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Sprüche (Spr) Kapitel 20 bis 26: Auslegung und Kommentar

Auslegung und Kommentar zu ausgewählten Bibelversen aus dem Buch der Sprüche (Spr) Kapitel 20 bis 26

Sprüche Kap. 20

Auslegung und Kommentar zum Buch Sprüche Kap. 20

Spr 20,1: Ein Weinsäufer zieht über andere her, und ein Biertrinker wird unangenehm laut; wer sich betrinkt, wird niemals weise!

Die Bibel warnt vor dem falschen Umgang mit Alkohol. Wer zu viel trinkt (torkelt) und sich nicht mehr im Griff hat, der ist nicht weise, weil der Betrunkene seine Zunge nicht mehr unter Kontrolle hat. Er wird zum Spötter, Krakeeler, schimpft, macht anzügliche Bemerkungen, provoziert und fängt Streit an. Mit Weisheit hat so ein Verhalten nichts zu tun. Jürgen Fischer

Spr 20,2: Vor einem König nimmt man sich in Acht wie vor einem brüllenden Löwen; denn wer seinen Zorn herausfordert, setzt sein Leben aufs Spiel.

Spr 20,3: Es ehrt einen Menschen, wenn er sich auf keinen Streit einlässt; nur ein törichter Streithahn wettert sofort los.

Sich nicht auf Streit einlassen: Gott möchte, dass wir miteinander in Frieden und Harmonie leben. Nicht dass wir keine Meinungsverschiedenheiten mehr haben dürfen. Wir sind alle einzigartig und wir haben alle unsere Ecken und Kanten. Es liegt in der Natur des Menschen, Meinungsverschiedenheiten zu haben. Doch wir sollen trotzdem respektvoll miteinander umgehen und Streit vermeiden. Und zwar vor allem durch Besonnenheit! Nicht gleich loswettern! Das alles aus einer Haltung der Demut heraus, im Bewusstsein, dass keiner von uns ohne Fehler ist.

Zum Frieden beitragen: Die Weisen sind mehr daran interessiert, Frieden zu bringen, als unbedingt Recht zu bekommen. Ein Narr hingegen hat sich nicht im Griff und wird jede Gelegenheit nutzen, um zornig zu werden. Der Dummkopf liebt die bösen Worte. Es ist der Demütige und der Langmütige, der mit Selbsterkenntnis, Selbstbeherrschung und einem guten Gespür für die Gefahr von Unfrieden alles daran setzt, einen Streit so schnell wie möglich zu beenden. So ein Mensch verdient Ehre und Anerkennung! Jürgen Fischer

Spr 20,4: Wer faul ist, kümmert sich nicht zur rechten Zeit um seine Saat; wenn er dann ernten will, sucht er vergeblich.

Spr 20,5: Die Gedanken eines Menschen sind unergründlich wie ein tiefer See, aber ein Menschenkenner durchschaut sie und bringt sie ans Licht.

Spr 20,6: Viele Menschen betonen, wie freundlich und zuverlässig sie sind; aber wo findet man einen, auf den man sich wirklich verlassen kann?

Spr 20,7: Wer aufrichtige Eltern hat, die Gott dienen, der kann sich glücklich schätzen.

Spr 20,8: Wenn der König Gericht hält, durchschaut er jeden Verbrecher.

Spr 20,9: Wer kann sagen: Ich habe mein Herz geläutert, ich bin rein geworden von meiner Sünde?

Spr 20,9: Wer kann schon behaupten: Ich bin frei von jeder Schuld und habe ein reines Gewissen?

Herz: Niemand kann sein Herz reinigen und niemand kann rein werden von seinen Sünden. Wenn Gott uns nicht ein neues Herz schenkt und uns von unseren Sünden reinigt, dann sind wir rettungslos verloren. Alles was wir tun können und tun müssen ist Buße.

Sich als Sünder erkennen: Dieser Spruch beschreibt das größte Problem aller Menschen. Niemand kann sein Herz reinigen und niemand kann rein werden von seinen Sünden. Das Herz ist hier das Zentrum des Menschen, sein Denken und Wollen. Im Innersten ist der Mensch eine Kloake. Sein Herz ist hart (vgl. Hes 36,26) und dreckig. Ohne Mühe sind wir in der Lage, die schlimmsten Dinge zu denken und die größten Sünden zu begehen. Wenn Gott uns nicht ein neues Herz schenkt und uns von unseren Sünden reinigt, dann sind wir rettungslos verloren. Alles was wir tun können – und tun müssen! – ist Buße (Apg 3,19). Wir können unsere völlige Verderbtheit und Hilflosigkeit eingestehen und uns im Glauben an den Herrn Jesus wenden, dass er uns rettet. Wir können auf seine Gnade vertrauen und uns von ihm das Herz reinigen (Apg 15,9) und die Sünden abwaschen (Apg 22,16) lassen. Jürgen Fischer

Spr 20,10: Der Herr verabscheut das Messen mit zweierlei Maß und hasst das Wiegen mit zweierlei Gewicht.

Wiegen mit zweierlei Gewicht: Den Nächsten klagen wir wegen des kleinsten Vergehens an, uns selbst aber entschuldigen wir auch bei schweren Verfehlungen. Für die anderen soll die strenge Gerechtigkeit gelten, für uns aber Barmherzigkeit und Nachsicht. Unsere Worte soll man stets gut aufnehmen, wir dagegen sind empfindlich gegen das kleinste Wort der anderen und regen uns darüber auf. Können wir jemanden nicht leiden, dann kann er uns nichts recht machen und wir finden alles schlecht, was er tut und nörgeln immer an ihm herum. Haben wir aber Gefallen an einem, dann mag er tun was immer, wir wissen es stets zu entschuldigen. Wir klagen gleich über den Nächsten, wollen aber nicht, daß man sich über uns beklage. Was wir für andere tun, scheint uns immer zu viel, was andere für uns tun, zählt in unseren Augen nicht. Wir haben ein mildes, nachsichtiges und höfliches Herz für uns, gegen die anderen aber ein hartes, strenges und unerbittliches. Sei also gleichmäßig gerecht in all deinem Tun. Versetze dich immer in die Lage deines Mitmenschen und ihn an deine Stelle, dann wirst du richtig urteilen. Prüfe darum oft dein Herz, ob es gegen den Nächsten so gesinnt ist, wie du es von ihm erwartest, wenn du an seiner Stelle wärest, dann handelst du richtig. Franz von Sales

Spr 20,11: Schon im Verhalten eines Kindes zeigt sich, ob es ehrlich und zuverlässig ist.

Spr 20,12: Der Herr hat uns Augen gegeben, um zu sehen, und Ohren, um zu hören.

Es ist wichtig, dass wir unsere Ohren und Augen richtig verwenden. Gott hat sie gemacht, damit wir zuhören und uns mit den richtigen Dingen beschäftigen. Nicht umsonst sagt Jesus Seht nun zu, wie ihr hört! (Lk 8,18) und dass das Auge wie eine Lampe darüber entscheidet, wie hell es in uns ist (Mt 6,22.23). Jürgen Fischer

Spr 20,13: Liebe nicht den Schlaf, sonst bist du bald arm! Mach die Augen früh auf, dann hast du genug zu essen!

Spr 20,14: »Das ist viel zu teuer!«, schimpft der Käufer beim Handeln; doch hinterher lacht er sich ins Fäustchen.

Spr 20,15: Worte der Weisheit und der Erkenntnis sind viel kostbarer als Gold und Juwelen.

Spr 20,16: Wenn jemand zu dir kommt, der aus Leichtsinn für die Schulden eines Fremden gebürgt hat, so leihe ihm nur etwas gegen Pfand!

Spr 20,17: Was man durch Betrug erworben hat, mag zuerst zwar ein Genuss sein, aber früher oder später hinterlässt es einen bitteren Nachgeschmack.

Spr 20,18: Pläne sind erst durch Beratung erfolgreich; darum zieh niemals auf eigene Faust in einen Kampf!

Spr 20,19: Ein Klatschmaul plaudert auch Geheimnisse aus; darum meide jeden, der seinen Mund nicht halten kann!

Spr 20,20: Wer Vater und Mutter verflucht, dessen Leben wird verlöschen wie eine Lampe in tiefster Dunkelheit.

Spr 20,21: Ein Erbe, das man übereilt an sich reißt, wird am Ende nicht gesegnet sein.

Spr 20,22: Nimm dir nicht vor, Unrecht heimzuzahlen! Vertraue dem Herrn, denn er wird dir zum Recht verhelfen!

Unrecht nicht heimzahlen: Gott ist ein Rächer des Bösen (Dtn 32,35; Hebr 10,30). Wir sind es nicht (Röm 12,17-21). Es ist deshalb kein Zeichen von Glauben oder Klugheit, wenn man sich vornimmt, Böses zu vergelten. Der Weise harrt auf den HERRN. Er wartet darauf, dass Gott ihn rächt (Ps 37,34), egal wie lange das auch dauern mag. Der Gläubige glaubt, dass Gott seine Situation sieht und sein Recht ohne Verzug ausführt (vgl. Lk 18,7.8). Wenn Gott nicht sofort eingreift, dann hat er dafür seine Gründe. Es liegt nie daran, dass ihm unsere Not egal wäre! Jürgen Fischer

Spr 20,23: Der Herr verabscheut es, wenn man beim Abwiegen mit zweierlei Gewicht und einer gefälschten Waage betrügt.

Spr 20,24: Der Herr lenkt die Schritte des Menschen; wie kann der Mensch wissen, wohin sein Weg ihn führt?

Der Herr lenkt unsere Schritte: Der Mensch hat die Verantwortung, kluge Entscheidungen zu treffen und auf einem geraden Weg zu gehen, aber er kann nicht dafür sorgen, dass ihn seine Weisheit an das Ziel bringt, das er sich vorstellt. Es ist der Herr, der sein Leben in letzter Konsequenz lenkt. Und es ist der Herr, der allein versteht, warum ein Mensch genau den Weg gehen muss, den er geht. In Gottes großem Plan sind wir keine Marionetten, aber auch keine Regisseure. Dieser Spruch kann für die eine große Entlastung sein, die nicht verstehen, warum ihnen bestimmte Dinge passieren, obwohl sie doch „alles“ richtig gemacht haben! Es gibt Elemente in meinem Leben, die bleiben für mich unverständlich. Es kann sogar sein, dass mein Leben desto unverständlicher wird, je mehr ich mich der Führung Gottes anvertraue! Jürgen Fischer

Spr 20,25: Wer Gott vorschnell ein Versprechen gibt und erst hinterher die Folgen bedenkt, der bringt sich selbst in große Schwierigkeiten.

Spr 20,26: Ein weiser König stellt den Verbrechern nach und lässt sie hart bestrafen.

Spr 20,27: Der Herr gab dem Menschen den Verstand, um seine innersten Gedanken und Gefühle zu durchleuchten.

Spr 20,28: Wenn ein König gütig und zuverlässig ist, dann steht sein Thron fest und sicher.

Spr 20,29: Der Schmuck junger Männer ist ihre Kraft, und die Würde der Alten ist ihr graues Haar.

Spr 20,30: Schläge sind ein wirksames Mittel gegen Bosheit – sie helfen dem Menschen, sich zu bessern.

Sprüche Kap. 21

Auslegung und Kommentar zum Buch Sprüche Kap. 21

Spr 21,1: Wie man Wasser durch Kanäle leitet, so lenkt der Herr die Gedanken des Königs, wohin er will.

Spr 21,2: Jeder meint, sein Verhalten sei richtig, doch der Herr prüft die Herzen.

Gegen den Hochmut: Gerade deshalb sollte ich stets selbstkritisch sein. Und ich bemühe mich, die Stärke zu besitzen, Fehler und Irrwege einzugestehen, mich neu in die Führung durch Gott einlassend. Denn Gott führt uns mit Liebe und Sanftmut, führt nicht mit Gewalt und lässt uns so in unserer geschenkten Freiheit auch so manchen Umweg gehen, immer wieder aber um uns werbend, auf dass wir den richtigen Weg einschlagen. In Christus reicht er uns die Hand. Der lebendige Kontakt mit Christus ist die entscheidende Hilfe, um auf dem rechten Weg zu bleiben: weder in Hochmut zu verfallen, dass wir doch alles richtig machen, noch sich der Resignation hinzugeben, dass wir sowieso immer alles falsch machen.

Spr 21,3: Recht und Gerechtigkeit üben ist dem Herrn lieber als Opfer.

Mit dem Herzen: Gottesdienst wird zur leeren Show-Veranstaltung, wenn es dem Lebenswandel an Frömmigkeit mangelt. Praktisch gelebter Glaube zählt mehr als Gottesdienst-Glaube. In diesem Sinn ist der Glaube ohne Werke nutzlos, tot und wird aus seinen Werken vollendet. Jürgen Fischer

Spr 21,4: Wer von Gott nichts wissen will, ist stolz und überheblich; bei allem, was er tut, lädt er Schuld auf sich.

Spr 21,5: Jeder, der hastig ist, erreicht nur Mangel.

Spr 21:5: Wer aber allzu schnell etwas erreichen will, hat nur Verlust.

Entschleunigung: Die Lösung gegen die Hektik ist, unser Leben zu entschleunigen und auf das Wesentliche zu beschränken. Wir haben nicht zu wenig Zeit. Wir haben alle Zeit, die wir brauchen, aber wir sind zu schwach, zu abgelenkt und teils zu süchtig, um das zu tun, wovon wir alle wissen, dass es wichtig ist. Beispiel: Statt bei einer Wartesituation gleich aufs Smartphone zu schauen, können wir ein kurzes Gebet für einen Menschen sprechen. Jeder Tag bietet hier Chancen. Was wirst du damit machen?  Was ist nun am Wichtigsten? Im Kern geht es bei Jesus um Beziehung und jede Beziehung braucht Zeit und lässt sich nicht als App herunterladen oder über Amazon bestellen. Das Ziel ist ein Leben mit Jesus in ganzer Fülle. In jedem wachen Augenblick die Gemeinschaft mit Jesus bewusst zu genießen.

Aufruf zur Langsamkeit: Wir müssen uns durch die vielen inneren und äußeren Stimmen, die uns hetzten und alles schneller machen lassen wollen, immer wieder hindurchfinden zu der inneren Ruhe, die den Wert der Langsamkeit entdeckt. Langsam gehen von Tätigkeit zu Tätigkeit, sich nicht antreiben lassen, durch nichts, das lässt uns ganz im Augenblick sein, das führt zu intensivem Erleben und zu innerem Frieden. Langsamkeit hat eine eigene Schönheit. Sie kann auch im größten Treiben zelebriert werden. Langsamkeit will dich zu einem bewussten und achtsamen Leben anleiten. Deine Seele braucht Zeit.

Der kleine Prinz: Du musst nur langsam genug gehen, um immer in der Sonne zu bleiben.

Johannes XX III: Nimm dir nicht zuviel vor. Es genügt die friedliche, ruhige Suche nach dem Guten an jedem Tag zu jeder Stunde, und ohne Übertreibung und ohne Ungeduld.

Spr 21,6: Reichtum, den man durch Betrug erworben hat, zerrinnt schnell und reißt mit in den Tod.

Spr 21,7: Wer Gott missachtet und sich weigert, ihm zu gehorchen, ruiniert sich selbst durch seine Bosheit und Gewalt.

Spr 21,8: Der Schuldige geht krumme Wege, der Ehrliche aber führt ein aufrichtiges Leben.

Spr 21,9: Lieber in einer kleinen Ecke unter dem Dach wohnen als in einem prächtigen Haus mit einer nörgelnden Frau!

Spr 21,10: Wer Gott verachtet, giert nach Bösem; seine Mitmenschen können von ihm kein Mitgefühl erwarten.

Spr 21,11: Wenn man dem Lästermaul eine Geldstrafe auferlegt, werden wenigstens Unerfahrene etwas davon lernen; wenn man aber einen weisen Menschen belehrt, lernt er selbst daraus.

Spr 21,12: Der gerechte Gott weiß genau, was im Haus eines bösen Menschen vorgeht; wer Gott ablehnt, den stürzt er ins Unglück.

Spr 21,13: Wer sein Ohr verstopft vor dem Schreien des Armen, der wird auch keine Antwort erhalten, wenn er ruft.

Spr 21,13: Wer sich beim Hilferuf eines Armen taub stellt, wird selbst keine Antwort bekommen, wenn er Hilfe braucht.

Den Hilfeschrei des Armen hören: Der Hilfeschrei ist das laute und emotionsgeladene Rufen in einem akuten Notfall. Es ist der Schrei dessen, der angegriffen oder ernsthaft bedroht wird. Der Spruch beschreibt den Armen in Not, der keine Hilfe findet. Ein hartes Herz macht das Ohr der Reichen taub. Allerdings ist ein Mangel an Mitgefühl auch für den, der sein Ohr verstopft nicht folgenlos. Sei es jetzt oder spätestens vor Gott im Gericht (vgl. Mt 25,31ff; Jak 2,13); er wird für seinen Mangel an Barmherzigkeit bezahlen und das erleiden, was er anderen zugefügt hat. Wie Gott dem zum Guten vergilt, der sich über den Geringen erbarmt (Spr 19,17), so tut er es zum Schlechten auch mit dem Hartherzigen. Jürgen Fischer

Das Schreien des Armen hören: Annehmen des anderen, der leidet, bedeutet, dass ich mir sein Leid selbst zueigne, dass es auch mein Leiden wird. Eben dadurch aber, dass es nun geteiltes Leid geworden ist, dass ein anderer in ihm da ist, dringt das Licht der Liebe in dieses Leiden ein. Das lateinische Wort consolatio, Tröstung, drückt dies sehr schön aus, indem es die Vorstellung eines Mitseins in der Einsamkeit weckt, die dann keine Einsamkeit mehr ist. Das ist Solidarität, die bereit ist, wirklich zu helfen, den Rücken zu stärken.

