Mk 6, 30-44 Menschen werden satt

Vers 30 Rückkehr der Apostel

Mk 6,30: Und die Apostel versammelten sich bei Jesus und verkündeten ihm alles, was sie getan und was sie gelehrt hatten.

Rückkehr

Denn die Flüsse gehen an den Ort, wovon sie ausströmen, zurück. Die Abgesandten danken immer Gott für das, was sie empfangen hatten. Goldene Perle

Jesus interessiert sich für meine Erlebnisse

Ich bin dir nicht egal. Ich darf spüren, wie du mir zuhörst und mich ernst nimmst. Das beruhigt mich.

Ich erzähle dir, worauf ich stolz bin und was mir peinlich ist. Ich zeige dir die Wunden, die von meinen Sünden kommen.

Auch meine Sehnsüchte und Träume will ich mit dir besprechen und dich bitten, dass dein Wille geschehe und dass dein Reich komme!

Frage: Wo in meinem Leben spüre ich Sehnsucht nach Verbindung und innerer Heilung, und wie öffne ich mich dafür wirklich?

Wieder bei ihm

Die ausgesandten Apostel versammeln sich wieder bei Jesus. Auch jeder Moment des Gebets ist eine Gelegenheit, wieder zu Jesus zu kommen. "Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken." (Mt 11,28)

Ich darf es mir heute gönnen, zu Jesus zu kommen, ohne etwas leisten zu müssen, einfach um wieder bei ihm zu sein.

Frage: Wo spüre ich in meinem Leben die Einladung, einfach so zu Jesus zu kommen, ohne etwas erbringen zu müssen?

Vers 31 Rückzug an einsamen Ort

Mk 6:31: »Kommt mit«, forderte Jesus sie auf, »wir gehen jetzt an einen einsamen Ort, wo wir für uns sind. Dort könnt ihr euch ein wenig ausruhen.« Es war nämlich ein ständiges Kommen und Gehen, so dass sie nicht einmal Zeit zum Essen fanden.

Mk 6,31: Geht jetzt an einen einsamen, stillen Platz! sagte Jesus zu ihnen. Ihr habt Ruhe nötig!

Erschöpfender Alltag

Der Meister sieht, dass die Seinen erschöpft und von den Strapazen der ersten apostolischen Aussendung ermattet sind.
Auch in unserem Leben können sich Momente der Müdigkeit oder auch der Entmutigung einstellen, sei es infolge des natürlichen Verschleißes im Alltag, der Reibungen im Miteinander oder unserer eigenen Fehler.

Was wir anfangs mit Begeisterung getan haben, kostet dann plötzlich Anstrengung; oder es wird uns auf einmal bewusst, dass unsere Kräfte begrenzt sind.
Es ist ein Dienst an Gott und an den Seelen, wenn wir darauf achten, die Anspannung und Erschöpfung zu vermeiden, zu der der moderne Lebensrhythmus uns führen kann – oder ihnen vorzubeugen.

Das bedeutet ausreichend Schlaf, regelmäßige körperliche Betätigung und die Pflege anderer Formen der Erholung, regelmäßige längere Spaziergänge, …

Frage: Wo spürst du in deinem persönlichen und geistlichen Leben den Ruf, achtsamer mit deinen Kräften umzugehen?

Entspannung und Erholung

Geist und Körper verlangen von Zeit zu Zeit nach Entspannung durch irgendeine Erholung.

Cassian erzählt, ein Jäger habe den Evangelisten Johannes eines Tages mit einem Rebhuhn auf dem Arm angetroffen, das er streichelte. Der Jäger konnte nicht verstehen, wie ein solcher Mann seine Zeit mit so gewöhnlichen Dingen vertun könnte, worauf der Heilige ihn fragte: Warum trägst du deinen Bogen nicht immer gespannt?

Der Jäger antwortete: Wäre der Bogen immer gespannt, dann hätte er nicht mehr die Kraft zurückzuschnellen, wenn man ihn braucht.

