Lk 12, 1-12 Mut zum Bekenntnis

Vers 1 Meidet Heuchelei

Lk 12,1: ‭Als sich inzwischen das Volk zu Tausenden gesammelt hatte, sodass sie aufeinander traten, begann er zuerst zu seinen Jüngern zu sprechen: Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, welcher die Heuchelei ist!‭

Großer Andrang

Als Jesus seine allgemeine Richtung nach Jerusalem fortsetzte, kamen große Menschenmengen, um Ihn zu hören. Der Andrang war so groß, dass einige verletzt wurden, so dass sie sich gegenseitig mit Füßen traten.

Heuchelei

Ein Heuchler ist jemand, der eine Maske trägt und dessen äußere Erscheinung sich vom Inneren völlig unterscheidet. Die Pharisäer wollten als tugendhafte Vorbilder gelten, doch in Wahrheit waren sie nur Meister der Verstellung.

Jesus wandte sich zuerst an seine Jünger

Bevor Jesus sich der Menge der Menschen zuwendet, wendet er sich bewusst an seine Jünger und möchte sie vor etwas warnen und bewahren. Er weiß nämlich, dass auch denen, die ihm nachfolgen, Versuchungen nicht erspart bleiben werden: die Versuchung der Heuchelei, so zu tun, als ob man besser, vollkommen, heiliger sei als man ist – ja selbst die Liebe zu Gott und dem Nächsten nur vorzuspielen.

Jesus möchte, dass wir als Erste authentisch und echt sind, also in der Wahrheit leben.

Frage: Wo in meinem Leben lade ich Jesus ein, mich zu einem wahrhaftigen Menschen zu formen?

Vers 2-3 Alles Verborgene wird offenbar

Lk 12,2: ‭Es ist aber nichts verdeckt, das nicht aufgedeckt werden wird, und nichts verborgen, das nicht bekannt werden wird.‭

Nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird

Jesus sagt uns, dass alles, was wir sagen, denken und tun, bekannt wird. Deshalb bringen wir alles im Schuldbekenntnis vor Gott – "in Gedanken, Worten und Werken". Alle unsere guten und bösen Taten kommen spätestens in unserer Sterbesekunde ans Licht. Lassen wir es nicht so weit kommen. Nutzen wir das große Geschenk der heiligen Beichte, und versöhnen wir uns immer wieder mit Gott. Nehmen wir uns ein Beispiel an den großen Heiligen, die sehr häufig gebeichtet haben. Leben wir so, dass wir jederzeit sterben können und im Stand der Gnade sind. Jan Burghardt

Frage: Wie würde mein Leben aussehen, wenn ich jeden Tag im Bewusstsein der Ewigkeit gestalten würde?

Reinheit der Absicht

Jesus sagt, dass alles enthüllt und alles bekannt wird, was wir im Verborgenen reden. Können wir dann, wenn es enthüllt ist, jedem in die Augen schauen, ohne rot zu werden oder ein schlechtes Gewissen zu haben?

Aber nicht nur vor den Menschen wird alles offenbar werden. Vor allem müssen wir Gott in die Augen schauen und ihm Rechenschaft ablegen für unser Reden und Tun und auch für unsere Absichten.

Wir sollen lauter sein, immer eine reine Absicht haben. Das bedeutet, dass wir alles für Gott und zu seiner Ehre tun, ohne Hintertürchen und zum Besten für unseren Nächsten. Die Liebe zu Gott und zum Nächsten muss der Antrieb für unser Handeln sein.
Marita Grötsch

Deine Absicht erst gibt deinem Werke seinen Namen. Ambrosius von Mailand

Frage: Was würde sich in meinem Leben verändern, wenn ich mein Reden und Handeln stets im Licht Gottes betrachten würde?

Gebet

Herr, wie oft tun wir schlechte Dinge im Verborgenen oder denken lieblos über Menschen in unserem Umfeld. Wir werden nicht müde, über die Schwächen anderer zu reden, wir vergleichen uns, werten und urteilen, flüstern leise "hinten her", manchmal bewusst, oft unbewusst. Hilf uns Menschen in unserer Schwachheit, lass uns gut über unsere Mitmenschen denken, und lass uns liebende Nachfolger werden. Bitte hilf mir, dass ich auch im Verborgenen nur Dinge denke und tue, die dir und deinem Herzen gefallen.

Lk 12,3: Alles, was ihr im Finstern redet, wird man darum im Licht hören, und was ihr in den Kammern ins Ohr gesprochen habt, wird auf den Dächern verkündigt werden.

Vers 4 Fürchtet keine menschlichen Töter

Lk 12,4: ‭Ich sage aber euch, meinen Freunden: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten und danach nichts Weiteres tun können.‭

Zunehmende Angst

In Anbetracht der jüngsten Demonstration des Widerstands gegen Jesus (Lk 11:53-54) ist es vernünftig zu glauben, dass die Jünger den zunehmenden Stress und die Angst vor der Kreuzigung fühlten. Sie mussten den gleichen Frieden erlangen, den Jesus hatte, und die Angst relativieren.

Meine Freunde, fürchtet euch nicht

Jesus spricht uns mit „meine Freunde“ an. Diese Anrede sollte uns innerlich neu berühren, denn Jesus spricht: „Mein Freund, fürchte dich nicht…“. Er möchte eine vertraute, intime und enge Freundschaft mit mir leben und aus dieser Freundschaft heraus muss ich mich nicht fürchten. Ich muss mich auch nicht vor denen fürchten, die den Leib töten.

Wie viele Christen auf der Welt erleben genau dieses Schicksal aufgrund ihres Glaubens. Wir müssen keine Angst davor haben, wenn die Zeit unseres Aufbruchs aus unserem Leib angekommen ist oder wenn wir irgendetwas Materielles verlieren. Auch müssen wir niemals Angst vor Gott haben. Fürchten sollten wir nur die Sünde, die uns von Gott trennt.
Bettina Duda

Frage: Was bedeutet es für mich ganz persönlich, Jesus als meinen Freund zu sehen – gerade in Momenten der Angst oder Unsicherheit?

Vers 5 Fürchtet Gott

Lk 12,5: Ich will euch aber zeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet den, welcher, nachdem er getötet hat, auch Macht besitzt, in die Hölle zu werfen! Ja, ich sage euch, den fürchtet!

Ihn sollt ihr fürchten

Es gibt noch Kreise unter Christen, Priestern und pastoralen Mitarbeitern, wo man das Bewusstsein von der Existenz des Teufels nicht ernst nimmt und verdrängt. Man hört öfters die Behauptung, die Hölle gebe es nicht. Dabei ist das alles so real, wie die Wahrheit selbst – Jesus Christus –, es hier zu schildern weiß.

Lassen wir uns nicht einreden, den Teufel gäbe es nicht. Wir haben alle die Erfahrung, wie leicht wir uns vom Bösen in Versuchung führen oder in Fallen locken lassen. Haben wir keine Angst vor dem Teufel, bleiben wir an Jesu Christi Seite. Er ist der Sieger und unser Retter.

Frage: Wo erlebe ich in meinem Leben den inneren Kampf zwischen Licht und Finsternis – und wie lade ich Christus bewusst in diesen Raum ein?

Warnung von Jesus

Das sind ernste Worte, die man nicht gerne hört und von denen manche befürchten, sie würden ein Nährboden für die Vorstellung bilden, dass Gott ein grausamer Tyrann sei.

Aber es ist Gottes Liebe, die so deutlich warnt, da Er will, dass sich jeder durch Jesus Christus vor der Verdammnis retten lässt.

An uns liegt es, dieses Rettungsangebot anzunehmen.
Gerrid Setzer

Frage: Welche Vorstellung hast du von Gottes Liebe – und bist du bereit, seiner Einladung persönlich zu begegnen?

Vers 6 Spatzen sind Gott wertvoll

Lk 12,6: ‭Verkauft man nicht fünf Sperlinge um zwei Groschen? Und nicht ein Einziger von ihnen ist vor Gott vergessen.

Wertvoll für Gott

Diese Worte erinnern uns daran, wie wertvoll jeder einzelne von uns in Gottes Augen ist. Selbst die scheinbar unbedeutendsten Dinge haben einen unschätzbaren Wert in seiner Sichtweise. Diese Passage fordert uns auf, die Bedeutung jedes einzelnen Lebens zu erkennen und uns bewusst zu machen, dass wir von Gott geliebt und geschätzt werden, unabhängig von unserem gesellschaftlichen Status oder unserer Leistungsfähigkeit. Wir sollten uns daran erinnern, dass Gott uns kennt und uns wertvoll findet, selbst wenn andere uns übersehen oder abwerten.

Frage: Wo in deinem Leben spürst du Gottes liebevollen Blick, gerade dort, wo du dich selbst vielleicht als unbedeutend empfindest?

Versicherung von Jesus

Es gibt wenige Dinge, die schlimmer sind als das Gefühl, vergessen zu werden. Jesus versicherte jedem Gläubigen, dass sein Leben kostbar sei und vor Gott in Erinnerung bleiben würde.

Vers 7 Eure Haare sind gezählt

Lk 12,7: Aber auch die Haare eures Hauptes sind alle gezählt. Darum fürchtet euch nicht! Ihr seid mehr wert als viele Sperlinge.

Vertrauen auf Gottes Vorsehung

Gott schickt mir damit auch das Kreuz. Alles kommt von Ihm: Gesundheit und Krankheit, zeitliche Güter, Unglück und Widerwärtigkeiten im Leben. Alles, absolut alles hat Er gut angeordnet, und wenn sich das Geschöpf manchmal gegen das auflehnt, was Gott gebietet, begeht es eine Sünde, denn alles ist notwendig und gut gefügt.

Lachen und Weinen sind erforderlich, und aus allem können wir immer dann Nutzen ziehen für unsere Vervollkommnung, wenn wir mit gläubigem Herzen Gottes Werk in allem erkennen und wie Kinder in den Armen des Vaters verweilen. Denn wir allein, wohin sollten wir uns wenden?

Klar, dass ich nicht versuche, Gefühle in mir auszumerzen. Gott will nur von mir, dass ich sie vervollkommne. Aus diesem Grund führt Er mich hierhin und dorthin wie ein Spielzeug, und überall hinterlasse ich Teile meines Herzens.

Wie groß ist Gott und wie gut macht Er alles! Wie sehr liebt Er mich, und wie schlecht hat antworte ich auf Seine Liebe! Seine Vorsehung ist unendlich, und ihr müssen wir uns ohne Vorbehalt ausliefern.
Rafael Arnáiz Barón

Frage: Wo habe ich mich vielleicht gegen Gottes Fügung aufgelehnt – und wo darf ich Ihm wieder vertrauen wie ein Kind?

Die Würde des Menschen in den Augen Gottes

Gott sorgt sich um die Spatzen, die einen vergleichsweise geringen „Wert“ besitzen – um wie viel mehr also um den Menschen! Ja so sehr, dass für ihn jedes Haar auf dem Kopf wichtig ist. In einer Zeit, in der der Wert des Menschen mehr und mehr nach Leistung und äußerem Erfolg bemessen wird, zeigt Jesus uns unseren wahren Wert in unserem Sein als geliebte Kinder Gottes.

Fürchtet euch nicht!

Gott liebt uns über alles. Er kennt uns durch und durch, er weiß, wo wir schwach sind. In Gottes Augen sind wir das Wertvollste, was es gibt. Sind wir uns dessen bewusst? Weiß ich, dass ich mir keine Sorgen um mich und mein Leben machen muss? Jesus wird nicht müde, uns in der gesamten Heiligen Schrift immer wieder zuzurufen: "Fürchtet euch nicht". Denken wir bei der nächsten sorgen- und angstvollen Situation daran: "Fürchte dich nicht!"
Jan Burghardt

Frage: Wo in meinem Leben darf ich Gottes liebevolle Zusage heute besonders annehmen?

Fürchtet euch nicht

Sehr häufig, immer wieder hören wir aus der Bibel die Zusicherung und Ermutigung: Fürchtet Euch nicht. Ich bin es. Ich bin mit Euch. Und es steht vor allem an den ganz entscheidenden Stellen: Bei der Geburt Jesu sagen es die Engel. Am leeren Grab sagt er es selbst zu den Frauen. Als das Boot auf dem See schwankt ruft er es den angstvollen Jüngern zu. Als er die Jünger aussendet, wie Schafe unter die Wölfe sagt er: Fürchtet euch nicht. Egal, was passieren wird. Ich bin mit Euch. Immer wieder: Fürchtet Euch nicht. Ich bin mit Euch, der Vater ist mit Euch. Durch Freude und Fest, aber auch durch Not, Leid und Tod: Bei mir seid Ihr daheim. Fürchtet Euch nicht.

Jesus, nimm unsere Angst und schenke uns Vertrauen. Lass uns jeden Tag in deiner Nähe geborgen leben und furchtlos deinen Weg gehen.

Vers 8 Bekenne mich, Jesus bekennt dich

Lk 12,8: Ich sage euch aber: Jeder, der sich zu mir bekennen wird vor den Menschen, zu dem wird sich auch der Sohn des Menschen bekennen vor den Engeln Gottes.

Er bekennt sich zu mir

Gott ist mit uns, Gott ist für uns. Gott gibt uns sein Wort und er ist ihm treu. Er hält seine Verheißungen, auch wenn wir untreu werden. Warum muss er sich dann noch zu uns bekennen? Wir können es uns lediglich mit unserer menschlichen Vorstellungskraft vor Augen führen, wie Jesus uns anschaut und vor den Engeln spricht: Ich kenne ihn/sie, er/sie gehört zu mir. Mein Freund, meine Freundin… Er kennt uns! Er weiß, wann wir uns vor den Menschen zu ihm bekennen und wann wir ihn verleugnen. Er lädt mich Tag für Tag ein, mich zu ihm zu bekennen und mein Herz auf ihn auszurichten.
Bettina Duda

Frage: Was bedeutet es für mich ganz persönlich, dass Jesus mich kennt und sich zu mir bekennt?

Position beziehen

Jesu Wirken hier auf Erden ist ein einziges Zeugnis für unseren Auftrag in dieser Welt. Wir sollen Christus vor den Menschen bekennen, von ihm erzählen und die Menschen in unserem Bekanntenkreis mit Liebe zu Christus führen.

Das ist unser Auftrag, das ist unsere Daseinsberechtigung. Jesus wünscht sich nichts sehnlicher, als dass wir überall, wirklich überall, in der Schule, im Arbeitsalltag, unter Freunden, bei Kunden, in der Familie über ihn sprechen, von ihm begeistert reden, seine Liebe allen Menschen kundtun.

Letztlich müssen wir die Menschen zu Christus führen. Das war auch sein letzter Wille vor der Himmelfahrt an die Jünger, an uns.

Jan Burghardt

Frage: Wie kannst du heute in deinem Umfeld die Liebe Christi authentisch weitergeben und was bedeutet es für dich persönlich, seinen Auftrag anzunehmen?

Gespräch mit Christus

Christus, wie oft fällt es mir in Alltagssituationen schwer, mich zu dir zu bekennen. Da ist Verzagtheit, Schüchternheit, Angst vor verbalen Angriffen und Ausgrenzung. So oft fühle ich mich schwach, traue mich nicht, glaube nicht, dass mein Wort wichtig ist, dass ich gehört werde. Angst vor Zurückweisung und Belächelt-werden machen mich schwach. Herr, hilf mir, mutig und stark zu sein. Hilf mir, jedem, der mir begegnet, von dir und deiner Liebe zu den Menschen zu erzählen, getreu dem Motto wovon das Herz voll ist, davon erzählt der Mund.

Eindeutigkeit

Bekennermut ist Jesus wichtig. Wir sollen vor den Menschen zu ihm stehen. Nur dann wird er vor dem Vater für uns einstehen.

Nicht weil Jesus unsere Loyalität nötig hätte. Er ist ja Gott. Aber wir haben die seine nötig.

Nur wenn wir ganz klar vor Augen haben, dass allein Gott unser Heil und unsere Rettung ist, werden wir uns für ihn im notwendigen Maß öffnen können.

