Joh 14, 1-14
Auslegung und Andacht
Jesus, der Weg zum Vater

Joh 14, 1 Jesus als Gegenstand des Glaubens

Joh 14,1: Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich!

Joh 14:1: Lasst euch durch nichts in eurem Glauben erschüttern!«, ´sagte Jesus zu seinen Jüngern.` »Vertraut auf Gott und vertraut auf mich! 

Joh 14,1: ‭Lasst euch nicht in Verwirrung bringen. Glaubt an Gott und glaubt auch an mich!

Euer Herz erschrecke nicht

Die Jünger hatten Grund, beunruhigt zu sein. Jesus hatte ihnen gerade gesagt, dass einer von ihnen ein Verräter sei, dass sie ihn alle verleugnen würden und dass er sie in dieser Nacht verlassen würde. All dies würde die Jünger zu Recht beunruhigen, doch Jesus sagte ihnen: Lass dein Herz nicht beunruhigt sein.

Jesus wollte nie, dass wir ein Leben ohne Probleme haben, aber er versprach, dass wir selbst in einem unruhigen Leben ein unbeschwertes Herz haben können. Jesus will, dass unser Herz ruhig ist, voll Frieden, nicht verwirrt und verängstigt, wie wir es oft in unserer Welt erfahren.

Er hat einen Plan für uns trotz aller Schwierigkeiten, die auftauchen können und die uns Sorgen bereiten – zu Hause, im Beruf, in der Familie. Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an mich. Gott mit mir. Für immer.

Frage: Wie kannst du inmitten deiner persönlichen Stürme bewusst Frieden in deinem Herzen bewahren?

Euer Herz lasse sich nicht verwirren

Glaubt an Gott, und glaubt an mich!

Verwirrung und Glaube sind einander entgegengesetzt. Verwirrt sein heißt, bloße Sehnsucht im Herzen tragen, ein aufgeregtes Herz haben, das keinen Frieden oder keine Ruhe finden kann, unzufrieden und ängstlich sein, keinen Ort finden, an dem das Herz ruht.

Wer bin ich vor den anderen, oder für mich selbst? Es ist das Rollenproblem, das Sicherheitsproblem: einen Platz für das Herz zu haben. Wir fürchten um unsere Zukunft, fürchten uns vor Unsicherheit... Was können wir tun, damit unser Herz nicht unruhig wird?

Diese Verwirrung ist die Ursache unserer kleinen Schwächen und unserer Mittelmäßigkeit: Was immer uns das Gefühl der Sicherheit verleiht, wird nach und nach zu unserem Idol, das unserem Herzen nur einen Scheinfrieden gibt.

Wir klammern uns an Dinge, Menschen, Projekte... als falsche Arznei für ein unruhiges Herz.

Ignacio Maria Rubio

Frage: Wonach sucht dein Herz wirklich, wenn es in Unruhe ist, und wie könnte es lernen, in Gott zu ruhen?

Gerade auch in der Not glauben

Jesus kennt mich und weiß, wie oft ich mich durcheinanderbringen lasse durch Zweifel, die aufkommen, Ereignisse, die ich nicht begreife und Aufregungen welcher Art auch immer.

Jesus lädt mich ein, mich einfach in seine Arme fallen zu lassen. Viele Quellen der Unsicherheit in meinem Leben wird es wohl weiterhin geben.

Trotz allem ist da immer Jesus, mein Herr, der mich stützt. Jesus bittet uns nur um eines: Glaubt an Gott, und glaubt an mich!

Der Glaube gibt Sicherheit, auch in schwierigen Situationen. Auch wenn es zeitweise stürmisch zugeht und wir nicht wissen, wo uns der Kopf steht, können wir auf Jesus vertrauen.

Frage: Wo in meinem Leben lade ich Jesus ein, meine Unsicherheiten in seine Hände zu legen?

Andacht von Benedikt XVI

Das menschliche Herz, stets rastlos umherirrend, bis es einen sicheren Hafen findet, erreicht hier endlich den starken Fels, wo es bleiben und ruhen kann.

Wer auf Jesus vertraut, setzt sein Vertrauen auf Gott selbst. Jesus ist wahrhaft Mensch, aber ihm können wir völlig und bedingungslos vertrauen, denn er ist im Vater und der Vater ist in ihm. Dadurch ist Gott uns wirklich entgegengekommen.

Wir Menschen brauchen einen Freund, einen Bruder, der uns an der Hand nimmt und uns zum Haus des Vaters führt. Wir brauchen jemanden, der den Weg gut kennt. Und in seiner großen Liebe hat Gott seinen Sohn gesandt, nicht nur um uns den Weg zu weisen, sondern um selbst zum Weg zu werden.

Frage: Wo in meinem Leben sehne ich mich nach diesem sicheren Hafen, und wie öffne ich mein Herz, damit Jesus mir zum Weg werden kann?

Glaubt an mich! 

Das Evangelium von heute erinnert uns daran, dass wir uns in Phasen befinden können, in denen unser Herz verwirrt und besorgt ist.

Doch Jesus sagt zu uns: „Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott, und glaubt an mich!“

Er gibt uns diese Worte und lädt uns damit ein, uns auf ihn und seinen Vater zu verlassen. Er will unseren Glauben stärken und uns vor dem Chaos der Welt schützen.

Luis Trujillo

Frage: Wo in meinem Leben bin ich eingeladen, Jesus tiefer zu vertrauen und meine Sorgen in seine Hände zu legen?

Eine Einladung zum Glauben

Man stelle sich vor: In den ersten Zeilen dieses Evangeliums bittet Jesus uns darum, an ihn zu glauben. Gott selbst bittet dich darum, an ihn zu glauben.

Es ist, als würde er uns anflehen: Bitte glaubt an mich, glaubt an meine Liebe, glaubt an meine Güte. Alles, was ich will, ist euer Wohlergehen.

Denk daran: Wenn Christus diesen Glauben von dir verlangt, dann deshalb, weil er dich liebt und dir das Beste geben will. Er will dir geben, was dein Herz am meisten begehrt.

Vertrau auf Jesus und sag fest: Herr, ich glaube an dich!

Frage: Wo in deinem Leben fällt es dir schwer, Jesus wirklich zu vertrauen – und was würde sich ändern, wenn du es ganz tätest?

Andacht von Kardinal Schönborn

Euer Herz lasse sich nicht verwirren.

Wie oft muss ich an dieses Wort Jesu denken, wenn wieder einmal irgendwelche Aufregungen umgehen. Wir leben in einer Zeit permanenter Aufgeregtheit. Täglich unterhalten die Medien ein Klima der Entrüstung, der Empörung, immer ist irgendwo ein Grund, aufgebracht zu sein. Oft fehlt dabei das richtige Maß.

Jesus bittet uns nur um eines: Glaubt an Gott, und glaubt an mich! Der Glaube gibt Sicherheit, auch in schwierigen Situationen. Er baut auf Gott. Er vertraut auf Jesus. Er kann sich darauf verlassen, dass Gott uns nicht verlassen wird.

Auch wenn es zeitweise stürmisch zugeht und wir nicht wissen, wo uns der Kopf steht, können wir auf Jesus vertrauen. Denn das Ziel ist uns bekannt und gewiss: das Haus des Vaters! Wir wissen, wohin wir unterwegs sind: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten, hat Jesus versprochen.

Frage: Wo in meinem Leben lasse ich mich von der Unruhe dieser Welt treiben, anstatt mich im Vertrauen auf Gott zu verankern?

Andacht von Augustinus

Die Menschen sollten keine Angst vor dem Tod haben und sich deshalb nicht verwirren lassen.

Deshalb tröstet Jesus sie, indem er betont, dass auch er Gott sei. „Glaubt an Gott, und glaubt an mich“, sagt er. Das heißt: Wenn ihr an Gott glaubt, müsst ihr folgerichtig auch an mich glauben.

Wenn Christus nicht Gott wäre, läge dieser Schluss nicht nahe.
Augustinus

Frage: Wie verändert sich dein Blick auf den Tod, wenn du ihn durch die Zusage Jesu betrachtest, dass er selbst Gott ist?

Joh 14, 2 Wohnungen bei Gott

Joh 14,2: Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen; wenn nicht, so hätte ich es euch gesagt. Ich gehe hin, um euch eine Stätte zu bereiten.

Im Haus meines Vaters

Jesus spricht von dem Haus seines Vaters, in dem es viele Wohnungen gibt.
Das ist ein wunderbarer Gedanke, der uns Hoffnung und Trost schenkt.

Wir können uns vorstellen, dass wir eingeladen sind, in dieser wunderbaren Residenz zu wohnen, die Jesus für uns vorbereitet hat.
Wenn wir uns ganz auf diese Verheißung verlassen, können wir auch in schwierigen Zeiten voller Zuversicht sein.

Luis Trujillo

Frage: Wie verändert sich dein Blick auf deine gegenwärtige Situation, wenn du dir bewusst machst, dass Jesus bereits einen Platz für dich im Haus seines Vaters bereitet hat?

Diese Gewissheit ist es, die uns Trost schenkt

Es gibt einen Platz, der für alle vorbereitet ist.
Es gibt auch einen Platz für mich.

Jeder von uns kann sagen: Es gibt einen Platz für mich.
Wir leben nicht ziellos und ohne Bestimmung.

Wir werden erwartet, wir sind kostbar.
Gott ist in uns verliebt, wir sind seine Kinder.

Und für uns hat er den würdigsten und schönsten Ort vorbereitet: das Paradies.

Vergessen wir nicht: Die Wohnstätte, die uns erwartet, ist der Himmel.
Wir sind hier nur auf der Durchreise.

Papst Franziskus

Frage: Wie spüre ich in meinem Herzen den Platz, den Gott für mich vorbereitet hat?

Unsere zukünftige Wohnung

Jesus bereitet uns in seinem Tod die Wohnung vor, in die wir im Tod einziehen dürfen.
Wir werden im Tod nicht in etwas Unbekanntes und Dunkles hineinsterben, sondern in etwas Vertrautes.

Jesus selbst ist uns vorausgegangen und hat uns die Wohnung bereitet, in der wir für ewig wohnen dürfen.
Jesus bereitet uns in seinem Tod, in dem er uns bis zur Vollendung geliebt hat, diese Wohnung vor.
Sie ist damit geschmückt mit seiner Liebe.

Wenn wir sterben, dann kommt Jesus zu uns, um uns zu sich zu holen, damit wir für immer dort sind, wo er ist.
Die Wohnung, die er uns bereitet hat, ist also der Ort, an dem wir bei ihm und mit ihm in der ewigen Heimat wohnen dürfen.
Und mit Jesus werden wir beim Vater wohnen.

Anselm Grün

Frage: Wie fühle ich mich angesichts der Vorstellung, dass Jesus mir eine Wohnung voller Liebe bereitet hat, in der ich für immer geborgen bin?

Joh 14, 3 Wiederkunft zur Heimholung

Joh 14,3: Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, damit auch ihr seid, wo ich bin.

Das Ziel deines Lebensweges ist die Gemeinschaft mit Gott

Gott selbst ist das Haus mit den vielen Wohnungen. Wer einmal die Liebe Christi erfahren hat, weiß, dass es letztlich darum geht, immer mit Gott vereint zu sein.

Jesus hat uns diese Stätte durch seine Eingaben erworben. Durch ihn haben wir ein Bürgerrecht im Himmel (Eph. 2,15-19).

So können wir einst in unserem Sterben mit den Worten von Hedwig von Redern sprechen: Ach nein, das ist kein Sterben, wenn Christen heimwärts gehn, es ist nur ein Verwandeln, vom Glauben in das Sehn.

Frage: Wie spürst du heute in deinem Leben die Verbindung zu Gott, die über das Sichtbare hinausgeht?

Andacht von Luis Trujillo

Unser letztes Ziel: bei Ihm wohnen.

Jesus sagt uns, dass er gehen wird, um einen Platz für uns vorzubereiten. Gleichzeitig versichert er uns, dass er zurückkehren wird, um uns zu sich zu holen.

Das ermutigt uns, geduldig auf die Ankunft Jesu zu warten und darauf zu vertrauen, dass er uns zu sich bringen wird. Wir brauchen uns keine Sorgen darüber zu machen, wo wir hingehen oder wie wir dorthin kommen, denn Jesus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben.

Wie Thomas haben auch wir manchmal Zweifel und wissen nicht, wohin Jesus geht oder wie wir ihm folgen sollen. Doch Jesus versichert uns, dass wir durch ihn und mit Hilfe des Heiligen Geistes zum Vater kommen werden.

Wenn wir ihm folgen, werden wir nie verloren gehen, sondern zu unserem letzten Ziel gelangen.

Frage: Wie spürst du in deinem Leben die Einladung, geduldig und vertrauensvoll deinem letzten Ziel bei Ihm entgegenzugehen?

Andacht von Papst Franziskus

Dieses Wort ist eine Quelle des Trostes, es ist eine Quelle der Hoffnung für uns. Jesus hat sich nicht von uns getrennt, sondern er hat uns den Weg geebnet, indem er unser endgültiges Ziel vorweggenommen hat: die Begegnung mit Gott, dem Vater, in dessen Herz ein Platz für jeden von uns ist.

Wenn wir also Müdigkeit, Verwirrung oder gar Scheitern erleben, sollten wir uns daran erinnern, wohin unser Leben führen soll. Wir dürfen das Ziel nicht aus den Augen verlieren, auch wenn wir heute Gefahr laufen, es zu vergessen – die letzten Fragen zu vergessen, die wichtigen Fragen: wohin gehen wir? Worauf gehen wir zu? Wofür lohnt es sich zu leben?

Ohne diese Fragen quetschen wir das Leben nur in die Gegenwart, wir meinen, es so gut wie möglich genießen zu müssen, und leben schließlich in den Tag hinein, ohne Zweck, ohne Ziel. Unsere Heimat aber ist im Himmel (vgl. Phil 3,20). Lasst uns nicht die Größe und die Schönheit des Ziels vergessen.

Frage: Was gibt meinem Leben heute Sinn und wie offen bin ich für die Begegnung mit dem, was größer ist als ich selbst?

Joh 14, 4 Bekanntheit des Weges

Joh 14,4: Wohin ich aber gehe, wisst ihr, und ihr kennt den Weg.

Wohin ich aber gehe

Ich gehe spricht von Jesu eigener Planung und Initiative. Er wurde nicht ans Kreuz gebracht; Er ging dort hin. Sie dachten, dass sein Tod eine unvorhergesehene Katastrophe war. Christus lehrte sie, dass dies der Weg seiner eigenen Planung sei.

Ziel und Weg kennen

Jesus sagt, dass die Jünger Ziel und Weg kennen. Thomas verneint dies. Jesus aber kann nicht lügen, also wussten sie es, aber sie wussten nicht, dass sie es wissen. Zu diesem Wissen will Jesus sie und auch dich führen.

Darum sagt Jesus nun den Schlüsselvers im 14. Kapitel: Ich bin der Weg, ich bin die Wahrheit, und ich bin das Leben! Ohne mich kann niemand zum Vater kommen.

Sie kannten den Weg, weil sie den kannten, welcher der Weg ist. Sie kannten das Ziel, weil sie den kannten, welcher das Ziel ist, Leben und Wahrheit in Jesus.

Wir können uns an Jesus als dem Weg, der uns zum Ziel unseres Lebens führt, orientieren, auch wenn der für uns oft im Halbdunkel verläuft. Christus ist und bleibt die Antwort auf alle unsere Probleme. Die Lehre Christi ist er selbst in Person.

Augustinus: Wohin gehen wir, wenn nicht zu ihm? Welches ist der Weg, auf dem wir gehen, als eben er selbst? Wir gehen zu ihm durch ihn. Und sowohl er als auch wir gehen zum Vater.

Frage: Wie kannst du heute den Weg Jesu bewusster in deinem Leben wahrnehmen und ihm vertrauen, auch wenn nicht alle Antworten sofort sichtbar sind?

Joh 14, 5 Thomas fragt nach dem Weg

Joh 14,5: Thomas spricht zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst, und wie können wir den Weg kennen?

Joh 14, 6 Weg, Wahrheit und Leben

Joh 14,6: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater als nur durch mich!

Ich bin !

Jesus ist. Jesus hat nicht gesagt, dass er uns einen Weg zeigen würde. Er sagte, dass Er der Weg ist. Er hat nicht versprochen, uns eine Wahrheit zu lehren. Er sagte, dass Er die Wahrheit ist. Jesus hat uns nicht die Geheimnisse des Lebens angeboten. Er sagte, dass Er das Leben ist.

Zum Vater durch Jesus kommen

Niemand kommt zum Vater, außer durch mich! Jesus ist der Mittler zwischen dem Vater und uns.

Durch die Sünde verlieren wir das Leben: das Vorrecht, mit Gott im Himmel zu leben, unser Glück in diesem und dem kommenden Leben. Nur Jesus kann Sühne für unsere Sünden ablegen, „denn wer, außer Gott, kann Sünden vergeben”.

Es war sein Opfer am Kreuz, das den Frieden mit dem Vater geschlossen hat, und dieses Opfer wird in jeder eucharistischen Feier gegenwärtig gemacht. Die Messe ist ein Opfer, die Fortsetzung des Opfers am Kalvarienberg durch die Zeiten.

Sie macht dem Vater den Augenblick der Selbstaufopferung Christi wieder gegenwärtig. Christus wird gegenwärtig auf dem Altar, sodass wir ein würdiges Opfer haben, das wir dem Vater als Vergebung für unsere Sünden anbieten.

Der Vater sandte seinen Sohn, um uns an sich zu ziehen.
Paul Campbell

Frage: Wie erfährst du heute persönlich die Nähe des Vaters durch das Opfer Jesu?

Jesus ist der Weg

Es geht hier um den wirklich richtigen Weg, den Weg meiner Bestimmung, den Weg zu Gott. Es geht hier um die Antwort auf meine Suche nach dem Heil.

Wenn Jesus sagt: Ich bin der Weg, dann ruft er uns damit auch zur Umkehr von unseren selbst gewählten Wegen auf. Denn nur bei Jesus finden wir, was wir suchen und brauchen.

Auf ihn muss ich blicken, ihn um Hilfe bitten, wenn ich nicht weiterweiß, und darauf vertrauen, dass er schon die Lösung für meine Probleme hat.

Frage: Wo in meinem Leben lade ich Jesus ein, mich von meinen eigenen Wegen abzubringen und mir den Weg zu zeigen, der zu Heil und Frieden führt?

Andacht von Raphaela Kloiber

Ich bin der Weg. Diese Worte aus dem Munde Jesu tragen eine tiefe Kraft in sich. Er ist der Weg zum Vater. Was für ein Gott, der unsere Menschengestalt annimmt, nur um uns näher zu sich zu führen! Was für ein Gott, der sich nach meiner Nähe sehnt und selbst Mensch wird, damit wir ihn und seine Liebe besser erkennen können!

Es gibt keinen anderen Weg zur Nähe Gottes als Jesus selbst, der uns leitet und führt. Oft glauben wir, den Weg zum Vater allein durch unsere eigenen Verdienste und Leistungen gehen zu müssen. Doch am Ende sind es vielmehr meine Willensbereitschaft, mein Wollen und vor allem Jesus selbst, die uns zum Vater bringen und uns würdig machen, als Kinder Gottes in seine Arme fallen zu dürfen.

Frage: Wie offen bin ich dafür, Jesus als den einzigen Weg zu meinem wahren Ursprung und meiner tiefsten Sehnsucht anzunehmen?

Andacht von Luis Trujillo

Der Weg.

Die Wahrheit ist eine Person, und diese Person bezeichnet sich selbst als den Weg. Man kann eine Person nicht besitzen, aber man kann ihr innig nahe sein. Man kann einen Weg nicht anpassen, aber man kann ihm folgen.

Diese Person und dieser Weg sind gestern, heute und immer derselbe, aber wir sind es nicht. Diese Welt ist in ständiger Veränderung, aber Christus bleibt derselbe.

Christus kommt, Christus ruft und Christus rettet. Christus ist die einzige Wahrheit und der einzige Weg. Und was er will, ist, dass wir unser endgültiges Ziel erreichen.

Dass wir in die Umarmung unseres himmlischen Vaters kommen. Die Wahrheit, der Weg hat den ersten Schritt getan.

Frage: Wie spüre ich die Nähe dieser unveränderlichen Wahrheit in meinem eigenen Leben?

Jesus ist die Wahrheit

Glaube ohne Wahrheit gibt keine Sicherheit. Glaube bleibt dann nicht mehr als ein schönes Gefühl. Auch wenn menschlich erkannte Wahrheit immer nur Stückwerk bleibt, so ist doch die Liebe zur Wahrheit unerlässlich.

Daher: Liebe ich die Wahrheit? Suche ich aufrichtig danach, was wahrhaft gut ist, oder passe ich mich der Welt an?

Vor allem: Suche ich nach der Wahrheit in meinem Leben, wie Gott mich gedacht hat und was er mit mir vorhat?

Voller Zuversicht wissen wir: die Wahrheit über mein Leben, mein Woher, Wozu und Wohin ist in Christus, der selbst die Wahrheit ist, verborgen. Im Glauben an ihn offenbart er mir diese Wahrheit auf seine Art und Weise und immer individuell. In ihm finde ich seine Wahrheit für mich.

Die Seelsorge, der Dienst am Nächsten, möchte dies ebenso: dem anderen helfen, sich und seine zugesprochene Wahrheit in Gott und seinem Plan für uns zu finden.

Frage: Wie offen bin ich dafür, die Wahrheit Gottes in meinem Leben zu entdecken und mich von ihr führen zu lassen?

Andacht von Raphaela Kloiber

Ich bin die Wahrheit. Was ist Wahrheit? Heutzutage gibt es so viele Wahrheiten, wie es Menschen gibt, denn jeder bildet sich ein wenig seine eigene Wahrheit.

Was meint Jesus damit, wenn er sagt: „Ich bin die Wahrheit.“? Vor seiner Passion bekräftigt er im Prätorium des Pilatus: „Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme.“

Jesus, und nur er allein, ist fähig, diese Worte auszusprechen und das mit seinem Leben zu bezeugen, denn er ist der Einzige, an dem kein Falsch ist. Er ist der in seinem Wissen und seiner Weisheit Vollkommene. Er ist der Sohn Gottes.

Vertraue ich ihm, der mich immer mehr in diese Wahrheit führen möchte? Suche ich die Wahrheit in Jesus, oder in anderen Dingen und Theorien?

Frage: Wie offen bin ich, mich von Jesus immer tiefer in die Wahrheit führen zu lassen – jenseits meiner eigenen Vorstellungen und Überzeugungen?

Jesus ist das Leben

Das Leben, so betrachtet, ist ein zweifelhaftes Geschenk. Wenn wir an die vielen dunklen Seiten denken, die ein Leben oft mit sich bringt, an das Schreckliche, das wir erleben müssen, wirkt es manchmal schwer zu tragen.

Doch das Leben wird erst dann zu einem wirklichen Geschenk, wenn ihm eine Verheißung innewohnt, die stärker ist als all das Unheil, das uns begegnet. Wenn es in einer Kraft lebt, die uns zuspricht, dass es gut ist, ein Mensch zu sein.

Unser Leben wird zu einem guten Geschenk, wenn wir eintauchen in die Verheißung, die nur Gott selbst schenken kann: Es ist gut, dass Du bist!

Dieses Geschenk des Lebens wurde uns gegeben. Ist es ein gutes Geschenk? Ja, weil das Leben, auf das wir getauft sind, eine Person ist: Jesus Christus.

Augustinus: Das ewige Leben, was er selbst ist, ist in ihm, damit, wo er ist, auch wir seien, nämlich in ihm.

Frage: Wie spürst du in deinem eigenen Leben die Verheißung, dass es gut ist, dass du da bist?

Andacht von Raphaela Kloiber

Ich bin das Leben. Jeder Mensch, ohne Ausnahmen, sehnt sich nach dem Leben. Wir tun Dinge, um unser Leben zu gestalten und „lebendiger“ werden zu lassen.

Wie schön ist es, einen Menschen zu sehen, der voller Leben und Lebendigkeit ist. Und heute gibt uns Jesus den Geheimtipp: Voll von Leben zu sein und ein lebendiges Herz zu haben, heißt, voll von Jesus selbst zu sein und ihn als Zentrum im Herzen zu haben.

Bitten wir heute Jesus voll Vertrauen um dieses lebendige Herz. Ein Herz, das voll Vertrauen alles in Jesus sucht und das weiß, dass er der Weg, die Wahrheit und das Leben ist. Ein Herz, das glaubt, hofft und liebt.

Frage: Wie kannst du heute dein Herz öffnen, um mehr von dieser lebendigen Kraft in deinem Leben zu spüren?

Joh 14, 7 Erkenntnis des Vaters

Joh 14,7: Wenn ihr mich wirklich kennt, werdet ihr auch meinen Vater kennen.

Joh 14,7: Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen.

Den Sohn und den Vater kennen

Der Vater hat uns durch seinen Sohn erlöst und als seine geliebten Kinder angenommen. Der Vater hat sich sichtbar gemacht in seinem Sohn. Im Sohn können wir den Vater anschauen.

Wir schauen ihn im Sohn an und er geht auf uns in Liebe zu – im Sohn, durch Menschen, durch sein Wort und in den Sakramenten. So lernen wir, seine Gegenwart in unserem Alltag zu erkennen.

Er liebt uns, lässt uns seine Liebe in seinem Sohn sehen und spüren, und aus diesem „Zuerst“ Gottes kann als Antwort auch in uns die Liebe aufkeimen.

Das ist göttliche Begegnung mit Gott, der für mich Sorge trägt.

Frage: Wie kann ich in meinem Alltag bewusster die Liebe Gottes wahrnehmen und sie in meinem Herzen wachsen lassen?

Wenn ihr mich erkannt habt

Es ist sehr interessant, wie Jesus hier zu seinen Jüngern in diesen sogenannten Abschiedsreden spricht und dabei in die Zukunft blickt: „Wenn ihr mich erkannt habt, dann...“

Der Abschnitt lebt gleichsam aus dem Vorblick auf Jesu Tod am Kreuz und seine Auferstehung. Eine Erkenntnis, die Jesus in den Reden schon hat, bei den Jüngern aber erst noch erfahren und reifen muss.

Erst nachdem die Jünger verstanden hatten, dass Jesus aus Liebe zu uns Menschen gestorben war, sollten sie erkennen, wer er war und welche Bedeutung die Liebe hatte, von der er die ganze Zeit gesprochen hatte.

Was den Jüngern die Kraft gab, den Glauben an Jesus Christus zu verkündigen, war, ihn als dem Auferstandenen selbst erfahren zu haben.

Karl Maurer

Frage: Wie kannst du die Erfahrung von Liebe und Erkenntnis in deinem eigenen Leben wachsen lassen, um deinem Glauben mehr Kraft und Tiefe zu verleihen?

Joh 14, 8 Philippus will Vater sehen

Joh 14,8: ‭Philippus spricht zu ihm: Herr, zeige uns den Vater, so genügt es uns!‭

Zeige uns den Vater

Wir wollen Gott sehen. Es ist eine tiefe Sehnsucht in unserem Herzen, selbst wenn sie inmitten unseres Alltags zeitweise schwach und fern scheint oder wenn wir immer tiefer in die Sünde fallen. Jesus ist ein Abbild des Vaters. Das fleischgewordene Wort offenbart den unsichtbaren Gott. Paul Campbell

Der Vater genügt uns

Nichts auf dieser Welt reicht aus, um unseren geistigen Hunger zu stillen. Egal wie perfekt die Umstände und die Menschen um uns herum sind, die Güter, die wir besitzen, oder die Erfolge, die wir verzeichnet, sogar die Liebe, die wir erhalten haben – am Ende des Tages hören wir tief in unserem Herzen: Das ist nicht genug für mich.

Du hast uns für dich geschaffen, und wir sind unruhig, bis unser Herz in dir ruht, schrieb der heilige Augustinus in seinen Bekenntnissen. Dieser Durst nach dem einzigen Gott, der allein in der Lage ist, „uns zu genügen“, war in jener Nacht beim letzten Abendmahl in Philippus' Herz, und er ist auch heute noch in unserem.

Gehen wir zu Gott, um ihm allein zu gehören.
Br. Diego López

Frage: Wie spüre ich meinen eigenen geistigen Hunger, und wo lade ich mein Herz ein, wirklich zur Ruhe zu kommen?

Joh 14, 9 Wer Jesus sieht, sieht Vater

‭Joh 14,9: Jesus spricht zu ihm: So lange Zeit bin ich bei euch, und du hast mich noch nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, der hat den Vater gesehen. Wie kannst du da sagen: Zeige uns den Vater?‭

Sanfte Zurechtweisung

Diese sanfte Zurechtweisung erinnerte Philippus an das, was Jesus oft sagte; Ihn zu kennen bedeutete, Gott den Vater zu kennen. Die Liebe Jesu zu sehen hieß, die Liebe Gottes des Vaters zu sehen; Jesus in Aktion zu sehen war, den Vater in Aktion zu sehen.

