Mt 25, 14-30 Gleichnis der Talente
Inhaltsverzeichnis
Vers 14 Gleichnis der anvertrauten Talente
Mt 25,14: Es ist wie bei einem Mann, der vorhatte, in ein anderes Land zu reisen. Er rief seine Diener zu sich und vertraute ihnen sein Vermögen an.
Vermögen
Im Wort Vermögen klingt an: das, was ich vermag. Das, was ich kann.
Das Vermögen kommt vom Herrn. Es gehört ihm. Das, was ich kann, verbindet mich mit Gott. Es ist ein Teil von ihm.
Ich stelle mir vor, dass jeder Mensch in seiner Einmaligkeit eine Seite Gottes repräsentiert und ins Reich der Materie übersetzen soll. Darin steckt eine große Würde.
Ich bin nach seinem Ebenbild geschaffen. Durch mich kommt ein Aspekt Gottes in die Welt, der ohne mich keinen konkreten Ausdruck finden würde.
Welche meiner Eigenschaften spiegeln Gott wider? Ich nehme mir Zeit, mich daran zu freuen und Gott dafür zu danken.
Dorit Wilke-Lopez
Frage: Welche Gabe in mir zeigt auf einzigartige Weise Gottes Präsenz in der Welt?
Die Reise gedeutet...
Christus ist der Herr aller Zeiten und Generationen. Wir alle sind Knechte. Man kann das Gleichnis so deuten, dass die lange Reise sich auf den Zeitraum zwischen der Himmelfahrt und der Wiederkunft Christi auf Erden bezieht.
Die drei Knechte sind dann verschiedene Typen von Menschen, die jeder auf seine Art dafür verantwortlich sind, die Interessen des Herrn zu vertreten. Von jedem wird, seinen Talenten entsprechend, ein Beitrag zur Vermehrung des Besitzes seines Herrn erwartet.
Charlotte Petermann
Frage: Wie nutze ich meine Talente, um im Alltag die Interessen des Herrn zu vertreten und spirituelles Wachstum zu fördern?
Vers 15 Gaben nach Fähigkeiten
Mt 25,15: Dem einen gab er fünf Talente, dem anderen zwei, dem dritten eins, jedem nach seiner Kraft, und er reiste sogleich ab.
Zum Gleichnis
Der Mensch im Gleichnis ist Christus, die Knechte sind wir und die Talente sind die Gaben, die der Herr uns anvertraut. Ein Talent war damals ein großes Vermögen.
Der Herr vertraut uns also ein großes Vermögen an. Dieses Vermögen – die Talente – ist sein Wort, seine Vergebung, sein Erbarmen und vieles mehr. Im Innersten ist es seine Liebe, ein Vermögen, das wachsen soll, indem wir davon Gebrauch machen, indem wir lieben, so wie er uns geliebt hat.
Mein Leben als Geschöpf Gottes ist ein einzigartiges Vermögen. Glaube stets daran, dass du vor Gott wertvoll bist, dass er dich beschenkt und dass du berufen bist, dass dieses Geschenk Frucht trägt.
Höre die Sanftmut des Herrn heraus: Er gibt jedem nach seiner Kraft, da er uns im Innersten kennt und weiß, was richtig für uns ist.
Frage: Wie kann ich die Gaben, die mir anvertraut sind, in meinem Alltag bewusst zum Wachsen bringen und andere daran teilhaben lassen?
Worte der goldenen Perle
Der Mensch aber, welcher in die Fremde reist, ist unser Erlöser, welcher in dem Fleische, welches er angenommen hatte, in den Himmel ging.
In den fünf, den zwei Talenten und dem Einen erkennen wir die verschiedenen Gnaden, welche einem Jeden verliehen wurden.
Es folgt: Und er reiste sogleich ab. Dadurch änderte er seinen Ort nicht, sondern er gab ihnen die freie Macht zu wirken, das heißt, er überließ es ihrem freien Willen.
Goldene Perle
Frage: Welche Gnaden in deinem Leben hast du bereits erkannt, und wie lässt du den freien Willen wirken, um sie zu entfalten?
Unterschiedliche Talente
Ein Diener erhielt nur ein Talent, aber wir sollten sehen, dass dies keine unbedeutende Summe war.
Einige erhielten mehr; aber jeder hat etwas bekommen und jeder hat viel bekommen.
Das Talent, das jeder Mensch hat, passt am besten zu seinem eigenen Stand; und es sind nur Stolz und Wahnsinn, die ihn dazu bringen, die Anmut und Talente eines anderen zu begehren und zu beneiden.
