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Tugend der Fürbitte

Fürbittend liebend zugewandt

Füreinander beten

Betet füreinander. Jak 5:16

Beten wir nicht nur für uns selbst, sondern auch für andere. So lösen wir uns vom Kreisen um uns selbst. In der Fürbitte stellen wir einen anderen Menschen unter den Schutz Gottes, der seine Engel sendet. Dieses Fürbitten ist ein ganz entscheidender Aspekt unseres Glaubens. Irgendwo habe ich gelesen: Findet ein Gottesdienst im schönsten Dom statt, fehlt aber das Fürbitten, so ist dieser Gottesdienst nur eine Kloake. Feiert man die Messe dagegen im stinkenden Schweinestall und betet dabei innig für seine Mitmenschen, so ist es der schönste Gottesdienst.

Fürbittend liebend zugewandt …. fürbitte heute ganz konkret für eine bestimmte Person in einem bestimmten Anliegen. Glaube an die Macht des fürbittenden Gebets, dass Gott seine Engel senden wird

Wir können füreinander beten: das war von Anbeginn ein Kennzeichen der christlichen Gemeinschaft. Dieses Gebet hat eine große Macht und Wirkung. In Demut tragen wir diese Fürbitten vor, nicht im Sinne eines: Mach mal. Gott ist keine Milchkuh!

Zum Bittgebet gehört beides: die Gewissheit der Erhörung und der restlose Verzicht, nach eigenem Plan erhört zu werden. Karl Rahner

Unsere Fürbitte kommt an

Mein Gebet drang zu dir. Jona 2:8

Unser Gebet kommt immer bei Gott an. Auch unser Gebet für andere Menschen. Wenn eine Fürbitte nicht erhört wurde bedeutet das nicht, dass du zu wenig geglaubt hast oder dass Gott es egal ist. Es kann einfach bedeuten, dass Gott etwas Besseres für den anderen hat als das, worum du betest, dass die Zeit noch nicht reif ist dafür oder zuletzt ganz wichtig, dass wir nicht alles verstehen und nicht alles kontrollieren können. Gott ist kein Wunsch-Automat ist und bleibt geheimnisvoll.

Freundschaftlicher Dienst

Dieser ist der Freund seiner Brüder, der viel für das Volk betet. 2 Makk 15,14

Die Fürbitte hat einen besonderen Wert, weil sie ein Akt des Gottvertrauens und zugleich ein Ausdruck der Nächstenliebe ist. Manche glauben, dass das Gebet eine reine Kontemplation Gottes sein müsse, ohne Ablenkungen, so als ob die Namen und Gesichter der Brüder und Schwestern eine zu vermeidende Störung wären. Die Realität ist dagegen, dass das Gebet Gott gefälliger und heiligmachender wird, wenn wir darin durch die Fürbitte versuchen, das uns von Jesus hinterlassene  Doppelgebot zu leben. Die Fürbitte  drückt das Engagement für andere aus, wenn wir in ihr fähig sind, das Leben anderer aufzunehmen, mit ihren verstörenden Seelennöten und besten Träumen. Franziskus

Dienst der Liebe

Betet für uns! Heb 13:18

Das Gebet für andere ist ein ganz besonderen Akt der Liebe. Generell und grundsätzlich, aber vor allem auch dann, wenn wir uns angesichts diverser Nöte des anderen machtlos fühlen. Diese Ausdauer im Gebet für den anderen ist eine demütige Form des Dienens. Gottes Wort ermutigt uns an vielen Stellen für andere zu beten. Nochmals: das Gebet für andere eine ganz besondere Art zu lieben ist. Ich stehe für sie ein, kämpfe für sie. Ich investiere mein Herz und meine Zeit, damit Gott in ihre Situation eingreift.

Mein Gott wird mich erhören! Micha 7:7

Eine Fürbitte ist ein Gebet, in dem ein Beter Gott für jemand anderen bittet. Gott ruft alle Christen auf, Vermittler zu sein. Es ist Gottes Wunsch, dass jeder Gläubige aktive Fürbitten leistet. Es ist ein wunderbares und erhabenes Privileg, dass jeder Christ mutig vor unseren Allmächtigen Gott mit diesen Gebeten und Bitten treten darf.

Jesus als Vorbild des Fürbittens

Dieser hat in den Tagen seines Flei­sches sowohl Bitten als auch Flehen mit lautem Rufen und Tränen dem dargebracht, der ihn aus dem Tod erretten konnte, und ist auch erhört worden um seiner Gottesfurcht willen. Heb 5:7

Wir können für den anderen einfach durch unser Da-Sein helfen oder durch tatkräftige Hilfe oder drittens durch unser Gebet für ihn. Wie in allen anderen Dingen auch, ist Jesus hier das große Vorbild. Wir, die wir in seiner Nachfolge stehen, folgen ihm auch im Fürbitten nach. In der Fürbitte verlasse ich meine so häufig egozentrische Sichtweise und öffne mich nach aussen, lebe im wahrsten Sinne des Wortes den Leib Christi. Hin und wieder ertappe ich mich beim Fürbitten im Morgengebet bei der unbewussten Frage „Hört nun Gott mein kleines, unbedeutendes Gebet, das sonst keiner sieht und hört.“ Ja „Zweifel können quälen, aber sie können nicht schaden, außer wir geben ihnen nach.“ (John Henry Newman), denn ich weiß unser Vater sieht das Verborgene (Mt 6,6). Gott segne dich und dein fürbittendes Dasein für andere!  

Was ist die Fürbitte?

Die Fürbitte ist eine Art, den anderen zu lieben. Richard J. Foster

Unter Fürbitte wird das Eintreten vor Gott für jemanden oder für etwas verstanden. Wenn ich Fürbitte halte, führe ich in meinem allgemeinen Priestertum der Taufe eine Person in die Gegenwart Gottes, nicht in meinem Tun (magisches Ritual), sondern weil ich Gemeinschaft mit dem Herrn eingehe, in diesem geistlichen Tun ziehe ich alles was in meinem Herzen ist zu Gott. Und Gott hält Andenken, was ich in meinem Herzen habe. Wir dürfen da vertrauen, dass Gott das ganz ernst nimmt. Jetzt, da Gott gedenkt, geschieht Heil. Gott greift in die Geschichte dieses Menschen heilbringend, vollendend, heilend, führend, schützend ein. Halten wir also viel und überfließend Fürbitte für uns nahe Menschen, aber auch gerade fernen Menschen in Kriegsgebieten oder sonstwo.  

Fürbitte im Alten Testament

Wenn Aaron dann ins Heiligtum geht, trägt er die Steine mit den Namen der Stämme Israels an seinem Herzen. So werde ich immer an mein Volk erinnert. 2. Mose 28:29

Fürbitten sind im alten Testament vielfältig und zahlreich vorhanden. Eine sehr wichtige Stelle ist dabei der heutige Bibelvers. Da steckt viel drin. Fürbitte ist nicht einfach ne kurze Bitte an Gott, so wie ich im Supermarkt mal kurz eine Butter kaufe. Im Alten Testament hatten die Priester die wichtige Aufgabe, das Volk vor Gott hinzutragen, ihn an sein Volk zu erinnern. Äußerlich sichtbar wurde das durch Steine, auf denen die Namen der Stämme Israels standen und die der Priester am Herzen trug. Durch deine Berufung zum allgemeinen Priestertum der Taufe darfst und sollst nun auch du Personen bzw. ihre Namen an deinem Herzen tragen, sie zu Gott hintragen, so dass er ihrer gedenkt.

Welche Namen trägst du heute auf deinem Herzen?

Fürbitte im neuen Testament

Als während des Festes der Wein ausging, sagte seine Mutter zu ihm: Es ist kein Wein mehr da! Johannes 2:3

Fürbitten im neuen Testament sind ebenso vielfältig. Eine bekannte und sehr wichtige Fürbitte ist die Mariens, als sie zu Jesus an der Hochzeit von Kanaa sagt, dass der Wein ausgegangen ist. Maria bittet hier für andere – hält Fürbitte. Ein wichtiger Aspekt ist, dass Maria hier keine Lösungsvorschläge gibt, sondern einfach die Not vor den Herrn trägt. Auch wir sollten beim Halten der Fürbitte Gott nicht den Weg aufdrängen (lässt er sowieso nicht mit sich machen), sondern schlicht und einfach die Not. Dann können wir Gott in kindlichem Vertrauen es überlassen, in welcher Art und Weise er dem anderen hilft. Wenn ich wie Maria die Not eines Menschen vor Gott hinstelle, dann trage ich diese Person vor das Angesicht Gottes.

Welche Not welchens Menschen trägst du heute nach dem Beispiel Mariens zum Herrn?

Fürbitte als Konkretisierung des Doppelgebots der Liebe

Wenn wir Fürbitte tun, sind wir in Gottes Plan eingeschaltet worden. Es gilt, unser Herz dem Geiste Gottes, der in uns betet, zu öffnen. Corrie ten Boom

Es wird häufig zwischen Lobgebet und Fürbitt-Gebet unterschieden. Auch wenn für das Verständnis eine systematische Trennung dienlich ist, so gilt es im Wesen für sich bei seinem Gebet zu erkennen, dass diese Gebetsarten meist ineinander überfließen bis hin ins Untrennbare. Jedes Lob Gottes enthält unweigerlich auch fürbittende Aspekte. Zugleich setzt jede Fürbitte Vertrauen in den liebenden Gott und Dank für die Möglichkeit der Hinwendung voraus. Nimmt man den einen Aspekt in den Blick, so ist der andere immer mitbeteiligt und wirksam. Damit konkretisiert sich in der Fürbitte das Doppelgebot der Liebe, Gott und den Nächsten zu lieben.

Lob, Dank und Ehre sei dem dreifaltigen Gott für seine Liebe zu uns Kindern, seine lenkende Hand in unserem Leben und seine Barmherzigkeit. Er möge uns stets den rechten Weg zeigen und uns vor Gefahren beschützen. Amen.

In der Fürbitte segne ich

Du sollst ein Segen sein. Gen 12,2

Nur aus dem Unmöglichen kann die Welt erneuert werden. Dieses Unmögliche ist der Segen Gottes. Bonhoeffer

• Segen sein: In der Fürbitte werde ich zum Segen für den anderen. Ein Segen sein, das heißt ich bin jemand, der segnet. Segnen kann jeder, der glaubt. Ziemlich egal, wo und wie uns Gott hingestellt hat, dort wo er uns unseren Platz zugewiesen hat, sind wir Gesandte Gottes und so im innersten durch ihn und in seiner Kraft dazu berufen, zum Segen für den anderen zu werden.

• Segnen als Tun: Ein Segensgebet ist ein Gebet, das den Segen Gottes auf uns herab ruft. Von ihm geht aller Segen aus. „Der Herr segne dich“ ist der kürzteste Segenswunsch und gleichzeitig ein Fürbitt-Gebet. Fürbitte ist der kostbarste Dienst, den ich tun darf:. Wer selbst gesegnet wurde, der kann nicht anders, als diesen Segen weitergeben, ja, er muss dort, wo er ist, ein Segen sein.  

Betet für uns! 1. Thess 5:25

Kürzlich bin ich auf das Fünf-Finger-Gebet gestossen, das uns in der Fürbitte unterstützen kann: Wenn du die Hände faltest, ist dir der Daumen am nächsten. Beginne also beim Beten mit denen, die dir ganz nahe stehen – dein Ehepartner, deine Kinder, deine Eltern. Als nächstes kommt der Zeigefinger, der ein Symbol der Belehrung ist. Bete für alle, die auf irgendeine Weise die Gläubigen im Wort Gottes unterweisen. Der Mittelfinger ist der grösste. Er erinnert dich daran, für die zu beten, die über dir stehen – die Menschen in der Regierung, die Lehrer oder die Vorgesetzten am Arbeitsplatz. Der vierte Finger ist meistens am schwächsten. Bete für Menschen, die krank und schwach sind. Denke in der Fürbitte an Gläubige, die bedrängt werden oder sonst Probleme haben. Dann kommt der kleine Finger. Er weist dich darauf hin, wie klein du vor dem grossen, allmächtigen Gott bist. Bitte Ihn, für dich zu sorgen, dir zu helfen und dich zu bewahren