Lk 13, 18-21 Gleichnisse vom Reich Gottes
Inhaltsverzeichnis
Vers 18-19 Gleichnis vom Senfkorn
Lk 13,18: Da sprach er: Wem ist das Reich Gottes gleich, und womit soll ich es vergleichen?
Falsche Erwartungen
Die Jünger erwarteten das kommende Reich. Aber ihre Vorstellung davon war von dem beeinflusst, was sie kannten. Die Königreiche in Israel und Umgebung waren gewohnt, ihre weltliche Macht und ihren Einfluss zur Schau zu stellen und auszubauen.
Gottes Vorstellung von seinem Reich ist ganz anders. Auch wir müssen uns immer wieder unsere eigenen Erwartungen bewusst machen und erkennen, wie unangemessen sie sind. Denn nur wenn wir unsere Erwartungen immer wieder an denen Gottes ausrichten, können wir ihm dienen und seine Zeugen in der Welt sein.
László Erffa
Frage: Welche Erwartungen in meinem Leben könnte ich loslassen, um offener für Gottes Wirken zu sein?
Lk 13,19: Es gleicht einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und in seinen Garten warf. Und es wuchs und wurde zu einem großen Baum, und die Vögel des Himmels nisteten in seinen Zweigen.
Bild vom Senfkorn
Hier liegt der Gedanke zugrunde, dass das Christentum einen bescheidenen Anfang nahm, so klein wie ein Senfkorn. Doch als es wuchs, wurde das Christentum überall bekannt, und die Christenheit, wie wir sie heute kennen, entwickelte sich.
Die Senfpflanze wächst normalerweise nie über das hinaus, was man einen Busch nennen würde, und ist bei ihrer normalen Größe ein unwahrscheinlicher Ort für Vogelnester.
Der große, baumartige Wuchs dieses Senfkorns beschreibt etwas Unnatürliches.
Frage: In welchem Bereich deines Lebens spürst du das leise, unscheinbare Wachstum, das sich zu etwas Größerem entfalten könnte?
Das Bild vom Senfkorn
Das Reich Gottes beginnt klein. Jesus vergleicht es mit einem Senfkorn.
Das Kleine zählt vor Gott, klein anfangen, mit meinen Gaben, mit dem, was ich zeitlich tun kann.
ER lässt es wachsen und kann daraus einen großen Baum hervorbringen, in dem Vögel nisten können.
Gott ist der Schöpfer, ER lässt wachsen und mein Senfkorn fruchtbar werden, auch für andere.
Edith Marqués Berger
Frage: Welches „Senfkorn“ in meinem Leben kann ich heute vertrauensvoll Gott anvertrauen, damit es wachsen und Früchte tragen kann?
Es wuchs
Schritt für Schritt zur Heiligkeit.
Das gilt auch für unser (geistliches) Leben. Eine Seele, die von Gott berührt wurde, verändert sich normalerweise nach und nach. Ich werde in der Regel nicht von einem Gebet, einer Kommunion oder einer Beichte heilig, sondern durch die beständige Wiederholung jeden Tag, jede Woche, jeden Monat.
Deswegen ist die einzelne Handlung aber nicht überflüssig! Eine einzelne Treppenstufe ist nicht viel – aber ohne die Stufen komme ich nicht oben an, denn wer kann schon vom Erdgeschoss in die erste Etage springen?
Haben wir Geduld mit uns und unseren Mitmenschen. Wer Gott wirklich sucht, kommt auch irgendwann bei ihm an.
Beate Scheilen
Frage: Welche kleinen Schritte in meinem Leben könnten mich dem Gefühl der Heiligkeit näherbringen, wenn ich ihnen täglich bewusst Aufmerksamkeit schenke?
Klein wie ein Senfkorn
Das Senfkorn ist eines der kleinsten Samenkörner überhaupt. Und dennoch nimmt es Jesus als Vergleich für sein Reich her. Gott hat keine Angst, sich auf die Kleinen und Unscheinbaren einzulassen. Im Gegenteil: Gerade durch unsere Schwachheit kann er Großes und wahre Wunder vollbringen.
So wird sichtbar, dass Gott die Fäden der Geschichte in der Hand hält. Wir aber werden zum Vertrauen auf diesen mächtigen Gott aufgerufen.
Mathias Reimer
Frage: Wo in meinem Leben darf ich mich klein fühlen, um Gottes Wirken umso stärker zu erleben?
Geriebenes Senfkorn
Das Senfkorn ist eine geringe und unbedeutende Sache; wenn es gerieben wird, verbreitet es seine Kraft. Auch der Glaube scheint zuerst einfältig; aber wenn er durch Widerwärtigkeiten zerrieben wird, gießt er die Gnade seiner Kraft aus.
Goldene Kette
Auch ist der Herr selbst das Senfkorn
Er wollte zerrieben werden, daß wir sagten (2. Kor. 2): Christi Wohlgeruch sind wir. Er wollte wie ein Senfkorn ausgestreut werden, das ein Mensch nahm und in seinen Garten säte. Denn im Garten wurde Christus gefangen und begraben, wo er auch auferstand und ein Baum wurde.
