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Tugend des Gehorsams

Auf Dich, den Vater, ich nur hör.

Hören auf Gott

So höre doch, mein Volk, jetzt rede ich mit dir! Ps 50:7

Worauf es im Kern ankommt, sind die Einstellungen des Herzens. Die Tendenz, mich selbst zu wichtig zu nehmen und der Wahn, dass alles nach meinem Willen laufen soll, hindern uns im Hören auf Gott. Auf unserem lebenslangen Glaubensweg, der oft auch Kampf beinhaltet, pflanzen wir dagegen Gottes Willen immer mehr in den unseren. Wir tun dies aus unserer Freiheit heraus. Beunruhigen wir uns nicht, wenn uns dies nicht immer und nie vollkommen gelingt. Im Kloster des frommen Lebens bleiben wir lebenslang Novizen, ja das ganze Leben ist Probezeit. Aber heute morgen beten wir aufs Neue und mit ehrlichem Herzen.

Gott spricht

Rede, Herr, dein Knecht hört! 1.Sam 3,10

Weil Gott spricht, ist die Aufgabe des Menschen: auf das Wort hören, dem Wort Ant-Wort geben (Gott gehören) und Ver-Ant-Wortung für das Gehörte übernehmen (Gott gehorchen). „Hören“ und „gehorchen“ sind im Hebräischen ein und dasselbe Wort. Im Griechischen leitet sich wie im Deutschen „gehorchen“ von der Wurzel „hören“ ab. Das Hören auf Gottes Reden soll zum Gehorsam führen. Gehorsam ist also ein Hören, das zur Tat wird. Die Grund-Frage eines Christen heißt demgemäß:

Herr, was willst du, daß ich tun soll? Apg 9,6

Mühe des Gehorsams

Ihr sagt: Siehe, ist es auch der Mühe wert? Mal 1:13

Gott zu dienen ist immer auch mit Mühe verbunden. An sich selbst zu arbeiten und im Gehorsam zu leben, kostet Kraft und Hingabe. Mit Gott seinen Weg zu gehen ist nicht ein „easy going“. Aber wenn es uns wichtiger als alles andere ist, Gott zu dienen, ist das, was wir aufgeben, nichts im Vergleich zu dem, was wir gewinnen: ewiges Leben bei Gott. Ehren wir also Gottes Namen in Wort und Tat unseres Lebens. Bekennen und beten wir Gott an, der seine Hand voller Liebe nach uns ausstreckt.

Nehmt euch meine Worte zu Herzen und gebt mir die Ehre, die mir gebührt! Mal 2:2

Arbeit und Gehorsam

Der Mensch aber geht hinaus an sein Tagewerk, an seine Arbeit bis zum Abend. Ps 104:23

Arbeit ist keine sture Pflichterfüllung, sondern bedeutet lieben, über sich selbst hinauszuwachsen im Dienen und im Opfer, mit Freude und ohne je nachzulassen. In der Schlichtheit deiner gewöhnlichen Arbeit, in dem immerfort sich wiederholenden Kleinkram des Alltags musst du das große und neue Geheimnis entdecken, das vielen Menschen verborgen bleibt: die göttliche Liebe. In den Augen Gottes ist keine Arbeit, für sich genommen, groß oder klein. Allein die Liebe, mit der sie getan wird, bestimmt ihren Wert.

Den Herrn nicht vergessen

Mich, den Herrn, habt ihr vergessen! Hosea 13:6

Gehorsam bedeutet, den Herrn nicht zu vergessen, sondern in allen Dingen auf ihn zu hören. Gerade im Alltagstrott des immer Selben kommt es darauf an, das Hören auf ihn nicht untergehen zu lassen. Gerade der Alltagstrott des immer Selben soll für uns ein ständiges Gebet sein. Ein Gebet, das immer aus denselben herzbewegenden Worten besteht, aber jeden Tag zu einer anderen Melodie. Rufen wir jeden Tag seine Hilfe an.

Den Willen Gottes tun

Ich will gerne deinen Willen tun, mein Gott. Ps 40:9

Ein ganz in den Willen Gottes ergebener Wille soll nichts anderes wollen, als dem Willen Gottes einfach zu folgen. Nichts mehr wollen, sich ganz der göttlichen Vorsehung überlassen. Es ist wie bei einem kleinen Kind, das noch nicht den Gebrauch seines Willens hat, um irgendetwas anderes als die Brust und das Angesicht seiner lieben Mutter zu wollen und zu lieben. Es denkt gar nicht an etwas, außer in den Armen seiner Mutter zu sein, mit der es ein Wesen zu sein glaubt. Es überläßt seiner Mutter die Sorge, dorthin zu gehen, das zu wollen und zu tun, was sie für gut findet. So mit dem Willen unseres höchsten Gutes ganz eins sein, ist sicher die höchste Vollkommenheit unseres Willens.

Sehr oft würde eine einzige Stunde des stillen Hineinhörens in Gottes Wort mehr wirken als ganze Tagungen mit Sitzungen und Diskussionen. Und ein Augenblick des Gebetes würde fruchtbarer sein als ganze Stöße von Papieren. Benedikt XVI

Was soll ich tun ?

Herr, was willst du, dass ich tun soll? Apg 9:6

Die Vergangenheit gehört dem göttlichen Erbarmen, die Zukunft der göttlichen Vorsehung. Was mich kümmert und fordert ist das Heute. Und dieses Heute gehört der Gnade Gottes und der Hingabe meines guten Willens. Franz von Sales

Gott besitzen heißt, sich von allen Dingen lösen. Sich von allen Dingen lösen heißt, Gott umarmen. Ernesto Cardenal