Mt 2, 19-23:
Auslegung und Andacht
Zurück in Israel

Mt 2, 19-23 im Überblick: Eine detaillierte Erklärung zu Matthäus 2, 19 bis 23. Lerne die Aussagen über die Rückkehr nach Israel besser kennen und ziehe wertvolle Erkenntnisse für dein Leben.

Mt 2, 19 Tod des Herodes

Mt 2,19: ‭Als aber Herodes gestorben war, siehe, da erscheint ein Engel des Herrn dem Joseph in Ägypten im Traum.

Da erscheint ein Engel dem Joseph

Matthäus 2,19 berichtet, dass ein Engel Josef nach dem Tod des Herodes befiehlt, mit Maria und Jesus aus Ägypten zurückzukehren. Dies erfüllt die Prophezeiung aus Hosea 11,1: „Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen.“ Die Rückkehr symbolisiert den Neuanfang Israels in Jesus.

Wie Mose Israel aus Ägypten führte, so bringt Jesus das wahre Heil. Der Tod des grausamen Herodes zeigt, dass irdische Mächte vergehen, während Gottes Plan bleibt. Josef bleibt ein gehorsamer Diener Gottes und schützt Jesus, indem er Gottes Weisung folgt.

Dieser Abschnitt verdeutlicht Gottes Führung und Treue. Jesus ist der wahre König, dessen Herrschaft nicht auf Gewalt, sondern auf göttlicher Bestimmung beruht.

Andacht Frage: In welchen Bereichen deines Lebens könntest du Gottes Führung mehr vertrauensvoll folgen, anstatt dich auf eigene Macht oder Kontrolle zu verlassen?

Mt 2, 20 Rückkehr ins Land

Mt 2,20: ‭Und spricht: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter zu dir und zieh in das Land Israel; denn die dem Kind nach dem Leben trachteten, sind gestorben!

Gottes Führung

Diese Aussage erinnert an Gottes Führung in der Geschichte Israels, besonders an den Auszug aus Ägypten. Wie Mose das Volk aus der Knechtschaft führte, so wird Jesus als neuer Retter nach Israel zurückgebracht.

Der Tod von Herodes zeigt, dass menschliche Macht vergänglich ist, während Gottes Plan bleibt.

Der Vers betont auch Gottes Schutz und Leitung. Josef erhält klare Anweisungen und handelt gehorsam. So wird sichtbar, dass Gott über Jesus wacht und seinen Heilsplan erfüllt.

Auslegung Frage: In welchen Bereichen deines Lebens spürst du Gottes Schutz und Führung, und wo könntest du ihm noch mehr Vertrauen schenken?

Mt 2, 21 Heimkehr nach Israel

Mt 2,21: ‭Da stand er auf, nahm das Kind und seine Mutter zu sich und ging in das Land Israel.

Erneuter Gehorsam des Josefs

Dass der hl. Josef sich dem Willen Gottes stets vollkommen gefügt hat, darüber besteht kein Zweifel. Seht nur, wie der Engel mit ihm umgeht: Er befiehlt ihm, nach Ägypten zu gehen, und Josef geht; er befiehlt ihm zurückzukehren, und Josef kehrt zurück.

Gott will, dass der hl. Josef immer arm bleibe – und Armut ist eine der härtesten Prüfungen für uns Menschen –, er aber fügte sich gerne und nicht nur für einige Zeit; er war sein ganzes Leben hindurch arm.

Andacht - Frage: Wie bereitest du dein Herz darauf vor, dich vollkommen dem göttlichen Willen zu überlassen, auch wenn es persönliche Entbehrungen bedeutet?

Kind und Mutter

Er sagt aber nicht: Nimm die Mutter und ihr Kind, sondern umgekehrt, weil nicht wegen der Mutter der Sohn geboren, sondern wegen des Kindes die Mutter auserwählt wurde. Andacht der Goldene Perle

Mt 2, 22 Ausweichen nach Galiläa

Mt 2,22: ‭Als er aber hörte, dass Archelaus anstatt seines Vaters Herodes über Judäa regierte, fürchtete er sich, dorthin zu gehen. Und auf eine Anweisung hin, die er im Traum erhielt, zog er weg in das Gebiet Galiläas.‭

Umzug nach Galiläa

Schanz nimmt einen Hinweis von Augustinus an und schlägt vor, dass Joseph sich in Jerusalem niederlassen wollte, weil er diese Stadt für die geeignetste Heimat für den Messias hielt, aber dass Gott das verachtete Galiläa als eine bessere Ausbildungsstätte für den zukünftigen Retter der Zöllner, Sünder und Heiden betrachtete. Andacht

Mt 2, 23 Wohnsitz in Nazareth

Mt 2,23: Dort angekommen, ließ er sich in einer Stadt namens Nazareth nieder, damit erfüllt würde, was durch die Propheten gesagt ist, dass er ein Nazarener genannt werden wird.

Er soll Nazaräer genannt werden

Nazareth war nicht der Ort, an dem man den Messias am ehesten vermutete und doch wollte Gott genau dort sein.

Denke ich manchmal, dass meine Familie nicht ein Ort sein kann, an dem Gott wirklich gegenwärtig werden kann?

Bin ich fähig, das Werk, das Gott in aller Stille in diesen realen, begrenzten und doch erstaunlichen Mitmenschen vollbringt, zu bewundern?

Kommentar - Frage: Wie offen bin ich dafür, die verborgene Gegenwart Gottes in den alltäglichen Menschen und Situationen meines Lebens zu erkennen?

Andacht - Fragen zu Mt 2, 19-23

Was bedeutet Mt 2,19-23?

Der Abschnitt schildert die Rückkehr der heiligen Familie aus dem ägyptischen Exil nach dem Tod des Herodes und ihre Ansiedlung in Nazaret. Matthäus zeigt damit, wie sich durch den Wohnortwechsel prophetische Weissagungen erfüllen und Jesus vollends in die menschliche Geschichte eintritt.

Warum zieht die Familie nach Nazaret statt nach Judäa?

Josef erfährt, dass Archelaus als Nachfolger seines Vaters Herodes in Judäa herrscht, und meidet die Region aus Sicherheitsgründen. Nach einer göttlichen Weisung im Traum weicht er nach Galiläa aus und wählt die Kleinstadt Nazaret als Wohnort.

Welche prophetische Bedeutung hat der Wohnort Nazaret?

Matthäus verweist darauf, dass Jesus ein „Nazarener“ genannt werden sollte. Dies deutet heilsgeschichtlich vermutlich auf das hebräische Wort „Netzer“ (Spross) hin – ein messianischer Begriff aus dem Buch Jesaja, der Jesus als den erhofften Nachkommen aus der Wurzel Isais kennzeichnet.

Warum spielt Josef in dieser Passage eine so zentrale Rolle?

Josef handelt als gehorsamer Beschützer der Familie, der prompt auf die Anweisungen des Engels Gottes reagiert. Durch seine Führung sichert er das Überleben des Kindes und erfüllt zugleich die prophetischen Vorgaben für das Leben Jesu.

Wie ordnet sich die Szene in Mt 2,19-23 in die Kindheitsgeschichte ein?

Die Passage bildet den Abschluss der Flucht- und Kindheitserzählungen im Matthäusevangelium. Sie stellt den Übergang von den dramatischen Verfolgungen der Geburtsszene hin zum verborgenen Heranwachsen Jesu in der Heimatstadt Nazaret dar.

Das war eine Vers für Vers Auslegung von Mt 2,19-23

Andacht zu Mt 2, 13-18 Flucht nach Ägypten
Andacht zu Mt 3, 1-12 Johannes der Täufer