Lk 22, 21-38 Abschied und Vermächtnis
Inhaltsverzeichnis
Vers 21-22 Verräter sitzt am Tisch
Lk 22,21: Aber euch muss klar sein: Hier mit mir am Tisch ist der Mann, der mich verrät.
Wo verrate ich Jesus?
Beobachte dich selbst, und zwar ruhig und ohne Urteil. Erkenne deine eigenen Abgründe – jene Momente, in denen du dich von Jesus abwendest, weltliche Dinge wichtiger werden oder du ihn – benutzen wir dieses harte Wort – verrätst.
Durch das stille Wahrnehmen deiner eigenen Abgründe erkennst du umso klarer Gottes Geduld und Erbarmen mit deiner Seele. Der tiefste Abgrund liegt oft in unseren springenden Gedanken, die unaufhörlich alles kommentieren und bewerten.
Bedenke: Situationen, die uns in einer Stunde negativ erregen, verlieren oft schon in wenigen Stunden oder Tagen ihre Wirkung. Wenn wir dies begreifen, können wir uns bewusst entscheiden, diesen Gedanken von Anfang an nicht so viel Macht und Kontrolle über uns einzuräumen.
Sei dir sicher: Deine Seele ist beständiger und ruhiger, als es deine Gedanken und Gefühle je sein könnten.
Frage: Welche inneren Abgründe darf ich heute bewusst anerkennen, um Gottes Geduld und Erbarmen in meinem Leben tiefer zu spüren?
Lk 22,22: Und der Sohn des Menschen geht zwar dahin, wie es bestimmt ist; aber wehe dem Menschen, durch den er verraten wird!
Vers 23 Jünger rätseln wer
Lk 22,23: Und sie fingen an, sich untereinander zu befragen, welcher von ihnen es wohl wäre, der dies tun würde.
Welcher von ihnen es wohl wäre
Theologisch weist die Stelle auf die Sündhaftigkeit des Menschen hin – selbst aus dem engsten Kreis Jesu kommt Verrat. Gleichzeitig zeigt sie, dass Gottes Plan trotz menschlichen Versagens verwirklicht wird. Die Szene fordert zur Selbstprüfung auf: Wie stehen wir zu Christus? Verraten wir ihn durch unser Handeln?
Letztlich führt die Frage der Jünger zur Demut – niemand kann sich seiner Treue sicher sein ohne Gottes Gnade.
Vers 24-25 Streit: Wer ist der Größte?
Lk 22,24: Es entstand aber auch ein Streit unter ihnen, wer von ihnen als der Größte zu gelten habe.
Unglaublich
Es ist fast beängstigend, daran zu denken, dass, nachdem Jesus drei Jahre seines Lebens in diese Männer gegossen hatte; nachdem sie den Charakter Jesu unter fast allen erdenklichen Umständen gesehen hatten; dass sie sich jetzt, in den letzten Stunden vor Seinem Verrat, seiner Verhaftung und Kreuzigung, darüber stritten, wer von ihnen der Größte sei.
Lk 22,25: Er aber sagte zu ihnen: Die Könige der Heidenvölker herrschen über sie, und ihre Gewalthaber nennt man Wohltäter.
Vers 26 Ihr sollt dienen
Lk 22,26: Ihr aber sollt nicht so sein; sondern der Größte unter euch soll sein wie der Jüngste, und der Führende wie der Dienende.
Andacht von Jean Marie Vianney
Wie schön ist es und wie groß, Gott zu kennen und ihm zu dienen! Wir haben nichts weiter als dies zu tun auf der Welt. Alles, was wir sonst noch machen, ist verlorene Zeit.
Mögt ihr suchen, in jeglichem Wohlstand und Vergnügen, ihr werdet euer Glück nicht finden. Die ganze Erde kann eine unsterbliche Seele ebenso wenig zufriedenstellen, wie ein Fingerhut voll Mehl einen Hungernden sättigen kann.
Der liebe Gott hat uns auf die Erde gestellt, um zu sehen, wie wir uns hier bewähren. Wenn wir das bedenken, wenden wir stets unseren Blick dem Himmel zu, unserer wirklichen Heimat.
