Lk 2, 21-24
Beschneidung und Darstellung Jesu
Auslegung und Andacht
Lk 2, 21-24 im Überblick: Diese Andacht führt dich Schritt für Schritt durch die Schilderung von Beschneidung und Darstellung Jesu in Lukas 2, 21 bis 24. Verstehe die Botschaft der Stelle und ihre praktische Anwendung.
Inhaltsverzeichnis
Lk 2, 21 Beschneidung
Lk 2,21: Und als acht Tage vollendet waren, als man das Kind beschneiden musste, da wurde ihm der Name Jesus gegeben, den der Engel genannt hatte, ehe er im Mutterleib empfangen worden war.
Die Namensgebung Jesus
Die Namensgebung hatte in den semitischen Kulturen eine immense Bedeutung, da sie die Berufung und Sendung eines Menschen anzeigte.
Bei einigen Persönlichkeiten der Heilsgeschichte änderte Gott sogar nachträglich ihre Namen zum Zeichen für ihre besondere Aufgabe: Aus Abram wurde Abraham, der Vater vieler Völker; Jakob erhielt den Namen Israel, nachdem er mit Gott gerungen und gesiegt hatte; und Simon wurde von Jesus Christus selbst Kephas – Petrus – genannt, der Fels, auf dem die Kirche gebaut werden sollte.
In Israel erhielt ein Kind seinen Namen bei der Beschneidung, jenem Moment, in dem es offiziell in die Nachkommenschaft Abrahams aufgenommen wurde. So geschah es auch bei Jesus, acht Tage nach seiner Geburt.
Der Name des fleischgewordenen Wortes bedeutet „Jahwe rettet“ und bringt die erlösende Sendung, die zu erfüllen er gekommen war, genau zum Ausdruck.
Vor dem Namen Jesu soll sich jedes Knie beugen, im Himmel, auf Erden und in der Tiefe, und jede Zunge soll verkünden: Jesus Christus ist der Herr, zur Ehre Gottes, des Vaters
Frage: Welchen Namen trägt deine innere Berufung, und wie spiegelt sie deine besondere Aufgabe in der Welt wider?
Lk 2, 22 Darstellung im Tempel
Lk 2,22: Und als die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetz Moses vollendet waren, brachten sie ihn nach Jerusalem, um ihn dem Herrn darzustellen,
Andacht für dein Leben
- Gehe den Weg der Hingabe: Wie Maria und Josef Jesus im Tempel präsentierten, kannst auch du dein Leben und deine Entscheidungen Gott anvertrauen, um ihm zu dienen.
- Lebe im Einklang mit Gottes Plan: Auch wenn du nicht alles verstehst, vertraue darauf, dass Gott dich führt, genauso wie er den Weg für Jesus vorbereitete.
Lk 2, 23 Gesetz des Herrn erfüllt
Lk 2,23: wie im Gesetz des Herrn geschrieben steht: »Alle männliche Erstgeburt soll dem Herrn geheiligt heißen«,
Bezug auf Exodus
Lukas 2,23 bezieht sich auf das mosaische Gesetz, nach dem jeder erstgeborene männliche Nachkomme dem Herrn geweiht sein soll (2. Mose 13,2.12). Dies geschieht im Rahmen der Darstellung Jesu im Tempel, wo Maria und Josef das vorgeschriebene Opfer darbringen.
Lk 2, 24 Opfer von Turteltauben
Lk 2,24: und um ein Opfer darzubringen, wie es im Gesetz des Herrn geboten ist, ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben.
Das erstgeborene Kind gehörte nach jüdischem Gesetz Gott
Um es dennoch zu behalten, musste es durch ein Opfer ausgelöst werden. Interessant und häufig überlesen: vom Vollzug dieser Auslösung bei Jesus durch Maria und Josef wird hier nichts geschrieben, d.h. Jesus als Erstgeborener ist nicht ausgelöst, wie könnte es auch sein, da Jesus ja selbst das fleischgewordene Wort Gottes ist.
Und im großen Bogen unseres Glaubens an die Erlösung wird dieser erstgeborene Jesus später der Erstgeborene von den Toten, der den Tod besiegt hat.
Auch du gehörst ganz und gar Gott, mit Haut und Haaren. Und im Gegenzug können wir im Glauben sagen: Du, Gott, bist mein Ein und Alles.
Durch seinen Sieg über den Tod hast du schon jetzt das ewige Leben. Dein Tod wird schlicht nur ein Übergang sein. Dank sei Gott dem Herrn.
Frage: Wie spürst du in deinem Alltag, dass du ganz und gar Gott gehörst, und wie verändert dieses Bewusstsein dein Handeln?
Bezug zum Alten Testament
Vor dem Auszug aus Ägypten hatte Gott die Erstgeborenen der Israeliten aus Gnade vom Tod verschont. Von da an wurden alle erstgeborenen Söhne Gott geweiht und ihm zum Dienst im Tempel übergeben.
Seit Gott den Stamm Levi für den Priesterdienst ausgesucht hatte, brauchten die Erstgeborenen der übrigen Stämme nicht mehr im Tempel zu bleiben. Für sie musste jedoch ein Lösegeld entrichtet werden, um das Bewusstsein zu erhalten, dass Gott ein Anrecht auf diese Kinder hatte. Dieser Vorgang nannte sich „Darstellung“.
Verbunden damit war das Reinigungsopfer, das jede jüdische Mutter nach der Geburt eines Kindes bringen sollte. Da die Frau in viel engerer Weise als der Mann am Geheimnis der Schöpfung neuen Lebens teilhat, wurde es ihr erlaubt, eine gewisse Zeit nach der Geburt allen übrigen Aktivitäten, auch dem Gottesdienst, fernzubleiben. Nach etwa 40 Tagen konnte sie ihr normales Leben wiederaufnehmen.
Dazu brachte sie im Tempel ein Opfer in Form von zwei Tieren dar: normalerweise ein Lamm und eine Taube; Arme durften zwei Tauben bringen. Die Heilige Familie opferte formell nur zwei Tauben – und brachte in Gestalt ihres Kindes das Lamm mit, das 30 Jahre später für die Erlösung aller Menschen sterben sollte.
Frage: Welche Bedeutung könnte es für mich persönlich haben, dass auch ich in kleinen Gesten oder Opferhandlungen eine tiefere spirituelle Verbindung ausdrücken kann?
Andacht von Franz von Sales
Was meint ihr wohl, meine lieben Töchter, warum hat der Herr und seine heiligste Mutter sich dem Gesetz der Darstellung im Tempel und der Reinigung unterworfen? Nun, aus welch anderem Grund, wenn nicht aus Liebe zur Allgemeinheit? Dieses Beispiel allein schon dürfte genügen, um die Ordensleute anzueifern, sich in allem gewissenhaft an die Gemeinde zu halten und niemals davon abzugehen.
Weder das Kind noch die Mutter waren dazu verpflichtet; das Kind nicht, weil es Gott war, die Mutter nicht, weil sie ganz rein, ja die Reinheit selbst war. Sie hätten sich ruhig ausnehmen können, niemand hätte es gemerkt. Die aller seligste Jungfrau hätte doch nach Nazareth, statt nach Jerusalem gehen und das Geld, mit dem sie die Turteltauben kaufte, einem Armen geben können. Meint ihr nicht, dass dies besser gewesen wäre?
Aber sie tat es nicht. Sie schloss sich ganz einfach der Allgemeinheit an, wie wenn sie gesagt hätte: Das Gesetz kommt zwar weder für meinen Sohn noch für mich in Betracht, wir unterstehen ihm nicht; da jedoch alle Menschen daran gebunden sind, so wollen auch wir uns gerne fügen, um uns allen anzupassen und nichts Besonderes zu haben.
Sagt nicht der heilige Apostel Paulus: Der Herr „musste in allem den Brüdern gleich werden, die Sünde ausgenommen“ (Hebr 2,17; 4,15). Waren sie vielleicht aus Angst vor einer Übertretung des Gesetzes so genau? Nein, es gab ja keine Gesetzesverletzung für sie; es war vielmehr die Liebe zum himmlischen Vater, die sie antrieb.
Frage: Wie kann ich in meinem eigenen Leben durch bewusstes Mitgehen mit den Regeln und Gewohnheiten der Gemeinschaft Liebe und Demut ausdrücken?
Häufige Fragen zu Lk 2, 21-24
Was bedeutet Lk 2, 21-24?
Dieser Abschnitt schildert die Beschneidung und Namensgebung Jesu am achten Tag sowie seine Darstellung im Tempel nach den Vorschriften des mosaischen Gesetzes. Das Geschehen zeigt die gehorsame Eingliederung Jesu in das Volk Israel und unterstreicht, dass er von Beginn seines Lebens an dem Gesetz unterstellt ist, um es zu erfüllen.
Welche Bedeutung hat die Beschneidung und Namensgebung am achten Tag?
Nach verflossenen acht Tagen wird das Kind beschnitten, wodurch es formal in den Bund Gottes mit Abraham aufgenommen wird. Er erhält offiziell den Namen Jesus, der ihm bereits vor seiner Empfängnis im Mutterleib durch den Engel Gabriel verkündet worden war und seinen Auftrag als Retter zum Ausdruck bringt.
Warum bringen Maria und Josef das Kind nach Jerusalem in den Tempel?
Gemäß dem Gesetz des Herrn muss jeder erstgeborene männliche Nachkomme als dem Herrn geheiligt gelten und ihm geweiht werden. Sobald die Tage der Reinigung Marias nach dem Gesetz des Mose erfüllt sind, reisen die Eltern nach Jerusalem, um das Kind dem Herrn darzustellen.
Welches Opfer bringen die Eltern dar und was sagt dies über sie aus?
Sie bringen das im Gesetz vorgeschriebene Opfer von zwei Turteltauben oder zwei jungen Tauben dar. Dies war das im Buch Levitikus vorgesehene Armeleuteopfer für diejenigen, die sich kein Lamm leisten konnten, was erneut die bescheidenen und armen Verhältnisse der Familie Jesu unterstreicht.
Was ist die zentrale Botschaft von Lk 2, 21-24?
Der Abschnitt offenbart die gewissenhafte Frömmigkeit und den Gehorsam der Eltern gegenüber dem Gesetz Gottes. Er verdeutlicht, dass der Messias ganz in die Tradition und die Rechtsordnung Israels hineingeboren wird, um als wahrer Israelit die Verheißungen von innen heraus zu erfüllen.
Lk 2, 8-20 Verkündigung an die Hirten
Lk 2, 25-35 Jesuskind in Simeons Armen