Mk 8, 1-10 4000 Menschen werden satt

Vers 1 Speisung der Viertausend

Mk 8,1: In jenen Tagen, als eine sehr große Volksmenge zugegen war und sie nichts zu essen hatten, rief Jesus seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen:

Vers 2 Mitleid mit dem Volk

Mk 8,2: Ich bin voll Mitleid mit der Menge, denn sie verharren nun schon drei Tage bei mir und haben nichts zu essen.

Jesus hat Mitleid mit uns Menschen

Es ist unglaublich schön zu wissen, dass der Herr einen Blick für unsere Bedürfnisse hat. Er lehrt uns nicht nur mit seinem Wort und heilt uns nicht nur von unseren Krankheiten, sondern er möchte uns wirklich nahe sein und sieht auch die Details, die uns fehlen. Das ist die feinfühlige Liebe Jesu zu uns, die nicht beim Buchstaben stehen bleibt, sondern darüber hinausgeht.

Schauen wir in diesem Punkt auf unser Leben und suchen wir die Momente, in denen wir auf besondere Art und Weise sein Liebe erfahren haben. Danken wir ihm dafür.

Jonathan Fuhr

Frage: Wo hast du in letzter Zeit diese feinfühlige Liebe Jesu in deinem Leben gespürt und wie verändert sie dein Herz?

Jesu ganzes Leben drückt dieses Mit-Leid Gottes aus

Gott leidet mit, wenn wir leiden, im griechischen Urtext steckt in diesem Wort der Wortstamm für „Eingeweide“, das heißt, unser Leid geht ihm unter die Haut, er spürt es tief in seinem Innern.

Auch meine Schwierigkeiten und mein Leid heute wird er mit-fühlen und mitleiden.

Der Schöpfer des Universums leidet mit mir mit! Das ist so groß, das muss man erst einmal „sacken“ lassen.

Dorit Wilke-Lopez

Frage: Wo habe ich zuletzt Gottes mitfühlende Nähe in meinem eigenen Schmerz erahnt?

Jesu Einfühlsamkeit teilen

Jesus fühlt mit den Menschen, die ihm nachfolgen. Er will sie nicht hungrig wegschicken, sondern mit eigenen Händen versorgen. Er kennt ihre Bedürfnisse und ihre Schwächen, und er kümmert sich sehr fürsorglich und großzügig um sie.

Er lädt uns ein, an seiner Einfühlungsgabe teilzuhaben, auf die Bedürfnisse anderer zu achten und das anzubieten, was wir haben, auch wenn es wenig scheint, im Vertrauen darauf, dass er es vermehren wird. Anton Vogelsang

Frage: Wo darf Jesus heute durch mich andere versorgen und mein Vertrauen wachsen lassen?

Zum Mitleid

In Wirklichkeit verbirgt sich das mit-leidende Leben meistens im gewöhnlichen Alltag. Es geht nicht darum, daß wir Mutter Teresa imitieren sollen, sondern daß wir aufgeschlossen sind für die vielen kleinen Leiden derer, mit denen wir unser Leben teilen. Hören wir dem zu, der uns nicht sofort interessant erscheint? Können wir mit dem mit-leiden, dessen Schmerz den Augen der Welt verborgen bleibt?

Wahres Mit-leiden beginnt stets genau da, wo wir sind. Mit-leiden heißt, auf einen anderen, der leidet, zugehen und sich auf ihn einlassen.

Frage: Wo öffnest du dich im Alltag für das verborgene Leid anderer und wie spürst du dabei die Verbindung zum Göttlichen in dir?

Vers 3 Hunger auf dem Heimweg

Mk 8,3: Und wenn ich sie ohne Speise nach Hause entlasse, so werden sie auf dem Weg verschmachten, denn etliche von ihnen sind von weit her gekommen.

Einige sind von weither gekommen

Jesus von weither nachzufolgen erfordert Einsatz und Mühe. Die Kraft geht immer wieder aus, immer wieder stoßen wir auf natürliche Grenzen, sind erschöpft und hungrig.

Auch auf mich schaut er heute und sieht, woher ich komme und wie der Tag mich anstrengt! Dorit Wilke-Lopez

Er hat das im Blick. Er hat jeden einzeln im Blick und weiß, wer von wo gekommen ist.

Frage: Wo spüre ich heute Jesu fürsorglichen Blick auf mein Leben und meine Erschöpfung?

Jesu Mitgefühl mit uns

Gott schaut auf uns und sieht jeden Einzelnen, jedes Herz und jeden Akt der Liebe, den wir für unseren Nächsten und für ihn tun.

Auch sieht er die Mühe, die die Menschen auf sich nehmen, um bei Jesus zu sein; drei Tage draußen übernachten, fern von zuhause, vielleicht ohne Familie, nur mit dem Nötigsten.

Manchmal kostet es uns viel, so dass wir wie die Menschen im Evangelium "hungrig" werden und somit erschöpft sind, ausgelaugt und Stärkung brauchen.

Ein Glück, dass wir einen guten Gott haben, der weiß, was wir brauchen, und auf uns mit einer übergroßen Liebe schaut.

Br. Simon Kempen

Frage: Wo spürst du heute Gottes liebevollen Blick in deinem Leben und wie kannst du ihm in deiner eigenen Müdigkeit begegnen?

Vers 4 Ratlosigkeit der Jünger

Mk 8,4: Und seine Jünger antworteten ihm: Woher könnte jemand diese hier in der Einöde mit Brot sättigen?

Woher soll man Brot bekommen, um sie alle satt zu machen? 

Die Apostel stellen eine sehr menschliche Frage und zeigen damit, wie klein ihr Glaube an Jesus ist. Wozu sich anstrengen, wenn die Sache ohnehin unmöglich ist?

Wie oft hindert uns diese Art zu denken daran, Großes für Gott zu tun und Großes von ihm zu erwarten! Wie oft geben wir uns geschlagen und begnügen uns mit Bedauern und Jammern über scheinbar hoffnungslose Situationen, als wäre Gott nicht fähig und willens, uns zu helfen!

Wir brauchen den Glauben der Jungfrau Maria, die das Unmögliche glaubte und so die Mutter von all dem wurde, was wir glauben. Patrick Murphy

Frage: Wo darf in meinem Leben der Glaube an Gottes Möglichkeiten heute neu aufblühen?

Vers 5 Sieben Brote vorhanden

Mk 8,5: Und er fragte sie: Wie viele Brote habt ihr? Sie aber sprachen: Sieben.

Wie viele Brote habt ihr?

Um den Menschen helfen, ruft Jesus seine Jünger zu sich. Er teilt mit ihnen, was in seinem Herzen vorgeht, und bittet um Hilfe.
Ist es nicht häufig so, dass Gott uns durch anderen Menschen zu Hilfe kommt? Und er braucht von ihnen nicht viel – ein paar Brote und die Bereitschaft, sie mit anderen zu teilen.

Wenn die Jünger zustimmen, geschieht schon das Wunder. Sie sehen mit eigenen Augen, wie Jesus aus den sieben Broten, die sie zu bieten hatten, ein riesiges Mahl macht. Es kann sein, dass das auch für sie ein Zeichen sein sollte: Jesus wird auch durch sie und in ihrem Apostolat den geistlichen Hunger von ungezählten Menschen stillen.

Habe ich schon irgendwann erfahren, wie Gott durch mich anderen helfen konnte? Wie war diese Erfahrung?
Eva Gloserová

Frage: Wo öffnet sich in meinem Alltag ein Raum, in dem ich Jesu Vertrauen in mich spüren und weitergeben kann?

Gespräch mit Christus: Herr Jesus, ich gebe dir meine Hände, um deine Arbeit zu tun. Ich gebe dir meine Füße, um deinem Weg zu folgen. Ich gebe dir meine Augen, um zu sehen, wie du siehst. Ich gebe dir meine Zunge, um deine Worte zu sprechen. Ich gebe dir meinen Verstand, damit du in mir denkst. Ich gebe dir meinen Geist, damit du in mir betest. Vor allem gebe ich dir mein Herz, damit du in mir deinen Vater und alle Menschen liebst. Ich übergebe dir mein ganzes Sein, damit du, Christus, in mir wächst, arbeitest und betest. Amen.

Er bedient sich menschlicher Werkzeuge

Jesus will sich von Beginn an unser als Werkzeuge und Mittler seiner Liebe bedienen. Deshalb bittet er die Jünger um Hilfe, er bittet seine Jünger, ihm von dem zu geben, was sie haben.

Dieser Ruf erlangt auch uns in unserem Alltag. Wir sind dazu berufen, Werkzeuge und Mittler seiner Liebe zu sein und das nicht mit außerordentlichen Dingen, sondern mit dem, was wir haben und sind.

Es geht darum, unsere Talente in den Dienst des Herrn zu stellen.

Jonathan Fuhr

Frage: Welche kleinen Gaben oder Fähigkeiten in meinem Leben könnte ich heute bewusst einsetzen, um Liebe und Licht weiterzugeben?

Vers 6 Dankgebet und Austeilung

Mk 8,6: Da befahl er der Menge, sich auf die Erde zu lagern. Und er nahm die sieben Brote, dankte, brach sie und gab sie seinen Jüngern, damit sie sie austeilten. Und sie teilten sie dem Volk aus.

Das wahre Brot des Lebens

Jesus vollbringt ein Wunder der Vermehrung – nicht nur von Brot und Fisch, sondern auch von Gnade und Segen. Er nimmt die sieben Brote, dankt, bricht sie und gibt sie seinen Jüngern zum Verteilen. Er macht dasselbe mit dem Fisch.

Diese Handlungen vermitteln eine Vorahnung von der Eucharistie, worin er Brot nimmt, dafür danksagt, es bricht und uns darin seinen Leib und sein Blut reicht. Er speist uns mit sich selbst, dem wahren Brot des Lebens, und lädt uns ein, an seinem Liebesopfer teilzunehmen.

Anton Vogelsang

Frage: Wie kann ich heute die Einladung Jesu, mich mit seiner Liebe zu nähren, bewusst annehmen und in meinem Alltag weitergeben?

Die sieben Brote aber sind die geistigen Worte

Denn die Siebenzahl bedeutet den heiligen Geist, welcher Alles vollendet, wie in je sieben Tagen sich unser Leben vollendet. Oder die sieben Brote sind die Gaben des Heiligen Geistes, die Brotstücke aber die geistige Erkenntnis dieser Siebenzahl. Goldene Perle

Vers 7 Segen über die Fische

Mk 8,7: Sie hatten auch noch einige kleine Fische; und nachdem er gedankt hatte, gebot er, auch diese auszuteilen.

Dank sagen

Dadurch, daß er dankte, gab er uns ein Beispiel, daß wir ihm für alle uns von Oben verliehenen Gaben Dank sagen sollten.

Vers 8-10 Alle satt; sieben Körbe

Mk 8,8: Sie aber aßen und wurden satt. Und sie hoben noch sieben Körbe voll übrig gebliebener Brocken auf.

Sieben Körbe voll mit Resten

Jesus stillt den Hunger der Menschen, sowohl körperlich als auch geistig. Sie essen und werden satt, und es bleiben sieben Körbe voller Reste übrig. Die Zahl Sieben symbolisiert in der Bibel Vollständigkeit und Vollkommenheit.

Jesus erfüllt die Verheißungen Gottes, der reichlich für sein Volk sorgt. Er bereitet sie auch auf die bevorstehende Reise vor, da er sie wegschickt und selbst in eine andere Region geht. Er will uns stärken, damit wir ihm folgen, wohin immer er uns führt, und wir in der ganzen Welt seine Zeugen sein können.

Anton Vogelsang

Frage: In welchen Bereichen meines Lebens spüre ich den Ruf, Jesu Weg zu folgen, und wo vertraue ich darauf, dass er mich stärkt?

Zahl sieben

Sieben ist die Zahl für Fülle und Vollkommenheit. Jesus, öffne mich für dich. Öffne heute meine Augen für die Fülle in meinem Leben: für deine Geschenke und für deine mitleidige Nähe, wenn ich es schwer habe! Dorit Wilke-Lopez

Mäßigung

Diese Menschenmenge, die soeben gegessen hat und satt geworden ist, nimmt die Brotreste nicht mit, sondern lässt sie von den Jüngern wieder einsammeln, und dieser Umstand lehrt uns, mit dem Notwendigen zufrieden zu sein und niemals etwas darüber hinaus zu verlangen. Beda Venerabilis

Mk 8,9: Es waren aber etwa 4 000, die gegessen hatten; und er entließ sie.

Mk 8,10: Und sogleich stieg er mit seinen Jüngern in das Schiff und kam in die Gegend von Dalmanutha.