Anmeldung ->
Anmeldung ->

Inhaltsverzeichnis

Personen

Therese von Lisieux

Der kleine Weg – werden wie die Kinder

Mein Weg zu Gott ist Liebe, Hingabe und Vertrauen. Therese v. L.

Der kleine Weg ist eine Spiritualität des Alltags. Es geht um drei Begriffe: Liebe. Vertrauen. Hingabe – die Säulen. Und das nicht in scheinbar hoher Theologie, sondern auf einer kindlichen Basis. Jesus sagt selbst: „Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in dieses Reich kommen“ (Mt18:3). In diesen drei Worten Liebe, Hingabe, Vertrauen ist alles für mich enthalten. Diese Reduzierung tut einem Kopfmensch wie ich es bin gut! Dennoch: Die Reduzierung beinhaltet kein Weniger, sondern eine qualitative Neuausrichtung. Dieser kleine Weg fordert uns trotz der Vereinfachung täglich heraus: um Vertrauen muss gerungen, Liebe vertieft und Hingabe gelebt werden. Das ist ein lebenslanger Prozeß und bisweilen auch ein Kampf. Die nächsten drei Tage gibt es Worte von Therese zu eben diesen drei Säulen: Liebe, Hingabe und Vertrauen  

Der kleine Weg: Liebe

Vor Gott zählt nicht der Verdienst, sondern allein die Liebe. Lieben, das heißt: alles schenken, sich selbst schenken. Therese v. L.

Ich habe kein anderes Mittel, um Gott meine Liebe zu beweisen, als aus Liebe zu ihm auch die allerkleinsten Dinge zu tun. Unser Leben hat keinen anderen Sinn als den, liebende Menschen zu werden. Wir sollten keine Gelegenheit auslassen, um Jesus mit kleinen Dingen Freude zu machen und vor allem, um unsere Mitmenschen so lieben zu lernen, wie Gott sie liebt: Ich begreife, dass die vollkommene Liebe darin besteht, die Fehler der anderen zu ertragen, sich nicht über ihre Schwächen zu wundern, sich an den kleinsten Tugendakten zu erbauen. Nichts ist wohltuender, als gut über seinen Nächsten zu denken. Ein Wort, ein liebenswürdiges Lächeln, genügen oft, um einen niedergeschlagenen Menschen aufzuheitern. Therese v. L.

Der kleine Weg: Vertrauen

Man kann niemals auf den gütigen und mächtigen Gott zu viel vertrauen. Man erhält von ihm alles nach dem Maße des Vertrauens. Therese v. L.

Dem Lieben geht etwas voraus: Lieben lernen kann nur, wer sich vom Urgrund des Lebens selbst – von Gott – umsonst und bedingungslos geliebt weiß, vor jeder Leistung und unabhängig von allem Versagen. Um dieses restlose Vertrauen musst du ringen. Gerade in der Schulanfangs-Zeit, wo erst mal einiges unklar ist, ich mich mit neuen Mitarbeitern finden muss, da „knistert“ es auch mal, ringe ich täglich neu um das Vertrauen, dass ich gelöst, angstfrei, zuversichtlich in den Tag gehen kann, aufgrund des Hüters meiner Seele Jesus. Der richtige Weg ist der des einfachen, liebenden Vertrauens. Erfährst du das Vertrauen, verleiht es dir Flügel, ja das Herz empfindet dann Dinge, die weder Gedanken noch Worte wiedergeben können. Herr, Jesus Christus, ich vertraue dir! 

Der kleine Weg: Hingabe

Dieser Weg ist die Hingabe des kleinen Kindes, das ohne Angst in den Armen seines Vaters einschläft. Therese v. L.

Hingabe durch achtsames Beten: Manchmal, wenn mein Geist sich in so großer Trockenheit befindet, dass es mir unmöglich ist, einen Gedanken zu fassen, der mich mit dem lieben Gott vereint, bete ich sehr langsam ein „Vater unser“ und darauf ein „Gegrüßet seist du, Maria“. Dann entzücken mich diese Gebete, sie nähren meine Seele weit mehr, als wenn ich sie hastig hundertmal hergesagt hätte. Therese v. L.

Hingabe durch gegenwärtiges Leben: Wenn uns Verzweiflung überkommt, liegt es gewöhnlich daran, dass wir zuviel an die Vergangenheit und die Zukunft denken. Therese v. L.  

Der kleine Weg – Liebe deine Kleinheit

Was Gott gefällt, das ist, zu sehen, dass ich meine Kleinheit und meine Armut liebe – das ist das blinde Vertrauen, das ich in seine Barmherzigkeit habe… Das ist mein einziger Schatz. Therese v. L.

Mein Himmel ist es, immer in Gottes Gegenwart zu bleiben, Ihn meinen Vater zu nennen und sein Kind zu sein. Die Heiligkeit besteht nicht in dieser oder jener Übung; sie besteht in der Einstellung des Herzens, die uns in den Armen Gottes demütig und klein macht, in der wir uns unserer Schwachheit bewusst sind und bis zur Verwegenheit auf die Güte des Vaters vertrauen.Therese von Lisieux wurde vor allem wegen dieses Buches „Der kleine Weg“ zur Kirchelehrerin erhoben. Ich kann nur wärmstens diese geistliche Lektüre empfehlen. Mich hat sie nachhaltig verändert und mich Jesus näher gebracht. Es ist für jeden verständlich geschrieben und gut lesbar.

Vinzenz von Paul

Dank für Gottes Gnaden

Schau vom Himmel herab. Blicke uns freundlich an, dann sind wir gerettet! Ps 80, 14:20

Gott schenkt uns seine Gnaden in dem Maße, wie wir ihrer bedürfen. Er ist eine Quelle, aus der ein jeder Wasser nach seinen Bedürfnissen schöpft: Wer sechs Eimer davon braucht, schöpft sechs; drei schöpfe, wer drei benötigt; ein Vogel braucht einen Schnabel voll Wasser, und nimmt auch einen Schnabel voll. Gott verfehlt nie, uns zu helfen, wenn die Zeit da ist und wenn wir von unserer Seite aus alles getan haben, was wir konnten. Gottes Sohn segnet stets und viel mehr die unscheinbaren als die aufsehenerregenden Anfänge. Man muss wenigsten so viel Zeit aufwenden, Gott für seine Wohltaten zu danken, als man gebraucht hat, ihn darum zu bitten. Vinzenz von Paul

Die Liebe zum Nächsten

Genauso nutzlos ist ein Glaube, der nicht in die Tat umgesetzt wird: Er ist tot. Jak 2:17

Liebe im Herzen zu haben und auf der Zunge – das genügt nicht. Sie muss in Taten übergehen. Ihr habt als Kloster die Häuser der Kranken, als Kreuzgang die Straßen der Stadt. Die Armen sind unsere Herren, sie sind unsere Könige. Man muss ihnen gehorchen. Es ist keine Übertreibung, sie so zu bezeichnen, denn in den Armen ist unser Herr gegenwärtig. Lasst uns Gott lieben, aber mit der Kraft unserer Arme und im Schweiße unseres Angesichts. Selten wirkt man etwas Gutes ohne Anstrengung. Die Bereitschaft, unseren Willen mit dem Willen Gottes in Einklang zu bringen, ruft in uns eine tiefe innere Ruhe hervor, aus der die Kraft zu Taten der Nächstenliebe erwächst. Man darf den Nächsten nicht leiden sehen, ohne mit ihm zu leiden. Vinzenz von Paul

Der Angelpunkt der Vollkommenheit ist die Liebe. Jener, der aus der Liebe lebt, lebt in Gott; denn Gott ist die Liebe. Pater Pio

Stundengebet

Unaufhörlich bete ich zu Gott. Ps 77:3

Bedenkt die Treue, die ihr Gott schuldet. Eure Berufung besteht darin, dass ihr euch oft die Gegenwart Gottes bewusst macht. Damit euch das einfacher gelingt, bedient euch der Hinweise, die das Schlagen der Uhr euch geben wird, um dann irgendein Akt der Anbetung zu verrichten. Ein solcher Akt könnte dann darin bestehen, in eurem Innersten etwa folgende Worte zu sagen: „Mein Gott, ich bete Dich an“, oder auch „Mein Gott, Du bist mein Gott. Vinzenz von Paul

Barmherzigkeit

Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Lk 6:36

Selig jene, die den kurzen Augenblick unseres Lebens nutzen, um Erbarmen zu üben. Barmherzigkeit ist das innerste Geheimnis Gottes. Gott schenke uns diesen Geist des Mitfühlens und Erbarmens in Fülle und halte ihn in uns lebendig. Seien wir barmherzig, üben wir gegen alle Erbarmen, so dass uns nie ein Armer begegnet, den wir nicht trösten, so gut wir können, kein Unwissender, ohne dass wir ihm mit ein paar kurzen Worten sagen, was er braucht, um zu glauben und etwas für sein Heil zu tun. Vinzenz von Paul

Mag das Antlitz eines Menschen noch so unangenehm erscheinen, mag er noch ein so schwieriger Mensch sein, drehen Sie die Medaille um. Sie blicken direkt in das Antlitz Jesu Christi!

Taube und Schlange

Die Worte eines gedankenlosen Schwätzers verletzen wie Messerstiche; was ein weiser Mensch sagt, heilt und belebt. Spr 12:18

Unser Herr Jesus Christus verlangt von uns die Schlichtheit der Taube, die darin besteht, Dinge ganz einfach zusagen, so wie man sie denkt. Zugleich aber befiehlt er uns, klug zu sein wie die Schlange, also eine Tugend zu praktizieren, die uns mit Umsicht reden und handeln lässt. Strebe danach, dass alles, was du sagst, von Herzen kommt. In der Milde liegt eine Kraft, die Menschen für Gott zu gewinnen. Manchmal genügt ein bloßes gütiges Wort, um einen Verhärteten zu wandeln, während ein rohes Wort imstande ist, eine Seele zu verwüsten und eine Bitterkeit hervorzurufen, die ihr sehr schaden kann. Gewöhne dich daran, Dinge und Menschen immer und in jedem Fall nach ihrer guten Seite hin zu beurteilen. Vinzenz von Paul

Gott in der Arbeit suchen

Und was immer ihr tut in Wort oder Werk, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn. Kol 3:17

Gott, du willst nicht, dass ich meine Arbeit aufgebe und mich aus den Verpflichtungen dieser Welt löse, um nur an dich zu denken. Ich soll dich vielmehr in meinen Arbeiten suchen. Ihr müsst diese Betätigungen heiligen, in dem ihr in ihnen Gott sucht. Deshalb will ich mein ganzes Tun mit dir in Verbindung bringen, um dich darin zu finden; in Glaube, Vertrauen und Liebe und in dem Verlangen, von deiner erbarmenden Liebe Zeugnis zu geben. Nichts entspricht dem Evangelium mehr, als auf der einen Seite bei Gott Kraft für die eigene Seele zu sammeln und dann hinzugehen und das Leid der anderen mitzutragen. Wir sind berufen, die Güte Gottes sichtbar werden zu lassen. Vinzenz von Paul

Der Vorsehung vertrauen

Herr , ich habe erkannt: Das Leben eines Menschen liegt nicht in seiner Hand. Niemand kann seine Schritte nach eigenem Plan lenken. Jer 10:23

Vertrauen Sie der Vorsehung! Warum glauben wir also nicht, dass das, was gesagt wurde, von Gott kommt, weil es von Kleinen und zu Kleinen gesagt wurde? Ja, Gott hat ein solches Gefallen daran, wir dürfen sogar sagen, es ist seine große Freude, sich den Demütigen zu offenbaren. Es wäre für ihn ein Leichtes, äußeren Prunk und Pracht herzustellen; doch ihm gefällt es in einer demütigen Seele, die nur ihn als Lehrer gewählt hat und sich nicht von der Wissenschaft dieser Welt beeindrucken lässt. Machen wir uns also bei allem Unerfreulichen, das uns widerfährt, keinerlei Sorge; überlassen wir alles der Vorsehung. Es soll uns genügen, dass unser Herr uns sieht. Vinzenz von Paul

Mein Hinweis: Das Vertrauen auf die Vorsehung ist für mich ein ganz wichtiger Punkt!

Pater Pio

Christus ist am Werk

Allen, die ihre Schuld eingestehen, zeigt er, was richtig ist und wie sie nach seinem Willen leben sollen. Ps 25:9

Wundere dich nicht über deine Schwächen. Habe Mut! Wer ist denn ohne Fehler? Mit gutem Willen kannst du dich allmählich bessern. Nimm dich selbst an, so wie du bist. Erniedrige dich, aber ohne dich abzuwerten. Vergieße Tränen ehrlicher Reue, doch ohne die Hoffnung in das Erbarmen Gottes zu verlieren, das immer größer sein. Fasse den Plan, dich zu bessern, doch ohne dich zu überheben, denn allein aus Gott sollst du deine Kraft schöpfen. Deine Sache ist es, Steine wegzuschaffen und Dornengestrüpp auszureißen. Sache Jesu ist es, zu säen, zu pflanzen, zu pflegen und zu bewässern. Aber selbst wenn du arbeitest, ist es doch er, der am Werk ist. Denn ohne Christus könntest du gar nichts ausrichten. Pater Pio

Habe Geduld mit dir

Wenn unser Gewissen uns schuldig spricht, dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott größer ist als unser Gewissen. Er kennt uns ganz genau. 1. Joh 3,20

Verabscheue deine Fehler, aber gelassen, ohne Aufgeregtheit, unbesorgt. Man muss mit seinen Fehlern Geduld haben und Nutzen daraus ziehen. Wenn es dir an Geduld fehlt, wird deine Unvollkommenheit wachsen anstatt zu verschwinden. Denn nichts stärkt unsere Fehler so sehr wie Ungeduld und die fixe Idee, sie loswerden zu müssen. Wir brauchen Geduld, um das Elend Anderer zu ertragen, noch mehr Geduld aber, um uns selbst ertragen zu lernen. Reagiere unaufhörlich mit Demut auf dein tägliches Versagen. Pater Pio

Duldsamkeit

Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach! Mt 16:24

Schaut, alle kommen und wollen von ihrem Kreuz befreit werden. So wenige kommen und bitten um Kraft, es zu tragen! Das Kreuz wird euch nicht zermalmen. Wenn es auch lastet, so gibt es Kraft und hält aufrecht. Denken wir an das Leiden und den Tod Unseres Herrn und an sein Blut, das er für uns vergossen hat. Dann werden wir uns nicht mehr über unser Leiden beklagen. Behüte deine Sinne und halte sie fest in der Betrachtung des leidenden Jesus, damit sie sich nicht von ihm entfernen. O mein Jesus, möge mein Herz an Deinem durchbohrten Herzen ruhen in den Prüfungen und Schmerzen des Lebens. Pater Pio

Demut und Liebe

Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott. Micha 6:8

Bleibe vor Gott und den Menschen immer demütig in der Liebe. Bemühe dich, stets die Demut und die Liebe beständig zu halten, denn sie sind die Säulen des geistlichen Baues, und alle anderen sind von ihnen abhängig. Sei stets in der Demut und der Liebe. Die eine ist die tiefste, die andere die höchste. Die Beständigkeit eines Hauses hängt vom Fundament und vom Dach ab. Wenn wir unser Herz immer auf die Ausübung dieser beiden Tugenden ausrichten, werden wir keine Schwierigkeiten in den andern haben. Diese beiden sind die Mütter aller Tugenden, sie folgen ihnen wie die kleinen Küken ihren Müttern folgen. Pater Pio

Jesus in den Evangelien betrachten

Herr, zeige mir, welchen Weg ich einschlagen soll, und lass mich erkennen, was du von mir willst! Ps 25:4

