Joh 6, 22-35:
Auslegung und Andacht
Jesus, das Brot des Lebens
Inhaltsverzeichnis
Joh 6, 22-23 Volk sucht Jesus
Joh 6:22: Am folgenden Tag, als die Volksmenge, die am jenseitigen Ufer des Sees stand, gesehen hatte, dass kein anderes Schiff dort war, als nur das eine, in welches seine Jünger gestiegen waren, und dass Jesus nicht mit seinen Jüngern in das Schiff gestiegen war, sondern dass seine Jünger allein abgefahren waren.
Joh 6:23: Es kamen aber andere Schiffe von Tiberias nahe an den Ort, wo sie das Brot gegessen hatten nach der Danksagung des Herrn.
Es kamen aber andere Schiffe
Dieser Vers betont den Zusammenhang zwischen Jesu Wundertat und der anschließenden Suche der Menschen nach ihm. Die Ankunft der Schiffe könnte darauf hinweisen, dass viele Menschen Jesus folgten, vielleicht in der Hoffnung auf weitere Wunder oder Versorgung.
Theologisch zeigt dies, dass äußere Zeichen oft Menschen anziehen, doch Jesus fordert im weiteren Verlauf des Kapitels dazu auf, nach geistlicher Speise zu suchen – dem Brot des Lebens.
Der Vers steht somit im Kontext der tiefen Lektion, dass nicht das materielle Brot, sondern der Glaube an Jesus wahre Erfüllung bringt.
Frage: Welche "geistliche Speise" könnte in deinem Leben heute wahre Erfüllung schenken, jenseits von materiellen oder äußeren Zeichen?
Joh 6, 24 Aufbruch nach Kapernaum
Joh 6,24: Da also die Volksmenge sah, dass Jesus nicht dort war, auch nicht seine Jünger, stiegen auch sie in die Schiffe und kamen nach Kapernaum und suchten Jesus.
Suche ich Jesus?
Eine ganze Menschenmenge auf der Suche nach Jesus. Eine Suche, die sie dazu bringt, eine Reise auf sich zu nehmen und ihr sicheres Dorf zu verlassen.
Was haben sie in Jesus gefunden, dass sie alles verlassen, um ihm zu begegnen? Alles. Ihr Herz hat alles gefunden, wonach sie suchten. Ihn selbst. Den Menschensohn.
Eine wahre und echte Begegnung mit Jesus entfacht im Herzen eine Sehnsucht, eine Sehnsucht nach mehr. Und diese Sehnsucht kann einfach und alleine nur von Jesus gestillt werden.
Suche ich Jesus? Warum komme ich zu ihm? Was bewegt mich, ihn aufzusuchen?
Frage: Wo spüre ich in meinem Herzen die Sehnsucht nach Begegnung mit Jesus, und wie öffne ich mich dafür, dass sie gestillt wird?
Wieso suchst du mich?
Die Menschen im Evangelium suchen Jesus aus verschiedenen Gründen. Einige möchten geheilt werden, andere möchten ihn einfach nur kennenlernen, wieder andere wollen ein Wunder sehen.
Im heutigen Evangelium suchen die Menschen Jesus, weil sie „von den Broten gegessen haben, und satt geworden sind.“ Doch Jesus kann noch viel mehr, als nur Wunder wirken und Brot vermehren.
Er möchte so viel mehr geben, als nur eine materielle, vergängliche Befriedigung.
Wieso suche ICH Jesus?
Frage: Welche Sehnsucht trage ich in mir, die über das Sichtbare und Materielle hinausgeht?
Joh 6, 25 Wann kamst du her?
Joh 6,25: Und als sie ihn am anderen Ufer des Sees fanden, sprachen sie zu ihm: Rabbi, wann bist du hierher gekommen?
Das andere Ufer
Nach der Brotvermehrung sind Jesus und seine Jünger nicht mehr zu finden. Die Leute suchen Jesus, bis sie ihn am anderen Ufer des Sees finden.
Auch heute verbirgt sich Jesus „am anderen Ufer“. Er möchte von mir gesucht und gefunden werden. Er fordert mich heraus, mich nicht mit dem zufrieden zu geben, was ich bislang mit ihm erlebt, von seiner Lehre gehört und verstanden habe.
Jesus lädt mich ein, nach mehr zu verlangen, aufzubrechen und tiefer in sein Geheimnis und seine Freundschaft einzudringen.
Wo finde ich Jesus konkret in meinem Alltag?
Martin Baranowski
Frage: In welchen Momenten meines Lebens spüre ich die Einladung, Jesus am „anderen Ufer“ zu begegnen und ihm näher zu kommen?
Bedürfnisse und Sehnsucht
Oft machen wir uns nicht auf die Suche nach diesem Mehr, weil wir ja gut selbst für uns sorgen können und alles haben, was wir zum Leben brauchen.
Die Menschen im Evangelium haben erkannt, dass sich ihr Herz nach mehr sehnt. Nämlich nach dieser Speise des ewigen Lebens.
Die Begegnung mit Jesus entfacht in ihnen eine Sehnsucht, die sie dazu bringt, ihre „Sicherheiten“ aufzugeben und ans andere Ufer zu fahren, um Ihn aufzusuchen.
Bin ich mir über diese Sehnsucht nach der Ewigkeit bewusst, die allein der stillen kann, der die Ewigkeit selbst ist?
Frage: Welche Sehnsucht in mir weist mich auf das Ewige hin, das nur in der Stille zu finden ist?
Joh 6, 26 Suche nach Brot-Wunder
Joh 6,26: Jesus antwortete ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid.
Für dein Leben
- Frage dich, was dich wirklich motiviert: Wenn du nur das suchst, was dir momentan Freude bereitet, wirst du den tieferen Sinn deines Lebens nicht finden. Achte darauf, was dir langfristig Erfüllung gibt.
- Strebe nach etwas, das mehr ist als nur das Sichtbare: Lass dich nicht von kurzfristigen Wünschen leiten. Suche nach einem tieferen Ziel, das deinem Leben Bedeutung und Richtung verleiht.
Weil ihr satt geworden seid
Wer ist Jesus für mich? Wann und wieso komme ich zu Jesus? Komme ich zu ihm, weil er meine Wünsche erfüllt, gleich einem Kaugummi-Wünsche-Automat? Oder komme ich nur zu ihm, wenn ich meine Sorgen loswerden will, wie bei einem Kummerkasten?
Natürlich hat alles, was mich bewegt und beschäftigt, einen Platz bei Gott, aber die Frage, die uns beschäftigen sollte, ist: Warum suche ich Jesus?
Wie wäre es, zu Jesus zu kommen, weil er die Antwort auf all mein Sehnen ist? Weil er der lebendige Gott ist, mit dem ich eine Beziehung eingehen will. Ein Gott, dem ich mein Leben übergebe und dem ich vertraue, auf dass er meine Schritte Richtung ewiges Leben lenkt. Nicht wie ich will, sondern wie du willst, weil ich weiß, dass du es besser weißt!
Antonia Hornstein
Frage: Was bedeutet es für mich persönlich, Jesus als die Antwort auf mein tiefstes Sehnen zu sehen, und wie verändert das meine Beziehung zu ihm?
Glaube!
Jesus weist das gesamte Evangelium hindurch vehement auf diese Herzenshaltung hin. Es scheint der springende Punkt zu sein.
Jesus, der die Herzen sieht, erkennt in der Menge eine große Mehrheit, die ihn nur sucht, weil sie ihn als ihren Problemlöser engagieren möchte. Diese Menschen suchen nicht ihn, sondern sie wollen etwas von ihm haben.
Wenn Jesus in meinem Leben der Problemlöser sein soll, wird meine Gotteserfahrung extrem frustrierend bleiben. Denn Jesus, der so viel mehr für mich sein will, wird sich nicht darauf einlassen, mich mit vergänglichen Gütern zufriedenzustellen. Er will mein Leben verändern und erfüllen!
Glaube ich, dass Jesus in meinem Leben mehr bewirken kann und will, als mir meine praktischen Probleme zu lösen?
Frage: Wie offen bin ich dafür, dass Jesus mein Herz und mein Leben in Tiefen verändert, die über meine unmittelbaren Bedürfnisse hinausgehen?
Joh 6, 27 Speise für ewiges Leben
Joh 6,27: Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird. Denn ihn hat Gott, der Vater, mit seinem Siegel beglaubigt.
Joh 6,27: Setzt alles dafür ein, die Nahrung zu bekommen, die bis ins ewige Leben reicht. Diese wird der Menschensohn euch geben.
Die Mühe für die Speise, die nicht verdirbt
Wie viel Zeit, Arbeit, Mühe und Lebenskraft investieren die meisten Menschen in Projekte, die ihnen wichtig sind: Erfolg bei der Arbeit, Karriere, ein eigenes Haus, Sport, Aufbau und Pflege von Freundschaften, Freizeitgestaltung.
Demgegenüber sind die Anstrengungen für ein Wachstum im Glauben oft gering: Wenig Zeit für Besinnung und das Gebet, eine ruhige Lektüre der Heiligen Schrift, Weiterbildung im Glauben, Einsatz für andere, Mitarbeit im Apostolat.
Jesus fordert uns dazu auf, unsere Prioritäten neu zu überdenken. Was ist mir wichtig? Worin investiere ich meine Zeit?
Martin Baranowski
Frage: Wie würde sich mein Leben verändern, wenn ich genauso viel Energie in mein spirituelles Wachstum investieren würde wie in meine weltlichen Ziele?
Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt!
Worauf baue ich? Wofür mühe ich mich ab? Worauf sind meine Augen ausgerichtet?
Ist mein Herz verwurzelt in der Ewigkeit oder im Vergänglichen? Lebe ich für Gott oder lebe ich für die Welt?
Der Herr sagt: "Müht euch ab für das ewige Leben!" Dafür lohnt es sich, alles zu geben.
Im Vaterunser beten wir: "Dein Reich komme." Mühe ich mich dafür ab, dass Gottes Reich auf Erden gegenwärtig wird?
Kann ich abends den Tag beenden und zu Gott beten: "Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, die Treue bewahrt." Natürlich mit all unseren Schwächen und allein durch Gottes Hilfe, aber es zählt der gute Wille, das Kämpfen für die Wahrheit und die bedingungslose Hingabe an Jesus Christus selbst.
Antonia Hornstein
Frage: Wo in meinem Alltag kann ich heute bewusst entscheiden, mein Herz auf die Ewigkeit auszurichten?
Suche in Christus deine wahre Sättigung?
Wie die Menge Jesus suchte, weil er sie mit Brot gesättigt hatte, so suche ich heute bei Jesus nach Nahrung für meine Seele.
Jeder einzelne dieser Menschen von damals hatte den Hunger seiner Seele so oft zu sättigen versucht, aber keine Speise machte ihn jemals satt. Weder Ruhm noch Anerkennung, noch die materiellen Dinge dieser Welt können satt machen.
Erst Jesus gibt die Speise, die den Abgrund in meinem Herzen zu füllen vermag, gibt die Nahrung, die mich wirklich satt macht.
Warum suche ich so oft nach anderer Speise, um mein Herz zu füllen, wo doch Jesus die einzige Speise ist, die ich brauche?
Mario Ciaston
Frage: Welche Sehnsucht meines Herzens kann nur Jesus wirklich stillen, und wie kann ich ihm heute Raum geben, diese Leere zu füllen?
Für was mühen wir uns ab?
Jesus mahnt uns, das Falsche zu suchen: das irdische Brot steht bildlich für jegliches irdisches Wünschen und Begehren. So bald werden wir in der Ewigkeit sein und dann erkennen, wie wenig alle Dinge dieser Welt bedeuten. Aber jetzt hetzen wir uns ab, als ob es sich um ganz große Dinge handelte. Also: Was suchst du bei Jesus? Allein das irdische Brot? Möchtest du allein, dass es dir besser geht? Oder möchtest du allein bei ihm sein und von ihm dein Leben ändern lassen nach seinem Willen. Das ist ein gewichtiger Unterschied, denn Jesus will uns mehr geben als ein etwas besseres Leben. Er will sich selbst geben. Er will uns ewiges Leben schenken.
Frage: Wie offen bist du wirklich dafür, dass Jesus dein Leben nach seinem Willen gestaltet und nicht nur deine Wünsche erfüllt?
Jesus machte einen Unterschied zwischen materiellen Dingen und geistlichen Dingen
Es ist fast allgemein wahr, dass Menschen sich mehr zu materiellen Dingen hingezogen fühlen als zu spirituellen Dingen. Ein Schild, auf dem kostenloses Geld und kostenloses Essen steht, wird eine größere Menge erreichen als eines, das auf spiritueller Erfüllung und ewigem Leben steht.
Joh 6, 28 Was sollen wir tun?
Joh 6,28: Da fragten sie ihn: Was sollen wir tun, um Gottes Willen zu erfüllen?
Jesus vertrauen und glauben
Jesus hat ihnen (und uns) in erster Linie befohlen, nicht zu tun, sondern zu vertrauen. Wenn wir das Werk Gottes tun wollen, beginnt es damit, Jesus zu vertrauen. Nicht durch ein Tun, nachdem hier die Menschenmenge fragt, empfangen wir das Brot des Lebens in Jesus Christus, sondern allein durch den Glauben.
Jesus lenkt nun im weiteren Verlauf der Brotrede die Aufmerksamkeit ganz auf sich selbst und darin vom jeglichen Tun auf den Glauben an ihn. Das ist der Kern unseres Glaubens: ihm zu folgen, indem wir auf ihn hören. Dieses Hören ist das Tun, das zum ewigen Leben in ihm führt. So spricht er im Vers 29 klar und direkt: Ihr sollt an den glauben, den er gesandt hat. Beten und bitten wir eben darum.
Frage: Wie kann ich mein Vertrauen in Jesus heute ganz bewusst leben, anstatt mich auf eigenes Tun zu verlassen?
Benedikt von Nursia: Verleihe mir einen Geist, der dich erkennt, ein Herz, das dich liebt, eine Seele, die an dich denkt, ein Tun, das dich verherrlicht, Ohren, die dich hören, Augen, die dich sehen, eine Zunge, die dich preist.
Joh 6, 29 Glauben an den Gesandten
Joh 6,29: Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat.
Für dein Leben
- Glaube an den, den Gott gesandt hat: Du bist eingeladen, dein Vertrauen in Jesus zu setzen, auch wenn der Weg manchmal unklar erscheint. Dein Glaube wird dein Leben prägen.
- Lass dich nicht von dem sichtbaren Alltag ablenken: Statt dich nur auf materielle Dinge zu fokussieren, erinnere dich daran, dass wahre Erfüllung in der Beziehung zu Gott liegt.
Werk Gottes
Der Glaube ist sowohl eine Gabe und ein Geschenk Gottes wie auch eine Tugend. Als Tugend erfordert Glaube unsere Mitarbeit. "Werk" soll verdeutlichen, dass wirklich Arbeit dahintersteckt, unsere Mit-arbeit, unser Nachdenken, unser Zustimmen etc. Gott lässt uns mit dieser Arbeit aber nicht allein. Vielmehr ist der Glaube Werk Gottes. Er arbeitet also auch selbst daran und sein Beitrag geht dem unseren voraus. Denn zuerst steht, dass es das Werk Gottes ist und erst im zweiten Teil kommt dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat.
Glauben
Als die Menge ihn fragt, was sie tun soll, um die Werke Gottes zu vollbringen und die ewige Speise zu erlangen, ist die Antwort Jesu schlicht und einfach: an ihn zu glauben.
Glaube ich, dass er es ist, der meinen tiefsten Hunger stillen kann? Wenn ich ihn in der Eucharistie empfange, glaube ich, dass in diesem Stück Brot der allmächtige Gott selbst ist, der mit seiner Gegenwart all meinen „Hunger“ stillen möchte?
Wenn ich auf das Kreuz schaue, dann sehe ich, wie sehr sich Jesus nach mir sehnt, wie er sich sehnt, mit mir in der Ewigkeit zu sein.
Raphaela Kloiber
Frage: Wo spüre ich in meinem Leben den tiefsten Hunger, den nur Gott stillen kann, und bin ich bereit, mich diesem Glauben ganz anzuvertrauen?
Glaubt an den, den er gesandt hat
Die Leute scheinen Jesu Kritik anzunehmen und möchten wissen, was sie also tun sollen. Jesus nennt hier jedoch nicht die typischen Dinge, an die die Israeliten gewöhnt waren: einzuhaltende Gesetze, Riten oder sogar besondere Praktiken.
Nein, er fordert sie auf, an ihn zu glauben! Er will sie von der Gefahr des Pharisäismus befreien, damit sie nicht mehr auf ihre eigenen Werke vertrauen, die zwar auch notwendig sind, aber niemals ausreichen.
Sie sollen sich ganz ihm anvertrauen und in ihrem Leben allein auf ihn bauen. Das ist die Speise, die für das ewige Leben bleibt. Habe ich diese Speise oder bin ich vielleicht ein wenig am Verhungern?
Valentin Schmidts
Frage: Worauf vertraue ich in meinem Leben wirklich, und lasse ich Jesu Führung mein Herz und meinen Weg nähren?
Glaube als Werk Gottes
Ein noch größeres Wunder als vermehrtes Brot oder eine geheilte Hand ist der glaubende Mensch. "Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat."
Mein Glaube an Jesus ist nicht meine Eigenproduktion. Es ist das Werk Gottes in mir, das natürlich meiner freien Entscheidung bedarf, aber das ich nicht alleine vollbringen kann.
Dieser Glaube öffnet mich für die persönliche Beziehung mit Jesus und macht mich bereit für die größte Gabe, die Gott schenken möchte und die nicht vergänglich ist.
Magdalena Sczuka
Frage: Wie kann ich heute spüren, dass mein Glaube ein Geschenk Gottes ist, das mich tief mit dem Leben und der Gegenwart Jesu verbindet?
An Jesus glauben
Der Mittelpunkt des Daseins, das, was dem oft schweren Weg des Lebens Sinn und feste Hoffnung gibt, ist der Glaube an Jesus, die Begegnung mit Christus. Auch wir fragen: Was müssen wir tun, um das ewige Leben zu haben? Und Jesus sagt: Glaubt an mich. Der Glaube ist grundlegend.
Es handelt sich hier nicht darum, einer Idee, einem Plan zu folgen, sondern Jesus als einer lebendigen Person zu begegnen, sich völlig von ihm und seinem Evangelium ergreifen zu lassen. Jesus lädt dazu ein, nicht bei einem rein menschlichen Horizont stehen zu bleiben und sich dem Horizont Gottes, dem Horizont des Glaubens zu öffnen. Er fordert ein einziges Werk: den Plan Gottes anzunehmen, das heißt »daß ihr an den glaubt, den er gesandt hat. Benedikt XVI
Andacht von Bruder Coradino
Wir sehen wir Menschen, die zu Jesus kommen. Er erkennt jedoch, dass sie nicht wegen der Wahrheit zu ihm kommen, die er verkörpert, sondern wegen des Brotes, das sie gegessen haben – aus Bequemlichkeit und Eigeninteresse.
Jesus sagt ihnen, wie er uns heute sagt: Es gibt nur ein Werk Gottes zu tun. Seine Zeitgenossen fragten ihn glücklicherweise, was dieses eine Werk sei. Jesus antwortete: An mich zu glauben. Zu glauben, dass Gott mich wirklich zu euch gesandt hat. Das ist die einzige Aufgabe, die wir in diesem Universum, hier auf Erden, zu erfüllen haben.
Glauben bedeutet dabei nicht nur, alles für wahr zu halten, was er getan hat oder dass er auf der Welt war. Glauben heißt auch: Ihm zu vertrauen. Darauf zu vertrauen, dass er heute an unserer Seite ist und diesen Tag gemeinsam mit uns verbringen möchte.
Geben wir ihm diese Chance.
Joh 6, 30 Forderung nach Zeichen
Joh 6,30: Was tust du denn für ein Zeichen, damit wir sehen und dir glauben? Was wirkst du?
Für dein Leben
- Vertrauen auf Jesus: Du suchst immer wieder nach Zeichen, die dir bestätigen, dass Gott da ist. Doch Jesus zeigt dir, dass wahres Vertrauen nicht von Wundern abhängt, sondern von deinem Glauben an seine Worte.
- Sättigung finden: Du hast vielleicht viele Wünsche und Träume, die dich antreiben. Doch Jesus lehrt dich, dass wahre Erfüllung nicht in materiellen Dingen zu finden ist, sondern in der Beziehung zu ihm, die dich tief im Inneren erfüllt.
Was tust du?
Die Menge fordert Jesus heraus. Was tust du, damit wir glauben? Der fordernde Ton macht betroffen. Und doch, wie fordernd kann auch mein Reden sein: Herr, wie kannst du das zulassen? Wo warst du? Was tust du? Ich möchte vertrauen und glauben, auch ohne dass du mir ein Zeichen geben müsstest. Lass meine Liebe zu dir feinfühliger werden, damit ich dich nicht durch anklagende oder fordernde Worte verletze. Lass mich wachsen in der Liebe zu und Ehrfurcht vor dir, damit ich nicht vergesse, dass du Gott bist und ich es eben nicht bin.
Wahre Liebe fordert nicht. Sie gibt und gibt, denn sie kann aus sich selbst heraus gar nicht anders handeln. Gudrun Zydek
Kein Zeichen kann Glauben erzeugen
Sie verlangen von ihm, dass er ihnen wie damals bei Moses das Manna vom Himmel gibt. Und wieder lenkt Jesus die Aufmerksamkeit auf sich.
Gott gibt seinen Sohn als Speise, damit jeder, der an ihn glaubt, ewig lebt. Das Manna war ein Etwas, das Brot Gottes hingegen ist eine Person. Er ist der, der aus dem Himmel herabkommt.
Die Hostie, das verwandelte Brot, ist unser wahres Manna, mit dem der Herr uns speist. Sie ist wahrhaft das Brot vom Himmel, durch das er sich selbst schenkt.
Frage: In welchem Moment deines Lebens hast du bereits die Gegenwart dieses „himmlischen Brotes“ bewusst gespürt, das dich nährt und trägt?
Nicht nur Tun, sondern auch Sein
"Was tust du?" ist die Frage der Menge an Jesus. Doch Jesus geht es in dieser Situation nicht so sehr ums Tun. Er gibt keine direkte Antwort.
Jesus geht es mehr ums Sein. Er ist das Brot des Lebens. Da dies für die Menge und für uns nicht so leicht zu verstehen ist, möchte er es betonen und unsere Augen darauf richten. Jesus ist das Brot des Lebens.
Aber was kann diese Stelle uns sagen? Wenn wir auf uns blicken, müssen wir wahrscheinlich zugeben, dass wir uns oft in unserem Tun verlieren. Jesus will uns daran erinnern, auf unser Sein zu achten und darauf, wer wir sind: geliebte Kinder Gottes.
Benedikt Mohr
Frage: Wo in meinem Leben verliere ich mich im Tun, und wie kann ich mehr im Sein verankert sein?
Das Zeichen Jesus
Wie oft bitte ich um Zeichen in meinem Leben! Wo bist du, Gott? Was soll ich tun? Wieso ist das passiert? Warum antwortest du mir nicht?
Wie oft klage ich Gott an, wie oft will ich Zeichen, wie oft will ich sehen! Dabei hat Jesus so viel in meinem Leben getan. Es reicht, zur Besinnung zu kommen und zurückzuschauen, und ich erkenne all die Zeichen und Wunder, die Gott für mich gewirkt hat.
Doch vergesse ich es schnell wieder und will, wie die Menge, neue Zeichen. Ich will also auf mein Leben schauen und sagen: Herr, was hast du alles in meinem Leben getan!
Mario Ciaston
Frage: Welche Momente in meinem Leben zeigen mir, dass Gott bereits auf meine Wege geachtet hat, auch wenn ich es manchmal übersehe?
Joh 6, 31 Manna in der Wüste
Joh 6,31: Unsere Väter haben das Manna gegessen in der Wüste, wie geschrieben steht: Brot aus dem Himmel gab er ihnen zu essen.
Manna in der Wüste
Das Volk Israel lebte, während es durch die Wüste zog, 40 Jahre lang von Manna. In gleicher Weise soll die Eucharistie auf dem Weg zum Himmel unsere Speise sein.
Die Israeliten sammelten nur so viel Manna, wie sie an einem Tag verbrauchen konnten, außer, wenn sie für den Sabbath vorsorgen mussten. Es war eine ständige Erinnerung daran, dass ihr Leben in Gottes Hand lag. Seine Vorhersehung war ein tägliches Geschehen.
Jesus lehrt seine Jünger, dass dieses tägliche Wunder ein Vorausblick auf etwas Höheres war: die Eucharistie. Jesus ist das wahre Brot, das vom Himmel kommt und der Welt das Leben gibt. Wir empfangen sein Leben in der Eucharistie: „Unser tägliches Brot gib uns heute.“
Frage: Wie bewusst nimmst du die tägliche Fürsorge Gottes in deinem eigenen Leben wahr, und wie nährt dich diese Erfahrung innerlich und spirituell?
Manna in der Wüste
Das Manna war 40 Jahre lang das Grundnahrungsmittel der Israeliten in der Wüste. Jeden Morgen war genug für alle da. Jeder konnte satt werden, keiner litt Mangel. Auf Vorrat sammeln konnte niemand, außer für den Sabbat. Wer es doch tat, fand es am nächsten Morgen verdorben vor.
Das bedeutete umgekehrt, dass die Israeliten jeden Tag aufs Neue hinaus mussten, um das Manna einzusammeln. Was könnte das bedeuten für unsere Beziehung zu Jesus, dem wahren Brot vom Himmel?
Es ist wichtig, sich im geistlichen Leben täglich von ihm nähren zu lassen. Er will unser tägliches Brot für die Seele sein und uns mit dem nähren, was uns fehlt. Wir können diese geistliche „Speise“ aber auch nicht „auf Vorrat sammeln“ oder für die nächsten Tage „voressen“.
Natürlich sammeln wir Jesus, das Brot vom Himmel, regelmäßig, besonders in der Kommunion, aber auch bei der Beichte, im Gebet, in der tätigen Nächstenliebe und in der gelebten Treue zu seinem Wort.
Bertalan Egervári
Frage: Wie kann ich heute bewusst darauf achten, mich täglich von Jesus nähren zu lassen und meinem inneren Hunger zu begegnen?
Joh 6, 32 Wahres Brot vom Vater
Joh 6:32: Da sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot aus dem Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot aus dem Himmel.
Ständiger Fürsorger, Mein Vater
Wie wunderbar zu wissen, dass ich Gott meinen Vater nennen darf.
Gott meinen Vater nennen zu dürfen, ist nicht einfach eine nette Art, über Gott zu sprechen. Es drückt seinen tiefsten Wesenszug aus. Es bringt zum Ausdruck, wer er für mich sein will und wer ich für ihn bin.
Gott ist mein beständiger Fürsorger, Gott ist immer treu, Gott will mich vor allem beschützen, was meiner Seele schaden kann. Ich bin sein geliebtes Kind.
Wie sicher lässt es sich doch in dieser Gewissheit leben. Mein Vater ist heute da und wird es auch morgen sein. Er will mir die nötige Lebenskraft schenken, meinen Tag heute in einer erfüllenden Weise zu leben.
Sarah Briemle
Frage: Wie spüre ich die Gegenwart meines himmlischen Vaters in meinem Alltag und wie kann ich ihr noch mehr Raum geben?
Brot vom Himmel hast du ihnen gegeben
Brot vom Himmel hast du ihnen gegeben, das alle Erquickung in sich birgt. Jesus selbst ist das Brot vom Himmel geworden, um uns auf Erden zu versorgen.
Gott hat eine so unendlich große Sehnsucht nach uns Menschen, dass er sich entschieden hat, sich vollkommen zu entäußern und im Brot unter uns gegenwärtig zu werden.
Wie groß ist dieser Gott, der keine Angst vor der größten Erniedrigung hat? Gott in einem Brot? Wir sind dieses Geheimnis so gewöhnt, dass wir vergessen, darüber zu staunen, wie töricht doch die Liebe Gottes ist.
Von allen Dingen hat Gott sich das Brot erwählt, um in ihm unter uns zu bleiben. Er will unsere Nahrung sein. Er will in uns bleiben und in uns alles sein!
Antonia Hornstein
Frage: Wie offen bin ich dafür, die alltäglichen Zeichen der göttlichen Gegenwart in meinem Leben wirklich zu erkennen und zu empfangen?
Joh 6, 33 Brot gibt der Welt Leben
Joh 6:33: Denn das Brot Gottes ist derjenige, der aus dem Himmel herabkommt und der Welt Leben gibt.
Eucharistie: Leben der Welt
Jesus, das Brot des Himmels, gibt der Welt Leben – sein Leben. Empfange ich den Herrn in der Eucharistie, so empfange ich Jesus wie die Muttergottes für die ganze Menschheit.
Wer Jesus empfängt, bleibt nicht bei sich, sondern es drängt ihn, Jesus stellvertretend für die Welt zu empfangen und ihn in die Welt zu tragen. Jesus zu empfangen, heißt, Leben für die Welt zu empfangen.
Ja, wir können die Welt verändern, indem wir Jesus in unseren Herzen wohnen und regieren lassen. So wird die Welt allmählich von innen heraus verwandelt. Das Leben der Welt beginnt mit dem Leben Jesu in mir.
Die Eucharistie speist die Welt, sie ist es, die sie zusammenhält.
Antonia Hornstein
Frage: Wie kann ich heute Jesus in meinem Herzen empfangen, um seine Liebe und sein Leben in die Welt hinauszutragen?
Brot vom Himmel
Das Brot Gottes war derjenige, der vom Himmel herabgekommen ist und den Menschen nicht nur Sättigung von physischem Hunger, sondern Leben gegeben hat. Jesus behauptete, dass die einzig wirkliche Befriedigung in ihm läge.
Joh 6, 34 Gib uns dieses Brot
Joh 6,34: Da sprachen sie zu ihm: Herr, gib uns allezeit dieses Brot!
Gib uns immer dieses Brot
Von den Worten Christi bewegt, rief die Menge aus: „Herr, gib uns immer dieses Brot!”
Sie riefen dies aus einem tiefen Bedürfnis des menschlichen Herzens heraus. Wir brauchen Gott und im Innersten wissen wir, dass wir ohne ihn fruchtlos und leer sind. Wir können ohne Gott nicht glücklich sein, auch wenn wir uns noch so sehr beschäftigen und amüsieren.
Gott allein gibt uns Sinn und Substanz für unser Leben – unser tägliches Brot gib uns heute.
Frage: In welchen Momenten spüre ich besonders, dass ich Gott in meinem Leben brauche und wo suche ich bisher vergeblich nach Erfüllung?
Gib uns allezeit dieses Brot
Die Israeliten damals kannten die Geschichte vom Manna sehr gut – eines der großen Werke Gottes während der Wanderschaft des Volkes Israel durch die Wüste. Und kürzlich erst hatten sie dem Wunder der Brotvermehrung beigewohnt.
Als Jesus dann sagt, der Vater gebe das wahre Brot, versteht man, weshalb sie ihn so begeistert bitten, ihnen immer dieses Brot zu geben – was sie bisher als Brot vom Himmel ansahen, das war ja schon unglaublich, musste jetzt aber im Vergleich dazu unbedeutend wirken!
Welche Erwartungen habe ich in meinem Leben? Bin ich mir bewusst, dass sie von dem, was Gott mir geben will, bei Weitem übertroffen werden?
Frage: Welche verborgenen Geschenke Gottes könnte ich in meinem Leben übersehen, weil ich nur das Bekannte und Gewohnte erwarte?
Joh 6, 35 Ich bin das Brot des Lebens
Joh 6,35: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, wird niemals wieder hungrig sein und wer an mich glaubt, wird nie wieder Durst haben.
Für dein Leben
- Jesus ist das Brot des Lebens: Du bist nicht allein auf deiner Suche nach Erfüllung. Jesus bietet dir das wahre Lebensbrot, das dich nährt und dir wahre Zufriedenheit schenkt.
- Glaube an Jesus: Dein Glaube an ihn kann dir helfen, die tiefe Erfüllung zu finden, die du suchst. Wenn du ihm vertraust, wirst du nie wieder Hunger oder Durst haben, weil er dich mit seinem Geist stärkt.
Herzstück des sechsten Kapitels
Diese Verse sind das Herzstück des sechsten Kapitels. Schon die Psalmen weisen immer wieder prophetisch auf dieses Brot hin, zum Beispiel Ps 132,15: Den Armen dort gebe ich genügend Brot!
Oh Herr, lass uns erkennen, dass du das genügende Brot bist, wir nichts anderes zu unserem Heil benötigen. Man empfängt dieses Brot, wenn man zu ihm kommt. Zu ihm kommen heißt, an ihn glauben.
Lasst uns jeden Tag im Glauben neu zu Jesus kommen – im Gebet, in der Bibel, in der Eucharistie und in der Begegnung mit dem Nächsten. In diesem gläubigen Kommen treten wir schon jetzt ein in das ewige Leben.
Mehrmals spricht Jesus daher hier von der Auferweckung. Wer an den Sohn Gottes glaubt, empfängt das ewige Leben. Wer glaubt, wird errettet. Diese so wichtige Wahrheit wiederholt er drei Mal: Joh 6,39, 40 und 44.
Frage: Wie offen bin ich wirklich dafür, jeden Tag das „Brot des Lebens“ bewusst in mein Leben einfließen zu lassen?
Ich bin: Dies ist der erste der charakteristischen Ich-bin-Sprüche dieses Evangeliums.
Wer zu mir kommt
Der Glaube an Christus wird einfach und wahrhaftig so beschrieben, dass er zu ihm kommt.
Es ist keine akrobatische Leistung; es ist einfach ein Kommen zu Christus.
Es ist keine Übung profunder geistiger Fähigkeiten. Es kommt zu Christus.
Ein Kind kommt zu seiner Mutter, ein Blinder kommt zu ihm nach Hause, sogar ein Tier kommt zu seinem Herrn.
Kommen ist in der Tat eine sehr einfache Handlung. Es scheint nur zwei Dinge zu haben, das eine ist, von etwas wegzukommen, und das andere ist, zu etwas zu kommen.
Spurgeon
Frage: Welche kleinen oder großen Schritte des „Kommens“ kannst du heute bewusst zu Christus unternehmen?
Stillung von Hunger und Durst
Jesus möchte einen tieferen Hunger und Durst stillen als den oberflächlichen nach Brot und Wasser.
Wonach hungern wir alle, wenn auch unbewusst? Wir hungern nach Liebe. Die Sehnsucht, geliebt zu werden, versuchen wir oft mit allen möglichen Dingen zu stillen, aber wir betäuben sie nur. Dadurch wird am Ende der „Hunger“ nur noch größer.
Kann ich diesen Worten Jesu glauben, der mir verspricht, dass er allen Hunger und Durst stillen möchte? Wenn ich ehrlich mit mir bin, erkenne ich, dass sich mein Herz nach Liebe sehnt? Was sind meine tiefsten Sehnsüchte?
Raphaela Kloiber
Frage: Welche Sehnsucht in mir bleibt unerfüllt, und wie könnte ich sie in der Gegenwart Gottes spüren und nähren?
Zu ihm kommen und glauben
Warum hat uns Gott diesen Hunger und Durst ins Herz gelegt? Um uns zu ihm zu führen und diesen Hunger zu stillen. Diese Sehnsucht ist es, die uns hilft, uns auf die Suche nach demjenigen zu machen, der die Erfüllung aller Sehnsüchte ist.
Gott möchte das. Die heilige Teresa de Los Andes sagt: „Gott, und er allein, ist fähig alle Sehnsüchte des Herzens zu stillen.“
An uns liegt es, uns auf die Suche nach ihm zu machen, die Begegnung mit ihm zu suchen und an ihn zu glauben. Glauben, dass er das Brot gibt, das ewiges Leben schenkt und all meinen Hunger stillt.
Glaube ich, dass Jesus all meine tiefsten Sehnsüchte stillen kann? Komme ich zu ihm, oder suche ich meinen Hunger mit anderen Mitteln zu befriedigen?
Raphaela Kloiber
Frage: Worauf richte ich mein Herz im tiefsten Inneren, und spüre ich Gottes Einladung, meine Sehnsucht bei ihm zu stillen?
Was ist das Brot des Lebens?
Jeder Mensch sehnt sich nach innerem Frieden, Erfüllung, Sinn, Liebe. Nach Ruhe, Geborgenheit, Sicherheit – selbst über den Tod hinaus.
Dieser Hunger kann durch nichts in der Welt gestillt werden, nicht durch Reichtum, Karriere oder Vergnügungen. In Jesus allein findet der Mensch alles, was er wirklich braucht.
Wir brauchen Jesus, wie das tägliche Brot. Auch wer genug zu essen und zu trinken hat und materiell abgesichert ist, kann dennoch seelisch verhungern.
Durch die Entscheidung, an Jesus Christus zu glauben, werden wir seine Kinder. Wir erfahren bedingungslose Liebe, Annahme, Frieden – in Ewigkeit. In der Gemeinschaft mit ihm erhält unser Leben neuen Sinn.
Wie viele Menschen suchen an der falschen Stelle, um satt zu werden? Wie oft tun wir das selbst?
Frage: Wo suche ich Frieden und Erfüllung – an der richtigen Quelle oder noch an falschen Orten?
Wie oft hungere und dürste ich nach Dingen, die nicht Gott sind?
Wie oft bin ich überbeschäftigt mit den vergänglichen Dingen dieser Welt? Wenn Gott in meinem Leben nicht Vorrang hat, dann gerät alles aus dem Gleichgewicht.
Sucht erst das Reich Gottes.
Jesus ist unser Leben. Er ist das Brot des Lebens. Genauso wie wir nicht ohne Nahrung leben können, so kann auch unsere Seele nicht ohne ihn sein.
In der Taufe empfangen wir das göttliche Prinzip des Lebens. Wie können wir ohne die rechte Nahrung erwarten, dieses göttliche Leben zu erhalten?
Paul Campbell
Frage: In welchen Bereichen meines Lebens könnte ich bewusst Gottes Vorrang setzen, um inneres Gleichgewicht zu finden?
Nur Jesus gibt uns, was unsere Seele braucht
Ja, nur der Vater gibt uns das wahre Brot vom Himmel. Wir essen unser tägliches Brot, aber sind doch bald wieder hungrig.
Nur Gott kann diesen tiefen Hunger stillen, den jeder in der Seele hat. Ich darf zu Christus kommen und ihn bitten: "Herr, gib mir immer dieses Brot!"
Jesus wird meine Seele sättigen, wie die Israeliten mit dem Manna vom Himmel gesättigt wurden. Er wird mich nicht hungrig weggehen lassen, dessen kann ich sicher sein.
Er wartet vielmehr sehnsüchtig darauf, mir zu begegnen und jetzt mit mir zu sein, mich zu sättigen, meine Leere mit sich zu füllen.
Er ist das Brot des Lebens. Er ist das Brot der Ewigkeit. Er ist das Brot meines Lebens.
Mario Ciaston
Frage: Wo spüre ich in meinem Leben diesen tiefen Hunger, den nur Gott stillen kann, und wie kann ich ihm heute bewusst begegnen?
Lebenspendendes Brot
Wie sehr lässt unser Körper es uns doch spüren, wenn ihm Nahrung fehlt. Wir werden müde, schwach, weniger leistungsfähig und vieles mehr.
Wie sehr leidet doch auch unsere Seele, wenn ihr Gott fehlt. Unsere Sinne nehmen das nicht wahr. Doch wer beginnt, den geistigen Sinn zu entwickeln, der spürt es, wenn ihm Gott fehlt.
Er spürt dann, dass es ihm schwerer fällt, sich für das Gute zu entscheiden, die Liebe schwächelt, der Weg scheint zu anstrengend.
Lasst uns aufbrechen zu dem, der uns Nahrung gibt! Geben wir unserer Seele das, was sie braucht. Lassen wir unsere Seele bei ihm aufleben!
Sarah Briemle
Frage: Wann habe ich zuletzt gespürt, dass meine Seele nach Gott hungert, und wie könnte ich ihr heute Nahrung schenken?
Wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern
Wer zu Jesus kommt, wird nie mehr hungern, weil er in ihm den Sinn seines Daseins entdeckt. Wir sind geschaffen für ein Leben mit Gott.
Je mehr wir mit Gott vereint sind, desto mehr finden wir eine tiefe innere Erfüllung. „Mein Herz ist unruhig, bis es ruht, o Gott, in dir.” Wer diese innere Erfüllung, diesen wahren Sinn, findet und besitzt, für den erlangt das Leben einen ganz anderen Stellenwert.
Selbst Schwierigkeiten und Leiden bekommen eine neue Dimension. Zwar bleiben sie genauso schwer und leidvoll wie vorher, aber gleichzeitig erkennt die Seele die Gelegenheit, ihrem Herrn und Erlöser ähnlicher zu werden und sich so noch mehr mit ihm zu vereinen.
So wird für den Menschen wirklich alles im Leben zur Chance, um zu Jesus zu kommen und nie mehr zu hungern.
Bertalan Egervári
Frage: Wo in deinem Leben könntest du heute die Gegenwart Gottes so erleben, dass dein Herz Ruhe und Erfüllung findet?
Häufige Fragen zu Joh 6, 22-35
Was bedeutet Joh 6, 22-35?
Dieser Abschnitt schildert den Übergang von der materiellen Brotvermehrung zur großen Brotrede Jesu in der Synagoge von Kapernaum. Das Geschehen zeigt, wie Jesus die Blickrichtung der Volksmenge von der reinen Sättigung des Leibes auf die Suche nach der unvergänglichen Speise lenkt und sich selbst als das wahre Brot des Lebens offenbart, das den tiefsten Lebenshunger des Menschen für immer stillt.
Wie gelangt die Volksmenge am folgenden Tag auf die Suche nach Jesus?
Die Menge, die am anderen Ufer des Sees geblieben war, merkt, dass nur ein einziges Boot da war und Jesus nicht mit seinen Jüngern eingestiegen war. Als andere Boote aus Tiberias nahe der Stätte ankommen, wo sie das Brot gegessen hatten, steigen die Menschen in die Boote und fahren nach Kapernaum, um Jesus zu suchen.
Welche Mahnung richtet Jesus an die Menschen, als sie ihn am anderen Ufer finden?
Jesus durchschaut ihre Motivation und erklärt, dass sie ihn nicht suchen, weil sie Zeichen gesehen haben, sondern weil sie von den Broten gegessen haben und satt geworden sind. Er ermahnt sie, nicht für die Vergängliche Speise zu arbeiten, sondern für die Speise, die bis ins ewige Leben bleibt und die der Menschensohn ihnen geben wird.
Welchen Unterschied arbeitet Jesus heraus zwischen dem Manna in der Wüste und dem wahren Brot Gottes?
Als die Zuhörer auf das Manna verweisen, das Mose ihren Vätern in der Wüste gab, stellt Jesus klar, dass nicht Mose ihnen das Brot vom Himmel gegeben hat, sondern sein Vater das wahre Brot vom Himmel gibt. Das Brot Gottes ist derjenige, der aus dem Himmel herabkommt und der Welt das Leben gibt.
Welches fundamentale Selbstzeugnis legt Jesus auf die Bitte der Zuhörer nach diesem Brot ab?
Auf die Bitte der Menge, ihnen allezeit dieses Brot zu geben, antwortet Jesus mit dem feierlichen Bekenntnis: „Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr dürsten.“
Joh 6, 16-21 Jesus geht auf dem Wasser
Joh 6, 36-51 Das Brot vom Himmel