Lk 24, 35-49 Jesus erscheint Jüngern

Vers 35 Bericht über Brotbrechen

Lk 24,35: ‭Und sie selbst erzählten, was auf dem Weg geschehen war, und wie er von ihnen am Brotbrechen erkannt worden war.‭

Wir dürfen Jesus im Brot erkennen

Sie haben etwas erlebt, was wir mindestens einmal die Woche erleben: Wir dürfen Jesus im Brot erkennen.

In jeder heiligen Messe dürfen wir in das wundersame Emmaus-Geschehen eintreten. Jesus offenbart sich uns im Brechen des Brotes, in der heiligsten Eucharistie können wir ihn erkennen.

Wie schön wäre es, wenn auch ich nach jeder Messe wie die Emmaus-Jünger voll Freude und Aufregung zu meinen Freunden unterwegs wäre und Zeugnis dafür geben könnte, dass ich Jesus begegnet bin und ihn erkannt habe!

Frage: Wie kann ich heute bewusst dafür offen sein, Jesus in meinem Alltag zu erkennen und seine Gegenwart weiterzugeben?

Die Herzen der beiden Jünger sprühen vor Freude

Erst hören sie den Aposteln zu, aber dann müssen auch sie erzählen, was ihnen widerfahren ist. „Denn wovon das Herz überfließt, davon spricht der Mund“ (Lk 6,45).

Das sind die ersten Glieder einer langen Kette von Menschen, die den Glauben an den auferstandenen Jesus weitererzählt haben, sodass er zweitausend Jahre später auch bei uns angekommen ist.

Möge der Heilige Geist jeden von uns zu einem brennenden Apostel machen.
Raphael Ballestrem

Frage: Welche Erfahrungen oder Begegnungen in deinem Leben möchtest du mit der Welt teilen, weil dein Herz davon überfließt?

Vers 36 Friede sei mit euch

Lk 24,36: Während sie aber davon redeten, trat Jesus selbst in ihre Mitte, und er spricht zu ihnen: Friede sei mit euch!

Friede und Loslassen

Immer wieder grüßt der auferstandene Jesus seine Jünger mit dem Friedensgruß. Um den Frieden unserer Seelen in Jesus zu finden und zu bewahren, ist es notwendig, immer wieder auch loszulassen, vor allem sich selbst, im Blick auf den gekreuzigten Jesus, der sein Leben losließ.

Anhänglichkeit des Herzens: Viel zu häufig hängt unser Herz an vielen anderen Dingen, schöne wie nicht so schöne – materieller Besitz, Sorgen, Beziehungen und vieles mehr.

Eine wachsende und inniger werdende Jesusbeziehung und der damit einhergehende innere Frieden hängen wesentlich mit diesem "Loslassen-Können" zusammen.

Und so soll es in dieser Pfingstwoche um das Loslassen in der Kraft des Heiligen Geistes gehen:
Mein Herr und mein Gott, nimm alles von mir, was mich hindert zu dir.

Die Worte aus seinem Mund haben nun eine neue Bedeutung, weil Christus durch sein Blut am Kreuz Frieden gemacht hat. Diejenigen, die durch den Glauben gerechtfertigt sind, haben Frieden mit Gott. MacDonald

Frage: Welche Anhaftungen in deinem Leben hindern dich daran, den Frieden und die Freiheit in Jesus wirklich zu erfahren?

Vers 37 Erschrecken vor Geist

Lk 24,37: Aber bestürzt und voll Furcht meinten sie, einen Geist zu sehen.

Kein Geist hat Fleisch und Knochen

Da sind sie wieder, die Zweifel und das Nicht-verstehen. Jemand, der tot ist, kann doch nicht plötzlich vor einem stehen. Das muss ein Geist sein und vor Geistern fürchtet man sich.

Jesus aber, der die Menschen kennt, schimpft nicht mit ihnen, sondern hilft ihrem Unglauben, indem er mit ihnen spricht, sie beruhigt und sie bittet, ihn doch anzufassen.

Ich danke dir, Jesus, dass du ein Gott bist, der uns so nahe ist, unsere Zweifel kennt und uns nicht verurteilt, sondern liebevoll auf uns zugeht. Er lässt sich anfassen, zeigt seine Wunden und isst etwas vor ihren Augen, um ihren Glauben zu stärken.

Wie wundervoll ist unser Gott, voller Liebe zu uns und voller Güte. Mache ich mir das auch immer mal wieder bewusst? Welches Gottesbild prägt mich? Glaube ich an einen liebenden Gott, der mich versteht und mich immer wieder sucht?

Frage: Wo in meinem Leben spüre ich die liebevolle Gegenwart Gottes, selbst in Momenten des Zweifels?

Vers 38 Zweifel im Herzen

Lk 24,38: Warum lasst ihr in eurem Herzen Zweifel aufkommen?

Lk 24,38: Warum habt ihr solche Angst?, fragte Jesus. Wieso zweifelt ihr daran, dass ich es bin?

Warum zweifelt ihr?

Jesus sagte ihnen, dass das Problem mit ihrem Glauben mehr in ihrem Herzen als in ihrem Kopf sei. Wir denken oft, dass die Haupthindernisse für den Glauben im Kopf liegen, aber sie liegen tatsächlich im Herzen

Ich bin es! Habe keine Angst!

Welcher Zuspruch kommt doch aus diesen Worten Christi! Möge es dich der Heilige Geist spüren lassen, dass diese Worte zu dir gesprochen sind. Höre weniger auf die vielen anderen Stimmen und höre die Stimme des Herrn und antworte: Jesus, Du sprichst mir Trost zu. Ich will mich dem nicht entziehen sondern unter Deinem Schatten ruhen. Denn das Banner Deiner Liebe steht über mir. Spurgeon

Selig, die nicht sehen und doch glauben

Die Jünger haben Jesus mit ihren eigenen Augen gesehen, und trotzdem fiel es ihnen so schwer zu glauben. Für uns kann es wohl kaum leichter sein.

Doch der Herr weiß das und gibt uns immer wieder Hilfen in unserem Leben. Den Glauben täglich aufs Neue zu üben, liegt aber an uns.

Wir müssen die Gegenwart und das Wirken Gottes in den kleinen Dingen des Alltags erkennen. Wir müssen seine führende Hand in den Ereignissen wiederfinden. Wir müssen sein Abbild in den Begegnungen mit den Mitmenschen sehen.

Und unsere Aufgabe ist es auch, den Glauben an den Sinn von Prüfungen, Leiden und Kreuzen in unserem Leben aufzubringen. Alle Wunder und Predigten Christi wären ohne das Kreuz vergebens gewesen. Erlösung hätte es für uns nicht gegeben.

Nun können wir unserem Leiden ebenfalls einen Erlösungswert abgewinnen und damit „ergänzen, was an den Leiden Christi noch fehlt”.
Bertalan Egervári

Frage: In welchen alltäglichen Momenten erkennst du die Führung und Gegenwart Gottes, und wie kannst du deinem eigenen Leiden einen tieferen Sinn verleihen?

Immer wieder zum Glauben finden

Wir alle hier können von uns behaupten, dass wir glauben. Und dennoch kennt jeder von uns die Tage, wo es in uns aufsteigt: Murren über die Lebenssituation, Sorgen und Gedankenkarusell und dergleichen, was im Kern ein Nicht-Glauben an die allumfassende Fürsorge bedeutet. Verurteilen wir uns nicht dafür. Gottes Barmherzigkeit ist immer größer als unsere Schwäche im Glauben.

Dennoch: Bemühen wir uns. Glauben hat man ja nicht einfach so als bleibender Bestand, sondern Glauben muss täglich neu bekannt, gelebt und geübt werden. Das Wie ist vielfältig: natürlich das Gebet als das Sprechen mit Gott, aber auch das Wahrnehmen des Wirken Gottes in den kleinen Dingen, das Wiederfinden seiner führenden Hand. Und unsere Aufgabe ist es auch, den Glauben an den Sinn von Prüfungen, Leiden und Kreuzen in unserem Leben aufzubringen.

​Vers 39 Hände und Füße

Lk 24,39: Seht an meinen Händen und meinen Füßen, dass ich es bin! Rührt mich an und schaut, denn ein Geist hat nicht Fleisch und Knochen, wie ihr seht, dass ich es habe!

Lk 24:39: Seht meine Hände und meine Füße, ich bin’s selber. Fasst mich an und seht; denn ein Geist hat nicht Fleisch und Knochen, wie ihr seht, dass ich sie habe.

Fasst mich doch an!

Jesus war tot und lebt wieder. Er hat einen Leib. Die Jünger können ihn anfassen. Er isst. Thomas wird später seine Hand in die Seite Jesu legen.

Manch einer könnte neidisch werden: Wenn auch ich heute, am 21. April 2022, Jesus berühren und anfassen könnte, wenn ich ihn einmal so richtig umarmen könnte, dann wäre alles ganz anders. Das mag sein!

Aber vergessen wir nicht: Auch wir sehen sein Fleisch, wenn wir vor der Eucharistie knien. Auch wir berühren seinen Leib, wenn wir die Kommunion empfangen. Das ist dein persönlicher Moment mit dem Auferstandenen!

Frage: Wie erlebst du heute die Gegenwart Jesu in deinem Leben und wie lässt sich diese Begegnung tiefer in deinem Herzen spüren?

Andacht von Anselm Grün

Darin wird unsere Sehnsucht nach einem Gott, den wir mit unseren Sinnen erfahren können, erfüllt. In jeder Eucharistie dürfen wir Jesus in dem Brot, das uns in die Hände gelegt wird, betasten.

In der frühen Kirche haben die Christen mit diesem Brot ihre Augen und Ohren berührt, nicht nur um Christus zu betasten, sondern auch, um sich von Jesus zärtlich berühren und betasten zu lassen.

Frage: Wie kannst du in deinem eigenen Leben die Nähe Gottes sinnlich und bewusst erfahren?

Vers 40 Zeigen der Wunden

Lk 24,40: Und indem er das sagte, zeigte er ihnen die Hände und die Füße.

Schönheit seiner Hände und Füße

Die Schönheit der Hände Christi zu betrachten, bedeutet, darüber nachzudenken, was diese Hände für uns getan haben.

Durch die Auflegung seiner Hände hat er Kranke geheilt, mit ihnen hat er Aussätzige berührt und rein gemacht.

Seine Hände hat er zum Gebet gefaltet. Mit seinen Händen segnete er die fünf Brote und zwei Fische.

So vollbringt er mit seinen Händen göttliche Wundertaten, spendet Nahrung, Heilung und Leben.

Schließlich nimmt er in seine Hände Brot und Wein als Zeichen seines Opfers. Er lässt seine Hände fesseln und sich abführen. Seine Hände werden an den Kreuzesbalken gebunden und durchbohrt.

Den zweifelnden Jüngern sagt der Auferstandene: Seht meine Hände und Füße an!

Frage: Welche Momente in meinem Leben könnte ich bewusst in die Hände Christi legen, um Heilung, Frieden oder neue Kraft zu erfahren?

Andacht der goldenen Perle

An dieser Stelle pflegen die Heiden zu lästern, gleich als ob der Herr die ihm beigebrachten Wunden nicht hätte heilen können. Diesen antworten wir, dass der, welcher Größeres tat, auch Kleineres vermochte, dass es aber wegen des Erlösungswerkes geschah, dass der, welcher den Tod vernichtete, die Zeichen des Todes nicht vernichten wollte.

Zuerst nämlich, um dadurch die Jünger von der Wirklichkeit der Auferstehung zu überzeugen; sodann, damit er, wenn er den Vater für uns bittet, ihm immer zeigte, welche Todesart er für den Menschen litt; drittens, damit er den durch seinen Tod Erlösten durch die Zeichen seines Todes darstellte, welche Barmherzigkeit ihnen zu Teil wurde.

Frage: Wie kann ich in meinem eigenen Leben die Spuren von Leid und Heilung als Ausdruck von Liebe und Barmherzigkeit erkennen?

Vers 41 Freude und Staunen

Lk 24,41: ‭Da sie aber noch nicht glaubten vor Freude und sich verwunderten, sprach er zu ihnen: Habt ihr etwas zu essen hier?

Sie konnten es aber vor Freude immer noch nicht glauben

Wenn ich die Jünger in ihrer großen Freude betrachte, steigt die Frage auf, wie es denn mit meiner Freude steht.

In welchen Momenten verspüre ich am meisten Euphorie und Begeisterung? Beim Fußball, an meinem Geburtstag, bei politischen Ereignissen…?

Das wäre an sich ja nichts Schlechtes, nur zeigt es doch, wie wenig der Glaube in mir verwurzelt ist.

Wenn etwas wahre Freude verdient, dann gerade das, was Jesus am Kreuz und in seiner Auferstehung für mich und uns alle getan hat.

Valentin Schmidts

Frage: In welchen Momenten spüre ich die tiefe Freude des Glaubens jenseits aller äußeren Umstände, und wie kann ich sie stärker in meinem Alltag leben?

​Vers 42 Gebratener Fisch

Lk 24,42: ‭Da reichten sie ihm ein Stück gebratenen Fisch und etwas Wabenhonig.

Da reichten sie ihm ein Stück gebratenen Fisch

Der Verzehr des Fisches dient als Beweis dafür, dass er tatsächlich lebt und nicht bloß eine Erscheinung ist. Theologisch zeigt dies, dass die Auferstehung Jesu nicht nur geistig-symbolisch zu verstehen ist, sondern eine physische Realität hat.

Es verweist auch auf die Mahlgemeinschaft mit Jesus, die an das letzte Abendmahl erinnert. Darüber hinaus knüpft die Szene an biblische Motive wie Fisch als Nahrung und Zeichen der Versorgung Gottes an.

Sie stärkt den Glauben der Jünger und bestätigt Jesu Sieg über den Tod.

Frage: Wie kann ich in meinem eigenen Leben Zeichen der Gegenwart und Versorgung Gottes erkennen und bewusst wahrnehmen?

Vers 43 Essen vor Augen

Lk 24,43: ‭Und er nahm es und aß vor ihnen.

Andacht

Die Emmausjünger erzählen von ihrer Begegnung, und Christus selbst erscheint ihnen. Doch auch als er genau vor ihnen steht, zögern sie, zu glauben.

Die geduldige, akzeptierende Haltung unseres Herrn ist ermutigend. Er kam nicht, um zu essen, aber nimmt ein Stück Fisch, um ihnen zum Glauben zu verhelfen.

Wir alle haben unsere Momente des Lichts und der Hochherzigkeit, und unsere Momente der Trägheit und des inneren Widerstands. Ich möchte glauben, aber weil es bedeutet, meine falschen Sicherheiten fallenzulassen, brauche ich Loslösung und Reinigung.

Christus hilft mir in meiner Schwachheit durch seine Nähe.

Robert Presutti

Frage: Wo in meinem Leben spüre ich die Einladung, alte Sicherheiten loszulassen, um meinem inneren Licht näher zu kommen?

Weitere Andacht

Das Evangelium möchte mit aller Klarheit verkünden, dass die Jünger den auferstandenen Jesus wirklich gesehen, erlebt und berührt haben, so dass eine Täuschung oder Einbildung auszuschließen ist. Sie haben seine Wunden erkannt, ihn angefasst, ihn Fisch essen sehen, mit ihm gesprochen.

So soll sich auch mein Glaube nicht auf irgendwelche fixe Ideen, vage Vorstellungen oder rein persönliche Gedanken gründen, sondern auf die reale Begegnung mit dem Herrn. Diese ist möglich, wenn ich seine Wunden betrachte, ihn mit meinem Leben berühre, mit ihm rede und seine Gegenwart erlebe.

Martin Baranowski

Frage: Wie kann ich heute die Gegenwart des Herrn bewusst in meinem Leben wahrnehmen und spüren?

