Mt 11, 28-30 Einladung Jesu
Inhaltsverzeichnis
Mt 11, 28 Ruf zu den Beladenen
Mt 11,28: Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.
Was belastet mich?
Hier können wir kurz innehalten, um wahrzunehmen, was uns auf dem Herzen liegt. Was bewegt mich? Was bereitet mir Sorgen und Ängste? Wo fällt es mir schwer loszulassen?
Wir können gerne an vergangene Dinge denken, an den heutigen Tag oder an all die Dinge, die noch kommen, aber uns schon heute beunruhigen. Welche Kreuze trage ich mit mir herum? Welche Gedanken und Gefühle?
Peter Hemm
Frage: Welches innere Gewicht könnte ich heute bewusst ablegen, um mehr Leichtigkeit in meinem Leben zu spüren?
Wie oft plagen wir uns
Wie oft plagen wir uns durch das Leben und binden uns selbst schwere Lasten auf! Noch 2000 Jahre nach diesen Worten aus Jesu Mund sind die Gründe dieser Plackerei dieselben: Uns quält die unersättliche, unruhige Suche nach Ehre, Macht, Lust und Geld, wie es schon Thomas von Aquin formulierte.
Unser Leben ist zu sehr auf die Güter dieser Welt ausgerichtet, und genau diese Güter können unser unruhiges Herz einfach nicht stillen. Sie hinterlassen in uns eine Leere – wie eine Serie Fata Morganas, die uns auf unserer Suche durch die Wüste nach echtem Wasser begegnen.
Unser Herz ist schlichtweg für mehr gemacht. In welchem Bereich meines Lebens bemerke ich, wie ich Ehre, Macht, Lust oder Geld nachjage? Bemerke ich, wie sie in meinem Herzen eine Leere zurücklassen und mein Leben in einen Zustand der unendlichen Suche – der Unruhe – versetzen?
Nils Benedikt Schäfer
Frage: Welche Sehnsucht tief in mir könnte größer sein als all die flüchtigen Güter dieser Welt, und wie kann ich ihr Raum geben?
Was mache ich damit?
Jesus lädt uns ein, alles, was unser Herz beunruhigt, an ihn abzugeben. Wir dürfen mit allen unseren Problemen zu ihm kommen. Vor Gott müssen wir keine makellosen Heiligen sein.
Er möchte, dass wir vor ihn hintreten, wie wir sind. Er möchte uns zuhören. Er möchte eine Beziehung zu uns haben, zu mir, hier und heute.
Sprechen wir mit ihm und teilen wir ihm alles mit, was wir in unserem Herzen entdeckt haben, alles, was uns beunruhigt und uns den Frieden raubt. Ist jetzt alles gut?
Gott ist nicht wie eine Entsorgungsfirma, bei der man Ungewünschtes abliefert und es nie wieder zu Gesicht bekommt. Jesus erlöst uns durch seine übergroße Liebe; das ist außer Frage! Doch er möchte unser Leben gemeinsam mit uns leben, gerade auch alles, was uns bedrückt, besorgt und schwerfällt.
So können genau diese Belastungen eine Gelegenheit bieten, enger mit Jesu Liebe verbunden zu sein. Jesus möchte alles gemeinsam mit uns durchleben, um uns dadurch noch konkreter und persönlicher seine Liebe offenbaren zu können.
Peter Hemm
Frage: Welche Sorgen oder Ängste könnte ich heute bewusst in Jesu Hände legen, um seinen Frieden in meinem Herzen zu erfahren?
Zu Jesus mit seiner Last kommen
Du hast häufig schwer an dir selbst zu tragen, an deiner Menschlichkeit und den damit verbundenen Schwächen. Selbstzweifel, Selbstmitleid, Selbstvorwürfe sind kein guter Weg, damit umzugehen. Ich kenne das aus eigener Erfahrung.
Ich bitte dich: Akzeptiere liebend, dass du Fehler machst. Nimm an, was nicht so perfekt an dir ist, und trage es zu Jesus hin. Er, der in uns ist, trägt deine Menschlichkeit mit.
Das bedeutet nicht, dass du dich diesen Fehlern resignierend hingibst im Sinne eines „So bin ich halt.“ Aus deinen Fehlern kannst und sollst du lernen.
Des anderen Last tragen können wir nur dann, wenn wir unsere eigene Last in inniger Verbindung mit Christus annehmen. Das eine geht nicht ohne das andere!
So trage nun heute des anderen Last sowie deine eigene und erfülle somit das Gesetz Christi.
Frage: Welche Last darf ich heute in liebevoller Hingabe loslassen, um Raum für Heilung und Mitgefühl in meinem Leben zu schaffen?
Mit unseren Problemen zu Jesus Christus gehen
Probleme und Schwierigkeiten sind ein fester Bestandteil unseres Lebens. Manchmal leiden wir sehr und sehen keinen Ausweg. Vielleicht sieht sogar unser normaler Alltag so aus.
„Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.“ Dieses Versprechen Jesu dürfen wir ernst nehmen. Er wird unser Problem nicht in jedem Fall lösen, aber egal, wie ausweglos die Situation ist, Jesus wird unsere Seele wieder zur Ruhe kommen lassen.
Wenden wir uns vertrauensvoll an ihn, statt frustriert um uns selbst zu kreisen und in Selbstmitleid oder Hoffnungslosigkeit zu versinken. Sein Versprechen ist kein leeres Wort, er hilft wirklich.
Bertalan Egervári
Frage: In welchen Bereichen meines Lebens kann ich mich bewusst an Jesus wenden, um inneren Frieden zu finden, auch wenn die äußeren Probleme bestehen bleiben?
Andacht von Papst Franziskus
Der Herr weiß, wie schwer das Leben sein kann. Er weiß, dass viele Dinge das Herz ermüden. Angesichts all dessen besteht das erste Wort Jesu in einer Einladung, einer Einladung, sich in Bewegung zu setzen und zu reagieren: Kommt!
Wenn die Dinge schlecht laufen, wäre es ein Fehler, dort zu verharren, wo man ist. Jesus nimmt nicht die Lasten des Lebens hinweg, sondern die Angst aus dem Herzen; er nimmt uns nicht das Kreuz ab, sondern er trägt es mit uns. Und mit ihm wird jede Last leicht, da er die Ruhe ist, die wir suchen.
Er erwartet uns, er erwartet uns immer, nicht um auf magische Weise die Probleme zu lösen, sondern um uns in unseren Problemen stark zu machen. Jesus nimmt nicht die Lasten des Lebens hinweg, sondern die Angst aus dem Herzen; er nimmt uns nicht das Kreuz ab, sondern er trägt es mit uns. Und mit ihm wird jede Last leicht, da er die Ruhe ist, die wir suchen.
Wenn Jesus in das Leben eintritt, kommt der Friede, jener Friede, der auch in den Prüfungen, in den Leiden bleibt. Wir wollen zu Jesus gehen, ihm unsere Zeit schenken, ihm jeden Tag im Gebet in einem vertrauensvollen, persönlichen Gespräch begegnen; lasst uns mit seinem Wort vertraut werden, furchtlos seine Vergebung neu entdecken und uns an seinem Brot des Lebens sättigen: wir werden uns geliebt fühlen, wir werden uns von ihm getröstet fühlen.
Papst Franziskus
Frage: In welchen Bereichen meines Lebens könnte ich Jesus zulassen, um Angst loszulassen und inneren Frieden zu finden?
Andacht von Gertrud von Helfta
Kommt, kommt, kommt.
Ich komme, ich komme, ich komme zu dir, Jesus, Geliebtester, den ich geliebt, gesucht, mir gewünscht habe: wegen deiner Süße, deiner Güte und deiner barmherzigen Liebe folge ich dir nach in Liebe von ganzem Herzen, von ganzer Seele, mit aller meiner Kraft, da du nach mir rufst.
Lass mich nicht scheitern, sondern handle an mir nach deiner Güte und deinem großen Erbarmen. Mir, Herr, die ich flehentlich um deine Hilfe bitte, und mir, die ich von dem Sakrament deines Segens Kraft und Stärke ersehne, schenke das Bollwerk deines Schutzes und deine Leitung.
Es herrsche in mir, Herr, durch die Gabe deines Geistes kluges Maß, weise Güte, besonnene Milde, keusche Freiheit. Lass mich in barmherziger Liebe brennen, nichts außer dir lieben, lobenswert leben, aber ein Lob dafür nicht anstreben.
Dich lass mich in der Heiligkeit deines Leibes, dich in der Reinheit deiner Seele lobpreisen, voll Liebe dich lieben, voll Liebe dir dienen. Sei du mir meine Ehre, du meine Freude, du meine Begierde, du in der Trauer mein Trost, du im unschlüssigen Zweifel mein Rat.
Sei du im Unrecht meine Verteidigung, in der Bedrängnis Geduld, in der Armut Überfluss, beim Hunger Speise, beim Wachen mein Schlaf, in Krankheit Medizin. In dir möchte ich alles besitzen, in dir, den ich mehr als alles zu lieben bestrebt bin.
Gertrud von Helfta
Frage: Wo in meinem Herzen spüre ich heute das leise Rufen Gottes, ihm in Liebe zu antworten?
Rückzug in die Ruhe
Die Vögel haben ihre Nester auf den Bäumen, um sich dorthin zurückzuziehen, wenn sie dessen bedürfen. Der Hirsch hat sein Gebüsch und sein Dickicht, in dem er sich verbirgt und vergräbt und im Sommer sich der Kühle des Schattens erfreut.
So muss auch unser Herz sich jeden Tag irgendeinen Platz suchen, den Kalvarienberg, die Wunden des Herrn oder einen Ort nahe bei ihm, um sich dorthin inmitten der äußeren Arbeit bei jeder Gelegenheit zurückzuziehen, sich dort zu stärken und zu erholen und sich wie in einer Festung gegen die Versuchung zu verteidigen.
Frage: Welcher Ort in deinem Inneren bietet dir heute Ruhe, Kraft und Schutz, um im Alltag wieder bei dir selbst und bei Gott anzukommen?
Ruhe des Herzens
Eines der besten Kennzeichen für die Güte der Eingebungen ist Friede und Ruhe des Herzens. Denn der göttliche Geist ist wohl gewaltig, aber von einer sanften, milden, friedlichen Gewalt.
Dem Frieden des Herzens ist die Demut untrennbar verbunden. Demut nenne ich aber nicht einen Wortschwall, äußere Gesten, das Küssen des Erdbodens oder Verneigungen, wenn man diese Dinge ohne inneres Empfinden der eigenen Niedrigkeit tut. Denn all das ist nur ein eitles Getue schwacher Geister und muss eher eine Verzerrung der Demut als Demut genannt werden.
Ich rede vielmehr von einer echten und handfesten Demut, die uns empfänglich für Zurechtweisungen, lenksam und bereit zum Gehorsam macht.
Frage: In welchen Momenten spürst du den wahren Frieden deines Herzens, und wie offen bist du, die leisen Eingebungen der Demut anzunehmen?
Das Gebet der Ruhe
Die liebenswerte Ruhe der Seele nennt Theresia von Jesus das Gebet der Ruhe.
Liebende begnügen sich zuweilen damit, bei der Person zu sein, die sie lieben, wenn sie auch nicht mit ihr reden. Sie sind, wie es scheint, zufrieden und froh, diese geliebte Gegenwart auszukosten. Ihr Gemüt findet darin Ruhe und Frieden.
Wenn du daher in diesem einfachen, reinen, kindlichen Vertrauen bei unserem Herrn bist, so verweile da und rühre dich keineswegs, um fühlbare Akte des Verstandes oder des Willens zu erwecken.
Diese einfache Liebe des Vertrauens und dieses liebevolle Schlafen deines Geistes in den Armen deines Erlösers schließt alles in sich, wonach immer dich gelüsten möchte. Es ist besser, an dieser heiligen Brust zu schlafen, als irgendwo anders, wo immer es auch sei, zu wachen.
