Joh 7, 32-53:
Auslegung und Andacht
Versuch, Jesus zu verhaften

Joh 7, 32 Diener zur Verhaftung

Joh 7,32: Die Pharisäer hörten, dass die Menge diese Dinge über ihn murmelte; darum sandten die Pharisäer und die obersten Priester Diener ab, um ihn zu ergreifen.

Zum Abschnitt Joh 7,32-53

In Johannes 7,32-53 wird Jesu Identität und Herkunft diskutiert. Die Pharisäer und Hohenpriester senden Tempelwächter aus, um ihn zu verhaften, doch sie sind von seinen Worten beeindruckt und handeln nicht.

Jesus spricht davon, dass er nur noch kurze Zeit da ist und dann zum Vater geht – ein Hinweis auf seinen Tod, seine Auferstehung und Himmelfahrt. Die Menschen verstehen seine Worte nicht und rätseln über seinen Aufenthaltsort.

Am letzten Tag des Laubhüttenfestes ruft Jesus, dass er das lebendige Wasser gibt – ein Hinweis auf den Heiligen Geist. Die Reaktionen sind gespalten: Einige erkennen ihn als den Messias, andere zweifeln wegen seiner vermeintlichen Herkunft aus Galiläa.

Nikodemus mahnt zur Gerechtigkeit, doch die Führer verharren in ihrer Ablehnung.

Frage: Wo in meinem Leben könnte ich offener für die Wahrheit sein, auch wenn sie mich überrascht oder herausfordert?

Joh 7, 33 Nur noch kurze Zeit

Joh 7,33: Da sprach Jesus zu ihnen: Noch eine kleine Zeit bin ich bei euch, und dann gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat.

Nur noch eine kurze Zeit bin ich bei euch

Er redet Worte voller Demut, gleich als sagte er: Warum eilet ihr, mich zu töten? Wartet nur eine kurze Zeit noch. Was ihr jetzt tun wollt, werdet ihr tun; aber nicht jetzt, weil ich nicht will. Denn ich muß meine Zeit erfüllen, und dann zu meinem Leiden kommen.

Ich bin bei euch

Er sagte aber nicht einfach: Hier bin ich, sondern: Ich bin bei euch, gleich als sagte er: Obwohl ihr mich verfolgt, so höre ich doch nicht auf, an eurer Erlösung zu arbeiten, euch in dem, was zum Heil dient, zu unterweisen und zu ermahnen. Goldene Kette

Joh 7, 34 Suchen ohne Finden

Joh 7,34: Ihr werdet mich suchen und nicht finden; und wo ich bin, dorthin könnt ihr nicht kommen.

Ihr werdet mich suchen und nicht finden

Die Juden verstanden diese Ankündigung nicht und nahmen sie deshalb nicht ernst. Genau darum musste es ihnen so ergehen. Sie würden suchen und nicht finden – was für ein Elend!

Die Juden suchten nach der Kreuzigung zwar nicht Jesus, aber sie suchten den Messias, und keiner war da; und sie suchten Gott, und sie fanden ihn nicht. Warum nicht? Weil sie es auf ihre Weise taten: Sie suchten ihn im Gesetz; sie meinten, sie könnten dort Gerechtigkeit finden und damit auch den Gott der Gerechtigkeit (Röm 9,30-33; 10,3). Auf diesem Weg ließ Gott sich aber nicht finden.

Frage: Wo in meinem Leben suche ich Gott auf meine eigene Weise, statt mich ihm wirklich zu öffnen?

Joh 7, 35 Rätsel über Wohin

Joh 7,35: Da sprachen die Juden untereinander: Wohin will er denn gehen, dass wir ihn nicht finden sollen? Will er etwa zu den unter den Griechen Zerstreuten gehen und die Griechen lehren?‭

Falsch verstanden

Jesus sprach von seiner bevorstehenden Himmelfahrt, aber sie verstanden es nicht. Vorsätzlich missverstanden, fragten sie, ob er zu den jüdischen Gemeinden außerhalb des Gelobten Landes gehen würde.

Joh 7, 36 Unverstandenes Wort

Joh 7,36: ‭Was ist das für ein Wort, das er sprach: Ihr werdet mich suchen und nicht finden, und wo ich bin, dorthin könnt ihr nicht kommen?‭

Was ist das für ein Wort?

Sie verstanden nicht, dass er auf seine Himmelfahrt anspielte. Jesus sprach von einer Trennung zwischen ihm und denen, die ihn ablehnten.

Die jüdischen Führer suchten ihn mit falschen Motiven und würden ihn nicht erkennen.

Theologisch weist dieser Vers auf die Notwendigkeit des Glaubens hin: Nur wer an Jesus glaubt, kann dorthin gelangen, wo er ist – zum Vater im Himmel. Ohne Glauben bleibt der Mensch getrennt von Gott.

Diese Worte sind eine Einladung zur Umkehr und zum wahren Suchen nach Christus.

Frage: Wo in meinem Leben spüre ich noch eine Trennung von Gott, und wie kann ich mich ihm näher öffnen?

Joh 7, 37 Ruf am letzten Tag

Joh 7,37: Aber am letzten, dem großen Tag des Festes stand Jesus auf, rief und sprach: Wenn jemand dürstet, der komme zu mir und trinke!

Für dein Leben

  • Glaube an die Quelle: Jesus bietet dir eine lebendige Quelle, die niemals versiegt. Wenn du an ihn glaubst, wird er dir inneren Frieden und Freude schenken, die nie enden.
  • Öffne dich für den Heiligen Geist: Der Heilige Geist ist wie Wasser für deine Seele. Wenn du ihn annimmst, wird er dich stärken und dir in schwierigen Momenten Orientierung und Trost geben.

Dürsten und trinken

Die Feier des Laubhüttenfestes betonte, wie Gott Israel in der Wüste auf seinem Weg nach Kanaan mit Wasser versorgte.

Jesus rief die Menschen kühn zu sich, um zu trinken und ihren tiefsten Durst, ihren geistlichen Durst, zu stillen.

Zu Jesus zu kommen und zu trinken bedeutete im Wesentlichen, seinen Glauben in Ihn zu setzen; auf Jesus zu vertrauen, sich auf ihn zu verlassen und für Zeit und Ewigkeit an ihm festzuhalten.

Frage: Wo in meinem Leben sehne ich mich danach, von Jesus’ lebendigem Wasser getränkt zu werden?

Warum dürsteten jene nach ihm?

Weil sie empfanden, dass sie ohne Gott ganz arm waren. Er ruft die Menschen, die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten (Mt 5,6).

Und warum dürsten sie? Weil sie keine Gerechtigkeit besitzen, aber wissen, dass sie gerecht sein müssen, wenn Gott sie annehmen soll.

Wer dürstet, kommt zum Herrn, und er bekommt Gerechtigkeit von Gott und das Wasser des Lebens umsonst (Offb 21,6;22,17).

Benedikt Peters

Frage: Wo in meinem Leben spüre ich ein inneres Dürsten nach Gerechtigkeit oder Sinn, das nur Gott stillen kann?

Joh 7, 38-39 Ströme lebendigen Wassers

Joh 7,38: Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus seinem Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.

Ströme lebendigen Wassers

Jesus sprach nicht nur davon, dass etwas in einen Menschen hineinkommt, sondern dass auch etwas aus ihm herausfließt.

Es war nicht nur ein empfangener Segen, sondern wurde auch zu einer Quelle des Segens für andere.

Was der Gläubige von Christus empfängt, behält er nicht für sich, sondern von ihm fließt es weiter zu den Menschen.

Entsprechend hat die Schrift geweissagt, dass die Erlösten wie ein Wasserquell sein werden, dessen Wasser nicht versiegt (Jes 58,11).

Frage: Wie kann das, was du von Christus empfängst, heute in deinem Umfeld sichtbar und lebendig weiterfließen?

Joh 7,39: Das sagte er aber von dem Geist, den die empfangen sollten, welche an ihn glauben; denn der Heilige Geist war noch nicht da, weil Jesus noch nicht verherrlicht war.

Joh 7, 40 Der Prophet

Joh 7,40: Viele nun aus der Volksmenge sagten, als sie das Wort hörten: Dieser ist wahrhaftig der Prophet.‭

Dieser ist wahrhaftig der Prophet.‭

Johannes 7,40 berichtet von der Reaktion der Menge auf Jesu Worte. Einige erkennen ihn als den „Propheten“, andere als den „Christus“. Dies zeigt die Vielfalt der Erwartungen an den Messias.

Während manche Jesus als Erfüller der Verheißungen sehen, zweifeln andere, weil er aus Galiläa kommt. Diese Passage betont die Spaltung unter den Zuhörern.

Die Meinungen über Jesus gehen auseinander, weil menschliche Vorstellungen die göttliche Wahrheit verzerren. Es wird deutlich, dass der Glaube nicht allein auf Wissen oder Herkunft basiert, sondern auf der Erkenntnis, dass Jesus der von Gott gesandte Erlöser ist.

Frage: Wie offen bin ich für die göttliche Wahrheit, wenn sie meinen eigenen Erwartungen widerspricht?

Joh 7, 41 Messias aus Galiläa?

Joh 7,41: ‭Andere sprachen: Dieser ist der Christus! Andere aber sagten: Kommt der Christus denn aus Galiläa?‭

Notwendige Entscheidung

Für einige aus der Menge ist Jesus der Prophet, oder besser der Christus; für andere kann das nicht sein, weil er (scheinbar) die erwarteten messianischen Ankündigungen nicht erfüllt.

Wenn wir diesen Text lesen, hätten wir gern, dass es anders gelaufen wäre. Wäre es nicht großartig gewesen, wenn die Menge Jesus auf ihre Schultern genommen hätte, und die Würdenträger und Pharisäer von ganzem Herzen in die Hosannarufe des Volkes mit eingestimmt hätten.

Es gibt aber auch etwas Positives an gemischten Reaktionen. Wie damals so hat Jesus auch heute Menschen, die ihm nachfolgen, und welche, die seine Gegner sind. Das bedeutet, dass wir eine persönliche Entscheidung treffen müssen. Und das ist gut so.

Steven Reilly

Frage: In welchen Momenten spüre ich, dass ich bewusst eine Entscheidung für meinen eigenen Glaubensweg treffe, unabhängig von der Zustimmung anderer?

Joh 7, 42 Davids Sohn aus Bethlehem

Joh 7,42: ‭Sagt nicht die Schrift, dass der Christus aus dem Samen Davids kommt und aus dem Dorf Bethlehem, wo David war?‭

Zweifel

Die Menschen in Jerusalem diskutieren, ob Jesus tatsächlich der verheißene Christus ist. Ihr Zweifel entsteht, weil sie Jesus für einen Galiläer halten, ohne zu wissen, dass er in Bethlehem geboren wurde.

Dies zeigt, wie begrenztes Wissen zu falschen Annahmen führen kann. Gleichzeitig verweist die Stelle auf die Erfüllung der messianischen Verheißung, dass der Retter aus Davids Linie stammen muss.

Die Verse lehren uns, nicht vorschnell zu urteilen, sondern Gottes Heilsplan im Licht der Schrift zu erkennen und Jesus als den wahren Messias anzunehmen.

Frage: In welchen Bereichen deines Lebens neigst du dazu, vorschnell zu urteilen, und wie könnte es dich verändern, mehr auf Gottes Plan zu vertrauen?

Joh 7, 43 Spaltung der Menge

Joh 7,43: ‭Es entstand nun seinetwegen eine Spaltung unter der Volksmenge.‭

Spaltung

Einige lehnten Jesus ab, weil sie unwissend waren und die Wahrheit über ihn nicht kannten. Diese wussten nicht, dass Jesus wirklich in Bethlehem geboren wurde, obwohl sie die Prophezeiungen über die Geburt Jesu in Bethlehem kannten.

Seinetwegen entstand eine Spaltung

Was für eine Lehre für unser Leben: Jesus bringt Spaltung! Wir wollen das nicht gerne hören, aber erfahren es doch immer wieder: Wer sich Jesus und dem Glauben entschieden zuwendet, erfährt in seinem Umfeld Spaltung.

Leute wenden sich von ihm ab. Andere finden ihn komisch. Wieder andere öffnen ihr Herz und vertrauen sich ihm an. Das geschah bereits Jesus, und es geschieht denen, die ihm folgen.

Jesus lässt die Menschen nicht kalt. Das ist sein göttliches Wirken in jeder menschlichen Seele. Das darf uns einerseits freuen und andererseits soll es uns keine Sorgen bereiten.

Spaltung in diesem Sinne ist nichts Schlechtes, sondern etwas Reinigendes. Jesus spricht ein andermal vom "Schwert", das er bringt. Also nicht Gewalt, sondern Ent-Scheidung des Herzens.

Hast du dich schon entschieden?

Klaus Einsle

Frage: Wie spürst du in deinem eigenen Leben die Gegenwart, die Klarheit und die Herausforderung, die das Vertrauen auf Jesus mit sich bringt?

Andacht von Spurgeon

Wir können manchmal sogar miteinander für das kämpfen, was wir für die Wahrheit halten, und uns gegenseitig ins Gesicht tadeln, wenn wir glauben, dass ein Irrtum vorliegt;
aber wenn es um Christus und sein liebes Kreuz geht, gib mir deine Hand, Bruder.

Du bist im Blut gewaschen, und ich bin es auch.
Du ruhst in Christus, und ich auch.
Du hast all deine Hoffnung auf Jesus gesetzt; und das ist meine ganze Hoffnung, und deshalb sind wir eins.

Ja, wegen Christus gibt es keine wirkliche Spaltung unter dem wahren Volk Gottes.

Frage: In welchen Momenten spüre ich die Einheit mit anderen Gläubigen trotz aller Unterschiede, und wie kann ich dieses Gefühl tiefer in meinem Glaubensleben verankern?

Joh 7, 44 Niemand greift zu

Joh 7,44: ‭Und etliche von ihnen wollten ihn ergreifen, doch legte niemand Hand an ihn.‭

Doch legte niemand Hand an ihn

Die Zurückhaltung, Jesus zu verhaften, deutet auf göttliche Vorsehung hin: Seine Stunde war noch nicht gekommen (Joh 7,30).

Dies zeigt, dass menschliche Pläne letztlich der göttlichen Führung unterliegen.

Der Vers verdeutlicht zudem die Spaltung, die Jesus bewirkt – eine Entscheidung für oder gegen ihn ist unausweichlich.

Frage: In welchen Momenten meines Lebens spüre ich, dass ich mich zwischen göttlicher Führung und meinen eigenen Plänen entscheiden muss?

Joh 7, 45 Rückkehr der Diener

Joh 7,45: Nun kamen die Diener zu den obersten Priestern und Pharisäern zurück, und diese sprachen zu ihnen: Warum habt ihr ihn nicht gebracht?

Joh 7, 46 Nie so geredet

Joh 7,46: Die Diener antworteten: Nie hat ein Mensch so geredet wie dieser Mensch!

Jesu Wortgewalt

Wenn Jesus sprach, war er fähig, alle Zuhörer in seinen Bann zu ziehen, ob Freund oder Feind. Alle spürten, dass von ihm eine besondere Macht ausging. So erklärt es sich, dass einige aus dem Volk meinten, er sei wahrhaftig der Prophet oder sagten: "Er ist der Messias."

Sogar die Gerichtsdiener standen völlig entwaffnet da und vergaßen, dass sie gekommen waren, um ihn festzunehmen. Unverrichteter Dinge kehrten sie zu den Hohenpriestern und Pharisäern zurück und konnten zu ihrer Entschuldigung nur den Satz hervorbringen: "Noch nie hat ein Mensch so gesprochen."

Wer Jesus zuhörte, war unwillkürlich vor die Entscheidung des Glaubens gestellt, denn man spürte: Hier ist Gott gegenwärtig!

Frage: Wo in meinem Leben erlebe ich Momente, in denen ich die Gegenwart Gottes besonders intensiv spüre, und wie reagiert mein Herz darauf?

Überwältigt von den Worten Jesus

Sieh, die Pharisäer und Schriftgelehrten, welche die Wunder sahen und die Schrift lasen, zogen daraus keinen Nutzen.

Die Diener hingegen, welche nichts von all dem hatten, wurden von einer einzigen Rede gefesselt.

Und sie, die ihn zu fesseln abgesandt wurden, kehrten von dem Wunder gefesselt zurück.

Sie sagten nicht: Wir vermochten es nicht wegen des Volks, sondern wurden Herolde von der Weisheit Christi.

Frage: Welche unerwarteten Quellen der Weisheit könnten in deinem eigenen Leben auf dich warten, wenn du offen dafür bist?

Andacht der Goldenen Kette

Es ist aber nicht nur ihre Klugheit zu bewundern, weil sie nicht der Zeichen bedurften, sondern von seiner Lehre allein gewonnen wurden, weil sie nicht sagten: Nie hat ein Mensch solche Wunder getan, sondern: Nie hat ein Mensch so geredet.

Joh 7, 47 Vorwurf der Verführung

Joh 7,47: ‭Da antworteten ihnen die Pharisäer: Seid auch ihr verführt worden?‭

Seid auch ihr verführt worden?‭

Wie unterschiedlich sind diese Menschen! Die Hohenpriester und Schriftgelehrten zeigen sich innerlich verhärtet. Sie wollen Jesus nicht hören und haben ihre Herzen unter einem Berg von Vorurteilen begraben.

Die Tempelwächter hingegen sind einfache Menschen. Sie hören den Herrn ohne Vorbehalte reden und sind offen für das, was sie empfangen.

Diese scheinbaren Randfiguren des Evangeliums erinnern uns an die Notwendigkeit, das Wort Gottes mit einem schlichten, offenen Herzen zu hören – damit es, einmal angenommen, zum Licht wird, das unser Leben leitet.

Frage: Welche Vorurteile oder inneren Mauern könnten mich daran hindern, das Wort Gottes wirklich zu hören?

Joh 7, 48 Unglaube der Ratsherren

Joh 7,48: Glaubt auch einer von den Obersten oder von den Pharisäern an ihn?

Andacht von Benedikt Peters

Das war das entscheidende Kriterium, nach dem sie ihre Urteile fällten, und damit offenbarten sie die hohe Meinung, die sie von sich hatten. Wenn von ihnen niemand an Jesus glaubte, dann war der Fall erledigt. Ihr Unglaube war Beweis genug, dass Jesus ein Verführer war.

Sie maßen alles und alle an sich selbst statt an Gott und an seinem Wort. Das ist grenzenlose Vermessenheit, ganz buchstäblich: Man misst falsch, vermisst sich also.

Und die Obersten meinten, das Volk müsse sich an ihnen ausrichten; denn sie, die Obersten der Juden, konnten nicht irren.

Frage: In welchen Bereichen meines Lebens neige ich dazu, mich selbst an die höchste Instanz zu setzen, statt auf einen größeren, göttlichen Maßstab zu vertrauen?

Joh 7, 49 Fluch über Unwissende

Joh 7,49: ‭Aber dieser Pöbel, der das Gesetz nicht kennt, der ist unter dem Fluch!‭

Dieser Pöbel

Diese Aussage wird von den Pharisäern gemacht, als sie sich über das Volk empören, das Jesus nachfolgt. Sie verachten die einfachen Menschen, weil diese nicht so gebildet sind wie sie selbst.

Diese Worte offenbaren die Arroganz der religiösen Führer, die sich für überlegen halten und nicht erkennen, dass wahre Erkenntnis nicht nur aus Gesetzeswissen, sondern aus Glauben entsteht.

Doch in der Bibel ist oft gerade das einfache Volk besonders offen für Gottes Wirken. Jesus selbst kritisiert die Pharisäer immer wieder für ihre Selbstgerechtigkeit. Die Aussage in Joh 7,49 verdeutlicht daher die Kluft zwischen religiösem Stolz und dem demütigen Glauben, den Gott von uns erwartet.

Frage: In welchen Momenten meines Lebens könnte ich meinen eigenen Stolz loslassen, um offener für das Wirken Gottes zu sein?

Joh 7, 50-51 Einwand des Nikodemus

Joh 7,50: ‭Da spricht zu ihnen Nikodemus, der bei Nacht zu ihm gekommen war, und der einer der Ihren war:‭

Joh 7,51: ‭Richtet unser Gesetz einen Menschen, es sei denn, man habe ihn zuvor selbst gehört und erkannt, was er tut?‭

Nikodemus

Nikodemus, hättest du es nicht besser machen können? In diesem Kessel gemischter Reaktionen kommt noch eine andere Antwort an die Oberfläche: die von Nikodemus, der einmal Jesus in der Nacht besucht hatte (Joh 3). Er ist ein Beispiel für einen Menschen, der weiß, was er eigentlich tun müsste, der aber über die Menschenfurcht stolpert.

Das Beste, was ihm in diesem kritischen Moment einfällt, ist die bloße Bitte um einen gerechten Prozess. Aber es war zumindest ein Anfang. Der vorsichtige Nikodemus wird sich später öffentlich auf Jesu Seite stellen, als er Josef von Arimatäa bei dessen Begräbnis hilft. Das gibt dem Rest von uns Hinhaltetaktikern Hoffnung.

Die Gnade Gottes hört niemals auf zu wirken… Besser spät als gar nicht!

Frage: Wo in meinem Leben könnte ich mutiger sein, auch wenn Angst oder Zweifel mich zurückhalten?

Joh 7, 52 Kein Prophet aus Galiläa

Joh 7,52: ‭Sie antworteten und sprachen zu ihm: Bist du etwa auch aus Galiläa? Forsche nach und sieh: Kein Prophet ist aus Galiläa hervorgegangen!‭

Verachtung für Galiläa

Die religiösen Führer, die in Jerusalem und Judäa lebten, verachteten die Menschen in Galiläa und verspotteten sie oft. Für diese religiösen Führer aus Judäa konnte aus Galiläa nichts Gutes kommen.

Es war historisch nicht wahr

Denn aus Galiläa waren wenigstens zwei Propheten hervorgegangen: Jona von Gathepher und der größte der Propheten, Elia von Thisbe; und vielleicht auch Nahum und Hosea. Ihre Verachtung für Galiläa ließ sie die historische Genauigkeit aus den Augen verlieren.

Joh 7, 53 Heimkehr aller

Joh 7,53: Und so ging jeder in sein Haus.

Jeder ging in sein Haus

Ohne ein Werk vollbracht zu haben, leer vom Glauben und daher des Nutzens beraubt, kehrten sie in das Haus ihres Unglaubens und ihrer Gottlosigkeit zurück. Goldene Kette

Häufige Fragen zu Joh 7, 32-53

Was bedeutet Joh 7, 32-53?

Dieser Abschnitt schildert die Zuspitzung des Konflikts am letzten Tag des Laubhüttenfestes und das Scheitern des ersten Festnahmeversuchs durch die religiösen Autoritäten. Das Geschehen offenbart Jesus als die Quelle des lebendigen Wassers für alle Glaubenden, zeigt die Ratlosigkeit der Tempelwachen angesichts seiner Vollmacht und verdeutlicht die zunehmende Spaltung selbst innerhalb des Hohen Rates.

Welche rätselhafte Ankündigung macht Jesus angesichts der ausgesandten Tempelwachen?

Als die Hohepriester und Pharisäer Wachen schicken, um ihn festzunehmen, erklärt Jesus, dass er noch eine kleine Zeit bei ihnen ist und dann zu dem geht, der ihn gesandt hat. Sie werden ihn suchen und nicht finden, und wohin er geht, dorthin können sie nicht kommen, was bei den Zuhörern verständnislose Spekulationen über eine Reise zu den Griechen auslöst.

Welches Verheißungswort spricht Jesus am großen Tag des Festes aus?

Am letzten, dem großen Tag des Festes tritt Jesus auf und ruft laut, dass jeder, den da dürstet, zu ihm kommen und trinken soll. Er verheißt, dass von dem, der an ihn glaubt, wie die Schrift sagt, Ströme lebendigen Wassers fließen werden, was der Evangelist auf den Geist bezieht, den die Glaubenden empfangen sollten.

Warum kehren die ausgesandten Tempelwachen unverrichteter Dinge zu den Pharisäern zurück?

Als die Hohepriester und Pharisäer die Wachen fragen, warum sie Jesus nicht gebracht haben, antworten diese voller Ehrfurcht: „Niemals hat ein Mensch so geredet wie dieser Mensch!“ Die einzigartige Autorität seiner Rede hat die Knechte daran gehindert, ihn festzunehmen.

Wie reagiert der Hohe Rat auf den Einwand des Nikodemus?

Als Nikodemus, der früher zu Jesus gekommen war, zu bedenken gibt, dass das Gesetz keinen Menschen verurteilt, ohne ihn vorher gehört zu haben, fertigen die Pharisäer ihn spöttisch ab. Sie fragen ihn, ob er etwa auch aus Galiläa sei, und fordern ihn auf zu forschen, da aus Galiläa kein Prophet aufstehe.

Joh 7, 10-31 Jesus lehrt öffentlich im Tempel
Joh 8, 1-11 Jesus und die Ehebrecherin