Die Liebe hat Hände um zu helfen, sie hat Füße, um zu den Armen und Notleidenden zu eilen. Sie hat Ohren, um die Bitten und Rufe der Elenden zu hören. Vor allem aber hat sie ein Herz, das lieben und segnen kann. Augustinus

Spr 21,14: Wenn jemand wütend auf dich ist, kannst du ihn besänftigen, indem du ihm heimlich ein Geschenk zusteckst.

Spr 21,15: Wenn das Recht beachtet wird, freut sich ein ehrlicher Mensch; aber für einen Übeltäter bedeutet es Angst und Schrecken.

Spr 21,16: Wer sich weigert, Vernunft anzunehmen, wird sich zu den Toten gesellen!

Spr 21,17: Wer ausgelassene Feste liebt, wird bald arm – ein aufwendiger Lebensstil hat noch keinen reich gemacht!

Spr 21,18: Die Gerechtigkeit wird siegen: Nicht den Ehrlichen, sondern den Gottlosen trifft das Unglück.

Spr 21,19: Lieber in einer einsamen und trostlosen Wüste leben als mit einer launischen Frau, die ständig nörgelt!

Spr 21,20: Ein weiser Mensch kommt zu großem Reichtum, ein Dummkopf aber verschleudert sein Geld.

Spr 21,21: Wer Liebe und Gerechtigkeit übt, der findet das Leben; ein solcher Mensch erntet Anerkennung und Ehre.

Liebe und Gerechtigkeit üben: Wer Gerechtigkeit übt, setzt sich dafür ein, dass Recht geschieht und Unrecht benannt wird. Wer Gerechtigkeit übt, setzt sich weiter für die Gerechtigkeit für die Schwachen ein: alles tun, um Leid zu mindern und so gut es geht, Schmerzen zu lindern und den Nächsten aufzubauen. Darin ist die Gerechtigkeit ein Kind der Liebe. Gerechtigkeit und Liebe gehören zu den Grundforderungen christlicher Existenz und eines jeden wahrhaft menschlichen Lebens oder wie Adolph Kolping sagt: Keine wahre Liebe ohne Gerechtigkeit und keine wahre Gerechtigkeit ohne Liebe.

Gerechtigkeit tun, die Wahrheit sagen, den Mitmenschen lieben. Erich Fromm 

Spr 21,22: Der Kluge kann sogar eine gut bewachte Stadt erobern und ihre Befestigungen niederreißen, auf die sich ihre Einwohner verlassen.

Spr 21,23: Überlege deine Worte, und dir bleibt viel Ärger erspart!

Überlege deine Worte: Sprache ist ein Ausdruck unserer Gedanken. Wenn wir bewusst auf eine positive Sprache achten, so hat dies aber auch rückwirkend die Macht, unsere Gedanken zu ändern. So lerne an einer Situation oder einer anderen Person das Positive zu entdecken und dies auch zu äußern. Mich hat das langfristig in meinem Sein verändert. Dies gilt nicht nur im Sprechen mit dem Gegenüber, sondern vielmehr noch für unsere inneren Monologe. Eine positive Sprache unterstützt eine zuversichtliche Grundhaltung. Viel Streit und Spaltungen rühren daher, dass wir zu schnell etwas sagen, unüberlegt. Also gerade bei emotional aufgeheizten Situationen inne halten, innerlich einen Schritt zurück treten und darüber nachdenken, welche Worte zu wählen sind. Selbstkontrolle ist gefragt.

Jesus, schenke uns Besonnenheit, um in aufgeheizten Situationen die richtigen Worte zu finden.

Spr 21,24: Wer verächtlich auf andere hinabsieht, ist zu Recht als Spötter verschrien; er macht, was er will, und sonnt sich in seinem Stolz.

Spr 21,25: Ein Faulpelz will viel haben und erreichen, ist aber zu bequem, auch nur einen Finger zu rühren. Dieser Zwiespalt bringt ihn langsam um.

Spr 21,26: Den ganzen Tag lang denkt er nur an sich und seine Wünsche; wer aber zu Gott gehört, der gibt gerne und knausert nicht.

Spr 21,26: Der Gerechte gibt und hält nicht zurück.

Geben: Es geht beim Geben (Geld, Zeit, Kraft u.a.) im tiefsten Kern um das Geben unser selbst. Ich gebe mich! Die Großzügigkeit im Geben erwartet keine Gegenleistung, gibt gerne und von Herzen ohne zu geizen. Dieses Geben hat ein echtes Interesse am Anderen. Geben ist immer eine Sache des Herzens. Achte darauf dich selbst in welcher Form auch immer (Zuwendung, Zeit, Geld u.a.) nicht aus Pflichtgefühl zu geben, um ja ein guter Christ zu sein, sondern zu geben mit einem geöffneten Herzen. Dafür wirst du von Gott gesegnet werden.

Spr 21,27: Die Opfergaben der Gottlosen sind widerlich, erst recht, wenn sie damit schlechte Ziele verfolgen.

Spr 21,28: Ein falscher Zeuge wird zum Schweigen gebracht; wer aber aussagt, was er wirklich gehört hat, den nimmt man beim Wort.

Spr 21,29: Wer Gott missachtet, setzt ein überhebliches Gesicht auf; aber nur ein aufrichtiger Mensch ist seiner Sache wirklich sicher.

Spr 21,30: Die größte Weisheit, die tiefste Einsicht und die besten Pläne können nicht bestehen, wenn sie gegen den Herrn gerichtet sind.

Spr 21,31: Man kann sich noch so gut auf einen Kampf vorbereiten – den Sieg schenkt allein der Herr!

Mit Gottes Hilfe: Erfolg ist eine Mischung aus guter Vorbereitung in Verbindung mit Gottes Hilfe. Nie kann sich der Mensch nur auf seine eigenen Möglichkeiten verlassen; nie wird er unabhängig von Gottes rettendem Eingreifen. Übertriebenes Vertrauen in die eigene, militärische Stärke ist nichts anderes als Götzendienst und absolut kein Garant für den Sieg. Dasselbe gilt natürlich auch für den, der aus kindischer Naivität oder Faulheit erst gar keine Vorbereitungen trifft. Jürgen Fischer

Sprüche Kap. 22

Auslegung und Kommentar zum Buch Sprüche Kap. 22

Spr 22,1: Ein guter Ruf ist wertvoller als großer Reichtum; und angesehen sein ist besser, als Silber und Gold zu besitzen.

Spr 22,2: Reiche und Arme haben eines gemeinsam: Gott, der Herr, schenkte ihnen allen das Leben.

Spr 22,3: Der Kluge sieht das Unglück kommen und bringt sich in Sicherheit; ein Unerfahrener läuft hinein und muss die Folgen tragen.

Spr 22,4: Wer Ehrfurcht vor dem Herrn hat und ihm gehorcht, der empfängt Reichtum, Anerkennung und Leben.

Spr 22,5: Der Weg hinterlistiger Menschen ist voller Dornen und Schlingen; wer sein Leben liebt, hält sich von ihm fern!

Spr 22,6: Bring dein Kind schon in jungen Jahren auf den richtigen Weg, dann hält es sich auch im Alter daran.

Spr 22,7: Der Reiche hat die Armen in seiner Hand; denn wer sich Geld leiht, ist abhängig von seinem Gläubiger.

Spr 22,8: Wer Unrecht sät, wird Unglück ernten; mit der Unterdrückung seiner Mitmenschen ist es dann vorbei!

Spr 22,9: Wer freigebig ist, der wird gesegnet, denn er gibt dem Armen von seinem Brot.

Spr 22,9: Wer Mitleid zeigt und den Armen hilft, der empfängt reichen Segen.

Hast du ein gütiges Auge oder blickst du mitleidlos auf die Not anderer Menschen? Hast du in letzter Zeit armen Menschen Gutes getan?

Spr 22,10: Schicke den Spötter fort, dann haben Zank und Streit ein Ende!

Spr 22,11: Wer ehrlich ist und treffende Worte findet, den nimmt der König zum Freund.

Reines Herz: Suche nach Menschen mit einem reinen Herzen und einer wohltuenden Art zu reden. Das reine Herz gehört zu einer Person, die ohne falsche Motive und Hintergedanken das Wohl des Nächsten im Blick hat. Meine Art über Menschen zu reden, offenbart viel über mein Inneres. Wer lästert oder mit Worten verletzt, der hat kein reines Herz. Jürgen Fischer

Spr 22,12: Der Herr sorgt dafür, dass die Wahrheit siegt, denn er entlarvt die Worte der Betrüger.

Spr 22,13: »Ich kann unmöglich aus dem Haus gehen«, sagt der Faulpelz, »auf der Straße könnte ja ein Löwe sein, der mich anfällt und tötet!«

Spr 22,14: Die Frau eines anderen kann sehr verführerisch sein, aber ihre Worte sind eine tödliche Falle; wer den Zorn des Herrn auf sich zieht, der fällt hinein!

Spr 22,15: Ein Kind steckt voller Dummheiten, aber eine strenge Erziehung treibt sie ihm aus.

Spr 22,16: Wer die Armen unterdrückt, um sich Gewinn zu verschaffen, oder wer sich bei reichen Leuten mit Geschenken einschmeichelt, der wird schließlich im Elend enden.