Nimm dir stets vor, Jesus immer grossherzig zu entsprechen und sich seiner würdig zu erweisen, das heisst sich zu bemühen, ihm in den Vollkommenheiten ähnlich zu sein, von denen die Hl. Schrift und das Evangelium sprechen. Damit aber die Nachfolge da ist, ist die tägliche Betrachtung über das Leben dessen nötig, der unser Vorbild ist. Aus der Betrachtung kommt die Wertschätzung seiner Handlungen, aus der Wertschätzung der Wunsch und der Trost seiner Nachfolge. Jesus sei immer in Euren Gedanken, in Eurem Herzen und vor Euren Augen. Er möge immer Euer Anfang sein, Euer Mittelpunkt, Euer Ziel. Er möge Euer ganzes Leben in sich aufnehmen. Pater Pio

Gebet in allen Umständen des Lebens

Betet im Heiligen Geist. Judas 1:20

Betet, und sei es auch widerwillig. Der Wille zählt und wird belohnt, nicht das Gefühl. Das Gebet ist ein mächtiges Werkzeug, ein Schlüssel, der das Herz Gottes öffnet. Der Herr verlässt uns nie, wenn wir ihn nur nicht verlassen, aber es kann sein, dass er uns zuweilen seine spürbare Nähe verbirgt. Das ist eine vorübergehende Prüfung, die aufhört, sobald der Herr es will. Verlasst euch nie auf euch selbst, wenn der Sturm wütet: legt all euer Vertrauen in das Herz unseres süßen Jesus. Pater Pio

Herr, du weißt doch, dass ich dich lieb habe. Joh 21:16

Freude

Freut euch allezeit! 1. Thess 5:16

Abschließen möchte ich die Woche mit folgenden Worten von Pater Pio: Die Freude des Herzens ist das Leben der Seele. Achten wir darauf, dass wir nicht unnötig murren. Papst Franziskus sagt: Der Personalausweis des Christen ist die Freude, Freude des Evangeliums, Freude, von Jesus auserwählt zu sein, Freude, von Jesus gerettet zu sein, Freude, von Jesus neu geschaffen zu sein. Freude  jener Hoffnung darauf, dass Jesus uns erwartet, Freude,  die auch in den Kreuzen und Leiden dieses Lebens zum Ausdruck kommt: im Frieden und in der Gewissheit, dass Jesus uns begleitet, dass er bei uns ist. 

Christentum ist Freudentum. Wenn nicht, dann ist es Nonsens. Helmut Blatt

Benediktinische Impulse

Lebensschule des Hören

Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet eure Herzen nicht! Ps 95,7-8

Am Mittwoch feiern wir das Fest des hl. Benedikt von Nursia. Mit seiner nun 1500 Jahre alten Ordensregel hat er weise und tiefe Worte hinterlassen. Sie beginnt mit dem Wort ausculta – höre…neige das Ohr deines Herzens. Dieser Aufruf zum Hören durchzieht die ganze Regel und soll auch diese Woche durchziehen. Es ist heute so wichtig, das Hören wieder zu lernen in einer Zeit, in der alles so laut ist, in der alle lieber reden als hören. Denn es ist weniger unser Aktivitismus, sondern vielmehr unsere Hörfähigkeit, die uns dahin führt, immer in der Gegenwart Gottes zu leben. Gott spricht zu uns. Wir müssen uns stets darin üben, ihn auch zu hören.  

Höre auf Christus

Der Liebe zu Christus nichts vorziehen. RB 4,21

Indem wir die Liebe zu Christus an Stelle Nr. 1 setzen, verwandelt sich unser Leben und so macht unser Leben Christus für andere sichtbar. „Von der Liebe nicht lassen“ (RB 4,26), denn Ziel des christlichen Leben ist die Liebe. Auf den Willen des Herrn zu hören und diesem gehorsam zu folgen, ist Mittelpunkt unseres Lebens. Dazu mein aktuelles Lieblingsgebet von Pater Rupert Mayer:

Herr, wie Du willst, soll mir gescheh’n, und wie Du willst, so will ich geh’n, hilf Deinen Willen nur versteh’nHerr, wann Du willst, dann ist es Zeit, und wann Du willst, bin ich bereit, heut und in alle EwigkeitHerr, was Du willst, das nehm‘ ich hin, und was Du willst, ist mir Gewinn, genug, dass ich Dein eigen binHerr, weil Du’s willst, drum ist es gut, und weil Du’s willst, drum hab‘ ich Mut, mein Herz in Deinen Händen ruht!

Höre auf die Worte der Schrift

Das Evangelium muss die Führung eines christlichen Lebens übernehmen. BR Prolog 21

 Wir müssen aus jeder Kleinigkeit immer die Botschaft Gottes hören. Das kann sein, was auch immer, stets lautet die Frage: Lieber Gott, was willst du mir damit sagen? Das „Gott hören“ lernen, um seine Stimme immer wieder neu wahrzunehmen: im eigenen Gewissen, in der Liturgie, im Gebet, in den Mitmenschen, mit denen sich Christus identifiziert und vor allem in der Bibel, dem Wort Gottes. Und wenn es nur ein Bibelvers ist, das Evangelium ist unsere tägliche Nahrung. Das Wort der Schrift hat eine heilende und reinigende, Kraft. Jedes Wort der Schrift ist für Benedikt „rectissima norma“ – eine verlässliche Wegweisung für das menschliche Leben (BR 73, 3).  

Höre auf deinen Nächsten

Alle Fremden, die kommen, sollen aufgenommen werden wie Christus; denn er wird sagen: „Ich war fremd, und ihr habt mich aufgenommen. RB 53,1

Den Nächsten hören lernen, um ihm begegnen zu können. An Freud und Leid der Mitmenschen teilnehmen, ist nur durch Hören und Hinhören möglich. Wer den anderen nicht hört, der kann ihn nicht wahrnehmen und keine wirkliche Gemeinschaft mit ihm haben und die Gemeinschaft mit dem anderen ist Gemeinschaft mit Christus. Das „Ich-Sagen“ Jesu inspirierte Benedikt zu einer inneren Haltung, die unseren Umgang mit unseren Mitmenschen bestimmen soll. Der Nächste bringt etwas Kostbares mit: sich selbst und darin die Möglichkeit, Christus zu begegnen. Diesem Nächsten mit Milde zu begegnen, seine „körperliche und charakterlichen Schwächen mit unerschöpflicher Geduld zu ertragen“ (RB 72,5) ist Prüfstein unseres Glaubens.  

Höre auf dich selbst

Stehen wir so beim Psalmensingen, dass Herz und Stimme in in Einklang sind. RB 19,6-7

Sich selbst hören lernen, sich selbst wahrnehmen, um authentisch in dieser Welt zu leben, um Herz und Stimme, Gefühl und Tat, innen und außen in Übereinstimmung zu bringen. Benedikt warnt uns z.B. „Nicht unaufrichtig Frieden zu schließen.“ Das kann nur schief gehen und schadet der eigenen und der fremden Seele. Hören lernen, was der eigenen Seele nicht gut tut, vielfältige Beispiele finden sich dazu in der Regel Benedikts: Man unterlasse das Murren! (RB 40,9) Er halte in allem Maß. (R31,12) Müßiggang ist der Seele Feind“ (RB 48,1) Den Zorn nicht zur Tat werden lassen. (RB 4,22) u.v.m…. meine Lieblingsstelle:

Willst du wahres und unvergängliches Leben, bewahre deine Zunge vor Bösem und deine Lippen vor falscher Rede! Meide das Böse und tu das Gute; suche Frieden und jage ihm nach! (Prolog 17)

Höre hin und wieder auch auf deine Mutter

Nach einem Streit noch vor Sonnenuntergang zum Frieden zurückkehren. RB 4,73

Wir bleiben die Worte meiner Mutter im Ohr: „Man soll nie im Streit auseinandergehen und das Haus verlassen.“ Ja, es gibt Streit, aber wenn möglich, sollte man so schnell wie möglich, den „Frieden nachjagend“ wieder einen Weg finden, bevor sich alles festfährt und es zum Bruch kommt. Ich habe es selbst erlebt, dass kleine Konflikte übermächtig wachsen, wenn man sie nicht gleich im Kleinen angeht. Konflikte sind wie Dornen und Disteln am Wegrand an denen man sich immer wieder verletzt. Deshalb ist das „wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“ eine so wichtige Vater-unser-Bitte, täglich unsere Versöhnungsbereitschaft zu erneuern. Manchmal geht das natürlich nicht so schnell. Der Friede ist ein Prozeß, der vieler kleiner Schritte bedarf und zu einer Kultur der Liebe führen will.