Solange ich noch denke, die anderen Menschen sind für mein Wohlbefinden wichtiger, solange ich diese an die erste Stelle setze, suche ich noch an der falschen Quelle.

An welcher Quelle suche ich?
Dorit Wilke-Lopez

Frage: Wie zeigt sich dein persönlicher Bekennermut, wenn es darum geht, dich ganz auf Gott zu verlassen – unabhängig von der Meinung anderer?

Mit meinem Leben Zeugnis geben

Es gibt viele Möglichkeiten, mich während des Tages zu Christus zu bekennen: das Tischgebet im Restaurant, die kleine Ikone auf meinem Schreibtisch am Arbeitsplatz oder eine klare Antwort auf eine Frage, die den Glauben betrifft. In manchen Situationen ist es einfach, andere Situationen erfordern Mut und meine Bereitschaft, einen Nachteil oder eine Ablehnung in Kauf zu nehmen. Birgit Gams

Vers 9 Verleugne mich, Jesus verleugnet dich

Lk 12,9: ‭Wer mich aber verleugnet hat vor den Menschen, der wird verleugnet werden vor den Engeln Gottes.‭

Wer mich aber verleugnet

Der Vers steht im Zusammenhang mit der Ermutigung zur Furchtlosigkeit im Glauben (Lk 12,4-12). Jesus fordert seine Jünger auf, sich nicht vor Menschen zu fürchten, sondern Gott zu vertrauen. Die Engel Gottes symbolisieren hier das göttliche Gericht.

Die Botschaft bleibt aktuell: Christen sind aufgerufen, ihren Glauben mutig zu bezeugen, auch wenn sie dafür Nachteile erleiden könnten.

Vers 10 Lästerung gegen Geist

Lk 12,10: ‭Und jedem, der ein Wort reden wird gegen den Sohn des Menschen, dem wird vergeben werden; wer aber gegen den Heiligen Geist lästert, dem wird nicht vergeben werden.

Der Heilige Geist rettet, wenn wir wollen

Zur Lästerung des Heiligen Geistes, die nicht vergeben werden kann, sagt der Katechismus: „Die Barmherzigkeit Gottes ist grenzenlos. Wer sich aber absichtlich weigert, durch Reue das Erbarmen Gottes anzunehmen, weist die Vergebung seiner Sünden und das vom Heiligen Geist angebotene Heil zurück. Eine solche Verhärtung kann zur Unbußfertigkeit bis zum Tod und zum ewigen Verderben führen.“ (KKK 1864).

Gott will uns immer wieder annehmen – unser Part ist es, zu bereuen, ihn immer wieder um Vergebung zu bitten und ihm zu vertrauen. Wir werden nicht gegen unseren Willen gerettet.

Dorit Wilke-Lopez

Frage: Wie offen bin ich wirklich dafür, Gottes Barmherzigkeit immer wieder anzunehmen und mich auf den Weg der Umkehr zu begeben?

Lästerung gegen den Heiligen Geist

Was meint Jesus mit Lästerung gegen den Heiligen Geist? Papst Johannes Paul II. erklärt, dass diese nicht in verletzenden Worten gegen den Heiligen Geist besteht, sondern in der Weigerung, das Heil anzunehmen, das Gott dem Menschen anbietet.

Der Geist der Wahrheit wirkt in uns und lässt uns die Sünde erkennen. Er legt sie offen. Wenn wir jedoch dieses Aufdecken der Sünde zurückweisen und nicht bereit sind, unsere Sündhaftigkeit anzuerkennen, lehnen wir den Geist selbst ab und bleiben in der Sünde gefangen.

Wir verweigern die Vergebung, die der Heilige Geist in unserem Gewissen bewirken möchte. Doch Gott respektiert in jedem Fall unsere Freiheit.

Frage: Wie offen bin ich wirklich dafür, die sanfte Stimme des Heiligen Geistes in meinem Leben zu hören und anzunehmen?

Andacht von Johannes Paul II

Warum ist die Lästerung gegen den Heiligen Geist nicht zu vergeben? Was ist unter dieser Lästerung zu verstehen? Der heilige Thomas von Aquin antwortet, dass es sich hier um eine Sünde handelt, „die ihrer Natur nach unvergebbar ist, weil sie jene Elemente ausschließt, derentwegen die Vergebung der Sünden geschieht“.

