Lk 3, 21-22 Taufe von Jesus: Auslegung und Andacht

Lk 3, 21-22 im Überblick: Schritt für Schritt durch Lukas 3, 21 bis 22. Diese Erläuterung zur Taufe von Jesus hilft dir, den Bibelabschnitt besser zu verstehen und im Alltag zu verankern.

Vers 21 Taufe Jesu

Lk 3,21: Es geschah aber, als alles Volk sich taufen ließ und auch Jesus getauft wurde und betete, da tat sich der Himmel auf.

Für dein Leben

  • Glaube an deine Taufe: Deine Taufe ist ein Zeichen, dass du zu Gott gehörst und dass er sich mit dir verbindet. Lebe in dieser Identität und erinnere dich immer daran, dass du Gottes geliebtes Kind bist.
  • Suche die Nähe Gottes: Jesus nahm sich Zeit für Gebet. So kannst auch du durch Gebet und Stille immer wieder Kraft und Orientierung von Gott empfangen.

Vers 22 Stimme vom Himmel

Lk 3,22: ‭Der Heilige Geist stieg in leiblicher Gestalt wie eine Taube auf ihn herab, und eine Stimme ertönte aus dem Himmel, die sprach: Du bist mein geliebter Sohn; an dir habe ich Wohlgefallen!

Für dein Leben

  • Gottes Stimme hören: Wie Jesus bei seiner Taufe empfing auch du Gottes Stimme. Ermutige dich, immer wieder in Stille auf Gott zu hören, um seine Führung zu empfangen.
  • Mit dem Heiligen Geist erfüllt werden: Der Heilige Geist war bei Jesus, um ihm Kraft zu geben. Erlaube auch dir, dich immer wieder vom Heiligen Geist leiten und stärken zu lassen, besonders in herausfordernden Momenten.

Die Taufe Jesus

Jesus erhielt keine Taufe, weil er ein Sünder war, der Buße tun und von seinen Sünden gereinigt werden musste. Er tat es, um sich vollständig mit dem sündigen Menschen zu identifizieren. Dies war dasselbe Herz, das zu Seiner endgültigen Identifikation mit dem sündigen Menschen am Kreuz führen würde.

Andacht von Benedikt XVI

Der Bericht von der Taufe Jesu zeigt den Weg der Erniedrigung und Demut, den der Sohn Gottes freiwillig gewählt hat, um dem Plan des Vaters zu folgen, um seinem Liebeswillen im Hinblick auf den Menschen in allem gehorsam zu sein, bis hin zum Kreuzesopfer.

Erwachsen geworden, beginnt Jesus seine öffentliche Sendung, indem er sich zum Jordan begibt, um von Johannes eine Taufe der Buße und Umkehr zu empfangen. Es geschieht das, was in unseren Augen paradox erscheinen könnte. Braucht Jesus Buße und Umkehr? Sicherlich nicht.

Und doch reiht sich gerade er, der ohne Sünde ist, unter die Sünder ein, um sich taufen zu lassen, um diese Geste der Buße zu vollbringen. Jesus will sich auf die Seite der Sünder stellen, indem er mit ihnen solidarisch ist und die Nähe Gottes zum Ausdruck bringt.

Jesus zeigt seine Solidarität mit uns, mit unserer Mühe, uns zu bekehren, unsere Egoismen hinter uns zu lassen, von unseren Sünden loszukommen, um uns zu sagen, dass er – wenn wir ihn in unser Leben aufnehmen – fähig ist, uns wieder aufzurichten und zur Höhe Gottes, des Vaters, zu führen.

Benedikt XVI

Die Taufe Jesu im Jordan ist eine Vorwegnahme seiner Bluttaufe am Kreuz

Frage: Wie kann ich in meinem eigenen Leben bewusst den Weg der Demut und Solidarität gehen, um Nähe zu Gott und meinen Mitmenschen zu erfahren?

Gebet nach der Taufe

Es heißt: Da er getauft wurde und betete, damit du wissest, daß man nach der Taufe reichlich beten solle.

Denn obschon alle Sünden in der Taufe nachgelassen wurden, so ist doch die Gebrechlichkeit des irdischen Fleisches noch nicht getilgt.

Denn wie nach dem Durchgang durch das rote Meer freuen wir uns über die Versenkung der Ägypter, aber in der Wüste des weltlichen Wandels kommen andere Feinde entgegen, welche unter dem Beistande der Gnade Christi mit unserer Mitwirkung besiegt werden, bis wir zum Vaterlande gelangen.

Wir bemerken Lukas' wiederholte Betonung des Gebets. Andere Evangelisten beschreiben diese Gelegenheit, aber nur Lukas weist darauf hin, dass es geschah, während er betete.

Frage: Wie kann das bewusste und beständige Gebet in deinem eigenen Leben dazu beitragen, innere Schwächen zu überwinden und deinem spirituellen Weg näher zu kommen?

Der sich öffnende Himmel

Dies ist ein schönes Bild für die Wirkung des Gebetes. Wenn wir beten, öffnet sich über uns der Himmel.

Im Gebet kommt der Heilige Geist auf uns herab und stärkt uns für unsere Aufgabe.

Und wir erfahren im Gebet, dass wir von Gott bedingungslos geliebt sind.

Im Gebet erkennen wir, wer wir eigentlich sind.

Im Gebet erfahren wir uns als Gottes geliebte Söhne und Töchter.

Wir erfahren die Zusage, dass Gott uns bedingungslos liebt.

Frage: Wie spürst du in deinem Alltag die bedingungslose Liebe Gottes und wie verändert sie dein Handeln?

Herabkommen des Geistes

Und es kam der Heilige Geist herab. Niemand soll glauben, dass er ihn nicht hatte und daher empfing. Denn er sandte ihn als Gott vom Himmel herab, empfing ihn aber unten als Mensch. Daher kam er von ihm auf ihn herab, nämlich von seiner Gottheit auf seine Menschheit.

Anselm Grün zur Taufe

Die frühe Kirche nannte die Taufe „photismos = Erleuchtung“. In der Taufe kommen wir ins Licht. Da hellt sich unser Dasein auf. Wir bekommen neue Augen und erkennen die Wirklichkeit, wie sie wahrhaft ist, unsere eigene Wirklichkeit, aber auch die der Welt.

Johann Baptist Metz, der politische Theologe, spricht von der Mystik der offenen Augen. Der indische Jesuit de Mello beschreibt einmal Mystik als Aufwachen zur Wirklichkeit.

Lassen wir uns von Jesus unsere Augen öffnen, damit wir mit einem Blick der Liebe und der Hoffnung auf uns, auf unsere Mitmenschen und auf unsere Welt schauen. Wir können auf die Welt aber nur mit offenen Augen schauen, wenn wir daran glauben, dass die ganze Welt schon vom Licht Christi erleuchtet ist, das alles zu erhellen und zu heilen vermag.

Anselm Grün

Frage: Wo in meinem Leben könnte ich mehr Licht und bewusstes Sehen zulassen, um die Welt und mich selbst mit offenen Augen zu erkennen?

Andacht von Benedikt XVI

Was geschieht im Augenblick der Taufe Jesu durch Johannes? Angesichts dieser demütigen Geste der Liebe von seitens des Gottessohnes öffnet sich der Himmel, und der Heilige Geist offenbart sich sichtbar im Bild der Taube, während eine Stimme aus der Höhe das Wohlgefallen des Vaters zum Ausdruck bringt, der den eingeborenen, geliebten Sohn anerkennt.

Es handelt sich um eine wirkliche Offenbarung der allerheiligsten Dreifaltigkeit, die die Gottheit Jesu bezeugt und dass er der verheißene Messias ist, von Gott gesandt, um sein Volk zu befreien, damit es gerettet wird.

Benedikt XVI

Frage: Wie öffnet sich mein Herz für die sichtbare und unsichtbare Gegenwart Gottes in meinem Leben?