Abschluss: Gebet von Benedikt

Er empfiehlt in seiner Regel, dass es beim Gebet vor allem um die „wache Aufmerksamkeit des Herzens“ (RB 52,4) geht, unsere Gebete nicht unbedingt durch Länge brillieren sollen, sondern durch die Lauterkeit des Herzens (RB 20,3-4)

Verleih mir,
gütiger und Heiliger Vater,
in Deiner Huld:
einen Verstand, der Dich versteht,
einen Sinn, der Dich wahrnimmt,
einen Eifer, der Dich sucht,
ein Herz, das Dich liebt,
ein Tun, das Dich verherrlicht,
eine Geduld, die auf Dich harrt.
Gib mir Deine heilige Gegenwart,
einen guten Tod und
eine glückliche Auferstehung
im Ewigen Leben.
Amen.  

An dieser Stelle kann ich nur jedem wärmstens empfehlen, sich eine Auszeit in einem Kloster zu gönnen. Meine Frau und ich gehen zweimal im Jahr für 3-4 Tage in ein Benediktinerinnen-Kloster in der Nähe Frankfurt: viel Natur, gutes Essen und vor allem die Gebetszeiten sind für uns eine wahre Kraftquelle zum Auftanken.

Ephräm der Syrer

Von der Liebe.

An eurer Liebe zueinander wird jeder erkennen, dass ihr meine Jünger seid. Joh 13:35

Selig ist jener Mensch, welcher die Liebe Gottes hat. Denn er trägt Gott in sich umher, weil Gott die Liebe ist und, wer in der Liebe bleibt, in Gott bleibt. Wer die Liebe besitzt, überwindet Alles mit Gott. Wer die Liebe hat, fürchtet sich nicht, denn die Liebe treibt die Furcht aus. Wer Liebe hat, verabscheut Niemanden jemals, weder einen Kleinen noch Großen, weder einen Angesehenen noch Gemeinen, weder einen Armen noch Reichen. Die Liebe deckt. Das Zudecken erklären Einige als liebevolles Entschuldigen der Fehler des Nächsten, andere als Ertragen, Aushalten. Er verhöhnt den Strauchelnden nicht, sondern bemitleidet und unterstützt ihn. Er verachtet den Bruder in der Not keineswegs, sondern steht ihm bei und ist bereit mit ihm zu sterben. Wer Liebe hat, tut den Willen Gottes und ist sein Jünger. Wer Liebe hat, sieht Keinen für einen Fremdling, sondern Alle als die Seinigen an. Ephräm der Syrer

Ephraim wurde um 306 geboren. Mit 18 Jahren wurde er getauft, mit 30 zum Diakon geweiht. Er beschäftigte sich aber hauptsächlich mit der Heiligen Schrift. 373 starb er in Edessa.

Von der Langmut

Der Langmütige ist reich an Einsicht. Spr 14:29

Selig ist jeder Mensch, der die Langmut sich erworben hat. Der Langmütige ist allzeit in freudiger, heiterer und sehr fröhlicher Gemütsstimmung. Denn er setzt seine Hoffnung auf den Herrn. Der Langmütige ist frei von allem Zorne. Denn er hält Alles aus. Darum entbrennt er nicht sogleich in Grimm, läßt sich nicht zur Beleidigung verleiten und durch leere Worte nicht leicht aufregen. Wird ihm ein Unrecht zugefügt, so betrübt er sich nicht darüber. Wenn man ihm Vorwürfe macht, wird er darüber nicht mürrisch. Durch die Langmut weiß er allzeit sich in Ruhe zu erhalten. Bei Beleidigungen spricht er Segen aus, bei Streitigkeiten bleibt er friedfertig. Wer den Weg der Langmut und Geduld gefunden, der hat den Weg des Lebens gefunden. Ephräm der Syrer

Von der Freiheit vom Zorne

Im Zorn tun wir niemals, was Gott gefällt. Jak 1:20

Selig ist jener Mensch, der sich nicht leicht erzürnt. Ein Solcher lebt jederzeit im Frieden. Wer den Geist des Zorns von sich vertreibt, ist frei von Krieg und Verwirrung und befindet sich allzeit in tiefster Seelenruhe und verrät durch sein Gesicht schon die innere Freude. Wer nicht jähzornig ist, läßt sich nicht von jedem leeren Worte aufbringen. Er hält sich ohne Mühe zurück und erträgt leicht die Redsüchtigen. Er hat keine Freude an Streitigkeiten, denn er zeigt sich gegen alle liebevoll. Wer dem Zorne nicht ergeben ist, hat kein Vergnügen an Wortzänkereien. Er hat seine Freude am Frieden. Er wird eine Wohnung des hl. Geistes. Ephräm der Syrer

Gott, durch das Blut, das aus deiner Seite floß, hast du über höchste Höhen und die tiefsten Tiefen den Frieden gebreitet. Sende deinen Frieden unter die zürnenden Menschen! Ephräm der Syrer

Von der Bibel

Die Bibel gleicht einem Acker, der nie abgeerntet werden kann und deshalb nie öde und leer daliegt. Sie gleicht einer Quelle die beständig fließt und um so reichlicher strömt, je mehr man daraus schöpft. Ephräm der Syrer

Vom Acker kommt Erntesegen und von der Hl. Schrift belebende Lehre. Der Acker gewährt nur für eine Zeit die Ernte, aber die Hl. Schrift sprudelt, so oft sie gelesen wird, belebende Lehre. Ist der Acker abgeerntet, so hört er auf, zu tragen. Von der Hl. Schrift aber kann man täglich ernten, ohne daß die Ähren in ihr für die Ausleger abnehmen. Nähern wir uns also diesem Acker und genießen wir von dem Ertrag seiner lebenspendenden Furchen! Ernten wir von ihm Ähren des Lebens, nämlich die Worte unseres Herrn Jesus Christus. Ephräm der Syrer

Wer gelangt zu dir?

Dir naht der Glaube nur, nur die Liebe, nur das Gebet. Ephräm der Syrer

Dir naht nur der Glaube. Ein Glaube, der versucht Gott immer tiefer zu erkennen. Mit Augustinus Worten: Ich glaube, um zu verstehen, und ich verstehe, um besser zu glauben. Dir naht nur die Liebe. Lasst uns voller Güte und Milde dem Nächsten gegenüber sein. Lasst uns die Seelen unserer Mitmenschen in der heiligen Brust des Heilands sehen. Dir naht nur das Gebet. Lasst uns beten mit der Aufmerksamkeit des Herzens. Bete nie unüberlegt, sondern forme stets im Inneren, was du dem Allerhöchsten sagen willst. Ephräm der Syrer

Jesus unser Erlöser

Tut Buße und glaubt an das Evangelium! Mk 1:15

Niemand ist sündenlos, niemand rein von Schmutz, außer jenem allein, der um unseretwillen arm geworden ist, da er reich war. Ohne Sünde ist er allein, der die Sünde der Welt hinwegnimmt, der will, dass alle Menschen selig werden, der nicht den Tod der Sünder will: der Menschenfreund, der überaus Mildreiche, Barmherzige, Gute, die Seelen Liebende, Allmächtige, der Heiland aller Menschen, der alle zur Buße ruft und niemand zurückstößt. Auch wir dürfen also nicht an unserem Heil verzweifeln. Haben wir gesündigt, so bekehren wir uns! Haben wir uns tausend Mal versündigt, dann bekehren wir uns tausend Mal! Über jedes gute Werk freut sich Gott, doch ganz besonders über eine büßende Seele.

Hymnus über die Fleischwerdung Gottes

Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Lk 1:35

Der Herr ist in sie gekommen, um sich zum Diener zu machen. Das Wort ist in sie gekommen, um in ihrem Schoß zu schweigen. Der Blitz ist in sie gefahren, ohne jedes Geräusch. Der Hirte ist in sie gekommen, und hier nun ist geboren das Lamm, das leise weint. Denn durch den Schoß Marias wurden die Rollen verkehrt: Er, der alles geschaffen hat, hat sich der Schöpfung bemächtigt, jedoch in Armut. Der Allerhöchste ist in sie (Maria) gekommen, doch er kam in Demut. Der Glanz ist in sie gekommen, doch er war in bescheidene Tücher gehüllt. Er, der alles schenkt, ist dem Hunger begegnet. Er, der alle erquickt, ist dem Durst begegnet. Nackt und bloß ist er aus ihr hervorgegangen, Er, der alles mit Schönheit umhüllt. Ephräm der Syrer

Teresa von Ávila

Viel lieben !

Die Liebe wird niemals vergehen. 1. Kor 13:8

Es geht auf dem geistlichen Wege nicht darum, viel zu denken, sondern viel zu lieben. Was am meisten Liebe in euch weckt, das tut. O mein Jesus, so groß ist Deine Liebe zu den Menschenkindern, daß man Dir den größten Dienst erweist, wenn man sich nicht Dir, sondern ihnen zuwendet, denn dann ist man Dir am tiefsten verbunden. So lange wir in diesem sterblichen Leibe leben, sind alle Freuden der Erde, selbst wenn sie von Dir geschenkt scheinen, zweifelhaft, werden sie nicht von der Liebe zum Nächsten begleitet. Wer den Nächsten nicht liebt, liebt auch Dich nicht, mein Herr, der Du mit deinem Blute die große Liebe zu uns Adamskindern bezeugt hast. Teresa von Ávila

Sprechen mit dem Herrn

Ihr aber seid meine Freunde. Joh 15:15

Bedenkt, wenn ihr vor den Herrn tretet, wer der ist, zu dem ihr sprechen wollt oder zu dem ihr sprecht. Meine Liebe und mein Vertrauen zum Herrn begannen sehr zu wachsen, als er sich mir zu erkennen gab als jemand, der jederzeit zu sprechen ist. Ich sah, daß Gott auch wahrhaft Mensch ist und sich über unsere Schwächen nicht entsetzt, sondern unsere elende, der Erbsünde unterworfene Verfassung von innen her versteht. Darum war er ja zu unserer Erlösung in die Welt gekommen. Man kann mit ihm umgehen wie mit einem Freunde, wie sehr er auch der Herr bleibt. O Du mein Herr und Gott! Wir stehen fassungslos vor Deiner majestätischen Herrlichkeit, aber noch viel fassungsloser macht uns Deine Demut, mein Herr, und die Liebe, mit der Du jemandem wir mir begegnest. Man kann sich mit Dir einfach über alles unterhalten. Teresa von Ávila

Beten ist ein Herzensgespräch mit Gott in der Gewissheit, dass er uns liebt. Teresa von Ávila

Geistliches Leben als Gärtnern

Es ist nicht so wichtig, wer pflanzt und wer begießt; wichtig ist allein Gott, der für das Wachstum sorgt. 1. Kor 3:7

Ich möchte ein Gleichnis  benutzen, wenn ich auch nicht mehr weiß, woher ich es habe. Wer mit dem geistlichen Leben beginnt, ist wie jemand, der einen Garten anlegen will, damit sich der Herr darin ergehen kann. Sein Grundstück ist wild und voller Unkraut. Seine Majestät selbst rodet es und setzt schöne Pflanzen ein. Dann aber müssen wir uns bemühen, mit der Hilfe Gottes selbst gute Gärtner zu werden und die Pflanzen regelmäßig begießen, damit sie nicht vertrocknen, sondern wachsen, blühen und herrlich duften, damit sich unser Herr daran erfreue. So wird er oft in unseren Garten kommen und sich zwischen den Blumen der Tugend ergehen. Teresa von Ávila

Dein Wille geschehe

Dein Wille geschehe. Mt 6:10

Uns ganz in die Hände des Schöpfers zu überantworten, unseren Willen dem seinen zu unterwerfen, uns von den geschaffenen Dingen zu lösen. Das also ist die vollkommene Kontemplation. In ihr braucht es keine Anstrengungen und keine Wissenschaft von unserer Seite. Es reicht, wenn wir sagen: Dein Wille geschehe! Verfüge über mein ganzes Sein, wie es deinem Willen entspricht, als sei es schon ganz dir übereignet. Dein bin ich, von dir geschaffen, dein, weil du mich erlöst, dein, weil du mich geduldet hast, dein, weil du mich gerufen, dein, weil du mich erwartet hast, dein bin ich. Sag, was hast du vor mit mir? Teresa von Ávila

Gebt dem Herrn , was ihm gebührt. Ps 96:7

Gottes Nachahmer

Werdet nun Gottes Nachahmer als geliebte Kinder und wandelt in der Liebe, gleichwie auch Christus uns geliebt und sich selbst für uns gegeben hat . Eph 5:1‭-‬2

Christus hat niemanden auf Erden außer euch, keine Hände außer euren, keine Füße außer euren, deine Augen sind es, durch die man auf Christi Erbarmen gegenüber dieser Welt blickt, deine Füße sind es, mit denen Er herumgeht, um Gutes zu tun, deine Hände sind es, mit denen er die Menschen jetzt segnet. Es ist notwendig, dass eure Grundlage aus mehr besteht als Gebet und Kontemplation. Wenn ihr nicht nach Tugenden strebst und sie auch praktizierst, dann werdet ihr immer Zwerge bleiben. So seid also erfüllt mit Gebet, nicht um Vergnügung zu suchen, sondern um die Stärke des Dienens willen. Maria und Martha müssen sich vereinigen. Teresa von Ávila

Der König in meinem Palast

Der Herr ist König! Ps 96:10

Hätte ich es gleich verstanden, wie ich es jetzt verstehe, dass ein so großer König diesen kleinen Palast meiner Seele bewohnt, so will mir scheinen, dass ich ihn nicht so oft alleine gelassen hätte. Wenigstens manchmal hätte ich mich in seiner Gegenwart aufgehalten, und vor allem hätte ich darauf geachtet, dass mein Palast weniger schmutzig ist. Was für eine wunderbare Sache! Jener, der in seiner Erhabenheit tausend Welten und weitaus mehr ausfüllen würde, verschließt sich in einer so kleinen Wohnung! Der Hauptpunkt ist der, ihm diesen Palast uneingeschränkt zu schenken und ihn vollkommen leer zu machen, damit er ihn schmücken und ausstaffieren kann, wie es Ihm gefällt, so als wäre es Seine Wohnung. Er nimmt an, was jener Ihm schenkt. Doch Er gibt sich nur dann zur Gänze, wenn auch wir uns gänzlich hingeben. Teresa von Ávila

Sólo Dios basta – Gott nur genügt

Nichts soll dich verstören, nichts dich erschrecken, alles vergeht. Gott ändert sich nicht. Geduld erlangt alles. Wer Gott hat, dem fehlt nichts: Gott nur genügt. Teresa von Ávila

Als Teresa von Ávila starb, fand man in ihrem Brevier ein kleines Gedicht, das mit den Worten endet: „Sólo Dios basta – Gott nur genügt.“ Dieses Gedicht wird zweifellos Teresa zugeschrieben. Unglücklicherweise wurde die letzte, die am bekanntesten gewordene Zeile im Deutschen mit „Gott allein genügt“ übersetzt. Häufig ver¬stand man dies dann so, als brauche der Mensch nur Gott, nichts weiter oder als habe er sich allein um Gott zu sorgen und den Blick von allem Menschlichem abzuwenden. Richtig übersetzt heißt es: Gott nur genügt. Es meint: nur Gott reicht aus, um wirklich Erfüllung zu schenken. Hätte ich alles, was das Leben bieten kann, aber die Gemeinschaft mit Gott nicht, es wäre alles flach, leer, ungenügend, wie ein Nichts. Nur Gott gibt allem Sinn und Wert, Tiefe und Größe. Das Leben mit Gott verleiht den Dingen Schönheit, dem Nächsten Größe, der Freundschaft und Partnerschaft Tiefe und ewige Endlosigkeit.