Spr 22,17: Hör genau zu, ich will dir erzählen, was weise Menschen gesagt haben. Nimm dir meine Worte zu Herzen!

Spr 22,18: Du tust gut daran, wenn du sie im Gedächtnis behältst und jederzeit aufsagen kannst.

Ohr, Herz und Lippen: Der biblische Erkenntnisprozess verläuft vom Hören (Ohr) über das Verstehen (Herz) und das Bewahren zum selbstständigen Weitergeben an die nächste Generation (Lippen). Mit „bewahren“ ist die mühsame Fürsorge gemeint. Jürgen Fischer

Spr 22,19: Ich unterrichte gerade dich heute, damit du es lernst, dem Herrn zu vertrauen.

Spr 22,20: Ich habe dir dreißig Lebensweisheiten aufgeschrieben, lauter lehrreiche Ratschläge.

Spr 22,21: Sie werden dir zeigen, was wahr und zuverlässig ist. Dann kannst du denen Rede und Antwort stehen, die dich beauftragt haben.

Spr 22,22: Beraube nicht den Armen, der sich nicht wehren kann, und hintergehe keinen Hilflosen vor Gericht!

Spr 22,23: Denn der Herr sorgt für ihr Recht, und wer sie ausbeutet, dem nimmt er dafür das Leben.

Spr 22,24: Lass dich nicht mit einem Jähzornigen ein, halte dich von einem Hitzkopf fern,

Spr 22,25: sonst wirst du am Ende genauso wie er und bringst dich selbst zu Fall!

Sich von hitzigen Menschen fern halten: Es ist wichtig, dass wir uns unsere Freunde gut aussuchen, weil sie unser Leben, Verhalten und unser Schicksal mehr prägen als uns wir denken. Der Hitzkopf und der wütende Mann können sich beide nicht beherrschen. Sie sind nicht Herr ihrer Gefühle. Weil sie bereit sind, jederzeit in die Luft zu gehen, sind sie ein schlechtes Vorbild. Ihr Verhalten ist infektiös und hochgradig gefährlich. Wer sich – wie sie – daran gewöhnt, impulsiv zu handeln und jeden Sinn für Verhältnismäßigkeit vermissen lässt, der beschwört Unheil herauf. Jürgen Fischer

Hast du einen Hitzkopf zum Freund? Hast du es schon gelernt, ruhig und gelassen auf schwierige Situationen und Personen zu reagieren? Wie sieht das Gegenstück zum Hitzkopf und wütenden Mann aus? Welche Charaktereigenschaften sollte ein Freund besitzen, der dich gut beeinflusst?

Spr 22,26: Verpflichte dich nie durch einen Handschlag, für die Schulden eines anderen zu bürgen!

Spr 22,27: Denn wenn du dann nicht bezahlen kannst, nimmt man dir sogar dein Bett weg!

Spr 22,28: Verrücke niemals die Grenzsteine, die deine Vorfahren festgesetzt haben!

Spr 22,29: Kennst du jemanden, der gute Arbeit leistet? Er wird erfolgreich sein und Königen statt einfachen Leuten dienen.

Sprüche Kap. 23

Auslegung und Kommentar zum Buch Sprüche Kap. 23

Spr 23,1: Wenn du mit einem mächtigen Herrn am Tisch sitzt, dann bedenke, wen du vor dir hast!

Spr 23,2: Setze ein Messer an deine Kehle, wenn du gierig bist!

Gegen die Gier: Schaust du manchmal gierig auf andere? Wenn nicht, dann freue ich mich mit dir. Ich gehöre nicht dazu. Bei mir sind es gar nicht materielle Dinge, bei denen ich in diese Versuchung tappe, sondern meist betrifft es die Charaktereigenschaften des andern: wau kann der reden, man ist der witzig … so wäre ich gerne auch. Ertappe ich mich dabei, kann ich das mit Gottes Kraft schnell wieder gerade rücken. Denn diese neidischen Vergleiche sind nicht gut. Ich will mehr und werde im Anhaften an dieses Begehren unfrei. Gott möchte keine Kopien, er möchte das Original: dich!

Der Vers macht als Bild auf dramatische Weise deutlich, wie wichtig es ist, sich selbst zu beherrschen.

Spr 23,3: Stürze dich nicht auf seine Leckerbissen, denn wenn du meinst, sie seien dir zu Ehren aufgetischt, täuschst du dich selbst.

Frage dich: Verlierst du beim Essen (oder Trinken) manchmal die Kontrolle und wirst zum Fresser (bzw. Säufer)? Wie verhältst du dich bei der „Schlacht am kalten Büffet“ oder wenn es etwas richtig Leckeres umsonst gibt? Verlierst du dann jegliche Kontrolle? Wer sind die Herrscher in unserem Leben, deren Respekt wir durch ein weises Verhalten erwerben wollen? Jürgen Fischer

Spr 23,4: Versuche nicht, mit aller Gewalt reich zu werden; sei klug genug, darauf zu verzichten!

Spr 23,5: Schneller, als ein Adler fliegen kann, ist dein Geld plötzlich weg – wie gewonnen, so zerronnen!

Warnung vor der Gier nach Reichtum: Reichtum ist gefährlich, wenn man ihn durch Gottlosigkeit (Spr 10,2; 11,18) oder Gier (vgl. Spr 28,20) erwirbt. Es ist falsch, sich nach Reichtum auszustrecken, weil wir zuerst nach Gottes Reich und seiner Gerechtigkeit trachten sollen (Mt 6,33) und weil Gott denen, die das tun, alles Lebensnotwendige versprochen hat. Warum sind Reichtümer ein so untaugliches Lebensziel? Sprüche 23,5 betont ihre Flüchtigkeit. Kaum hat man sie ins Visier genommen, sind sie schon fort. Das Sprichwort „wie gewonnen, so zerronnen“ bringt es gut auf den Punkt. Warum sollte ich meine Klugheit, meine Zeit und letztlich mein Leben in eine Sache investieren, die so unbeständig ist, wie Wohlstand? Jürgen Fischer

Bist du sicher, dass du es nicht doch in deinem Herzen auf Reichtum abgesehen hast? Weißt du, wie man einen Schatz im Himmel erwirbt? Hast du schon damit angefangen, Geld auf dein Himmelskonto einzuzahlen?

Spr 23,6: Iss nicht mit einem Geizhals, sei nicht begierig nach seinen Leckerbissen,

Spr 23,7: denn er ist falsch und berechnend. »Iss und trink nur!«, fordert er dich auf, aber in Wirklichkeit gönnt er dir nichts.

Spr 23,8: Sobald du es merkst, kommt dir das Essen wieder hoch; dann waren all deine freundlichen Worte umsonst!

Spr 23,9: Versuche nicht, einem Dummkopf etwas zu erklären; er wird deinen guten Rat ohnehin nur verachten!

Spr 23,10: Versetze keine alten Grenzsteine, mache den Waisen niemals ihr Eigentum streitig!

Spr 23,11: Denn in Gott haben sie einen starken Beschützer, er selbst wird gegen dich auftreten und ihnen Recht verschaffen.

Spr 23,12: Sei offen für Ermahnung und hör genau zu, wenn du etwas lernen kannst!

Sei offen: Weisheit beginnt damit, dass ich Weisheit suche. Wenn das Herz hier, wie an vielen Stellen des Alten Testaments, den Verstand eines Menschen meint, dann beschreibt dieser Spruch die Notwendigkeit, dass das Hören (Ohren) und das Mitdenken (Herz) eine Einheit bilden muss. Der Schüler muss seine Ohren aufsperren und über das Gehörte nachdenken, wenn er es verinnerlichen und umsetzen will. Wer dazu nicht bereit ist, der hat keine Chance, klug zu werden. Jürgen Fischer

Spr 23,13: Erspare deinem Kind die harte Strafe nicht! Ein paar Hiebe werden es nicht umbringen.

Spr 23,14: Im Gegenteil: Du rettest sein Leben damit!

Spr 23,15: Mein Sohn, wenn du weise bist, dann freue ich mich darüber.

Spr 23,16: Wenn deine Worte zeigen, was Gutes in dir steckt, bin ich überglücklich.

Spr 23,17: Beneide nicht die Menschen, die Schuld auf sich laden; sondern setze stets alles daran, dem Herrn mit Ehrfurcht zu begegnen!

Spr 23,18: Dann hast du eine sichere Zukunft, und deine Hoffnung wird nicht enttäuscht.

Gegen den Neid: Als Mensch muss ich mich entscheiden, wonach ich mich ausstrecke. Führe ich das Leben der Sünder mit seinen irdischen Erfolgen und Vergnügungen oder eifere ich danach, Gott zu gefallen und für ihn zu leben? Als Christ kann es schnell dahin kommen, dass ich mich als Verlierer fühle und mir das Leben wünsche, das meine ungläubigen Nachbarn führen. Neidisch blicke ich auf Menschen, die es scheinbar „leichter“ haben, weil sie Gottes Gebote nicht kennen und nicht in einer Gemeinde eingebunden sind. Aber Vorsicht! Mein Neid ist nicht gerechtfertigt! Wer allezeit eine tiefe Glaubensbeziehung mit Gott (Furcht des Herrn) nachjagt, der hat einen unschätzbaren Vorteil im Leben. Seine (ewige) Hoffnung wird sich als wahr erweisen. Die Hoffnung der Gottesfürchtigen auf ein ewiges, erfülltes Leben bei Gott wird sich nicht als Trug herausstellen. Jürgen Fischer

Spr 23,19: Hör gut zu, mein Sohn, und werde weise! Bemühe dich, auf dem rechten Weg zu bleiben!

Spr 23,20: Halte dich fern von den Weinsäufern und maßlosen Schlemmern!

Spr 23,21: Auf sie wartet die Armut; denn wer bloß isst, trinkt und schläft, hat bald nichts als Lumpen am Leib.

Gegen die Gier beim Essen und Trinken: Diesmal geht es um die Gefahr, die von einem Lebensstil ausgeht, der sich um Fressen und Saufen dreht. Gott ist nicht gegen das Feiern. Die Israeliten hatten die Verpflichtung, jährlich einen Zehnten ihres Einkommens vor Gott in Jerusalem für leckeres Essen und Trinken auszugeben (Dt 14,22-26). Jesus selbst „rettet“ eine Hochzeitsfeier, indem er 600 Liter Wasser in erstklassigen Wein verwandelt (Joh 2,1-11). Und doch geht von Genuss eine Gefahr aus. Ein Mensch, der gern isst und trinkt, kann zu einem Weinsäufer und Schlemmer werden. Es ist wichtig, dass der Sohn versteht, wie man weise wird, indem man den rechten Weg nicht verlässt. Dazu gehört, dass man solche Menschen meidet, die im Genuss von Wein und Fleisch nicht eine Quelle des Dankes und der Anbetung finden, sondern für die ein übermäßiges Essen ein Götze ist, dem sie verfallen sind. Der Sohn soll sich den Schlemmern und Säufern nicht anschließen. Wer ihren Lebensstil kopiert, der kopiert auch ihr Schicksal, das von Armut geprägt ist. Jürgen Fischer

Spr 23,22: Hör auf deinen Vater und deine Mutter, denn sie haben dir das Leben geschenkt! Verachte sie auch dann nicht, wenn sie alt geworden sind!

Spr 23,23: Bemühe dich um Wahrheit, egal was es kostet. Wenn du Weisheit, Selbstbeherrschung und Einsicht erworben hast, dann gib sie nie wieder auf!

Spr 23,24: Der Vater eines zuverlässigen Sohnes hat allen Grund zur Freude. Wie froh macht doch ein kluger Sohn!

Spr 23,25: Darum sorge dafür, dass deine Eltern stolz auf dich sind. Deine Mutter, die dich geboren hat, soll sich glücklich schätzen!

Spr 23,26: Gib mir, mein Sohn, dein Herz, und lass deinen Augen meine Wege wohlgefallen!

Gib mir dein Herz: Wie kann es geschehen, daß ich Gott mein Herz schenke, ein unvollkommenes und oft gefallenes Herz? Wie kann das Gott gefallen? Gott weiß um unsere Unvollkommenheiten. Es geht ihm um uns, unsere Hingabe, unsere Liebe, unser Vertrauen, unser Heil. Weigern wir uns nicht, uns ihm so zu schenken, wie wir sind. Begreifen wir, daß er nicht sagt: Gib mir ein Herz wie das der Engel, sondern: schenk mir dein Herz! Es ist dein eigenes Herz, das er verlangt. Schenk es ihm so, wie es ist. Und wir wissen: er wendet alles zum Guten, was in seine Hände gelegt wird, also auch unser Herz. Schenk es ihm so, wie es ist, denn das ist es, was die göttliche Güte verlangt. Er will nichts als was wir sind und was wir haben.

Worte von Franz von Sales: Weil das Herz die Quelle unserer Handlungen ist, werden diese so sein, wie unser Herz beschaffen ist. Der göttliche Bräutigam lädt die Seele ein mit den Worten: „Lege mich wie ein Siegel auf dein Herz, gleich einem Siegel auf deinen Arm“ (Hld 8,6). Ja, wahrhaftig, wer Jesus in seinem Herzen trägt, gleicht ihm bald auch in all seinen äußeren  Handlungen. Darum möchte ich vor allem das erhabene und heilige Wort „Es lebe Jesus!“ in dein Herz schreiben. Ich bin sicher, dann wird dein Leben, das aus dem Herzen sprießt, wie der Mandelbaum aus dem Kern, als Früchte nur Handlungen hervorbringen, denen dieses Heilswort aufgeprägt und eingegraben ist. Wie der geliebte Jesus in deinem Herzen lebt, so wird er auch in deinen Handlungen lebendig sein, wird sein Name geschrieben stehen auf deinen Augen, auf deinem Mund, auf deinen Händen, ja, auf deinen Haaren, und du wirst mit dem hl. Paulus sagen können: „Ich lebe, aber nicht mehr ich, sondern Jesus Christus lebt in mir“ (Gal 2,20). Mit einem Wort: Wer das Herz des Menschen gewonnen hat, besitzt den ganzen Menschen. Aber dieses Herz, mit dem wir beginnen sollen, muß belehrt werden, wie es den äußeren Lebenslauf, die äußere Haltung beeinflußen soll, damit nicht nur heilige Frömmigkeit an ihnen sichtbar werde, sondern auch hohe Weisheit und großes Verständnis.

Spr 23,27: Hüte dich vor Huren und Ehebrecherinnen, denn sie sind so gefährlich wie ein tiefer Brunnen – schon mancher hat sich durch sie in den Tod gestürzt.

Spr 23,28: Wie Räuber lauern sie auf neue Opfer und verführen viele zur Untreue.

Spr 23,29: Bei wem sieht man Kummer und Klage? Bei wem Streit und Gejammer? Wer hat Wunden durch grundlose Schlägereien, wer hat trübe Augen?

Spr 23,30: Wer noch spät beim Wein sitzt und jede neue Sorte ausprobiert.

Spr 23,31: Lass dich nicht vom Wein verlocken, wenn er so rötlich schimmert, wenn er im Glas funkelt und so glatt die Kehle hinuntergleitet!

Spr 23,32: Denn zuletzt wirkt er wie der Biss einer giftigen Schlange.

Spr 23,33: Deine Augen sehen seltsame Dinge, deine Gedanken und Gefühle wirbeln durcheinander.

Spr. 23,33: Deine Gedanken und Gefühle wirbeln durcheinander.

Umgang mit innerem Lärm: Der innere Lärm, das innere Geplapper, das einfach nicht verstummt, der laufende Kommentar zu allem und jedem, die endlose innere Wiederholung eines negativen Erlebnis, unsere Fantasien (Rache, Erotik etc.), unsere Sorgen (Was ist, wenn …), die uns Freude und Frieden weg nehmen, der Traum vom perfekten Leben, das nur unser tatsächliches Leben vergiftet und so viel mehr. All dieses Geschnatter in unserem Kopf nimmt uns gefangen in giftigen, ungesunden Mustern unserer eigenen Gedanken. Das geistliche Problem liegt darin, dass wir dadurch abgelenkt und abwesend sind, nur um uns selbst kreisend. Die Lösung ist einfach und herausfordernd zugleich. Das bewusste Gegenlenken hin zu Gott, das Aufmerken zu ihm, das Verbinden mit ihm, in seiner geschenkten inneren Ruhe bleibend, immer wieder neu, konstant über den Tag hinweg, den heiligen Geist um Hilfe darin bittend!

Joyce Meyer: Richtiges Denken kommt von einer regelmäßigen, persönlichen Beziehung mit Gott durch das Gebet und die Bibellese. Es ist wichtig zu begreifen, dass unser Leben erst gelingen wird, wenn unser Denken ins Lot kommt. Gedanken haben Auswirkungen. Gute Gedanken wirken sich in positiver Weise in unserem Leben aus. Schlechte Gedanken wirken sich in negativer Weise aus. Je länger ich Gott nachfolge und sein Wort studiere, desto klarer wird mir, wie wichtig es ist zu wissen, was in meinem Kopf vor sich geht. Wo die Gedanken hingehen, dorthin folgt der Mensch. Wir können unsere Gedanken nur mit der Bibel in Einklang bringen und den Kampf gegen den Teufel gewinnen, wenn wir ständig über sie wachen.

Spr 23,34: Es geht dir wie einem Seekranken auf hoher See – du fühlst dich wie im Mastkorb eines schaukelnden Schiffes.

Spr 23,35: »Man muss mich geschlagen haben«, sagst du, »aber es hat mir nicht wehgetan; ich bin verprügelt worden, aber ich habe nichts davon gemerkt! Wann wache ich endlich aus meinem Rausch auf? Ich brauche wieder ein Glas Wein.

Sprüche Kap. 24

Auslegung und Kommentar zum Buch Sprüche Kap. 24

Spr 24,1: Sei nicht neidisch auf böse Menschen und bemühe dich nicht um ihre Freundschaft!

Spr 24,2: Denn sie trachten nur nach Gewalt, ihre Worte verletzen und richten Schaden an.

Spr 24,3: Wer ein Haus baut, braucht Weisheit und Verstand;

Spr 24,4: wer dazu noch Geschick besitzt, kann es mit wertvollen und schönen Dingen füllen.

Spr 24,5: Ein weiser Mann verfügt über große Macht, und ein verständiger gewinnt immer mehr an Stärke hinzu.

Spr 24,6: Denn nur mit Strategie gewinnt man einen Kampf, und wo viele Ratgeber sind, da stellt sich der Sieg ein.

Spr 24,7: Für den Dummkopf ist Weisheit unerreichbar; wenn man im Rat der Stadt wichtige Dinge bespricht, dann muss er den Mund halten!

Spr 24,8: Wer nur darauf aus ist, Böses zu tun, der ist bald als Lump verschrien.

Spr 24,9: Wer Gemeines plant und sich nicht ermahnen lässt, macht sich schuldig; und wer für alles nur Spott übrig hat, zieht sich den Hass der Menschen zu.

Spr 24,10: Wenn du schwach und mutlos bist, sobald du unter Druck gerätst, dann bist du es auch sonst!

Mut in der Not: Wer die Kraft, den Mut oder die Zähigkeit einer Person kennen lernen will, der sollte sich anschauen, wie sie in Notzeiten reagiert. Wer am Tag der Not schwach und schlaff ist, der besitzt keine große Kraft. Dabei ist Kraftlosigkeit keine Tugend, denn Gott will uns gebrauchen! Jürgen Fischer

Spr 24,11: Greif ein, wenn das Leben eines Menschen in Gefahr ist; tu, was du kannst, um ihn vor dem Tod zu retten!

Mut um anderen in der Not zu helfen: Der Tag der Not bezieht sich nämlich nicht nur auf die notvollen Momente in meinem Leben! Kraft, Mut und Zähigkeit müssen sich mit Gerechtigkeit paaren und auch den retten, der ungerechtfertigter Weise umgebracht werden soll. Was für Mord gilt, muss in gleicher Weise für alle Formen von Rechtsbruch gelten. Wo das Böse herrscht, muss der Weise einschreiten und dem helfen, dem Ungerechtigkeit zugefügt wird. Der Weise darf nicht feige sein und so tun als hätte er nichts gewusst. Jürgen Fischer

Spr 24,12: Vielleicht sagst du: »Wir wussten doch nichts davon!« – aber du kannst sicher sein: Gott weiß Bescheid! Er sieht dir ins Herz! Jedem gibt er das, was er verdient.

Spr 24,13: Mein Sohn, iss Honig, denn das ist gut! So süß wie Honig für deinen Gaumen,

Spr 24,14: So wertvoll ist Weisheit für dein Leben. Suche sie, dann hast du eine sichere Zukunft, und deine Hoffnung wird nicht enttäuscht!

Wert der Weisheit: Honig und Honigseim stehen für das Leckere, Begehrenswerte und Süße des Lebens. Es ist keine Sünde davon zu naschen und sich daran zu freuen. Was nun der Honig (oder das Schokoladeneis!) für das tägliche Leben ist, das ist Weisheit für die Seele: ein Leckerbissen! Aber noch mehr, denn sie will nicht nur im Heute fröhlich machen, sondern sie ist Garant für eine wunderbare Zukunft und eine nie enttäuschende Hoffnung. Die Weisheit, von der die Sprüche reden, bringt den Weisen/Gläubigen in eine lebendige Beziehung mit Gott, die ihn über den Tod hinaus in alle Ewigkeit begeistern wird. Jürgen Fischer

Spr 24,15: Lauere einem ehrlichen Menschen nicht wie ein Gottloser auf und versuche nicht, seinen Grund und Boden mit Gewalt an dich zu reißen!

Spr 24,16: Der Gerechte fällt siebenmal und steht wieder auf.

Fallen und aufstehen: Wie du manchmal niederfällst, so erhebst du dich auch wieder. Beunruhige dich also deswegen nicht, sondern sage demütig und aufrichtig, was dir aufgefallen ist. Was deiner Aufmerksamkeit entgangen ist, das stelle der milden Barmherzigkeit anheim. Du wirst so schnell und sachte erhebt, daß du es gar nicht gewahr wirst, weil die Hand Gottes dich aufgefangen hat in deinem Fall.

Wir müssen zwei gleich feste Vorsätze fassen: Nicht unruhig werden, wenn wir das Unkraut in unserem Garten wuchern sehen – zugleich aber den Mut haben, es ausreißen zu wollen. Die Eigenliebe stirbt nicht, solange wir leben, und sie bringt immer wieder ihr Unkraut hervor. Ab und zu in eine läßliche Sünde fallen, heißt nicht auch schon schwach sein, wenn wir nur sofort wieder aufstehen, wenn sich unsere Seele nur sofort wieder zu Gott hinwendet und sich ganz ruhig vor ihm verdemütigt. Wir dürfen nicht glauben, in diesem Leben ohne läßliche Sünde durchkommen zu können. Franz von Sales

Immer wieder neu beginnen: Haben Sie Geduld mit allen, in erster Linie aber mit sich selbst; damit will ich sagen, daß Sie nicht verstört werden sollen ob Ihrer Unvollkommenheiten und daß Sie immer den Mut haben sollen, sich wieder zu erheben. Ich freue mich, daß Sie alle Tage wieder neu beginnen; es gibt kein besseres Mittel, das geistliche Leben gut zu vollenden, als immer wieder zu beginnen und niemals zu denken, genug getan zu haben. Franz von Sales

Niemals gegen uns selbst verbittert sein noch gegen unsere Unvollkommenheiten. Über unsere Fehler ein Mißfallen haben, das friedlich, ruhig und fest ist, aber nicht verbittert, heftig und unruhig. Sein Herz gütig und durch Mitleid tadeln und zurechtweisen, indem man sagt: Mein armes Herz, wir sind gefallen; nun denn, erheben wir uns wieder und legen wir unsere Unvollkommenheiten für immer ab. Seinem Herzen Mut machen, wenn es gefehlt hat, und ihm Hoffnung geben, daß Gott ihm helfen wird und daß es mit seiner Hilfe es besser machen wird. Einen festen Entschluß fassen, nicht mehr in seinen Fehler zu fallen. Nicht über unseren Fall erstaunt sein, weil es kein Wunder ist, daß die Gebrechlichkeit gebrechlich und die Schwachheit schwach ist. Franz von Sales

Spr 24,17: Freue dich nicht über das Unglück deines Feindes; juble nicht über seinen Sturz!

Spr 24,18: Denn der Herr sieht alles, und Schadenfreude missfällt ihm – er könnte deshalb sogar deinen Feind verschonen!

Spr 24,19: Sei nicht entrüstet über die Gottlosen und beneide sie nicht!

Spr 24,20: Denn sie haben keine Zukunft; ihr Leben gleicht einer Lampe, die erlischt.

Spr 24,21: Mein Sohn, hab Ehrfurcht vor dem Herrn und achte den König! Lass dich nicht mit Aufrührern ein, die gegen sie rebellieren!

Spr 24,22: Denn ganz plötzlich kann Gott oder der König sie alle zusammen ins Verderben stürzen!

Spr 24,23: Auch die folgenden Sprüche stammen von weisen Männern: Vor Gericht soll es gerecht zugehen und keine Parteilichkeit herrschen!

Spr 24,24: Wenn jemand den Schuldigen für unschuldig erklärt, wird er vom Volk verachtet und gehasst.

Spr 24,25: Wenn er sich aber für das Recht einsetzt, dann genießt er Ansehen und Glück.

Spr 24,26: Eine rechte Antwort ist wie ein Kuss auf die Lippen.

Kuss auf die Lippen: Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit sind wunderbare Tugenden. Ein Mensch, der die Wahrheit sagt und nicht betrügt, der ist wie einer, der dem Nächsten auf die Lippen küsst. Der Kuss ist ein Ausdruck von Liebe und im Alten Orient auch von Wertschätzung. Es spielt dabei erst einmal keine Rolle, um welche Art von Wort und Antwort es sich handelt. Es kann sich um ein Lob, Dank, einen Tadel oder einen tröstlichen Zuspruch handeln. Immer ist entscheidend, dass das Wort selbst seine größte Wirkung nur zu seiner Zeit erzielt. Redet man zu früh oder zu spät, kann die Wirkung eines Wortes verpuffen oder als völlig unangemessen wahrgenommen werden. Der kluge Redner überlegt also nicht nur genau, was er sagt, sondern auch wann er etwas sagt.

Richtige Antwort als Kuss: Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit sind wunderbare Tugenden. Ein Mensch, der die Wahrheit sagt und nicht betrügt, der ist wie einer, der dem Fragenden auf die Lippen küsst. Der Kuss ist ein Ausdruck von Liebe und im Alten Orient auch von Wertschätzung. Jürgen Fischer

Spr 24,27: Bestelle erst dein Feld und sorge für deinen Lebensunterhalt, bevor du eine Familie gründest!

Spr 24,28: Sag nicht ohne Grund als Zeuge gegen jemanden aus, betrüge nicht mit deinen Worten!

Spr 24,29: Sprich nicht: »Wie du mir, so ich dir! Ich zahle jedem heim, was er mir angetan hat!«

Spr 24,30: Ich ging am Feld und am Weinberg eines Mannes vorbei, der nicht nur dumm, sondern dazu noch faul war

Spr 24,31: Der Boden war mit Dornengestrüpp übersät, und überall wucherte Unkraut. Die Schutzmauer ringsum war schon verfallen.

Spr 24,32: Als ich das sah, dachte ich nach und zog eine Lehre daraus:

Spr 24,33: Lass mich noch ein bisschen schlafen«, sagst du, »ich will nur noch ein Weilchen die Augen zumachen und kurz verschnaufen!«

Spr 24,34: und während du dich ausruhst, ist die Armut plötzlich da, und die Not überfällt dich wie ein Räuber.

Sprüche Kap. 25

Auslegung und Kommentar zum Buch Sprüche Kap. 25

Spr 25,1: Auch die folgenden Sprüche stammen von König Salomo. Männer am Hof Hiskias, des Königs von Juda, haben sie gesammelt.

Spr 25,2: Gott wird geehrt für das, was er verborgen hält; aber der König erlangt nur Ansehen, wenn er alles erforscht.

Spr 25,3: So hoch der Himmel ist und so weit die Erde, so unergründlich sind die Gedanken des Königs.

Spr 25,4: Entferne die Schlacken aus dem Silber, dann gestaltet der Schmied kunstvolle Gefäße daraus

Spr 25,5: entferne die schlechten Ratgeber vom Hof des Königs, dann ist seine Herrschaft gerecht und sicher.

Spr 25,6: Wenn du vor dem König stehst, dann spiel dich nicht auf und beanspruche keinen Platz unter den höchsten Gästen!

Spr 25,7: Denn es ist besser, du hältst dich bescheiden zurück und wirst dann zu einem Ehrenplatz geführt, als dass du ihn für einen anderen räumen musst, der bedeutender ist als du! Wenn du etwas Verdächtiges gesehen hast,

Spr 25,8: geh nicht übereilt vor Gericht! Denn was machst du, wenn ein anderer Zeuge beweist, dass du im Unrecht bist?

Spr 25,9: Wenn es zu einem Rechtsstreit kommt, dann enttäusche nicht das Vertrauen, das andere in dich gesetzt haben, und plaudere keine Geheimnisse aus!

Spr 25,10: Denn sonst wird jeder wissen, dass du nichts für dich behalten kannst, und du kommst selbst ins Gerede!

Spr 25,11: Wie goldene Äpfel auf einer silbernen Schale, so ist ein rechtes Wort zur rechten Zeit.

Rechtes Wort zur rechten Zeit: Es spielt dabei erst einmal keine Rolle, um welche Art von Wort es sich handelt. Es kann sich um ein Lob, Dank, einen Tadel oder einen tröstlichen Zuspruch handeln. Immer ist entscheidend, dass das Wort selbst seine größte Wirkung nur zu seiner Zeit erzielt. Redet man zu früh oder zu spät, kann die Wirkung eines Wortes verpuffen oder als völlig unangemessen wahrgenommen werden. Der kluge Redner überlegt also nicht nur genau, was er sagt, sondern auch wann er etwas sagt. Jürgen Fischer

Spr 25,12: Auf die Ermahnung eines weisen Menschen zu hören ist so wertvoll wie der schönste Schmuck aus Gold!

Auf Ermahnung hören: Das hörende Ohr ist ein Ohr, das nicht nur zuhört, sondern sich das Gehörte auch zu Herzen nimmt. Man kann auf zweierlei Weise hören: akustisch und mit dem Verstand. Wer zuhört, weil er sich für die Wahrheit interessiert – auch wenn sie ihm nicht passt – für den ist ein Mensch, der ihn zurechtweist, ein unfassbar wertvolles Geschenk, das ihn schmückt. Jürgen Fischer

Spr 25,13: Ein zuverlässiger Bote ist für den, der ihn sendet, wie eine kühle Erfrischung in der heißen Erntezeit.

Spr 25,14: Wer sich selbst anpreist mit dem, was er zu bieten hat, und dann seine Versprechungen nicht hält, der gleicht den Wolken, die den ersehnten Regen nicht bringen.

Spr 25,15: Durch Geduld wird ein Herrscher umgestimmt, und Sanftmut kann den stärksten Widerstand brechen.

Spr 25,16: Wenn du Honig findest, dann iss nur so viel, wie dir bekommt; sonst wirst du ihn satt, und du musst ihn wieder ausspucken!

Gegen das Übermaß: Honig konnte gefunden werden, wenn man auf einen Stock wilder Bienen traf (vgl. Richter 14,8.9; 1Samuel 14,26.27). Honig ist süß und nahrhaft. Isst man jedoch mehr, als einem gut tut, muss man damit rechnen, dass man sich übergibt. Der Spruch ermutigt dazu, leckeres Essen zu genießen, aber dabei nicht die Selbstbeherrschung zu verlieren. Zu viel Leckereien sind ungesund. Jürgen Fischer

Spr 25,17: Besuche deinen Nachbarn nicht zu oft, sonst wirst du ihm lästig, und er beginnt dich abzulehnen!

Spr 25,18: Wer gegen seinen Mitmenschen falsch aussagt, der richtet so großen Schaden an wie ein Knüppel, ein Schwert oder ein spitzer Pfeil.

Spr 25,19: In der Not auf einen Treulosen zu vertrauen – das ist so, als wollte man mit einem kranken Zahn kauen oder mit einem verkrüppelten Fuß gehen!

Spr 25,20: Für einen Traurigen Lieder zu singen ist so unsinnig, als würde man im Winter den Mantel ausziehen oder Salz in eine Wunde streuen.

Spr 25,21: Hat dein Feind Hunger, so speise ihn mit Brot. Hat er Durst, so gib ihm Wasser zu trinken!

Feindesliebe: Es kann und wird irgendwann Menschen geben, die dich hassen, abblitzen lassen, ignorieren, nicht ausstehen können oder auf anderer Weise zum Ausdruck bringen, dass sie uns nicht mögen. Wie gehe ich mit solchen Menschen um, die mir deutlich gemacht haben, dass ich nicht ihr Freund bin? Ich helfe ihnen. Warum sollte ich das tun? Unsere guten Werke werden bei unserem Nächsten etwas Gutes bewirken. Unsere guten Werke können ein hartes Herz zum Schmelzen bringen. Gibt es Menschen, die du so sehr nicht magst, dass du ihnen niemals helfen würdest? Betest du regelmäßig für deine Feinde?

Spr 25,22: So wirst du ihn beschämen, und der Herr wird dich belohnen.

Spr 25,23: Nordwind bringt Regen – und heimliches Geschwätz bringt dir böse Blicke ein!

Spr 25,24: Lieber in einer kleinen Ecke unter dem Dach wohnen als in einem prächtigen Haus mit einer nörgelnden Frau!

Spr 25,25: Eine gute Nachricht aus der Ferne ist wie ein Schluck Wasser für eine durstige Kehle!

Spr 25,26: Ein guter Mensch, der sich von einem Gottlosen beeinflussen lässt, ist so unbrauchbar wie eine trübe Quelle oder ein verschmutzter Brunnen.

Spr 25,27: Zu viel Honig essen ist nicht gut, zu viel Ehre bekommt einem nicht.

Grenzen einhalten: Grenzen einzuhalten heißt zu verzichten. So ein Verzicht ist schwer. Das schafft man nur, wenn man sich ein Stück weit selbst unter Kontrolle hat. Selbstbeherrschung lässt sich trainieren. Wie Muskeln durch Training stärker werden, so kann auch die Willenskraft durch regelmäßige Disziplinübungen gesteigert werden. Aber vorsichtig. Nicht übertreiben. Der Wille erschlafft, wenn er lange gefordert ist und bricht dann ein. „Zu viel“ ist auch hier nicht gut. Setze dir kleine Ziele. Diese aber setze dann um. Das bringt deiner Seele mehr, als die großen Vorsätze, die morgen schon Vergangenheit sind. Gott führe uns freundlich durch diese Zeiten, aber vor allem führe er uns zu sich.

Spr 25,28: Wie eine Stadt mit zerstörter Mauer ist ein Mann, der seinen Geist nicht beherrscht.

Spr 25,28: Wer sich nicht beherrschen kann, ist so schutzlos wie eine Stadt ohne Mauer.

Selbstbeherrschung: Selbstbeherrschung ist eine Frucht des Geistes (Galater 5,22.23). Wer sich nicht im Griff hat, der ist den Angriffen des Teufels im Leben so schutzlos ausgesetzt, wie eine antike Stadt, deren Stadtmauer niedergerissen wurde und den Angriffen einer Belagerungsarmee schutzlos ausgeliefert war. Besonnenheit und Ausgeglichenheit sind wichtige Voraussetzungen dafür, dass wir mit Begierden, die in uns entstehen oder mit Provokationen von außen angemessen verfahren. Wer unbeherrscht immer gleich in die Luft geht, wer jeder Ablenkung folgt oder jedem Verlangen nachgibt, der darf sich nicht wundern, wenn er für die Sünde ein leichtes Opfer ist.

Selbstbeherrschung ist eine Frucht des Geistes (Gal 5,22.23). Wer sich nicht im Griff hat, der ist den Angriffen des Teufels im Leben so schutzlos ausgesetzt, wie eine antike Stadt, deren Stadtmauer niedergerissen wurde und den Angriffen einer Belagerungsarmee schutzlos ausgeliefert war. Besonnenheit und Ausgeglichenheit sind wichtige Voraussetzungen dafür, dass wir mit Lüsten, die in unserem Fleisch entstehen (vgl. Jak 1,14.15), oder mit Provokationen von außen angemessen verfahren. Wer unbeherrscht immer gleich in die Luft geht, wer jeder Ablenkung folgt oder jedem Verlangen nachgibt, der darf sich nicht wundern, wenn er für die Sünde ein leichtes Opfer ist. Jürgen Fischer

Sprüche Kap. 26

Auslegung und Kommentar zum Buch Sprüche Kap. 26

Spr 26,1: Ehre und Anerkennung passen zu einem Dummkopf so wenig wie Schnee zum Sommer oder Regen zur Erntezeit.

Spr 26,2: Ein Fluch, der unbegründet ist, wird nicht eintreffen. Er gleicht den Vögeln, die fortfliegen und nicht wiederkommen.

Spr 26,3: Die Peitsche für das Pferd, das Zaumzeug für den Esel – und der Stock für den Rücken des Menschen, der keine Vernunft annimmt!

Spr 26,4: Antworte nicht auf eine dumme Frage, sonst begibst du dich auf die gleiche Ebene mit dem, der sie gestellt hat!

Spr 26,5: Oder gib die passende Antwort auf eine dumme Frage! So merkt der, der sie gestellt hat, dass er nicht so klug ist, wie er denkt.

Spr 26,6: Wer eine Botschaft durch einen Unzuverlässigen überbringen lässt, der kann sich genauso gut die Füße abhacken – es bringt ihm nichts als Unglück!

Spr 26,7: Ein Dummkopf kann mit einem Weisheitsspruch genauso wenig umgehen wie ein Gelähmter mit seinen Beinen.

Mit Weisheit umgehen können: Ein Lahmer hat zwar Beine, aber sie haben keine Kraft. Sie bringen ihn nirgendwo hin. Dasselbe gilt für einen Weisheitsspruch im Mund eines Dummkopfes. Er weiß nicht damit umzugehen, weiß nicht, wann die rechte Zeit ist, ihn anzuwenden (vgl. Spr 25,11.12) und sein eigener schlechter Charakter beraubt den Spruch seiner Kraft (Mt 7,3-5; Lk 4,23; Röm 2,21). Weisheit ist mehr, als das bloße Auswendiglernen von klugen Sprüchen, Aphorismen und Zitaten. Wer etwas Richtiges zu sagen weiß, der ist noch nicht weise. Jürgen Fischer

Spr 26,8: Wer einem Übermütigen Ehre und Anerkennung erweist, handelt genauso sinnlos wie jemand, der einen Stein in der Schleuder festbindet.

Spr 26,9: Der Betrunkene kann sich nicht erklären, wie ein Dorn in seine Hand geriet – genauso unerklärlich ist ein Weisheitsspruch im Mund eines Dummkopfs.

Spr 26,10: So unverantwortlich wie ein Schütze, der wild um sich schießt, handelt, wer einen Unverständigen oder einen Dahergelaufenen für sich arbeiten lässt.

Spr 26,11: Ein Narr, der auf seiner Dummheit beharrt, gleicht einem Hund, der wieder frisst, was er herausgewürgt hat.

Spr 26,12: Kennst du jemanden, der sich selbst für weise hält? Ich sage dir: Für einen Dummkopf gibt es mehr Hoffnung als für ihn!

Spr 26,13: Ich kann unmöglich aus dem Haus gehen«, sagt der Faulpelz, »auf der Straße könnte ja ein Löwe auf mich warten!

Spr 26,14: Die Tür dreht sich in der Angel – und der Faule in seinem Bett!

Spr 26,15: Ein fauler Mensch streckt seine Hand nach dem Essen aus, aber er ist zu bequem, sie zurück zum Mund zu führen!

Spr 26,16: Ein Faulpelz meint, es mit sieben Verständigen aufnehmen zu können.

Spr 26,17: Wer sich in einen fremden Streit einmischt, handelt sich unnötig Ärger ein wie jemand, der einen vorbeilaufenden Hund bei den Ohren packt.

Sich nicht in fremden Streit einmischen: Wie man keinen Hund bei den Ohren packt, weil man nicht gebissen werden will, so mischt der Weise sich auch nicht einfach in jeden Streit ein. Als Christen sind wir dazu berufen Friedensstifter zu sein (Matthäus 5,9; vgl. Römer 12,18), aber die Weisheit dieses Spruches lehrt uns, dass es auch Konflikte gibt, die uns nichts angehen (vgl. 1Petrus 4,15). So sehr wir uns das auch anders wünschen. Es gibt Auseinandersetzungen, da können wir nicht helfen, sondern nur selbst verletzt werden. Jürgen Fischer

Spr 26,18-19: Wer einen anderen betrügt und dann sagt: »Ich habe doch nur Spaß gemacht!«, der ist wie ein Verrückter, der mit tödlichen Waffen um sich schießt!

Spr 26,20: Ohne Holz geht ein Feuer aus, und ohne ein Lästermaul legt sich der Streit.

Gegen die Streitsucht: Kritik an der richtigen Stelle mit den richtigen Worten und stets mit Sanftmut formuliert ist richtig und wichtig. Häufig jedoch schießen wir über das Ziel hinaus, machen manchmal auch aus einer Mücke einen Elefanten. Es hilft häufig einen Schritt zurück zu treten, die Emotionen abflachen zu lassen und häufig sind dann die kritikwürdigen Probleme doch nicht so dramatisch, wie sie es am Anfang erschienen. Kritik – falsch formuliert – verletzt den anderen und dieser schaltet dann sofort auf den Verteidigungsmodus um. Zwei Menschen streiten sich. Der eine wirft dem anderen eine ärgerliche Bemerkung an den Kopf, und der andere reagiert gleich mit einer scharfen Erwiderung. Keiner von beiden will jetzt mehr aufhören, weil sein Schweigen als Schwäche oder Niederlage gedeutet werden könnte. Gut formulierte Kritik ja – aber es unterliegt weder unser Verantwortung, noch ist es unser Recht, andere mit unseren Urteilen, seien sie zutreffend oder nicht, zu bombardieren. Das Leben ist viel zu kurz, um es mit Selbstverteidigung, Streiten und heftigen Wortwechseln zu vergeuden.

Spr 26,21: Zur Glut braucht es Kohlen und zum Feuer Holz, und um Streit anzufangen, einen zänkischen Mann.

Spr 26,22: Das Geschwätz eines Verleumders ist so verlockend! Es wird begierig verschlungen wie ein Leckerbissen und bleibt für immer im Gedächtnis haften.

Gegen Tratsch und Klatsch: Wir hören nur zu gern den Tratsch und den Klatsch – leider! Lästereien und Geschwätz sind Leckerbissen, die sich Menschen kaum entgehen lassen. Die Worte eines Ohrenbläsers haben es leicht, in das Innerste unserer Persönlichkeit vorzudringen. Und genau das macht sie so gefährlich! Sie können ihr zerstörerisches Werk in uns vollbringen, ohne dass wir ihnen etwas entgegenzusetzen haben. Unser Herz ist dem Schlechtreden wehrlos ausgeliefert. Es hat ein dramatisches Faible für schlüpfrige Details und Gemeinheiten. Man kann sich nur schützen, indem man einen Ohrenbläser meidet. Jürgen Fischer

Spr 26,23: Schmeichelnde Worte, die böse Gedanken verbergen, sind wie eine Silberglasur über billigem Tongeschirr.

Spr 26,24: Ein gehässiger Mensch will andere täuschen und verstellt sich mit schönen Worten.

Spr 26,25: Darum traue ihm nicht, auch wenn seine Stimme noch so freundlich klingt, denn sein Herz steckt voll abscheulicher Bosheit!

Spr 26,26: Mag er seinen Hass auch durch Heuchelei verbergen – früher oder später kommt seine Niedertracht vor aller Augen ans Licht!

Spr 26,27: Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein; und wer mit Steinen wirft, wird selbst getroffen!

Spr 26,28: Ein Lügner kennt kein Mitleid mit seinen Opfern, und eine spitze Zunge beschwört bloß Unglück herauf.

Spr 27,1: Brüste dich nicht mit dem, was du morgen tun willst, denn du weißt nicht, was der Tag dir bringt!

Wir wissen nicht, was sich morgen oder übermorgen ereignen wird. Und deshalb sollten wir auch heute nicht mit dem angeben, was wir morgen tun bzw. erreichen werden. Der Weise lebt jeden Tag im Vertrauen auf Gott und in der Dankbarkeit für das, was Gott ihm gibt. Wenn wir uns einer Sache rühmen wollen, dann sollte das Gott selbst sein. Jürgen Fischer


Das war eine Auslegung und ein Kommentar zu ausgewählten Bibelversen aus dem Buch der Sprüche (Spr) Kapitel 20 bis 26.


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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

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