Eine Seele, die in Ruhe und Schweigen vor Gott ist, nimmt die Wonne dieser Gegenwart in sich auf.
Frage: Wie könntest du in deinem Alltag bewusst Momente finden, in denen du einfach in Gottes Gegenwart ruhst, ohne etwas tun zu müssen?
Seelenfrieden
Jesus verspricht uns nicht, dass wir nie wieder leiden werden, sondern er verspricht uns ein Herz, das inmitten der Leiden und Unannehmlichkeiten des Lebens zutiefst im Frieden ist. Im Frieden mit sich selbst, mit der Welt und mit Gott.
Die Last wird dadurch leichter, dass er unser Herz verwandelt. Er möchte unser Herz demütig und gütig machen, und dadurch wird es sozusagen auch „liebesfähiger“. Das kleine, vom Leiden verhärtete Herz wird durch seine verwandelnde Liebe größer, weicher und fähig, aus seiner Kraft alle und alles zu lieben.
Frage: In welchen Momenten meines Lebens spüre ich, dass mein Herz durch Liebe und Mitgefühl gewachsen ist, trotz Schmerz und Herausforderungen?
Ruhe für eure Seele
Das Wort „Ruhe” bedeutet in diesem Zusammenhang nicht das Ende von Arbeit und Kampf, sondern Seelenfrieden, Freude und tiefgründiges Glück. Das ist die Ruhe, die wir alle ersehnen, die Ruhe, die eines Tages ununterbrochen in der Glückseligkeit des Himmels herrschen wird.
Wir haben Einzelne getroffen, die diesen Frieden und diese Freude trotz ihrer jeweiligen Lebensumstände erfahren haben. Wir müssen aber beachten, dass Jesus nicht versprochen hat, uns die schweren Lasten, die Prüfungen oder die Leiden abzunehmen.
Aber wenn wir sein Joch auf uns nehmen, wenn wir uns seinem Plan, seinem Willen und seiner Liebe fügen, garantiert er uns die Freude. Wenn wir es noch niemals erlebt haben, dann sollten wir heute beginnen; geben wir ihm das, von dem wir in unserem Herzen wissen, dass er uns darum bittet.
Obwohl das Joch zuerst schmerzt, wie jedes Joch, bringt es die Helligkeit des Friedens und die Leichtigkeit der Freude.
Shawn Aaron
Frage: Welche Last oder welches Joch in deinem Leben könntest du heute vertrauensvoll abgeben, um tieferen inneren Frieden zu erfahren?
Er ist derjenige, der unser Herz befreit und unsere Lasten auf sich nimmt
Dadurch, dass wir ihm alles hinlegen, was uns bedrückt, schaffen wir neuen Platz in unseren Herzen. Und diesen Raum kann Jesus mit seiner Ruhe füllen. Er wird uns Ruhe schenken.
Wenn wir ihm vertrauen, kommt unsere Seele zur Ruhe. Wir müssen nicht alleine tragen, Jesus ist bei uns und hilft uns.
Wenn wir zu viel mit uns herumschleppen, sind wir nicht frei. Wir sind so damit beschäftigt, unsere Koffer zu tragen, dass wir keine Kraft mehr haben für andere. Wir können niemandem helfen, Lasten zu tragen, wenn wir selbst beladen sind.
Um derer Willen, die dich lieben – reise mit leichtem Gepäck. Um Gottes Willen, der dich gebrauchen will – reise mit leichtem Gepäck. Und um deiner eigenen Freude willen – reise mit leichtem Gepäck.
Ulrike Puintner
Frage: Welche Lasten könnte ich heute loslassen, um Raum für Ruhe, Freude und Liebe in meinem Herzen zu schaffen?
Zusammensein mit Jesus
Wir lieben Jesus oder üben uns zumindest in unserer Unvollkommenheit, ihn zu lieben. Wenn wir einen Menschen lieb haben hier in dieser Welt, begnügen wir uns oft allein damit, bei dieser Person zu sein. Gespräche und viele Worte sind dabei nicht das Wichtigste, sondern allein das Zusammensein.