Frage: Wie kann ich meine eigenen Gaben wertschätzen, ohne mich mit den Talenten anderer zu vergleichen?
Jesus vertraut den Menschen viel an
In dem Gleichnis, das Jesus seinen Jüngern erzählt, geht es nicht um Gewinnmaximierung. Ein Talent war für die Menschen damals der Inbegriff einer riesigen Geldsumme. Keiner der Menschen, zu denen Jesus sprach, hatte wohl jemals so viel Geld gesehen, auch die Reichen nicht. Jeder seiner Zuhörer verstand sofort, dass das, was der Mann im Evangelium seinen Dienern anvertraute, alles übertraf, was sie sich vorstellen konnten.
Ellen Charlotte Petermann
Frage: Welche "Talente" oder Geschenke sind mir anvertraut worden, und wie kann ich sie so einsetzen, dass sie über das hinaus wirken, was ich mir selbst vorstellen kann?
Zu den Talenten
Gott gibt mir Talente, um Gutes zu tun. Mit ihnen kann ich meinen Brüdern und Schwestern dienen.
Die heilige Therese vom Kinde Jesu sagte, dass „alles Gnade ist“. Die Talente, die Gott uns für den Dienst an anderen gegeben hat, sind ebenfalls eine Gnade.
Wir können uns mit unseren Talenten anfreunden, wir können den Menschen helfen, die uns am meisten brauchen, und wir können auch Hilfe bekommen, denn jeder hat seine Talente, und was mir vielleicht fehlt, hilft mir mein Bruder zu ergänzen.
Auf diese Weise wachsen wir alle zusammen in Liebe und Gemeinschaft untereinander und mit Gott.
Frage: Welche Talente in mir könnten anderen heute besonders Gutes tun und mich zugleich näher zu Gott führen?
Die Geschenke Gottes
Gott traut uns sein Vermögen an. Bereits im Buch Genesis lesen wir, dass Gott uns Menschen diese Welt, seine Schöpfung, anvertraut, damit wir sie hüten, pflegen und bebauen.
Mit einher gehen seine Gaben und Geschenke, die wir Talente und Charismen nennen. Unverdiente Gaben, die er jedem Menschen in unterschiedlicher Form in Herz und Hände legt, damit der Mensch damit seinen Teil der anvertrauten Erde bebaut.
Da gibt es kein Vergleichen, denn jeder erhält "seine" Geschenke. Und mit diesen Geschenken "seine" Aufgabe und Berufung.
Kennst du deine Talente und Charismen, die Gott dir anvertraut hat? Wenn nein, frage andere, die dich gut kennen.
Klaus Einsle
Frage: Welche deiner Gaben könntest du heute bewusst einsetzen, um die Welt ein Stück mehr zu hüten und zu pflegen?
Vers 16 Gewinn des ersten Dieners
Mt 25,16: Da ging der hin, welcher die fünf Talente empfangen hatte, handelte mit ihnen und gewann fünf weitere Talente.
Vers 17 Gewinn des zweiten Dieners
Mt 25,17: Und ebenso der, welcher die zwei Talente empfangen hatte, auch er gewann zwei weitere.
Für was stehen die Talente
Früher erzeugte dieses Gleichnis in mir Leistungsdruck. Werde ich mit meiner Vermehrung meiner Talente vor dem Herrn bestehen können? Vorsicht Werksgerechtigkeit! Durch unsere Werke werden wir nicht gerecht und erlangen das Heil.
Die empfangenen Talente stehen für die empfangene Liebe des Herrn. Das Empfangen der Talente bedeutet, dass wir diese Liebe dankbar wahrnehmend genießen. Das Hinzugewinnen der Talente bedeutet nun, dass wir diese Liebe weiter schenken. Durch uns kommt so die Liebe des Herrn zu den Menschen.
Dies nun muss im Alltag stets aufs Konkrete heruntergebrochen werden. Beispiel: der Herr schenkt uns Vergebung und wir wiederum machen von der Vergebung im zwischenmenschlichen Bereich reichlich Gebrauch.
Vergrabt nicht eure Talente, die Gaben, die ihr von Gott empfangen habt! Habt keine Angst, das Große zu wollen. Papst Franziskus
Frage: Wie kann ich heute die empfangene Liebe in meinem Alltag bewusst weitergeben, damit sie zu Heil und Freude für andere wird?
Gottes Gnaden einsetzen
Die Diener haben das Geld eigentlich nicht geschenkt bekommen. Sie sollten vielmehr das Vermögen ihres Herrn während seiner Abwesenheit gewinnbringend verwalten. Das steht so nicht ausdrücklich im Text, wird aber klar vorausgesetzt.
Alles, was wir haben, sei es Geld oder Fähigkeiten, ist letztlich ein Geschenk, und wir müssen damit verantwortungsvoll umgehen. Was wir haben, ist nicht nur für uns, sondern wir sollen damit wirtschaften, indem wir unser Geld und unsere Fähigkeiten gewinnbringend für unser und das Wohl anderer einsetzen.
Das können manchmal ganz kleine und unscheinbare Dinge sein.
Ellen Charlotte Petermann
Frage: Wie nutze ich meine eigenen Gaben und Ressourcen so, dass sie nicht nur mir, sondern auch anderen dienen?
Vers 18 Vergraben des Talents
Mt 25,18: Aber der, welcher das eine empfangen hatte, ging hin, grub die Erde auf und verbarg das Geld seines Herrn.
Der dritte Knecht vergräbt das Talent
Nicht aus Faulheit, sondern aus Angst tat er dies, das Talent könnte verloren gehen. So blockiert er sich und die Liebe. Es fehlt ihm an Vertrauen.
Das Talent nicht zu vergraben, bedeutet, sich aus der grenzenlosen Liebe Gottes heraus zu bemühen, immer und in allem dem Willen Gottes nachzukommen, sowohl bei den angenehmen als auch bei den unangenehmen Dingen. Es bedeutet, sich nicht um das Morgen zu sorgen, sondern zu vertrauen.
Ja, hier liegt unsere Verantwortung: sich auf das zu fokussieren, was wir selbst gestalten können. Besonders bei Beziehungsproblemen haben wir oft eine Erwartung, was der andere tun müsste, und vergessen uns zu fragen, was wir selbst tun können.
Du aber bist der Gestalter deines Lebens. Also wage das Leben, vergrabe das geschenkte Talent nicht, sondern habe Vertrauen und immer wieder: liebe!
Frage: In welchen Bereichen deines Lebens hält dich Angst davon ab, dein Talent zu entfalten und Liebe frei zu geben?
Vers 19 Abrechnung nach langer Zeit
Mt 25,19: Nach langer Zeit aber kommt der Herr dieser Knechte und hält Abrechnung mit ihnen.
Nach langer Zeit
Nach langer Zeit, weil zwischen der Himmelfahrt des Herrn und seiner zweiten Ankunft eine große Zwischenzeit liegt.
Vers 20 Ertrag des ersten Dieners
Mt 25,20: Und es trat der hinzu, der die fünf Talente empfangen hatte, brachte noch fünf weitere Talente herzu und sprach: Herr, du hast mir fünf Talente übergeben; siehe, ich habe mit ihnen fünf weitere Talente gewonnen.
Vers 21 Lob und Belohnung
Mt 25,21: Da sagte sein Herr zu ihm: Recht so, du guter und treuer Knecht! Du bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über vieles setzen; geh ein zur Freude deines Herrn!
Eingehen in die Freude
Was kann aber einem getreuen Knechte Größeres zu Teil werden, als bei dem Herrn zu sein und die Freude seines Herrn zu sehen?
Denn durch dieses Wort drückt er die ganze Seligkeit aus. Es wird nämlich dieses unsere vollkommene Freude sein, worüber man sich keine größere mehr denken kann, dass wir Gott, den Dreieinigen, genießen, nach dessen Ebenbilde wir geschaffen sind.
Goldene Perle
Frage: Wie kann ich in meinem Alltag die Freude und Gegenwart Gottes bewusst wahrnehmen und tiefer genießen?
Vers 22 Ertrag des zweiten Dieners
Mt 25,22: Und es trat auch der hinzu, der die zwei Talente empfangen hatte, und sprach: Herr, du hast mir zwei Talente übergeben; siehe, ich habe mit ihnen zwei andere Talente gewonnen.
Die Arbeit der ersten zwei Diener
Wir können viel Gutes über die Arbeit der ersten beiden Diener sagen: Sie haben ihre Arbeit umgehend erledigt. Sie haben ihre Arbeit mit Ausdauer erledigt. Sie haben ihre Arbeit erfolgreich erledigt. Sie waren bereit , ihrem Herrn Rechenschaft abzulegen.
Vers 23 Gleiches Lob
Mt 25,23: Geh ein zur Freude deines Herrn!
Belohnung des Himmels
Der Herr kommt zurück.
Der erste und zweite Diener werden für ihr Handeln mit den Talenten belohnt. Ihre Belohnung steht eindeutig für den Himmel. Sie werden eingeladen, in die Freude des Herrn einzugehen.
Dieses Eingehen ist keine Vertröstung aufs Jenseits, sondern vollzieht sich schon jetzt und heute. Christus ist hier unter uns, dort wo wir gerade sind. In deiner Seele wohnt Gott in dir.
Wenn du nun täglich dein Talent einsetzt, das heißt vor allem, dass du liebst, dann gehst du auch tagtäglich ein in die Freude des Herrn und neues Leben blüht in dir auf.
Unsere Freude ist dann vollkommen und nicht mehr zu überbieten, wenn wir uns an der Gemeinschaft mit dem dreifaltigen Gott, nach dessen Bild wir geschaffen sind, erfreuen. Augustinus
Frage: Wie spürst du die Gegenwart Gottes in deinem Alltag und wie kannst du dein Talent der Liebe heute bewusst leben?
Beide bekommen den gleichen Lohn
Auch ist zu bemerken, daß zu Beiden dasselbe gesagt wurde, damit nicht etwa der, welcher zwar ein geringeres Vermögen empfing, aber dieses ganz zum Guten benützte, bei Gott weniger zu erhalten schiene, als der, welcher ein größeres Vermögen hatte.
Nur allein darum fragt es sich, daß der Mensch das, was er von Gott empfing, ganz zur Ehre Gottes verwende.
Goldene Perle
Frage: Wie kann ich in meinem eigenen Leben die Gaben, die mir gegeben wurden, so einsetzen, dass sie nicht nur mir, sondern auch dem Göttlichen dienen?
Vers 24 Ausrede des dritten Dieners
Mt 25,24: Da trat auch der hinzu, der das eine Talent empfangen hatte, und sprach: Herr, ich kannte dich, dass du ein harter Mann bist. Du erntest, wo du nicht gesät, und sammelst, wo du nicht ausgestreut hast;
Vers 25 Angst und Versteck
Mt 25,25: und ich fürchtete mich, ging hin und verbarg dein Talent in der Erde. Siehe, da hast du das Deine!
Wie wichtig ist unser Gottesbild!
Der dritte Knecht hat ein straffendes und richtendes Gottesbild. Die Bibel sagt uns aber eindeutig, dass er eben kein böser, harter und strenger Herr ist. Gegebenenfalls züchtigt und erzieht Gott uns, um uns wieder auf den richtigen Weg zu führen, aber er bestraft uns nicht.
So haben wir bitte, bitte nie Angst vor Gott. Ehrfurcht ja, aber keine Angst! Denn diese Angst wird uns hemmen in unseren Taten.
Daher erkennen wir die Güte und Liebe Gottes. Schon im Alten Testament, aber noch mehr und klarer in den Worten Jesu über den Vater. Aus dieser Liebe heraus lieben wir. Aus seinen Worten heraus reden wir, immer im Bewusstsein, dass wir nie alles perfekt machen werden. Aber wer keine Fehler machen will, macht alles falsch.
Frage: Wo in meinem Leben könnte ich Gottes Liebe ohne Angst erfahren, auch wenn ich Fehler mache?
Vers 26 Urteil des Herrn
Mt 25,26: Aber sein Herr antwortete und sprach zu ihm: Du böser und fauler Knecht! Wusstest du, dass ich ernte, wo ich nicht gesät, und sammle, wo ich nicht ausgestreut habe?
Gott will uns beschenken
Wer sich aber ängstlich versteckt und noch dazu sagt, dass er aus Furcht vor Gottes Strafe nichts gewagt hat, der hat Gott nicht verstanden. Er zweifelt an Gott und seiner Güte und lehnt Gottes Geschenk ab.
Solche Menschen will Jesus mit diesem Gleichnis wachrütteln. Sie sollen die Augen aufmachen und erkennen, wie sehr Gott auch sie beschenkt hat.
Jesus will ihnen Mut machen, auch etwas zu wagen, nicht aus Furcht vor der Strafe, sondern weil sie erfahren haben, dass Gott jeden Menschen unfassbar liebt und immer, wirklich immer, Wege zu einem befreiten und glücklichen Leben öffnen kann.
Ellen Charlotte Petermann
Frage: In welchen Bereichen deines Lebens hält dich Angst davon ab, Gottes Liebe und Möglichkeiten anzunehmen?
