Mt 13, 1-23 Gleichnis der vier Ackerböden
Inhaltsverzeichnis
Vers 1 Jesus am See
Mt 13,1: An jenem Tag aber ging Jesus aus dem Haus hinaus und setzte sich an den See.
Zum Abschnitt Mt 13,1-23
Mt 13,1-23 enthält das Gleichnis vom Sämann, das Jesu Lehre über die Aufnahme des Wortes Gottes veranschaulicht. Der Sämann steht für Gott, der sein Wort großzügig ausstreut. Die vier Bodenarten symbolisieren verschiedene menschliche Reaktionen: Der Weg (hartherzige Menschen), der felsige Boden (oberflächliche Begeisterung ohne Wurzeln), die Dornen (Menschen, die vom Alltag erstickt werden) und die gute Erde (jene, die das Wort hören, verstehen und Frucht bringen). Jesus zeigt, dass der Erfolg des Evangeliums von der inneren Bereitschaft des Menschen abhängt. Wer Gottes Wort annimmt, wird geistlich wachsen und Frucht bringen. Die Gleichnisauslegung fordert zur Selbstprüfung auf: Wie empfange ich das Wort Gottes?
Frage: Welche "Bodenart" beschreibt mein Herz – und wie kann ich mich neu für das Wirken Gottes in mir öffnen?
Vers 2 Große Volksmenge
Mt 13,2: Und es versammelte sich eine große Volksmenge zu ihm, sodass er in das Schiff stieg und sich setzte; und alles Volk stand am Ufer.
Es versammelte sich eine große Volksmenge zu ihm
Diese Szene zeigt das große Interesse der Menschen an Jesu Botschaft und seine kreative Methode, um sich verständlich zu machen.
Die Menschenmenge symbolisiert das Verlangen nach geistlicher Wahrheit. Das Boot kann als Sinnbild für die Kirche oder das Wort Gottes gesehen werden, das über den „Wassern des Lebens“ trägt. Jesu Position im Boot verdeutlicht seine Autorität als Lehrer.
Diese Szene leitet das Kapitel über Gleichnisse ein, in denen Jesus tiefere geistliche Wahrheiten offenbart. Sie fordert uns auf, mit offenem Herzen zuzuhören und Gottes Wort in unserem Leben fruchtbar werden zu lassen.
Vers 3 Gleichnis vom Sämann
Mt 13,3: Und er redete zu ihnen vieles in Gleichnissen und sprach: Siehe, der Sämann ging aus, um zu säen.
Mutter aller Gleichnisse
Dieses Gleichnis vom Sämann ist ein wenig die Mutter aller Gleichnisse, denn es spricht vom Hören des Wortes. Es erinnert uns daran, dass es ein fruchtbares und wirksames Samenkorn ist; und Gott streut es überall großzügig aus, ungeachtet der Verschwendung. So ist das Herz Gottes!
Jeder von uns ist ein Boden, auf den der Same des Wortes fällt, niemand wird ausgeschlossen. Das Wort wird jedem von uns gegeben. Wir können uns fragen: was für eine Art von Boden bin ich? Wenn wir wollen, dann können wir mit Gottes Gnade zu gutem Boden werden, der mit Sorgfalt urbar gemacht und angebaut wird, um den Samen des Wortes reifen zu lassen.
Papst Franziskus
Frage: Welchen Boden findet Gottes Wort gerade in meinem Inneren – offen, verschlossen, durstig oder bereit zur Frucht?
Die Bilder in dem Gleichnis
Der Sämann ist unser Gottvater im Himmel. Die Saat, die er sät, ist das fleischgewordene Wort Jesus Christus. Auf vielfältige Weise kommt es zu uns: vor allem durch die Schrift, aber auch durch Worte anderer Menschen. Dieses Wort nun fällt auf unterschiedlichen Boden (Weg, Fels, Dornen, gute Erde), einzig allein um die Beschaffenheit dieses Bodens geht es hier.
Der Boden ist ein Bild für das menschliche Herz ist. Vier Böden, vier Herzenszustände werden beschrieben, die einen unterschiedlichen Grad von Empfänglichkeit besitzen. Wir alle haben diese unterschiedlichen Böden in unserem Herzen. Dass möglichst viel Saatgut auf gute Erde fällt, liegt auch in unserer Verantwortung. Das ist der Kern des Gleichnisses.
Frage: Welche Art von Boden trägst du heute in deinem Herzen – und wie bereit bist du, Gottes Wort darin Wurzeln schlagen zu lassen?
Vers 4 Vögel fressen Samen
Mt 13,4: Und als er säte, fiel etliches an den Weg, und die Vögel kamen und fraßen es auf.
Das Bild des Weges
Der Weg ist trocken und hart. Er steht für den Zustand meines Herzens in der geistigen Dürre, wo ich unempfänglich bin für das Wort. Wie harter Boden reagieren wir, wenn der Heilige Geist uns eingibt, was wir tun sollen, und wir diese Eingebungen nicht weiter beachten. Habe also acht, dass Gottes heutige Worte an dich nicht von den geschäftigen Füßen des Alltags zertreten werden oder von vorbeifliegenden Vögeln gefressen wird.
Sammle dich. Suche Gott in dir und horche auf Ihn. Dies ist eine täglich neue Aufgabe. Aber genau das soll dein inneres Leben sein: beginnen und wieder beginnen.
Frage: Wo spürst du geistige Trockenheit – und wie kannst du heute neu beginnen, Gott darin zu begegnen?
Vertiefung
Der Boden am Wegesrand repräsentiert diejenigen, die das Wort nie wirklich mit Verständnis hören. Das Wort Gottes muss verstanden werden, bevor es wirklich Früchte tragen kann. Eines der Hauptwerke Satans ist es, die Menschen hinsichtlich ihres Verständnisses des Evangeliums im Dunkeln zu halten. Wie der Weg am Wegesrand gewähren wir dem Wort manchmal überhaupt keinen Raum in unserem Leben.
Vers 5-6 Felsiger Boden
Mt 13,5: Anderes aber fiel auf den felsigen Boden, wo es nicht viel Erde hatte; und es ging sogleich auf, weil es keine tiefe Erde hatte.
Mt 13,6: Als aber die Sonne aufging, wurde es verbrannt, und weil es keine Wurzel hatte, verdorrte es.
Das Bild des felsigen Bodens
Ein wenig Jesus geht nicht. Unsere Verwurzelung in ihm muss tief und immer tiefer gehen. Hingabe sowohl im Gebet wie in der Arbeit. Hingabe unseres ganzen Lebens. Nur so wird unsere Seele Ruhe finden.
Mir persönlich hilft es, einen Gedanken, einen Bibelvers mit in den Tag zu nehmen als Wegbegleitung, die nährt.
Hierzu Worte von Corrie ten Boom: Jesus Christus wird dich tiefer und tiefer heiligen, bis Jesus dein Alles ist. Er stellt uns nicht auf einmal auf die Spitze des Berges, sondern es ist ein ständiges Aufwärts- und Abwärtsgehen. Heiligung hat niemals eine Grenze erreicht, genauso wenig wie eine Ehe mit der Trauzeremonie aufhört. Es ist ein Prozess täglich neuer Hingabe, täglicher Übung im Glauben und im Gehorsam.
Frage: Was bedeutet es für dich persönlich, Jesus dein Alles sein zu lassen – in Höhen wie in Tiefen?
Vertiefung
Die Saat geht auf, geht aber ein, weil die Wurzeln durch den Fels unter der Erde nicht genügend Wasser bekommen und so in der Hitze verdorren. Ein Bild dafür, wenn wir das Wort Jesus kurzzeitig begeistert aufnehmen, doch dieses Interesse ist nicht beständig und oberflächlich und so keine Wurzeln schlägt. In Zeiten der Anfechtung haben sie keine Ausdauer und lassen sich vom Windstoß eines kleinen Sturms in ihrem Glauben umwerfen. Bin ich konsequent in der Vertiefung meiner Beziehung zum Wort Jesu? Ich richte meine Aufmerksamkeit auf ein tiefes geistiges Leben. Wie die steinigen Orte haben wir manchmal Begeisterungsblitze beim Empfangen des Wortes, die schnell ausbrennen.
Vers 7 Dornen ersticken Saat
Mt 13,7: Anderes aber fiel unter die Dornen und die Dornen wuchsen auf und erstickten es.
Das Bild der Dornen
Der von Unkraut überwucherte Boden steht für ein Herz, das sich von den Dingen dieser Welt zu sehr in Beschlag nehmen lässt. Da ist erstens das Dornengestrüpp der Sorgen. Wie häufig überfallen uns schon wegen Kleinigkeiten am Morgen die Sorgen. Statt sie Jesus abzugeben, grüble ich den ganzen Tag darüber nach und verhindere dadurch, dass das Wort Jesu in meinem Herzen wirken kann.
Da ist zweitens das Dornengestrüpp der Verlockungen und die Gier nach allerlei weltlichen Dingen. Die Angebote dieser Welt überfluten das Herz und ersticken die Wahrheit von Gottes Wort. Was beschäftigt mein Herz am meisten, wovon lebt mein Herz? Gegenüber welchen Anhänglichkeiten und Sorgen ist das Wort in meinem Leben der Verlierer? Wie die Erde unter Dornen, drohen die Sorgen dieser Welt und die Täuschung des Reichtums ständig, Gottes Wort und unsere Fruchtbarkeit zu ersticken.
Frage: Wo in meinem Leben muss ich Jesus wieder mehr Raum geben, damit sein Wort in mir wachsen und Frucht tragen kann?
Vers 8 Gutes Land bringt Frucht
Mt 13,8: Anderes aber fiel auf das gute Erdreich und brachte Frucht, etliches hundertfältig, etliches sechzigfältig und etliches dreißigfältig.
Das Bild des fruchtbaren Bodens
Der fruchtbare Boden steht für das Herz, das hört im tiefsten Innern. Das Merkmal echten Glaubens ist das beständige Hören auf das Wort Gottes.
Jesus, gib mir Deine Gnade, trotz meiner Geschäftigkeit, trotz dem Druck der Gesellschaft, trotz all der Sorgen und Begierden jeden Tag Zeit für Dein Wort zu finden. Hilf mir, es zu hören, es im Herzen zu bewahren, um 100fach Frucht zu bringen in meinem Leben!
Wie der gute Boden trägt das Wort in unserem Leben Früchte.
Frage: Was hilft dir, inmitten deines Alltags offen für Gottes leises Sprechen zu bleiben?
Herzenszustände nach Gerrid Setzer
Es werden uns vier grundsätzlich verschiedene Herzenszustände vorgestellt. Sehen wir uns das etwas näher an:
Der Weg – das harte Herz. Das Herz ist durch den Betrug der Sünde verhärtet worden. Der Teufel hat leichtes Spiel, um dafür zu sorgen, dass die Botschaft Gottes nicht eindringt.
Das Steinige – das oberflächliche Herz. Das Herz ist bereit, das Wort aufzunehmen, es mangelt aber an wirklichem Interesse und Tiefgang. Das Fleisch wird verhindern, dass Frucht emporwächst.
Das Dornige – das geteilte Herz. Das Wort wird aufgenommen, aber in dem Herz ist auch viel Platz für andere Dinge. Die „Welt“ dringt hinein und erstickt die Frucht.
Die gute Erde – das aufnahmebereite Herz. Das Wort wird mit wahrem Verständnis aufgenommen und Frucht wird hervorgebracht.
Vers 9 Aufruf zum Hören
Mt 13,9: Wer Ohren hat zu hören, der höre!
Wer Ohren hat zu hören, der höre!
Jesus betont, dass nicht jeder automatisch die geistliche Bedeutung seiner Worte erfasst. Das Hören im biblischen Sinne bedeutet nicht nur akustische Wahrnehmung, sondern ein tiefgehendes Verstehen und beherztes Umsetzen. Wer geistlich „Ohren hat“, soll offen sein für Gottes Wort und es in seinem Leben fruchtbar werden lassen. Die Aufforderung zeigt, dass Gottes Botschaft für alle zugänglich ist, aber nur diejenigen, die wirklich hinhören und ihr Herz öffnen, die Wahrheit erkennen und geistlich wachsen werden.
Frage: Wo in deinem Leben brauchst du heute offene Ohren und ein empfängliches Herz für Gottes leise Stimme?
Vers 10 Frage der Jünger
Mt 13,10: Da traten die Jünger herzu und sprachen zu ihm: Warum redest du in Gleichnissen mit ihnen?
Warum redest du in Gleichnissen mit ihnen?
Diese Frage zeigt ihr Bedürfnis nach Verständnis. Jesus nutzt Gleichnisse, um tiefergehende geistliche Wahrheiten zu vermitteln. Für jene, die offen sind, enthüllen sie göttliche Geheimnisse. Doch für Uneinsichtige bleiben sie verschlüsselt. So wird das Herz des Hörers geprüft.
Gleichnisse fordern dazu auf, aktiv nach Wahrheit zu suchen, anstatt sie passiv aufzunehmen. Wer echtes Interesse hat, wird die Bedeutung erkennen (Mt 13,11). Gleichzeitig erfüllen sie prophetische Worte (Jes 6,9-10).
Diese Stelle lehrt, dass geistliches Verständnis von der inneren Haltung abhängt: Wer sich Gott öffnet, wird erkennen.
Vers 11-12 Geheimnisse des Reiches
Mt 13,11: Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Weil es euch gegeben ist, die Geheimnisse des Reiches der Himmel zu verstehen; jenen aber ist es nicht gegeben.
Mt 13,12: Denn wer hat, dem wird gegeben werden, und er wird Überfluss haben; wer aber nicht hat, von dem wird auch das genommen werden, was er hat.
Wer hat, dem wird gegeben
Wer hat, dem wird gegeben. Wer nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat. Tatsache. So ist es wirklich in der Welt: Die Armen werden immer ärmer, die Reichen immer reicher. Doch ich denke, dass Jesus hier etwas anderes meint. Ich möchte es wagen, den Satz einmal umzuformulieren: Wer Offenheit hat, den werde ich reich beschenken; wer keine Offenheit hat, dem kann ich nichts geben, und er wird auch noch verlieren, was er hat.
Anstelle von Offenheit könnten wir auch Glauben sagen, Vertrauen oder Sehnsucht. Denn Gott zwingt niemandem seine Geschenke auf. Er schenkt dem, der beschenkt werden möchte.
Frage: Wo in deinem Leben wünschst du dir mehr Offenheit, um das Wirken Gottes empfangen zu können?
Vers 13 Verstockte Ohren
Mt 13,13: Darum rede ich in Gleichnissen zu ihnen, weil sie sehen und doch nicht sehen und hören und doch nicht hören und nicht verstehen;
Darum rede ich in Gleichnissen
Jesus erklärt hier, warum er in Gleichnissen spricht. Er verdeutlicht, dass viele Menschen zwar seine Worte hören und seine Wunder sehen, aber geistlich blind und taub bleiben. Ihr Herz ist verhärtet, sodass sie die tiefere Bedeutung nicht erfassen.
Die Gleichnisse dienen dazu, jene zu lehren, die wirklich nach Wahrheit suchen, während sie für Uneinsichtige verborgen bleiben. Dadurch erfüllt sich die Prophezeiung Jesajas (Jes 6,9-10), die beschreibt, wie Menschen trotz direkter Offenbarung Gottes nicht umkehren.
Dieser Vers fordert uns auf, unser Herz zu prüfen: Sind wir offen für Gottes Wort oder bleiben wir geistlich blind?
Vers 14 Jesajas Prophezeiung
Mt 13,14: und es wird an ihnen die Weissagung des Jesaja erfüllt, welche lautet: »Mit den Ohren werdet ihr hören und nicht verstehen, und mit den Augen werdet ihr sehen und nicht erkennen!
Nicht alle verstehen das Evangelium
Jesus verkündet die Frohe Botschaft. Es ist tatsächlich eine sehr gute und frohe Botschaft, aber manche wollen sie nicht hören. Vielleicht habe ich mich schon einmal selbst darüber gewundert, warum die Liebe Gottes für mich so offensichtlich ist, und warum so viele Menschen, die sie auch bräuchten, sich gar nicht dafür interessieren. Es ist ein Geschenk, dass ich die Frohe Botschaft verstehe. Eva Gloserová
Frage: Wie kann ich dieses Geschenk der Frohen Botschaft in meinem Leben noch tiefer annehmen und weitergeben?
Vers 15 Unempfängliches Herz
Mt 13,15: Denn das Herz dieses Volkes ist verstockt, und mit den Ohren hören sie schwer, und ihre Augen haben sie verschlossen, dass sie nicht etwa mit den Augen sehen und mit den Ohren hören und mit dem Herzen verstehen und sich bekehren und ich sie heile.
Ein Problem ist das Herz
Eine Ursache für die Blindheit und Taubheit wird erwähnt: Das Herz dieses Volkes ist hart geworden. Was bedeutet das?
Dass sie sich Gott gegenüber verschließen? Dass sie ihn nicht brauchen und lediglich aus eigenen Kräften leben wollen? Dass sie nicht darauf vertrauen, dass Gott ihnen ein erfülltes und glückliches Leben wünscht?
Eva Gloserová
Frage: Wie offen ist mein Herz wirklich für die Führung und Liebe, die mir das Leben schenken möchte?
Vers 16 Selige Augen und Ohren
Mt 13,16: Aber glückselig sind eure Augen, dass sie sehen, und eure Ohren, dass sie hören!
Selig seid ihr!
Selig sein, heißt glücklich sein. Glücklich, gesegnet seid ihr, die ihr auf Gott und seine Liebe zu euch vertraut. Wer das Leben so betrachtet, kann auch in schwierigen Situationen die Zeichen der Liebe und Vorsehung Gottes lesen und erkennen. Eva Gloserová
Selig sind wir, wenn wir von ihm die Gnade empfangen, ein wenig in das Mysterium Gottes hineinzuschauen! Nur er kann uns das geben. Wir können es nicht aus eigener Kraft. Danken wir ihm dafür: dass wir den Glauben haben; dass wir den Wert des Gebetes erkennen; dass wir das Wort Gottes gläubig hören. Denken wir daran, dass das, was wir haben, uns gegeben wurde – nicht aufgrund von eigenem Verdienst, sondern aus Gnade. Magdalena Sczuka
Körperliches und geistiges Auge und Ohr
Daher sind die Augen derer, welche sehen und nicht glauben wollen, zu bedauern; eure Augen aber selig zu preisen, weil sie sehen; und eure Ohren, weil sie hören. Hätten wir oben nicht gelesen, dass der Heiland die Zuhörer zum Verständnis aufforderte, indem er sprach: Wer Ohren hat zu hören, der höre; so könnten wir glauben, es seien die körperlichen Augen und Ohren selig zu preisen. Mir aber scheinen jene Augen selig zu sein, welche die Geheimnisse Christi erkennen können. Goldene Perle
Vers 17 Sehnsucht der Propheten
Mt 13,17: Denn wahrlich, ich sage euch: Viele Propheten und Gerechte haben zu sehen begehrt, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und zu hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.
Zu sehen begehrt, was ihr seht
Diese Worte Jesu richten sich an seine Jünger und betonen das Privileg, das sie haben, indem sie seine Lehre und Wunder unmittelbar erleben dürfen.
Propheten und Gerechte des Alten Testaments hatten die Ankunft des Messias ersehnt, doch sie konnten ihn nicht persönlich sehen. Die Jünger hingegen sind Zeugen der Erfüllung dieser Verheißungen.
Jesus unterstreicht damit die Bedeutung ihrer Zeit und ermutigt sie, die göttliche Offenbarung in ihm zu erkennen.
Der Vers lädt Gläubige ein, den Wert des Evangeliums zu schätzen und mit offenem Herzen anzunehmen.
Frage: Wie offen bist du dafür, die göttliche Offenbarung in deinem eigenen Leben zu erkennen und wertzuschätzen?
