Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Zweiter Brief an die Korinther Kap. 12. Auslegung und Kommentar

Hier findet ihr eine Auslegung und Kommentar zum zweiten Brief an die Korinther Kap. 12

Gottes Kraft, unsere Schwachheit (2. Kor 12,1-10)

2. Kor 12,2: Ich weiß von einem Menschen in Chris­tus, der vor 14 Jahren (ob im Leib oder ob außerhalb des Leibes, ich weiß es nicht; Gott weiß es) bis in den dritten Himmel entrückt wurde.

Der dritte Himmel: Der dritte Himmel weist nicht auf verschiedene „Ebenen“ des Himmels hin (obwohl dies einige alte jüdische Rabbiner glaubten). Stattdessen verwendet Paulus die damals übliche Terminologie, die den „blauen Himmel“ als den ersten Himmel, den „sternenklaren Himmel“ als den zweiten Himmel und den Ort, an dem Gott lebte und regierte, als den dritten Himmel bezeichnete.

2. Kor 12,4: Er wurde ins Paradies versetzt und hat dort Worte gehört, die für Menschen unaussprechlich sind.

Gott ermutigt dich: Paulus wurde einmal in den Himmel entrückt. Diese Erfahrung diente ihm zu Ermutigung für seinen Dienst. Auch wir haben alle schon Erfahrungen gemacht, durch die Gott uns in seinem Wirken ermutigt hat. Keine Visionen, sondern alltägliche Ereignisse, die an sich vielleicht nichts Besonderes sind, aber für dich ein Beweis, dass der Herr seine Hand darin hat. Alle solche Erfahrungen mit dem Herrn geben dir eine besondere Ermunterung, dem Herrn zu dienen. Wenn wir diese Erfahrungen machen, sollen wir uns aber darauf nichts einbilden, sondern allein unserer Schwachheit loben.

2. Kor 12,5: Bei mir selbst aber lobe ich nur meine Schwachheit.

2. Kor 12,7: Damit ich mich nicht überhebe, ward mir ein Dorn ins Fleisch gegeben.

An welchem Dorn Paulus litt, wissen wir nicht. Für uns aber wissen wir: In jedem Leben gibt es etwas, von dem wir gerne befreit wären: ein körperliches Leiden, einen bestimmten Persönlichkeitsanteil o.ä. und sicherlich haben wir auch schon für diese Befreiung gebetet und es ist scheinbar nichts passiert. Zweifeln wir nicht an Gott, wenn er uns nicht das gibt, worum wir bitten. Denn er weiß am Besten, wessen wir bedürfen. Unsere Schwachheiten verhindern ja oft, dass wir hochmütig werden und lassen uns erkennen, dass wir Gott in allem brauchen. Durch unsere Schwachheiten lernen wir am meisten. Sie zeigen uns, wo wir Gnade nötig haben. Sie sind da, um uns auf den Herrn zu werfen und uns zu lehren, dass wir aus uns selbst nichts tun können.

2. Kor 12,8: Seinetwegen habe ich dreimal den Herrn gebeten, dass er von mir ablassen soll.

Unaufhörlich beten: Einige denken, dass Paulus eine hebräische Redewendung verwendet, die wirklich viel mehr als dreimal bedeutet . Das heißt nicht dreimal. Es ist die hebräische Figur für unaufhörlich, kontinuierlich, immer und immer wieder. Einige sagen, es sei ungeistlich und ein Zeichen von wenig Glauben, mehr als einmal für etwas zu beten. Das wäre überraschend für Paulus, der den Herrn dreimal anflehte , und für Jesus, der in seinem Todeskampf im Garten Gethsemane dreimal mit den gleichen Worten betete.

2. Kor 12,9: Und er hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft wird in der Schwachheit vollkommen! Darum will ich mich am liebsten vielmehr meiner Schwachheiten rühmen, damit die Kraft des Christus bei mir wohne.

2. Kor 12,9: Meine Gnade ist alles, was du brauchst! Denn gerade wenn du schwach bist, wirkt meine Kraft ganz besonders an dir.

Meine Gnade genügt dir: Du kannst jeden Aspekt davon betonen, den du willst. Gnade ist die Gunst und Liebe Gottes in Aktion. Es bedeutet, dass er uns liebt und sich über uns freut. Wessen Gnade ist es? Es ist die Gnade Jesu. Es ist gerade jetzt. Nicht, dass es eines Tages sein wird, aber gerade jetzt, in diesem Moment, ist Seine Gnade ausreichend. Es ist leicht, an die Gnade für die Vergangenheit und die Zukunft zu glauben, aber für die unmittelbare Notwendigkeit darin zu ruhen, ist wahrer Glaube. Gläubiger, jetzt genügt die Gnade: auch in diesem Augenblick genügt sie dir.

Dieses Genügen wird ohne einschränkende Worte erklärt, und daher verstehe ich die Passage so, dass die Gnade unseres Herrn Jesus ausreicht, um dich zu stützen, ausreichend, um dich zu stärken, ausreichend, um dich zu trösten, ausreichend, um dir deine Mühe nützlich zu machen, genug, um es dir zu ermöglichen, darüber zu triumphieren, genug, um dich daraus herauszuholen, genug, um dich aus zehntausend Gleichen herauszuholen, genug, um dich heim in den Himmel zu bringen. O Kind Gottes, ich wünschte, es wäre möglich, es in Worte zu fassen diese Allgenügsamkeit, aber sie ist es nicht. 

Worte von Franz von Sales: Gewiß! Nur nie aufhören, Vorsätze zu machen, selbst dann, wenn wir jetzt schon wissen, daß wir sie im gegebenen Moment unmöglich durchführen können. Gerade weil wir uns zu schwach fühlen, sie erfolgreich zu verwirklichen, müssen wir sie energisch fassen und dazu.dem Heiland sagen: ich kann das zwar nicht aus eigener Kraft tun oder aushalten, aber ich freue mich darüber, denn Deine Kraft wird es in mir vollbringen. So gestärkt und gestützt geht dann. Der Heiland geht mit uns um, wie der Vater, die Mutter mit dem Kind. In einer weichen Wiese, im hohen Gras oder im Moos lassen sie es allein gehen, denn es kann sich da nicht weh tun, wenn es hinfällt. Auf schlechten und gefährlichen Wegen aber tragen sie es sorglich auf dem Arm. Franz von Sales

Unser Arm-Sein: Der Weg zum Glück beginnt damit, dass wir unser Arm-Sein, unsere Defizite, unsere Schwächen, unsere Missgeschicke und das alles bewusst wahrnehmen fragen: Was könnte das Gute an dem scheinbaren Hindernis zum Glück sein? Worauf will es uns hinweisen? Wofür will es uns stark machen? Jeder Mangel, jedes Armsein birgt in sich eine Chance. Wenn wir so unsere Wahrnehmung ändern, dann begeben wir uns auf den Weg, wo wir versuchen auch das Widrige in unserem Leben dankbar anzunehmen, noch mehr: es sogar als Segen wahrzunehmen. Erkenne, dass auch das Dunkelste im Leben noch sein Positives haben kann. Vertraue darauf, dass aus dem Tod noch Leben erwachsen kann. Der Glückliche sieht im Schlechten noch das Gute.

In welchen Momenten fühle ich mich schwach? Gibt es Tage, an denen ich kraftlos bin? Wo und wann komme ich an meine Grenzen? Wie gehe ich mit Situationen der Schwäche um? Erlaube ich mir selbst schwach zu sein? Erkenne ich meine Schwächen Kann ich loslassen? Kann ich Schwäche zulassen oder muss ich immer stark sein? Ulrike Puintner

Gott, mein Vater, kennt meine Stärken und Schwächen und er liebt mich genauso, wie ich bin, ihm ist nichts verborgen. Wenn ich ihm meine Schwächen bringe und nicht versuche aus eigener Kraft stark zu sein, wird seine Kraft in meiner Schwäche sichtbar. Seine Gnade ist alles, was ich brauche. Ich erlebe eine Kraft, die nicht von mir selbst kommt, der Herr selbst wird zu meiner Stärke. Ich lasse los und lasse mich fallen in Gottes liebende Hand. Ich erlebe, wie er mich tröstet, auffängt, aufrichtet, wiederherstellt und heilt. Genau und gerade in den Momenten meiner Schwachheit spüre ich seine Gegenwart und Nähe besonders. Ulrike Puintner

2. Kor 12,10: So trage ich für Christus alles mit Freude. […] Denn ich weiß: Gerade wenn ich schwach bin, bin ich stark.

Schwach und doch stark: Manches im Leben ist schwer und kaum zu ändern, vor allem wir selbst, du und ich, so wie wir sind. Dann bleibt uns nichts anderes übrig, als es hinzunehmen, es zu (er)tragen, was oft eine große Herausforderung ist. Es geht um die Tugend der Duldsamkeit. Anstatt energieraubend dagegen anzukämpfen, ist die Erkenntnis hilfreich, dass unser Christsein in der Nachfolge Christi u.a. im Tragen besteht, vor allem das Tragen seiner selbst und das Tragen des anderen. Gott ist ein Gott des Tragens. Der Sohn Gottes trug unser Fleisch, er trug das Kreuz, er trug unsere Sünden und schuf durch sein Tragen Versöhnung. Im Tragen folgen wir Gott. Das tägliche Lernen, den anderen in seiner Andersheit anzunehmen, und das Lernen, dass er mich ebenso ertragen muss in meiner Andersheit, um „wir“ zu werden, das ist etwas ganz wichtiges!

Paulus wirbt um Vertrauen (2. Kor 12,11-21)

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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste