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Lebensimpulse von Franz von Sales

1. Lebe geduldig mit deiner Unvollkommenheit

Liebe hat Geduld. 1. Kor 13:4

Wenn wir mit den anderen Geduld haben müssen, so müssen wir sie auch mit uns selbst und unserer Unvollkommenheit haben. Wir müssen unsere eigene Unvollkommenheit mit Geduld ertragen, nicht aber sie lieben. Wir müssen die Wahrheit bekennen, daß wir arme Menschen sind. Sollen wir deshalb nun in Unruhe oder Verwirrung geraten, hastig werden oder uns betrüben? Nein, gewiß nicht. Unsere Unvollkommenheit muß uns bis zum Grab begleiten. Wir können nicht gehen, ohne die Erde zu berühren. Wenn wir in der Welt leben, auch wenn wir sie nur mit den Füßen berühren, ist es uns nicht möglich, von ihrem Staub nicht beschmutzt zu werden. Wir dürfen uns nicht auf die Erde hinlegen oder uns dort wälzen, aber wir dürfen auch nicht ans Fliegen denken. Franz von Sales 

Die nächsten zwei Wochen sende ich euch geistliche Worte von Franz von Sales.

2. Lebe im Geistes der Demut

Die Kinder sind bis zum Durchbruch gekommen, aber da ist keine Kraft zum Gebären! 2. Kön 19:3

Betrachte die Eitelkeit des menschlichen Geistes, wie sehr er Verwicklungen und Verwirrungen in sich selbst ausgesetzt ist. Viele innere Drangsale werden durch eine Vielzahl von Erwägungen und Wünschen hervorgerufen, die mit Übereifer eine eingebildete Vollkommenheit zu erlangen trachten. Entsetzt nun über die große Schwierigkeit oder vielmehr Unmöglichkeit, diese Vollkommenheit zu erreichen, erkrankt die Seele, da sie im Bild gesprochen schwanger dieses Kindes war, das sie nicht zur Welt bringen konnte. Franz von Sales 

Franz von Sales warnt davor, dass unsere Seele erkrankt, wenn sie hochmütig zu gut sein will, zu hohe Ziele setzt und dann scheitert. In gewissem Sinne dagegen rät er uns, den Wert unserer Fehler (die wir zweifelsohne tun!) zu betrachten, lassen sie uns doch unsere Niedrigkeit und unser Angewiesenheit auf Gottes Gnade erkennen.

3. Lebe in heiliger Einfachheit

Ich erstrebe nicht hohe Ziele, die zu vermessen für mich wären. Ps 131:1

Lassen wir uns nicht in Dinge ein, die über unser Vermögen gehen. Nicht das Außergewöhnliche tun wollen, sondern das Gewöhnliche außergewöhnlich gut tun. Zu großen Taten ist selten Gelegenheit, die kleinen aber begegnen uns zu Hunderten. Verwenden wir viel Sorgfalt und Liebe auf diese kleinen Dinge: Geduld haben, den Nächsten ertragen, Hilfsbereitschaft, Demut, ein freundlicher Mut, Liebenswürdigkeit, Duldsamkeit unserer eigenen Unvollkommenheit gegenüber, solche kleine Tugenden also. Ich empfehle Ihnen die heilige Einfachheit. Wenig und milde, wenig und gut, wenig und einfach, wenig und ungezwungen, wenig und liebenswürdig. Franz von Sales

4. Lebe im Heute

Deshalb sorgt euch nicht um morgen. Der nächste Tag wird für sich selber sorgen! Mt 6:34

Haben Sie doch keine Sorge um das Morgen. Denken wir nur daran, das Heute gut zu machen. Und wenn der morgige Tag kommt, heißt auch er wieder heute und dann werden wir an ihn denken. Auch darin müssen wir großes Vertrauen und große Hingabe an die Vorsehung Gottes haben. Wir sollen Vorräte an Manna nur für einen Tag und nicht für länger anlegen. Zweifeln wir doch nicht daran, Gott wird morgen und übermorgen und alle Tage unserer irdischen Wanderschaft neues Manna regnen lassen. Franz von Sales

So lasen die Israeliten jeden Morgen die Körner auf, jeder so viel, wie er zum Essen brauchte. Ex16:21

5. Lebe gesammelt

Gott nahe zu sein ist mein Glück. Ps 73,28

Lassen Sie Ihren Verstand einfach werden, stellen Sie nicht soviel Überlegungen und Widerreden an, sondern gehen Sie Ihren Weg einfach und voll Vertrauen. Es gibt für Sie in dieser Welt nur Gott und Sie. Alles andere soll Sie nur in dem Maße berühren, als und wie Gott es Ihnen befiehlt. Ich bitte Sie, schauen Sie nicht soviel da- und dorthin, richten Sie Ihren Blick gesammelt auf Gott und auf sich. Zerpflücken Sie daher nicht, was die anderen tun, noch was aus ihnen wird, sondern schauen Sie auf die anderen mit guten, liebevollen und gütigen Augen. Erwarten Sie von ihnen nicht mehr Vollkommenheit als von sich selbst und seien Sie nicht erstaunt über die Vielzahl der Unvollkommenheiten. Franz von Sales

6. Lebe wie ein kleines Kind

Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in dieses Reich kommen. Mt 18:3

Solange die kleinen Kinder spüren, daß ihre Mutter sie an der Hand hält, gehen sie tapfer darauf los, tollen herum und geraten über kleines Stolpern, das von der Schwäche ihrer Füßchen herrührt, nicht außer sich. So gehen auch Sie tapfer Ihren Weg. Sie wissen, daß Gott Sie hält durch den guten Willen und Entschluß, den er Ihnen eingegeben hat, ihm zu dienen. Wundern Sie sich nicht über diese kleinen Erschütterungen und Stolpereien. Sie dürfen sich nicht darüber ärgern, vorausgesetzt, daß Sie sich von Zeit zu Zeit in seine Arme werfen und ihn liebevoll umarmen. Gehen Sie Ihren Weg fröhlich und mit möglichst aufgeschlossenem Herzen und wenn Sie schon nicht immer fröhlich gehen, so tun Sie es doch immer mutig und vertrauensvoll. Franz von Sales

7. Lebe besonnen

Es wird so sein wie bei einer Frau, die ein Kind bekommt: Sie macht Schweres durch. Joh 16:21

Unser Heiland vergleicht die nach Vollkommenheit strebende Seele mit einer gebärenden Frau. Wenn aber tatsächlich eine gebärende Frau zwei oder mehrere Kinder gleichzeitig und zwar beide Gemeinsam zur Welt bringen wollte, könnte sie dies nicht tun, ohne zu sterben. Die Kinder müssen eines nach dem anderen zur Welt kommen. Lassen Sie daher auch die Kinder Ihrer Seele, das sind die Wünsche nach dem Dienst Gottes, einen nach dem anderen ans Licht treten und Sie werden eine große Erleichterung verspüren. Franz von Sales 

Der Tod aller guten Vorsätze sind zu viele gute Vorsätze. Gudrun Kugler

Herr, ich bitte nicht darum, das entfernt Liegende zu sehen. Der nächste Schritt genügt mir schon. Corrie ten Boom

8. Lebe gottsuchend

Von ganzem Herzen suche ich dich. Ps 119:10

Fahren Sie damit fort freudig in dieser Richtung vorwärts zu schreiten, wo Sie am Ende die glückhafte Ruhe Ihrer Seele finden werden. Denken Sie daran, daß Gott nicht wie alles andere ist: er ist jederzeit und zu allen gut. Sie werden ihn überall zu Ihrem Beistand und Trost finden. Darum dürfen Sie die Suche nach einem so großen Gut nie aufgeben. Trachten Sie ständig danach durch kurze, aber innige Erhebungen Ihres Geistes zu seiner heiligen Liebe. Franz von Sales 

Gott, du Beschützer aller, die auf dich hoffen, ohne dich ist nichts gesund und nichts heilig. Führe uns in deinem Erbarmen den rechten Weg und hilf uns, die vergänglichen Güter so zu gebrauchen, dass wir die ewigen nicht verlieren.

9. Lebe mit dem Kreuz in der Hand

Von mir aber sei es ferne, mich zu rühmen, als nur des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus, durch das mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt. Gal 6:14

Leben Sie ganz in Unserem Herrn. Er soll die See sein, auf der Ihr Herz sich bewegt. Und so wie die Seiltänzer in ihren Händen immer die Balancestange halten, um ihren Körper richtig im Gleichgewicht zu halten in den vielfachen Bewegungen, die sie auf einem so gefährlichen Stand auszuführen haben, so sollen auch Sie das heilige Kreuz Unseres Herrn festhalten, damit Sie sicher gehen in den Gefahren, welche die verschiedenartigen Begegnungen und Unterhaltungen für Ihre Gefühle bedeuten könnten. Auf diese Weise werden all Ihre Regungen ausgeglichen sein durch das Gegengewicht des einzigen und so liebenswerten Willens dessen, dem Sie Ihren ganzen Leib und Ihr ganzes Herz geweiht haben. Franz von Sales

10. Lebe nach Gottes Willen

Der Rest eures Lebens wird dann nicht mehr von euren Leidenschaften bestimmt, sondern von dem, was Gott will. 1. Petr 4:2

Es ist nur recht, daß wir seinen Willen tun, denn dazu sind wir ja auf dieser Welt. Wir bitten ihn doch alle Tage, daß sein Wille geschehe und wenn es dann dazu kommt, macht es uns soviel Mühe! Wir opfern uns Gott so oft auf, wir sagen ihm alle Augenblicke: Herr, ich bin Dein, da ist mein Herz. Wenn er sich aber unser bedienen will, sind wir so feig! Wie können wir sagen, daß wir ihm gehören, wenn wir unseren Willen nicht dem seinen anpassen wollen? Mit einem Wort, wir wollen Gott dienen, aber nach unserem Willen und nicht nach dem seinen. Aber es ist immer dasselbe: Wer sich nicht ganz Gott hingibt, wird niemals Ruhe finden. Franz von Sales 

Herr, was willst Du, daß ich tue? Apg 9,6

11. Lebe deinen Beruf

Tut alles zur Ehre Gottes! 1. Kor 10:31

Es muß bedacht werden, daß es keinen Beruf gibt, der nicht Unangenehmes, Bitteres und Ekelhaftes mit sich bringt. Bevor Sie eine Ihnen unangenehme Aufgabe Ihres Berufes erfüllen oder sich darauf vorbereiten, denken Sie daran, daß die Heiligen andere, viel größere und schwierigere Dinge freudig getan haben. Ich möchte, daß Sie während des Tages oft Gott anrufen, er möge Ihnen die Liebe zu Ihrem Beruf schenken. Bringen Sie behutsam das Amt der Marta mit dem der Maria in Verbindung. Verrichten Sie eifrig Ihre Berufsarbeit, kehren Sie aber oft zu sich selbst zurück, im Geist zu Füßen Unseres Herrn, und sagen Sie: Mein Herr, ob ich nun laufe oder still stehe, ich gehöre ganz Dir und Du gehörst mir. Franz von Sales

Wer den Wert seines Lebens in Christus hat, der kann seinen Beruf als Dienst verstehen. Peter Hahne

12. Lebe und lasse dich führen

Führe meine Seele. Ps 142:8

Gehen Sie also Ihren Weg weiter voll Mut und vollkommenem Vertrauen zu unserem Herrn, denn er wird Sie an seiner Hand halten. Legen Sie Ihren Geist und Ihr Herz hundertmal am Tag in die Hände Gottes und empfehlen Sie es ihm in aller Aufrichtigkeit. Achten Sie darauf, welche Gelegenheit Sie doch jeden Tag haben, seiner göttlichen Majestät zu dienen, sowohl zu Ihrem Fortschritt, als auch für den Ihres Nächsten, und benutzen Sie diese gewissenhaft. Überlege im voraus, welche Arbeiten, Geschäfte und Gelegenheiten dir an diesem Tag begegnen werden, Gott zu dienen. Franz von Sales

Er wird Sie in den Himmel führen, wo wir nur das einzige und unwandelbare Empfinden liebevoller Freude über seine göttliche Güte haben werden.

13. Lebe nicht überheblich

Überhebt euch nicht über andere. Eph 4:2

Vermeiden Sie es auch, sich zum Richter über die Handlungen anderer aufzuspielen. Wenn Sie andere zurechtweisen, soll es immer mit dem Herzen und mit milden Worten geschehen. Achten Sie beim Tadeln der Fehler darauf, dass Sie in Ihrem Herzen den schwachen Menschen entschuldigen und den Fehler verkleinern. Denn so wirken die Mahnungen am nachhaltigsten. Und hüte dich vor dem Zorn. Ich bin nie in Zorn geraten, so berechtigt er auch gewesen sein mag, ohne dass ich nachher eingesehen hätte, es wäre besser gewesen, ich wäre nicht zornig geworden. Franz von Sales

Wir müssen den Nächsten in Gott betrachten, denn Er will ja, daß wir ihn lieben und gut zu ihm seien.

14. Lebe milde

Ein Knecht des Herrn aber soll nicht streiten, sondern milde sein gegen jedermann. 2. Tim 2:24

Ich sage nicht, daß man weich und nachsichtig sein soll, wohl aber sanft und gütig. Verwenden Sie Ihre größtmögliche Sorge darauf, daß Sie inmitten der Ihren recht milde werden. Daran sollen Sie denken, wenn Sie das Haus betreten, wenn Sie es verlassen, am Morgen, zu Mittag, ja zu jeder Stunde. Ich sage Ihnen also, daß Sie Ihre besondere Aufmerksamkeit darauf lenken sollen, sich recht sanftmütig zu verhalten. Üben Sie kräftig Ihr Herz in der inneren und äußeren Milde und halten Sie es in Ruhe inmitten der vielfältigen Angelegenheiten, die sich ergeben. Hüten Sie sich sehr vor Übertreibung, sie ist die Pest der heiligen Frömmigkeit.

Durch Sanftmut wirst du mehr gewinnen als durch Gewalt und Ungestüm. Jean de la Fontaine