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Gut und Wenig – Tugend der Einfachheit

1. Wenig und gut

Wenig und gut. Franz von Sales

Dieses Kurzzitat von Franz von Sales ist bei mir hängen geblieben und ich habe mich länger damit befasst, was er damit meint. Aus seinen Schriften habe ich Textstellen heraus gesucht, welche die Tugend der Einfachheit erläutern. Diese Textstellen werde ich euch im Rahmen dieses Wochenthemas senden. Wenig und gut – ein wichtiger Hinweis für unser geistliches Leben:

Nicht das Außergewöhnliche tun wollen, sondern das Gewöhnliche außergewöhnlich gut tun. Zu großen Taten ist selten Gelegenheit, die kleinen aber begegnen uns zu Hunderten. Verwenden wir viel Sorgfalt und Liebe auf diese kleinen Dinge, z. B. dass wir leise reden, leise gehen, uns sauber und nett anziehen. Wenig und milde, wenig und gut, wenig und einfach, wenig und ungezwungen, wenig und liebenswürdig. Franz von Sales

2. Im Kleinen treu

Nur wer im Kleinen treu ist, wird es auch im Großen sein. Lk 16:10

Die großen Gelegenheiten, Gott zu dienen, sind selten: kleine gibt es immer. Wer aber im Kleinen treu ist, sagt der Heiland, den wird man über Großes setzen. Verrichte also alles im Namen Gottes und es wird gut getan sein. Ob du isst oder trinkst, dich erholst oder am Herd stehst: wenn du deine Arbeit gut verrichtest, wirst du großen Nutzen vor Gott haben, wenn du alles tust, weil Gott es von dir verlangt. Die Liebe gibt den Werken den Wert. Franz von Sales

Herr Jesus Christus, ich weiß, es kommt nicht auf Quantität an, sondern auf Qualität, ich weiß, wenig und gut ist besser, als viel und irgendwie. Das klingt leicht, ist aber oft schwer, in die Tat umzusetzen. Sei beim meinem Tun in meiner Nähe. Amen.

3. Die ganz einfache Liebe

Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben. Mk 12:30

Die Einfachheit im geistlichen Leben nichts anderes als ein reiner, einfacher Akt der Liebe, der nur eines bezweckt: Die Liebe zu Gott zu erringen. Unsere Seele ist dann einfach, wenn wir in allem, was wir tun oder anstreben, einzig nur das wollen. Diese ganz einfache Liebe, die uns bei allem, was wir tun, nur auf eines hinsehen und hinzielen läßt, nämlich auf das Verlangen, Gott zu gefallen len, das ist Marias Teil, das ist das eine Notwendige, das ist die Einfachheit, die mit der Liebe unzertrennlich verbunden ist, da sie nur auf Gott schaut und keinen egoistischen Nebengedanken duldet. Franz von Sales

Nicht an der Menge unserer Arbeit hat Gott Freude, sondern an der Liebe, mit der wir arbeiten. Franz von Sales

4. Einfältig wie die Tauben

So seid nun klug wie die Schlangen und einfältig wie die Tauben. Mt 10,16

Damit wollte er sagen: Lernt von den Tauben Gott in aller Einfachheit lieben, d. h. das Wachsen in der Gottesliebe in aller Einfalt des Herzens fördern und bei allem, was ihr tut, nur ein Motiv, nur ein Ziel haben. Und nicht nur diese Einfalt in der Liebe lernt von der Taube, denn sie hat nur einen Tauber, für den sie alles tut, sie will nichts, als ihm gefallen, sie fürchtet nichts, als ihm mißfallen, lernt auch von ihr, eure Liebe ganz einfach auszudrücken und zu zeigen, denn sie tut nicht weiß Gott was alles, ist nicht überschwenglich in ihren Zärtlichkeiten, sie gurrt nur leise dem Tauber zu, fühlt sich in seiner Liebe geborgen und ist zufrieden, bei ihm sein zu dürfen.

5. Einfach wie die Kinder

Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht in das Reich der Himmel kommen! Mt 18:3

Solange ein Kind noch ganz klein ist, ist es ganz Einfachheit, es hat nur eine einzige Erkenntnis: Die Mutter; nur ein Verlangen: die Brust der Mutter. An diese Brust gelegt und gebettet, ist es wunschlos. Die vollkommen einfache Seele hat auch nur eine Liebe: Gott. Und diese Liebe hat wiederum nur ein Verlangen: Ruhen an der Brust des himmlischen Vaters, dort als wahrhaft liebendes Kind wohnen, dem guten Vater alles Sorgen um das eigene Wohl überlassen. Sie ist nur noch auf eines bedacht: Sich dieses heilige Vertrauen zu erhalten. 

6. Immer wieder neu beginnen

Der Gerechte fällt siebenmal und steht wieder auf. Spr 24:16

Haben Sie Geduld mit allen, in erster Linie aber mit sich selbst; damit will ich sagen, daß Sie nicht verstört werden sollen ob Ihrer Unvollkommenheiten und daß Sie immer den Mut haben sollen, sich wieder zu erheben. Ich freue mich, daß Sie alle Tage wieder neu beginnen; es gibt kein besseres Mittel, das geistliche Leben gut zu vollenden, als immer wieder zu beginnen und niemals zu denken, genug getan zu haben. Franz von Sales

7. Die einfache Seele

Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon! Lk 16:13

Eine Seele, die einfach ist, läuft nicht jedem Wort und jeder Handlung nach, sie überläßt den Ausgang der göttlichen Vorsehung, der sie sich mit ganzer Seele hingegeben hat. Sie wendet sich nicht nach rechts und nicht nach links, sie geht einfach geradeaus. Und findet sie eine Gelegenheit, eine Tugend zu üben, so greift sie diese sorgsam auf und sieht in ihr ein geeignetes Mittel, sich ihrem Ziel, der Gottesliebe, zu nähern, doch tut sie das in aller Ruhe. Sie schätzt keine Gelegenheit gering und läßt auch keine vorübergehen, aber sie schaut nicht ängstlich danach aus und überstürzt sich nicht, sie zu suchen. Sie verhält sich ganz still, sie ruht im festen Vertrauen, daß Gott um ihre Sehnsucht, ihm zu gefallen, weiß, und das genügt ihr. Die einfache Seele mischt sich nicht in die Angelegenheiten anderer ein; sie kümmert sich nur um sich selber und auch das nur insoweit, als es notwendig ist. Unnütze Gedanken weist sie immer und sofort ab. Die Einfachheit hat eine große Ähnlichkeit mit der Demut, die von allen Menschen gut und nur von sich gering denkt.