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Inhaltsverzeichnis

Stress – Was tun

Der Zwang des Ja-sagens Du darfst Nein sagen!

Da rief einer aus der Menge: Lehrer, sag doch meinem Bruder, er soll unser Erbe gerecht mit mir teilen. Aber Jesus wies ihn zurück: Bin ich etwa euer Richter oder euer Vermittler in Erbstreitigkeiten? Lk 12,13-14

Auch Jesus hat hier und da ein nein ausgesprochen. Auch du darfst „Nein“ sagen. Das innere „Ich muss“, um mir oder anderen gerecht zu werden, frisst dich auf. Es geht nicht ohne dich? Quatsch! Das merkst du dann, wenn du krank bist und es trotzdem läuft. Wenn du zu häufig das „Muss“ und „Sollte“ in deinem Kopf hast, ist das definitiv ein Warnsignal. Wenn du merkst, dass du immer häufiger das Wort sollte gebrauchst, ist das ein Zeichen, dass du dich in deinem Leben immer weiter von dem „Leben in Fülle“ entfernst, dass Jesus für dich bereit hält. Du lebst dann für irgendwelche anderen Maßstäbe oder Bestätigungen, von denen du dir erwartest, dass sie dich glücklich machen. Sollte macht niemanden glücklich. Also: Du darfst auch Nein sagen.

Wie viel ist schon gewonnen, wenn nur einer aufsteht und Nein sagt. Brecht

Der Zwang des Mehr und Gleichzeitig

Was du vorhast , wird dir nicht durch die Macht eines Heeres und nicht durch menschliche Kraft gelingen: Nein, mein Geist wird es bewirken! Sacharja 4:6

Weiter, höher, schneller ….ist im Alltag die Vorstufe zum Burnout. Multitasking ist Gift für dein Leben in und mit Jesus. Nicht mehrere Dinge gleichzeitig tun, sondern sich ganz bewusst auf den Augenblick konzentrieren. Und dennoch wirst du bisweilen von einer zu großen To-Do-Liste überwältigt, kommst in ein übertriebenes Machen und in die Hektik. Auch wenn´s schwer fällt, ein „Stop“ ist dann vonnöten, um sich zu besinnen, auf wen wir uns wirklich verlassen dürfen, von dem unsere Macht kommt, von unserem Herrn. Reduzierung und Entschleunigung und sei es nur minimal helfen dir, weg von diesem Zwang zu kommen, immer mehr zu machen. Aktives und kontemplatives Leben müssen ein Gleichgewicht behalten.  

Der Zwang des Perfektionismus

Man muss andere ertragen, aber zuerst sich selber, und man muss Geduld mit seinen eigenen Unvollkommenheiten haben. Franz von Sales

Für mich ist es immer verändernd berührend, wenn ich sehe, wie Jesus klassische Imperfektionisten beruft, sich imperfekten Menschen zuwendet. Das sollte uns zu denken geben. Der eigene Perfektionismus kann einem erheblich inneren Druck manchen. Und glaubt mir: ob nun als Ehemann, Sohn, Bruder, Freund oder Kollege ….ich bin in all diesen Beziehungen nicht perfekt. Geduld mit seinen eigenen Unvollkommenheiten zu haben ist das Gegengift. Lange Zeit habe ich unter diesen Unvollkommenheiten gelitten, mich dadurch gestresst. Mittlerweile habe ich mich durch Gottes Annahme auch selbst angenommen. Nimm dich selbst an in deinen imperfekten Seiten: Aussehen, Persönlichkeit, in der Familie und bei der Arbeit.    

Zwang des Erfolgs

Gott hat mich nicht aufgerufen, erfolgreich zu sein. Er hat mich aufgerufen zu glauben. Mutter Teresa

Was ist denn unsere Mitte? Christus, klar! Wir leben „sonntäglich“ (Ignatius). Der Sonntag ist nicht nur bloße Unterbrechung der üblichen Tätigkeiten, sondern wirkt auf die ganze Woche „Sonntäglich leben heißt, im Bewußtsein der von Christus gebrachten Befreiung zu leben und das eigene Dasein zu entfalten als Selbsthingabe an Gott, damit sein Sieg durch ein von innen her erneuertes Verhalten allen Menschen gänzlich offenbar werde.“ (Benedikt XVI). Häufig stehen wir vor gewaltigen Aufgaben. Aber wenn wir uns vom Zwang des weltlichen Erfolgs befreien und unsere Mitte in Christus suchen, können wir uns Aufgaben zuwenden, ohne den Anspruch an uns zu haben, es ein für allemal und mit abolsuten Erfolg zu lösen. Lebe sonntäglich!

Zwang der religiösen Verboten

Das Christentum ist nicht eine Ansammlung von Verboten, sondern eine positive Option. Papst Benedikt

Wir ächzen und stöhnen, um Gott zu beeindrucken, wir machen uns Stress, um uns selbst wieder in Ordnung zu bringen. Wie viele Jahre war dieses religiöse „Du sollst“ in meinem Kopf? Wie viele Jahre dachte ich, die Liebe Gottes verdienen zu müssen? Wie viele Jahre habe ich den Glauben als Last empfunden? Streß pur! Zu lange! In Christus ist mir Freiheit geschenkt worden und im Kleinen und Großen kann und darf ich mich immer neu entscheiden für die positive Option, die da heißt „Fülle des Lebens“. Liebe wo Haß, Vertrauen wo Mißtrauen, Freude wo Traurigkeit, Hoffnung wo Verzweiflung hingebend an das Herz Jesu.      

Rezepte gegen Streß

Kommt mit mir an einen einsamen Ort, und ruht dort ein wenig aus. Mk 6,31

Bester Schutz vor Bournout ist es regelmäßig seinen Akku mit Wohlfühleinheiten aufzuladen. Am Ende dieser Reihe eine persönliche Auflistung meiner Wohlfühleinheiten. Wie sehen deine persönlichen Wohlfühleinheiten aus? – beten
– Pausen machen
– spazieren gehen,
– Musik hören
– lesen
– Mittagssschlaf
– ein Käffchen am Nachmittag
– usw ….

Kraftquellen

Sich selbst lieben

Vergess nicht, dich selbst zu lieben. Sören Kierkegaard

„Wenn also alle Menschen ein Recht auf dich haben, dann sei auch du selbst ein Mensch, der ein Recht auf sich selbst hat. Warum solltest einzig du selbst nichts von dir haben? Wie lange noch schenkst du allen anderen deine Aufmerksamkeit, nur nicht dir selber? Bist du dir etwa selbst ein Fremder? Bist du nicht jedem fremd, wenn du dir selber fremd bist? Ja, wer mit sich selbst schlecht umgeht, wie kann der gut sein? Denke also daran: Gönne dich dir selbst. Ich sage nicht, Tu das immer. Ich sage nicht: Tu das oft. Aber ich sage: Tu es immer wieder einmal. Sei wie für alle anderen auch für dich selbst da, oder jedenfalls sei es nach allen anderen.“ Bernhard von Clairvaux  

In Bewegung bleiben

Luft und Bewegung sind die eigentlichen geheimen Sanitätsräte. Theodor Fontane

Bewegung tut nicht nur köperlich gut. Es ist nachgewiesen, dass hier auch Stresshormone abgebaut werden. Die Möglichkeiten der Bewegung sind vielfältig, vom normalen Spazieren gehen bis hin zum Fitness-Studio. Ich merke bei mir, wenn ich die tägliche Bewegung unterlasse, werde ich gestresst, gereizt gegenüber anderen, nachlässig im Gebet u.v.m. Bewegung hat dadurch durchaus einen spirituellen Aspekt und sollte daher nicht in Richtung „Fitnesswahn“ entgleiten. Ich bete z.B. häufig beim Spazieren gehen. Tu dir Gutes. Liebe dich. Bewege dich: _Tu deinem Leib etwas Gutes, damit deine Seele Lust hat, darin zu wohnen. Teresa von Ávila    

Rückzugsinseln schaffen

Wer sich selbst nichts Gutes gönnt, was sollte der anderen Gutes tun? Sirach 14,5

Multitasking, pausenlose Aktivität, ständige Erreichbarkeit. Das tut uns nicht gut, das Ruhen der Seele in Gott gerät dadurch in ein Ungleichgewicht. Hier hilft nur eine bewusste Unterbrechung, auch Jesus hat sich immer wieder zurück gezogen. Zeitlich fängt das mit einem kurzen Hinsetzen und „tief durchatmen“, kann aber je nach Möglichkeit auch etwas länger sein (Mittagsschlaf, Musik hören, gemütlich einen Kaffee trinken etc.) bis hin zu einer mehrtägigen Auszeit (z.B. im Kloster). So oder so: Gönne dir etwas Gutes, damit es dir gut geht und dann tue deinem Nächsten Gutes. Gott segne uns und diesen Tag.  

Der Sonntag

Wenn deine Seele keinen Sonntag hat, dann verdorrt sie. Albert Schweitzer

Der Sonntag ist nicht nur dafür da, um wieder fit für die Woche zu werden. Er hat auch einen heiligen Eigenwert, wo Gott selbst im besonderen Maße im Mittelpunkt steht. Wir tanken hier auf: körperlich und geistig-spirituell. Machen wir das nicht, dann verdorrt unsere Seele. Deine Gestaltung und dein Erleben wirkt sich auf die ganze Woche aus. Es ist nicht so, dass der Sonntag am Ende weggeschlossen wird. Er wirkt in deiner Seele weiter und er ist und bleibt für uns alle ein ganz besonderer Tag, eine unersetzliche Kraftquelle.    

Zeit mit dem Partner verbringen

Sie sind also eins und nicht länger zwei voneinander getrennte Menschen. Mt 19:6

Das finde ich richtig wichtig. Das gemeinsame Leben kommt vom rechten Weg ab, wenn wir zwar vor Gott „eins sind und nicht mehr zwei“, wir aber kaum gemeinsame Zeit verbringen. Zeiten mit „Genussfaktor“ – das festigt das Band der Ehe, neben den vielen täglichen Herausforderungen in Arbeit und Familie. Gemeinsame Erlebnisse, Gespräche, eine längere Umarmung, kurze Streicheleinheiten, einen Kuss zur Begrüßung u.a. sind Ausdrucksformen der Liebe, wo unsere im Körper wohnende Seele spürt, dass sie geliebt ist. Wir kommen nicht allein mit Worten aus….Gemeinsame Zeit und Berührungen sind unverzichtbar wichtig und geben Kraft.    

Gott

Ich liebe dich, Herr! Du bist meine Kraft! Psalm 18:2

Gott ist letztlich die eigentliche Kraftquelle, die Quelle des Lebens, lebenspendendes Wasser, Brot des Lebens, der unsere Seelen führt und stärkt, vor allem wenn wir möglichst häufig online mit ihm sind. Das ist für mich das Bestaunenswerteste überhaupt: wir können immer, überall und in jeder Situation diese Beziehung aktivieren, online gehen zu Gott, aus dem wir einst hervor gegangen sind, geschaffen in Liebe in einer unverwechselbaren Einmaligkeit. Lasst uns stets mit ihm verbunden leben, nicht nur Sonntags.  

Resilienz

Was ist Resilienz?

Bewahre mich vor dem naiven Glauben, es müsste im Leben alles gelingen. Schenke mir die nüchterne Erkenntnis, dass Schwierigkeiten, Niederlagen, Misserfolge, Rückschläge eine selbstverständliche Zugabe zum Leben sind, durch die wir wachsen und reifen. Antoine de St. Exupéry

Resilienz bedeutet Widerstandsfähigkeit oder auch seelisches Immunsystem und bezeichnet unsere inneren Kräfte, die uns in den Schwierigkeiten des Lebens helfen, so dass wir daran nicht zerbrechen, sondern gestärkt daraus hervorgehen. Keiner von uns mag Krisen. Dennoch: Krisen können uns auch positiv wandeln, Neues entstehen lassen. Von der Wortherkunft bedeutet Resilienz Elastizität. Wenn wir unsere inneren Kräfte aktivieren, dann sind wir wie ein Gummiband, dass nachdem es strapaziert (gestresst) wurde, wieder in den normalen Zustand zurück geht. Es gibt drei Grundhaltungen, die für ein seelisches Immunsystem wichtig sind: Optimismus, Akzeptanz und Lösungsfähigkeit. Um diese soll es in den nächsten zwei Wochen gehen.

Achte auf deine Gedanken

Achte auf deine Gedanken. Spr 4,23

Der Optimismus: versuche stets ermutigend und beruhigend zu denken. Auch in schwierigen Situationen lassen sich stets positive Aspekte erblicken und sei es, dass wir innerlich daran wachsen. Resilient zu sein heißt nicht, frei zu sein von Stress und Druck, von Konflikten und Widrigkeiten, sondern dass wir mit diesen Problemen erfolgreich umgehen können. In nahezu jeder Schwierigkeit steckt ein verborgener Gewinn. Halbleeres oder halbvolles Glas eben. Konzentriere dich auf das Positive ohne dabei die Schwierigkeiten aus dem Blick zu verlieren. Mir hilft es, in den entsprechenden Situationen zu mir selbst den folgenden Satz zu sagen: Alles wird gut!  

Man muss sich durch die kleinen Gedanken, die einen ärgern, immer wieder hindurchfinden zu den großen Gedanken, die einen stärken. Bonhoeffer

Mache dir Stärken und Stärkendes bewusst

Du bist meine Stärke. Ps 59:10

Du hast Stärken! Es ist gut, sich diese immer wieder neu ins Bewußtsein zu holen. Das hat nichts mit Hochmut zu tun, sondern mit Dankbarkeit für das, was mir Gott geschenkt hat. Das stärkt unseren Optimismus. Wir haben Stärken, aber wir sind nicht immer stark und das müssen wir auch nicht immer sein. In Krisen oder bei Streß sind negative Zustände (Zusammenbruch, Ausgepowertsein etc.) aus dem Erlebten logisch folgend. Neben der Erkenntnis von Stärken in der Persönlichkeit, die wohl bei jedem von uns höchst unterschiedlich sind, ist es elementar wichtig, sich durch den Herrn stärken zu lassen. Er ist ja zuletzt unsere wahre Stärke. Durch das Gebet, das Lesen der Schrift und dem Empfang der Eucharistie lässt er uns seine Stärke zukommen.    

