Gott
Auslegung, Kommentar und Andacht zum Thema Gott
Inhaltsverzeichnis
1 Ewiger Gott in allem
Dem König der Ewigkeit, dem unvergänglichen, unsichtbaren, alleinigen Gott gebührt Ehre und Herrlichkeit für immer und ewig! Amen. 1 Tim 1,17
Gott ist ein unendlicher Geist, Ursache und Bewegung aller Dinge, in dem und durch den alles ist, alles besteht und bewegt wird. Er ist folglich in sich selbst unsichtbar und kann nur in der Menschengestalt unseres Herrn, die er mit seiner Gottheit vereinigt hat, gesehen werden. Er ist unendlich, er ist überall und hält alles durch seine Macht. Nichts erfaßt ihn, um ihn zu verstehen, aber er umfaßt und hält alles, ohne von irgendetwas enthalten zu sein. Mit einem Wort, wie unsere Seele in unserem Leib ist, ohne daß wir sie sehen, so ist Gott in der Welt, ohne daß wir ihn sehen; wie unsere Seele unseren ganzen Leib am Leben hält, solange sie in ihm weilt, so hält Gott die ganze Welt im Sein, solange er in ihr weilt, und wenn die Welt aufhören würde, in Gott zu sein, würde sie sogleich auch aufhören zu bestehen. Franz von Sales
2 Gott verändert sich nicht
Denn ich, der Herr, verändere mich nicht. Mal 3,6
Bei Gott ist keine Veränderung. Was er vor allen Ewigkeiten war, ist er noch jetzt. Seine Macht, seine Weisheit, seine Gerechtigkeit und seine Wahrheit sind unveränderlich. Er ist unveränderlich in seiner Liebe. Er hat die Seinen mit einer ewigen Liebe geliebt. Er liebt sie auch jetzt noch so sehr wie schon seit Ewigkeiten. Es ist gut für uns, dass trotz aller Wandlungen und Täuschungen des Lebens Einer da ist, der sich nicht ändern wird und dessen Wort fest steht. Einer, dessen Herz sich nicht ändert. Alles andere hat sich verändert und verändert sich immer weiter. Die Sonne selbst wird sich irgendwann verfinstern, die Welt altert. Himmel und Erde werden vergehen. Aber da ist Einer, der die Unsterblichkeit besitzt, dessen Jahre kein Ende nehmen und dessen Wesen kein Wechsel einschließt. Spurgeon
3 Gott ist Liebe
Wir haben erkannt, dass Gott uns liebt, und wir vertrauen fest auf diese Liebe. Gott ist Liebe, und wer in dieser Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. 1 Joh 4,16
Wenn ich sage, er ist der liebe Gott, kann er heute gut gelaunt, morgen schlecht gelaunt sein. Versteht ihr, er ist nicht der liebe Gott, sondern Gott ist die Liebe. Versteht ihr, was ich meine, er ist nicht wankelmütig, er ist die Liebe und wir Christen haben dieses Geschenk, Gott als den erkennen zu dürfen, der er in Wahrheit ist. Und machmal bin ich schockiert, eigentlich wie wenig ich mich davon berühren und inspirieren lasse, denn eigentlich müsste man das hinausschreien in alle Welt. Gott ist die Liebe und wir dürfen es hinauschreien, vielleicht nicht immer mit unseren Stimmen, aber durch unser Leben. Klaus Stefan Fleck
4 Den unsichtbaren Gott erleben
Aber Gott, dem ewigen König, dem Unvergänglichen und Unsichtbaren, der allein Gott ist, sei Ehre und Preis in Ewigkeit! Amen. 1 Tim 1, 17
Jeder Mensch glaubt an Dinge, die er nicht sieht. Wie erkenne ich die Realität von Strom, wenn er auch für das Auge unsichtbar ist? Anhand der brennenden Glühbirne! Wie erkenne ich die Realität von Wind, auch wenn ich ihn noch nie gesehen habe? Durch das volle Segel und den gebogenen Baum. Nun, wie erkenne ich die Existenz von einem Schöpfergott, obwohl ich ihn noch nie berührt habe und meine Augen ihn noch nie gesehen haben? Zum Beispiel durch das Wunder der Schöpfung und in den Menschen, die im Glauben an ihn leben und die durch ihr Verhalten beweisen, dass Gott lebt. Die Existenz Gottes ist eine Tatsache, obwohl man ihn nicht sieht. Ich muss mich persönlich auf Gott einlassen, um Gewissheit über seine Existenz zu bekommen. Hans Peter Royer
5 Gemeinschaft mit Gott
Was ist da schon der Mensch, dass du an ihn denkst? Wie klein und unbedeutend ist er, und doch kümmerst du dich um ihn. Ps 8,5
Was ist der Mensch? Dieser Gott, der die Galaxien geschaffen hat, ist bei uns und nimmt uns als seine Kinder an, er möchte Gemeinschaft mit uns. Der Mensch ist nicht deshalb die Krönung der Schöpfung, weil er besser, klüger, schöner oder kreativer ist als die Tiere. Der einzige Grund, warum der Mensch aus aller Schöpfung herausragt, ist, weil er Gemeinschaft mit dem Schöpfer pflegen kann, mit ihm spazieren gehen, mit ihm reden und auf ihn hören kann. Als Menschen sind wir berufen, in der Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott zu leben. Das bezeugt die Bibel von der ersten bis zur letzten Seite. Hans Peter Royer
6 Leben und Glauben
Wer lebt und an mich glaubt, wird niemals sterben. Joh 11:26
Für den Evangelisten Johannes sind Leben und Glauben identisch. Nur wer glaubt, lebt wirklich. Glauben bedeutet: schauen, tiefer sehen, das Wesen der Dinge erkennen, in allem Gott als den Grund erkennen, in allem die Liebe Gottes schauen. Im Weinstock, im Wasser, im Brot – überall begegnet mir Gott. Wer das im Glauben erkennt und schaut, der lebt erst im eigentlichen Sinn. Wer nicht glaubt, der ist letztlich im Tod: Er lebt einfach nur vor sich hin. Doch das ist kein wirkliches Leben, sondern nur ein Dahinvegetieren. Nach außen hin mag das noch so aktiv aussehen, in Wirklichkeit ist so ein Mensch, der in tausend Aktivitäten aufgeht, aber nicht tiefer sieht, tot.
Im Tod werden unsere Augen für immer geöffnet. Wir werden in allem Gott schauen. Und wir werden mit unserem ganzen Sein auf Gott bezogen sein und in dieser Beziehung wirkliches Leben erfahren: ewiges Leben, das eine neue Qualität des Lebens bedeutet.
7 Gott kommt
Gelobt sei, der da kommt! Ps 118,26
Wache auf! Erinnere dich daran, daß Gott kommt! Nicht gestern, nicht morgen, sondern heute, jetzt! Der einzige und wahre Gott ist kein Gott, der im Himmel weilt, ohne sich für uns und unsere Geschichte zu interessieren, sondern er ist der »Gott-der-kommt«. Er ist ein Vater, der nie aufhört, an uns zu denken, und der mit äußerster Achtung unserer Freiheit wünscht, uns zu begegnen und zu uns zu kommen; er will in unsere Mitte kommen und unter uns wohnen, er will bei uns bleiben. Zu seinem Kommen drängt ihn sein Wille, uns vom Bösen und vom Tod zu befreien, von allem, was unser wahres Glück verhindert. Gott kommt, um uns zu retten. Benedikt XVI
Das war eine christliche Auslegung, Kommentar und Andacht zum Thema Abgrenzung