Mk 13, 24-31 Über Jesus Wiederkunft
Inhaltsverzeichnis
Vers 24-25 Erschütterung der Gestirne
Mk 13,24: Aber in jenen Tagen, nach jener Drangsal, wird die Sonne verfinstert werden, und der Mond wird seinen Schein nicht geben,
Aber in jenen Tagen
Die Apostel haben drei intensive Jahre das Leben mit Christus verbracht und seine Barmherzigkeit hautnah erlebt. Am Ende seines irdischen Lebens kündigte er ihnen an, dass er selbst wiederkommen werde, um die Geschichte der Menschheit zu vollenden.
Diese Verheißung ist für uns Christen eine Quelle ständiger und süßer Hoffnung. Denn an diesem Tag „wird Gott in seinem Sohn das Urteil über die Angelegenheiten der Menschen sprechen“¹. Christus ist das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende aller Dinge, der Richter der Geschichte (vgl. Offb 21,6). Alles – die gesamte Schöpfung und die menschliche Geschichte – läuft auf ihn zu.
Frage: Wie spiegelt sich die Hoffnung auf Christus’ Wiederkunft in deinem täglichen Leben wider?
Mk 13,25: und die Sterne des Himmels werden herabfallen und die Kräfte im Himmel erschüttert werden.
Vers 26 Kommen des Menschensohns
Mk 13,26: Dann wird man den Sohn des Menschen in den Wolken kommen sehen mit großer Kraft und Herrlichkeit.
Herrlichkeit des Christus
Wenn Christus, der Messias erscheint, lässt er seine Herrlichkeit in dieser Schöpfung leuchten, und jedes Auge wird ihn sehen.
Er ist dann nicht mehr der Wurzelspross aus dürrem Erdreich, der seine Herrlichkeit unter dem schlichten Kleid eines Dieners verbergen wird.
Nein, seine Herrlichkeit wird dann geschaut werden. Und darauf sollten seine Jünger warten.
Gerrid Setzer
Frage: Wie offen bin ich dafür, die verborgene Herrlichkeit in mir selbst und in der Welt um mich herum zu erkennen?
Vers 27 Sammlung der Erwählten
Mk 13,27: Und dann wird er seine Engel aussenden und seine Auserwählten sammeln von den vier Windrichtungen, vom äußersten Ende der Erde bis zum äußersten Ende des Himmels.
Seine Auserwählten sammeln
Mk 13,27 spricht von einem Gott, der sammelt, nicht verstreut. In einer Welt, die uns oft auseinanderzieht durch Termine, Erwartungen und Sorgen, klingt dieses Bild tröstlich. Gott kennt die Wege, auf denen wir uns verlieren, und die Orte, an denen wir uns fremd fühlen. Nichts ist zu weit entfernt, als dass seine Nähe uns nicht erreichen könnte.
Diese Zusage lädt ein, den eigenen Alltag neu zu sehen. Auch das Unvollständige, das Zerstreute unseres Lebens steht unter Gottes Blick. Er sammelt Geduld, Hoffnung und Vertrauen, selbst wenn wir sie kaum noch finden.
Frage: Wo wünsche ich mir heute, dass Gott mich sammelt und neu ausrichtet?
Vers 28-29 Gleichnis vom Feigenbaum
Mk 13,28: Von dem Feigenbaum aber lernt das Gleichnis: Wenn sein Zweig schon saftig wird und Blätter treibt, so erkennt ihr, dass der Sommer nahe ist.
Bild des Feigenbaums
Jesus lädt uns mit dem Bild des Feigenbaums ein, aufmerksam zu leben. Wenn seine Zweige saftig werden und Blätter treiben, wissen wir: Der Sommer ist nah. Niemand muss es erklären, man spürt es einfach. So ist es auch mit Gottes Wirken in unserem Alltag. Oft geschieht es leise, unscheinbar, mitten im Gewöhnlichen. Ein tröstendes Wort, ein neuer Mut, ein Moment von Frieden. Wer achtsam hinsieht, entdeckt darin Zeichen der Nähe Gottes.
Diese Andacht ermutigt, nicht nur auf große Ereignisse zu warten, sondern die kleinen Hinweise ernst zu nehmen. Gottes Reich beginnt nicht irgendwann, sondern wächst schon jetzt. Unsere Aufgabe ist es, das Wahrnehmen einzuüben und dem Vertrauen Raum zu geben.
Frage: Wo habe ich in letzter Zeit kleine Anzeichen von Gottes Nähe in meinem Leben entdeckt?
Mk 13,29: So auch ihr, wenn ihr seht, dass dies geschieht, so erkennt, dass er nahe vor der Türe ist.
Vers 30 Dieses Geschlecht
Mk 13,30: Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis dies alles geschehen ist.
Dieses Geschlecht wird nicht vergehen
Die Auslegung dieses Verses ist umstritten. „Dieses Geschlecht“ kann sich entweder auf die damalige Generation der Zuhörer oder auf das Volk Israel beziehen. Wenn es die damalige Generation meint, könnte Jesus auf die Zerstörung Jerusalems im Jahr 70 n. Chr. hinweisen. Wird „Geschlecht“ als Israel verstanden, bedeutet es, dass das Volk bis zur Wiederkunft Christi bestehen bleibt.
Die Worte unterstreichen die Verlässlichkeit von Jesu Prophezeiungen. Sie fordern die Gläubigen auf, wachsam zu bleiben, da Gottes Gericht sicher kommt. Der Vers mahnt dazu, sich auf das Ende vorzubereiten, ohne jedoch genaue Zeitangaben zu erwarten.
Frage: Wie wachsam und vorbereitet lebt mein Glaube im Angesicht der Verheißungen Gottes?
Vers 31 Unvergängliche Worte
Mk 13,31: Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.
Ewige Worte
Die Himmel und die Erde sind gewaltige Schöpfungswerke Gottes. Doch ewig werden sie nicht bestehen. Sie werden einmal aufgelöst werden.
Die Worte, die der Herr Jesus geredet hat, haben dagegen ewig Bestand. Sie werden niemals vergehen, sondern für immer und ewig bleiben.
Mit anderen Worten: Ein Satz aus dem Mund des Herrn Jesus ist wichtiger und großartiger als alle Galaxien zusammengenommen.
Die Offenbarung Gottes in seinem Wort ist größer als die Offenbarung in seiner Schöpfung.
Gerrid Setzer
Frage: Welche Wahrheit aus Gottes Wort trägt dich über das Sichtbare hinaus und vertieft deine Beziehung zu ihm?
Andacht von Gregor der Große
Nichts im Bereich der materiellen Dinge ist beständiger als Himmel und Erde, und auf Erden ist nichts vergänglicher als ein gesprochenes Wort.
Wenn der Herr erklärt: Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen, will er damit sagen: Alles, was um euch herum von Bestand ist, hat keinen Bestand vor der Ewigkeit, und alles, was bei mir zu vergehen scheint, ist in Wirklichkeit unveränderlich und unvergänglich; denn meine Worte, die verklingen, drücken Gedanken aus, die bleiben und unveränderlich sind.
Also, meine Brüder, hängt euer Herz nicht an diese Welt, die, wie ihr seht, nicht von Bestand ist.
Frage: Woran möchtest du dein Herz neu ausrichten, damit es sich von dem nährt, was ewig trägt?
Gottheit
Jesus erhob den erstaunlichen Anspruch, ewige Worte zu äußern. Dies ist sicherlich genug, um seinen Anspruch auf Gottheit zu begründen.
Ewiges Wort Gottes
Alle Worte des Menschen, auch die wichtigsten, sind flüchtig. Die Worte Gottes hingegen nutzen sich nie ab, sie sind lebendig und schenken Leben in Fülle.
Dies erfahren wir immer wieder, wenn uns eine Schriftstelle im Gebet oder bei der Lektüre auf neue Weise berührt oder eine vertraute Passage plötzlich in einem anderen Licht erstrahlt.
Diese Begegnung mit dem Wort Gottes braucht Zeit und Aufmerksamkeit. Papst Franziskus erinnerte: Es genügt nicht, die Heilige Schrift zu lesen, man muss auch auf Jesus hören, der in ihr spricht.
Frage: Wie öffne ich heute mein Herz, um die Stimme Gottes in seinem Wort tiefer zu hören und mich von ihr verwandeln zu lassen?
Unvergängliche Worte Jesus
Alles in diesem Universum ist vergänglich, die gesamte Schöpfung ist von Endlichkeit geprägt. Doch inmitten dieser Vergänglichkeit sind die Worte Jesu unvergängliche Samen der Ewigkeit. Gott vergeht nicht, und alles, was von ihm kommt, bleibt bestehen.
Der heilige Josefmaria betonte: „Im geistlichen Leben gibt es keine neue, künftige Epoche mehr. Alles ist schon in Christus gegeben, der starb und auferstand und lebt und für immer bleibt. Doch sollen wir uns mit ihm durch den Glauben vereinen und sein Leben in uns offenbar werden lassen.
Damit diese Einheit mit Christus Wirklichkeit wird und sein Wort in uns Früchte trägt, müssen wir die Stille pflegen – sowohl innerlich als auch äußerlich. Nur in der Stille kann unser Herz die Stimme Gottes hören.
Papst Benedikt XVI. erklärte dazu: „Die Stille ist in der Lage, einen inneren Raum tief in uns selbst zu schaffen, um Gott dort wohnen zu lassen, damit sein Wort in uns bleibt, die Liebe zu ihm in unserem Geist und in unserem Herzen verwurzelt wird und unser Leben beseelt
Frage: Wo suche ich echte Stille, damit Gottes Wort in mir Wurzeln schlagen kann?