Mk 4, 35-41 Sturmstillung
Inhaltsverzeichnis
Vers 35 Aufbruch zur anderen Seeseite
Mk 4,35: Und an jenem Tag, als es Abend geworden war, sprach er zu ihnen: Lasst uns hinüberfahren an das jenseitige Ufer!
Bilder der Sturmstillung
Der Abend steht für jegliche Bedrängnis und Not in dieser Welt, wo es um uns herum und in uns dunkel wird und wo Hoffnungslosigkeit unser Herz überfällt.
Der Sturm steht für die inneren und äußeren Stürme unseres Lebens. Jeder von uns kennt diese Situationen.
Das Boot selbst steht als Sinnbild für die Kirche. Das andere Ufer steht für das himmlische Jerusalem, das Ziel unserer Pilgerreise. Jesus selbst ruft uns hier hin.
Das alles ist nun ein Bild für unser Leben. Nehmen wir es auf in unser Herz.
Frage: Welche Stürme in meinem Leben könnten mich tiefer zu meinem inneren Frieden und zu Gott führen?
Das Bild vom Hinüberfahren
Nun folgen wir Ihm auf einem Weg, der auf die andere Seite führt in die unendliche Herrlichkeit, wohin Er gegangen ist. Wenn wir jedoch mit Ihm unterwegs sind, werden wir Widerstand zu erwarten haben, denn der Teufel ist immer in Feindschaft gegen Christus. So lesen wir denn: Es erhebt sich ein heftiger Sturm. Hamilton Smith
Lasst UNS (!) hinüberfahren
Das Leben im Wir:
Solange wir als Christen nur im Ich, Mein und Mir denken, werden wir keine Wunder erleben. Denn wir konzentrieren uns nur auf unsere eigenen Möglichkeiten, nicht auf seine.
Wir müssen üben, im Wir zu denken, als Team mit Gott zu arbeiten, denn erst dann leben wir in der Wahrheit. Solange ich als Christ im Ich lebe, lebe ich in der Lüge. Erst wenn ich bewusst beginne, im Wir zu leben, lebe ich in der Wahrheit.
Wie oft denken, reden und beten wir ungefähr so: Das schaffe ich nicht, ich werde versagen, ich gehe dabei zugrunde!
Und nun versuchen wir, dasselbe zu sprechen, jedoch gemeinsam mit dem allmächtigen Gott in uns und in der Wir-Form: Das schaffen wir nicht. Und Gott fragt zurück: Warum denn nicht? Ich bin doch hier.
Hans Peter Royer
Frage: In welchen Bereichen meines Lebens könnte ich bewusster im „Wir“ leben und Gottes Gegenwart einbeziehen?
Vers 36-37 Großer Sturm
Mk 4,36: Und nachdem sie die Volksmenge entlassen hatten, nahmen sie ihn mit, wie er da in dem Schiff war; es waren aber auch andere kleine Schiffe bei ihm.
Mk 4,37: Da brach ein gewaltiger Sturm los. Hohe Wellen schlugen ins Boot, es lief voll Wasser und drohte zu sinken.
Stürme des Lebens
Warum schickte Jesus Seine Jünger in diesen Sturm? Er tat es aus dem gleichen Grund, aus dem Er dich manchmal in Stürme schickt: weil Er weiß, dass du manchmal den Sturm brauchst, um dazu fähig zu sein, Seine Herrlichkeit zu sehen.
Für den Gläubigen wird der Friede nicht in einem leichten Leben gefunden. Wahren Frieden findet man immer nur in der Gegenwart, der Kraft und der Gnade des Heilands, des Königs, des Lammes, des »Ich bin«.
Dieser Friede gehört dir, selbst wenn die Stürme des Lebens deine natürlichen Fähigkeiten, deine Weisheit und Kraft übersteigen. Du kannst inmitten dessen, was einst Entmutigung und Furcht hervorgerufen hätte, mit Hoffnung und Mut leben, weil du weißt, dass du niemals allein bist.
Der »Ich bin« waltet in allen Situationen, Beziehungen und Orten mit Seiner Gnade. Er ist in dir. Er ist bei dir. Er ist für dich. Er ist deine Hoffnung.