Wodurch wird das religiöse Leben so verdienstvoll? Durch den fortwährenden Verzicht, diesen Tod des eigenen Ich. Jesus meinte nicht, dass man, wenn man an einem niedrigen Ort dient, immer einen großen Platz bekommen wird. Er meinte, dass in Gottes Augen der niedrige Ort der große Ort ist.
Frage: Wie oft lenke ich meinen Blick bewusst auf das, was über mein irdisches Leben hinausgeht, und wie könnte das meinen Alltag verändern?
Vers 27 Jesus dient euch
Lk 22,27: Denn wer ist größer: der, welcher zu Tisch sitzt, oder der Dienende? Ist es nicht der, welcher zu Tisch sitzt? Ich aber bin mitten unter euch wie der Dienende.
Jesus als der Diener
Wir könnten denken, dass Jesus das Problem hätte lösen sollen, indem er darauf hinwies, dass Er der Größte war. Stattdessen beantwortete Jesus ihre Frage mit dem, was er tat. Johannes 13:3-5 sagt uns, dass Jesus ihnen nach dem Abendessen die Füße wusch, und er hat diese Worte über wahre Größe vielleicht gesprochen, als er ihnen die Füße wusch oder nachdem er fertig war.
Der Diener
Der Meister wurde zum Sklaven. Gott diente den Menschen.
Wenn wir begriffen haben, dass unser allmächtiger Gott auf die Erde kam, um uns zu dienen, können wir nur in demütiger Anbetung niederfallen.
Christus gibt seinen Jüngern immer wieder das Beispiel seiner eigenen Mission: anderen zu dienen. Liebe Gott, indem du anderen dienst; lebe wie Jesus, indem du dich Gottes Willen demütig unterwirfst.
Das ist das Wesentliche des Christentums: bescheidener Dienst an allen, besonders an den Menschen, bei denen es uns am schwersten fällt. Die Bezeichnung dafür ist: christliche Nächstenliebe.
Todd Belardi
Frage: In welchen Bereichen meines Lebens kann ich heute demütig dienen und so die Liebe Gottes sichtbar werden lassen?
Jesus will sagen
Glaube nicht, daß der Jünger deiner, du aber nicht seiner bedürfest.
Denn ich, der ich Keines bedarf, und dessen alles Himmlische und Irdische bedarf, habe mich bis zum Dienst herabgelassen.
Er zeigt ihnen aber seinen Dienst, da er Brod und Kelch unter sie verteilt. An diesen Dienst erinnert er, um sie zu ermahnen, daß alle dieselbe Gesinnung haben sollen, wenn sie von demselben Brot aßen und von demselben Kelch tranken, und wenn Christus selbst Allen diente.
Goldene Perle
Frage: Wie kannst du in deinem Alltag den Geist des Dienens und der Verbundenheit mit anderen bewusst leben?
Lk 22, 28-30 Ermutigungen
Lk 22,28: Ihr aber seid die, welche bei mir ausgeharrt haben in meinen Anfechtungen.
Welche bei mir ausgeharrt haben
In diesem Vers spricht Jesus seine Jünger direkt an und lobt ihre Treue während seiner Prüfungen. Trotz Widerständen und Schwierigkeiten sind sie bei ihm geblieben.
Dies verdeutlicht, dass Jüngerschaft nicht nur aus Lehren und Wundern besteht, sondern auch Standhaftigkeit in Leidenszeiten erfordert. Jesus erkennt ihre Loyalität an und stellt damit einen Kontrast zu denen her, die ihn verlassen haben oder an ihm gezweifelt haben.
Der Vers betont die Bedeutung von Ausdauer im Glauben, selbst in Zeiten der Prüfung. Es ist auch eine Ermutigung für Christen heute, Jesus trotz Widerständen treu zu bleiben, da diese Treue letztlich mit göttlichem Lohn belohnt wird (vgl. Vers 29–30).
Frage: In welchen Momenten meines Lebens fällt es mir schwer, treu zu bleiben, und wie kann ich darauf vertrauen, dass Ausdauer und Loyalität spirituell belohnt werden?
Lk 22,29: Und so übergebe ich euch ein Königtum, wie es mir mein Vater übergeben hat,
Übergebe
Die Formulierung „übergeben“ zeigt, dass Jesus seine Autorität und sein Erbe an die Jünger weitergibt, ähnlich wie Gott es ihm gegeben hat. Dies bedeutet nicht weltliche Macht, sondern geistliche Verantwortung, insbesondere in Bezug auf die Verkündigung des Evangeliums und das zukünftige Gericht über die Stämme Israels (Vers 30).