Vers 18 Deutung des Sämanns
Mt 13,18: So hört nun ihr das Gleichnis vom Sämann:
Unterschiedliche Böden
Der Same fällt auf unterschiedliche Böden und bringt deshalb unterschiedliche Ergebnisse hervor. Damit macht Jesus deutlich, dass Gottes Wort zwar viele Menschen erreicht, aber nicht immer die gleiche Wirkung hat. Auch wir hören häufig Gottes Wort, aber die entscheidende Frage ist, ob es nur gehört wird oder wirklich einen Platz in unserem Herzen findet.
Vers 19 Samen am Wegrand
Mt 13,19: Sooft jemand das Wort vom Reich hört und nicht versteht, kommt der Böse und raubt das, was in sein Herz gesät ist. Das ist der, bei dem es an den Weg gestreut war.
Ins Herz gesät
So betrachtet Gott die Worte, die er zu uns spricht: als eine uns ins Herz gepflanzte Saat. Nicht wie einen Befehl, nicht etwa nur als Information sieht er sie an. Sie sind eine Gabe, die das Potential hat, in mir zu wachsen und Frucht bringen. Sein Wort hat die Kraft, mich und die Welt um mich herum zu bereichern, ja sogar zu verwandeln. Es ist eine kostbare Saat. Eva Gloserová
Der Same auf dem Weg
Eine Art, wie der Böse den Samen Gottes aus unserem Herzen wegnimmt, sind die Zweifel. Der Vater der Lüge (Joh 8,44) sät unterschwellig Zweifel, Halbwahrheiten und Lügen in unser Herz, wie zum Beispiel: „Du bist zu schlecht für Gott.“ „Die Erlösung ist zu schwach für dich.“ „Du musst dir die Liebe Gottes verdienen.“ „Du bist allein.“ „Gott hört dich nicht.“ „Es gibt keine Hoffnung für dich.“ Wir dürfen diese Lügen zurückweisen und uns auf die Wahrheit Gottes besinnen, damit sein Same in uns wachsen kann. Michael Hemm
Vers 20-21 Samen auf Fels
Mt 13,20: Auf den felsigen Boden gestreut aber ist es bei dem, der das Wort hört und sogleich mit Freuden aufnimmt;
Mt 13,21: er hat aber keine Wurzel in sich, sondern ist wetterwendisch. Wenn nun Bedrängnis oder Verfolgung entsteht um des Wortes willen, so nimmt er sogleich Anstoß.
Der Same auf dem felsigen Boden
Der felsige Boden symbolisiert eine Haltung, die von Oberflächlichkeit und Weltlichkeit geprägt ist. Wenn wir „felsigen Boden“ im Herzen tragen, nehmen wir Glauben und Gebet eher als Pflicht wahr, nicht als eine lebendige, persönliche Beziehung.
Wer keine tiefgehende und persönliche Glaubenserfahrung gemacht hat, neigt dazu, den Glauben bei den ersten Herausforderungen leicht aufzugeben. Doch auch jene, die bereits das Geschenk einer solchen Gotteserfahrung empfangen haben, sind eingeladen, ihren Glauben stetig zu vertiefen – besonders in Zeiten, die sich trocken und entmutigend anfühlen.
Michael Hemm
Frage: Wie kannst du deinen Glauben in schwierigen Momenten persönlich erleben und stärken?
Vers 22 Sorgen ersticken Wort
Mt 13,22: Wieder ein anderer Teil der Saat fällt ins Dornengestrüpp. Das bedeutet: Jemand hört das Wort, doch die Sorgen dieser Welt und die Verlockungen des Reichtums ersticken es, und es bleibt ohne Frucht.
Der Same unter den Dornen
Die Dornen stehen für unsere Sorgen, den Stress, die Überdosis an weltlicher Ablenkung, die Arbeit und den Alltag, der uns manchmal über den Kopf wächst.
Bisweilen denken wir, wir müssten für Gott alles perfekt machen, leisten und performen. Doch Gott möchte keine Hochleistungsgläubigen, die hauptsächlich auf sich selbst schauen.
Er möchte Kinder, die auf ihn schauen, die er lieben kann und die glücklich sind – auch in den Sorgen des Alltags, weil sie wissen, dass der Vater trotz allem dornigen Wirrwarr die Kontrolle behält.
Michael Hemm
Frage: Wie kannst du heute mehr Vertrauen in Gottes Führung entwickeln, selbst wenn dein Leben von Dornen und Herausforderungen geprägt ist?
Glaube versus unsere Sorgen
Die Sorgen dieser Welt hindern uns daran, dass der Glaube in unserem Herzen tiefe Wurzeln schlagen kann. Ja, wir glauben an Gott und möchten ihm vertrauen. Doch sobald die Nöte des Lebens auftauchen – die Sorge um die Zukunft, Krankheit, Verlust oder Menschen, die uns verletzen – vergessen wir schnell, auf wen wir unsere Hoffnung und unser Vertrauen gesetzt haben.
Und dennoch: Gott kennt alles, was geschieht, und hält alles in seiner Hand. Gerade in den Momenten, in denen uns die Sorgen überwältigen und Gott scheinbar nichts unternimmt, neigen wir dazu, unser Leben selbst in die Hand nehmen zu wollen. Doch genau in diesen Zeiten möchte und wird Jesus für uns da sein und alles zum Guten wenden.
Gott ist so gut. Deshalb dürfen wir ihm unsere Sorgen anvertrauen, denn nur er weiß, was wirklich gut für uns ist.
Theresa Dömling
Frage: Wie kann ich lernen, inmitten meiner Sorgen Gottes Führung und Liebe bewusst zu spüren und darauf zu vertrauen?
Sich nicht ablenken lassen
Neugierde, Ehrgeiz, Unruhe, Unachtsamkeit und vieles mehr sind die Ursache dafür, dass wir tausendmal mehr Hindernisse als Werke, mehr Beschäftigungen als Aufgaben haben. Diese Trödeleien, diese überflüssigen Tätigkeiten, mit denen wir uns belasten, ziehen uns von der Liebe zu Gott weg – nicht jedoch die eigentlichen Arbeiten in Familie und Beruf.
Nehmen wir nicht wie ein Chamäleon die Farbe seines Aufenthaltsortes an, die Farbe unserer Arbeiten und Gespräche, sondern bleiben wir stets ganz mit Gott verbunden. Immer weiß an Reinheit, rot an Liebe und immer voll von Demut.
So lieben fromme Menschen die Liebe nicht weniger, wenn sie sich den äußeren Notwendigkeiten zuwenden, als wenn sie beten. Ihr Schweigen und ihre Stimme, ihre Taten und ihre Beschauung, ihre Beschäftigungen und ihre Ruhe singen gleichermaßen das Lied ihrer Liebe in ihnen.
Frage: Wie kannst du in deinem Alltag trotz vieler Ablenkungen die Verbindung zu Gott und zu deiner inneren Liebe bewusst bewahren?
Vers 23 Frucht im guten Land
Mt 13,23: Auf das gute Erdreich gesät aber ist es bei dem, der das Wort hört und versteht; der bringt dann auch Frucht, und der eine trägt hundertfältig, ein anderer sechzigfältig, ein dritter dreißigfältig.
Guter Boden sein
Wir sind guter Boden, wenn wir das Wort hören und verstehen. Denn nur dann können wir sein Wort auch weitergeben, sein Licht ausstrahlen, Licht der Welt sein.
Doch alleine, aus eigener Kraft, können wir das wiederum nicht. Um das Wort wirklich zu verstehen, brauchen wir den Heiligen Geist. Wir brauchen seine Weisheit, um Gottes Wort nicht nur zu hören, sondern auch zu verstehen und zu verinnerlichen.
Wenn wir Jesus um seinen Geist bitten und offen sind für das, was er uns sagen will, dann kann er uns sein Wort offenbaren. Dann werden wir im Glauben auch immer fester verwurzelt sein, sodass der Böse es nicht mehr schaffen kann, uns den Glauben zu entreißen.
Theresa Dömling
Frage: Wie offen bist du dafür, den Heiligen Geist in deinem Leben wirken zu lassen und dich von ihm in deinem Glauben stärken zu lassen?