Das alles hilft uns auch im Dunkeln zu erkennen, dass es ein unbesiegbares Licht gibt und so zuversichtlich in der Gegenwart zu leben und in die Zukunft zu blicken.

Achte auf eine positive Sprache

Überlege deine Worte. Spr 21:23

Sprache ist nicht nur Ausdruck der Gedanken. Wenn wir bewusst auf eine positive Sprache achten, so hat dies die Macht, auch unsere Gedanken zu ändern. So lerne an einer Situation oder einer anderen Person das Positive zu entdecken und dies auch zu äußern. Mich hat das langfristig in meinem Sein verändert. Dies gilt nicht nur im Sprechen mit dem Gegenüber, sondern vielmehr noch für unsere inneren Monologe. Eine positive Sprache unterstützt eine opptimistische Grundhaltung.  

Wie spreche ich mit mir selbst?Wie spreche ich mit anderen?

Nimm dich selbst nicht zu ernst

Da war unser Mund voll Lachen und unsere Zunge voll Jubel. Ps 126:2

Zuletzt gehört es zu einer opptimistischen Grundhaltung, dass wir uns selbst nicht zu ernst nehmen. Auch mal über sich selber lachen tut gut. Lachen über sich selbst ist ein Ausdruck dafür, dass man sich in seiner Menschlichkeit angenommen hat. Lachen befreit ausserdem und schafft wohltuenden Abstand zu kleinen und großen Ärgernissen des Alltags und relativiert ihre Gewichtigkeit und Tragweite, lässt uns nicht aus einer Maus gleich einen Elefanten machen. Also: immer mal wieder lachen.  

Humor und Geduld sind zwei Kamele, mit denen du durch jede Wüste kommst. Arabisches Sprichwort

Aspekte einer optimistischen Grundlage

1. Achte auf deine Gedanken

2. Konzentriere dich auf das Positive

3. Mache dir deine Stärken bewusst

4. Achte auf eine positive Sprache

5. Nimm dich selbst nicht zu ernst

Der (lange) Weg der Akzeptanz

Das Gute haben wir von Gott angenommen, sollten wir dann nicht auch das Unheil annehmen? Hiob 2:10

Die zweite Grundhaltung, die das seelische Immunsystems stärkt, ist die Akzeptanz. Fakt ist, dass Unglück, Enttäuschung und Widrigkeiten Teil des Lebens sind. Dies innerlich zu akzeptieren, kann bisweilen ein langer Weg sein. Gebe dir die notwendige Zeit. Akzeptanz heißt, sich Schritt für Schritt der Wirklichkeit zu öffnen, um sie zu begreifen und anzunehmen. Geduld mit sich und mit anderen ist hier eine unerlässliche Tugend. „Mit dir selbst hab Geduld. Gott hat sie auch.“ (Edith Stein) Statt in einer Krise sofort zu überlegen: Was kann ich tun? verlangt Akzeptanz zuerst die Frage: Was kann und muss ich lassen und loslassen? Was muss ich annehmen?  

Wir können eine Sache nicht verändern , wenn wir sie nicht akzeptieren. Carl Gustav Jung

Akzeptierende Haltung im Alltag

Du durchschaust alles, was in mir vorgeht. Ps 17,3

….und darum weißt du Gott, dass ich manchmal schon bei kleinsten Dingen die Krise bekomme. Solche alltäglichen Situationen bieten ein unerschöpfliches Übungsfeld, unsere Bereitschaft zur Akzeptanz aus zu bauen. Nutze sie. Lassen wir uns nicht leicht zum Bösen Wort hinreißen, wenn Dinge nicht so laufen, wie wir es gerne hätten. Versuchen wir gelassen zu bleiben. Aufgeregt zu werden bringt gar nichts, sondern schadet. Mich über Dinge aufregen, die mich ärgern, regt mich zusätzlich auf, weil es mich im Grunde ärgert, dass es mich aufregt. Wir wissen doch: Gott beschützt und wie ein Vogel seine Jungen.  

Senke meine Tritte ein in deine Fußstapfen, damit mein Gang nicht wankend sei! Ps 17,5

Lerne andere in ihrem Sosein zu akzeptieren

Einer trage des anderen Lasten, und so sollt ihr das Gesetz des Christus erfüllen! Gal 6:2

Akzepziere, dass andere einen eigenen Willen und eine eigene Persönlichkeit haben. Wir müssen das Verhalten des anderen nicht zwanhaft gut heißen, aber der andere hat das Recht auf seine eigene Sichtweise. Du selbst willst sicherlich auch nicht, dass andere dich da grundlegend verändern wollen, geschweige denn, ob das überhaupt geht. Die Ecken und Kanten anderer zu akzeptieren ist eine tägliche Herausforderung. Was der Mench an sich oder anderen nicht bessern kann, muß er geduldig tragen, bis Gott es anders fügt. Denn keiner ist ohne Fehler  

Lerne dich selbst in deinem Sosein zu akzeptieren

So sehr hat Gott die Welt geliebt….Joh 3:16

Du darfst dich selbst so annehmen, wie du bist, weil du dich von Gott geliebt weißt, gerade auch mit deinen Rissen und Wunden in deiner Seele. Nimm dich wahr in deinen hellen und dunklen Seiten. Es gibt stets Anteile in deinem Fühlen, Denken und Handeln, dir dir nicht gefallen. Gehe versöhnlich mit deinen ungeliebten Anteilen um. Sich zu akzeptieren heißt dabei keinesfalls, zu resignieren, alles in Ordnung zu finden und sich keine Mühe mehr zu geben. Wenn du einen Fehler gemacht hast, dann sehe dich selbst nicht als Versager, sondern sehe ihn als Lernerfahrung und eine Chance für Entwicklung an. Gott segne dich und gerade dieses Heute, in dem du neu seine Liebe erfährst.

Veränderbare und unveränderbare Dinge

Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden. Gelassenheitsgebet

Dies ist ein Gebet, dass mir sehr wichtig geworden ist und dass ich auswendig gelernt immer bei mir habe. Wir haben nicht die vollkommene Kontrolle, aber wir haben sicher Einfluss auf unser eigenes Verhalten, unser Denken und Fühlen. Du kannst beeinflussen, wie du mit anderen umgehst, auch gute Gedanken lassen sich üben und das alles beeinflusst auch unsere Gefühle. Dagegen: was andere Menschen sagen, denken, fühlen und tun ist letztlich deren Entscheidung. Akzeptanz heißt hier: nüchtern fest zu stellen, was ist und sich in Frieden mit dem Unabänderlichen abfinden, das Veränderbare aber mit Mut und Tatkraft anzugehen. Der Prozess der Akzeptanz des Unabänderlichen ist dagegen immer Versöhnungsarbeit.  

Aspekte einer akzeptierenden Grundlage

1. Gebe dir die notwendige Zeit. Habe Geduld

2. Versuche gelassen zu bleiben

3. Andere in ihrem Sosein akzeptieren

4. Sich selbst in seinem Sosein akzeptieren

5. Die Wirklichkeit annehmen

Konzentriere dich auf Lösungen

Verlangt also nach meinen Worten, sehnt euch danach. Weisheit 6,11

Die dritte Haltung, die das seelische Immunsystem stärkt, ist die Lösungsorientierung. Viel zu häufig schauen wir auf die Ursachen, ziehen uns in eine Opferrolle zurück oder machen es uns im Murren bequem. Raus aus der Problemhypnose. Diese dritte Grundhaltung konzentriert ihre Energie darauf, erwünsche Ergebnisse zu überlegen und notwendige Ressourcen dafür zu aktivieren. Sich auf Lösungen zu fokussieren, öffnet den Blick nach vorne und schafft Energie für das Wesentliche. Wenn wir dies im Geist des Herrn tun, dann hilft er uns durch sein Wort und Geist.  

Wer etwas will, sucht Wege. Wer etwas nicht will, sucht Gründe. Harald Kostial

Suche nach Möglichkeiten

Unsere Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde erschaffen hat. Ps 124:8

Häufig sehen wir immer nur eine Möglichkeit. Üben wir uns im kreativen Bereich, auch andere Möglichkeiten zu durchdenken, wenn wir in einer Krise sind oder auch nur mit kleinen Problemchen zu kämpfen haben. Übe dich, in allem was dir zunächst schwierig und problematisch erscheint, auch zu erkennen, was das Gute daran ist. Entwickele z.B. Ehrgeiz, in einer misslichen Lage oder bei einem problematischen Verhalten eines Mitmenschen mindestens drei Vorteile zu finden. Und ja: das ist zuweilen nicht einfach, aber gerade darin besteht positiv gesehen die Herausforderung.

Zusammenfassung

Und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus! Phil 4:7

Wie hart es auch kommt, es geht vorbei. Wenn es noch so dunkel ist, ich habe die Gewissheit, dass es wieder hell wird. Alles wird gut! (=Optimismus)  

Was ich nicht verwandeln kann, nehme ich an. Ob es um mich geht, um andere Menschen oder um die Verhältnisse. Es ist wie es ist! (=Akzeptanz)  

Ich versuche stets lösungsorientiert zu denken. Raus aus der Problemhypnose. Immer fragen: was kann ich tun (=Lösungsorientierung)  

Das Leben

Das eine aber wissen wir: Wer Gott liebt, dem dient alles, was geschieht, zum Guten. Röm 8:28

Es ist gut für uns, daß wir immer wieder Situationen und Menschen begegnen, die uns belasten, denn mehr als woanders erkennen wir hier unser Angewiesensein auf Gott und werden davor bewahrt, unsere Hoffnung auf irgend etwas anderes zu setzen. Wie wären wir, wenn uns ständig alles gelingen würde und nonstop Sonnenschein wäre? Ich denke, wir würden schneller zum Hochmut neigen. Auch die Demut wird also gefördert. Wenn wir von unguten Gedanken geplagt werden oder die Liebe uns mal wieder misslingt, merken wir zutiefst, dass wir Gott nötig haben und daß wir ohne ihn nichts Gutes vermögen.

Burnout und Beziehung

Burnout kommt nicht nur von Streß

Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Mt 19,19

Von Lehrern wusste ich es, zuletzt habe ich es von Priestern gelesen, auch im Privaten bin ich damit konfrontiert: Burnout. Warum brennen wir aus? Bislang dachte ich es sei schlicht der Streß. Dazu hatte ich ja im Januar ein Wochenthema. Streßreduktion ist aber einfach daher gesagt, wenn z.B. Mitarbeiter krank sind und man deren Arbeit auffangen muss. Dieses Jahr habe ich ein tolles Buch von Dr. Mirriam Prieß gelesen: „Burnout kommt nicht nur von Stress.“ Lesenswert! Grundthese: Nicht jeder Mensch, der Streß hat, landet im Burnout. Die entscheidende Rolle spielt vielmehr, dass wir die Beziehung zu uns selbst, zur Umwelt und zu Gott verlieren, ein Leben fern unsrer selbst führen. Was das konkret bedeutet, darum soll es die Tage gehen.  

In Beziehung mit Jesus sein

Werdet stark, weil ihr mit dem Herrn verbunden seid! Eph 6:10

Du bist äußeren Stress-Umständen nie restlos ausgeliefert, sondern kannst deine Widerstandskraft stärken. Klar: Stress kann auftreten, wenn es nicht so läuft, wie ich es will. Aber: nicht immer dann, wenn es nicht so läuft wie ich es will muss Stress unbedingt auftreten!!! Darin liegt unsere Eigenverantwortung. Stärken wir unsere Widerstandskraft, sind wir mit uns selbst und den anderen im echten Kontakt, so gehen wir mit Streß anders um. Darin liegt unsere Kraft und Chance. Neben vielen, vielen anderen Dingen wird unsere Kraft v.a. durch die Beziehung zu Jesus gestärkt. Hören wir ihn, wenn er uns ruft.  

In Beziehung mit sich selbst

Ich bin in meinem Vater, ihr seid in mir und ich bin in euch. Joh 14,20

Suche die Beziehung mit dir selbst! Halte inne und frage, wer du bist und was du willst. Der innere Dialog ist unerlässlich. Wenn wir den Kontakt zu uns selbst verlieren, dann funktionieren wir nur noch. Flüchte dich nicht in die Opferrolle, steck den Kopf nicht in den Sand indem du alles auf die Umstände schiebst. Erkenne stattdessen deine Bedürfnisse und vertrete sie. Und erkenne die Krise (z.B. Burnout-Gefährdung) auch als Chance. „Gott spricht zu uns durch Misserfolge und Krisen, um uns aufzuwecken, zur Besinnung zu bringen und vor der Selbstzerstörung zu retten.“ (Faustina). Die Krise als Chance neu zu entdecken, worauf es im Kern ankommt: Beziehung! Die Beziehung zu mir selbst und die Beziehung zu Jesus sind eine Einheit, weil wir in ihm und er in uns ist. Daher: 1. Lebe die Beziehung zu Jesus und 2. Sei im Dialog mit dir selbst  

In Beziehung mit den Anderen

Petrus aber sah ihn an mit Johannes und sprach: Sieh uns an. Apg 3:4

Eine wundervolle Stelle für Beziehung in der Apostelgeschichte. Das „Sich anschauen“ erzeugt eine Nähe. In dieser Nähe bewegst du dich permanent in einem Spannungsfeld zwischen inneren Bedürfnissen und äußeren Anforderungen. So ist es nicht verwunderlich, dass der meiste Streß Beziehungsstreß ist. Umso mehr müssen wir auf die Qualität dieser Beziehungen achten. Hört sich simpel an, aber ich weiß durch meine Teamarbeit, dass wir oft monologisieren und im scheinbaren Gespräch nicht wirklich beim Nächsten sind. Das lässt uns leer werden und ausbrennen. Wenn mir das passiert, schaue ich dem anderen bewusst in die Augen. Das hilft um wieder ganz bei mir und ganz beim anderen zu sein. Bedenke: Der bedeutendste Mensch ist immer der, der dir gerade gegenübersteht.    

