Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Zweiter Brief an die Thessalonicher (2. Thess) Kapitel 3: Auslegung und Kommentar

Auslegung und Kommentar zum zweiten Brief an die Thessalonicher (2. Thess) Kapitel 3

2. Thess 3,1-5: Betet für uns

Auslegung und Kommentar zu 2. Thess 3,1-5

2. Thess 3,1: Übrigens, liebe Geschwister, betet für uns, dass die Botschaft des Herrn sich schnell ausbreitet und in ihrer Herrlichkeit offenbar wird, wie es auch bei euch geschehen ist.

2. Thess 3,2: Betet darum, dass Gott uns vor den niederträchtigen und bösartigen Menschen bewahrt. Denn nicht alle wollen etwas vom Glauben wissen.

2. Thess 3,3: Der Herr aber ist treu. Er wird euch Kraft geben und euch vor dem Bösen bewahren.

Der Herr ist treu. Das sagen wir so selbstverständlich. Und doch gilt es staunend das Unbegreifliche neu zu begreifen. Egal welchen Mist wir bauen: er hält treu an seiner Liebe zu uns fest. Zu Glauben bedeutet, auf Gottes Treue zu mir zu vertrauen in einer unsicheren Welt und in eine unbekannte Zukunft. Jeden Tag aufs Neue.

Der Herr gibt uns dabei Kraft. Mehr noch: Er selbst ist unsere Kraft. Und so bewahrt er mich vor dem Bösen. Franz von Sales schreibt: Er wird uns Arznei sein, um das Herz in seinen seelischen Nöten aufzurichten und zu trösten. Er wird uns vor dem Übel bewahren und das Wohl unserer Seele fördern. Befällt uns eine Schwäche, wird uns wieder aufhelfen.

An Gott mich klammern, das ist meine Kraft. Augustinus

Gottes Wort ist zuverlässig, wahr und seine Verheißungen werden sich erfüllen. Gott ist derselbe gestern, heute und morgen. Diese Treue bezieht sich vor allem auf seine Güte, er ist gut und möchte auch seinen Kindern Gutes schenken. Manchmal jedoch werden wir durch schwierige Umstände auf die Probe gestellt. In solchen Zeiten ist es schwieriger zu vertrauen. Jedoch sollten wir an Gottes Verheißungen festhalten und weiter auf den Herrn hoffen. Ulrike Puintner

2. Thess 3,4: In ihm haben wir das Vertrauen zu euch, liebe Geschwister, dass ihr jetzt und auch in Zukunft tun werdet, was wir euch anweisen.

2. Thess 3,5: Der Herr aber lenke eure Herzen zu der Liebe Gottes und zu der Geduld Christi!

Der Herr lenkt unsere Herzen. Er lenkt sie zu der Liebe Gottes, damit wir diese Liebe genießen können. Die Liebe Gottes ist der Ausgangspunkt alles dessen, was groß und gut ist. Es ist wie ein großes Meer, dessen Grund wir nie erreichen werden. Diese Liebe Gottes strahlt am hellsten darin, dass Gott seinen Sohn in die Welt gesandt hat, für uns und unser Heil. Die Liebe Gottes ist unveränderlich auf uns gerichtet in Christus. Aber unsere Herzen sind oft nicht auf Gottes Liebe gerichtet! Deshalb ist das Gebet so nötig, dass der Herr unsere Herzen dahin richtet. Zweitens lenkt er unsere Herzen hin zu der Geduld Christi (andere Übersetzung: standhaftes Warten auf Christus). Was ist damit gemeint? Dieses Wort spricht das noch ausstehende Kommen Jesus Christus an. Er wird kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Das bekennen wir im Glaubensbekenntnis.

Wohl können wir Gott unser Herz öffnen, aber nicht ohne göttliche Hilfe. Thomas von Aquin 

2. Thess 3,6-18: Arbeiten und essen

Auslegung und Kommentar zu 2. Thess 3,6-18

2. Thess 3,6: Und im Namen unseres Herrn Jesus Christus ordnen wir an: Zieht euch von jedem Bruder zurück, der unordentlich lebt und sich nicht an das hält, was wir bei euch gelehrt und weitergegeben haben.

2. Thess 3,7: Ihr wisst ja, wie ihr unserem Beispiel folgen müsst, denn wir haben weder unsere Pflichten bei euch vernachlässigt.

2. Thess 3,8: noch je auf Kosten anderer gelebt. Im Gegenteil: Wir haben mit Mühe und Anstrengung Tag und Nacht gearbeitet, um keinem von euch zur Last zu fallen.

2. Thess 3,9: Nicht dass wir kein Recht auf eure Hilfe gehabt hätten, nein, wir wollten euch ein Vorbild sein, dem ihr nacheifern könnt.

2. Thess 3,10: Denn schon als wir bei euch waren, haben wir ausdrücklich gesagt: Wer nicht arbeiten will, der soll auch nicht essen.

2. Thess 3,11: Nun hören wir, dass einige von euch ein unordentliches Leben führen: Sie arbeiten nicht, sondern treiben sich nur herum.

2. Thess 3,12: Solchen Leuten befehlen wir im Namen des Herrn Jesus Christus mit allem Nachdruck: Sie sollen Ordnung in ihr Leben bringen, einer geregelten Arbeit nachgehen und sich ihren Lebensunterhalt selbst verdienen.