Ebenso ist es mit unserer Beziehung zu Christus. Wir müssen nicht unentwegt mit ihm reden, um Ruhe in ihm zu finden. Allein das Bewusstsein seiner Gegenwart ist genug.
In diesem einfachen, reinen, kindlichen Vertrauen bei unserem Herrn zu sein, ist der Mittelpunkt unseres Lebens. Diese einfache Liebe des Vertrauens und dieses liebevolle Schlafen unseres Geistes in seinen Armen schließt alles in sich und ist genug.
Eine Seele, die in Ruhe und Schweigen vor Gott ist nimmt die Wonne dieser Gegenwart in sich auf. Franz von Sales
Frage: Wann habe ich zuletzt bewusst die Gegenwart Christi gespürt, ohne Worte oder Taten, und einfach nur in seinem Vertrauen verweilt?
Kommt alle her zu mir
Nicht selten fühle ich mich von Gott verlassen, leer und ausgebrannt. Ich habe kaum mehr Kraft, um auf meinen Nächsten einzugehen, bin gereizt und deprimiert. Ich rede kaum mit meiner Frau, bin lieblos zu meinen Kindern und oberflächlich gegenüber den Gästen und Studenten.
Und dann frage ich mich nach dem Grund und beginne zu grübeln. Wenn ich mich mal wieder so richtig down fühle, wenn ich nichts von der Kraft von Jesus verspüre, dann ist das Problem in der Regel nicht mein schwacher Glaube, nicht meine eigene Unfähigkeit, auch nicht die schwierigen Gäste und nicht einmal meine Frau.
Der Grund ist ganz einfach: Ich habe wieder einmal vergessen, wozu Gott mich geschaffen hat, ich habe wie wieder einmal die enge Gemeinschaft mit Gott vernachlässigt oder beiseitegestellt. Als Christ werde ich nirgends sonst Erfüllung finden als in der Gemeinschaft mit meinem Herrn Jesus, denn dazu hat Gott mich gemacht. Dazu sind wir gebaut!
Erst da, wo ich als Christ zum Herrn Jesus laufe, wird meine Seele wieder ruhig und findet Frieden.
Hans Peter Royer
Frage: Wo spüre ich heute, dass ich Gottes Nähe besonders brauche, und wie kann ich bewusst wieder in diese Gemeinschaft eintreten?
In Jesus Ruhe finden
Komm zu Jesus und ruhe dich in seiner Liebe und Gegenwart aus. Du weißt, dass dieser Tag Schwierigkeiten mit sich bringen wird, und vielleicht versuchst du, dir schon jetzt auszumalen, wie du diese Herausforderungen bewältigen kannst.
Doch wenn du alles im Voraus planen willst, vergisst du leicht, dass Jesus bei dir ist – jetzt und jederzeit. Wenn du deine Probleme im Kopf immer wieder durchgehst, erlebst du sie mehrfach, obwohl du sie eigentlich nur durchleben sollst, wenn sie wirklich eintreffen.
Belaste dich nicht länger auf diese Weise! Wende dich stattdessen Jesus zu und finde Ruhe in seinem Frieden. Er wird dir Kraft schenken, dich auf den Tag vorbereiten und deine Angst in vertrauensvolle Zuversicht verwandeln.
Frage: Wie kann ich heute bewusst meine Sorgen in Jesu Hände legen und auf seine Führung vertrauen?
Andacht von Papst Franziskus
Zu Jesus gehen: Es mag als eine selbstverständliche, allgemeine geistliche Ermahnung erscheinen. Aber versuchen wir, sie konkret werden zu lassen, indem wir uns Fragen stellen wie diese:
Als ich heute im Büro die Akten bearbeitete, habe ich mich da dem Herrn genähert? Habe ich es zum Anlass genommen, mit ihm zu sprechen? Und bei den Menschen, denen ich begegnet bin, habe ich da Jesus miteinbezogen, habe ich sie im Gebet zu ihm getragen? Oder habe ich alles gemacht, wobei ich in meinen Gedanken nur bei mir war, mich nur über das gefreut habe, was mir gelungen ist, und über das geklagt habe, was mir misslungen ist? Kurz und gut, gehe ich in meinem Leben zum Herrn oder kreise ich um mich selbst. Papst Franziskus
Mt 11, 29 Lernen von Jesu Sanftmut
Mt 11,29: Lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und demütig von Herzen.
Tugend der Sanftmut
Die Sanftmut ist eine meiner Lieblingstugenden, weil sie so praktisch ist. Es vergeht bei mir kein Tag, bald keine Stunde, in der ich nicht vor der Wahl stehe, allzu streng zu reagieren oder eben sanftmütig zu sein.
Lernen können wir das, wie sollte es anders sein, von Jesus, der selbst noch am Kreuz in seiner Liebe die Sanftmut walten lässt.
Sanftmut ist nach Gal 5,23 auch eine Frucht des Heiligen Geistes. Beten und bitten wir für diese Frucht.
Frage: In welchen Momenten fällt es dir am schwersten, sanftmütig zu bleiben, und wie könntest du in diesen Situationen auf die Liebe Gottes vertrauen?
Sanftmut Christi
Wir können die Sanftmut Christi unter vier Umständen betrachten. Zunächst offenbart sich seine Sanftmut in seinem gewöhnlichen Leben. All seine Gesinnungen waren friedlich: Er suchte nie Streitgespräche, sondern vermied alles, was zu Konflikten führen konnte. In dieser Haltung sind wir eingeladen, ihm nachzueifern.
Ebenso zeigt sich die Sanftmut Christi in seinen Zurechtweisungen. Trotz der Schmach und Verfolgung, die er erleiden musste, antwortete er nie mit Wut oder aggressivem Ton. Seine Worte und Taten blieben stets von Ruhe und Milde geprägt.
Ein weiteres Erscheinungsbild seiner Sanftmut liegt in der Gnade, mit der er Menschen aufnahm. Er teilte Mahlzeiten mit ihnen oder nahm ihre Einladungen an, ohne Vorbehalt oder Urteil.
Schließlich zeigt sich die Sanftmut Christi in seiner Passion. Er ging in sein Leiden wie ein Lamm, das geschmäht wurde, und erwiderte die Schmähungen nicht mit eigenem Groll.
Frage: Wie kann ich in meinem eigenen Leben Momente der Sanftmut erkennen und bewusst kultivieren, besonders in schwierigen Situationen?
Andacht von Hl. Johannes Klimakos zur Sanftmut
Sanftmut ist ein unveränderlicher Zustand des Verstandes, der sowohl in Ehren als auch in Demütigungen stets gleich bleibt.
Sanftmut bedeutet, dass wir, wenn wir von unserem Nächsten gequält werden, für ihn beten, und zwar aufrichtig, ohne auf seine Taten zu reagieren.
Sanftmut ist ein Fels, der sich über das Meer des Jähzorns erhebt und an dem alle Wellen brechen, ohne ihn jemals zu erschüttern.
Sanftmut ist die Stütze der Geduld, das Tor oder vielmehr die Mutter der Nächstenliebe, das Fundament der Besonnenheit; denn es steht geschrieben: „Der Herr wird den Sanftmütigen seinen Weg lehren“ (Ps 25,9). Sie verschafft Vergebung der Sünden, sie schenkt Vertrauen im Gebet, sie ist die Wohnstätte des Heiligen Geistes: „Auf wen soll ich meinen Blick richten, wenn nicht auf den Sanftmütigen und Friedfertigen?“ (Jes 66,2)
Sanftmut ist die Gehilfin des Gehorsams, die Richtschnur der brüderlichen Gemeinschaft, die Mäßigung des Wütenden, die Hemmschwelle des Jähzornigen, eine Quelle der Freude, die Nachahmung Christi, eine Eigenschaft der Engel, die Fessel der Dämonen, ein Schutzschild gegen Bitterkeit.
In sanftmütigen Herzen ruht der Herr; doch die stürmische Seele ist der Sitz des Teufels.
Frage: Wo in meinem Leben lade ich Sanftmut ein, und wo spüre ich den Ruf, mich Gott noch tiefer anzuvertrauen?
Von Herzen demütig
Demut ist nicht ein beliebiges Wort, eine gewisse Bescheidenheit …, es ist ein christologisches Wort. Den Gott nachzuahmen, der zu mir herabsteigt, der die Größe hat, dass er mein Freund wird, für mich leidet, für mich gestorben ist – das ist die Demut, die wir lernen müssen, die Demut Gottes. Benedikt XVI
Frage: Wo berührt mich diese göttliche Demut ganz persönlich – und wie öffnet sie in mir den Raum für Vertrauen und Hingabe?
Bedeutung der Demut
Demut bedeutet das gläubige Anerkennen Gottes. Sie beinhaltet ein Bewusstsein unendlichen Zurückbleibens hinter der erstrebten Vollkommenheit.
Von seiner altdeutschen Herkunft her bedeutet Demut, dienstwillig zu sein. Demut zeigt sich darin, sich in einer dienenden Haltung zu Gott zu befinden. Wir sind seine geliebten Werkzeuge.
Von seiner hebräischen Herkunft her bedeutet Demut „sich beugen“. Demut heißt, sich vor Gott zu beugen, ihn als Gott anzuerkennen und als Herrn unseres Lebens zu sehen.
Das lateinische Wort für Demut, humilitas, hängt mit Humus zusammen, mit Erdnähe. Demütige Menschen stehen mit beiden Beinen fest auf der Erde, um zum Himmel blicken zu können.
Ein Glaube ohne Demut ist undenkbar. Neben der Tugend der Liebe ist sie die Tugend schlechthin.
Frage: Wie kannst du in deinem täglichen Leben Momente der Demut finden, die dich tiefer mit deinem Glauben und deinem inneren Selbst verbinden?
Franz von Sales: Die Demut macht uns vollkommen vor Gott, die Sanftmut dem Nächsten gegenüber. Schließlich muss man dem Nächsten gegenüber Milde bis zum äußersten walten lassen, selbst bis zur Torheit, und darf niemals Vergeltung üben.
Demütig sein
Demut ist die entspannteste Haltung, die es gibt.
Demut heißt nicht, sich zum Fußabtreter für die anderen zu machen. Demut heißt nicht, seine Fähigkeiten klein zu reden oder zu verstecken.
Demut heißt, dass ich mir bewusst bin, dass ich in allem beschenkt bin – allein durch die Güte Gottes. Meine Talente, meine guten Taten, mein Gebet, meine Liebe zu den anderen, alles ist Geschenk Gottes. Er schenkt mir das alles einfach so, ohne dass ich irgendetwas vorher habe tun müssen. Aus Güte.
Das schafft Ruhe. Ich darf sein Werkzeug sein und mich daran freuen. Aus dieser Perspektive ist die Freude eine doppelte: einmal über die eigenen Fähigkeiten und Erfolge, und dann nochmal, weil Gott mich so beschenkt.
Aus dieser Haltung heraus lebt Jesus ohne Angst und voller Güte als Kind seines Vaters. Mit ihm, unter seinem Joch, darf auch ich so leben.
Dorit Wilke-Lopez
Frage: In welchen Momenten meines Lebens kann ich die Geschenke Gottes besonders klar erkennen und dankbar annehmen?
Mt 11, 30 Sanftes Joch und leichte Last
Mt 11,30: Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.
Worauf bezieht sich das Joch Jesu?
Die Juden benutzten das Bild eines Jochs, um ihre Unterwerfung unter Gott auszudrücken. Sie sprachen vom Joch des Gesetzes, dem Joch der Gebote, dem Joch des Reiches und dem Joch Gottes.
Jesus sagt, sein Joch sei „leicht“. Das griechische Wort für „leicht“ kann auch „gut sitzend“ bedeuten. Joche wurden maßgeschneidert, damit sie gut zu den Ochsen passten. Ochsen wurden paarweise angespannt.
Jesus lädt uns ein, uns mit ihm zu verbinden, unser Leben mit seinem Leben, unseren Willen mit seinem Willen und unser Herz mit seinem Herzen zu vereinen. Mit Jesus verbunden zu sein bedeutet, mit ihm in einer Beziehung der Liebe, des Vertrauens und des Gehorsams vereint zu sein.
Frage: Wo in meinem Leben spüre ich die Einladung, mein Herz und meinen Willen mit dem von Jesus in Einklang zu bringen?
Jesus trägt unsere Lasten mit uns
Jesus sagt auch, seine „Last ist leicht“. Es gibt die Geschichte von einem Mann, der einmal einem Jungen begegnete, der einen kleineren, verkrüppelten Jungen auf dem Rücken trug.
„Das ist aber eine schwere Last, die du da trägst“, rief der Mann.
„Er ist nicht schwer; er ist mein Bruder!“, antwortete der Junge.
Keine Last ist zu schwer, wenn sie in Liebe gegeben und in Liebe getragen wird. Wenn wir unser Leben mit Jesus verbinden, trägt er auch unsere Lasten mit uns und gibt uns die Kraft, seinem Weg der Liebe zu folgen.
Kennst du die Freude, in Jesu Gegenwart zu ruhen und täglich mit ihm den Weg zu gehen, den er für dich vorgesehen hat?
Frage: Wo in meinem Leben kann ich lernen, Lasten in Liebe zu tragen und zugleich die Leichtigkeit zu erfahren, die Jesus verspricht?
Andacht von Franziskus
Jesus verspricht, allen Ruhe zu verschaffen, doch er richtet an uns auch eine Aufforderung, die wie ein Gebot ist: Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig.
Das Joch des Herrn besteht darin, sich der Last der anderen mit brüderlicher Liebe anzunehmen. Wenn wir einmal die Ruhe und den Trost Christi empfangen haben, sind wir unsererseits berufen, in der Nachfolge des Meisters mit gütigen und demütigen Haltungen zu Ruhe und Trost für die Brüder und Schwestern zu werden.
Die Güte und die Demut des Herzens helfen uns nicht nur, uns der Last der anderen anzunehmen, sondern auch, ihnen mit unseren persönlichen Ansichten, mit unseren Urteilen, mit unseren Kritiken oder mit unserer Gleichgültigkeit nicht zur Last zu werden.
Papst Franziskus
Frage: In welchen Momenten könnte ich heute die Last eines anderen leichter tragen, ohne dass mein eigenes Herz schwer wird?
Andacht von Beate Scheilen
Jesus geht offenbar davon aus, dass jeder irgendein Joch zu tragen hat. Er sagt nun, dass das Joch, das er uns anbietet, keine drückende Bürde ist. Außerdem verspricht er uns eine leichte Last – im Gegensatz zu den schweren Lasten, die wir in unserem Leben schultern müssen.
Wie kann das sein? Ein- und dieselbe Last kann unendlich schwer sein, wenn ich sie alleine tragen muss, und wesentlich leichter, wenn mir jemand hilft. Jesus steht immer neben mir und ist bereit, mir zu helfen, wenn ich ihn darum bitte.
Für mein Kreuz – die einzige Last, die ich noch tragen muss – gibt er mir die Kraft. Mit seiner Gnade kann ich Dinge bewältigen, die mich rein menschlich ruinieren würden. Und es ist mir sogar möglich, dabei innerlich Ruhe und Frieden zu haben!
Beate Scheilen
Frage: Welche Last in meinem Leben könnte leichter werden, wenn ich sie bewusst mit Jesus teile?
Hier geht's zu einer Auslegung von G. de Koning zu Mt 11. Kap.
Das war eine Christliche Bibel - Auslegung, Kommentar, Andacht, Impuls, Erklärung, Bedeutung bzw. Predigt zum Matthäus Evangelium Mt 11. Kap.