Vers 27 Vorwurf der Untätigkeit
Mt 25,27: Dann hättest du mein Geld den Wechslern bringen sollen, so hätte ich bei meinem Kommen das Meine mit Zinsen zurückerhalten.
Vers 28 Entzug des Talents
Mt 25,28: Darum nehmt ihm das Talent weg und gebt es dem, der die zehn Talente hat!
Angesichts dieses Gleichnisses müssen wir uns fragen:
Was haben wir mit unserem Wissen gemacht? Unsere Zeit? Unser Geld? Unsere Fähigkeiten? Die Unterlassungssünden [was wir nicht tun] können letztendlich gefährlicher sein als die Tatsünden [ was wir tun].
Vers 29 Wer hat, dem wird gegeben
Mt 25,29: Wer hat, dem wird gegeben werden, damit er Überfluss hat. Von dem aber, der nicht hat, wird auch das genommen werden, was er hat.
Dieses Gleichnis macht uns das Dienen für Jesus bewusst
Wenn du gut zuhören kannst, dann nimm dir die Zeit, dem anderen auch zuzuhören.
Wenn du dem anderen helfen kannst, dann helfe.
Wer Besitz hat, soll nicht müde werden, Almosen zu geben.
In allem: Da du geliebt bist und die Gabe der Liebe empfangen hast, liebe, liebe, liebe!
Lass die Liebe des Herrn in deinem Herzen wachsen, sodass du immer tiefer in die Liebe zum Herrn findest und aus Liebe zu ihm immer wieder neu die Kraft erhältst, deinen Nächsten zu lieben, wie er ist, statt von ihm zu erwarten, dass er so wird, wie du willst, dass er sein soll.
Wer nämlich die Liebe hat, der bekommt auch die übrigen Gaben. Wer aber die Liebe nicht hat, der verliert auch die Gaben, die er schon zu besitzen schien. Gregor der Große
Auch das Geringste, das einer als Gabe bekommen hat, wird hier mit dem Wort Talent bezeichnet. Gregor der Große
Frage: Wie kann ich heute bewusst die Liebe, die ich empfangen habe, in meinem Handeln gegenüber anderen sichtbar werden lassen?
Das nun ist der Kern des Gleichnis
Was jeder von Gott empfangen hat, das soll und muss er einem anderen weitergeben, so gut er nur kann und wie es ihm Gott gegeben hat.
Zuallererst muss er dafür empfangen. Nur wer empfängt, kann geben. Nur wer sich geliebt weiß, kann lieben. Nur wer gehört wird, kann zuhören. Nur wer sich von Gott angenommen weiß, kann annehmen sich selbst und den anderen.
Der Weg zu diesem Empfangen hin beginnt im Loslassen von allem, was du solltest, müsstest, hättest. Der Weg ist das Vertrauen auf Gottes Gnade, der uns Weisheit schenkt, das Gute zu erkennen und Kraft, es auch zu tun.
Gott passt auf uns auf, so wie ein Vater auf seine Kinder aufpasst. Und wir sind alle Kinder Gottes. Alles Gute, das wir haben, ist ein Geschenk Gottes. Porphyrios
Denn wer die Liebe hat, der erhält auch andere Gaben; wer aber die Liebe nicht hat, verliert auch die Gaben, welche er empfangen zu haben scheint.
Frage: Wie offen bist du wirklich dafür, Gottes Liebe zu empfangen und sie dadurch in deinem Leben weiterzugeben?
Vers 30 Ausstoßung in die Finsternis
Mt 25,30: Und den unnützen Knecht werft hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird das Heulen und Zähneknirschen sein.
Den unnützen Knecht werft hinaus
Der „unnütze Knecht“ steht für einen Menschen, der Gottes Gaben nicht nutzt. Statt mit den Talenten zu arbeiten, vergräbt er sie aus Angst. Dies zeigt mangelndes Vertrauen und Verantwortung.
Die „äußere Finsternis“ symbolisiert die Trennung von Gott, eine Folge der Untreue und Passivität. Das „Heulen und Zähneknirschen“ steht für Reue und Verzweiflung über das eigene Versagen.
Die Botschaft: Gott fordert uns auf, unsere Fähigkeiten für sein Reich einzusetzen. Wer untätig bleibt, vergeudet seine Chance auf göttliche Gemeinschaft und Segen.
Frage: Wo könnte ich selbst noch mutiger meine Gaben entfalten und Gott damit dienen?