Frage: Welche Stürme in deinem Leben könnten dich näher zu der Erfahrung Seiner Gegenwart führen?
Hintergrund
Der See Genezareth ist bekannt für seine plötzlichen, heftigen Stürme. Wie heftig dieser Sturm ist, zeigt die Reaktion der Jünger (wir gehen zugrunde). Einige der Jünger waren erfahrene Fischer auf genau diesem See, und sie hatten Angst und fürchteten , in diesem Sturm umzukommen.
Zahlreiche Ängste
Vielleicht ist uns die Situation nicht unbekannt: Wir haben Gottes Wirken schon oft erfahren und dennoch haben wir Angst.
Die Ängste sind dabei ganz verschieden – und auch die Menschen zur Zeit Jesu kannten Angst: Angst, nicht genug materiell versorgt zu sein (Brotvermehrung, vgl. Mt 14,17), Angst vor der eigenen Schwachheit (Petri Geständnis, vgl. Lk 5,8), Sorge um einen geliebten Menschen (Jairus’ Bitte um die Heilung seiner Tochter, vgl. Mk 5,21 ff.), ja sogar Todesangst (Angst vor dem Ertrinken, vgl. Mk 4,38).
Gott hat eine Antwort auf alle diese Ängste; er selbst ist die Antwort! Habe ich das schon erfahren? Komme ich mit meinen Ängsten zu Gott?
Frage: Welche Angst in meinem Leben darf ich heute vertrauensvoll in Gottes Hände legen, um seine Nähe zu erfahren?
Vers 38 Jesus schläft seelenruhig
Mk 4,38: Jesus aber schlief hinten im Boot auf einem Kissen. Da weckten ihn die Jünger und riefen: Lehrer, wir gehen unter! Kümmert dich das denn gar nicht?
Jesus schlief
Wir können an Gottes Schweigen manchmal verzweifeln, gerade wenn es uns schlecht geht. Immer wieder gilt es hier zu bitten: Herr, stärke unseren Glauben.
Der schwache Glaube der Jünger wird in dem vorwurfsvollen Hilferuf hörbar: Kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen? Auch wir klagen in den Stürmen des Lebens: Gott, hast du mich denn vergessen? Kümmert es dich nicht, dass es mir so dreckig geht?
Die Jünger wecken Jesus. Auch wir sind aufgerufen, Jesus in uns zu wecken. Der schlafende Jesus ist aber auch ein Vorbild für uns. Wenn wir uns mitten in der Angst in das Innere unserer Seele zurückziehen und dort in Gott ruhen, dann gehen die Wogen über uns hinweg.
Frage: Wo in meinem Leben könnte ich lernen, inmitten von Angst und Sturm still in Gott zu ruhen?
Bedenke
Denken Sie an all die Sorgen, die Jesus möglicherweise wach gehalten haben. Er konnte sich Sorgen um die religiösen und politischen Führer machen, die sich gegen ihn verschworen hatten.
Er konnte sich um seine Familie sorgen, die ihn für verrückt hielt.
Er konnte sich um die überwältigende Menge mit ihren überwältigenden Bedürfnissen sorgen.
Er konnte sich Sorgen um die Jünger machen, die er auswählte.
Er konnte sich Sorgen um die Zukunft machen, weil er wusste, was sein Schicksal war.
Angesichts all dieser Dinge, um die er sich Sorgen machen musste, war Jesus nicht besorgt. Er schlief in einem schaukelnden Boot.
Der Schlaf des Herrn war nicht nur der Schlaf der Müdigkeit, sondern auch die Ruhe des Glaubens, denn es gibt sowohl eine Ruhe des Glaubens als auch eine Wache des Glaubens.
Frage: Wo in deinem Leben könntest du heute die Ruhe des Glaubens finden, selbst wenn Sorgen und Verantwortung dich umgeben?
Vertrauen auf den schlafenden Jesus
Wenn wir denken, dass Jesus sich nicht um uns kümmert, zeigt das, dass wir keinen Glauben haben, weil wir nicht an die Wahrheit über Jesus glauben.
Es erfordert großen Glauben, dem schlafenden Jesus zu vertrauen, zu wissen, dass er sich um uns kümmert und für uns arbeitet, auch wenn es nicht so aussieht.
Aber das ist die Art von Vertrauen, die Gott in uns aufbauen möchte.
Frage: Wo in meinem Leben fällt es mir am schwersten, auf Jesus zu vertrauen, und wie könnte ich lernen, ihm in diesen Momenten bewusst zu begegnen?
Vers 39 Jesus bedroht Wind, Stille
Mk 4,39: Jesus stand auf, gebot dem Wind Einhalt und befahl dem See: Sei still! Schweig! Sofort legte sich der Sturm, und es wurde ganz still.
Stillung des Sturms
Dieser Vers ist für mich echt bedeutsam geworden, denn durch ihn habe ich erkannt, dass es nicht ich allein bin, der durch Mediationspraxis und Co in der Hektik meines Alltags die Ruhe bewahre.
Ich bitte Jesus in jedem Morgengebet, dass er mich in seinem heiligsten Herzen wohnen lässt, denn dies ist das Schiff, das jedem Sturm trotzt. In unserem Leben wütet es immer wieder.
Damit uns der Wind nicht beliebig umherweht oder gar umwirft, bedarf es der geistlichen Besinnung, deren wichtigstes Ziel ist, die Beziehung zu Jesus zu vertiefen, um so in seiner großen Stille zu wohnen. Wir haben diese Beziehungszeit zu Jesus so bitter nötig.
Jesus möchte uns das Wohnen in seiner inneren Stille schenken. Diese Stille ist eine Realität, die immer und überall ist – das erfahre ich täglich. Wir müssen uns ihr gegenüber nur öffnen, ihr Raum geben und sie bewusst wahrnehmen und genießen.
Frage: Wie kann ich heute bewusst Raum für die innere Stille schaffen, um die Nähe zu Jesus tiefer zu spüren?
Wie wurde Jesus geweckt?
Der Wind weckte Ihn nicht, das Streiten der Jünger weckte Ihn nicht, und Wasser, das über das Boot spritzte, weckte Ihn nicht. Aber beim Schrei seiner Jünger erwachte er sofort. Jesus ist wie die Mutter, die durch alle Arten von Lärm schläft, aber beim geringsten Geräusch ihres kleinen Babys wacht sie sofort auf.
Jesus handelt und wirkt auf seine Weise
Gott hilft und wirkt, allerdings nicht unbedingt so, wie wir es uns vorstellen. Das Wunder seiner Hilfe kann auch darin liegen, dass der Sturm sich in einem anderen Licht zeigt und dadurch neu gesehen wird.
Aber eines ist klar: Jesus tut, handelt und wirkt. Was Jesus hier tat, das tut Gott fort und fort im Walten seiner Vorsehung.
Ob nun im Sturm oder in der Ruhe der Seele, gilt es, Gott in dem zu finden und zu lieben, was er uns gerade gibt. Darin allein liegt unser Glück und unsere Seligkeit.
Frage: Wie kann ich heute in meinem Leben das Wirken Gottes in kleinen oder unerwarteten Momenten wahrnehmen und wertschätzen?
Andacht von Rolf Aichelberger
Machen wir nicht oft auch diese Erfahrungen. Alles um uns herum tobt und stürmt. Die Wellen gehen hoch und drohen uns zu vernichten.
Beim Einen sind es die Sorgen um Gesundheit, beim Anderen die drohende oder tatsächliche Arbeitslosigkeit. Wieder andere haben finanzielle Probleme. Manche müssen durch schwere Krisen in Ehe und Familie. Keiner von ihnen sieht mehr „Land“, alles droht im Sturm des Lebens unterzugehen.
Sie stellen sich vielleicht die Frage, ob Jesus sie vergessen hat, ob es ihm anscheinend egal ist, was mit ihnen passiert. So dachten auch die Jünger. Zuerst waren sie mit sich selbst beschäftigt, hatten vielleicht versucht, den drohenden Untergang selbst in den Griff zu bekommen.
Erst als sie sich an Jesus wandten, stand dieser auf und beruhigte ihr Leben. Im Sturm des Lebens ist uns Jesus nahe. Verzweifelt nicht! Ruft ihn um Hilfe und vertraut ihm.
Versuchen Sie doch heute, zu Jesus zu beten, und sagen Sie ihm, was Sie an den Rand der Verzweiflung bringt. Glauben Sie, dass er Ihnen helfen wird. Vertrauen Sie ihm, auch wenn nicht sofort eine Lösung in Sicht ist. Er weiß um Ihre Not. Er wird sich darum kümmern.
Rolf Aichelberger
Frage: Wo in meinem Leben spüre ich gerade den „Sturm“, und wie könnte ich heute bewusst auf Jesus vertrauen, auch ohne sofort eine Lösung zu sehen?
Vers 40 Warum habt ihr Angst?
Mk 4,40: Warum habt ihr Angst? Habt ihr denn noch immer kein Vertrauen zu mir?
Glaube und Vertrauen
Jesus konnte sagen, dass sie keinen Glauben hatten, weil sie seinem Wort nicht glaubten. Jeder von ihnen hörte Jesus sagen: Lasst uns hinübergehen auf die andere Seite des Sees (Vers 35).
Jesus sagte nicht: Lasst uns unser Bestes geben, und vielleicht ertrinken wir alle. Er versprach eine sichere Ankunft, und die Jünger hätten sich dafür entscheiden können, auf dieses Versprechen zu vertrauen, aber sie taten es nicht. In diesem Sinne hatten sie keinen Glauben.
Wie kommt es, dass du keinen Glauben hast? Ausgerechnet Jesu eigene Jünger hätten Glauben haben sollen. Würde Jesus uns dieselbe Frage stellen? Nach allem, was ich in dir und für dich getan habe, wie kommt es, dass du keinen Glauben hast?
Frage: Wo in meinem Leben darf ich heute vertrauen lernen, auch wenn es schwerfällt?
Glaube und Mut
Jesus zieht eine deutliche Parallele zwischen Glauben und Mut. Wovor fürchte ich mich denn? Gibt es derart schwerwiegende Gründe, um die unendlich große Macht der Liebe des Herrn zu uns in Frage zu stellen? Das ist die Frage!
Jede Widerwärtigkeit in ein allmähliches Wachstum des Glaubens und der Hoffnung zu verwandeln – warum tun wir es nicht? Der Glaube an die bergende Nähe Gottes muss sich immer tiefer verwurzeln. Nur wenn diese Wurzeln tief reichen, bleiben wir in stürmischen Schicksalsschlägen unseres Lebens im Glauben standhaft.
Schwere Zeiten haben so auch ihre guten Seiten. Denn sie zeigen uns deutlich, dass man sich bedingungslos auf Jesus verlassen kann und muss. So sollte man während dieses wechselvollen Lebens einen unerschütterlichen Gleichmut bewahren. Auch wenn sich alles um uns ändert, die Stürme um uns herum toben, sollten wir immerfort den ruhigen Blick der Seele hingewendet zu Gott haben.
Glaube ist beten mit Blick auf Gott, nicht auf die Probleme. Oswald Chambers
Frage: Welche Stürme in deinem Leben fordern dich heraus, deinen Glauben tiefer zu verwurzeln, und wie spürst du dabei die Nähe Gottes?
Durch Ruhe zum Glauben, zur Hoffnung und zur Liebe gelangen
Christus führt seinen Jüngern seine Allmacht vor Augen. Das ist unsere Hoffnung und Zuversicht. Es gibt keine Situation im Leben, in der er nicht gegenwärtig ist und für die er sich nicht interessiert.
Das Vertrauen, aus dem Glauben gewachsen, stärkt wiederum den Glauben, denn der Herr wird seine Allmacht unter Beweis stellen. „Der Herr gibt es den Seinen im Schlaf“ (Ps 127,2).
Jesus will, dass unser Glaube sich in Taten bewährt; dass wir auch in schwierigen Situationen das Vertrauen auf ihn und Ruhe in ihm bewahren; und dass diese Ruhe uns ermöglicht, mehr zu lieben.
