Joh 21, 1-14:
Auslegung und Andacht
Erscheinung am See von Tiberias
Inhaltsverzeichnis
Joh 21, 1 Erscheinung am See
Joh 21,1: Danach offenbarte sich Jesus den Jüngern wiederum am See von Tiberias. Er offenbarte sich aber so:
Christus offenbart sich
Eines der hervorstechendsten Worte in dieser Evangeliumsstelle findet sich direkt am Anfang: Christus offenbart sich.
Das Ende des Johannesevangeliums ist nicht bloß ein Anhang. Es ist eine erneute Offenbarung des Herzens Gottes.
Er teilt uns etwas von ihm selbst mit. Jesus zeigt uns, wie er auf uns schaut und was er in seinem Herzen für uns spürt.
Nils Schäfer
Frage: In welchen Momenten spürst du selbst die Gegenwart Gottes in deinem Herzen, und wie verändert das deine Wahrnehmung des Alltäglichen?
Joh 21, 2 Die versammelten Jünger
Joh 21,2: Es waren beisammen Simon Petrus und Thomas, der Zwilling genannt wird, und Nathanael von Kana in Galiläa und die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern.
Zurück in Galiläa
Die Jünger waren offenbar in ihren Alltag zurückgekehrt. Nach den traumatischen Erlebnissen um die Kreuzigung von Jesus hatten sie sich anscheinend auf bekanntes Terrain zurückgezogen.
Auch die Osterereignisse – das, was die Frauen vom leeren Grab erzählt hatten, und was sie selbst mit dem Auferstandenen erlebt hatten … – all das Wunderbare, Verrückte und Unfassbare … – das war irgendwie noch nicht so richtig bei ihnen angekommen. Ostern war noch keine Realität in ihrem Leben geworden.
Und so waren sie dorthin zurückgekehrt, woher sie gekommen waren: an den See Tiberias, der bekannter ist unter dem Namen See Genezareth.
Frage: Was in deinem eigenen Leben fühlt sich noch so an, als wäre es „nicht richtig angekommen“, und wie könntest du dem Raum geben, damit es wirklich Wirklichkeit wird?
Joh 21, 3 Erfolgloser Fischfang
Joh 21,3: Simon Petrus spricht zu ihnen: Ich gehe fischen! Sie sprechen zu ihm: So kommen wir auch mit dir. Da gingen sie hinaus und stiegen sogleich in das Schiff; und in jener Nacht fingen sie nichts.
Rückkehr in ihren Beruf
Vor der Kreuzigung unseres Herrn scheinen die zeitlichen Bedürfnisse von ihm und seinen Jüngern durch die Nächstenliebe Einzelner gedeckt worden zu sein.
Da es wahrscheinlich ist, dass der Skandal des Kreuzes diese Quelle der Unterstützung jetzt geschlossen hatte, beabsichtigten die Jünger, die nicht genau wussten, wie sie beschäftigt werden sollten, zu ihrem früheren Beruf des Fischens zurückzukehren, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen.
Deshalb schifften sich die sieben, die in Johannes 21:2 erwähnt werden, auf dem See von Tiberias ein, der auch See Genezareth genannt wird.
Frage: In welchen Momenten meines Lebens habe ich mich auf frühere Wege zurückgezogen, und welche Einladung könnte mir das Göttliche jetzt geben, über diese Wege hinauszugehen?
Sie fingen nichts
Als Fischer muss man mit Enttäuschungen rechnen; er muss oft ins Netz werfen und nichts als Unkraut hervorbringen.
Der Diener Christi muss damit rechnen, enttäuscht zu werden, und er darf trotz all seiner Enttäuschungen nicht müde werden, Gutes zu tun, sondern muss im Glauben weiter beten und arbeiten, in der Erwartung, dass er am Ende seinen Lohn erhalten wird.
Frage: Wie kann ich in meinem eigenen Leben trotz Enttäuschungen den Glauben und die Hoffnung bewahren, dass meine Bemühungen einen tieferen Sinn haben?