Goldene Kette
Vers 20-21 Gleichnis vom Sauerteig
Lk 13,20: Und wiederum sprach er: Womit soll ich das Reich Gottes vergleichen?
Das Reich Gottes
Was ist für mich das Reich Gottes? Ist es etwas Reales, etwas, das ich zutiefst liebe und leben will, oder unverständliche Worte aus der Heiligen Schrift, die im Endeffekt nichts mit meinem Leben, das sich hier und jetzt abspielt, zu tun haben?
Durchdringt dieses Reich mit all seiner Schönheit und Größe meinen Alltag, meine Familie, meine Freunde und meine Arbeitswelt? Erkennen die Menschen um mich herum, dass es da etwas mehr gibt, als den Augen offenbart wird?
Wecke ich ihren Durst nach etwas mehr im Leben, oder hinterlasse ich einen bitteren Nachgeschmack? Wächst das Reich Gottes durch mich, durch die Art, wie ich lebe?
„Wem ist das Reich Gottes ähnlich, womit soll ich es vergleichen?”
Natalie K.
Frage: Wie kann ich in meinem täglichen Leben so leben, dass die Gegenwart des Reiches Gottes spürbar wird – für mich selbst und für die Menschen um mich herum?
Lk 13,21: Es gleicht einem Sauerteig, den eine Frau nahm und heimlich in drei Scheffel Mehl hineinmischte, bis das Ganze durchsäuert war.
Schritt für Schritt zur Heiligkeit
Ein Mann sät ein Senfkorn. Eine Frau knetet einen Teig. Was ist das schon? Nur eine Kleinigkeit. Aber ohne diese kleine Tat startet der Prozess nicht. Den Rest tut Gott.
Das gilt auch für unser geistliches Leben. Eine Seele, die von Gott berührt wurde, verändert sich normalerweise nach und nach. Ich werde in der Regel nicht von einem Gebet, einer Kommunion und einer Beichte heilig, sondern von der beständigen Wiederholung jeden Tag, jede Woche, jeden Monat.
Deswegen ist die einzelne Handlung aber nicht überflüssig! Eine einzelne Treppenstufe ist nicht viel – aber ohne die Stufen komme ich nicht oben an, denn wer kann schon vom Erdgeschoss in die erste Etage springen?
Haben wir Geduld mit uns und unseren Mitmenschen. Wer Gott wirklich sucht, kommt auch irgendwann bei ihm an.
Beate Scheilen
Frage: Welche kleinen Schritte kannst du heute unternehmen, um deinem inneren Wachstum Raum zu geben?
Das Bild vom Sauerteig
Sauerteig ist einfach zuzubereiten, aus wenigen Zutaten. Er sorgt dafür, dass der Teig aufgeht, das Brot gut verdaulich und haltbar wird. Die guten Bakterien, die das bewirken, sind schon im Mehl enthalten.
Auch hier der Vergleich mit unserer Kleinheit. Gott nimmt von uns den Druck, Großes geben oder bewirken zu müssen. Mit dem, was er in uns gelegt hat, kann Er alles durchsäuern.
Edith Marqués Berger
Frage: Wie kann ich in meinem eigenen Leben darauf vertrauen, dass das, was in mir angelegt ist, ausreicht, um Gutes wirken zu lassen?
Andacht von Maria-Eugen vom Kinde Jesus
Die Seele und ihre Fähigkeiten werden also von diesem göttlichen Leben eingehüllt und durchdrungen. In der Tat ist das geistliche Leben ja nichts anderes als das erobernde Fortschreiten des göttlichen Lebens durch immer tieferes Eindringen.
Die Gnade ist wirklich jener Sauerteig, den eine Frau unter drei Sea Mehl mischte. Das einzige Ziel dieser Verwandlung ist, uns noch mehr mit Gott zu vereinen.
Vereinigung und Umwandlung gehen Hand in Hand. Und genau dies ist die wesentliche Eigenschaft der Liebe; und diese Gnade ist Liebe, wie Gott Liebe ist.
Frage: Wie spüre ich in meinem eigenen Leben die Gegenwart dieser liebevollen Gnade, die mich mit dem Göttlichen verbindet?
Andacht von Papst Franziskus
Manchmal hindert uns der Lärm der Welt, zusammen mit den vielen Aktivitäten, die unsere Tage ausfüllen, daran, innezuhalten und zu sehen, wie der Herr die Geschichte führt.
Und doch – versichert das Evangelium – ist Gott am Werk, wie ein kleines, gutes Samenkorn, das still und langsam keimt.
Ganz allmählich wird daraus ein üppiger Baum, der allen Leben und Erfrischung schenkt. Auch der Same unserer guten Werke mag nicht nach viel aussehen; aber alles, was gut ist, gehört Gott und trägt deshalb demütig und langsam Frucht.
Das Gute – denken wir daran – wächst immer auf bescheidene Weise, auf verborgene Weise, oft unsichtbar.
Frage: Wo in meinem Leben darf ich still werden, um Gottes leises Wirken zu erkennen und zu vertrauen?