Faustina

Verwandlung des Herzens

Ihr werdet tatsächlich so wie ich leiden und euer Leben hingeben müssen. Mk 10:39

Wer aufrichtige Demut lernen will, sollte Jesu Leiden erwägen. Wenn ich Jesu Leiden betrachte, wird mir vieles klarer, was ich vorher nicht begreifen konnte. Ich will dir ähnlich sein, Jesus, dir, dem Gekreuzigten, dem Geschundenen, dem Gedemütigten. Jesus, bilde mein Herz nach deinem Herzen, verwandle es in dein eigenes Herz, damit ich die Nöte anderer Herzen spüre, besonders der Leidenden und Traurigen. Mögen die Strahlen der Barmherzigkeit in meinem Herzen ruhen, Taten der Barmherzigkeit, die aus seiner Liebe zu mir hervorgehen. Barmherzigkeit erweise immer und überall deinem Nächsten. Faustyna

Im Nächsten Jesus erblicken

Was ihr für einen meiner geringsten Brüder oder für eine meiner geringsten Schwestern getan habt, das habt ihr für mich getan! Mt 25:40

O mein Jesus, du weißt, welcher Anstrengungen es bedarf, um ehrlich und aufrichtig mit denen zu sein, vor denen sich unser Wesen sträubt oder mit denen, die uns bewusst oder unbewusst Leid angetan haben. Menschlich gesehen ist das unmöglich. In solchen Augenblicken bemühe ich mich mehr denn je, in der entsprechenden Person Jesus zu entdecken und diesem Jesus zuliebe tue ich für die entsprechenden Personen alles. Wisse, wenn du irgendeiner Seele etwas Gutes tust, nimmt es Jesus an, als würdest du das für ihn selbst tun. Faustyna

Geführt vom heiligen Geist

Hilf uns, dass unser Glaube größer wird! Lk 17:5

Innig bitte ich den Herrn, meinen Glauben zu stärken, um mich im grauen Alltag nicht von menschlichen Stimmungen leiten zu lassen, sondern vom Geist. Ich will im Geiste des Glaubens leben. Alles, was auf mich zukommt, nehme ich als Gabe des liebenden Willens Gottes an, der aufrichtig mein Glück will. So nehme ich alles, was Gott mir sendet, ergeben und dankbar an. Faustyna

Das Grau des Alltags

Gottes Gnade sei mit euch! Heb 13:25

O Leben, eintönig und grau, wie viele Schätze ruhen in dir! Keine Stunde gleicht der anderen. Einerlei und Grau des Alltags weichen, wenn ich alles mit den Augen des Glaubens betrachte. Die Gnade, die für mich in dieser Stunde steckt, wiederholt sich nicht in der nächsten Stunde. Sie wird mir in der nächsten Stunde gegeben, doch nicht mehr die gleiche. Die Zeit verrinnt und kehrt niemals zurück. Was sie in sich birgt, verändert sich nicht, sie besiegelt es in Ewigkeit. Faustyna

Über die Liebe

Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses; so ist nun die Liebe die Erfüllung des Gesetzes. Röm 13:10

Liebe gründet nicht auf Worten oder Empfindungen, sondern auf Taten. Es ist ein Willensakt, ein Geschenk bzw. ein Schenken. Reine Liebe ist zu großen Taten fähig und weder Schwierigkeiten noch Widerwärtigkeiten vermögen sie zu brechen. Wie starke Liebe in großen Schwierigkeiten, so bleibt sie auch ausdauernd im grauen, alltäglichen, mühseligen Leben. Sie weiß, dass eines unentbehrlich ist, um Gott zu gefallen: Die kleinsten Dinge mit großer Liebe verrichten, Liebe und immer nur Liebe. Große Liebe vermag kleine Dinge in große umzuwandeln und nur Liebe allein verleiht unseren Taten Wert. Faustyna

Der Wille Gottes

Setzt euch zuerst für Gottes Reich ein und dafür, dass sein Wille geschieht. Dann wird er euch mit allem anderen versorgen. Mt 6:33

Treue Hingabe an den Willen Gottes immer und überall, in allen Angelegenheiten und Lebensumständen, gibt Gott große Ehre. Eine solche Hingabe an den Willen Gottes hat in seinen Augen mehr Gewicht als langes Fasten, Abtötungen und strengstes Büßen. Oh, wie groß ist der Lohn für einen Akt liebender Hingabe an den Willen Gottes! Eine Gott liebende Seele, die in ihm versenkt ist, geht ihrer Pflicht mit derselben Einstellung nach, wie zur heiligen Kommunion und verrichtet die geringste Tätigkeit mit großer Sorgfalt, unter dem liebenden Auge Gottes. Sie ist nicht verwirrt, wenn sich nach einiger Zeit eine Sache als weniger geglückt erweist. Sie bleibt ruhig, denn während ihres Handelns hat sie alles getan, was in ihrer Macht war. Faustyna

Empfangen und weitergeben

Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen.Ps 23:1

Der Herr ist mein Hirte. Nichts wird mir fehlen! In welchem Glück, in welcher Gnade leben wir! Dies drängt nach aussen, kann nicht für sich behalten werden. Dazu passt zum Abschluss folgender Text von Faustina: Bemühe dich darum, dass jeder, der dir begegnet, beglückt von dir geht. Säe um dich den Duft des Glücks aus, denn du hast von Gott viel entgegengenommen, so gib auch anderen viel. Alle sollen glücklich von dir gehen, auch wenn sie nur den Saum deines Gewandes berührt haben. Faustyna

Barmherzigkeit

O Gott der großen Barmherzigkeit, Du unendliche Güte! Heute ruft die ganze Menschheit aus dem Abgrund ihres Elends zu Dir, zu Deinem Erbarmen. O Gott, sie ruft mit der gewaltigen Stimme ihrer Not. Guter Gott, verschmähe nicht das Gebet der Verbannten dieser Erde. O Herr, unbegreifliche Güte, Du kennst unser Elend ganz und gar und weißt, dass wir nicht imstande sind, uns aus eigener Kraft zu Dir zu erheben. Deshalb bitten wir Dich, komme uns mit Deiner Gnade zuvor und vervielfache stets Deine Barmherzigkeit in uns, damit wir Deinen heiligen Willen treu erfüllen im ganzen Leben und in der Stunde des Todes. Möge uns die Allmacht Deiner Barmherzigkeit vor Angriffen der Feinde unserer Erlösung beschirmen, damit wir vertrauensvoll, wie Deine Kinder, auf Dein endgültiges Kommen warten. Dieser Tag ist allein Dir bekannt, doch wir, dass wir alles erhalten werden, was uns Jesus versprochen hat – und das trotz unseres ganzen Elends – denn Jesus ist unser Vertrauen; wir schreiten durch Sein barmherziges Herz wie durch ein geöffnetes Tor in den Himmel. Hl. Faustina Kowalska

Madeleine Delbrêl

Bekehrung

Kehrt um zu Gott. Mk 1:15 

Bekehrung ist ein entscheidender Augenblick, der uns abkehrt von dem, was wir über unser Leben wissen, damit wir, Auge in Auge mit Gott, von Gott erfahren, was er davon hält und daraus machen will. In diesem Augenblick wird Gott für uns zum Allerwichtigsten, wichtiger als alles andere, wichtiger als jedes Leben, selbst und vor allem das unsrige. Ohne diesen höchsten, überwältigenden Primat des lebendigen Gottes, der uns einfordert, seinen Willen unserem Herzen vorstellt, damit es in Freiheit Ja oder Nein antworte, gibt es keinen lebendigen Glauben. Madeleine Delbrêl

Vertrauen im Dunkel

In deiner Hand liegt meine Zukunft. Psalm 16:5 

Wenn die Bekehrung das blendende Hingerissensein unseres ganzen Seins zu Gott ist, dann muss sie, um völlig wahr zu sein, doch auch völlig dunkel sein. Den lebendigen Glauben haben heißt von ihm geblendet sein, um von ihm gelenkt zu werden und es fällt uns schwer, uns ihm anzuvertrauen. Immer wieder gibt es in uns die Tendenz, dass wir aus dem neuen Leben, der neuen Welt, in der Gott uns leitet, wieder das alte Leben machen und eine Welt, die sich der Mensch selbst erbaut. Madeleine Delbrêl

Vertrauen bedeutet nichts zu wissen über meine Zukunft, nur dies: Gott ist bei mir und führt mich. Das allein genügt. 