Frage: In welchen Momenten deines Lebens spürst du die Gegenwart Christi am stärksten, und wie könnte diese Erfahrung dein Handeln und Lieben vertiefen?
Habt keine Angst. Vertraut!
Hütet euch stets davor, eure Beschäftigungen in geistliche Unruhe oder Sorgen zu verwandeln!
Und wenn euer Schiff auch auf hohen Wellen dahinsegelt und ihr in die Stürme zahlreicher Schwierigkeiten geratet, richtet euren Blick doch immer nach oben und sagt zu unserem Herrn: O Gott, für dich segle und reise ich –, sei Du mein Führer und mein Lotse!
Bemüht euch derweil, eure Angelegenheiten eine nach der anderen, so gut ihr könnt, zu erledigen; und konzentriert euch in Treue darauf, aber mit Sanftmut und Milde.
Wenn Gott euch Erfolg schenkt, dann preist ihn. Wenn nicht, dann preist ihn ebenfalls. Es genügt, wenn ihr euch bereitwillig um das Gelingen bemüht. Der Herr und sogar die Vernunft verlangen von euch keine Ergebnisse, sondern nur den nötigen Fleiß, Einsatz und Hingabe. Vieles hängt von uns ab, jedoch nicht der Erfolg.
Lebt in Frieden und ruht euch am göttlichen Herzen aus, ohne jegliche Angst, denn dort sind wir sicher vor Stürmen, und selbst die Gerechtigkeit Gottes kann nicht bis dorthin gelangen.
Bemüht euch, die Ängste eures Herzens gut zu beherrschen. Bewahrt Vertrauen und Ruhe in dem großen Werk der eigenen Heiligung und der Heiligung anderer. Den Rest erledigt Jesus.
Pater Pio
Frage: Wo in deinem Leben könntest du heute mehr Vertrauen in Gottes Führung setzen und loslassen, was du nicht kontrollieren kannst?
Vers 41 Große Furcht: Wer ist er?
Mk 4,41: Und sie gerieten in große Furcht und sprachen zueinander: Wer ist denn dieser, dass auch der Wind und der See ihm gehorsam sind?
Mk 4:41: Voller Entsetzen sagten sie zueinander: Was ist das für ein Mensch? Selbst Wind und Wellen gehorchen ihm!
Mensch und Gott Jesus
Innerhalb weniger Augenblicke sahen die Jünger sowohl die vollständige Menschlichkeit Jesu als auch die Fülle seiner Gottheit. Sie sahen Jesus als das, was er ist: wahrer Mensch und wahrer Gott.
Was ist das für ein Mensch?
Wer ist Jesus? Wir können sagen, dass dies ein wichtiges Thema für Markus war, denn er zeigt uns oft die Reaktionen der Menschen auf ihn.
Natürlich weiß Markus, wer er ist, aber wir sehen dann, wie andere Menschen durch Jesu Lehren und Handlungen herausgefordert wurden. Wer mit ihm in Berührung kommt, ringt darum, seine Identität zu erfassen.
Das gilt auch heute für uns. Auch wir fragen uns, was ist das für ein Mensch?
Anton Vogelsang
Frage: Wie berührt mich die Frage nach Jesu Identität in meinem eigenen Leben und meinem Glaubensweg?
Sie waren voller Entsetzen
Nachdem die Apostel eine gewisse Zeit mit Jesus verbracht haben, beginnen sie, Zusammenhänge zu erkennen und zu vermuten, dass er nicht ein Mensch wie jeder andere ist – mehr als nur ein Lehrer unter vielen.
Darum fragen sie sich voller Angst: „Was ist das für ein Mensch?“ Sie sind noch immer nicht bereit, in ihm den Messias und den Sohn Gottes zu erkennen; aber sie realisieren, dass er ein ganz besonderer Mensch ist.
Anton Vogelsang
Frage: In welchen Momenten meines Lebens habe ich gespürt, dass jemand oder etwas tiefer und besonderer ist, als es auf den ersten Blick scheint?
Der Herr über Wind und Meer
Wir dürfen nicht vergessen, dass Christus den letzten Sieg errungen hat. Er lässt Schwierigkeiten zu, damit wir in der Hingabe zu ihm wachsen können.
Wenn das Leben weh tut, wenn es scheinbar keinen Sinn mehr hat, dann müssen wir unseren Glauben an den vertiefen, der Sünde und Tod besiegt hat. Er wird das letzte Kapitel in unserem Leben schreiben. Er wird uns zum sicheren Hafen bringen.
Wir können unseren Glauben an ihn heute stärken, indem wir unsere Augen auf seine Verheißungen und seine Gegenwart richten. Wir können unser Vertrauen erneuern, damit er unsere Gebete nicht unbeantwortet lässt, sondern sie, wenn er will, mit Macht und großer Kraft, die unsere Erwartungen bei weitem übertreffen werden, beantworten wird.
Indem wir die Fahrt in diesem Boot mitten im Sturm fortsetzen, lassen wir ihn allein über unser Schicksal bestimmen: in besseren Händen können wir nicht sein.
Ernest Daly
Frage: Wie kann ich inmitten meiner eigenen Stürme meine Hingabe und mein Vertrauen zu Christus heute spürbar vertiefen?
Christus in unserem Boot
Christus lebt mit uns im Boot des Lebens. Wir empfinden Gott oft als Zuschauer. Von draußen schaut er auf unser Lebensboot und greift gelegentlich mal ein.
Aber hier, in diesem Evangelium, sehen wir, wie Gott in Christus ganz Teil hat an unserem Leben. Nur ist es oft eine schweigsame Gegenwart. Sie duldet auch Winde, ohne sofort einzugreifen.
Denn nicht um ein müheloses Leben geht es, sondern um die Fähigkeit, die Mühen mithilfe der stillen Anwesenheit Christi zu erdulden und zu überstehen. Dessen ungeachtet dürfen wir Christus aber auch durch unser bittendes Gebet wachrufen. Denn dieser Weckruf gilt eher unserem Herz.
Christus hat alles unter Kontrolle, wir müssen lernen, im Vertrauen auf sein Eingreifen zu hoffen und alles in seine Hände zu legen.
Frage: Wie spüre ich in meinem eigenen Leben die stille Gegenwart Christi, auch in den stürmischen Zeiten?
Bild für unser Leben
Auch wir besteigen, wenn wir mit dem Zeichen des Kreuzes des Herrn die Welt verlassen wollen, mit Jesu das Schiff, suchen über das Meer zu schiffen.
Während wir aber schiffen, schläft er unter dem Brausen des Meeres, wenn bei dem wilden Andrang der unreinen Geister, oder der bösen Menschen, oder unserer Gedanken selbst mitten unter dem Tugendeifer das Feuer der Liebe erkaltet.
Wenn wir ihn aber unter solchen Stürmen fleißig aufwecken, wird er bald den Sturm beschwichtigen, die Ruhe wiederherstellen und den Hafen des Heils gewähren.
Goldene Perle
Frage: Welche „Stürme“ in deinem Leben könnten durch Achtsamkeit und innere Verbindung zu deinem Glauben oder deiner spirituellen Praxis beruhigt werden?
Die Sturmstillung ist so viel mehr als ein Wunder
Die Stillung des Sturmes ist ein Zeichen der Herrschaft Christi über die negativen Mächte und lässt seine Göttlichkeit aufstrahlen.
Die Jünger selbst sind entsetzt. Ihr Glaube ist noch schwach. Er ist eine Mischung aus Furcht und Vertrauen.
Die vertrauensvolle Hingabe Jesu an den Vater ist hingegen vollkommen und rein. Wegen dieser Macht der Liebe kann er während des Sturmes schlafen, vollkommen sicher in Gottes Umarmung.
Frage: Wie könntest du lernen, inmitten deiner eigenen „Stürme“ eine ähnliche innere Ruhe und Vertrauen zu entwickeln?
Hier geht’s zu einer Auslegung von G. de Koning zu Mk 4. Kap.
Das war eine Christliche Bibel – Auslegung, Kommentar, Andacht, Impuls, Erklärung, Bedeutung bzw. Predigt zum Markus Evangelium Mk 4. Kapitel