Der Vers ermutigt Gläubige, treu im Dienst Gottes zu bleiben, da sie an seinem ewigen Reich teilhaben werden.
Er verweist auch auf die enge Verbindung zwischen Jesus, dem Vater und seinen Nachfolgern in der Heilsgeschichte.
Frage: Wie kann ich in meinem eigenen Leben die geistliche Verantwortung, die mir gegeben ist, bewusst annehmen und im Alltag leben?
Lk 22,30: sodass ihr an meinem Tisch in meinem Reich essen und trinken und auf Thronen sitzen sollt, um die zwölf Stämme Israels zu richten.
Vers 31 Satan will euch prüfen
Lk 22,31: Simon, Simon, der Satan hat sich erbeten, euch schütteln zu dürfen wie den Weizen im Sieb.
Lk 22,31: Zu Petrus gewandt sagte Jesus: »Simon, Simon, pass auf! Der Satan ist hinter euch her, und Gott hat ihm erlaubt, die Spreu vom Weizen zu trennen.
Spreu
Landwirtschaftlich: Spreu bezeichnet die leichten, unbrauchbaren Hüllen oder Schalen von Getreidekörnern, insbesondere bei Weizen. Diese Hüllen werden beim Dreschen vom eigentlichen Korn getrennt.
Metaphorisch: In übertragener Bedeutung steht "Spreu" für etwas Minderwertiges, Nutzloses oder Wertloses. Der Ausdruck "die Spreu vom Weizen trennen" bedeutet daher, das Wertvolle (den Weizen) vom Wertlosen (der Spreu) zu trennen.
Andacht von Max Lucado
Der Satan wird auf deinen Glauben einschlagen, wie ein Bauer auf dem Dreschboden auf den Weizen einschlägt. Man würde erwarten, dass die nächsten Worte Jesu lauten: „Deshalb verschwinde aus der Stadt!“ Oder: „Du musst untertauchen!“ Oder: „Leg den nächsten Gang rein, sonst ist es zu spät!“
Doch Jesus zeigt keine Panik. Er ist erstaunlich gelassen.
„Ich aber habe für dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufhöre. Und wenn du dereinst dich bekehrst, so stärke deine Brüder.“
Können Sie die Ruhe in seiner Stimme hören?
Max Lucado
Frage: Welche Ruhe und Zuversicht in deinem eigenen Glauben kannst du kultivieren, auch wenn Herausforderungen auf dich einstürmen?
Vers 32 Jesus betete für Petrus
Lk 22,32: Ich aber habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht aufhöre; und wenn du einst umgekehrt bist, so stärke deine Brüder!
Jesus betet für uns!
Wie ermutigend ist der Gedanke an des Heilandes unaufhörliche Fürbitte für uns!
Wenn wir beten, so bittet er für uns, und wenn wir nicht beten, dann vertritt er unsere Sache trotzdem und schützt uns durch Sein Flehen vor allen ungesehenen Gefahren.
Wir wissen wenig davon, wie viel wir den Gebeten unseres Heilandes verdanken.
Wie werden wir Ihn preisen, wenn wir einst die Höhen des Himmels erreichen und zurückschauen auf die vielen Wege, auf denen uns der Herr begleitet hat.
Spurgeon
Frage: In welchen Momenten meines Lebens kann ich die stille Fürbitte des Heilandes besonders spüren, und wie verändert dieses Bewusstsein mein tägliches Vertrauen?
Er sagte aber nicht: Ich habe zugelassen, sondern: gebeten
Denn demütig redet er, da er zum Leiden geht, um seine Menschheit zu zeigen.
Denn wie hatte der, welcher nicht durch das Gebet, sondern das Machtgebot gesagt hatte (Mt. 16): Auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen und dir übergebe ich die Schlüssel des Himmelreiches, des Gebetes nötig, um die schwankende Seele eines einzigen Menschen zu stärken?
Er sagte aber nicht: Ich habe gebeten, daß du nicht verleugnest, sondern: den Glauben nicht verlässt.
Goldene Perle
Frage: In welchen Momenten deines Lebens hast du die Kraft der Demut erlebt, und wie könnte sie dich heute auf deinem Weg stärken?
