Mk 8, 34-38 Kreuzesnachfolge

Vers 34 Kreuz auf sich nehmen

Mk 8,34: Wer mir nachkommen will, der nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach!

Mk 8,34: Wer mein Jünger sein will, darf nicht mehr sich selbst in den Mittelpunkt stellen, sondern muss sein Kreuz auf sich nehmen und mir nachfolgen.

Mk 8,34: Wer mir nachkommen will, der verleugne sich selbst.

Kleine Kreuze

Diese täglichen Kreuze sind die täglichen kleinen und auch großen Sorgen und Unannehmlichkeiten, das ganz normale Alltagsleben eben.

Da gibt es Aufgaben, die erledigt werden müssen, obwohl wir gar keine Lust dazu haben.

Da gibt es Menschen, denen wir begegnen müssen, obwohl wir sie gerade jetzt eigentlich am liebsten gar nicht sehen möchten.

Da gibt es Fehler, die man an sich feststellt, gegen die man immer wieder ankämpft, die einen aber trotzdem immer wieder einholen.

Da gibt es Gebrechen an Körper und Seele, die einen piesacken und ärgern, die zwar nicht lebensbedrohlich, aber doch unangenehm sind. Alles kleine Kreuze.

Frage: Welche kleinen Kreuze trägst du heute, die dich gleichzeitig lehren oder stärken könnten?

Dem Kreuz nicht ausweichen

Es gibt Seelen, die große Pläne schmieden, wie sie dem Herrn dienen können. Es sind aber Werke, für die sie gegenwärtig keine Gelegenheit haben.

Gott bewahre uns vor solch eingebildetem Eifer, der sehr oft im Grunde unseres Herzens eine eitle, heimliche Selbstgefälligkeit nährt. Seien wir stets darauf bedacht, der Last gegenwärtiger, geringerer Kreuze nicht aus dem Weg zu gehen.

Große Werke liegen nicht immer auf unserem Weg. Zu jeder Zeit aber können wir kleine in ausgezeichneter Weise, das heißt mit großer Liebe, tun. So übt man die Liebe bei den kleinen, unscheinbaren Übungen der Frömmigkeit nicht nur öfter, sondern gewöhnlich auch demütiger und folglich mit mehr Nutzen und Heiligkeit.

Alle sich bietenden Gelegenheiten soll man zur Übung der göttlichen Liebe benützen.

Frage: Welche kleinen, alltäglichen Möglichkeiten, anderen mit Liebe zu dienen, entgehen mir vielleicht, weil ich auf große Taten warte?

Um Kraft bitten, das Kreuz tragen zu können

Schaut, alle kommen und wollen von ihrem Kreuz befreit werden. So wenige kommen und bitten um Kraft, es zu tragen!

Das Kreuz wird euch nicht zermalmen. Wenn es auch lastet, so gibt es Kraft und hält aufrecht.

Denken wir an das Leiden und den Tod Unseres Herrn und an sein Blut, das er für uns vergossen hat. Dann werden wir uns nicht mehr über unser Leiden beklagen.

Behüte meine Sinne und halte sie fest in der Betrachtung des leidenden Jesus, damit sie sich nicht von ihm entfernen.

O mein Jesus, möge mein Herz an Deinem durchbohrten Herzen ruhen in den Prüfungen und Schmerzen des Lebens.

Pater Pio

Frage: Wie kann ich in meinen eigenen Prüfungen die Kraft finden, die mir mein Herz und mein Glaube schenken wollen?

Andacht von Franz von Sales

Dieses Nachgeben den Launen anderer gegenüber, dieses Ertragen rücksichtsloser und lästiger Handlungen und Haltungen des Nächsten, diese Siege über unsere eigenen Launen und Leidenschaften, dieser Verzicht auf unsere kleinen Neigungen, dieses Kämpfen gegen unseren Widerwillen und unsere Abneigungen, dieses herzliche und schlichte Geständnis unserer Unvollkommenheiten, diese ständige Mühe, die wir uns geben, unsere Seele im Gleichgewicht zu erhalten, diese Liebe zu unserer Erniedrigung, diese gutmütige und freundliche Annahme der Missachtung und der Kritik unseres Wesens, Lebens, Umgangs und unserer Handlungen:

all das ist für unsere Seelen viel fruchtbarer, als wir meinen, vorausgesetzt, dass es aus heiliger Liebe geschieht.

Frage: In welchen Momenten meines Lebens habe ich solche stille Liebe und Geduld erfahren, und wie kann ich sie bewusst in mein tägliches Sein integrieren?

Andacht von Bertalan Egervári

So wertvoll ist dieses Leben, das Jesus Christus selbst ist und das er uns schenken möchte, dass es sich lohnt, sogar das eigene Leben dafür zu geben.

Dazu haben wir täglich Gelegenheit, indem wir für andere da sind, helfen, trösten, Mut machen, zuhören, Zeit schenken, dienen, manchmal andere geduldig ertragen oder auf irgendeine andere Weise die Liebe leben.

Sie beginnt schon in Gedanken, wo wir aktiv das Gute im Nächsten sehen und suchen können, ihnen nichts Böses unterstellen und, wenn nötig, bereit sind zu vergeben.

So gibt es zahllose Anlässe, uns selbst zu verleugnen um Christi und des Evangeliums willen.

Frage: Wie kann ich heute bewusst Momente finden, in denen ich die Liebe Christi durch kleine Taten oder Gedanken sichtbar machen kann?

Selbstliebe und Selbstverleugnung

Selbstliebe und Selbstverleugnung schließen sich nicht aus. Zur Selbstliebe gehört auch ein wenig Distanz von sich selbst, Gelassenheit, Humor.

Du musst lernen, nach und nach die Einstellung zu dir selbst zu ändern. Was nützt das Selbstmitleid? Was nützt der ewige Zweifel an dir? Nichts!

Darum lebe in Frieden mit dir. Dann ist das Leben schöner. Rede liebevoll zu deinem eigenen Unterbewusstsein, indem du dir Mut zusprichst.

Dieser Weg der Selbstliebe ist sehr christlich und hat mit sündiger Ich-befangenheit nichts zu tun. Warum solltest du dich nicht lieben dürfen, wenn Gott dich so liebt? Gott will doch keine Kinder, die versauern.

Frage: Wie kannst du heute einen Moment der Liebe und des Friedens mit dir selbst bewusst gestalten?

Nachfolge und Kreuz

Das erste Christusleiden, das jeder erfahren muss, ist der Ruf, der uns aus den Bindungen dieser Welt herausruft.
Es ist das Sterben des alten Menschen in der Begegnung mit Jesus Christus.

Wer in die Nachfolge eintritt, gibt sich in den Tod Jesu, er setzt sein Leben ins Sterben.
Das ist von Anfang an so; das Kreuz ist nicht das schreckliche Ende eines frommen, glücklichen Lebens, sondern es steht am Anfang der Gemeinschaft mit Jesus Christus.

Jeder Ruf Christi führt in den Tod. Ob wir mit den ersten Jüngern Haus und Beruf verlassen müssen, um ihm zu folgen, ob wir mit Luther aus dem Kloster in den weltlichen Beruf hineingehen, es wartet in beidem der eine Tod auf uns, der Tod an Jesus Christus, das Absterben unseres alten Menschen an dem Rufe Jesu.

Bonhoeffer

Frage: Wo in meinem Leben spüre ich den Ruf, Altes loszulassen, um in eine tiefere Gemeinschaft mit dem Göttlichen zu treten?

Vers 35 Leben verlieren und gewinnen

Mk 8,35: Denn wer sich an sein Leben klammert, der wird es verlieren. Wer aber sein Leben für mich und für Gottes rettende Botschaft aufgibt, der wird es für immer gewinnen.

Massive Worte

Jesus wählt die Worte derart massiv und absolut, weil er weiß, dass sich unser menschliches Ego viel zu häufig auf Rollen und ausgetüftelte Selbstbilder fixiert. Er möchte uns unmissverständlich klar machen, dass all dies vergängliche Konstrukte sind.

Das Wesen dieser Welt vergeht (1 Kor 7,31). Diese Fixierungen müssen sterben und ja, sie sterben nicht leicht, weil wir sie zu oft für unser wahres Selbst halten.

Wenn diese Fixierungen sterben, bevor wir leiblich sterben, dann begegnen wir dem Einssein mit Gott, dann treten wir schon jetzt ein in das ewige Leben in Jesus Christus.

Frage: Welche Vorstellungen von dir selbst hältst du vielleicht noch fest, obwohl sie dich daran hindern, das Einssein mit Gott zu erfahren?

Über das Verlieren der Seele

Seine Seele um Jesu Willen zu verlieren bedeutet, sich von den Bindungen an die Welt zu lösen, immer genau hinzuschauen, wo es uns evtl. nur vordergründig um Gott geht, aber im Hintergrund doch stark die Motive des Egos agieren.

Ein Leichnam werden – das bedeutet von Herzen zu sprechen: nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe. Dann muss ich keine Angst mehr haben, egal vor welche Aufgaben mich das Leben stellt, und ich kann voller Zuversicht sprechen:

Herr, weil du´s willst, drum ist es gut.
Herr, weil du´s willst, drum habe ich Mut.
Mein Herz in deinen Händen ruht. Amen

Frage: Wo in meinem Leben halte ich noch an eigenen Wünschen fest, obwohl mein Herz eigentlich bereit wäre, Gottes Führung zu vertrauen?

Vers 36 Schaden der Seele

Mk 8,36: Denn was wird es einem Menschen helfen, wenn er die ganze Welt gewinnt und sein Leben verliert?

Ein großartiger Satz

Und was für eine kraftvolle Sprache! Ich werde auf meinem Glaubensweg unmissverständlich darauf gestoßen, was wirklich zählt im Leben.

Alle Jagd nach Reichtum, alles Streben nach Macht und Glanz ist nichts, wenn die Seele Schaden nimmt. Wenn meine Beziehung zu Gott und zu den Mitmenschen gestört ist. Wenn ich in meinem Innersten nicht eins bin mit mir selber.

Ein Satz, der befreit. Und der entschleunigt. Ich muss nicht überall der Erste sein. Ich muss nicht überall mithalten wollen. Ich kann auch mal innehalten. Ich kann etwas für meine Seele, für mein inneres Gleichgewicht tun.

Ich kann abgeben – und dabei reicher werden. Ich kann für andere da sein – und Freude gewinnen für mein Leben.

Hans-Hermann Jantzen

Frage: Wie kannst du heute bewusst innehalten, um deinem inneren Gleichgewicht Raum zu schenken?

Andacht von Tino Bahl

Jesus Christus weist uns mit seinen Worten auf die Vergeblichkeit unserer Bemühungen hin und gibt doch auch gleichzeitig die Antwort darauf, wie wir zu wahrer Erfüllung und ewigem Leben gelangen.

Er sagt: „Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben.“ (Johannes 3, 36)

Sollten wir also nicht viel mehr unserer Zeit, unserer Kraft und unserer Mittel darin investieren, um aus den Quellen zu schöpfen, die unseren Glauben erhalten.

Frage: Welche Quellen nähren meinen Glauben wirklich, und wie kann ich ihnen im Alltag mehr Raum geben?

Vers 37 Lösegeld für die Seele

Mk 8,37: Oder was kann ein Mensch als Lösegeld für sein Leben geben?

Wert der Seele

Diese Worte Jesu betonen den unermesslichen Wert der Seele. Kein materieller Reichtum oder weltlicher Besitz kann das Leben eines Menschen wirklich retten oder erlösen.

Jesus stellt hier die Frage, ob irgendetwas in der Welt wertvoll genug ist, um das ewige Leben einzutauschen – und die implizite Antwort ist: Nein.

Die Aussage fordert zur Reflexion auf: Was setzen wir an erste Stelle in unserem Leben? Wer nur nach weltlichen Dingen strebt, verliert das, was wirklich zählt.

Der wahre „Lösegeldpreis“ für die Seele ist bereits durch Jesus selbst bezahlt worden, durch sein Opfer am Kreuz. Die Botschaft ermutigt daher zur Hingabe an Gott und ein Leben im Glauben.

Frage: Welche Dinge in meinem Leben beanspruchen meine höchste Aufmerksamkeit, und wie spiegelt das meinen inneren Glauben wider?

Vers 38 Scham vor dem Menschensohn

Mk 8,38: Denn wer sich meiner und meiner Worte schämt unter diesem ehebrecherischen und sündigen Geschlecht, dessen wird sich auch der Sohn des Menschen schämen, wenn er kommen wird in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln.

Furchtloses Bekennen

Diese Aussage Jesu fordert seine Nachfolger auf, sich furchtlos zu ihm zu bekennen. In einer sündigen Welt, die oft gegen Gottes Wahrheit steht, besteht die Versuchung, Christus zu verleugnen.

Doch wer sich aus Angst oder Scham von ihm distanziert, wird beim endgültigen Gericht ebenfalls zurückgewiesen. Die „Herrlichkeit des Vaters“ verweist auf Jesu Wiederkunft als Richter.

Damit mahnt dieser Vers zur Treue und zum mutigen Glaubensbekenntnis, selbst wenn dies Ablehnung oder Verfolgung bedeutet.

Frage: Wo spüre ich in meinem Leben die Angst, mich klar zu meinem Glauben zu bekennen, und wie könnte ich ihr mit Vertrauen begegnen?

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Das war eine Christliche Bibel - Auslegung, Kommentar, Andacht, Impuls, Erklärung, Bedeutung bzw. Predigt zum Markus Evangelium Mk 8. Kap.

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