Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

2. Kor. Kap. 8-9: Auslegung und Kommentar

Hier findet ihr eine Auslegung und Kommentar zum zweiten Brief an die Korinther Kap. 8 und 9

Wie Christen geben sollen (2. Kor. Kap. 8-9)

2. Kor 8,5: Hingabe

Sie schenkten sich geradezu selbst, zuerst dem Herrn, danach auch uns, ganz so, wie Gott es wollte. 2. Kor 8:5

Sie gaben sich selbst zuerst dem Herrn. Es ist der Wille Gottes, dass du dich zuerst selbst dem Herrn gibst. Wer sich selbst zuerst in völliger Hingabe dem Herrn übergibt, den drängt es auch dazu, sich dem anderen zu übergeben und ihn mit Gaben zu unterstützen. Denn: Es geht um Geschwister im Glauben, die alle dasselbe neue Leben, denselben Vater, denselben Herrn und denselben Heiligen Geist haben. Nur in diesem Schenken ist die Gabe ein Segen. Wenn Schenken ein Segen ist, denkst du nicht daran, was du verlierst, sondern an das, was der andere dadurch an Gutem bekommt.

2. Kor 8,9: Er wurde arm für uns

Denn ihr kennt ja die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, dass er, obwohl er reich war, um euretwillen arm wurde, damit ihr durch seine Armut reich würdet. 2. Kor 8:9

Ihr wisst ja, was unser Herr Jesus Christus in seiner Liebe für euch getan hat: Er war reich und wurde doch arm, um euch durch seine Armut reich zu machen. 2. Kor 8:9

Wann war Jesus reich? Bevor Er Seiner Gottheit die Menschheit hinzufügte und auf dieser Erde wandelte. Hier weist Paulus subtil, aber bestimmt auf die Gottheit Jesu hin. Beachte, dass es heißt, dass Jesus arm wurde , als er reich war . So wie Jesus Menschlichkeit hinzufügte, aber nie seine Göttlichkeit verlor, so „fügte“ er auch Armut „hinzu“, aber „verlor“ nie seinen Reichtum. Denn er hat Armut angenommen, aber seinen Reichtum nicht verloren. Innerlich war er reich, äußerlich arm. Seine Gottheit war in Seinem Reichtum verborgen, Seine Männlichkeit war in Seiner Armut sichtbar.

Warum sollte Jesus um deinetwillen arm werden? Wie kommt uns seine Armut zugute? Weil es uns das gebende Herz Gottes zeigt. Weil es uns die relative Bedeutung materieller Dinge zeigt. Weil es Jesus für alle offen und zugänglich macht. Weil es den Stolz zurechtweist, der sich weigern könnte, zu einem armen Retter zu kommen. Weil es anderen das Privileg gab, Jesus etwas zu geben. Weil es das Herz, den Willen und den Plan Gottes erfüllte und unsere Errettung möglich machte

Die Reichtümer, seien sie materieller oder spiritueller Art, können uns die Luft abschneiden, wenn wir nicht richtig mit ihnen umgehen. Denn selbst Gott kann nichts in ein Herz legen, dass schon zum Bersten voll ist. Die Bedürfnisse wachsen so immer mehr, weil eine Sache nach der nächsten verlangt. Am Ende jedoch bleibt nur noch ein unkontrollierbares Gefühl der Unbefriedigtheit. Bleiben wir so leer wie nur irgend möglich, auf dass uns Gott erfüllen möge. Christus hat sich selbst seines ganzen Reichtums entblößt. Er hat die Armut gewählt, da er wusste, dass sie das wahre Mittel ist, Gott zu besitzen und seine Liebe in die Welt hineinzutragen. (Teresa von Kalkutta)

Er war reich. Er ist der Schöpfer von Himmel und Erde. Alles, was du um dich herum wahrnimmst, ist von Ihm. Im Himmel dienen Ihm zahllose Engel. Seine Weisheit ist nicht zu ergründen. Er trägt alle Dinge durch das Wort seiner Macht. Diesem ganzen Reichtum hat er entsagt, als er Mensch wurde, von Bethlem bei der Geburt in einer Futterkrippe bis hin zu seinem Tod. Sogar das Grab, in das man Jesus legte, gehörte nicht ihm. Er war aber nicht nur im Materiellen arm, sondern in allem. In seinen schwersten Stunden verliessen ihn seine Jünger und am Kreuz spürte er eine tiefe Verlassenheit von Gott. In allem wurde er für uns arm, damit wir reich seien. Wie unsagbar reich bin ich geworden!

2. Kor, 9,6: Säen und ernten

Das aber bedenkt: Wer kärglich sät, der wird auch kärglich ernten; und wer im Segen sät, der wird auch im Segen ernten. 2. Kor 9:6

Was ernten wir, wenn wir geben? Wir ernten sowohl materielle als auch geistige Segnungen .Materiell können wir darauf vertrauen, dass Gott für das gebende Herz sorgen wird. Geistlich können wir darauf vertrauen, dass Gott das gebende Herz jetzt und in der Ewigkeit belohnen wird.

2. Kor 9,7: Fröhlicher Geber sein

Jeder, wie er es sich im Herzen vornimmt; nicht widerwillig oder gezwungen, denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb! 2. Kor 9:7

Gebt jedoch nicht widerwillig oder unter Zwang, denn Gott liebt den Menschen, der gerne gibt. 2. Kor 9,7

Gott liebt den, der fröhlich gibt. 2. Kor 9:7

Die Art, wie man gibt, bedeutet mehr, als was man gibt. Durch zähneknirschendes Geben können wir Gott weder beeindrucken noch erfreuen. Es geht um die richtige Herzenseinstellung. „Wer mit Freuden gibt, gibt am meisten.“ (Mutter Theresa) Geben ist eine Sache des Herzens. Ich achte darauf nicht aus Pflichtgefühl zu geben, um ja ein guter Christ zu sein, sondern zu geben mit einem geöffneten Herzen. Und immer wieder auch der Gegenpol: Dankbarkeit für all das Gute, was wir in unserem Leben schon empfangen durften.

Beim Geben kommt es in erster Linie auf die Gesinnung deines Herzens an und danach auf das Tun deiner Hand. Man kann dem anderen Gutes tun um erstens seine Freundschaft zu gewinnen oder zweitens um ihn zu erbauen und zu helfen oder drittens um allein Gott zu gefallen. Das sind drei verschiedene Ziele, von denen das erste weniger vollkommen ist, das zweite schon besser und das dritte am erhabensten. Das höchste Motiv unserer Handlungen, das der Gottesliebe, besitzt die erhabene Eigenschaft, als reinstes Motiv die Handlung, die aus ihm hervorgeht, ganz rein zu machen. Folglich können wir unseren Handlungen je nach den Beweggründen, Zielen und Absichten, die wir bei deren Verrichtung haben, verschiedene Vollkommenheiten verleihen. Reinigen wir daher, sosehr wir nur können, alle unsere Absichten. Geben wir all unseren Handlungen den heiligen Beweggrund der göttlichen Liebe. Lieben wir die Tugenden hauptsächlich deshalb, weil sie Gott wohlgefällig sind.

Paulus war sehr daran gelegen, dass Geben eine Frage der Großzügigkeit und nicht einer widerwilligen Verpflichtung ist. Gott selbst gibt niemals aus einer Haltung widerwilliger Verpflichtung heraus , und wir sollten es auch nicht tun. Großzügig zu sein , hat nach der biblischen Vorstellung des Wortes mehr mit unserer Einstellung zum Geben zu tun als mit der Menge , die wir geben, also möchte Gott eine bereitwillige Einstellung von Gebern. Wenn Gott Gnade gibt, öffnet er nicht widerwillig einen kleinen Finger und hält eine geballte Faust voller Gaben. Ich würde Ihnen heute sagen, dass Gottes Hände von Nägeln durchbohrte Hände sind und sie weit geöffnet sind. Diese Quelle der Gnade ergießt sich immer und ohne jede Begrenzung auf der Seite des Himmels.

2. Kor 9,8: Gott sei Dank für seine Gabe

Gott aber ist mächtig, euch jede Gnade im Überfluss zu spenden, sodass ihr in allem allezeit alle Genüge habt und überreich seid zu jedem guten Werk. 2. Kor 9:8

Er kann euch so reich beschenken, ja, mit Gutem geradezu überschütten, dass ihr zu jeder Zeit alles habt, was ihr braucht. 2. Kor 9:8

Gott ist auf machtvolle Weise in der Lage, dir zu geben, was du brauchst. Nicht nur etwas, sondern im Überfluss. Sich gehorsam zum Evangelium von Christus zu bekennen, ist eine bleibende Haltung, die für alle Dinge deines Lebens bestimmend ist. Es gibt es noch eine wunderschöne Auswirkung bei den Empfängern der Gabe. „Sie werden für euch beten.“ (2. Kor 9:14) Wenn du etwas schätzen solltest, dann dies: dass Menschen da sind, die für dich beten. Das ist von unschätzbarem Wert. Durch die Gabe ist eine besondere Verbindung entstanden. Die Empfänger der Gabe erkennen in deiner Gabe die überreiche Gnade Gottes an dir.

