Joh 5, 31-47:
Auslegung und Andacht
Die Zeugnisse für Jesus
Inhaltsverzeichnis
Joh 5 31 Zeugnis von sich selbst
Joh 5,31: Wenn ich von mir selbst Zeugnis ablege, so ist mein Zeugnis nicht glaubwürdig.
Zeugnis
Jesus spricht hier über die Glaubwürdigkeit seines Zeugnisses. Nach jüdischem Recht (5. Mose 19,15) war ein Zeugnis nur gültig, wenn es durch zwei oder drei Zeugen bestätigt wurde.
Jesus erklärt, dass sein Zeugnis nicht allein auf sich selbst beruht, sondern durch den Vater bestätigt wird (Joh 5,32.37). Dies verdeutlicht Jesu Demut und seine völlige Abhängigkeit vom Vater.
Er stellt klar, dass seine Sendung nicht auf menschlicher Autorität, sondern auf göttlichem Zeugnis beruht. Später verweist er auf Johannes den Täufer, seine Werke und die Schrift als Zeugen.
Diese Stelle fordert uns heraus, auf Gottes Zeugnis über Jesus zu vertrauen und ihn als den von Gott Gesandten anzunehmen.
Frage: Wie kann ich im Alltag Gottes Zeugnis über Jesus für mich persönlich wahrnehmen und darauf vertrauen?
Joh 5 32 Der andere Zeuge
Joh 5,32: Ein anderer ist es, der von mir Zeugnis ablegt.
Ein anderer legt Zeugnis ab
Dieses Prinzip wird durch Deuteronomium 19:15 begründet, wo es heißt, dass die Sache durch den Mund von zwei oder drei Zeugen festgestellt werden soll.
Jesus erklärte den religiösen Führern, dass er Gott sei, aber sein Zeugnis allein sei nicht genug. In der folgenden Passage brachte Jesus drei vertrauenswürdige Zeugen hervor, die bezeugen werden, dass er dem Vater gleich ist.
Jesus fand es wichtig, ihnen einen Grund zu geben, über das hinaus zu glauben, was er über sich selbst sagte.
Frage: Welche inneren Zeugnisse oder Erfahrungen geben dir heute die Gewissheit über deinen eigenen Glauben und deine Verbindung zum Göttlichen?
Joh 5 33 Zeugnis des Johannes
Joh 5,33: Ihr habt zu Johannes gesandt, und er hat der Wahrheit Zeugnis gegeben.
Der erste Zeuge den Jesus benennt ist Johannes der Täufer
Dies bezieht sich vor allem auf die Ereignisse aus dem ersten Kapitel des Johannesevangeliums. Johannes der Täufer zeugt von der ewigen Existenz Jesu: Er war vor mir (Joh 1,15).
Er zeugt von seiner Gottheit, denn Jesus ist der Herr (Joh 1,23). Er zeugt von der Würde Jesu, denn er war nicht würdig, die Sandale zu lösen (Joh 1,27).
Er zeugt von Jesu Opfer, denn er sagt: Jesus ist das Lamm (Joh 1,29). Er zeugt von seiner Herrlichkeit, denn der Geist kommt wie eine Taube herab (Joh 1,32).
Er zeugt von Jesu göttlichen Rechten, denn Jesus tauft mit dem Geist (Joh 1,33), und er zeugt von Jesu Sohnschaft bei Gott (Vers 34).
Frage: In welchen Momenten meines Lebens erkenne ich die göttliche Gegenwart und Würde, die über alles hinausgeht, was ich fassen kann?
Das Zeugnis
Das Leben von Johannes dem Täufer war ein Zeugnis für Jesus. Er kam, um den Weg des Herrn zu bereiten, wie schon der Prophet Jesaja es angekündigt hatte.
Johannes strebte nach keinem Ruhm, er wollte nicht wachsen. Er kannte seinen Platz genau und rief einmal aus: „Er muss wachsen und ich muss klein werden.“
Johannes ist wie der Mond: Der Mond besitzt kein eigenes Licht, sondern empfängt das Licht der Sonne und reflektiert es. Jesus ist die Sonne, und Johannes ist der Mond. Das Licht des Johannes ist das Licht Jesu. Deshalb sagt er: „Der, der nach mir kommt, ist mir voraus, denn er war vor mir.“
Frage: Wie kannst du in deinem eigenen Leben mehr wie der Mond sein und das Licht, das du empfängst, an andere weitergeben?
Joh 5 34 Rettung der Menschen
Joh 5:34: Ich aber nehme das Zeugnis nicht von einem Menschen an, sondern ich sage das, damit ihr gerettet werdet.
Ich aber nehme das Zeugnis nicht von einem Menschen an
In diesem Vers spricht Jesus darüber, dass sein Zeugnis nicht auf menschlicher Bestätigung beruht, sondern von Gott selbst kommt. Er verweist darauf, dass seine Worte nicht aus Eigeninteresse oder menschlicher Autorität stammen, sondern zum Heil der Zuhörer dienen.
Jesus erwähnt zuvor das Zeugnis Johannes des Täufers, betont aber, dass er letztlich keine menschliche Bestätigung benötigt. Sein Ziel ist nicht, Anerkennung zu gewinnen, sondern Menschen zur Erlösung zu führen.
Dieser Vers verdeutlicht die göttliche Quelle von Jesu Botschaft und seinen Heilswillen für alle, die ihm glauben. Es geht nicht um weltliche Bestätigung, sondern um das ewige Leben durch den Glauben an ihn.
Frage: Wie offen bin ich dafür, Gottes Führung über menschliche Anerkennung zu stellen und meinem Glauben authentisch zu leben?
Joh 5 35 Brennendes Licht
Joh 5,35: Jener war die brennende und scheinende Leuchte, ihr aber wolltet euch nur eine Stunde an ihrem Schein erfreuen.
Nur eine Stunde Freude
Die religiösen Führer nahmen das Werk Johannes des Täufers eine Zeit lang an. Sie freuten sich außerordentlich, als sie hörten, dass der Messias gekommen war, weil sie erwarteten, dass er sie aus den Händen der Römer befreien würde.
Doch als ihnen eine spirituelle Befreiung von unendlich größerer Tragweite gepredigt wurde, verworfen sie sowohl diese als auch das Licht, das sie offenbarte.
Frage: Welche inneren Erwartungen oder Vorstellungen halten mich vielleicht davon ab, ein tieferes spirituelles Licht anzunehmen?
Joh 5 36 Zweites Zeugnis: die Werke
Joh 5,36: Die Werke, die mir der Vater gab, dass ich sie vollbringe, eben die Werke, die ich tue, geben Zeugnis von mir, dass der Vater mich gesandt hat.
Das Zeugnis seiner Werke
Die Mehrzahl der wunderbaren Werke Jesu waren einfache Taten des Mitgefühls und der Barmherzigkeit, die für einfache und bedürftige Menschen getan wurden. Darin bezeugen diese Werke das Herz Gottes.
Die Juden suchten nach einem wundersamen Messias, aber sie suchten nicht nach Einem, der seine wundersame Macht in einfachen Akten des Mitgefühls und der Barmherzigkeit zum Ausdruck bringen würde. Sie erwarteten, dass der Messias wundersame Kräfte nutze, um Israel militärische und politische Befreiung zu bringen.
Frage: Wie kann ich in meinem eigenen Leben die kleinen Akte der Mitmenschlichkeit erkennen und wertschätzen, die das Herz Gottes widerspiegeln?
Welche Werke hat Jesus damals wohl gemeint
Das Heilen von unheilbaren Krankheiten? Das Austreiben von Dämonen? Seine vollmächtige Rede, die die Menschen in ihren Bann gezogen hat? Sicher ja. Trifft alles zu. Aber ein Werk steht im Zentrum: die Auferstehung. Ein Werk, das auch heute unerklärlich bleibt.
Joh 5 37 Zeugnis des Vaters
Joh 5,37: Und der Vater, der mich gesandt hat, hat selbst von mir Zeugnis gegeben. Ihr habt weder seine Stimme jemals gehört noch seine Gestalt gesehen.
Der Vater gibt Zeugnis
Diese Aussage Jesu betont, dass Gott der Vater selbst sein Zeugnis bestätigt hat – etwa durch die Wunder Jesu, die Erfüllung der Schrift und das Wirken des Heiligen Geistes.
Doch die Zuhörer Jesu erkennen dieses Zeugnis nicht, weil sie geistlich blind sind. Sie haben weder eine persönliche Erfahrung mit Gott gemacht noch seine Stimme gehört. Dies zeigt ihre mangelnde Verbindung zu Gott, obwohl sie sich auf die Heilige Schrift berufen.
Jesus macht deutlich, dass wahre Erkenntnis Gottes nur durch ihn möglich ist. Diese Worte fordern die Zuhörer – und uns heute – heraus, unser Herz für Gottes Wahrheit zu öffnen.
Frage: Wie bewusst bin ich mir meiner eigenen Offenheit für Gottes Stimme in meinem Alltag?
Joh 5 38 Unglaube an das Wort
Joh 5,38: Sein Wort habt ihr nicht bleibend in euch, weil ihr dem nicht glaubt, den er gesandt hat.
Werk und Wort Jesus
In praktisch jedem Werk und Wort von Jesus hat Gott der Vater den Status Jesu als Sohn Gottes bezeugt. Aber insbesondere bezeugte der Vater den Sohn in alttestamentlichen Prophezeiungen und bei der Taufe Jesu (Lk 3:22).
Joh 5 39 Suchen in der Schrift
Joh 5,39: Ihr forscht in der Schrift, weil ihr meint, durch sie das ewige Leben zu finden. Aber gerade die Schrift weist auf mich hin.
Für dein Leben
- Suche in der Bibel: Du bist eingeladen, Gottes Wort nicht nur zu lesen, sondern es zu suchen und zu erforschen. Es bietet dir Antworten auf Fragen des Lebens und führt dich näher zu Gott.
- Vertraue auf Jesus: Die Schriften weisen auf ihn hin. Wenn du ihm vertraust, wirst du wahres Leben finden, das über das bloße Verstehen der Bibel hinausgeht. Es geht darum, eine lebendige Beziehung zu ihm zu haben.
Ihr forscht in der Schrift
Das griechische Wort, das hier durch „forscht“ wiedergegeben ist, bezeichnet ein aufmerksames, eifriges, begieriges, angestrengtes Suchen, wie wenn Menschen Gold suchen oder Jäger dem Wild nachspüren.
Wir dürfen uns nicht damit begnügen, dass wir ein oder mehrere Kapitel mit flüchtiger Aufmerksamkeit durchlesen, sondern wir müssen mit dem Licht des Heiligen Geistes den verborgenen Sinn des Wortes mit allem Fleiß erforschen.
Die Heilige Schrift will erforscht sein. Vieles in ihr lernt man nur durch sorgfältiges Studium verstehen. Sie enthält Milch für die neugeborenen Kindlein, aber auch Fleisch für die starken Männer.
Die jüdischen Schriftgelehrten sagen, dass jedes Wort, ja, jeder Buchstabe einen Berg von Inhalt umfasst. Der Kirchenvater Tertullian ruft aus: „Ich erstaune über die Fülle des Inhaltes der Schrift!“ Spurgeon
Frage: Wie könnte ich heute in meinem Leben den verborgenen Sinn der Worte, die ich lese, achtsamer und tiefer erforschen?
Der dritte Zeuge ist die Schrift
Das Besondere ist, dass die Bibel von Jesus zeugt.
Die Bibel, und um es genau zu nehmen, das Alte Testament, ist der dritte Zeuge, den Jesus hier aufruft.
Die Bibel ist ein klarer Zeuge für Jesus. Hier steht alles drin, alles Wichtige ist gesagt.
Wenn in der Kirche die Heiligen Schriften gelesen werden, spricht Gott selbst zu seinem Volk und verkündet Christus, gegenwärtig in seinem Wort.
Augustinus: Das Neue Testament ist im Alten verhüllt, das Alte im Neuen enthüllt.
Guido Baltes: Wir verstehen das Neue Testament nur dann richtig, wenn wir es aus der Perspektive des Alten Testaments heraus lesen.
Frage: Wie öffnest du dich im Alltag dafür, dass Gottes Wort dich persönlich anspricht und leitet?
Joh 5 40 Unwille zum Leben
Joh 5,40: Und doch wollt ihr nicht zu mir kommen, um das Leben zu empfangen.
Um das Leben zu empfangen
Jesus spricht hier zu den jüdischen Führern, die die Schriften eifrig studieren, aber ihn ablehnen. Er betont, dass wahres Leben nur durch ihn kommt, doch sie verweigern sich dieser Wahrheit.
Ihre starre Gesetzestreue und ihr Stolz hindern sie daran, ihn als den Messias anzuerkennen. Diese Aussage zeigt die Tragik der menschlichen Herzenshärte: Selbst wenn die Wahrheit direkt vor ihnen steht, bleiben sie blind dafür.
Sie suchen Leben, aber an der falschen Stelle. Jesus ruft dazu auf, ihm zu vertrauen, denn nur in ihm ist ewiges Leben. Diese Mahnung gilt auch heute: Wer wirkliches Leben will, muss zu Jesus kommen.
Frage: In welchen Bereichen meines Lebens suche ich vielleicht nach Erfüllung an der falschen Stelle, und wie könnte ich mich öffnen, um die Lebenskraft Jesu wirklich zu empfangen?
Joh 5 41 Keine Ehre von Menschen
Joh 5,41: Ich nehme nicht Ehre von Menschen.
Woher nehme ich meine Ehre?
Wir Menschen brauchen Wertschätzung und Anerkennung, das heißt, wir suchen Ehre: von den Kollegen, von Freunden oder Feinden, oder von Familienangehörigen. Das ist in Ordnung und keine Sünde, denn wir sollen uns gegenseitig im richtigen Maß anerkennen und wertschätzen. Alles ist in Ordnung.
Doch Jesus zeigt klar, dass das nicht alles sein kann und dass es Gefahren birgt, wenn dies das Fundament ist, auf dem wir unser Leben bauen. Jesus selbst sucht die Ehre von keinem Menschen. Es genügt ihm, ganz vor und aus seinem Vater zu leben. Vor ihm will er sein, ihn will er beschenken. Daraus entsteht seine Freiheit und seine Stärke.
Wer seine Ehre in Gott hat, kann nicht entehrt werden. Anselm Grün
Frage: Woran erkenne ich in meinem eigenen Leben, ob ich aus dem Wunsch nach menschlicher Anerkennung lebe oder aus einer tiefen Verbindung zu meinem inneren Wesen?
Nicht die Ehre von Menschen suchen
Der Blick auf Jesus heilt davon, da er nicht die eigene Ehre suchte, sondern für Gott auch bereitwillig Hohn und Spott ertrug.
Ein Blick auf Johannes den Täufer kann hilfreich sein, der sagt: Jesus muss wachsen, ich aber muss abnehmen. Er schickte seine Jünger weg, damit sie Jesus nachfolgen. Die Ehre Jesu war wichtiger als die eigene. Und so sollte es auch in unserem Leben sein.
Es gibt eine Sache, die uns im Weg stehen kann. Es ist die Suche nach unserer eigenen Ehre. Wir nehmen viel zu oft die Ehre von Menschen und streben danach.
Frage: Welche Vorstellung von Ehre darf ich loslassen, um mehr Raum für das Göttliche in meinem Leben zu schaffen?
Joh 5 42-43 Mangel an Gottesliebe
Joh 5,42: Aber bei euch habe ich erkannt, dass ihr die Liebe Gottes nicht in euch habt.
Ihr habt nicht die Liebe zu Gott in euch
Wenn wir nicht auf das Wort Jesu hören, wenn wir es wie der verlorene Sohn vorziehen, unser Erbe fern vom Vater durchzubringen, wenn wir es vorziehen, in der Finsternis zu leben, anstatt das Licht zu empfangen, das Jesus selbst ist, dann leben wir fern von der Liebe und die Liebe des Vaters ist nicht in uns.
Wann immer wir versuchen, unser Herz, das für die Liebe und für Gott geschaffen wurde, mit der Sünde zu füllen, sind wir weit vom Vater entfernt.
Wenn wir akzeptieren, dass Dunkelheit in unser Leben eindringt, wenn wir fern vom Licht leben, das vom Sohn kommt, dann sind wir auch fern vom Vater.
João Paulo Jäger
Frage: Wo in meinem Leben lasse ich noch das Licht Jesu nicht wirken, obwohl mein Herz für die Liebe und die Nähe zu Gott geschaffen ist?
Joh 5,43: Ich bin im Namen meines Vaters gekommen, und ihr nehmt mich nicht an. Wenn ein anderer in seinem eigenen Namen kommt, den werdet ihr annehmen.
Joh 5 44 Eigene Ehre vs. Gottes Ehre
Joh 5,44: Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre voneinander nehmt und die Ehre von dem alleinigen Gott nicht sucht?
Für dein Leben
- Deine Ehre kommt von Gott: Du solltest nicht nach Anerkennung von anderen streben, sondern wissen, dass wahre Wertschätzung nur von Gott kommt. Sei ruhig und fokussiere dich auf das, was Er von dir erwartet.
- Strebe nicht nach menschlichem Lob: Lass dich nicht von Menschen beeinflussen, die nur auf äußeren Schein achten. Deine wahre Bestimmung liegt darin, Gott zu gefallen und seinen Willen zu leben.
Zur Ehre
Die bloße Tatsache, geehrt zu werden, kann den Glauben an Christus erschweren, selbst wenn diese Ehre rechtmäßig zuteil wird.
Wenn ein Mann das Gefühl bekommt, dass er geehrt werden sollte, ist er in extremer Gefahr. Immer diese unverdiente Ehre erhaltend, täuschten sie sich vor zu glauben, dass sie es verdienten.
Liebe Freunde, es ist sehr schwierig, Ehre zu erhalten und sie zu erwarten, und dennoch sein Augenlicht zu behalten; denn die Augen der Menschen werden allmählich stumpf durch den Rauch des Weihrauchs.
Frage: Wie gehe ich mit Anerkennung und Lob um, ohne dass es meinen inneren Frieden oder meinen Glauben trübt?
Aber, oh, wie viele leben vom Atem ihrer Mitmenschen
Anerkannt werden – applaudiert werden – das ist ihr Himmel; aber verachtet zu werden, verspottet zu werden, als Dummkopf bezeichnet zu werden, einen Spitznamen zu haben, der auf sie angewendet wird; oh nein, sie würden eher zur Hölle fahren, als das zu ertragen.
Hindernis von Stolz und Eigenliebe
Das größte Hindernis für die Errettung der Schriftgelehrten und Pharisäer war ihr Stolz, ihre Eitelkeit und ihre Eigenliebe. Sie lebten vom gegenseitigen Lob.
Hätten sie Christus als den einzigen Lehrer anerkannt, hätten sie die gute Meinung der Menge aufgegeben. Doch sie zogen es vor, lieber ihre Seele zu verlieren, als ihren Ruf unter den Menschen einzubüßen.
Frage: Welche persönlichen Muster von Stolz oder Eitelkeit könnten mich daran hindern, wahrhaft offen für Führung und Weisheit zu sein?
Katechese
Viele angesehene Juden wagten es aus Menschenfurcht nicht, sich zu den Jüngern Jesu zu zählen. Die Ehre in den Augen der Menschen war ihnen wichtiger als die Ehre, Kinder Gottes zu werden.
Nikodemus, einer von der hohen Priesterklasse, suchte Jesus nur heimlich in der Nacht auf, damit niemand es merke.
Demütige Menschen, die sich nicht um das Gerede der Menschen kümmerten, folgten Jesus nach.
Wage ich mich im Beisein anderer Menschen Gott zu danken, zum Beispiel beim Tischgebet im Gasthaus? Bekenne ich mich zu Jesus in der Öffentlichkeit?
Frage: In welchen Situationen könnte ich mutiger zeigen, dass ich zu Gott gehöre, auch wenn andere Menschen es beobachten?
Joh 5 45-47 Die Schriften Moses
Joh 5,45: Denkt nicht, dass ich euch bei dem Vater anklagen werde. Es ist einer, der euch anklagt: Mose, auf den ihr eure Hoffnung gesetzt habt.
Joh 5,46: Denn wenn ihr Mose glauben würdet, so würdet ihr auch mir glauben; denn von mir hat er geschrieben.
In der Schrift Gott begegnen
Wie kann in mir die Liebe zu Gott wachsen? Indem ich zum Beispiel die Schrift regelmäßig lese, dabei das „Wort Gottes“, Jesus Christus, in mir aufnehme, mein Herz von ihm in Brand setzen lasse, mit ihm lebe und für immer in ihm bleibe.
Ich darf die Heilige Schrift als das entdecken, was sie ist, wenn ich mich redlich darauf einlasse: ein Begegnungsort und Wegweiser zum lebendigen Christus.
Selbst wenn das Wort dann bei mir nicht überall auf guten, sondern steinigen Boden fällt oder unter die Dornen gerät, zieht Gott – wenn wir nicht lockerlassen – den Pflug des Kreuzes darüber, um diesen Grund in guten Boden zu verwandeln, auf dem das Wort zu seiner Zeit Frucht bringen kann.
Thomas Fox
Frage: Wo in meinem Leben darf ich Gottes Liebe heute tiefer spüren und wie kann ich mein Herz für sie öffnen?
Joh 5,47: Wenn ihr aber seinen Schriften nicht glaubt, wie werdet ihr meinen Worten glauben?
Aufruf zum Glauben
Jesus hat diese religiösen Führer nicht zu einem neuen oder anderen Glauben berufen.
Er rief sie dazu auf, zu glauben, was Moses, was die Schriften, was seine Werke, was Johannes der Täufer über Jesus bezeugte: dass er der Messias ist, der Sohn Gottes und Gott der Sohn.
Wenn sie sich weigerten, diesem überwältigenden Zeugnis zu glauben, war es unwahrscheinlich, dass sie Jesu eigenen Worten glauben würden.
Frage: In welchen Bereichen deines Lebens fällt es dir schwer, das Zeugnis Gottes anzunehmen, und wie könnte ein bewusster Glaube daran dich verändern?
Häufige Fragen zu Joh 5, 31-47
Was bedeutet Joh 5, 31-47?
Dieser Abschnitt schildert den zweiten Teil der Verteidigungsrede Jesu vor den jüdischen Autoritäten, in dem er die Zeugen für seine göttliche Sendung anführt. Das Geschehen offenbart, dass die Ablehnung Jesu nicht auf einem Mangel an Befunden beruht, sondern auf der inneren Verstockung der Gegner, die zwar die Heilige Schrift erforschen, aber die darin bezeugte Liebe Gottes und das Zeugnis von Christus verfehlen.
Welche Zeugen führt Jesus an, die über seine bloße Selbstaussage hinaus seine Sendung bestätigen?
Jesus verweist darauf, dass nicht nur Johannes der Täufer für ihn Zeugnis abgelegt hat, sondern vor allem die Werke, die der Vater ihm zu vollbringen gegeben hat, sowie der Vater selbst. Diese Überzeugungskraft seiner Wundertaten und das Vaterzeugnis stehen über jedem rein menschlichen Zeugnis.
Welche Fehlausrichtung wirft Jesus seinen Gegnern beim Studium der Heiligen Schrift vor?
Jesus hält seinen Gegnern entgegen, dass sie in den Schriften suchen, weil sie meinen, in ihnen ewiges Leben zu haben, und doch nicht zu ihm kommen wollen, um dieses Leben wirklich zu empfangen. Die Schriften selbst sind es, die von Jesus zeugen, doch die Hörer verschließen sich ihrer eigentlichen Botschaft.
Welche inneren Beweggründe benennt Jesus für den Unglauben der religiösen Führungsschichten?
Jesus erklärt, dass er nicht Ehre von Menschen annimmt, seinen Gegnern jedoch die Liebe Gottes fehlt. Sie nehmen bereitwillig diejenigen auf, die im eigenen Namen kommen, können aber nicht glauben, weil sie Ehre voneinander annehmen und die Ehre, die von dem einzigen Gott kommt, nicht suchen.
Inwiefern wird Mose, auf den die Gegner ihre Hoffnung setzen, zu ihrem Ankläger?
Jesus stellt klar, dass nicht er seine Gegner beim Vater anklagen muss, sondern dass Mose selbst sie anklagt, auf den sie ihre Hoffnung setzen. Wenn sie Mose wirklich glauben würden, müssten sie auch Jesus glauben, denn Mose hat über ihn geschrieben; wer aber seinen Schriften nicht glaubt, wird auch den Worten Jesu keinen Glauben schenken.
Joh 5, 19-30 Die Einheit von Vater und Sohn
Joh 6, 1-15 Die Brotvermehrung