Das Käfermodell

Der Herr ist meine Stärke. Ps 28:7

Es gibt sechs entscheidende Lebensbereiche: Beruf, Familie, Gesundheit, soziale Kontakte, Hobbys und Glaube. 1. Achte auf ein Gleichgewicht zwischen allen Lebensbereichen. Nicht nur der Job ist wichtig! 2. Schaue, ob es einem Bereich Konflikte gibt. Diese haben immer Vorrang. Alles andere wäre Flucht oder Verdrängung. 3. Wissenschaftlich nachgewiesen: Ein starker Lebensbereich (z.B. der Glaube) wirkt sich positiv auf die anderen Lebensbereiche aus. Top! Der Herr ist meine Stärke. 4. Bei alledem immer wieder: Vermeide Schuldzuweisungen an dich oder andere. Es ist eine Frage deiner Verantwortung. Es sind nicht die äußeren Bedingungen, über die du dich erschöpfst, sondern es ist dein Umgang damit.  

Störungen haben Vorrang

Geh zu ihm und stell ihn unter vier Augen zur Rede. Mt 18:15

Lerne Störungen in den verschiedenen Lebensbereichen rechtzeitig anzusprechen und zu klären, um so Konflikten vor zu beugen. Wir können deswegen ausbrennen, weil wir Dingen zu lange ihren Lauf gelassen haben. Ergebnis ist oft eine Scheinharmonie und der schwellende Konflikt schlägt später umso stärker zurück. Lösungsorientiertes Denken ist da mein Lieblingswort. Häufig ist es meine eigene Überzeugung, dass eine Lösung unmöglich erscheint. Glaube dennoch an eine Lösung. Der Weg dahin geht nur über echte und klare Kommunikation, ob nun im Beruf, der Beziehung oder sonstwo und über das Gebet zum hl. Geist um Lenkung. Atme in mir heiliger Geist!  

Die Macht der inneren Realitäten (1)

Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit. 2. Kor 3:17

Seit unserer Kindheit werden wir geprägt. Durch diese Prägung entstehen innere Realitäten, die mächtig sein können. Eigenes Beispiel: In meiner Familie habe ich die Erfahrung gemacht, dass ein Streit/Konflikt häufig nicht ausgetragen wurde, sondern man sich angeschwiegen hat (ist heute Gott sei Dank nicht mehr so). In meinem Erwachsenenleben erkannte ich, dass ich dann gestresst wurde, wenn Konflikte unausgesprochen blieben (Magenkrämpfe!), in unbewusster Erinnerung der alten Ohnmacht. Wenn du diese Prägung erkennst, kannst du dich kraft des heiligen Geistes daraus befreien: Ich habe es mittlerweile gelernt, Konflikte offen anzusprechen. Immer wieder: sehe dich nie als Opfer deiner Kindheit, der Umstände etc. sondern erkenne deine eigene Verantwortung zur Veränderung.  

Die Macht der inneren Realitäten (2)

Durch Christus seid ihr dazu berufen, frei zu sein. Gal 5:13

Das Thema ist mir so wichtig, dass es auch diese Woche nochmals weitergeht: Stress entsteht nie durch eine Situation an sich, sondern durch deren subjektive Bewertung, die wesentlich durch unsere Prägung beeinflusst wird. Darum noch ein persönliches Beispiel: Ich habe im Alter von 15 Jahren ein Jahr meine Oma mit gepflegt. Ich habe dadurch viel Selbstbestätigung durch Übernahme von Verantwortung für die Familie bekommen. Aus dieser Erinnerung ist ist die Selbstdefinition „Ich bin für andere da“ entstanden. Ich fühlte mich schnell dazu verpflichtet Aufgaben zu übernehmen und konnte nur schwer nein zu etwas sagen. Wenn du diese Prägung erkennst, kannst du dich in Christus daraus befreien, denn sein nie vergehenden Worte führen in diese Freiheit. Ich habe es mittlerweile gelernt, auch nein zu sagen und mich nicht für alles verantwortlich zu fühlen.  

Fehlender Umgang mit Emotionen

Der Herr gab dem Menschen den Verstand, um seine innersten Gedanken und Gefühle zu durchleuchten. Spr 20:27

Du bist eine tickende Zeitbombe, wenn du nicht in Kontakt mit deinen Gefühlen bist. Tust du es nicht, entsteht ein innerer Konflikt wodurch sich Druck und Anspannung massiv erhöhen. Der innere Konflikt beginnt dort, wo du gegen deinen eigenen Willen handelst. Das brennt dich aus. Es wiegt um so vieles schwerer, mit sich selbst nicht mehr zurechtzukommen, als mit den äußeren Umständen nicht zurechtzukommen. Gefühle zu ignorieren und den inneren Dialog abzubrechen ist ein sicherer Weg in das eigene Aus!    

Lasse los was war.

Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart. Meister Eckhart

Verarbeite die Vergangenheit, die in der Gegenwart und in der Zukunft ein Hindernis ist, und lasse sie dann ruhen. Verabschiede dich von dem, was nicht war, und ziehe einen Strich unter das Gewesene. Blicke nach vorne und auf das, was jetzt möglich ist. Finde heraus, was du jetzt wirklich brauchst. Du bist immer nur der, der du jetzt bist, und nicht der, der du einmal warst. Jedes Defizit in der Vergangenheit bleibt ein Defizit. Jede Wunde bleibt eine Wunde oder wird bestenfalls zur Narbe. Die einzige Chance, die du hast ist im Hier und Jetzt das voll zu leben, was dir heute entspricht.

Entspanne regelmäßig

Da sagte Jesus zu ihnen: Kommt, wir gehen an einen einsamen Ort, wo wir allein sind und wo ihr euch ein wenig ausruhen könnt. Mk 6,31

Sorge für regelmäßige Entspannungszeiten. Mindestens einmal am Tag solltest du das bewusste Gefühl der Entspannung haben. Plane Pausen ein. Sorge für erholsamen und ausreichenden Schlaf. Auch Urlaub muss sein! Und achte auf deine Ernährung. Der Mensch ist, was er isst: Ausgewogen ernähren und die Vitamine nicht vergessen. Durch diese Entspannungsphasen bewahrt Gott dein Leben. Das deutsche Wort bewahren kommt von dem althochdeutschen wara und bedeutet „Aufmerksamkeit, Acht, Obhut, Aufsicht“. Es meint, daß wir aufmerksam und behutsam mit unseren physischen und psychischen Energien umgehen.  