Vers 33 Petrus: Gehe mit in den Tod
Lk 22,33: Er aber sprach zu ihm: Herr, ich bin bereit, mit dir ins Gefängnis und in den Tod zu gehen!
Petrus wollte für Jesus sterben
Dessen rühmte er sich, aber seinen Gesundheitszustand durchschaute der Arzt Jesus. Petrus versprach, Jesus sah vorher.
Petrus hat Christus verleugnet, er hat den Herrn seinen Gott verleugnet. Petrus bereute es später. Das hat er durch sein Weinen über die Verleugnung gezeigt.
Petrus starb innerlich durch die Verleugnung, aber Petrus lebte wieder auf durch seine Bußfertigkeit. In unserer Schwachheit lasst uns daher unsere Sünden erkennen und beweinen.
Die Verleugnung des Herrn durch Petrus erinnert uns daran, dass kein Mensch auf menschliche Kräfte vertrauen sollte. Petrus starb innerlich, weil er stolz auf sich selbst vertraute. Petrus lebte wieder auf, weil Jesus ihn mild anblickte.
Erhebe dich nicht in vermessenem Selbstvertrauen, aber versinke auch nicht in Verzweiflung, wenn du gefehlt hast, sondern setze dich dem barmherzigen Blick Jesu aus.
mmer wieder kehren wir in Buße und Reue zu Gott zurück. Zeigen wir Einsicht in unser Fehlverhalten, so nimmt er uns wieder auf.
Frage: Wie kann ich in meinem eigenen Leben den Blick Jesu suchen, wenn ich Fehler gemacht habe, und dadurch Heilung finden?
Die Verleugnung Jesu war eine schwere Sünde
Erstens aufgrund der Wiederholung der gleichen Sünde.
Zweitens, weil sie am Tag des Abendmahls und der Fußwaschung geschah.
Drittens, weil sie in der Nacht geschah, als sich Jesus dem Leiden übergab.
Zuletzt geschah sie durch den, von dem man es am wenigsten erwartet hätte: dem Sprecher der Apostel Petrus, der ausdrücklich versprochen hatte, standhaft zu sein. Er verleugnete Gott!
Nachdem Petrus seine schwere Sünde erkannte, zog er sich sogleich zurück, um sie bitterlich zu beweinen.
Sich darauf zu verlassen, wie man sich gerade fühlt, ist keine stabile Grundlage. Petrus fühlte sich im Moment mutig, würde aber bald vor einem demütigen Dienstmädchen eingeschüchtert sein und ihr gegenüber leugnen, dass er Jesus überhaupt kannte.
Frage: Wie gehst du mit Momenten der Schwäche um, und welche inneren Ressourcen helfen dir, in schwierigen Situationen standhaft zu bleiben?
Vers 34 Du verleugnest mich dreimal
Lk 22,34: Er aber sprach: Ich sage dir, Petrus: Der Hahn wird heute nicht krähen, ehe du dreimal geleugnet hast, dass du mich kennst!
Dreimal geleugnet hast
Diese Aussage Jesu offenbart seine göttliche Allwissenheit und unterstreicht die menschliche Schwäche selbst der treuesten Jünger. Petrus, voller Selbstvertrauen, hatte zuvor versichert, Jesus niemals zu verleugnen. Doch in der Stunde der Prüfung zeigt sich seine Angst, und er fällt in die Sünde der Verleugnung.
Dies verdeutlicht, dass Menschen aus eigener Kraft oft scheitern, aber auch, dass Jesu Vorhersehung nicht zur Verzweiflung führen soll. Später vergibt Jesus Petrus (Joh 21,15–17) und stellt ihn wieder her.
Die Passage lehrt uns Demut, Abhängigkeit von Gottes Gnade und die Kraft der Vergebung.
Frage: In welchen Momenten meines Lebens habe ich die Erfahrung gemacht, dass Vertrauen und Demut mir den Weg zurück zu Heilung und Vergebung eröffneten?
Vers 35 Früher fehlte euch nichts
Lk 22,35: Und er sprach zu ihnen: Als ich euch aussandte ohne Beutel und Tasche und Schuhe, hat euch etwas gemangelt? Sie sprachen: Nichts!
Als ich euch aussandte
Diese Stelle bezieht sich auf die frühere Aussendung der Jünger (Lk 9,3; 10,4), bei der sie völlig auf Gottes Versorgung angewiesen waren. Jesus erinnert sie daran, dass ihnen trotz fehlender materieller Mittel nichts fehlte, weil Gott für sie sorgte.
Im Kontext des Abendmahls bereitet Jesus sie jedoch auf eine neue Phase vor: Die kommende Zeit wird schwieriger (Lk 22,36), und sie müssen sich nun anders ausrüsten.
Die Aussage zeigt einen Übergang von einer Zeit göttlicher Fürsorge zur Notwendigkeit kluger Vorbereitung, ohne das Vertrauen in Gott zu verlieren.
Frage: Wie kann ich in meinem eigenen Leben Vertrauen in Gottes Fürsorge bewahren, während ich gleichzeitig Verantwortung für meine Vorbereitung übernehme?
Vers 36 Jetzt: Kauft Schwerter
Lk 22,36: Nun sprach er zu ihnen: Aber jetzt, wer einen Beutel hat, der nehme ihn, ebenso auch die Tasche; und wer es nicht hat, der verkaufe sein Gewand und kaufe ein Schwert.
Kaufe ein Schwert
Das „Schwert“ symbolisiert nicht primär Gewalt, sondern Selbstschutz und Wachsamkeit in einer feindlichen Welt. Dennoch macht Jesus später deutlich, dass sein Reich nicht mit Waffengewalt verteidigt wird (Lk 22,51).
Vers 37 Schriftwort erfüllt sich
Lk 22,37: Denn ich sage euch: Auch dies muss noch an mir erfüllt werden, was geschrieben steht: Und er ist unter die Gesetzlosen gerechnet worden. Denn was von mir geschrieben steht, das geht in Erfüllung!
Bezug auf Jesaja
Jesus zitiert hier Jesaja 53,12, eine Prophezeiung über den leidenden Gottesknecht. Er zeigt, dass sein Leiden und Tod kein Zufall sind, sondern Teil des göttlichen Plans.
Indem er „unter die Gesetzlosen gerechnet“ wird, deutet er an, dass er wie ein Verbrecher behandelt und gekreuzigt werden wird. Dies unterstreicht seine stellvertretende Opferrolle für die Sünden der Menschen.
Seine Worte bereiten die Jünger auf das bevorstehende Geschehen vor und bestätigen, dass alle Schriften sich in ihm erfüllen. So offenbart sich Jesus als der Messias, der durch Leiden und Kreuz die Erlösung bringt.
Frage: Wie kann ich in meinem eigenen Leben die Erfahrung von Leiden oder Schwierigkeiten als Teil eines größeren, sinnvollen Weges verstehen?
Es geht in Erfüllung
Jesus hatte seinen Jüngern zuvor gesagt, dass er verworfen und gekreuzigt werden würde (Lk 17:25 , 18:31-33). Hier sagte ihnen Jesus, dass dies bald geschehen würde.
Vers 38 Zwei Schwerter reichen
Lk 22,38: Sie sprachen: Herr, siehe, hier sind zwei Schwerter! Er aber sprach zu ihnen: Es ist genug!
Es ist genug!
Diese Stelle fällt in die Passionsgeschichte und ist theologisch vielschichtig. Die Jünger missverstehen Jesu vorherige Worte (Lk 22,36), in denen er symbolisch von Vorbereitung auf kommende Prüfungen spricht. Sie interpretieren es wörtlich und zeigen ihm zwei Schwerter.
Jesu Antwort „Es ist genug“ bedeutet nicht Zustimmung, sondern ein Ende der Diskussion – eine ironische oder resignierte Reaktion auf ihr Unverständnis. Später weist Jesus Petrus zurecht, als er das Schwert tatsächlich benutzt (Lk 22,50-51).
Diese Szene macht deutlich, dass das Reich Gottes nicht durch Gewalt, sondern durch Leiden und Liebe kommt. Sie unterstreicht den Kontrast zwischen menschlichen Erwartungen und Jesu wahrem Weg zum Kreuz.
Frage: In welchen Bereichen meines Lebens vertraue ich noch zu sehr auf meine eigenen Vorstellungen, statt auf den Weg der Liebe und des Verstehens zu achten?