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Tugend der Nächstenliebe

Zur Nächstenlieb‘ bin ich gesandt

In Christus den Nächsten lieben

Welchen Wert hat es, wenn jemand behauptet, an Christus zu glauben, aber an seinen Taten ist das nicht zu erkennen? Jakobus 2:14

Die Gemeinschaft mit Christus ist zugleich Gemeinschaft mit allen anderen, denn in ihm sind wir ein Leib. Nur von dieser christologischen Grundlage her kann man die Lehre Jesu von der Liebe recht verstehen. In der Gemeinschaft mit Christus ist das Geliebtwerden und Weiterlieben enthalten. Nächstenliebe besteht darin dann auch, daß ich den Mitmenschen, den ich zunächst gar nicht mag oder nicht einmal kenne, von Gott her liebe. Das ist nur möglich aus eben dieser inneren Begegnung mit Christus heraus, die Willensgemeinschaft geworden ist und bis ins Gefühl hineinreicht. Benedikt XVI

Wenn du Liebe und Güte hast, bist du ein Engel, und wo immer du hingehst, bringst du das Paradies mit. Paisios vom Berg Athos

Die Liebe üben

Was ich für richtig und gut halte, habe ich deutlich gesagt, es ist klar wie der helle Tag. Hos 6:5

Üben, unsere  Aufmerksamkeit bewusst von uns weg auf andere zu richten! Üben, gute Gedanken über andere zu denken, das Verhalten des anderen möglichst positiv zu deuten, statt immer gleich das Böseste anzunehmen. Üben, liebevoll mit anderen zu sprechen, ein riesiges Trainingsfeld! Üben auch tatkräftig mit den Händen anzupacken. Echte Liebe äußert sich nach Augustinus in Miene, Wort und tausend freundlichen Gesten. Liebesfähig zu werden ist das Ziel des Lebens. Im Mitgefühl und Mitleid dem Herrn nacheifern!

Sich nicht verurteilen

Einer nur ist der Gesetzgeber, der die Macht hat, zu retten und zu verderben; wer bist du, dass du den anderen richtest? Jak 4:12

Wo du doch selber so erbärmlich bist, was wunderst du dich, dass auch die anderen ihre Fehler haben? Wir wollen nicht verurteilen. Jeder sieht die Dinge aus seiner Sicht und mit seinem Fassungsvermögen, das nahezu immer recht begrenzt ist. Oft sind unsere Augen verdunkelt und getrübt durch die Finsternisse der Leidenschaft. Darüber hinaus ist die Sicht mancher Menschen, ähnlich wie die mancher moderner Maler, derart subjektiv. Wie wenig taugen die menschlichen Urteile! Urteilt nicht, ohne euer Urteil vorher im Gebet zu läutern. Suche immer nach einer Entschuldigung für deinen Nächsten, wenn du die Pflicht hast zu urteilen. Es gibt immer eine Entschuldigung. Josemaría Escrivá

Vermeiden Sie es auch, sich zum Richter über die Handlungen anderer aufzuspielen. Überall soll doch die Nächstenliebe vorherrschen und uns erleuchten. Franz von Sales

Einander die Last tragen

Einer trage des anderen Lasten, und so sollt ihr das Gesetz des Christus erfüllen! Gal 6:2

Die treffende Bemerkung und der Witz, die du dir verkneifst; das freundliche Lächeln für einen, der dich stört; das Schweigen gegenüber ungerechten Vorwürfen; wohlwollendes Verhalten gegenüber zudringlichen Menschen und solchen, die ungelegen kommen; Nachsicht mit den lästigen Angewohnheiten derjenigen, mit denen du täglich zu tun hast und die dir auf die Nerven fallen, das alles, mit Beharrlichkeit geübt, ist handfeste innere Abtötung.

Sage nicht: dieser Mensch fällt mir auf die Nerven. Denke: er hilft mir, heilig zu werden. Josemaría Escrivá

Das Gute suchen

Sucht das Gute. Amos 5:14

Das Gute ist Gott schlechthin. Und Gott ist Liebe. Wir suchen also die Liebe. Diese Liebe ist die einzige Tugend, die maßlos sein darf. Wir können die Mitmenschen nie zu viel lieben und somit auch in der Liebe nie die Grenzen der Vernunft überschreiten, sofern die Liebe wirklich im Herzen wurzelt. Welch ein Glück, lieben zu dürfen, ohne ein Übermaß zu fürchten. Setze der Liebe keine Schranken, lasse sie ihre Äste breiten, so weit sie nur kann, gebe dich hin an Gott und denn Nächsten. Wo kannst du diese Hingabe in Liebe heute konkret Wirklichkeit werden lassen?

Das innerste Wesen der Liebe ist Hingabe. Edith Stein

Der Hingabe Jesus folgen

Jesus sah, wie sie und auch die Trauergäste weinten. Da war er tief bewegt und erschüttert. (Joh 11:33). Jesus kamen die Tränen. (Joh 11:35)

Jesus Leben ist Hingabe an uns pur. In der Eucharistie wiederholt sich diese Hingabe aufs Neue. Für das Verständnis von Hingabe und Liebe im Sinne Jesu ist das Geschehen der Eucharistie unerlässlich, denn der Empfang des Leib Christi hat sozialen Charakter. Die Vereinigung mit Christus ist zugleich eine Vereinigung mit allen anderen, denn in ihm sind wir ein Leib. Nur von dieser christologisch-sakramentalen Grundlage her kann man die Lehre Jesu von der Liebe recht verstehen. Gottes- und der Nächstenliebe ist nicht bloße Moral und Forderung. In der eucharistischen Gemeinschaft ist das Geliebtwerden und Weiterlieben enthalten, ansonsten wäre es nur inhaltsloser Kult und Ritus.  

Wo liebst du?

Es ist leicht, weit entfernte Menschen zu lieben. Es ist aber nicht immer leicht, diejenigen zu lieben, die gleich neben uns wohnen. Mutter Teresa

Oft brauchen Menschen, die dir am nächsten stehen, deine Hilfe, deine konkrete Liebe. Und diese Liebe erfordert von dir häufig auch Opfer. Die Liebe zur ganzen Menschheit kostet dagegen nichts als eine Phrase. Gerade im konkreten Nächsten (Familienangehörige, Arbeitskollege etc.) ist Gott für dich in Menschengestalt anwesend, wird dein dienendes „Dasein-für-andere“ (Bonhoeffer) lebendige Wirklichkeit. Laß diesen Gedanken in deinen heutigen Begegnungen nachwirken. Wer den lebendigen Gott von Angesicht zu Angesicht sehen will, soll ihn nicht am leeren Firmament seiner Gedankenwelt suchen, sondern in der Menschenliebe. Dostojewski

Liebe und glaube an ihre Stärke

Weich ist stärker als hart, Wasser stärker als Fels, Liebe stärker als Gewalt. Hermann Hesse

Du möchtest andere Menschen häufig ändern, mit guten Argumenten, erzieherische Maßnahmen oder dergleichen. Funktioniert höchst selten! „Wenn es überhaupt eine Möglichkeit gibt, einen anderen Menschen positiv zu ändern, dann doch nur, indem man ihn liebt, und ihn so langsam sich wandeln hilft von dem, was er ist, zu dem hin, was er sein kann.“ (Joseph Ratzinger). Vertraue der Macht der Liebe, auch gerade dann wenn sie scheinbar nichts konkret erreicht und vordergründig scheitert wie Jesu Liebe, die am Kreuz endet.

Tue Gutes

Welchen Wert hat es, wenn jemand behauptet, an Christus zu glauben, aber an seinen Taten ist das nicht zu erkennen? Jakobus 2:14

Egal, wo und wie, du hast jeden Tag die Möglichkeit Gutes zu tun, das sind häufig ganz kleine Dinge, z.B. achte ich darauf, dass wenn ich mit einem Schüler auf Toilette gehen muss, dass ich das nicht huschi-buschi mache, möglichst schnell, sondern in der gebotenen Achtsamkeit und Würde. Die Liebe ist das Wohlgefallen am Guten; das Gute ist der einzige Grund der Liebe. „Lieben heißt: jemandem Gutes tun wollen“ (Thomas von Aquin), immer in Rückbindung an Gott, der uns zuerst geliebt hat.  Wo kannst du heute Gutes tun, einem bildlich gesprochen einen „kleinen Blumenstrauß“ schenken?

Gott will keine Theoretiker des Glaubens, er will Praktiker der Liebe. (Friedrich Hahn)

Annahme meines Gegenübers

Liebe ist die Fähigkeit Ähnliches an Unähnlichem wahrzunehmen. Thomas v. Aquin

Was ist das Ähnliche zwischen allen Menschen? Es ist die Gebrechlichkeit. Wir alle, du und ich, sind bedürftig und schwach vor Gott, auch wenn manche stark tun oder erscheinen. Dieses Gleichsein vor Gott verbindet uns, macht uns in Christus zu Geschwistern. Uns gegenseitig in dieser Gebrechlichkeit zu tragen, bedeutet den anderen wie auch mich in all den Schwächen und Schattenseiten anzunehmen, nicht zu richten, sondern aufzubauen, nicht zu verurteilen, sondern barmherzig zu sein, uns zu lieben – uns als ein Leib in Christus zu begreifen.

Leben ist Begegnung

Der Ursprung allen Konfliktes zwischen mir und meinen Mitmenschen ist, dass ich nicht sage, was ich meine und dass ich nicht tue, was ich sage. (Martin Buber)

Liebe kann sich nur in der echten Begegnung ereignen. Das erfordert immer wieder auch Mut zur Echtheit, zur Nähe, zur Auseinandersetzung u.a. Aufgesetzte Liebduselei verhindert Begegnung. Also habe Mut, das zu sagen, was du meinst und handele danach. Tut der andere das ebenso, dann besteht die Möglichkeit, dass echte Begegnung statt findet. Und nur in der echten Begegnung kann Liebe sich ereignen, aufblühen und Realität werden. Es gehört aber auch zur schmerzhaften Realität, dass der andere diese Möglichkeit der Begegnung für sich verneinen kann – der Mensch ist in seinem Willen frei.

Bleibt in meiner Liebe

An eurer Liebe zueinander wird jeder erkennen, dass ihr meine Jünger seid. Joh 13:35

In der Liebe befolgen wir nicht ein ethisches Gebot, sondern in der Liebe tauchen wir ganz in die Einheit mit Christus, der am Kreuz alle an sich zieht. Fast flehend und bittend höre ich Jesus, der spricht: Bleibt in meiner Liebe!  Bleibt in meiner Liebe. Bleibt in meiner Liebe! (Joh15:9). In diesem „In-der-Liebe-bleiben“ begegne ich dem anderen, schaue letztlich mit Jesus Augen auf ihn.

Liebe als Fundament

Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; die größte aber von diesen ist die Liebe. 1. Kor 13:13

Die Liebe ist das tragende Fundament und Ziel unseres Lebens, das einzige Ziel, das niemals aufhören wird. Ohne Liebe sind wir nichts. Liebe ist  Mutter aller Tugenden. „So sind doch alle Tugenden nackt ohne die Liebe.“ (Leo der Große) Gott ist die Quelle aller Liebe. Wir sind berufen, seine Liebe zu empfangen, zu erwidern und weiterzugeben. Allerdings: wenn wir versuchen, uns in der Tugend der Liebe zu üben, lernen wir vor allem eines, nämlich dass wir häufig scheitern. Dennoch üben wir uns ein Leben lang in der Liebe. Unsere ganze Askese zielt darauf ab, dass wir fähig werden, den Nächsten zu lieben. Der Wille Gottes ist es, dass wir lieben. Dort wo wir lieben, ist das Reich Gottes. Einen gesegneten Sonntag.

Liebe gibt dem anderen Wert

Bleibt in meiner Liebe! Joh 15:9

Die Tugend der Liebe bedeutet dem anderen zu sagen: Gut, dass es dich gibt! Wahre Liebe besteht darin, die Fehler des Nächsten zu ertragen. Liebe ist der Entschluss das Ganze eines Menschen zu bejahen, die Einzelheiten mögen sein, wie sie wollen. Gerade bei Menschen, die uns nicht so liegen, hat diese Tugend ihren großen Stellenwert. Dies tun wir nicht aus eigener Kraft: „Alle Bewegung, durch die wir zur Liebe bewegt werden, in der bewegt uns nichts anderes als der Heilige Geist.“ (Meister Eckhart). Wie wichtig ist daher das Wort des Herrn, in seiner Liebe zu bleiben. Der Herr sieht nicht so sehr auf die Größe der Werke als auf die Liebe, mit der sie getan werden. 

Bleibe in der Liebe des Herrn, lass dich vom heiligen Geist bewegen.

Liebe gibt sich dem anderen hin

Liebt einander, wie ich euch geliebt habe. Joh 15:12

Jesus hat diese Hingabe gelebt bis zum Letzten. Doch womit fängt diese Hingabe im Kleinen bei uns an? Mit Aufmerksamkeit! Schauen auf den anderen. Sich in ihm hinein versetzen. Überlegen, was er braucht. Ein Mensch, der mich versteht, ohne mich zu beurteilen oder gar zu verurteilen, hat eine heilende und befreiende Wirkung auf mich. Liebe sucht, was für den anderen gut ist. Sie verschenkt sich, ohne gleich zu fragen: Was habe ich davon? In diesem Sichverschenken liegt für uns das größte Glück. Ohne Hingabe kann man nicht lieben und ohne Hingabe nicht leben. Das innerste Wesen der Liebe ist Hingabe. Um mich zu finden, muss ich aus mir herausgehen. Wer geliebt wird und Liebe erwidern kann, ist der glücklichste Mensch auf der Welt.

Können wir die Liebe lernen?

Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist. Röm 5,5

Nein. Liebe lässt sich nicht studieren wie ein Lernfach. Was wir können: Liebe schöpfen bei Gott! Das Herz öffnen und die Liebe als Gabe Gottes empfangen. Und Ja. Liebe ist auch Aufgabe und kann geübt werden. „Liebesfähig zu werden ist das Ziel des Lebens.“  (Sölle) Üben, unsere  Aufmerksamkeit bewusst von uns weg auf andere zu richten! Üben, gute Gedanken über andere zu denken, das Verhalten des anderen möglichst positiv zu deuten, statt immer gleich das Böseste anzunehmen. Üben, liebevoll mit anderen zu sprechen, ein riesiges Trainingsfeld! Üben auch tatkräftig mit den Händen anzupacken. Echte Liebe äußert sich nach Augustinus in Miene, Wort und tausend freundlichen Gesten.

Liebe denn anderen, besonders wenn’s schwer ist

Ertragt euch gegenseitig in Liebe. Eph 4:2

Dazu eine eindrückliche biographische Beschreibung der Therese v. Lisieux: Eine Mitschwester missfiel mir in allem. Ich entdeckte so viel Unangenehmes an ihr, doch wollte ich der natürlichen Abneigung nicht nachgeben. Ich sagte mir: Die wahre Liebe besteht nicht in Gefühlen, sondern in Werken. Ich bemühte mich, ihr so viele Liebesdienste zu erweisen als nur möglich. Wenn ich in Versuchung war, ihr unfreundlich zu antworten, gab ich ihr schnell ein liebenswürdiges Lächeln. Eines Tages fragte sie mich strahlend: Theresia, was ist es, was Sie so sehr an mich zieht? Ich begegne Ihnen nie, ohne dass ich das reizendste Lächeln von Ihnen empfange. Oh, was mich anzog, war der verborgene Herr auf dem Grund ihrer Seele, der auch das Bitterste süß werden lässt.

Liebe den anderen maßlos

Lasst uns einander lieben, denn die Liebe kommt von Gott. Wer liebt, ist ein Kind Gottes und kennt Gott. 1. Joh 4:7

Die Liebe ist die einzige Tugend, die maßlos sein darf.  Wir können die Mitmenschen nie zu viel lieben und somit auch in der Liebe nie die Grenzen der Vernunft überschreiten, sofern die Liebe wirklich im Herzen wurzelt. Welch ein Glück, lieben zu dürfen, ohne ein Übermaß zu fürchten. Setze der Liebe keine Schranken, lasse sie ihre Äste breiten, so weit sie nur kann, gebe dich hin an Gott und denn Nächsten. „Das innerste Wesen der Liebe ist Hingabe.“ (Edith Stein)

Wo kannst du diese Hingabe in Liebe heute konkret Wirklichkeit werden lassen?

Liebe als Gottesdienst 

Der eigentliche Gottesdienst der Christen ist die Liebe. Benedikt XVI

Auch wenn es wohl kein Wort gibt, dass so missbraucht und verkitscht wird, besteht die eigentliche Revolution der Botschaft Jesu in der Liebe. Gott ist die Liebe (1. Joh 4,16) und in dieser Liebe sollen wir bleiben. (Joh 15, 9). Weil er uns liebt, können wir lieben. Liebe muss ständig gepflegt werden, sie braucht viel Geduld und Nachsicht, besonders in Beziehungen mit Problemen und Unstimmigkeiten. Leider: das Bedürfnis des Menschen, im Recht zu sein, ist so groß, dass er bereit ist, dafür sich selbst, seine Beziehungen und sogar die Liebe zu opfern. Dennoch: Jeder Tag ist eine Chance, die Liebe neu zu entdecken. Gott gibt uns das Herz, nicht um zu hassen, sondern um zu lieben. Gib jedem Geschehen seinen Sinn und iedem Tag seinen Tropfen Freude durch das Leben und Wirken in der Liebe.

Liebe fordert Disziplin und führt zur Freude. 

Wenn ihr euch nach meinen Worten richtet, seid ihr wirklich meine Jünger. Joh 8,31

Disziplin ist für manche ein Reizwort. Liebe jedoch benötigt auch Disziplin, wenn wir z.B. um der Liebe willen unseren u.a auch unseren ich-zenrierten Anteilen zurückstellen, dass wir nicht impulsiv und undedacht handeln, sondern stets die handlungsbegleitende Frage habe „Was möchte Jesus von mir in dieser oder jener Situation?“ Ich dachte immer, Disziplin sei eine Last, das tun zu müssen, was wir manchmal gar nicht wollen? Kommt Freude nicht dadurch, dass wir tun, was wir wollen? Ist Freiheit nicht der Zustand, in dem wir niemals das tun müssen, was wir nicht wollen? Nein! Das ist ein weltliches Verständnis von Selbstdisziplin. Im Glauben dagegen bewirkt Disziplin Freude! Freude ist die Freiheit, das zu tun, was getan werden muss und dazu bedarf es der Disziplin. Sicher: Disziplin fällt nicht leicht, ist auch kein Spaß, aber sie Ist der beste innere Begleiter, den wir uns wünschen können. Aus Disziplin erwächst Selbstachtung. Der Mensch, dem es gelingt, „nein“ zu sagen, erlangt ein Gefühl der Würde.  

Liebe und Wahrheit 

Lasst uns wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus. Eph 4, 15

Wahrheit und Liebe zusammen ist oft eine Herausforderung z.B. beim Familienzwist: Soll ich Liebe zeigen und geduldig den Mund halten, schwierige Themen liebevoll bedecken oder alle Harmoniesucht überwinden und endlich mal ungeschminkt die Wahrheit sagen, Tacheles reden, was uns vielleicht Streit bringt, aber vielleicht auch einen Schritt weiter? Je mehr Liebe, desto weniger Wahrheit und umgekehrt? Ist dem so? Nein, es geht anders. Das zeigt uns Jesus. Er ist immer klar in der Sache (=Wahrheit), aber er fordert nicht und schimpft nicht, sondern bittet (=Liebe). Alles, was er von anderen erwartet, macht er selber vor. So wird aus dem Entweder-Oder von Liebe und Wahrheit ein Sowohl-als-Auch. So sei es auch in unserem Leben      

Schicke mir im rechten Augenblick jemanden, der den Mut hat, mir die Wahrheit in Liebe zu sagen. Antoine de Saint-Exupery

Liebe und Errettung 

Wenn jemand auf etwas stolz sein will, soll er auf das stolz sein, was Gott für ihn getan hat! 1. Kor 1:31

Gerade, wenn ich etwas Gutes getan habe, gelebte Liebe, merke ich in mir die Versuchung des Stolzes, indem ich mir auf meine Tat etwas einbilde. Der Glaube rettet uns, nicht unsere Werke der Liebe. Dazu eine Geschichte: Ein Boot kippt oberhalb der Niagara-Fälle um. Zwei Männer werden von der Strömung fortgerissen. Die Leute am Ufer werfen ein Tau zu. Der eine Mann hält daran fest und wird gerettet. Der andere aber sieht ein Stück Holz vorbei schwimmen und klammert sich daran. Doch das Brett mit dem Mann darauf stürzt in den Abgrund, weil keine Verbindung zwischen Holz und dem Ufer besteht. Die Größe des Brettes nützt nichts. Zur Rettung wäre eine Verbindung mit dem Ufer nötig gewesen. So wird der Mensch nicht gerettet durch seine Werke, seine Gebete, seine Spenden, Sakramente o.ä. (das wäre in der Geschichte das Brett), sondern durch die Verbindung mit dem Ufer (=Gott) durch das Tau (=Jesus)  

Liebevoll die kleinen Dinge tun

Zu großen Taten ist selten Gelegenheit, die kleinen aber begegnen uns zu Hunderten. Herr, lass uns sorgfältig und liebevoll die kleinen Dinge tun. Franz von Sales

Das Christentum besteht nicht in schönen Worten, es muss tätig, hingebend, aufopfernd geübt werden. Wir sollen unsere Worte durch unser Leben unterstreichen und nicht durchstreichen. Tun wir für unsere Mitmenschen was wir nur können; beten wir für sie und seien wir stets von Herzen hilfsbereit, dann beweisen wir am besten, daß wir sie wirklich von Herzen lieb haben. Eine Liebe, die sich in schönen Worten erschöpft, hat wenig Wert; das ist nicht die Liebe, wie sie der Herr uns erwiesen hat. Die Liebe erfordert oft Anstrengung, Einsatz und Opfer. Sie bedeutet aber auch Freude. Kennt du nicht auch diese innere Freude, wenn du jemanden helfen konntest. So nehmen wir uns immer wieder neu, jeden Tag, der stets neue Situationen dazu bietet, die anspruchsvollen Worte des Auferstandenen zu Herzen: Liebt einander, wie ich euch geliebt habe. (Joh 15:12) und das gerade in den vielen kleinen scheinbar unbedeutenden Situationen, achte heute darauf!    

Du bist ein Brief Christi 

Ihr zeigt ja selbst, dass ihr ein Brief von Christus seid […] geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, aufgezeichnet nicht auf Steintafeln, sondern auf menschlichen Herzen. 2. Kor 3:3

Das Leben redet. Unser Leben ist ein Brief, den andere Menschen lesen können. Was lesen sie bei dir? In unserem Tun sind wir immer auch Vorbild für andere. „Das gute Beispiel ist nicht eine Möglichkeit andere Menschen zu beeinflussen, es ist die einzige. Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir gehen. (Albert Schweitzer). Unser Brief beinhaltet nicht nur Sonnenschein, hat auch dunkle Seiten, unter denen allerdings steht: Begnadigt, erlöst, neu geworden. Wie gut, wenn das andere Menschen lesen können.

Nächstenliebe zu allen

Bemüh dich vielmehr mit aller Kraft darum, das Richtige zu tun, Gott zu dienen, ihm zu vertrauen und deine Mitmenschen von ganzem Herzen zu lieben. 1. Tim 6:11

Jeder Christ soll Apostel sein für alle, die in Reichweite leben. Ihre Nächsten und Freunde zuerst, aber nicht nur für sie; die Nächstenliebe hat nichts Enges; sie umfasst alle, die das Herz Jesu umfasst. Durch welche Mittel? … Güte, Herzlichkeit, geschwisterliche Zuwendung, das Beispiel der Tugend, Demut und Sanftmut, die immer anziehend wirken und zutiefst christlich sind, gegenüber allen Menschen ohne Ausnahme?… Bei manchen Menschen werden Sie nie ein Wort über Gott und Religion verwenden. Sie üben Geduld, wie Gott geduldig ist. Sie sind gut, wie Gott gut ist? Vor allem: in jedem Menschen den Bruder, die Schwester sehen. Charles de Foucauld