Lerne, nein zu sagen

In jedem NEIN steckt ein JA für den eigenen Freiraum. Anselm Grün

Lerne Nein zu sagen, nicht nur zu anderen, sondern auch zu dir selbst, erkennen deine Grenzen an. Setze Prioritäten und vertrete diese. Ja: Menschen dürfen Erwartungen an mich haben. Aber ich habe die Freiheit, auf die Erwartungen zu reagieren. Ich entscheide, welche Erwartungen ich erfülle und gegenüber welchen ich mich abgrenze. Wenn ich diese innere Freiheit habe, dann werde ich nicht aggressiv sein gegenüber den Menschen, die Erwartungen haben. Ich respektiere ihre Ansprüche. Aber ich muss diese Ansprüche nicht erfüllen. Ich tue das, was ich für richtig halte. Sicher: der Nächste kann dadurch verletzt oder enttäuscht werden, ich selbst kann durch das Nein abgelehnt werden. Nicht die Ansprüche sind das Problem, sondern unsere Reaktion darauf. Wir müssen die innere Freiheit wieder gewinnen. Dann können wir gelassener mit den Ansprüchen umgehen

Schluß mit dem Ärger

Du lässt dich vom Ärger mitreißen. Hiob 15:12

Höre auf oder minimiere es zumindest, dich über dich oder andere zu ärgern. Mache dir folgenden Grundsatz zu eigen: keine Energie in die Verärgerung, sondern in die Veränderung! „Dazu ein Wort von Franz von Sales: Alles, was uns da in den Weg kommt, kann uns Anstoß sein, das Gleichgewicht zu verlieren und hinzufallen: bald ist es ein Ärger, bald ein Gerede, bald schlechte Laune, in der uns kein Mensch etwas recht machen kann. Dann wieder ekelt uns der Beruf an, weil wir in einem Anfall von Schwermut glauben, daß wir doch nichts leisten. Kurz, alles Mögliche kommt da in unserer seelischen Kleinwelt vor.“ Wenn ich in eine Situation komme, in welcher der innere Impuls des Ärgers in mir aufsteigt, lenke ich diesem Impuls entgegen, entscheide mich bewusst dafür, im Frieden Jesus zu bleiben und überlege, was ich nun tun kann. Das hilft nicht immer, aber sehr, sehr häufig

Lebe, lebe, lebe !

Ich aber bringe Leben und dies im Überfluss. Joh 10:10

Ein Mensch, der gesund bleiben will, muss sich in seinem Leben beheimatet fühlen. Sich mit sich und bei den anderen zu Hause zu fühlen ist das elementare Lebensgefühl. Dann kann ich immer wieder rasten und ruhen, regenerieren und entspannen. Lebe! Denn je mehr du in deinem Leben funktionierst, desto weniger kommst du auf deine Kosten. In dem Moment, in dem du anfängst zu funktionieren, hörst du auf zu leben. Du drehst dir selbst den Lebens-Hahn zu und bewegst dich auf der reinen Ausgabenseite.    

Impulse für ein gelingendes Leben

Schön langsam

Aufruf zur Langsamkeit: Wir müssen schleunigst entschleunigen. Walter Ludin

Langsam gehen, sich nicht antreiben lassen – durch nichts –, das lässt uns ganz im Augenblick sein, das führt zu intensivem Erleben und zu innerem Frieden. Langsamkeit hat eine eigene Schönheit. Langsamkeit will dich zu einem bewussten und achtsamen Leben anleiten und dich in die Kunst einweisen, dein Leben als beständiges Fest zu feiern, denn auch deine Seele braucht Zeit. _Du musst nur langsam genug gehen, um immer in der Sonne zu bleiben. (Der kleine Prinz)_ ⚠ versuche, beim Spazierengehen bewusst jeden Schritt zu spüren, versuche, langsam und bewusst deine Tasse in die Hand zu nehmen, versuche dich am Abend langsam auszuziehen. Du wirst sehen, wie dann alles zum Symbol wird, wie das Ablegen der Kleider zum Ablegen des Tages mit seiner Mühe werden kann. Versuche, dich morgens langsam zu waschen, das kalte Wasser zu genießen, das dich erfrischt. Und ziehe dich langsam an.    

Trau der Liebe

Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt; denn Gott ist die Liebe. 1.Joh 4,8

Lass dich in deinem Herzen von der Liebe berühren, die dir entgegenkommt oder die in dir aufflammt. Gott selbst berührt dich dabei und öffnet dich für das Geheimnis einer klaren und lauteren Liebe, die allen und allem gilt. In dieser Liebe bist du in Gott und in dieser Liebe wirst du erst ganz zum Menschen, so wie Gott ihn gedacht hat. In deiner Liebe, auch wenn sie noch so vermischt ist mit Besitzansprüchen und Habenwollen, leuchtet immer auch etwas auf von der spirituellen Liebe, die deine tiefste Sehnsucht nach Liebe erfüllt. Traue deiner Liebe, aber gehe deiner Liebe auch auf den Grund, damit du dort Gott findest als die eigentliche Quelle deiner Liebe. Und folge deiner Liebe bis zum Ende. Dann wird sie dich zu Gott führen, der die Liebe selber ist. Anselm Grün.    

Lebe mit allen Sinnen

Freut euch und seid fröhlich im Herrn, eurem Gott. Joel 2,23

Die Seele nährt sich von dem, woran sie sich freut. Augustinus

Wir können es üben, mit der inneren Freude in Berührung zu kommen. Sie weitet unser Herz und beflügelt unsere Seele. Wenn wir die Freude in uns spüren, geht uns manches leichter von der Hand. Dann bekommt unser Leben einen anderen Geschmack. Und es ist heilsam für unser ganzes Leben, wenn die Freude den Raum in uns einnimmt, der ihr eigentlich zukommt. Freude beschwingt uns, sie lässt das Leben leichter werden. Und die Freude verbindet uns mit anderen Menschen. Freude drängt uns, sie mit anderen zu teilen. Geteilte Freude ist doppelte Freude, sagt das Sprichwort. Freude schafft Beziehung. Sie schenkt uns Lebendigkeit. Die Freude stärkt unsere Gesundheit..    

Lebe jetzt

Meine Vergangenheit kümmert mich nicht mehr, sie gehört dem göttlichen Erbarmen. Meine Zukunft kümmert mich noch nicht, sie gehört der göttlichen Vorsehung. Was mich kümmert und fordert, ist das Heute. Das aber gehört der Gnade Gottes und der Hingabe meines guten Willens. Franz von Sales

Einfach leben heißt, jetzt im Augenblick leben und alles Überlegen über das, was kommen mag, loszulassen. Wenn wir zu sehr nach dem Kommenden Ausschau halten, übersehen wir das, was jetzt für uns dran ist. Wenn wir uns über die Zukunft den Kopf zerbrechen, weichen wir den Herausforderungen des Augenblicks aus. Daher ist der beste Rat, das einfache Leben zu verwirklichen: „Lebe jetzt!“ Sorge nicht für morgen. Lebe jetzt in diesem Augenblick. Jetzt hast du genügend Kraft. Was morgen ist, das überlasse dem kommenden Tag. Oder aber überlasse es Gott, der dich auch morgen trägt.    

