Mk 11, 27-33
Die Vollmacht Jesu
Auslegung und Andacht
Mk 11, 27-33 im Überblick: Eine Vers-für-Vers-Betrachtung der Frage nach der Vollmacht Jesu in Markus 11, 27 bis 33. Entdecke die Bedeutung des Abschnitts und seine Relevanz für dein persönliches Leben.
Inhaltsverzeichnis
Mk 11, 27-29 Frage nach der Vollmacht
Mk 11,27: Und sie kamen wiederum nach Jerusalem. Und als er im Tempel umherging, traten die obersten Priester und die Schriftgelehrten und die Ältesten zu ihm.
Mk 11,28: In welcher Vollmacht tust du dies? Und wer hat dir diese Vollmacht gegeben, dies zu tun?
In welcher Vollmacht tust du dies?
An dieser Evangelienstelle bleibt die Frage unbeantwortet. Die Heilige Schrift gibt uns jedoch viele Antworten; lassen wir diese Antworten auf uns wirken und stellen wir uns Jesus vor in all seiner Macht und Herrlichkeit.
Ihm ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden. Er ist der Erstgeborene der Toten, der Herrscher über die Könige der Erde, der uns liebt und uns von unseren Sünden erlöst hat durch sein Blut. Er ist das Alpha und das Omega, der Herr, der ist und der war und der kommt, der Herrscher über die ganze Schöpfung.
Er ist der Erste und der Letzte und der Lebendige. Er war tot, doch nun lebt er in alle Ewigkeit, und er hat die Schlüssel zum Tod und zur Unterwelt. Er ist der Sieger, der Löwe aus dem Stamm Juda, der Spross aus der Wurzel Davids und Herr der Herren.
Er ist das Lamm, das geschlachtet wurde und mit seinem Blut Menschen für Gott erworben hat aus allen Stämmen und Sprachen, aus allen Nationen und Völkern. Er ist der Treue und Wahrhaftige. Sein Name heißt das Wort Gottes, König der Könige und Herr der Herren.
Frage: Wie kannst du in deinem eigenen Leben die Gegenwart und Herrschaft Jesu spüren und erkennen?
Frage und Gegenfrage
Als Er im Tempel umhergeht, kommen die Hohenpriester, die Schriftgelehrten und die Ältesten auf Ihn zu. Als Mitglieder des Synedriums, des höchsten juristischen und religiösen Gremiums der Juden, sind sie durch die Autorität, mit der der Herr Jesus den Tempel gereinigt und das Volk belehrt hatte, erneut in ihrem Stolz als Führer und Verantwortliche gekränkt und fragen Ihn deshalb: In welchem Recht tust Du diese Dinge?
Jesus stellt eine Gegenfrage.
Frage: Welche inneren Autoritäten oder Überzeugungen hinterfrage ich in meinem Leben, um Raum für göttliche Führung zu schaffen?
Mk 11,29: Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Auch ich will euch ein Wort fragen; wenn ihr mir antwortet, so will ich euch sagen, in welcher Vollmacht ich dies tue.
Mk 11, 30-32 Johannes’ Taufe: Woher?
Mk 11,30: War die Taufe des Johannes vom Himmel oder von Menschen? Antwortet mir!
Antwortet mir!
Die Frage ist eine Falle: Wenn sie antworten, dass Johannes’ Taufe von Gott war, müssen sie zugeben, dass sie ihn hätten anerkennen sollen. Sagen sie, sie sei menschlich, riskieren sie den Zorn des Volkes, das Johannes als Propheten sah.
Jesus entlarvt ihre Unaufrichtigkeit und zeigt, dass ihr Glaube von Angst und politischem Kalkül geleitet wird. Die Stelle fordert zur Entscheidung heraus: Wer Jesus’ göttliche Autorität anerkennt, muss ihm nachfolgen.
Mk 11,31: Und sie überlegten bei sich selbst und sprachen: Wenn wir sagen: Vom Himmel, so wird er fragen: Warum habt ihr ihm dann nicht geglaubt?
Mk 11,32: Wenn wir aber sagen: Von Menschen— da fürchteten sie das Volk; denn alle meinten, dass Johannes wirklich ein Prophet gewesen war.
Mk 11, 33 Keine Antwort, keine Auskunft
Mk 11,33: Sie antworten Jesus und sprachen: Wir wissen es nicht! Da erwiderte Jesus und sprach zu ihnen: So sage ich euch auch nicht, in welcher Vollmacht ich dies tue!
Wir wissen es nicht
Diese Worte machen zwei Dinge deutlich: Sie offenbaren das Fehlen jeder geistlichen Befugnis der Führerschaft der Juden und zugleich ihre heuchlerische Bosheit.
Wenn sie Johannes den Täufer nicht richtig zu beurteilen vermochten, wie sollten sie dann seinem Herrn in der rechten Weise begegnen?
So lange sie nicht gewillt waren, die Zeichen des Vorläufers zu akzeptieren, würden sie noch weniger die weitaus grösseren Zeichen des Königs selbst annehmen.
Frage: In welchen Bereichen meines Lebens erkenne ich Zeichen oder Botschaften, die ich bisher übersehen oder abgelehnt habe, und wie könnte ich offener darauf reagieren?
Häufige Fragen zu Mk 11, 27-33
Was bedeutet Mk 11, 27-33?
Die Frage nach der Vollmacht Jesu schildert eine Konfrontation im Tempel zwischen Jesus und den führenden religiösen Autoritäten Israels. Das Geschehen offenbart die geistliche Blindheit und das taktische Kalkül der Hohenpriester, Schriftgelehrten und Ältesten, die Jesu göttlichen Auftrag infrage stellen, um ihre eigene Macht zu sichern.
Warum fragen die Hohepriester und Schriftgelehrten Jesus nach seiner Vollmacht?
Nachdem Jesus die Händler aus dem Tempel getrieben hat, fordern die religiösen Führer von ihm eine Legitimation für sein Handeln. Sie wollen von ihm wissen, wer ihm das Recht gegeben hat, wie ein von Gott gesandter Herrscher im Tempel aufzutreten, in der Hoffnung, ihn der Gotteslästerung oder des Aufruhrs zu überführen.
Warum antwortet Jesus mit einer Gegenfrage über die Taufe des Johannes?
Jesus durchschaut die Falle der Fragesteller und verknüpft seine eigene Vollmacht mit dem Wirken Johannes des Täufers. Er fragt sie, ob die Taufe des Johannes vom Himmel – also von Gott – oder von Menschen stammte. Damit zwang er sie, Stellung zu der prophetischen Stimme zu beziehen, die ihn selbst bezeugt hatte.
Warum verweigern die Oberen die Antwort auf Jesu Gegenfrage?
Die religiösen Führer geraten in ein Dilemma: Sagen sie „vom Himmel“, müssen sie sich fragen lassen, warum sie Johannes nicht geglaubt haben; sagen sie „von Menschen“, fürchten sie den Zorn des Volkes, das Johannes als echten Propheten ansieht. Aus Angst vor Machtverlust und Volksprotest antworten sie schließlich heuchlerisch mit: „Wir wissen es nicht.“
Was ist die zentrale Botschaft von Mk 11, 27-33?
Der Abschnitt entlarvt eine Haltung, die Wahrheit aus berechnendem Eigeninteresse verweigert. Er zeigt auf, dass göttliche Vollmacht nicht vor unaufrichtigen Richtern bewiesen werden muss, und fordert dazu auf, der Wahrheit Gottes mit einem offenen, ehrlichen Herzen zu begegnen.
Mk 11, 12-26 Feigenbaum und Tempelreinigung
Mk 12, 1-12 Gleichnis von den bösen Bauern