Vers 44 Erfüllung des Gesetzes

Lk 24,44: ‭Er aber sagte ihnen: Das sind die Worte, die ich zu euch geredet habe, als ich noch bei euch war, dass alles erfüllt werden muss, was im Gesetz Moses und in den Propheten und den Psalmen von mir geschrieben steht.‭

Vers 45 Öffnung des Verstandes

Lk 24,45: Da öffnete er ihnen das Verständnis, damit sie die Schriften verstanden.

Andacht zu Lk 24,45

Darauf öffnete er ihnen die Augen für das Verständnis der Schrift. Das ganze Alte Testament legt Zeugnis über den Messias und sein Opfer zur Vergebung der Sünden ab.

Doch wenn wir es nur durch die Brille unseres menschlichen Verstands lesen, dann sind wir unfähig, das zu begreifen. Wir brauchen jemanden, der es uns erklärt und der uns die Augen dafür öffnet.

Nur wenn wir die Schrift geleitet vom Heiligen Geist, im Gebet, im großen Kontext und deshalb auch im Lichte der Tradition der Kirche lesen, beginnen wir plötzlich, die Puzzleteile miteinander zu verbinden und das zu verstehen, was uns bisher verschleiert gewesen war.

Johanna von Siemens

Frage: Wie kann ich heute achtsam zuhören und mein Herz öffnen, um die tieferen Wahrheiten in meinem Leben zu erkennen?

Vers 46 Leiden und Auferstehen

Lk 24,46: So steht es geschrieben, und so musste der Christus leiden und am dritten Tag aus den Toten auferstehen.

Worte zur Erklärung

Jesus wollte, dass sie verstehen, dass das Kreuz kein unglückliches Hindernis ist, das überwunden werden muss. Es war ein notwendiger Teil von Gottes Erlösungsplan für den Menschen, und dass im Namen eines gekreuzigten und auferstandenen Erlösers Buße und Vergebung der Sünden in die Welt gebracht werden würden.

So steht es geschrieben

Christus sieht es nicht als notwendiges Übel. Es musste so geschehen, denn es stand so in der Heiligen Schrift. Mit anderen Worten, es hätte nicht anders sein können.

Ohne das Kreuz keine Auferstehung. Ohne die Auferstehung keine Erfahrung der Fülle des Lebens, keine Hoffnung auf kommende Dinge.

Mein Leben hat auch seine eigene Erfahrung des Kreuzes Christi. Was für mich eine unerwartete Wendung, ein Hindernis oder ein Problem sein könnte, ist für Christus ein Mittel, mein Herz zu reinigen und mich zur Auferstehung zu führen.

Robert Presutti

Frage: Wo in meinem eigenen Leben könnte ich das Wirken Christi bereits als Einladung zur inneren Transformation erkennen?

Jesus musste leiden

Jesus wusste, was auf ihn zukommt – Leid, Kreuz, Tod. Und doch geht er diesen Weg aus Liebe.

Manchmal verstehen wir Gottes Weg mit uns auch nicht. Schmerz, Enttäuschung oder Zweifel machen uns zu schaffen. Doch Lukas 24,46 erinnert uns: Das Leid hat nicht das letzte Wort. Gottes Kraft zeigt sich gerade dort, wo alles verloren scheint.

Die Auferstehung ist kein schöner Schlusspunkt, sondern ein neues Kapitel. Auch in deinem Leben. Was auch geschieht – Gott schreibt weiter. Mit Hoffnung, mit Licht, mit Auferstehungskraft.

Glaube daran: Nach Karfreitag kommt Ostern – auch für dich.

Frage: Wo in meinem Leben darf ich dem Licht Gottes vertrauen, obwohl ich den Weg gerade nicht verstehe?

Gebet: Herr, schenke mir Vertrauen, dass du auch dunkle Wege in Licht verwandelst. Amen.

Vers 47 Predigt der Buße

Lk 24,47: ‭und in seinem Namen soll Buße und Vergebung der Sünden verkündigt werden unter allen Völkern, beginnend in Jerusalem.‭

Buße und Vergebung

Diese Aussage gehört zu den letzten Worten Jesu an seine Jünger nach seiner Auferstehung. Sie zeigt den universalen Auftrag des Evangeliums: Die Botschaft der Umkehr (Buße) und der Vergebung soll nicht nur Israel, sondern allen Völkern verkündet werden.

Das Evangelium beginnt in Jerusalem, dem Zentrum des jüdischen Glaubens, breitet sich jedoch über die ganze Welt aus. Die Vergebung der Sünden ist nur durch Jesus Christus möglich.

Die Jünger werden beauftragt, diesen Heilsweg zu verkünden. Dies betont die Notwendigkeit der Buße als Voraussetzung für die göttliche Vergebung und markiert den Beginn der weltweiten Mission der Kirche.

Frage: Wie kann ich persönlich die Botschaft von Umkehr und Vergebung in meinem Alltag leben und weitergeben?

​Vers 48 Ihr seid Zeugen

Lk 24,48: ‭Ihr aber seid Zeugen hiervon!‭

Zeugen sein

Die Jünger Jesu sollen keine blinden Fans, Schwärmer oder Fanatiker sein, sondern wahre Zeugen.

Ein Zeuge darf keine Phantasien oder Wunschträume erfinden, sondern muss nüchtern das berichten, was er selbst gesehen und erlebt hat.

Der christliche Glaube ist somit wesentlich ein Zeugnis vom Wirken Gottes, eine Überzeugung von einer Wahrheit, die nicht selbst erfunden, sondern persönlich entdeckt und erlebt wurde.

Dazu gibt es so viele Wege wie es Menschen gibt. So bin auch ich eingeladen zu erfahren und zu bezeugen, wie Gott in mein Leben eingetreten ist und gewirkt hat.

Martin Baranowski

Frage: In welchen Momenten habe ich Gottes Wirken in meinem eigenen Leben bewusst wahrgenommen, und wie kann ich dieses Erleben weitergeben?

Zeugnis geben

Der vorzügliche Weg zur Weitergabe des Glaubens ist das Zeugnis. Das ist es, womit Jesus die Jünger beauftragt. Primär sollen sie keinen christlichen Regelkatalog verkünden, keine moralischen Vorschriften erklären und den Glauben auch nicht hauptsächlich durch logisches Argumentieren vermitteln.

Nur schwerlich wird sich jemand bekehren, weil er unsere Argumente als stimmiger erkennt als die eigenen. „Seht, wie sie einander lieben.” Die gegenseitige Liebe der ersten Christen untereinander hat die Menschen in ihrer Umgebung bewegt, nichts anderes.

Auch uns trägt Jesus auf: „Liebt einander, wie ich euch geliebt habe.” In selbstloser Nächstenliebe und Hinwendung zu den anderen zu leben, ist unsere erste Aufgabe ‑ nicht nur ab und zu, sondern ständig.

Dann werden sich die Menschen fragen, wieso wir anders sind, und wir können Zeugnis geben von unserem Glauben. Bemerken unsere Mitmenschen, dass wir sie mit mehr Liebe behandeln als andere? Tun wir das überhaupt?

Bertalan Egervári

Frage: Wie könnte ich heute meine Mitmenschen so berühren, dass sie die Liebe Gottes in meinem Handeln erkennen?

Vers 49 Verheißung des Vaters

Lk 24,49: Und siehe, ich sende auf euch die Verheißung meines Vaters; ihr aber bleibt in der Stadt Jerusalem, bis ihr angetan werdet mit Kraft aus der Höhe!

Kraft aus der Höhe!

Sie könnten das Werk, zu dem Jesus sie berufen hatte, nicht tun, wenn sie nicht mit Kraft aus der Höhe ausgestattet wären, und diese Kraft würde kommen, wenn der Heilige Geist über sie ausgegossen würde.

Von dieser Kraft aber, d.h. von dem heiligen Geiste, sagt auch der Engel zu Maria (Luk. 1): Und die Kraft des Allerhöchsten wird dich überschatten. So sagt auch der Herr anderswo (Luk. 8): Denn ich weiß, daß eine Kraft von mir ausgegangen ist. Goldene Perle