Die Arbeit: Diesen Satz schreibt Paulus deshalb, weil viele die Arbeit vernachlässigten oder ganz ließen, weil sie dachten, die Wiederkunft des Herrn stehe kurz bevor. Über diesen Hintergrund hinaus stellt es für uns die Wichtigkeit der Arbeit raus. Die Arbeit ist eine Bestimmung des Menschen und unsere Aufgaben dort tue ich in Hingabe für unseren Herrn. Auch wenn es durch eine veränderte Arbeitssituation immer schwieriger wird, so bemühe ich mich dennoch, dass die gewöhnliche Arbeit für mich ein ständiges Gebet ist. In der Schlichtheit meiner Arbeit, in dem immerfort sich Wiederholenden des Alltags ein Leben in und Gehen mit Gott. In den Augen Gottes ist dabei keine Arbeit groß oder klein. Allein die Liebe, mit der sie getan wird, bestimmt ihren Wert. Allein die Liebe!

Gute Arbeiter sind die, in denen Gott arbeitet. Augustinus

2. Thess 3,13: Doch ihr, liebe Geschwister, werdet nicht müde, das zu tun, was gut und richtig ist.

Gutes tun: Mit jedem Schritt, den du tust, und in jeder Begegnung, die dir geschenkt wird, hinterlässt du Spuren. Keine deiner Entscheidungen, keines deiner Worte, keine deiner Gesten kann je ungeschehen gemacht werden. Ich wünsche dir, dass du Spuren der Freude hinterlässt und des Glücks, Spuren der Hoffnung und der Liebe, Spuren der Gerechtigkeit und des Friedens und dass du da, wo du anderen weh getan hast, Vergebung erfährst. Christa Spilling-Nöker

Vorsätze für den Tag: So wie wir Nahrung verkosten, damit sie in unserem Körper wirkt und Kraft gibt, so soll auch das Verkosten des Wortes Gottes in uns gute Werke wirken. Mache dir Vorsätze für den Tag, möglichst konkret, also nicht einfach „Ich möchte Gutes tun“ oder „Ich möchte mehr lieben“, sondern z.B. „Heute begegne ich einer einer schwierigen Person X. Ich möchte innerlich ruhig bleiben und ihr mit Sanftmut begegnen.“ Es geht hier nicht nur um Wortbekenntnisse. Es ist notwendig, dass du den Entschluß, den du gefasst hast, festhälst und sorgfältig ausführst. Der Entschluss ist ja Frucht des Gebetes und des Wortes Gottes. Habe ich mir z.B. vorgenommen, jemand, der mich beleidigt hat, zu verzeihen, so suche ich an diesem Tag den Betreffenden zu begegnen, um ihn freundlich zu grüßen.

2. Thess 3,14: Sollte aber jemand unserer brieflichen Weisung nicht gehorchen wollen, dann merkt ihn euch und geht ihm aus dem Weg, damit er beschämt wird.

2. Thess 3,15: Betrachtet ihn aber nicht als Feind, sondern weist ihn als Bruder zurecht.

2. Thess 3,16: Der Herr des Friedens selbst schenke euch allezeit und auf jede Weise seinen Frieden. Der Herr sei mit euch allen.

Herr des Friedens: Gott hält Bedrängnis und Trübsal nicht von uns fern. Aber er ist uns darin näher, weil wir seines Schutzes und seines Beistands mehr und mehr bedürfen. Trotz aller Unruhe gibt es einen Fels der Ruhe und des Friedens. Das heilige Evangelium handelt fast ausschließlich vom Frieden. Wie es mit dem Frieden beginnt, so schließt es mit dem Frieden, um uns zu lehren, daß er das Erbe ist, das Gott der Herr, unser Meister, seinen Kindern hinterlassen hat.

Geheimnis des Friedens: Kümmern Sie sich nicht um die menschlichen Urteile. Schweigen Sie zu allem und Sie werden den inneren Frieden besitzen; denn unter uns gesagt, es gibt kein anderes Geheimnis, um diesen Frieden zu erlangen, als die Härte der Urteile der Menschen zu ertragen. Beunruhigen Sie sich nicht darüber, was die Welt über Sie sagen wird. Warten Sie das Urteil Gottes ab, und Ihre Geduld wird dann über jene urteilen, die über Sie geurteilt haben. Die den Ring reiten, achten nicht auf die Anwesenheit der Zuschauer, sondern auf den guten Ritt, um ihn zu gewinnen. Bedenken Sie, für wen Sie sich abmühen, und diejenigen, die Ihnen Kummer bereiten wollen, werden Sie kaum beunruhigen. Franz von Sales

2. Thess 3,17: Den Gruß schreibe ich, Paulus, mit eigener Hand. So sieht meine Handschrift aus, das Kennzeichen in jedem meiner Briefe.

2. Thess 3,18: Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch allen.

Briefschluss: Für Paulus war Gottes Gnade der Anfang und das Ende des christlichen Lebens. Es war angemessen, dass dieser Brief – und die meisten seiner Briefe – mit einer Erwähnung der Gnade begannen und endeten .


Das war eine Auslegung und ein Kommentar zum zweiten Brief an die Thessalonicher (2. Thess)  Kapitel 3


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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

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