Mt 27, 57-66 Begräbnis Jesu: Auslegung und Andacht

Mt 27, 57-66 im Überblick: Diese Andacht legt die Verse 57 bis 66 im 27. Kapitel des Matthäusevangeliums Vers für Vers aus. Erfahre, was der Bibeltext über das Begräbnis Jesu bedeutet und wie du die Botschaft konkret in deinem Alltag anwendest.

Vers 57-59 Wickelung in Leinen

Mt 27,57: ‭Als es nun Abend geworden war, kam ein reicher Mann von Arimathia namens Joseph, der auch ein Jünger Jesu geworden war.‭

‭Mt 27,58: Dieser ging zu Pilatus und bat um den Leib Jesu. Da befahl Pilatus, dass ihm der Leib gegeben werde.‭

Mt 27,59: ‭Und Joseph nahm den Leib, wickelte ihn in reine Leinwand

Joseph nahm den Leib

Jesus wird ehrenvoll bestattet, trotz seiner Verurteilung. Josef, zuvor eher im Verborgenen, tritt nun öffentlich auf – ein Zeichen seines wachsenden Glaubens.

Seine Reichtumserwähnung erfüllt zudem Jesaja 53,9, wonach der Messias bei Reichen begraben wird. Der Vers betont auch Gottes Vorsehung: Selbst im Tod sorgt Er für Jesus.

Dies ermutigt Christen, in schweren Zeiten Glauben zu zeigen und für das Richtige einzutreten, auch wenn es Mut erfordert.

Frage: Wie kann ich in meinem eigenen Leben mutig für das Richtige eintreten, selbst wenn es schwierig erscheint?

Vers 60-61 Grablegnung

Mt 27,60: ‭und legte ihn in sein neues Grab, das er im Felsen hatte aushauen lassen; und er wälzte einen großen Stein vor den Eingang des Grabes und ging davon.

Jesus im Grab

Eingehüllt in das Leinentuch, das Grabtuch, gleitet der gekreuzigte und gequälte Leib Jesu langsam aus den barmherzigen und liebevollen Händen Josefs von Arimathäa in das Felsengrab.

In den Stunden der Stille, die nun folgen, wird Christus wirklich wie alle anderen Menschen sein, die in den dunklen Schoß des Todes, der Leichenstarre, des Endes vordringen.

Frage: Welche dunklen Momente in deinem Leben laden dich ein, die Gegenwart von Liebe und Mitgefühl besonders bewusst wahrzunehmen?

Fremdes Grab

Der Erlöser wird aber in ein fremdes Grab gelegt, weil er als Heiland für unser Heil starb. Wozu ihm ein eigenes Grabmal auf der Erde errichten, dessen Thron doch im Himmel ist?

Neues Grab

Er kam aus dem Schoß einer Jungfrau in die Welt. Er kam wieder hervor aus einem jungfräulichen Grab. In dieses Grab war noch nie ein Leichnam gelegt worden, so dass, wenn ein Leichnam herauskam und das Grab leer war, keine Verwirrung darüber bestand, welcher Leichnam herauskam.

Worte der goldenen Perle

Und er legte ihn in ein neues Grab, das er in den Felsen hatte aushauen lassen.

Der Erlöser wird aber darum in ein fremdes Grab gelegt, weil er für das Heil Anderer starb; wozu sollte er in sein eigenes Grab gelegt werden, der da an sich keinen eigenen Tod hatte? Wozu ihm ein Grabmal auf der Erde errichten, dessen Thron im Himmel blieb?

Wozu ihm ein eigenes Grab, welcher nur drei Tage nicht so fast tot lag, als wie in einem Bette ruhte? Das Grab ist aber die Wohnung des Todes.

Es bedurfte also Christus, welcher das Leben ist, nicht der Wohnung des Todes, und der immer Lebende bedurfte nicht der Wohnung der Verstorbenen.

Goldene Perle

Frage: In welchen Bereichen meines Lebens könnte ich das Leben über den Tod, das Licht über die Dunkelheit, stärker erkennen und zulassen?

Mt 27,61: ‭Es waren aber dort Maria Magdalena und die andere Maria, die saßen dem Grab gegenüber.‭

Vers 62-64 Bitte um Bewachung

Mt 27,62: ‭Am anderen Tag nun, der auf den Rüsttag folgt, versammelten sich die obersten Priester und die Pharisäer bei Pilatus

Mt 27,63: ‭und sprachen: Herr, wir erinnern uns, dass dieser Verführer sprach, als er noch lebte: Nach drei Tagen werde ich auferstehen.

Mt 27, 64: ‭So befiehl nun, dass das Grab sicher bewacht wird bis zum dritten Tag, damit nicht etwa seine Jünger in der Nacht kommen, ihn stehlen und zum Volk sagen: Er ist aus den Toten auferstanden!, und der letzte Betrug schlimmer wird als der erste.‭

Befiehl nun, dass das Grab sicher bewacht wird

Matthäus 27,64 bezieht sich auf die Bitte der Hohenpriester und Pharisäer an Pilatus, das Grab Jesu zu sichern. Sie fürchten, dass die Jünger seinen Leichnam stehlen und behaupten könnten, er sei auferstanden.

Diese Sorge zeigt ihren Unglauben, aber auch, dass sie Jesu Auferstehungsankündigung kannten. Ironischerweise trägt ihre Maßnahme zur Bestätigung der Auferstehung bei: Die römische Bewachung macht einen Diebstahl unmöglich, sodass das leere Grab ein starkes Zeugnis für das Wunder ist.

Ihre Furcht offenbart ihre Schuld und die Macht Jesu, selbst nach dem Tod. So zeigt der Vers, dass menschliche Absicherungen Gottes Plan nicht aufhalten können. Gottes Wahrheit triumphiert über jede menschliche List.

Frage: Wo in meinem Leben versuche ich, Gottes Wirken mit eigenen Sicherheiten zu kontrollieren, und wie könnte ich lernen, darauf zu vertrauen, dass sein Plan größer ist als meine Ängste?

Vers 65-66 Bewachung des Grabs

Mt 27,65: Pilatus aber sprach zu ihnen: Ihr sollt eine Wache haben! Geht hin und bewacht es, so gut ihr könnt!

Bewachung des Grabs

Lag nicht Ironie in der Stimme des Pilatus, als er sagte: Sichert es, so gut ihr könnt? Sie taten ihr Bestes. Sie versiegelten den Stein und stellten die Wache auf, aber ihre besten Sicherheitsvorkehrungen reichten eben doch nicht aus.

Unger sagt: Die Vorsichtsmaßnahmen, die seine Feinde trafen (Versiegelung des Grabes, Aufstellen einer Wache), mussten am Ende dazu dienen, dass Gott die Pläne der Gottlosen zunichte machte, und brachten den unwiderlegbaren Beweis für die Auferstehung des Königs.

Frage: Wie offen bin ich dafür, dass Gottes Pläne selbst dort wirken, wo menschliche Bemühungen alles zu sichern scheinen?

Mt 27,66: ‭Da gingen sie hin, versiegelten den Stein und bewachten das Grab mit der Wache.‭