Joh 21, 4 Jesus am Ufer
Joh 21,4: Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer.
Als es schon Morgen wurde
Christus ist die aufgehende Sonne.
Stell dir einen Sonnenaufgang vor. Er beginnt mit der Dämmerung. Es ist schon etwas hell, aber die Sonne ist noch nicht sichtbar. Vereinzelt kommt ein Strahl nach dem anderen hinter dem Bergrücken hervor. Es ist ein Moment des Wartens.
Das ganze Alte Testament kann mit diesem Warten und den aufeinanderfolgenden Strahlen verglichen werden. Mit der Auferstehung hat Jesus viele Prophezeiungen des Alten Testaments erfüllt.
Nun ist die Sonne voll und ganz sichtbar. Nun ist es alles erleuchtet und von Licht erfüllt. Jesus ist das Licht der Welt. So wie die Sonne für alle scheint, so will auch Jesus für alle Licht sein und jedes Herz zum Leuchten bringen.
Lass dich von der Wärme seiner Strahlen berühren!
Benedikt Mohr
Frage: Welche Bereiche meines Lebens könnten noch vom Licht Jesu durchdrungen werden, damit mein Herz vollständig erleuchtet wird?
Begegnung mit Jesus im Alltag
Es ist wunderbar, sich vorzustellen, dass Jesus bei ihrer Arbeit auftauchte. Er interessierte sich für ihr ganzes Leben, nicht nur für den Gottesdienstbesuch. Der auferstandene Erlöser und Herrscher zeigte den Menschen sein Interesse und seine Macht in den Alltäglichkeiten ihres Lebens
Das Leben geht weiter
Arbeit, Alltag, Mühen und Freuden. Aber Er erwartet uns am Ufer des ewigen Lebens.
Er ist schon dort drüben, wohin wir mit unserem Lebensboot noch unterwegs sind. Er hat es ja selber angekündigt: Ich gehe, euch eine Wohnung bereiten.
Einmal werden wir hoffentlich dort Aufnahme finden, werden im großen Fischernetz vom Hl. Petrus ans gute Ufer gezogen werden, unter den 153 großen Fischen sein.
Wer diese Hoffnung hat, steht anders im Leben. Ja, das Leben geht weiter, auch nach Ostern. Aber es ist anders geworden, weil es ein Ziel hat, eine Richtung, weil es ein Weg nach Hause geworden ist, wo Er auf uns wartet.
Christoph Schönborn
Frage: Wie spüre ich in meinem Alltag die Gewissheit, dass ein Ort des Friedens und der Aufnahme auf mich wartet?
Joh 21, 5 Frage nach Speise
Joh 21,5: Da spricht Jesus zu ihnen: Kinder, habt ihr nichts zu essen? Sie antworteten ihm: Nein!
Nein! wir haben nichts!
Ob wir da an leibliche Nahrung denken oder an das rechte Wort, das tröstet und aufrichtet, an konkrete Hilfe oder geistliche Nahrung für die, die hungrig sind nach Licht, nach Gerechtigkeit und Frieden:
„Nein, wir haben nichts. Nein, wir können nicht helfen. Nein, wir sind im Moment ratlos, machtlos.“
Wir stehen mit leeren Händen da wie Bettler. Das ist unsere Situation. Und in genau diese Situation hinein offenbart sich Jesus, der Auferstandene.
Unser Alltag ist ihm nicht zu alltäglich. Unsere leeren Netze sind ihm nicht zu schäbig.
Thomas Steinbacher
Frage: Wo in meinem Leben stehe ich gerade mit leeren Händen, und wie könnte ich die Gegenwart des Auferstandenen darin erkennen?
Joh 21, 6 Der reiche Fischzug
Joh 21,6: Er aber sprach zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Schiffes aus, so werdet ihr finden! Da warfen sie es aus und konnten es nicht mehr einziehen wegen der Menge der Fische.
Werft das Netz auf der rechten Seite aus
Auf Gottes Wort vertrauen:
Jesus machte seinen Jüngern einen seltsamen Vorschlag. Es gab keinen logischen Grund, warum das Fischen im Morgenlicht besser sein sollte als das Fischen in der Nacht. Es gab keinen Grund, warum das Fischen auf einer Seite des Bootes besser sein sollte als auf der anderen Seite. Es war nicht einmal direkt ein Test des Vertrauens in Jesus, weil sie nicht wussten, dass er es war, bis der Fisch gefangen war.
Dies war wahrscheinlich ein Test für ihre Fähigkeit, die Führung Gottes auf kleine und unerwartete Weise zu finden – wie zum Beispiel ein Fremder, der vom Ufer aus Angelanweisungen zuruft.
Frage: In welchen unerwarteten Momenten öffnest du dich für die leise Führung Gottes in deinem Alltag?
Joh 21, 7 Erkennung des Herrn
Joh 21,7: Da spricht der Jünger, den Jesus lieb hatte, zu Simon Petrus: Es ist der Herr! Als nun Simon Petrus hörte, daß es der Herr sei, gürtete er das Obergewand um sich, denn er war nur im Untergewand, und warf sich in den See.
Da spricht der Jünger, den Jesus lieb hatte, zu Simon Petrus
Wir brauchen andere Menschen, um Jesus zu erkennen:
Es ist schon unglaublich, dass Petrus nach drei Jahren des Mit-Jesus-Unterwegs-Seins seinen Meister nicht erkennt. Natürlich gab es eine gewisse Distanz zum Ufer, aber trotzdem kann man einen guten Freund auch von der Ferne ausmachen, oder?
Auch uns geht es oft wie Petrus. Oft erkennen wir den Herrn in unserem Leben nicht. Auch wir brauchen die Hilfe von Mitmenschen, um Jesus zu erkennen.
Dass Petrus durch einen anderen Jünger den Herrn erkennt, zeigt uns, dass Gott weiß, wie er zu uns sprechen muss, damit wir ihn in unserem Leben wahrnehmen können.
Benedikt Mohr
Frage: Welche Menschen könnten dir heute helfen, die Gegenwart Gottes in deinem Leben klarer zu sehen?
Es ist der Herr!
Diese Erfahrung des Auferstandenen, dieses Ereignis seiner Gegenwart ist das Entscheidende, bis zum heutigen Tag.
Was heißt das? Auch in meiner persönlichen Erfolgs- und Hoffnungslosigkeit, in mancher Frustration oder Lebensangst steht Jesus am Ufer meines Lebens.
Darauf darf ich wirklich vertrauen. Davon darf ich selbst auch Zeugnis geben in der mir angemessenen Form und Weise.
Frage: Wie kann ich in meinem Alltag die Gegenwart Jesu bewusster wahrnehmen und ihr Raum geben?
Andacht von Anselm Grün
Für mich ist diese Auferstehungsgeschichte eine tröstliche Geschichte. Sie zeigt mir, ich solle wegen all der Frustrationen, die ich immer wieder erlebe, und wegen all der Vergeblichkeit meines Denkens und Tuns nicht resignieren.
Ich soll einfach das, was für mich stimmt, immer wieder tun, aber nun im Hören auf den Auferstandenen. Und ich soll mir immer wieder in ganz banalen Situationen meines Alltags vorsagen: Es ist der Herr.
Als ich Cellerar war und viele Sitzungen mit den Meistern unserer Handwerksbetriebe hielt, gab es Situationen, in denen wir einfach nicht weiterkamen. Da habe ich mir manchmal gesagt: Es ist der Herr! Dann habe ich mit einem anderen Blick auf die Gesprächsrunde geschaut. Und auf einmal hat sich die Situation entspannt.
Weil ich mir bewusst machte, dass der Auferstandene auch in einer so verfahrenen Sitzung unter uns ist, wurde die Atmosphäre verwandelt. Und auf einmal wurden Lösungen gefunden für Probleme, um die wir uns bisher vergeblich bemüht hatten.
Diese Auferstehungserfahrung wünsche ich Euch auch in Eurem Alltag. Sagt Euch immer wieder einmal vor: Es ist der Herr! und stellt Euch vor, dass der auferstandene Christus wirklich bei Euch und unter Euch ist. Das verwandelt Euren Blick auf die Situation. Und wir dürfen hoffen, dass es auch die Situation verwandelt.
Frage: In welchen Momenten Deines Alltags könntest Du bewusst innehalten und dir sagen: „Es ist der Herr“, um die Situation mit neuen Augen zu sehen?
Andacht von Franz von Sales
Mit welchem Jubel aber, o Gott, mit welcher Freude wurde die Schar der Apostel erfüllt, als sie die heilige Menschheit des Erlösers nach der Auferstehung in ihre Mitte zurückkehren sahen, der in seinem Mund den Ölzweig eines heiligen und willkommenen Friedens trug: Friede sei mit euch!
Er zeigte ihnen die untrüglichen Zeichen der Wiederversöhnung der Menschen mit Gott: Und er zeigte ihnen seine Hände und seine Füße.
Ohne Zweifel waren ihre Seelen nun ganz vom Trost erfüllt: Die Jünger freuten sich, als sie den Herrn sahen. Aber diese Freude war nicht die wichtigste Wirkung dieser heiligen Erscheinung: ihr schwankender Glaube wurde gefestigt, ihre schüchterne Hoffnung wurde gesichert und ihre fast erloschene Liebe wurde neu entfacht.
Franz von Sales
Frage: Welche Momente in deinem Leben haben deinen Glauben gestärkt, deine Hoffnung gesichert oder deine Liebe neu entfacht?
Joh 21, 8-10 Mahl am Kohlenfeuer
Joh 21,8: Die anderen Jünger aber kamen mit dem Schiff (denn sie waren nicht fern vom Land, sondern etwa 200 Ellen weit) und zogen das Netz mit den Fischen nach.
Joh 21,9: Wie sie nun ans Land gestiegen waren, sahen sie ein Kohlenfeuer am Boden und einen Fisch darauf liegen und Brot.
Jesus als demütiger Diener
Als die Jünger ans Ufer kamen – darunter ein nasser Petrus – bemerkten sie, dass der auferstandene Jesus noch ein demütiger Diener war. Er machte sich die Mühe, ein Feuer zu bereiten und das Essen für seine Jünger zu kochen.
Joh 21,10: Jesus spricht zu ihnen: Bringt her von den Fischen, die ihr jetzt gefangen habt!
Joh 21, 11 Das volle Netz
Joh 21,11: Simon Petrus stieg hinein und zog das Netz auf das Land, voll großer Fische, 153 und obwohl es so viele waren, zerriss doch das Netz nicht.
Andacht von Benedikt XVI
Auch heute ist es der Kirche und den Nachfolgern der Apostel aufgetragen, ins hohe Meer der Geschichte hinauszufahren und die Netze auszuwerfen, um Menschen für das Evangelium – für Gott, für Christus, für das wahre Leben – zu gewinnen.
Die Väter haben auch diesem Vorgang eine ganz eigene Auslegung geschenkt. Sie sagen: Für den Fisch, der für das Wasser geschaffen ist, ist es tödlich, aus dem Meer geholt zu werden. Er wird seinem Lebenselement entrissen, um dem Menschen zur Nahrung zu dienen.
Aber beim Auftrag der Menschenfischer ist es umgekehrt. Wir Menschen leben entfremdet, in den salzigen Wassern des Leidens und des Todes; in einem Meer des Dunkels ohne Licht. Das Netz des Evangeliums zieht uns aus den Wassern des Todes heraus und bringt uns ans helle Licht Gottes, zum wirklichen Leben.
In der Tat – darum geht es beim Auftrag des Menschenfischers in der Nachfolge Christi, die Menschen aus dem Salzmeer all unserer Entfremdungen ans Land des Lebens, zum Licht Gottes zu bringen. In der Tat: Dazu sind wir da, den Menschen Gott zu zeigen. Und erst wo Gott gesehen wird, beginnt das Leben richtig. Erst wo wir dem lebendigen Gott in Christus begegnen, lernen wir, was Leben ist.
Ach, lieber Herr, nun ist es doch zerrissen, möchten wir klagend sagen. Aber nein – klagen wir nicht! Freuen wir uns über die Verheißung, die nicht trügt, und tun wir das Unsrige, auf der Spur der Verheißung zu gehen, der Einheit entgegen. Erinnern wir bittend und bettelnd den Herrn daran: Ja, Herr, gedenke deiner Zusage. Laß einen Hirten und eine Herde sein. Laß dein Netz nicht zerreißen, und hilf uns, Diener der Einheit zu sein!
Frage: In welchen Bereichen meines Lebens bin ich noch im „Meer der Entfremdung“ gefangen, und wie könnte das Licht Gottes mich dorthin führen, wo wahres Leben beginnt?
Die Zahl 153
verweist auf eine Vollzahl an Fischen. Das eine Netz der Kirche hätte eigentlich reißen sollen, so viele waren es, doch es erhielt die Fähigkeit, alle zur Erlösung Bestimmten zu fassen. Das offenbart uns einmal mehr die Großzügigkeit Jesu. Er spart nichts auf. Er hält nichts zurück. Er gibt im Übermaß. Und er gibt der Kirche alle Gnaden, um ihre übernatürliche Sendung zu erfüllen.
Joh 21, 12 Einladung zum Frühstück
Joh 21,12: Jesus spricht zu ihnen: Kommt zum Frühstück! Aber keiner der Jünger wagte ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war.
Joh 21,12: Kommt her und esst!«, sagte Jesus. Keiner von den Jüngern wagte zu fragen: Wer bist du? Aber sie alle wussten: Es ist der Herr.
Kommt her und esst!
Alles läuft auf diesen einen Gedanken hinaus: Jesus selbst ist unsere Nahrung. Schon sein Geburtsort weist darauf hin – Bethlehem, das „Haus des Brotes“. Er war es, der die Hungrigen mit Brot sättigte und damit zeigte, was er wirklich geben will. Denn er sagt von sich: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nicht mehr hungern“ (Joh 6,35).
Beim letzten Abendmahl machte er deutlich, was das bedeutet: Das Brot ist sein Leib, hingegeben für uns. In ihm schenkt Gott sich selbst als Nahrung für unser Leben. Und nun, nach seiner Auferstehung, lädt er die Jünger wieder ein: Kommt und esst. Jesus selbst ist unsere Nahrung!
Der Glaube ist das tägliche Brot, das Gott uns gibt. Dietrich Bonhoeffer
Kommt und haltet das Mahl!
Mit diesen Worten wird der Gläubige zur heiligen Nähe Jesu eingeladen, denn das heißt doch: an Seinem Tisch sitzen, Sein Mahl mit Ihm teilen.
Ja, manchmal heißt das, wir sollen uns neben Ihn setzen und unser Haupt an das Herz unseres Heilandes lehnen.
Wir werden in Seinen Weinkeller eingeladen, in Seinen Festsaal, wo das Banner der versöhnenden Liebe über uns weht.
„Kommt und haltet das Mahl!“
Diese Worte lassen uns auf unsere Verbindung mit Jesus schauen. Er selber ist die einzige Speise, die wir genießen können, wenn wir das Mahl mit Jesus halten.
Was für eine heilige Verbindung.
Spurgeon
Frage: Wie spüre ich in meinem Alltag die Nähe Jesu, und welche Momente laden mich ein, wirklich mein Herz an das Seine zu lehnen?
Joh 21, 13 Jesus reicht Brot
Joh 21,13: Da kommt Jesus und nimmt das Brot und gibt es ihnen, und ebenso den Fisch.
Brot und Fisch
Er nimmt das Brot und den Fisch und gibt es ihnen. Diese Geste erinnert an die Speisung der Fünftausend (Joh 6) und das letzte Abendmahl. Sie zeigt, dass Jesus weiterhin für seine Jünger sorgt und Gemeinschaft mit ihnen hat.