Gott ist der ultimative fröhliche Geber. Er freut sich, uns zu geben. Es ist nicht schwer zu sagen, warum Gott Freude an dem fröhlichen Geber hat. Er selbst ist ein solcher Geber und möchte, dass diese Eigenschaft unter denen wiederhergestellt wird, die nach seinem Bild geschaffen wurden.

Wenn wir ohne Zufriedenheit leben und handeln, versuchen wir, Bedürfnisse in unserem Leben zu erfüllen. Es kann das Bedürfnis sein, „jemand“ zu sein, das Bedürfnis, sich sicher oder umsorgt zu fühlen, oder das Bedürfnis, Aufregung und Neues in unserem Leben zu haben. Die meisten Menschen versuchen, diese Bedürfnisse mit materiellen Dingen zu befriedigen, aber sie können nur durch eine spirituelle Beziehung zu dem Gott, der uns geschaffen hat, wirklich befriedigt werden.

So könnt ihr auch noch anderen auf verschiedenste Art und Weise Gutes tun […] Gott […] wird dafür sorgen, dass das Gute, das ihr tut, Früchte trägt. 2. Kor 9:8;10

2. Kor 9,13: Gehorsam dem Evangelium

Wenn ihr euch in diesem Dienst bewährt, werden sie Gott dafür preisen, dass ihr euch gehorsam zum Evangelium von Christus bekannt und ihnen und allen anderen so freigiebig geholfen habt. 2. Kor 9:13

Paulus formuliert es mutig. Das Geben unter den korinthischen Christen war ein Beweis für ihren Gehorsam gegenüber ihrem Bekenntnis zum Evangelium Christi . Wenn eine Person kein großzügiges Herz hat, ist sie in gewisser Weise dem Bekenntnis des Evangeliums Christi nicht gehorsam .

2. Kor 9,15: Gott der große Geber

Gott sei Dank für seine unsagbar reiche Gabe! 2. Kor 9:15

Gott aber sei Dank für seine unaussprechliche Gabe! 2. Kor 9:15

Was ist seine unbeschreibliche Gabe ? Einige denken, es sei das Geschenk der Erlösung; andere denken, es sei das Geschenk Jesu Christi. Warum nicht beide? Das Heil ist uns in Jesus Christus geschenkt. Das bedeutet, dass Jesus ein Geschenk ist und die Errettung ein Geschenk ist . Wir verdienen es nicht. Wir empfangen Jesus und wir empfangen die Errettung genau so, wie wir ein Geschenk empfangen würden . Wenn wir es verdienen, ist es kein Geschenk Die Herrlichkeit des Geschenks Jesu und die Größe des Geschenks der Errettung können nicht angemessen beschrieben werden. Gottes unbeschreibliches Geschenk soll uns mit Dankbarkeit erfüllen. 

Wie passend für Paulus, diese beiden Kapitel über das Geben mit einem Fokus darauf abzuschließen! Die beste Motivation zum Geben ist immer die Dankbarkeit für das unbeschreibliche Geschenk Gottes an uns. Gottes unbeschreibliches Geschenk ist das, was alles wahre Geben inspiriert.

Das Besondere an der Tugend der Dankbarkeit ist, dass sie niemand anderem mehr von Nutzen ist, als dem Dankenden selbst. Das gilt vor allem in Bezug auf Gott. Die Größe Gottes kann mein Dank und Lobpreis nicht vergrößern, aber ich selbst erkenne in meiner Dankbarkeit meinen eigenen Wert umso besser. In einer Präfation der Heiligen Messe heißt es daher auch: „Du bedarfst nicht unseres Lobes, es ist ein Geschenk deiner Gnade, dass wir dir danken. Unser Lobpreis kann deine Größe nicht mehren, doch uns bringt er Segen und Heil durch unseren Herrn Jesus Christus. Glücklich werden jene sein, die den Namen Gottes fromm aussprechen und mit einem Gefühl tiefer Dankbarkeit dafür, dass der Erlöser uns losgekauft hat durch sein Blut und sein Leiden. Franz von Sales

Gott ist und bleibt der größte Geber. Gott hat die größte Gabe gegeben, die je gegeben worden ist, eine absolut unvergleichliche Gabe: seinen Sohn Jesus Christus. Gott wusste, was mit seinem Sohn geschehen würde, wie die Menschen Ihn misshandeln und Ihn zum Schluss ermorden würden. Aber Gott gab. Gott wusste, dass diese Saat eine enorme Frucht bringen würde.

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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste