Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Psalm (Ps) 43: Auslegung und Kommentar

Auslegung und Kommentar zum Psalm (Ps) 43: Bring mich zurück

Ps 43,1-2: Schaffe mir Recht, o Gott, und führe meine Sache. […] Errette mich. […] Du bist der Gott meiner Stärke.

In Gott selbst ist die Seele des Gläubigen verankert. Diesen Anker kann niemand ausreißen. Damit wird Gott zur Stärke. Alle Stärke, die ich habe, gehört dir. Darum suche ich Hilfe bei dir, der sie gewähren kann. Alle meine Stärke ruht in dir. Darum überlasse ich alles ganz deinen Händen. Ich kann mit innerem Frieden darüber hinwegkommen, dass die Menschen mein Tun missdeuten und entstellen, wenn nur mein Gewissen mir bezeugt, dass du auf meiner Seite bist.

Ps 43,2: Warum hast du mich verworfen?

Gott gibt uns nicht ein Anästhetikum, wenn uns die Seele schmerzt. Er übertäubt unseren Kummer nicht, sondern er hilft uns, diesen zu Gott in Beziehung zu setzen. Der Herr verstößt die Seinen nicht, wenn er sie auch für eine Weile wie Verstoßene behandelt. Die Antwort wird nicht selten lauten: Weil du ein Gotteskind bist und in das Ebenbild deines Hauptes, Jesus Christus, umgestaltet werden musst, und weil eine derartige Drangsal den Geist läutert und prächtige Früchte hervorbringt.

Wenn wir merken, dass die Gnade Gottes uns nicht mehr so stärkt, dass sie schwächer wird in uns und uns beinahe verlässt, dann müssen wir uns davor hüten, mutlos zu werden. Diese Schwächung und dieser Entzug bedeuten immer noch dieselbe Gnade, und zwar in der Form, wie sie für uns in diesem Moment am nützlichsten ist. In den Augen Gottes ist es das wirksamste Mittel, um uns aus Lauheit und Trägheit herauszureißen, uns die Augen zu öffnen, damit wir sehen, dass wir den guten Weg verlassen haben und in unser Verderben gehen. Lassen wir uns also nicht entmutigen, sondern danken wir ihm zutiefst dafür, dass er uns auf diese Weise die Augen öffnet, und machen wir uns daran, ernsthaft unser Gewissen zu erforschen, unsere Treulosigkeiten zu prüfen, Mittel und Wege zu entdecken, um sie nicht mehr zu begehen, und über uns selbst zu wachen, gute Vorsätze zu fassen und uns zu bemühen, sie in die Tat umzusetzen. Beten wir zu Gott, bitten wir ihn um seine Gnade und versprechen wir ihm, in Zukunft treuer zu sein bisher; und voll Demut, Wachsamkeit und gutem Willen wollen wir ein neues Leben beginnen. Wenn wir dies tun, wird uns die göttliche Gnade in noch größerer Fülle als bisher zuteil, und dieser momentane Entzug der Hilfe Gottes wird dann ganz in seinem Sinne gewesen sein: eine Quelle größerer Güter, ein sehr wirksames Mittel zu unserer Umkehr. Charles de Foucauld

Ps 43,3: Sende dein Licht und deine Wahrheit, dass sie mich leiten, mich bringen zu deinem heiligen Berg und zu deinen Wohnungen.

So betet nur, wer weiß, dass er erstens in der Finsternis ist und zweitens, dass kein Licht in ihm selbst ist. Mit dem Sohn Gottes kam das Licht in die Welt. Das Licht des Heiligen Geistes und die Wahrheit Gottes, wie sie sich in Jesus offenbart, diese ziehen uns aufwärts, heiligen und vollenden uns. Darum sind sie fähig, uns in die herrliche Gegenwart Gottes zu führen. Wir suchen Licht und Wahrheit als praktische Führer, die uns zur vertrautesten Gemeinschaft mit Gott leiten.

Wie die Sonne ihre Strahlen ausschickt, so entsendet der Herr seine Huld und seine Treue für all die Seinen. Wie die ganze Natur im Sonnenschein frohlockt, so werden auch die Gläubigen von glückseliger Freude erfüllt, wenn ihr Gott ihnen seine Liebe und Wahrhaftigkeit offenbart, die wie goldene Sonnenstrahlen auch die dunkelste Umgebung mit heiterem Glanz erfüllt.

Ps 43,4: Ich komme zum Altar Gottes, zu dem Gott, der meine Freude und Wonne ist, und dich preise auf der Laute, o Gott, mein Gott!

Wir wollen nicht vergessen, dass der Zugang zu dem Gott durch den einen Altar des Opfers von Golgatha vermittelt wird, von welchem auf ewig der liebliche Geruch des einen vollkommenen Opfers aufsteigt. Was für eine wunderbare und erhabene Stätte ist dieser Altar Gottes! Dieser Altar bedeutet jetzt die Herrlichkeit und ewige Wirksamkeit des einen Opfers, mit dem Christus sich selbst Gott für uns dargebracht hat. In der Kraft dieses Opfers nahen wir zu Gott.

Darum ist der Herr ist nicht nur der Quell, der Geber und Erhalter seiner Freude, sondern diese seine Freude selbst. Diesem Gott zu nahen, der für uns eine derartige Glückseligkeit darstellt, danach sollte unsere Seele sehr wohl hungern und dürsten.

Ps 43,4: Ich will zu Gott kommen.

Zu Gott zu gehen schließt Unterwerfung und Freundschaft ein. Ich will zu Gott gehen, um ihm als meinem Gebieter meine Huldigung darzubringen. Ich will zu ihm gehen, um zu hören, was er sagt. Ich will zu ihm gehen, um mir bei ihm Rat zu holen und mit ihm vertraulich zu reden, und will sehr dankbar sein, dass ich in einer Welt voller Drangsale und Versuchungen einen solchen Freund als Berater und Helfer habe. Ich will meinen Kummer vor seinem treuen Herzen ausschütten. Ich will ihn an meinen Freuden Anteil nehmen lassen. Ich will ihm meine Sünden bekennen. Zwar weiß er um sie, aber er soll sie auch aus meinem Mund hören. Ich will ihm meine Ängste sagen, will ihm klagen, wie niedergeschlagen ich oft bin, wenn ich merke, wie sich diese oder jene Leidenschaft machtvoll in mir erhebt. Ich will ihm meine Hoffnungen mitteilen; denn inmitten aller Entmutigungen hoffe ich trotz allem. Ich will zu ihm gehen und ihm das alles, alles sagen. Ich will vor ihm mein ganzes Herz aufdecken und alle meine Last auf ihn werfen. Und wenn die Not mich nicht zu ihm treibt, dann zieht mich meines Herzens Sehnsucht zu ihm, der meine Freude und Wonne ist.

Ps 43,5: Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir?Harre auf Gott, denn ich werde ihm noch danken, dass er meine Rettung und mein Gott ist!

Wenn Gott dein ist, warum dann diese Niedergeschlagenheit? Wenn seine Hand dich ergriffen hat, um dich aufzurichten, was klebst du so am Staub? Der Tau der Liebe senkt sich hernieder, darum, du müdes Herz, lass dich erfrischen und wieder aufrichten. Gibt es einen stichhaltigen Grund, dass du dir den Frieden deines Herzens so rauben lassen solltest? Warum willst du dich unvernünftigem Kummer hingeben, der niemand nützt, sondern nur dir Angst macht und deinen Gott verunehrt? Warum willst du mit düsteren Vorahnungen der Schwermut dein Herz belasten, bis es zusammenbricht? Harre auf Gott.

So gewiss die Sonne am Himmel steht, so gewiss wird auch Gottes Kindern das Licht wieder aufgehen, wenn sie auch eine Weile im Dunkeln wandern müssen. Die Zeit des Trauerns wird bald enden und die Zeit des Dankens und Preisens anbrechen. Auf, mein Herz, blick zum Fenster hinaus, hol das Fernrohr des Glaubens herbei und sieh, wie deine Erlösung naht.


Das war eine Auslegung und ein Kommentar zum Psalm (Ps) 43


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Tägliche Andacht

Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste