folgenden Versen verwendet er immer und immer wieder das Wort essen. Die Verse 50-58 sind in ihrer Art der Wiederholung einmalig in der Bibel und unterstreichen die Bedeutung dieser Wahrheit für unser Leben.
Frage: Wie kann ich im Alltag wirklich von der Gegenwart Christi „essen“ und sie in mir aufnehmen?
Joh 6, 51 Mein Fleisch für das Leben der Welt
Joh 6,51: Ich selbst bin dieses Brot, das von Gott gekommen ist und euch das Leben gibt. Wer von diesem Brot isst, wird ewig leben. Dieses Brot ist mein Leib, den ich hingeben werde, damit die Menschen leben können.
Das Leben
Oftmals wohnen wir sonntags der Messe unbedacht bei und empfangen den Leib Christi in Gedanken. Es wird Zeit, sich bewusst zu machen, dass wir bei jedem Messbesuch mit Kommunionempfang das ewige Leben erhalten! Michael Roidl
Die Eucharistie
Der kürzeste Weg zur Heiligkeit.
Man muss verstehen, dass ein christliches Leben ohne die eucharistische Speise unmöglich ist. Es ist genau so, als würde man versuchen, seinen Körper allein mit Luft fit zu halten. Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch.
Der enge Kontakt mit Christus durch die heilige Kommunion ist für einen Christen der wichtigste Weg, um den nötigen Antrieb, Unterstützung und Hilfe zu bekommen, durch die er in einer beständigen Bereitschaft leben kann, den Willen Gottes zu erfüllen.
Wie nähren wir unsere Seele? Welche Nahrung geben wir ihr? Es gibt keinen besseren und wirkungsvolleren Weg, Gnade zu empfangen, als in diesem Sakrament der Liebe. In ihm empfangen wir nicht nur Gnade, sondern auch den Spender der Gnade selbst.
Michael Sliney
Frage: Welche inneren Blockaden hindern mich vielleicht daran, die Nähe zu Christus bewusst zu suchen und meine Seele wirklich zu nähren?
Ich gebe es hin für das Leben der Welt
Jesus gibt sein Leben, um der Welt Leben zu schenken. Es ist die Hingabe, die die Welt am Leben erhält.
Am Holz des Kreuzes gießt Jesus sich und damit sein ganzes Leben für die Welt aus. Seine durchbohrte Seite ist der Ursprung, die Quelle ewigen Lebens.
Im Betrachten der durchbohrten Seite Jesu am Kreuz sehen wir die unendliche Fülle, die aus der Hingabe entspringt. Mit Jesus trage ich in mir den Ruf, mich mit der Hingabe Jesu am Kreuz zu vereinen.
Ich bin zur Hingabe geschaffen und meine größte Erfüllung werde ich erst finden, wenn ich bereit bin, mich ganz hinzugeben. Lebe ich jeden noch so kleinen Akt der Hingabe in Vereinigung mit Jesus, so hat meine Hingabe Anteil am Erlösungsgeschehen.
So wird auch mein Leben der Welt Leben geben.
Frage: Welche kleinen Akte der Hingabe kann ich heute bewusst leben, um mein Herz und mein Leben mit der Fülle Jesu zu verbinden?
Denn er ist dein Leben
„Wer das Leben sucht, muss auf Jesus blicken." Das sagte Papst Franziskus in einer seiner Audienzen.
Suchen wir nicht alle das Leben? Suchen wir nicht alle Christus? Und er gibt uns seine Gegenwart, die Leben schenkt.
Er gibt sich selbst hin, damit wir diesen Vorgeschmack auf das ewige Leben schon hier auf Erden haben. Er gibt sich uns hin in der Eucharistie, um ihn, der das Leben selbst ist, zu empfangen und ihm tief in unserem Herzen zu begegnen.
Diese Begegnung verändert und macht lebendig. Selbst in den Schwierigkeiten und Sorgen des Alltags ist es immer die Begegnung mit dem lebendigen Gott, die uns wieder aufrichtet und Leben und Freude bringt.
Frage: Wo in meinem Alltag erlebe ich die Gegenwart Gottes, die mich innerlich lebendig macht?
Häufige Fragen zu Joh 6, 36-51
Was bedeutet Joh 6, 36-51?
Dieser Abschnitt schildert die Fortführung der Brotrede Jesu, in der er das Geheimnis des Glaubens und der göttlichen Erwählung vertieft. Das Geschehen zeigt die Murren auslösende Ablehnung der jüdischen Zuhörer gegenüber Jesu himmlischer Herkunft und offenbart Jesus als das lebendige Brot, das seinen Leib für das Leben der Welt dahingibt.
Warum betont Jesus, dass der Glaube an ihn auf dem Handeln des Vaters beruht?
Jesus stellt klar, dass alles, was der Vater ihm gibt, zu ihm kommen wird und er niemanden hinausstoßen wird, der zu ihm kommt. Niemand kann von sich aus zu Jesus kommen, es sei denn, der Vater, der ihn gesandt hat, zieht ihn, woraufhin Jesus ihn am Letzten Tag auferwecken wird.
Welcher Anstoß führt zum Murren der jüdischen Zuhörer über Jesus?
Die jüdischen Zuhörer murren über ihn, weil er gesagt hat: „Ich bin das Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist.“ Sie verweisen auf seine irdische Herkunft und fragen verständnislos, wie der Sohn Josefs, dessen Vater und Mutter sie kennen, nun behaupten kann, vom Himmel herabgekommen zu sein.
Inwiefern übertrifft das wahre Brot vom Himmel das alttestamentliche Manna?
Jesus erinnert daran, dass die Väter in der Wüste zwar das Manna aßen, schlussendlich aber dennoch gestorben sind. Das Brot, das aus dem Himmel herabkommt, ist dagegen so beschaffen, dass wer davon isst, nicht stirbt, sondern in Ewigkeit lebt.
Welche Gabe kündigt Jesus am Ende dieses Abschnitts für das Leben der Welt an?
Jesus erklärt, dass er das lebendige Brot ist, das aus dem Himmel herabgekommen ist, und identifiziert diese Speise konkret: Das Brot, das er geben wird, ist sein Fleisch für das Leben der Welt.
Joh 6, 22-35 Jesus, das Brot des Lebens
Joh 6, 52-59 Jesu Fleisch und Blut als Speise