Joh 1, 19-28
Zeugnis Johannes des Täufers
Auslegung und Andacht
Inhaltsverzeichnis
Joh 1, 19 Befragung des Johannes
Joh 1,19: Und dies ist das Zeugnis des Johannes, als die Juden von Jerusalem Priester und Leviten sandten, um ihn zu fragen: Wer bist du?
Wer bist du?
Die Juden hatten eine menschliche Neigung zu Johannes. Denn sie hielten es für unwürdig, dass er sich Christus unterwarf, wegen der vielen Werke, die seine Herrlichkeit zeigten.
Das erste davon war die berühmte Abkunft; denn er war der Sohn des Hohenpriesters. Sodann die strenge Lebensweise und die Verachtung des Menschlichen.
Bei Christus aber sah man das Gegenteil: eine niedrige Abkunft, die sie ihm vorwarfen und sagten (Matth. 13): Ist dieser nicht der Zimmermannssohn? Sodann eine gewöhnliche Lebensweise und eine Kleidung, die sich nicht von den Anderen unterschied.
Frage: Wie offen bin ich dafür, das Göttliche in dem Gewöhnlichen und Alltäglichen zu erkennen?
Joh 1, 20 Er ist nicht der Christus
Joh 1,20: Und er bekannte es und leugnete nicht, sondern bekannte: Ich bin nicht der Christus!
Er bekannte es und leugnete nicht
Seine klare und doppelte Bekräftigung („bekannte und leugnete nicht“) betont seine Demut und seinen Auftrag: nicht sich selbst, sondern Christus zu verkündigen. Johannes verstand sich als Wegbereiter Jesu (vgl. Jesaja 40,3).
Diese Verse lehren Demut und Wahrhaftigkeit. Johannes hätte leicht Ruhm erlangen können, doch er blieb seiner Berufung treu. Auch heute fordert uns dieser Text heraus, auf Jesus hinzuweisen statt auf uns selbst.
Die wahre Größe zeigt sich darin, Christus den Vorrang zu geben.
Frage: In welchen Momenten deines Lebens könntest du Christus mehr den Vorrang geben, statt dich selbst in den Mittelpunkt zu stellen?
Joh 1, 21 Weder Elia noch der Prophet
Joh 1,21: Und sie fragten ihn: Was denn? Bist du Elia? Und er sprach: Ich bin"s nicht! Bist du der Prophet? Und er antwortete: Nein!
Bist du Elias?
Johannes achtete darauf, niemals von sich selbst zu sagen, dass er Elia war. Doch Jesus bemerkte, dass Johannes in gewisser Weise Elia war , der in seinem Amt und Geist diente ( Matthäus 11:13-14 und Markus 9:11-13 ).
Ein entschlossenes Nein
Zu wissen, wer ich bin, bedeutet auch zu wissen, wer ich nicht bin.
Vielleicht fällt es uns in unserem Leben schwer, ein entschlossenes Nein auszusprechen, wenn uns falsche Lebensmodelle vorgelegt werden.
Wie oft konfrontiert uns das Leben mit Fragen wie:
Bist du der Herr deines Lebens?
Bist du dein eigenes Ziel?
Bist du wertlos, wenn du schwach bist?
Ist dein Leben sinnlos, wenn du erfolglos bist?
Die Wahrheit wird mich frei machen (cf. Joh 8, 32), denn nur wenn ich die Wahrheit über mich selbst erkenne, kann Gott sich in seiner ganzen Größe, Güte und Schönheit in meinem Leben sichtbar machen. Nur dann kann er auch für mich der sein, der er ist.
Sarah Briemle
Frage: Wo in meinem Leben darf ich neu entdecken, wer ich in Gottes Augen wirklich bin?
Joh 1, 22 Wer bist du?
Joh 1,22: Nun sprachen sie zu ihm: Wer bist du denn? Damit wir denen Antwort geben, die uns gesandt haben: Was sagst du über dich selbst?
Wer bist du denn?
Diese Frage verdeutlicht die Unruhe der jüdischen Führung. Sie suchen eine klare Einordnung für Johannes’ Wirken. Doch Johannes verweist nicht auf sich selbst, sondern auf seine Aufgabe – die Vorbereitung auf Christus.
Seine Antwort leitet über zu Jesaja 40,3: „Ich bin die Stimme eines Rufenden in der Wüste.“ Die Verse lehren Demut und die Bedeutung des Zeugnisses für Christus. Johannes sieht sich nicht als Mittelpunkt, sondern als Wegbereiter für den Herrn.
Frage: In welchen Bereichen meines Lebens kann ich demütig Wegbereiter sein, ohne selbst im Vordergrund stehen zu müssen?
Joh 1, 23-24 Stimme in der Wüste
Joh 1,23: Johannes antwortete mit den Worten des Propheten Jesaja: Ich bin eine Stimme, die in der Wüste ruft: Ebnet den Weg für den Herrn!
Auf Jesus hinweisen
Die eigentliche Funktion des Johannes bestand nicht darin, Ethik zu lehren, sondern Menschen auf Jesus hinzuweisen. Macht den Weg des Herrn gerade ist ein Ruf, bereit zu sein, denn das Kommen des Messias ist nahe.
Johannes dem Täufer erkennt seinen Auftrag
Auch du hast einen Auftrag. Du bist kein Produkt des Zufalls. Es ist gut, immer wieder darüber nachzusinnen, wozu ich auf dieser Welt bin.
Das kann ich nicht im Trubel, sondern vor allem in der Stille. Nehme dir Zeiten für das Alleinsein, gehe innerlich in die Wüste, um zu erkennen, wer Gott ist, wer du bist, wozu du da bist, was deine Talente und Schwächen sind.
Frage: Welche stille Begegnung mit dir selbst oder mit Gott könnte dir heute neue Klarheit über deinen Auftrag schenken?
Ebnet den Weg für den Herrn!
Johannes rüttelt die Menschen auf, zieht sie aus ihrer Bequemlichkeit und Gleichgültigkeit heraus. Er führt sie aus der Dunkelheit zum Licht und so bereitet er die Herzen der Menschen vor, um offen zu sein für den kommenden Messias.
Welche "Steine" und "Gestrüpp" liegen bei mir noch auf meinem Weg? Was muss noch in meinem Herzen "gereinigt" werden, damit Jesus "freie Bahn" zu meinem Herzen hat?
Johannes sagte: "Er muss wachsen, ich aber geringer werden."
Was sind meine Beweggründe für mein tägliches Tun? Ist mein Handeln auf mein eigenes Ansehen gerichtet oder geschieht all mein Tun aus Liebe zum Herrn und zu seiner Verherrlichung?
Edeltrud Fuhr
Frage: Welche inneren Hindernisse könnte ich heute loslassen, um Raum für die Gegenwart Gottes in meinem Leben zu schaffen?
Joh 1,24: Die Gesandten gehörten aber zu den Pharisäern.
Joh 1, 25 Warum taufst du?
Joh 1,25: Und sie fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufst du denn, wenn du nicht der Christus bist, noch Elia, noch der Prophet?
Zur Taufe
Die Juden in den Tagen des Johannes praktizierten die Taufe. Es war ein Ergebnis zeremonieller Waschungen, aber nur für Nichtjuden, die Juden werden wollten. Indem er sich der Taufe des Johannes unterwarf, musste sich ein Jude mit nichtjüdischen Konvertiten identifizieren. Dies war ein echtes Zeichen der Reue.
Joh 1, 26 Taufe mit Wasser
Joh 1,26: Johannes antwortete ihnen und sprach: Ich taufe mit Wasser; aber mitten unter euch steht einer, den ihr nicht kennt;
Andacht für dein Leben
- Zeige klar, wer du bist: Du solltest wie Johannes bekennen, dass du nicht der Erlöser bist, sondern auf Christus hinweist. Deine Identität und Aufgabe ist es, auf Jesus zu verweisen und nicht auf dich selbst.
- Bekenne dich zu Christus: Dein Leben soll ein ständiges Zeugnis von Jesus sein. So wie Johannes klar sagte: "Ich bin der Rufende in der Wüste," sollst du in deinem Leben ein klares Bild von Christus vermitteln.
Taufe mit Wasser
Denn Johannes taufte nicht mit dem Geist, sondern dem Wasser, weil er die Sünden nicht zu vertilgen vermochte. Er reinigt die Leiber der Getauften durch das Wasser, aber reinigt doch die Seelen durch die Vergebung nicht. Goldene Perle
Mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt!
Herr, lass mich nicht müde werden, um nach dir zu suchen.
Bewahre mich vor Hochmut und Selbstgefälligkeit und vor dem Denken, dass ich schon alles über dich wüsste.
Es gibt Momente, in denen du mir deine Gegenwart offenbarst – im Gebet, in der Feier der heiligen Messe, in der Eucharistischen Anbetung und in den Werken der Nächstenliebe.
Doch nie werde ich das Geheimnis deiner Gott- und Menschheit je vollends begreifen können. Eine kleine Ahnung hatte wohl Johannes, als er sagte: „Ich bin nicht würdig, ihm die Sandalen zu lösen.“
Edeltrud Fuhr
Frage: In welchen Momenten spüre ich am tiefsten, dass etwas Größeres mich trägt, und wie kann ich dieses Bewusstsein in meinen Alltag integrieren?
Hinweis auf den Stehenden
Weil die Pharisäer Christi Ankunft erwarteten, aber nichts so Hohes an ihm sahen, und ihn daher nur für einen heiligen Menschen hielten, so rügt er mit Recht ihre Unwissenheit, weil sie seine Erhabenheit nicht kannten.
Er sagt aber: Er steht. Denn es steht der Vater unveränderlich und unwandelbar, auch steht sein Wort, um uns sogleich zu erlösen, obwohl es das Fleisch annimmt, obwohl es mitten unter ihnen als unsichtbar und von ihnen nicht erkannt steht.
Goldene Perle
Frage: Wie offen bin ich dafür, die verborgene Gegenwart des Göttlichen in meinem Alltag wahrzunehmen?
Joh 1, 27-28 Der Nachkommende ist größer
Joh 1,27: Dieser ist’s, der nach mir kommt, der vor mir gewesen ist; und ich bin nicht würdig, ihm den Schuhriemen zu lösen.
Andacht für dein Leben
- Glaube an Christus: Du bist nicht dazu berufen, dich selbst in den Mittelpunkt zu stellen. Dein Leben ist ein Spiegel von Jesus, der der wahre Erlöser ist. Dein Handeln sollte auf ihn ausgerichtet sein.
- Bereite den Weg vor: Du bist dazu berufen, durch dein Leben anderen den Weg zu Christus zu zeigen. Dein Zeugnis, deine Taten und Worte können dazu beitragen, dass andere Jesus kennenlernen.
Er will sagen
Er ist so sehr vor mir, daß ich selbst nicht würdig bin, mich unter seine niedrigsten Diener zu stellen. Denn die Schuhe abzulösen, war die Sache des niedrigsten Dieners. Goldene Perle
Damals: Jeden Dienst, den ein Sklave für seinen Herrn leistet', sagte ein Rabbi, 'wird ein Schüler für seinen Lehrer verrichten, außer seinen Sandalenriemen zu lösen.
Joh 1,28: Dies geschah in Bethabara, jenseits des Jordan, wo Johannes taufte.