Mk 16,9-14: Erscheinungen des Auferstandenen

​Vers 9 Erscheinen vor Maria Magdalena

Mk 16,9: ‭Als er aber früh am ersten Tag der Woche auferstanden war, erschien er zuerst der Maria Magdalena, von der er sieben Dämonen ausgetrieben hatte.‭

Er erschien zuerst Maria Magdalena

Marias dramatische Begegnung mit Jesus (den sie zuerst für den Gärtner hielt) wird ausführlicher in Johannes 20:11-18 beschrieben.

Aus der er sieben Dämonen ausgetrieben hatte.

Es ist wirklich faszinierend zu sehen, wie du als deine Zeugen immer diejenigen erwählst, die in den Augen der Welt am wenigsten geeignet erscheinen: Mose war ein Stotterer; die Hirten, die deine Geburt bezeugten, standen am Rande der Gesellschaft; Matthäus war als Zöllner von seinem Volk verhasst; und als erste Zeugin deiner Auferstehung wähltest du Maria Magdalena, eine Frau in einer patriarchalen Gesellschaft, die noch dazu von sieben Dämonen besessen gewesen war.

Welche Schwächen habe ich, die ich als Hindernisse ansehe, die aber dir anscheinend mehr dienen können als meine Fähigkeiten und Talente?

Frage: Wo in meinem Leben könnte gerade meine vermeintliche Schwäche zu einem Ort deiner Stärke werden?

Nach welchen Maßstäben erscheint er den Menschen?

Eigentlich sollte man glauben, dass Jesus zuerst den Menschen erscheint, zu denen er die innigste Verbindung hat, wie z.B. seiner Mutter Maria. Danach dann seinen Freunden, Aposteln und Jüngern.

Aber Jesus kann man so nicht (be)greifen. Er setzt andere Maßstäbe.

Zuerst erscheint er einer Frau. Maria von Magdala. Weiß er denn nicht, wie die Glaubwürdigkeit von Frauen zu seiner Zeit eingeschätzt wird?

Dann den zwei Jüngern, die traurig ihres Weges gehen. Ob sie ihn wohl schon zu Lebzeiten aus der Nähe gekannt und verehrt haben?

Dann den Elf, die sich eingeschlossen hatten und nicht wussten, wie es weitergehen sollte.

Jesus wendet seine Maßstäbe an, nicht unsere!
Svenja Nonnenmacher

Frage: Wo in meinem Leben lädt mich Jesus ein, meine eigenen Maßstäbe loszulassen und mich für seine Sicht zu öffnen?

Vers 10 Nachricht an die Trauernden

Mk 16,10: ‭Diese ging hin und verkündete es denen, die mit ihm gewesen waren, die trauerten und weinten.

​Vers 11 Unglaube der Jünger

Mk 16,11: ‭Und als diese hörten, dass er lebe und von ihr gesehen worden sei, glaubten sie es nicht.

Andacht von Arend Remmers

Es muss eine gewisse Beschämung für die Apostel gewesen sein, dass ihr Herr nicht ihnen, sondern dieser gläubigen, treuen Frau zuerst erschien.

Von den insgesamt fünf Erscheinungen des Herrn an Seinem Auferstehungstag war diejenige für Maria Magdalene die erste und die für die Elf am Abend die letzte!

Maria hatte am Kreuz ausgeharrt bis zuletzt, sie war die Erste am Grab und auch die Erste, die Ihn sehen durfte.

Die Apostel hatten Ihn bei Seiner Gefangennahme verlassen, waren geflohen und wollten nicht einmal der Auferstehungsbotschaft Glauben schenken.

Frage: Wie gehe ich selbst mit Momenten um, in denen Gott sich anderen zuerst offenbart – kann ich darin Seine besondere Weise erkennen, Herzen zu berühren?

Vers 12 Erscheinen vor zwei Jüngern

Mk 16,12: ‭Danach offenbarte er sich zwei von ihnen auf dem Weg in einer anderen Gestalt, als sie sich aufs Land begaben.‭

Glaubwürdige Zeugen

Jesus selbst bestätigt die Glaubwürdigkeit der Zeugen, die seine Auferstehung verkünden. Er sucht sich Menschen aus, durch die er diese Botschaft verbreiten möchte.

Der christliche Glaube verbreitet sich nicht durch Bücher, sondern durch Menschen, die mit ihrem Leben für das Evangelium einstehen.

Die Lebendigkeit der Kirche ist nicht an Mitgliederzahlen, Kirchensteuereinnahmen oder Aktivitäten zu bemessen, sondern an der Zahl und dem Zeugnis derer, die dem lebendigen Christus wirklich begegnet sind. Bin ich einer davon?

Frage: Wie kann ich selbst Zeuge der Auferstehung Christi werden – mit meinem Leben, meinem Glauben und meinem Handeln im Alltag?

Vers 13 Erneuter Unglaube

Mk 16,13: ‭Und diese gingen hin und verkündeten es den Übrigen; aber auch ihnen glaubten sie nicht.‭

Er erschien zweien von ihnen beim Gehen in einer anderen Gestalt

Diese bemerkenswerte Begegnung mit dem auferstandenen Jesus wird ausführlicher in Lukas 24:13-27 beschrieben.

​Vers 14 Tadel des Unglaubens

Mk 16,14: ‭‭Danach offenbarte er sich den Elfen selbst, als sie zu Tisch saßen, und tadelte ihren Unglauben und die Härte ihres Herzens, dass sie denen, die ihn auferstanden gesehen hatten, nicht geglaubt hatten.‭

Jesus tadelt sie für ihren Unglauben und ihre harte Herzen.

Wie oft sind wir nicht anders?
Wir hören von Gottes Liebe, von Hoffnung, von Auferstehung – und doch zweifeln wir. Sorgen, Enttäuschungen, Lebenslast machen unser Herz hart.

Doch Jesu Tadel ist kein kaltes Urteil – er bleibt bei ihnen. Er schickt sie sogar los, die frohe Botschaft zu verkünden.

Das tröstet: Auch wenn unser Glaube schwankt, gibt Jesus uns nicht auf. Er begegnet uns – und verwandelt unser Herz.

Herr, hilf mir glauben, auch wenn mein Herz manchmal schwer ist.

Frage: Wo erlebe ich in meinem Zweifel, dass Jesus mich trotzdem sendet und mein Herz verwandelt?

Tadel des Unglaubens

Er tadelte ihren Unglauben und ihre Verstocktheit und doch wandte er sich nicht ab. Auch wir kennen Zweifel, Härte und innere Distanz. Aber gerade dort begegnet uns Gottes Barmherzigkeit. Er nutzt unsere Brüche, um uns zu verwandeln und zu Zeugen seiner Liebe zu machen. Wer selbst gerungen hat, kann andere besser verstehen. Davon bin ich zutiefst überzeugt. Unsere geheilten Wunden werden zu Quellen des Trostes.

Darum verlieren wir nicht den Mut, wenn uns Glaube schwerfällt. Gottes Wege bleiben größer als unser Verstehen. Er zwingt nicht, sondern lädt ein. In Freiheit dürfen wir antworten – mit Vertrauen, Schritt für Schritt.

Heute dürfen wir neu beginnen und uns von ihm führen lassen, auch mitten im Zweifel.