Der Apostel antwortete: Wundere dich also nicht, wenn auch ich die angestrengte Aufmerksamkeit des Geistes ein wenig vermindere, um mich zu erholen. Nachher kann ich mich um so frischer der Betrachtung widmen.

Wo und wie erholst du dich?

Frage: In welchen Momenten gönnst du deinem Geist und deinem Herzen die nötige Ruhe, um danach wieder voller Klarheit und Freude im Leben zu stehen?

Sorge für regelmäßige Entspannungszeiten

Mindestens einmal am Tag solltest du das bewusste Gefühl der Entspannung erleben. Plane bewusst Pausen in deinen Alltag ein und achte darauf, erholsamen und ausreichenden Schlaf zu bekommen. Urlaub ist ebenso wichtig – gönne dir diese Zeiten der Regeneration. Ebenso spielt deine Ernährung eine zentrale Rolle: Der Mensch ist, was er isst. Sorge für eine ausgewogene Ernährung und vergiss dabei die wichtigen Vitamine nicht.

Durch diese Phasen der Entspannung bewahrt Gott dein Leben. Das deutsche Wort „bewahren“ stammt vom althochdeutschen „wara“ und bedeutet Aufmerksamkeit, Acht, Obhut und Aufsicht. Es lädt uns dazu ein, achtsam und behutsam mit unseren physischen und psychischen Energien umzugehen.

Frage: Wie kannst du heute bewusst für dich sorgen, um Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen?

Jesus schickt uns in die Einsamkeit

Einsamkeit gibt Gelegenheit, unsere Seele aufzuräumen, bei sich und bei Gott anzukommen. Das ist Arbeit im Garten unserer Seele. Wir können das Unkraut beseitigen und Platz für Neues schaffen, für eine neue Gottesbegegnung. Jesus schickt auch seine Jünger weg, damit sie sich auf eine neue Erfahrung mit ihm vorbereiten. Das kann erst dann geschehen, wenn die Seele aufgeräumt ist.

Pause meint ein Innehalten

Sie ist eine Unterbrechung meiner Tätigkeit, um mich zu erholen, um mir neue Kraft und neue Ideen zu holen. Die Griechen singen das Lob der Pause.

„Anapausis“ ist nicht nur die zeitliche Pause, sondern auch das Aufatmen.

Viele meinen, sie müssten an einem Stück arbeiten. Sie hätten so viel zu tun, dass sie sich keine Ruhe gönnen dürften. Die Mittagspause wird auf ein Minimum verkürzt. Hauptsache, man wird mit seiner Arbeit fertig. Doch das ist ein Trugschluss.

Da bräuchten wir den „Kleine-Pausen-Engel“, der uns einlädt, innezuhalten, damit wir im Innern wieder Halt finden, damit im Innern neue Ideen hochkommen und neue Kraft in unsere Seele strömt. In der Pause kommen die großen Ideen. Wenn wir immer weiterarbeiten, sind wir in einem Trott gefangen. Wir gehen nur in eine Richtung.

Der Kleine-Pausen-Engel möchte uns auf die Schulter tippen und sagen:

„Atme mal ganz ruhig durch. Sieh dich um. Schaue einfach mal durchs Fenster, nimm die schöne Natur wahr. Oder leg dich ein paar Minuten hin. Gönne es dir, gar nichts zu tun. Dann kommen von allein neue Gedanken, die deine Arbeit befruchten. Und du hast wieder mehr Frische und mehr Lust, dich von neuem deiner Arbeit zuzuwenden.“

Anselm Grün

Frage: Wann hast du dir zuletzt bewusst eine kleine Pause gegönnt, um deine innere Ruhe und Kreativität wiederzufinden?

Andacht von Anselm Grün

Neben Auszeiten im Urlaub oder im Kloster gibt es Tag für Tag die Gelegenheit, sich eine kleine Auszeit zu nehmen. Ich kann mich etwa am Morgen vor die Christusikone setzen und mir gönnen, einige Minuten einfach dazusitzen und es zu genießen, dass ich nichts tun muss, dass ich einfach Christus anschaue und mich von ihm anschauen lasse.

Oder ich kann mir tagsüber immer wieder kleine Auszeiten gönnen. Das kann auch mitten in der Arbeit geschehen, wenn ich mir bewusst eine kleine Pause gönne. Die kann manchmal vielleicht nur eine Minute dauern. Entscheidend ist, dass ich vom Äußeren nach innen gehe, dass ich versuche, in den inneren Raum der Stille zu gelangen.

Dort habe ich das Gefühl: Zu diesem Raum der Stille hat der Lärm um mich herum keinen Zutritt. Da können auch die Erwartungen von außen nicht eindringen. Es ist ein innerer Zufluchtsort. Ich laufe da nicht vor den Problemen meines Alltags davon. Ich nehme Zuflucht, um mich von dort aus innerlich erneuert und erfrischt wieder dem Alltag zuwenden zu können.

Viele sagen, sie würden im Trubel des Alltags diesen Ort der Stille auf dem Grund ihrer Seele nicht spüren. Aber allein schon die Vorstellung, dass jenseits der Probleme, die uns herausfordern, ein Ort der Stille in uns ist, relativiert die Probleme. Sie verwandelt unser Gefühl: Wir fühlen uns innerlich gelassen, frei und erfrischt.

Frage: Wie könnte ich heute einen Moment finden, um bewusst in diesen inneren Raum der Stille einzutreten und mich von ihm stärken zu lassen?

Wir gehen jetzt an einen einsamen Ort: Ruhe im Herrn finden

Dieses Evangelium lädt ein, die Bedeutsamkeit der Ruhe im Herrn zu entdecken. Eine Versuchung, der jeder Christ erliegen kann, besteht darin, viele Dinge tun zu wollen und dabei den Kontakt mit Gott zu vernachlässigen.

Deswegen erinnert der Katechismus an die große Gefahr, beim Beten zu glauben, dass andere Sachen wichtiger sind, so dass man Gott aus den Augen verliert. Deshalb sagt Jesus zu seinen Aposteln, die nach getaner Arbeit erschöpft und zugleich euphorisch sind, weil alles gut gegangen war, sie sollten ein wenig ausruhen.

Um richtig beten zu können, sind möglichst zwei Dinge notwendig. Zunächst einmal, sicherstellen, mit Jesus zusammen zu sein, denn Er ist es, mit dem wir reden wollen. Deswegen fängt jedwedes Gebet mit einem Akt der Gegenwart Gottes an: sich bewusstwerden, mit Ihm zusammen zu sein.

Zweitens, die notwendige Einsamkeit suchen: wenn wir mit jemanden ein intimes und tiefes Gespräch führen wollen, so wählen wir die Einsamkeit. Der Heilige Pierre Julien Eymard empfahl, sich nach der Kommunion in Jesus auszuruhen. Er warnte vor der Gefahr, die Danksagung mit vielen Worten auszuschmücken.

Nach dem Empfang des Leibes Christi sollte man in Stille verweilen, um wieder zu Kräften zu kommen, indem Jesus in der Stille unseres Herzens spricht. Statt Ihm unsere Absichten vorzutragen, sollte man sich lieber von Jesus belehren und stärken lassen.

David Amado

Frage: Wie könnte ich heute Momente der Stille und bewussten Gegenwart Gottes in meinen Alltag einladen, um innerlich zu wachsen?

Vers 32 Fahrt mit dem Boot

Mk 6,32: Und sie fuhren allein zu Schiff an einen einsamen Ort.

Allein mit Jesus sein

Manchmal kann einem ein Moment der Stille und der Betrachtung wie ein unerreichbarer Luxus vorkommen.

Besonders in Familien mit kleinen Kindern oder in verschiedenen anderen Lebensumständen kann es streckenweise einfach nicht drin sein, eine Weile mit Jesus allein zu sein. Es ist eine wirkliche Herausforderung.

Sogar die Apostel, die alles verlassen haben, um beim Herrn zu sein, müssen um diese Momente kämpfen.
Štefan Kavecký

Frage: Wann habe ich zuletzt bewusst einen Moment der Stille gesucht, um mich innerlich mit Gott zu verbinden, und was könnte ich tun, um solche Momente häufiger zuzulassen?

Vers 33 Volk läuft voraus

Mk 6,33: Und die Leute sahen sie wegfahren, und viele erkannten ihn; und sie liefen aus allen Städten zu Fuß dort zusammen und kamen ihnen zuvor und versammelten sich bei ihm.

Doch nicht allein

Die Apostel haben alles richtig gemacht. Jesus war bei ihnen. Sie haben keinem gesagt, wo man sie findet, ihre Handys waren aus. Sie wollten einfach eine Weile allein sein, etwas zusammen beten und essen.

Doch bevor sie ankommen, sehen sie, dass viele Menschen bereits vor Ort sind. Was kann man tun? In manchen Situationen ist die Nächstenliebe einfach ein Muss. Das bedeutet, dass die Apostel von sich aus lieber mit Jesus alleine wären, aber die Bedürfnisse dieser Menschen sorgen dafür, dass sie ihre Pläne ändern.

Frage: Wie offen bin ich dafür, meine eigenen Pläne loszulassen, um für andere da zu sein, und welche Rolle spielt dabei mein Vertrauen in das Göttliche?

Vers 34 Hirte für die Schafe

Mk 6,34: Als Jesus aus dem Boot stieg und die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Deshalb nahm er sich viel Zeit, ihnen Gottes Botschaft zu erklären.

Mk ‭6:34‬: Und als Jesus ausstieg und eine große Menschenmenge sah, empfand er Mitleid mit ihnen, denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben; und er fing an, sie vieles zu lehren.

Andacht von Papst Franziskus

In diesem kurzen Satz bietet uns der Evangelist eine Blitzlichtaufnahme von einzigartiger Intensität, indem er die Augen des göttlichen Meisters und seine Lehre fotografiert.

Schauen wir uns die drei Verben dieses Fotogramms an: sehen, Mitleid haben, lehren. Wir können sie die Verben des Hirten nennen.

Der Blick Jesu ist nicht neutral oder, noch schlimmer, kalt und distanziert, denn Jesus schaut immer mit den Augen des Herzens. Sein Herz ist so zärtlich und voller Mitleid, dass er es versteht, auch die verborgensten Bedürfnisse der Menschen zu erfassen.

Zudem ist sein Mitleid nicht einfach nur eine emotionale Reaktion auf eine menschliche Notsituation, sondern es ist viel mehr: es ist Zuneigung und Wohlwollen Gottes für die Menschen und ihre Geschichte.

Jesus erscheint als die Verwirklichung von Gottes Fürsorge und Aufmerksamkeit seinem Volk gegenüber.

Frage: Wie kann ich lernen, Menschen mit den Augen des Herzens zu sehen und ihrem Bedürfnis nach Mitgefühl und Aufmerksamkeit zu begegnen?

Er hat Mitleid mit ihnen! 

Jesus, du siehst die Menschen und hast Mitleid mit uns. Dein Blick auf uns ist ganz anders als der Blick, den wir oft auf unsere Mitmenschen oder uns selber haben. Du kennst unsere Sorgen, Nöte, Ängste und Unsicherheiten und weißt, was wir am meisten brauchen. Deine Gegenwart und Nähe ist es!

Wenn die Bibel von Jesu Mitleid spricht, dann verwendet sie das Wort splanchnizomai. Es meint: In den Eingeweiden ergriffen werden. Die Eingeweide sind für die Griechen der Ort der verwundbaren Gefühle. Jesus öffnet sich dem Leid des Menschen. Er ist verwundbar. Daher spürt er die vielfältigen Leiden der Menschen, auch deine!