Christus kennen und erkennen

Kennst du mich noch nicht?

Das Ziel des Lebens ist die Beziehung zu Gott. Christus zu kennen und zu erkennen, ihn in allem, was wir leben, zu entdecken, ist der Grund für unsere Existenz.

Deshalb ist das christliche Leben nicht angsterfüllt, denn wir haben kein äußeres Ziel, das wir ein für alle Mal erreichen müssten. Es gibt nur dieses eine Ziel, ein geistiges: ihn jeden Tag tiefer kennen zu lernen.

Eine Aufgabe, die ein ganzes Leben in Anspruch nimmt, die niemals erschöpft wird und die wir nicht vollständig erreichen können.

Deswegen sollen wir keine Angst haben, denn es macht keinen Sinn, uns überfordert zu fühlen, weil wir etwas erreichen wollen, das wir aus eigener Kraft gar nicht erreichen, sondern nur als ein Geschenk des Herrn empfangen können: Er schenkt sich uns zuerst.

Br. Diego López

Frage: Wie kannst du heute tiefer spüren, dass Gottes Geschenk der Beziehung zu dir ein Geschenk ist, das du nicht erarbeiten musst, sondern einfach empfangen darfst?

Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen

Christus zu kennen bedeutet, den Vater zu kennen, den Größten von allen, den niemand besiegen kann.

Wir spüren Bedrohungen und Ängste in unserem Leben, wir hegen Zweifel.

Wenn wir Christus kennen, kennen wir den Vater, und das beseitigt alle Ängste und Unsicherheiten:

Nichts kann uns mehr von der Liebe Christi trennen.

Wir müssen unsere Armut und unser Elend zusammen mit Christus vor dem Vater leben.

Unser Leben ist es, vor dem Vater zu stehen und seine Herrlichkeit zu sehen.

Gott ist kein Gott der Verwirrung, von ihm kommt die höchste Ordnung:

Gott liebt uns.

Und das ist der Vater; sonst nichts.

Ignacio Maria Rubio

Frage: Wie verändert sich mein Leben, wenn ich die Gewissheit habe, dass mich nichts von der Liebe Gottes trennen kann?

Jesus ansehen

Schon so lange bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus?

Man kann sich den Gesichtsausdruck, mit dem Jesus diese Frage stellt, dank der Worte des Evangeliums deutlich vorstellen. Er lässt jene Kombination aus Enttäuschung und Verständnis erkennen, die Jesu Inneres oft geplagt haben muss.

Diese Gemütslage kennt die Mutter, wenn sie ihr Kind loslässt, damit es laufen lernt; oder der Ratgeber, der seinen Schützling nicht zu seinem Glück zwingen will.

Gott möchte zwar, dass wir ihn anerkennen und seinen Willen tun; aber nicht mechanisch, sondern überzeugt und frei. Jesus will erkannt und geliebt werden; noch dazu weiß er, wie viel Mühe uns das abverlangt.

Und dennoch drängt er sich nie auf, sondern wiederholt immer wieder sein „Glaubt mir doch!“.

Gabriel Wendt

Frage: Wie offen bin ich dafür, Gottes Gegenwart wirklich zu erkennen und aus freiem Herzen anzunehmen?

Joh 14, 10 Einheit von Sohn und Vater

Joh 14,10: Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und der Vater in mir ist?

Vater und Sohn ineinander

Könnte irgendein Geschöpf diese Worte sagen? Bedeuten sie nicht offensichtlich, dass Christus sich seinen Jüngern als der ewige Gott erklärt hat?

Sein ganzes Leben war in unaufhörlicher Hingabe und liebender Aufmerksamkeit auf den Vater hin ausgerichtet, ein innerer Jubel voller Anbetung und Liebe, des Dankes und der ununterbrochenen Fürbitte für alle Menschen.

In seinem Beten war er so sehr eins mit sich und mit Gott, dass er sagen konnte: Ich bin im Vater, und der Vater ist in mir.

Lebensbuch der monastischen Gemeinschaften von Jerusalem

Frage: Wie erlebe ich selbst die Einheit mit dem Göttlichen in meinem Alltag?

Joh 14, 11 Glaube an die Werke

Joh 14,11: Glaubt mir, dass ich im Vater bin und der Vater in mir ist; wenn nicht, so glaubt mir doch um der Werke willen!‭

Glaubt mir

Jesus betont seine Einheit mit dem Vater und fordert seine Jünger auf, daran zu glauben. Seine enge Verbindung mit Gott zeigt sich nicht nur in seinen Worten, sondern auch in seinen Taten.

Die Werke Jesu – Wunder, Heilungen, sein gesamtes Wirken – bezeugen seine göttliche Herkunft. Wenn es den Jüngern schwerfällt, den direkten Worten zu vertrauen, sollen sie sich von den Zeichen überzeugen lassen.

Diese Verse verdeutlichen die göttliche Autorität Jesu und rufen zum Glauben auf. Sie zeigen auch, dass Glaube nicht blind sein muss, sondern durch Gottes Wirken gestützt wird.

Damit ermutigt Jesus seine Jünger und stärkt ihr Vertrauen in ihn als den von Gott gesandten Erlöser.

Frage: Wie kannst du in deinem Leben die sichtbaren Zeichen göttlicher Nähe erkennen und deinen Glauben daran vertiefen?

Joh 14, 12 Größere Werke der Jünger

Joh 14,12: ‭Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der wird die Werke auch tun, die ich tue, und wird größere als diese tun, weil ich zu meinem Vater gehe.‭

Wir führen das Werk Jesus fort

Jesus erwartete von denen, die an ihn glauben, dass sie sein Werk in der Welt fortführen. Er erwartete nicht, dass sich die Jünger nach Seinem Weggang auflösten, sondern Sein Werk in noch größerem Umfang weiterführten.

Aber: Die größeren Werke, von denen er jetzt zu ihnen sprach, wären immer noch seine eigenen Werke; nicht mehr durch seine sichtbare Gegenwart unter ihnen, sondern durch seinen Geist in ihnen.

Jesus erwartet von uns, dass wir sein Heilswerk fortsetzen. Er schließt uns in seinen Heilsplan ein und vertraut uns die von ihm geliebten Seelen an. Gott kann andere auch ohne uns retten, aber er würdigt uns, indem er uns an einer solch enormen Mission teilnehmen lässt.

Er erwartet von uns Großes, mehr als sogar er in seinem irdischen Leben fertiggebracht hat. Wir müssen eine große Vision haben. Unser Problem ist, dass wir uns zu oft Grenzen setzen.

Wir sagen uns, dass wir das nicht können, obwohl für Gott nichts unmöglich ist. Wir sagen uns, dass das nicht erreicht werden kann und strengen uns dann nicht mehr an.

Wenn wir uns mit dem Leben der Heiligen befassen, sehen wir, was für den möglich ist, der sich total in Gottes Hände gibt.
Paul Campbell

Frage: Wie offen bin ich dafür, Gottes Geist in mir wirken zu lassen und meine eigenen Begrenzungen loszulassen, um Teil seiner größeren Vision zu werden?

Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen

Ich bin mir meiner Grenzen sehr wohl bewusst. Es gibt so vieles an mir, worin ich gerne wachsen möchte, und ebenso vieles in der Welt, das ich liebend gern verbessern würde.

Meine Erfahrung scheint mir jedoch oft zu sagen, dass das nicht möglich ist.

Und dann kommt Jesus, der Sohn Gottes, und versichert mir, dass ich dieselben Werke vollbringen kann wie er. Wenn er das sagt, muss es wahr sein – aber traue ich ihm wirklich zu, dass er so Großes auch durch mich wirken wird?

Frage: Wie offen bin ich dafür, dass etwas Größeres als ich selbst durch mich wirken kann?

Größere Werke tun

Jesus meinte nicht größer im Sinne von sensationeller, sondern größer im Ausmaß . Jesus würde eine siegreiche, arbeitende Familie von Nachfolgern hinterlassen, die sein Reich auf mehr Menschen und Orte ausbreiten würden, als Jesus es jemals in seinem Leben und Wirken getan hat.

Noch größere vollbringen

Die Gläubigen, die mit dem auferstandenen und in den Schoß des Vaters zurückgekehrten Christus verbunden sind, können Werke vollbringen, die die Wunder des irdischen Jesus übertreffen, aber immer dank ihrer Verbindung mit dem glorreichen Christus durch den Glauben.

Das hat sich zum Beispiel in der erstaunlichen Ausbreitung der Urkirche gezeigt, weil der Auferstandene seine Kirche an seinem Werk teilhaben ließ. Auf diese Weise wurde seine Herrlichkeit nicht geschmälert, sondern kam noch mehr zum Vorschein, indem sie sich als eine Kraft erwies, die fähig ist, die Gläubigen zu verwandeln und sie mit ihm fruchtbar werden zu lassen.

Mater populi fidelis

Frage: Wie erlebe ich heute die verwandelnde Kraft des auferstandenen Christus in meinem eigenen Leben und Wirken?

Joh 14, 13 Bitten in Jesu Namen

Joh 14,13: ‭Und alles, was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun, damit der Vater verherrlicht wird in dem Sohn.‭

Alles, um was ihr in meinem Namen bittet, werde ich tun

Habe ich nicht unzählige Anliegen, für die ich Gott um Hilfe bitten kann?
Es stimmt wohl, dass man Geduld braucht, wenn man Gott um etwas bittet.

Ist jedoch häufig der Grund für das Ausbleiben des Handelns Gottes nicht, dass ich oberflächlich und teilnahmslos bete?

Jesus lädt mich ein, meinen Eifer im Gebet zu erneuern und ihn eindringlicher um sein Wirken zu bitten.
Valentin Schmidts

Frage: Wie kann ich mein Gebet heute so gestalten, dass es meine innere Haltung wirklich widerspiegelt und mein Vertrauen zu Gott vertieft?

Bittet, dann wird euch gegeben

Der Name Jesu ist kraftvoll. Er beauftragt uns, in seinem Namen für Dinge zu beten, die wir brauchen – und zwar so, dass der Vater dadurch verherrlicht wird.

Wenn wir vor dem Tabernakel niederknien, sollen wir dem Herrn mit absolutem Vertrauen entgegentreten. Er weiß, dass unser Glaube wachsen wird, wenn wir erfahren, wie seine Macht tatsächlich am Wirken ist: „Bittet, dann wird euch gegeben“ (Matthäus 7,7-9).

Frage: Wie erlebe ich persönlich die Kraft des Namens Jesu in meinem Leben und wo spüre ich sein Wirken am stärksten?

Joh 14, 14 Zusage der Erhörung

Joh 14,14: ‭Wenn ihr etwas bitten werdet in meinem Namen, so werde ich es tun.‭

In Jesus Namen

Jesus erklärte weiter, wie größere Werke für Seine Nachfolger möglich sein würden. Es wäre möglich, weil Jesus sein Werk durch sein betendes Volk tun würde, das in seinem Namen bat und handelte. Er versprach, alles zu tun , was seine vertrauensvollen Anhänger in seinem Namen verlangten; das heißt, gemäß seinem Charakter und seiner Autorität.

Andacht von Pfarrer von Ars

Wir müssen voll Vertrauen und mit der festen Hoffnung beten, dass der liebe Gott uns das, worum wir ihn bitten, gewähren kann und auch will, wenn wir in der rechten Weise bitten.

Wann immer Jesus Christus verspricht, dass wir durch das Gebet alles erhalten werden, stellt er diese Bedingung: mit Glauben.

Wenn jemand ihn um Heilung oder um etwas anderes bat, unterließ er es nie, zu sagen: „Wie ihr geglaubt habt, so soll es geschehen“ (Mt 9,29).

Außerdem, meine Brüder, wer sollte uns denn zum Zweifeln bringen können, da sich doch unser Vertrauen auf die Allmacht Gottes stützt, die unendlich ist, und auf seine Barmherzigkeit, die grenzenlos ist, und auf die unendlichen Verdienste Jesu Christi, in dessen Namen wir beten.

Wenn wir im Namen Jesu Christi beten, sind nicht wir es, die bitten, sondern Jesus Christus selbst bittet seinen Vater für uns.

Frage: Wie kann ich mein Vertrauen in Gottes Liebe und Barmherzigkeit heute noch tiefer erfahren und leben?

Andacht von Papst Franziskus

Wir alle haben diese Erfahrung gemacht: Wir haben gebetet, gebetet, für die Genesung dieses Freundes, jenes Vaters, jener Mutter, und dann sind sie von uns gegangen, Gott hat uns nicht erhört.

Wenn wir beten, können wir tatsächlich Gefahr laufen, nicht Gott zu dienen, sondern zu verlangen, dass er uns dienen möge. Das ist ein Gebet, das ständig fordert, das die Ereignisse nach unserem Plan ausrichten will, das keine anderen Pläne zulässt als unsere eigenen Wünsche.

Wie oft haben wir um eine Gnade, ein Wunder – sagen wir es so – gebeten, und nichts ist geschehen. Dann, mit der Zeit, sind die Dinge geregelt worden, aber auf Gottes Weise, auf göttliche Weise, nicht so, wie wir es in jenem Augenblick wollten. Gottes Zeit ist nicht unsere Zeit.

Herr, gib mir Glauben! Möge mein Glaube wachsen! Um diese Gnade bitten, Glauben zu haben. Jesus sagt im Evangelium zu uns, dass der Glaube Berge versetzt. Aber ernsthaft glauben.

Angesichts des Glaubens seiner Armen, seiner Menschen, gibt Jesus sich geschlagen, spürt er eine besondere Zärtlichkeit, angesichts jenes Glaubens. Und er erhört.

Frage: Wie kann ich lernen, Gottes Zeit und seinen Plan mit mehr Vertrauen anzunehmen, auch wenn sie anders sind als meine eigenen Wünsche?

Andacht von Nouwen

Wenn wir sagen: „Ich sage dies im Namen Jesu“ oder: „Ich tue das im Namen Jesu“, so meinen wir damit wirklich: „Ich tue das ausgehend von Gott.“

Heutzutage meinen viele Menschen, dass dann, wenn wir etwas im Namen Jesu tun, wir dies tun, weil Jesus nicht da ist und wir das also als seine Stellvertreter, seine Repräsentanten tun. Aber das ist damit nicht gemeint.

Im Namen Jesu zu sprechen, uns auf den Namen Jesu zu berufen, im Namen Jesu zu handeln heißt, dass dieser Name da ist, wo ich bin. Wo bist du?

„Ich lebe in diesem Namen und das ist dort, wo ich wohne; dort, wo mein Wohnort ist.“ Wenn du erst einmal dort lebst, kannst du in die ganze Welt hinausgehen, ohne diesen Ort jemals zu verlassen.
— Nouwen

Frage: Wie kannst du bewusst deinen „Wohnort“ im Namen Jesu finden und darin leben, egal wo du dich gerade befindest?

Häufige Fragen zu Joh 14, 1-14

Was bedeutet Joh 14, 1-14?

Dieser Abschnitt eröffnet den Hauptteil der Abschiedsreden im Obergemach und schenkt den bestürzten Jüngern Trost angesichts Jesu bevorstehenden Scheidens. Das Geschehen offenbart Jesus als den ausschließlichen Weg zum Vater, bezeugt seine vollkommene Wesenseinheit mit Gott und verheißt den Glaubenden das Weiterwirken seiner Taten sowie die Erhörung von Gebeten in seinem Namen.

Welchen Zuspruch gibt Jesus seinen Jüngern gegen die drohende Bestürzung und welches Ziel nennt er für sein Weggehen?

Jesus ermahnt seine Jünger, dass ihr Herz nicht erschrecken solle, sondern dass sie an Gott und an ihn glauben sollen. Er erklärt, dass im Hause seines Vaters viele Wohnungen sind, und kündigt an, dass er hingeht, um ihnen eine Stätte zu bereiten, woraufhin er wiederkommen wird, um sie zu sich zu nehmen, damit sie sind, wo er ist.

Wie antwortet Jesus auf die Einwände des Thomas bezüglich des Weges?

Als Thomas einwendet, dass sie nicht wissen, wohin Jesus geht, und daher auch den Weg nicht kennen können, antwortet Jesus mit dem sechsten „Ich-bin“-Wort: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater als nur durch mich.“ Er fügt hinzu, dass wer ihn kennt, auch seinen Vater kennt und ihn von nun an gesehen hat.

Auf welche Weise korrigiert Jesus das Unverständnis des Philippus hinsichtlich des Vaters?

Als Philippus bittet, ihnen den Vater zu zeigen, hält ihm Jesus entgegen, dass er schon so lange bei ihnen ist und Philippus ihn noch nicht erkannt hat. Er erklärt nachdrücklich, dass wer ihn gesehen hat, den Vater gesehen hat, und verweist auf seine Wesenseinheit mit dem Vater: Die Worte, die er redet, und die Werke, die er tut, vollbringt der Vater, der in ihm bleibt.

Welche großen Verheißungen gibt Jesus den Jünger bezüglich ihrer künftigen Werke und ihrer Gebete?

Jesus verspricht mit einem feierlichen Amen, dass wer an ihn glaubt, die Werke, die er tut, auch tun wird und sogar größere als diese tun wird, weil er zum Vater geht. Zudem verheißt er, dass er alles tun wird, um was die Jünger in seinem Namen bitten werden, damit der Vater im Sohn verherrlicht werde.

Joh 13, 36-38 Ankündigung der Verleugnung
Joh 14, 15-31 Verheißung des Heiligen Geistes