Nach dieser Deutung besteht die Lästerung nicht eigentlich in verletzenden Worten gegen den Heiligen Geist, sondern in der Weigerung, das Heil anzunehmen, welches Gott dem Menschen durch den Heiligen Geist anbietet, der in der Kraft des Kreuzesopfers wirkt. Wenn der Mensch jenes „Offenlegen der Sünde“, das vom Heiligen Geist ausgeht und heilswirksamen Charakter hat, zurückweist, weist er damit zugleich das „Kommen“ des Trösters zurück, jenes „Kommen“, das sich im Ostergeheimnis vollzieht, in der Einheit mit der erlösenden Kraft des Blutes Christi, das „unser Gewissen von toten Werken reinigt“.

Wir wissen, dass die Frucht einer solchen Reinigung die Vergebung der Sünden ist. Wer den Geist und das Blut zurückweist, verbleibt deshalb in „toten Werken“, in der Sünde. Die Lästerung gegen den Heiligen Geist besteht gerade in der radikalen Verweigerung der Annahme jener Vergebung, deren innerster Vermittler er ist und die eine echte Bekehrung voraussetzt, die von ihm im Gewissen gewirkt wird.

Wenn Jesus sagt, dass die Lästerung gegen den Heiligen Geist weder in diesem noch im zukünftigen Leben vergeben wird, dann liegt der Grund darin, dass diese „Nicht-Vergebung“ ursächlich mit der Unbußfertigkeit verbunden ist, das heißt mit der radikalen Weigerung, sich zu bekehren.

Nun ist aber die Lästerung gegen den Heiligen Geist die Sünde jenes Menschen, der sich auf sein vermeintliches „Recht“ zum Verharren im Bösen – in jeglicher Sünde – beruft und dadurch die Erlösung verwirft. Ein solcher Mensch bleibt in der Sünde gefangen, indem er von seiner Seite her seine Bekehrung und damit die Sündenvergebung unmöglich macht, die er als unwesentlich und unbedeutsam für sein Leben erachtet.

Dies ist eine Situation des geistlichen Ruins; denn die Lästerung gegen den Heiligen Geist erlaubt es dem Menschen nicht, sich aus seiner selbstverhängten Gefangenschaft zu befreien und sich den göttlichen Quellen der Reinigung der Gewissen und der Verzeihung der Sünden zu öffnen.

Johannes Paul II

Frage: Wie offen bin ich persönlich dafür, die heilende Kraft des Heiligen Geistes in meinem Leben anzunehmen – oder gibt es Bereiche, in denen ich mich selbst davon abkapsle?

Vers 11 Vor Gericht sorgt euch nicht

Lk 12,11: ‭Wenn sie euch aber vor die Synagogen und vor die Fürsten und Obrigkeiten führen, so sorgt nicht, wie oder womit ihr euch verteidigen oder was ihr sagen sollt.

Vers 12 Heiliger Geist gibt Worte

Lk 12,12: ‭Denn der Heilige Geist wird euch in derselben Stunde lehren, was ihr sagen sollt.‭

Der Heilige Geist hilft

Der Heilige Geist hilft uns immer. Er lehrt uns, er schenkt uns Weisheit. Er ist es, der uns stark macht. Er sorgt dafür, dass wir die richtigen Worte in angemessenem Ton sagen, immer dann, wenn wir bei Christus sind.

Sind wir in der Liebe und in der Einheit mit Christus, kann uns nichts passieren. Jesus hat uns den Beistand gesendet, damit wir mutig sind und nicht verzagt. Der Heilige Geist lehrt uns, die Schrift zu verstehen und zu erkennen, wie Jesus den Willen des Vaters erfüllt hat.

Der Heilige Geist tröstet uns auch, wenn mal etwas nicht so läuft. Doch zweifeln wir nicht. Jesu Liebe ist mächtiger als alles auf dieser Welt.

Jan Burghardt

Frage: Wie spüre ich die Gegenwart des Heiligen Geistes in meinem Alltag, und wie kann ich mich mehr öffnen, um seine Führung zu empfangen?