Die Szene betont die leibhaftige Auferstehung Jesu: Er isst mit seinen Jüngern und zeigt sich als der lebendige Herr. Außerdem symbolisiert das Mahl die geistliche Speisung, die Jesus seinen Nachfolgern gibt. Es weist auf das Abendmahl hin, das Christen an seine Gegenwart erinnert.
Die Begegnung stärkt den Glauben der Jünger und bereitet sie auf ihre künftige Mission vor.
Frage: Welche kleinen Gesten in meinem eigenen Leben könnten Ausdruck göttlicher Fürsorge und Gemeinschaft sein?
Joh 21, 14 Die dritte Erscheinung
Joh 21,14: Das war schon das dritte Mal, dass sich Jesus seinen Jüngern offenbarte, nachdem er aus den Toten auferweckt war.
Das war schon das dritte Mal
Besonders Petrus erfährt in diesem Kapitel Vergebung und eine neue Berufung. Die Zahl drei – für die Erscheinungen Jesu – kann auch an seine dreifache Verleugnung erinnern.
Jesus zeigt sich als fürsorglicher Herr, indem er die Jünger versorgt und ihnen eine neue Sendung gibt. Die Szene ermutigt Christen, auf Jesu Gegenwart zu vertrauen und ihre Berufung trotz vergangener Fehler anzunehmen.
Frage: Wo in meinem Leben könnte ich Jesu Vergebung annehmen und mich erneut berufen fühlen, auch wenn ich Fehler gemacht habe?
Häufige Fragen zu Joh 21, 1-14
Was bedeutet Joh 21, 1-14?
Dieser Abschnitt schildert die Erscheinung des auferstandenen Jesus am See von Tiberias vor sieben Jüngern. Das Geschehen zeigt den Übergang von menschlicher Vergebungsnot zu neuem Ertrag, symbolisiert die weltweite Sendung der Kirche durch den wunderbaren Fischfang und verbindet das Mahl am Ufer mit der eucharistischen Gemeinschaft des Auferstandenen mit den Seinen.
Wo begegnet der Auferstandene den Jüngern erneut und welche Jünger sind bei dieser Initiative anwesend?
Jesus offenbart sich den Jüngern wieder am See von Tiberias. Anwesend sind Simon Petrus, Thomas, Natanael aus Kana in Galiläa, die Söhne des Zebedäus sowie zwei weitere Jünger, die auf Simon Petrus' Initiative hin gemeinsam zum Fischen auf den See hinausfahren.
Welches Misslingen erleben die Jünger in der Nacht und welche Wendung tritt am Morgen ein?
In jener Nacht fangen die Jünger trotz all ihrer Mühe nichts. Als es bereits Morgen wird, steht Jesus am Ufer, ohne dass die Jünger ihn sogleich erkennen, und fordert sie auf, das Netz auf der rechten Seite des Bootes auszuwerfen, woraufhin sie eine immense Menge an Fischen fangen.
Wie erkennt der geliebte Jünger den Herrn und wie reagiert Simon Petrus darauf?
Aufgrund des unerwarteten Wunders erkennt der Jünger, den Jesus liebte, den Auferstandenen und sagt zu Petrus: „Es ist der Herr!“ Sobald Petrus dies hört, zieht er sein Obergewand an, da er nackt war, und springt sogleich in den See, um eilig an das Ufer zu gelangen.
Was erwartet die Jünger am Ufer und welche symbolische Bedeutung hat der Fang?
Am Ufer entdecken die Jünger ein Kohlenfeuer mit Fischen und Brot. Auf Jesu Geheiß zieht Petrus das Netz an Land, das mit genau 153 großen Fischen gefüllt ist und trotz der Last nicht zerreißt; anschließend lädt Jesus sie zum Mahl ein und reicht ihnen das Brot und den Fisch als der auferstandene Herr.
Joh 20, 24-31 Jesus und Thomas
Joh 21, 15-19 Sendung des Petrus