Abbild Christi sein

Christus in euch. Kol 1:27

Wir haben nur ein Ziel, und zwar nicht das Ziel, etwas zu tun, sondern das Ziel, etwas zu leben: das Abbild Jesu Christi zu sein, indem wir sein Evangelium leben. Unsere Spiritualität besteht letztendlich darin: Jesus zu sein, Jesus zu leben, Jesus zu sterben. Jede Art von Regel kehrt immer wieder dahin zurück. Das ist das Fundament für alles; ein Fundament, ohne das wir nichts tun und nichts erleiden könnten. Es geht darum, dass wir uns selbst absterben und zulassen, dass Christus durch seinen Geist heute in uns Gestalt annimmt. Der heute lebende Jesus. Madeleine Delbrêl

Gott dienen

Jeder soll Gott an dem Platz dienen, an dem ihn Gottes Ruf erreichte. 1. Kor 7:20

Es gibt Leute, die Gott nimmt und für sich reserviert. Andere gibt es, die lässt er in der Masse, die zieht er nicht aus der Welt zurück. Es sind Leute, die eine gewöhnliche Arbeit verrichten, die gewöhnliche Verheiratete oder gewöhnliche Unverheiratete sind. Leute, die gewöhnliche Krankheiten und gewöhnliche Traueranlässe haben. Leute, die ein gewöhnliches Haus und gewöhnliche Kleider haben. Es sind Leute des gewöhnlichen Lebens. Leute, die man auf einer beliebigen Straße antrifft. Wir Leute von der Straße, glauben aus aller Kraft, dass diese Straße, diese Welt, auf die Gott uns gesetzt hat, für uns der Ort unserer Heiligkeit ist. Madeleine Delbrêl

Betrachte heute bewusst den Platz, zu dem Gott dich berufen hat zu dienen, sei es nun familiär oder beruflich oder einem anderen Lebensfeld

Christus zu den Menschen bringen

Ich bin bei euch alle Tage. Mt 28:20 

Wieder beginnt ein Tag. Jesus Christus will ihn in mir leben. Er ist mit mir unter den Menschen von heute gegenwärtig. Begegnen wird er allen, die ins Haus kommen, allen, die ich auf der Straße treffe. Ihnen allen zu begegnen, ist er gekommen. Alle will er zum Heil führen. Denen, die mit mir sprechen, hat er etwas zu sagen. Denen, die etwas brauchen, hat er etwas zu geben. Im Lärm gibt er Stille, in der Aufregung Frieden. Der Platz in der Welt, an den Gott mich stellt, kann mich nicht hindern, mit ihm verbunden zu sein. Jesus, der in uns ist, ist unaufhörlich zu allen gesandt, am heutigen Tag, der gerade beginnt, zu allen Menschen, in unserer Zeit, zu allen Zeiten, in meiner Stadt und auf der ganzen Welt. Gepriesen sei der neue Tag! Er ist wie Christi Geburt für die Erde. Denn Jesus in mir wird diesen Tag mit mir leben. Madeleine Delbrêl

Das Evangelium als Begegnung

Die ganze Heilige Schrift ist von Gott eingegeben. 2. Tim 3:16

Das Evangelium ist kein Buch unter anderen: Es ist wie eine Begegnung, die Christus jedem und jeder von uns schenkt, bis ans Ende der Zeiten; eine Begegnung von Person zu Person, ein wahres, intimes, konkretes Herz-zu-Herz. Wenn wir unser Evangelium in Händen halten, sollten wir bedenken, dass das Wort darin wohnt, das in uns Fleisch werden will, uns ergreifen möchte, sein Herz auf das unsere gepfropft, sein Geist dem unseren eingesenkt, damit wir an einem neuen Ort, zu einer neuen Zeit, in einer neuen menschlichen Umgebung sein Leben aufs Neue beginnen. Madeleine Delbrêl

Sorge dafür, daß die heiligen Schriften vorgelesen werden. 1. Tim 4:13 

In Gottes Liebe bleiben

Bleibt in meiner Liebe! Joh 15:9

Wir denken, dass wir, wenn wir für Gott ganz kleine Dinge tun, ihn ebenso lieben können wie mit großen Aktionen. Wir wissen zweierlei: zum einen, dass alles, was wir tun, nur klein sein kann; zum anderen, dass alles, was Gott tut, groß ist. Das beruhigt uns angesichts dessen, was zu tun ist. Darum wird auch durch unsere kleinen Taten die Liebe zu Gott und die Liebe zu unserem Nächsten vollkommen eins. Jede Tat lässt uns Gott in Fülle empfangen und in Fülle weitergeben. Dann wird das Leben ein Fest. Jede kleine Unternehmung ist ein gewaltiges Ereignis, in dem uns das Paradies geschenkt wird oder in dem wir selbst das Paradies verschenken können. Reden oder schweigen, etwas flicken oder einen Vortrag halten, einen Kranken pflegen oder auf der Schreibmaschine schreiben, all das ist nur die Rinde einer herrlichen Realität: der Begegnung der Seele mit Gott, die sich in jeder Minute erneuert. Madeleine Delbrêl

Den Herrn hören

Wer Ohren hat, der soll auf meine Worte hören! Mt 13:43 

Es gilt, das Wort des Herrn zu hören. Dazu muss man hinhorchen und nicht wieder weghören, die nötige Zeit einsetzen, sich nicht davonmachen; das Wort empfangen und es bewahren. Christus, unser Meister und Herr, ist jetzt nicht mehr sichtbar auf Erden; ich werde so sehr auf sein Wort im Evangelium hören und ich werde, Wort für Wort, versuchen, das zu tun, was er gesagt hat, damit ich ihn in allem, was ich in seinem Sinne tue, immer besser kennenlerne. Mit ihm beginnt und endet alles in diesem Satz: „Du sollst lieben.“ Das ist eine unwiderrufliche Weisung. Madeleine Delbrêl

So habt nun acht, wie ihr hört! Lk 8:18

Atemzüge

Unsere Zeit gewährt uns ganz bestimmte, von Gott gegebene Atemzüge: An uns ist es, sie zu entdecken und davon Gebrauch zu machen. Wenn unser Tag so vollgestopft ist, dass Pausen unmöglich sind, dann fordert das Wort des Herrn so viel Glaube und Achtung, dass wir wissen: Seine göttliche Kraft kann ihm stets Raum verschaffen. Dann sehen wir es aufleuchten, während wir eine Straße entlanggehen, unsere Arbeit verrichten, zwischen zwei Bemerkungen eines Mitmenschen, beim Aufwachen und beim Einschlafen. Madeleine Delbrêl

Theresa Zukic

Lebe dankbar und in Freude

Seid in allem dankbar. 1. Thess 5:18

Vieles in unserem Leben ist wunderschön. Lebe dankbar! Dankbar sein für alles, was wir haben oder erreicht haben, für alles, was wir überstanden haben, für alles, wo wir nicht aufgegeben haben. Für alles, wovor wir bewahrt wurden. Das tut gut. Ich zähle gerne am Abend zehn Dinge auf, die heute schön waren. Sr. Teresa 

Nach dem Aufwachen früh gehört mein erster Gedanke meinem Gott und ich freue mich auf die Überraschungen und manche Herausforderungen, die er für mich an diesem Tag bereithält und täglich sage ich mir und Ihm: Heute wird der schönste Tag in meinem Leben! Auch wenn mir ein arbeitsreicher Tag mit vielen Kilometern Fahrt bevorsteht, überlege ich mir immer etwas, auf das ich mich freuen kann. Sr. Teresa

Lebe in Frieden

Frieden hinterlasse ich euch. Meinen Frieden gebe ich euch. Joh 14:27

Ich will an jedem Abend meinen Frieden über diesem Tag wiederfinden. Ich will am Ende meines Lebens meinen Frieden haben. Mit mir selbst und mit den anderen. Mit Gott sowieso. Befrieden wir uns mit den Kampfplätzen in unserem Leben! Lassen wir uns vom Frieden Gottes beschenken, der größer ist als diese Welt. Machen wir uns frei von den vielen Abhängigkeiten, vor allem der Meinung anderer. Schenken wir Gott wieder neu unsere Zugehörigkeit, unser Ja zu ihm, und lassen wir uns von vielem befreien. Das Markenzeichen des Heiligen Geistes ist Frieden. Diesen atemberaubenden Odem wünsche ich Ihnen. Sr. Teresa

Vergiss dein Lachen nicht

Wo Glaube ist, da ist auch Lachen. Martin Luther

Nein, uns ist nicht immer zum Lachen zumute, das weiß ich ganz genau. Und manchmal weine auch ich vor Erschöpfung. Aber deshalb ist nichts weggenommen von meiner Botschaft, mehr zu lachen. Lachen Sie mehr und lachen Sie sich frei! Vieles ist es einfach nicht wert, dass wir deswegen den Kopf in den Sand stecken. Lachen entlastet und besänftigt. Ein Mensch, der mit einer Prise Humor begabt ist, kann den Unzulänglichkeiten der Welt und den Menschen mit heiterer Gelassenheit begegnen. Sr. Teresa 

Lachen und Lächeln sind Tor und Pforte, durch die viel Gutes in den Menschen hineinhuschen kann. Pearl Sydenstricker Buck

Die Sorgen Jesus übergeben

Alle eure Sorge werft auf ihn. 1. Petrus 5,7

Es ist ganz normal, sich Sorgen zu machen. Ich glaube, Sorgen gehören einfach zu unserem Leben dazu. Die Frage ist, wie wir damit umgehen. Denn kritisch wird es dann, wenn die Sorgen Macht über unser Denken und Fühlen gewinnen und uns seelisch lahmlegen. Wenn die Sorgen uns an unsere Grenzen bringen und uns übergroß erscheinen. Ich wünsche Ihnen, dass Sie befreiter mit ihren Sorgen umgehen lernen. Dass Sie wie ich täglich daran arbeiten, zwischen notwendigen und unnötigen Sorgen zu unterscheiden. Gott ist bereit, uns in jeder Sorge zu helfen, wann immer wir uns ihm zu zuwenden. Er ist ein stiller Begleiter auf dem Weg, den wir wählen. Er will uns versorgen, wenn wir ihn lassen. Vertraue dem Vertrauenswürdigsten! Beginne jetzt damit. Sr. Teresa 

Wenn ich auf meine Sorgenvergangenheit zurückschaue, auf mein unglaublich aufregendes Leben, dann ist es auch immer eine dankbare Jubelvergangenheit. Jubel über Gottes Beistand in tiefsten Nöten und Sorge. Sr. Teresa

Achte auf positive Gedanken

Der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus! Phil 4:7

Negative Gedanken führen zu negativen Gefühlen. Es ist erschreckend, wie oft wir negativ mit uns selber sprechen! Wie leicht konzentrieren wir uns auf das, was nicht perfekt ist, und sind schnell von uns selbst enttäuscht. Den ganzen Tag produzieren wir Gedanken, die uns beunruhigen, enttäuschen oder beängstigen. Oft haben wir unrealistische und überhöhte Erwartungen an uns selbst und an die anderen und wundern uns, wenn sie nicht mitspielen wollen. Sr. Teresa 

Ich weiß, dass ich nichts Positives erwarten kann, wenn ich Negatives denke. Ich achte auf meine Gedanken. Ich konzentriere mich auf ihn selbst: auf Gott. Auf Jesus. Auf das, was er sagt. Ich ändere meinen Fokus: Ich fange gewissermaßen an, meine Gedanken auf das Kissen neben Jesu Kopf zu legen und ihm zuzuflüstern: Jetzt bist du dran. Sr. Teresa

Die liebenswürdigste Freundin unserer Seele

So kehre nun um zu deinem Gott, halte fest an Liebe und Recht und hoffe stets auf deinen Gott! Hos 12:7

Durch die Sorgengedanken überhören wir so leicht eine zärtliche Stimme, die es gut mit uns meint und freundlich zu uns spricht. Sie ist die liebenswürdigste und großartigste Freundin unserer Seele. Sie kann durch unser Bewusstsein in unser Unterbewusstsein hineinkrabbeln. Sie liebt es, Stopp! zu sagen: Genug der schlimmen Gedanken! Genug aller Bedrohungen! Genug aller Sorgen! Diese Stimme gehört der einen aufbauenden, heilenden Emotion, die uns verwandeln kann. Unser Körper kennt sie und unsere Seele auch. Sie bringt Licht in die Finsternis, befreit von Schuldgefühlen, öffnet ausgetrocknete Tränenkammern, löst Verzweiflung und Trauer. Sie ist eine Liebhaberin unseres Lebens und freut sich über jede neue Mut machende und aufbrechende Frischluft aus dem betonierten Kreislauf negativen Nachdenkens. Sie liebt es, zu verändern und zu verwandeln. Sie überwindet jedes Hassgefühl, führt uns aus Neid und Grobheit heraus. Sie ist hilfreich und gütig. Sie ereifert sich nicht und trägt das Böse nicht nach. Sie ahnen schon: Ich spreche von der Liebe. Sr. Teresa

Die Liebe liebt uns

Gott ist Liebe. 1. Joh 4:8

Wir sind nicht unsere Gedanken. Wir sind bedingungslos geliebte Kinder. Die Liebe selbst liebt uns. Gott liebt uns, denn Gott ist die Liebe. Ebendarum hat er seinen Sohn gesandt, der diese Liebe vorgelebt und verkündet und uns die neue Hoffnung gebracht hat, dass wir nie alleine sind mit unseren Sorgen. Nicht immer bekommen wir sofort Hilfe, manches muss durchgestanden und ertragen werden. Natürlich können wir unser Gehirn nicht ausschalten, wir können uns nicht verbieten zu denken, aber wir können uns von Gottes mächtigerer Kraft und seinen Gedanken beeinflussen lassen. Von seinen liebenden Gedanken. Von seiner Liebe selbst. Sr. Teresa

Im Namen Jesus tun

Was immer ihr tut in Wort oder Werk, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn. Kol 3:17

Stellen Sie sich einfach vor, Sie leben einen ganz gewöhnlichen Tag mit all den Dingen, die Sie für gewöhnlich tun, aber diesmal mit Jesus. In Übereinstimmung mit seinem Charakter, seinem ganzen Wesen. Sie gehen arbeiten, essen, schlafen und Jesus ist immer an Ihrer Seite. Ich verspreche Ihnen, dieser Tag wird anders. Sie werden bewusster leben in Gottes Gegenwart. Ich würde nicht meine Sorgen in den Mittelpunkt stellen, sondern Seine Sorgen mir zu eigen machen. Fragen, was ich für Sein Reich tun könnte. Versuchen, ihn in allen Augenblicken des Tages zu entdecken. Vor allem, wenn mich meine Sorgen bedrängen! Und so halte ich das seitdem. Seit fünfunddreißig Jahren. Und es funktioniert. Immer wieder. Sr. Teresa 

Das ist mein allergrößter Wunsch für Sie: Leben, lachen, lieben Sie sich von Ihren Sorgen frei! Jesus viel mehr, viel öfter und schneller die Sorgen übergeben. Von ihn Vertrauen lernen und mutiger werden. Sr. Teresa