Vergib dir und den anderen

Vergebt einander, so wie Gott euch durch Jesus Christus vergeben hat. Eph 4,32

Vergebung ist keine einmalige Sache, Vergebung ist ein Lebensstil. Martin Luther King

Menschliches Miteinander kann nur aus der Vergebung heraus bestehen. Vergebung reinigt immer wieder die Atmosphäre und auch die Seele. So kann ich den andern wieder bedingungslos lieben, ohne inneren Vorwurf. Wenn Vergebung nicht geschieht, dann wächst die gegenseitige Aversion. Und irgendwann hat man den Eindruck, dass die Liebe in Hass umgeschlagen ist. Die Vergebung heißt zunächst, dass ich mich von der negativen Energie befreie, die durch die Verletzung in meiner eigenen Seele herumschwimmt und sie verunreinigt. Dann bedeutet Vergebung, dass ich die Verletzung beim andern lasse. Ich gebe sie weg. Ich kreise nicht mehr um sie. Ich benutze die Verletzung nicht als Vorwurf gegen den andern, sondern vergebe sie. Die Vergebung geschieht aber nicht aus einer Position des Stärkeren heraus. Immer vergebe ich zugleich mir selbst und dem andern. Nur dann geschieht die Vergebung so, dass der andere sie annehmen kann.  

Beten tut gut

Das Gebet ersetzt keine Tat, aber das Gebet ist eine Tat, die durch nichts ersetzt werden kann. (Hans von Keler)

Wir dürfen Gott um alles bitten, für uns oder für andere Menschen. Und manchmal dürfen wir auch erfahren, dass das Gebet etwas bewirkt, sodass es uns oder dem andern besser geht, dass eine Krankheit geheilt wird. Aber das ist nicht selbstverständlich. In jedem Gebet fügen wir hinzu: „Dein Wille geschehe!“ Wir können im Gebet Gott nicht zu etwas zwingen. Wir können ihn bitten. Im Bitten verwandelt sich schon unsere Situation. Und manchmal dürfen wir auch das Wunder erfahren, dass sich wirklich etwas wendet. Zumindest verwandelt das Gebet uns. Wenn ich für einen anderen bete, bekomme ich mehr Hoffnung ihm gegenüber und kann ihm so vertrauensvoller begegnen. Oft erkenne ich im Gebet, was ich dem andern sagen könnte. Das Gebet verändert mich und meine Beziehungen. Und ich darf vertrauen, dass Gott im andern neue Gedanken bewirkt, ihn mit Frieden und Zuversicht erfüll

Aus was heraus leben wir

Lebe nicht vom Applaus

Wenn du vom Applaus der Menschen lebst, wirst du an ihrer Kritik sterben. Johannes Hartl

Dieses Zitat begleitet mich seit zwei Wochen, hat Spuren hinterlassen. Es trifft bei mir einen wunden Punkt, gewissermaßen ein Lebensthema, evtl. auch für dich. Jeder will und genießt Anerkennung, Lob und dergleichen. Das ist nicht schlimm. Spirituell kritisch wird es dann, wenn das Erlangen dieser Anerkennung (=Applaus) mein zentrales Handlungsmotiv ist: Ich tue etwas, um Applaus zu bekommen. Dann steht nicht Gott und sein guter Wille an erster Stelle, sondern der Nächste und seine Meinung über mich. Mein Herr und mein Gott, ich lebe allein aus dir.    

Lass dich nicht von der Angst bestimmen

Menschenfurcht bringt zu Fall; wer sich aber auf den Herrn verlässt, wird beschützt. Sprüche 29,25

Gestern ging es darum, die Anerkennung durch andere nicht an erste Stelle deiner Handlungsmotive zu setzen. Heute ist es der andere Pol. Auch die Angst vor Verurteilung, Kritik und dergleichen darf dich nicht bestimmen, so dass du Gutes unterlässt. Für „Harmoniestrebende“ (der ich einer bin) nicht leicht. Die Angst vor der Meinung der anderen versklavt dich. Das ist nicht gut.

Christus hat euch freigekauft; ihr gehört jetzt allein ihm. Lasst euch nicht wieder von Menschen versklaven! 1. Kor 7:23  

Gutes tun, weil es gut ist

Das Gute nicht um des Lobes willen tun noch es aus Menschenfurcht unterlassen. Kardinal von Galen

Das heutige Zitat fasst die zwei letzten zusammen. Frage stets nach Gottes Wille, er ist dein alleiniger Maßstab. Er ist dein ruhender Pol aus dem heraus du der Welt begegnest. So wirst du unabhängiger vom Lob und Kritik deiner Aussenwelt. Wir dürfen Lob genießen, angemessene Kritik anzunehmen ist sogar wichtig, aber nochmal: Wir dürfen unser Handeln nicht danach ausrichten, Lob zu bekommen und Kritik zu vermeiden. Alles für Jesus!  

Leben in Ehrfurcht vor Gott

Glücklich ist, wer dem Herrn in Ehrfurcht begegnet und große Freude hat an seinen Geboten! Psalm 112:1

Ehrfurcht vor Gott bedeutet für mich, ihn an erste Stelle zu setzen, mich nach seinen Weisungen aus zu richten. Frieden, Nächstenliebe, Spiritualität, Glück etc. ohne Gott ist wie das Feiern einer Geburtstagsfeier auf der das Geburtstagskind fehlt: kann alles sehr schön sein, aber das „Eigentliche“ fehlt. Die Ehrfurcht vor Gott, das „Ihn-an-erste-Stelle-setzen“ ist der Ausgangspunkt jeglichen Handelns, so wie es im heutigen Evangelium steht:

Wer mein Jünger sein will, darf nicht mehr sich selbst in den Mittelpunkt stellen.“ (Mk 8:34)

Leben aus Gottes Gegenwart

Du, Herr, bist bei mir. Psalm 23:4

Immanuel Kant hat gesagt, dass er trotz des Lesens vieler guter Bücher, in ihnen nichts gefunden hat, was sein Herz so still und froh gemacht hat, wie die vier Worte aus dem Psalm 23 „Du bist bei mir“. Dem kann ich 100% zustimmen. Aus Gott heraus zu handeln bedeutet letztlich mit ihm handeln, zu glauben, dass er DA ist. „Wer nämlich zu Gott kommen will, muss darauf vertrauen, dass es ihn gibt.“ (Heb11:6). Wir tragen Gott selbst in die Welt, weil wir seine Kinder sind und er als Vater uns auf eine unvorstellbare Weise begleitet. Welch Gnade. Welch Geschenk! Ja, Herr: DU BIST BEI MIR!

Frieden des Herzens

Ruhige Seele

Nur auf Gott wartet still meine Seele. Ps 62:2

Stellen wir uns die Oberfläche eines Sees vor, über dem die Sonne scheint. Wenn die Oberfläche dieses Sees ruhig und unbewegt ist, dann kann sich die Sonne in fast vollkommener Weise im See widerspiegeln und zwar um so vollkommener, je ruhiger dieser ist. Wenn dagegen die Oberfläche des Wassers bewegt und unruhig ist, dann kann das Bild der Sonne sich nicht darin widerspiegeln. Ähnlich ist es mit dem, was in unserer Seele bei der Begegnung mit Gott geschieht. Je friedvoller und ruhiger eine Seele ist, um so stärker vermag Gott sich in ihr widerzuspiegeln, und je stärker sein Bild sich in uns einprägt, um so mehr kann seine Gnade in uns wirksam werden. Wenn unsere Seele jedoch unruhig und verwirrt ist, dann ist es für die Gnade Gottes sehr viel schwerer, in ihr zu wirken.“ (Jacques Philippe) Achte darauf, gerade jetzt vor Weihnachten, dass dich die vielen Dinge um dich herum nicht beunruhigen und verwirren. Vertrauen, auch wenn mal wieder alles drunter und drüber läuft.    

Den Mut nicht verlieren

Das heilige Evangelium handelt fast ausschließlich vom Frieden. Franz von Sales

Bei aller Mühe, hin und wieder schaffen wir es nicht der „ruhige See“ zu sein, wie gestern bei meiner Frau bei der Arbeit: Orkan!  Leben ist nie nur wunderschöner Sonnenschein, sondern oft auch Kampf mit uns selbst oder auch mit anderen. Bitte bedenke mein Freund, dass der Kampf nicht darin besteht, all unsere Fehler zu besiegen, niemals einer Versuchung zu erliegen und keine Schwächen und Mängel zu haben. Wäre dem so, so würdest du definitiv und unfehlbar besiegt, Kampf verloren! Der wirklich geistige Kampf jedoch besteht darin, dass wir es lernen, nicht den Mut sinken zu lassen, auch wenn wir manchmal fallen, nicht den Frieden unseres Herzens zu verlieren, wenn eine Niederlage uns widerfahren ist, uns nicht über die Maßen wegen unserer Fehler zu betrüben. Das Evangelium beginnt mit dem Frieden und es schließt mit dem Frieden, um uns zu lehren, dass dies das Erbe ist, dass Gott uns, seinen Kindern, hinterlassen hat. Der Friede des Herrn sei mit dir und begleite dich durch den heutigen Tag.    

Beruhigende Gottesnähe

Wer vermöchte uns zu trennen von der Liebe Christi. Röm 8,31

 Ich pflege wie du die Nähe zu Gott. Diese gepflegte Gottesnähe beruhigt den Sturm in uns. Sie lässt einen in dem oft turbulenten Alltag den Blick aufs Wesentliche nicht verlieren. Worauf kommt´s denn wirklich und ausschließlich an: uns als geliebte Kinder unseres Vaters zu erkennen, sonst nichts! Und dennoch: an manchmen Tagen brischt die Welt auf dich so dermaßen ein, dass man dann doch den Blick verliert, sich mitreißen lässt, beunruhigen, stressen lässt. Es ist, wie es eben ist. Wir sind nicht vollkommen. Aber jeder Tag ist ein neuer Anfang, eine neue Chance, ein neues Geschenk, dass wir dankbar annehmen und nach bestem Wissen und Gewissen das Beste daraus machen. So lebe diesen Tag mit dem Vater, vertraue auf Christus unseren Herrn und lass dich führen durch den heiligen Geist

Sprung ins Leere 

Gott gibt in dem Maße, wie wir es von ihm erwarten. Johannes vom Kreuz

Das Maß der göttlichen Vorsehung für uns ist das Vertrauen, das wir in sie haben. Franz von Sales

  „Viele glauben nicht an die göttliche Vorsehung, weil sie niemals eine Erfahrung mit ihr gemacht haben, aber sie machen keine Erfahrung von ihr, weil sie niemals den Sprung ins Leere wagen, diesen Schritt des Glaubens, sie lassen der Vorsehung niemals die Möglichkeit des Eingreifens: sie berechnen alles, treffen Vorsorge für alles, suchen alle Probleme allein zu lösen, wobei sie nur auf sich selbst zählen statt auf Gott. So lange ein Mensch, der mit einem Fallschirm springen soll, sich nicht ins Leere gestürzt hat, kann er nicht fühlen, ob die Stricke des Fallschirms ihn halten, denn dieser hatte ja noch nicht die Möglichkeit zu öffnen. Zuerst muss man springen, und erst dann kann man sich gehalten fühlen.“ Jacques Philippe  

Blick auf Jesus 

Man kann niemals oft genug auf die Notwendigkeit des schweigenden betrachtenden Gebetes hinweisen, diese wahre Quelle des inneren Friedens. Jacques Philipp

Viele Leute sind deshalb in Unruhe, weil sie keine Kontemplativen sind, weil sie sich nicht die Zeit nehmen, ihr Herz zu nähren und ihm den Frieden wieder zu geben durch einen auf Jesus gerichteten Blick der Liebe. Es ist für uns nötig, die Sanftheit und Zärtlichkeit des Herzens Jesu zu spüren. Lernen wir es daher, uns hinzugeben, Gott vollständiges Vertrauen entgegen zu bringen und zwar in großen wie in den kleinen Dingen, mit der Einfachheit der Kinder und Gott wird sich offenbaren in seiner Zärtlichkeit, seinem Vorausschauen, seiner manchmal ganz erschütternden und ergreifenden Treue.“ (Jacques Philippe). Als passendes Bild für den Blick auf Jesus heute eine Herz-Jesu-Statue, die ich am Wochenende von einem lieben Freund und Seelenverwandten geschenkt bekommen habe. Und nach den 100 Neuanmeldungen gestern (Danke fürs Weiterleiten, ui, das war ein bissel WhatsApp Stress gestern), passt es ja auch gleich, dass ihr mal ein optisches Bild von mir seht….mit meiner neuen Herz Jesu Statue. Ich bin sooooo unfotogen.

Loslösung und Entsagung 

Ah, wenn man wüßte, was man gewinnt, wenn man allen Dingen entssagt! Therese vom Kinde Jesu

„Das Maß unseres inneren Friedens ist das Maß unserer Hingabe, also unserer Loslösung. Der Mensch, der sich an irgend etwas anklammert, der einen bestimmten Bereich seines Lebens für sich selbst reservieren will, um ihn nach eigenem Gutdünken zu organisieren, ohne sich vollständig in die Hände Gottes zu überlassen, hat eine schlechte Rechnung aufgestellt. Der heilige Johannes vom Kreuz drückt dies so aus: „Alle Güter wurden mir geschenkt von dem Augenblick an, da ich sie nicht mehr gesucht habe.“ (Jacques Philippe). Ganz wichtig ist mir da der Gedanke, das Entsagung oder Loslassen nicht meint, dass man sich aus der Welt zurück zieht. In der Welt leben, bei der Arbeit, in der Familie und woanders….das ist Leben, aber eben gelebtes Leben in den Händen Gottes, genau das meint, sein Leben Gott zu weihen, ein lebendiges Opfer zu sein.