In dieser Einfühlung ist Jesus das große, vollkommene Vorbild. Einfühlung in andere ist eine wichtige menschliche Fähigkeit und die Voraussetzung von Mitleid. Es meint die Solidarität mit dem Leid des anderen, nicht nur oberflächlich, sondern tief – eine Solidarität, die auch tätig wird, aktiv dem anderen hilft. Allerdings heißt es nicht, im Mitleid zu zerfließen. Denn dann helfe ich dem anderen nicht wirklich!

Gott segne dich und diese Woche, der Allmächtige mache dein Herz einfühlsam, damit du die Werke tun kannst, welche die Weisheit für dich vorbereitet hat.

Frage: Wie offen ist mein Herz wirklich für das Leid anderer, und wie kann ich dabei gleichzeitig meine eigene Mitte bewahren?

Vers 35 Es wird spät

Mk 6,35: ‭Und als nun der Tag fast vergangen war, traten seine Jünger zu ihm und sagten: Dieser Ort ist einsam, und der Tag ist fast vergangen.

Vers 36 Schickt sie fort zum Essen

Mk 6,36: ‭Entlasse sie, damit sie in die Höfe und Dörfer ringsumher gehen und sich Brot kaufen; denn sie haben nichts zu essen.

Fürbitte der Jünger

Betrachte aber, wie die Jünger Christi in der Liebe zu den Menschen zunehmen. Denn aus Erbarmung über das Volk treten sie zu Christus und bitten für sie. Goldene Perle

Vers 37 Gebt ihr ihnen zu essen

Mk 6,37: Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Gebt ihr ihnen zu essen! Und sie sprachen zu ihm: Sollen wir hingehen und für 200 Denare Brot kaufen und ihnen zu essen geben?

Gebt ihr ihnen zu essen! 

Jesus bezieht seine Jünger in alle Dinge mit ein. Sie sind ein Teil seines Heilsplans und wichtig, obwohl er die Dinge eigentlich auch alle selbst machen könnte. Aber darum geht es Gott nicht. Er will, dass wir ihm helfen.

Das Essen ist für die Menschen wichtig, und sie könnten es auch in den umliegenden Dörfern kaufen. Jesus aber will, dass die Jünger sehen, zu was er fähig ist, um ihren Glauben immer mehr zu stärken und zu zeigen, dass er ihre Mithilfe möchte.

Svenja Nonnenmacher

Frage: Wie kannst du in deinem Alltag bewusst erleben, dass deine Mithilfe Teil von Gottes Plan ist und deinen Glauben stärkt?

Die Jünger werden auf die Probe gestellt

Der Herr stellte sie aber auf die Probe, ob sie seine Macht für so groß hielten, daß er das Volk speisen könnte.

Daher folgt: Und er antwortete und sprach zu ihnen: Gebt ihnen zu essen.

Mit diesen Worten ermahnt er die Apostel, Brot unter sie zu verteilen, damit die Größe des Wunders um so bekannter würde, wenn sie bezeugten, daß sie es nicht vermöchten.

Goldene Perle

Frage: Wie öffnest du dein Herz, um Wunder in deinem eigenen Leben zu erkennen, selbst wenn du die Mittel dafür nicht siehst?

Vers 38 Fünf Brote, zwei Fische

Mk 6,38: Er aber sprach zu ihnen: Wie viele Brote habt ihr? Geht hin und seht nach! Und als sie es erkundet hatten, sprachen sie: Fünf, und zwei Fische.

Gottes Vorsorgeweg beginnt immer mit dem, was wir schon haben

Er möchte, dass wir das, was wir bereits haben, weise nutzen. Beten Sie nicht törichterweise um mehr von Gott, wenn Sie das, was er Ihnen bereits gegeben hat, nicht auf göttliche Weise nutzen.

Vers 39-40 Lagern auf grünem Gras

Mk 6,39: Und er befahl ihnen, dass sich alle in Gruppen ins grüne Gras setzen sollten.

Ins grüne Gras setzen sollten

Das „grüne Gras“ könnte auf eine fruchtbare, segensreiche Umgebung hindeuten, ähnlich dem Bild des guten Hirten in Psalm 23.

Die Gruppierung der Menschen erinnert an geordnete Gemeinschaft und symbolisiert, dass Jesus für seine Nachfolger sorgt.

Zudem kann es eine Anspielung auf die Lagerordnung Israels in der Wüste sein, als Gott sein Volk versorgte.

Die Szene betont Jesu göttliche Fürsorge und seine Fähigkeit, das physische wie geistliche Bedürfnis der Menschen zu stillen.

Das Wunder zeigt seine göttliche Macht und lädt zur Nachfolge und zum Vertrauen auf Gottes Versorgung ein.

Frage: Wo in meinem Leben erlebe ich die Fürsorge und Versorgung, die über das Materielle hinausgeht, und wie kann ich lernen, ihr mehr zu vertrauen?

Mk 6,40: Und sie setzten sich gruppenweise, zu hundert und zu fünfzig.

Vers 41 Segen und Brechen

Mk 6,41: Und er nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf und dankte, brach die Brote und gab sie seinen Jüngern, damit sie ihnen austeilten; auch die zwei Fische teilte er unter alle.

Jesus dankte

Die Menge ist hungrig, die Mittel sind knapp, die Situation überfordernd. Jesus beginnt nicht mit Aktionismus, sondern mit Dank. Er hebt den Blick zum Himmel und erkennt: Auch das Wenige steht in Gottes Hand. Dank verändert den Blick. Er lässt Mangel nicht verschwinden, aber er nimmt ihm die Macht. Wer dankt, vertraut darauf, dass Gott schon am Werk ist, noch bevor eine Lösung sichtbar wird.

Im Alltag kennen wir ähnliche Momente. Aufgaben, Sorgen oder Konflikte fühlen sich größer an als unsere Kräfte. Jesus lädt uns ein, innezuhalten und Gott das Wenige hinzuhalten, das wir haben. Dank öffnet den Raum, in dem Gott handeln kann.

Frage: Wo könnte ich heute bewusst danken, obwohl mir etwas fehlt, und Gott mein Weniges anvertrauen?

Das Gesetz des Lebens ist dem Gesetz der Liebe verwandt

Geben und Empfangen bedingen sich: Schenken ist Beschenktwerden. Der Mensch gewinnt sein Leben in dem Maß, als er bereit ist, es für andere hinzugeben. Wer sich aufsparen will, dessen Leben bleibt klein und unfruchtbar.

Vers 42 Alle werden satt

Mk 6,42: Und sie aßen alle und wurden satt.

Alle wurden satt

Jesus, wenn wir dir vertrauen und auf dich hören, dann werden auch wir in unserem Glauben an dich wachsen. Du liebst es, wenn wir mitarbeiten und freust dich über unser Staunen. Selbst als die Jünger alles austeilten und gaben, was sie hatten, blieb noch nach der Speisung ein Überfluss zurück. Keiner ging leer aus und alle wurden satt. Svenja Nonnenmacher

Vers 43-44 Zwölf Körbe voll Reste

Mk 6,43: Und sie hoben zwölf Körbe voll an Brocken auf, und auch von den Fischen.

Zwölf Körbe

Die zwölf Körbe symbolisieren die Fülle von Gottes Versorgung und stehen möglicherweise für die zwölf Stämme Israels, was zeigt, dass Gottes Segen für alle ausreicht.

Die überfließende Menge unterstreicht, dass Jesus nicht nur das Notwendige gibt, sondern im Überfluss schenkt.

Gleichzeitig weist dieser Überrest auf die bleibende Kraft Jesu hin – seine Gnade endet nicht mit einem Wunder, sondern bleibt bestehen.

Dies ermutigt zur Dankbarkeit und zum Vertrauen auf Gottes Fürsorge, auch in scheinbar ausweglosen Situationen.

Frage: In welchen Bereichen deines Lebens spürst du, dass Gottes Fürsorge über das Notwendige hinausgeht, und wie kannst du diese Fülle bewusst wahrnehmen?

Mk 6,44: Und die, welche die Brote gegessen hatten, waren etwa 5 000 Männer.