Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Offenbarung des Johannes (Offb) Kapitel 3:  Auslegung und Kommentar

Auslegung und Kommentar zur Offenbarung des Johannes (Offb) Kapitel 3

Offb 3,1-6: An die Gemeinde von Sardes

Auslegung und Kommentar zu Offb 3,1-6

Offb 3,1: Das sagt der, dem die sieben Geister Gottes dienen und der die sieben Sterne in seiner Hand hält. Ich weiß alles, was du tust. Du giltst als lebendige Gemeinde, aber in Wirklichkeit bist du tot.

Lebendig und doch tot: Einem Offizier sprang beim Appell ein Knopf von der Uniformjacke. Sofort erteilte er den Befehl: Schneider, vortreten! Mehrere Männer traten aus der Reihe. Der Offizier befahl dem Erstbesten, den Knopf an seiner Jacke wieder anzunähen. Darauf erwiderte dieser: Ich heiße Schneider, bin aber keiner. Doch jemand, der Schneider heißt, aber kein Schneider war, konnte der Offizier natürlich nicht gebrauchen. Mit dem Christsein ist es ähnlich. Viele Menschen sagen von sich, dass sie Christen sind. Aber in Wahrheit sind sie keine, sie heißen nur so. Wer ist denn ein Christ im Sinn der Bibel? Das ist jemand, der Jesus Christus als persönlichen Retter und Herrn angenommen hat. Wer das getan und nicht nur einen christlichen „Anstrich“ hat, der wird brauchbar für Gott und seinen Dienst. Gerrid Setzer

Offb 3,2: Wach auf und stärke, was bei euch noch lebendig ist, bevor auch das noch stirbt. Denn ich sehe, dass deine Taten vor Gott nicht bestehen können.

Offb 3,3: Hast du denn ganz vergessen, wie du Gottes Botschaft gehört und aufgenommen hast? Besinn dich wieder darauf und kehr um zu Gott. Wenn du nicht wach wirst, werde ich plötzlich da sein, unerwartet wie ein Dieb. Und du wirst nicht wissen, wann ich komme.

Besinnung und Rückkehr: Die Gemeinde in Sardes wurde ermahnt, der christlichen Wahrheit zu gehorchen, die jeder bei seiner Bekehrung zu Jesus gehört hatte, und zu diesen Grundlagen des Glaubens sollten sie zurückzukehren. Es ist wichtig, in unserer Erkenntnis des Herrn zu wachsen und unser Verständnis durch sorgfältiges Studium zu vertiefen. Aber selbst wenn wir noch so viel lernen, dürfen wir nie die grundlegende Wahrheit über Jesus aufgeben. Jesus wird immer der Sohn Gottes sein und sein Opfer für unsere Sünden bleibt bestehen. Keine neue Offenbarung von Gott wird diesen grundlegenden biblischen Lehren je widersprechen.

Offb 3,4: Aber auch bei euch in Sardes sind einige, denen der Schmutz dieser Welt nichts anhaben konnte. Sie werden immer bei mir sein und weiße Kleider tragen. Denn sie sind es wert.

Weiße Kleider: Das weiße Kleid ist ein Symbol der Vergebung und Gerechtigkeit vor Gott. Unser Kleid ist zwar beschmutzt, weil wir nicht ohne Schuld sind, doch Jesus schenkt Vergebung und damit ein weißes Kleid. Was bedeutet es, dieses Gewand zu besudeln? Es ist eine Form der Zurückweisung und Undankbarkeit. Das Geschenk wird nicht mehr beachtet. Es ist eine grundsätzliche Untreue gegenüber Gott und seinem Wort. Wer das Kleid besudelt, wendet sich von der Erlösung allein durch Jesus ab zu den Göttern der Welt, die einen Weg der Selbsterlösung anbieten. Letztlich geht es aber darum, die Gemeinschaft mit Christus zu pflegen und daran festzuhalten.

Offb 3,5: Wer durchhält und den Sieg erringt, der wird solch ein weißes Kleid tragen. Ich werde seinen Namen nicht aus dem Buch des Lebens streichen, sondern mich vor meinem Vater und seinen Engeln zu ihm bekennen.

Offb 3,7-13: An die Gemeinde von Philadelphia

Auslegung und Kommentar zu Offb 3,7-13

Offb 3,7: Das sagt dir der eine, der heilig und wahrhaftig ist. Er allein hat als Davids Nachkomme den Schlüssel zum Heil. Wo er aufschließt, kann niemand mehr zuschließen; wo er aber zuschließt, kann niemand mehr öffnen.

Der Schlüssel David: Der Schlüssel Davids symbolisiert, dass Christus die Autorität hat, die Tür zu seinem zukünftigen Reich zu öffnen. Nachdem diese Tür geöffnet ist, kann sie niemand wieder verschließen: die Erlösung ist sicher. Sobald sie geschlossen ist, kann niemand sie öffnen: das Gericht ist gewiss.

Offb 3,8: Ich weiß, was du getan und geleistet hast. Sieh, ich habe dir eine Tür geöffnet, die niemand verschließen kann. Deine Kraft ist klein. Doch du hast an dem, was ich gesagt habe, festgehalten und dich unerschrocken zu mir bekannt.

Kraft durch den Herrn: Solche Männer, die von dem Herrn selbst zu Seinem Dienst zubereitet werden, empfangen ihre Kraft da, wo die eigene Kraftlosigkeit und Schwachheit erkannt wird. Solche Diener sind eine wirkliche Hilfe für die Kinder Gottes, und der große Hirte wird ihres Werkes nicht vergessen, das mit willigen Herzen in Seinem Namen für Seine Herde geschieht. Reichliche Anerkennung und eine unverwesliche Krone wird ihr Teil sein an jenem Tage.

Offb 3,10: Du hast meine Aufforderung befolgt, geduldig auszuhalten. Deshalb will ich dich auch in der schweren Prüfung bewahren.

Bewahrung in Prüfung: Im Glaubensleben sind Geduld und das Warten können von großer Bedeutung. Gott ist kein Automat, in den man eine Münze wirft und im Gegenzug sofort etwas bekommt. Es gibt gläubige Menschen, die Wunder erzwingen wollen. Dahinter steckt die Sehnsucht nach dem Eingreifen Gottes. Beeinflusst von der menschlichen Ungeduld fordern sie, dass Gott sofort etwas ändert. Geduld zeigt sich darin, für etwas zu beten und auf die Antwort warten zu können. Wir können Gott nicht zwingen unsere Vorstellungen zu erfüllen. Im Leben des Christen geht es meist nicht um plötzliche Veränderungen, sondern um langsame Entwicklungen. Die Bibel spricht von der Heiligung. Sie ist ein lebenslanger Prozes.

Offb 3,11: Ich komme schnell und unerwartet. Halte fest, was du hast, damit dir niemand deinen Siegespreis nehmen kann.

Am Herrn festhalten: Wir sehen, dass die Welt in immer tiefere Finsternis gerät. Deshalb müssen wir umso mehr im Licht bleiben und das Licht stets heller und nicht verschleiert scheinen lassen. Wir müssen dafür sorgen, dass unsere Gemeinschaft mit dem Herrn immer inniger wird und alles aus dem Weg räumen, was uns dabei hinderlich sein kann. Ja, es ist erforderlich, zu allen Seiten hin wachsam zu sein, auch um unser eigenes „ich“ im Tod zu halten und bereit zu sein, Ihn zu empfangen. Lasst uns das jetzt tun, bevor die Gefahr uns erreicht. So hat Hiskia es getan.

Offb 3,12: Wer durchhält und den Sieg erringt, den werde ich zu einer Säule im Tempel meines Gottes machen. Er wird dort immer bleiben. Und er soll den Namen meines Gottes tragen und wird ein Bürger des neuen Jerusalem sein, der Stadt, die Gott vom Himmel herabkommen lässt. Auch meinen eigenen neuen Namen wird er erhalten.

Offb 3,14-22: An die Gemeinde von Laodizea

Auslegung und Kommentar zu Offb 3,14-22

Offb 3,14: So spricht, der das Jawort ist, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang der Schöpfung Gottes.

Offb 3,14: Dies sagt dir der eine, der die Erfüllung aller Zusagen Gottes ist, sein treuer und wahrhaftiger Zeuge. Er ist der Ursprung von allem, was Gott geschaffen hat.

Anfang der Schöpfung: Christus ist das Haupt, er ist der Anfang der neuen Schöpfung seit er aus den Toten auferstanden ist. Er ist der Anfang der Erstgeborene aus den Toten, damit er in allem den Vorrang haben. Martin Arhelger

Offb 3,15-16: Ich kenne dich genau und weiß alles, was du tust. Du bist weder kalt noch heiß. Ach, wärst du doch das eine oder das andere! Aber du bist lau, und deshalb werde ich dich ausspucken.

Gefahr der Lauheit: Die Gemeinde Laodizea ist am Tiefpunkt ihres geistlichen Verfalls angekommen. Sie wendet sich nicht gegen Gott, tut aber auch nichts für ihn. Die Armut besteht darin, dass sie keine klare Haltung einnimmt. Auch wenn Sie noch so viel besitzen und verdienen, haben Sie ohne eine lebendige Beziehung zu Christus gar nichts. Indem die Gemeinde es versäumte, irgendetwas für Christus zu tun, wurde sie hart und selbstzufrieden und zerstörte sich selbst. Begnügen Sie sich nicht damit, Gott nur halbwegs nachzufolgen. Lassen Sie sich im Glauben von Christus neu entfachen und zum Handeln motivieren. Der Schriftsteller Elie Wiesel schrieb: Ich habe immer daran geglaubt, dass das Gegenteil von Liebe nicht Hass ist, sondern Gleichgültigkeit. Das Gegenteil von Glaube ist nicht Überheblichkeit, sondern Gleichgültigkeit. Das Gegenteil von Hoffnung ist nicht Verzweiflung, es ist Gleichgültigkeit. Gleichgültigkeit ist nicht der Anfang eines Prozesses, es ist das Ende eines Prozesses.

Wir brauchen das lebendige Wasser, das wir im Wort Gottes angeboten bekommen. Es muss nicht viel sein, oft reicht ein kurzer Gedanken am Morgen. Wichtig ist, dass wir regelmäßig diese Quelle nutzen, in Verbindung mit Jesus Christus bleiben, uns von Gottes Heiligem Geist füllen und bewegen lassen, uns erneuern und frisch halten. Lasst euch deshalb nicht vom täglichen Bibellesen, vom Gebet mit Jesus Christus abbringen. Merkt es euch: wenn einmal die Verbindung mit dem Zufluss unterbrochen ist, kann nichts mehr zu euch fließen. Dann kann nichts mehr in euch lebendig gehalten werden. Holt euch die Frische des Wortes, im Gebet, im Lesen der Heiligen Schrift, im miteinander Gottesdienst feiern, im gegenseitigen Ermutigen und Ermahnen. Wer sich bewegt, bleibt lebendig und frisch. Wer sich vom Geist Gottes füllen lässt und immer wieder an die Quelle geht, der wird leben. Und wer anderen diesen Weg zur Quelle zeigt, trägt dazu bei, dass auch diese Menschen zum erfrischenden Glauben kommen.

Das ist ein hartes Gerichtswort! Es ist aber ein wichtiger Hinweis für das Leben als Christ und für unsere Kirche als ganze. Die größte Gefahr ist immer Halbherzigkeit, ist das Tragen auf zwei Schultern, ist die Gleichgültigkeit – das ist die hier so genannte Lauheit. „Ein bisschen katholisch ist schon gut – aber nur nicht übertreiben. Da fällt man ja auf…“, so denken wir vielleicht. Der Geist Gottes wird uns immer zur Entschiedenheit rufen und nicht zur Lauheit. Solche Entschiedenheit fängt bei ganz kleinen Dingen an, z. B.: Beten wir vor dem Essen noch ein Tischgebet oder nicht? Gehen wir am Sonntag zum Gottesdienst oder nicht? Bin ich ehrlich bei meiner Steuererklärung oder nicht? Da gibt es kein „sowohl als auch“ – da gibt es nur „Ja“ oder „Nein“! Bischof von Görlitz:

Offb 3,17: Du bildest dir ein: Ich bin reich und habe alles, was ich brauche. Mir fehlt es an nichts! Da machst du dir selbst etwas vor! Du merkst gar nicht, wie jämmerlich du in Wirklichkeit dran bist: arm, blind und nackt.

Offb 3,18: Darum solltest du dich endlich um den wahren Reichtum bemühen, um das reine Gold, das im Feuer geläutert wurde. Nur dieses Gold macht dich reich, und nur von mir kannst du es bekommen. Lass dir auch die weißen Kleider von mir geben, damit du nicht länger nackt dastehst und dich schämen musst. Kauf dir Augensalbe, die deine blinden Augen heilt.

Wahrer Reichtum: Christus zeigte den Gläubigen in Laodizea, dass wahre Werte nicht in materiellem Besitz liegen, sondern in der intakten Beziehung zu Gott. Ihr Besitz und ihre Leistungen waren im Vergleich zur ewigen Zukunft von Gottes Reich wertlos. Die Lösung gegen die geistliche Armut, Nacktheit und Blindheit sind Gold, weiße Kleider und Augensalbe. Gold wird mit Feuer erhitzt, damit die Schlacke nach oben steigt. So soll der Mensch von Gottes Liebe durchdrungen und verändert werden. Gold, das mit Feuer gereinigt wird, bedeutet einen echten, die Persönlichkeit durchdringenden Glauben. Die weißen Kleider sind ein Hinweis auf die Vergebung durch den Tod Jesu. Durch Jesus können wir mit einer reinen Weste vor Gott bestehen. Und die Augensalbe will sagen, dass Gottes Geist die Augen über unseren wahren Zustand öffnet und wir über das Leben reflektieren können. Aus Bibel. Begegnung fürs Leben

Offb 3,19: Bei allen, die ich liebe, decke ich die Schuld auf und erziehe sie mit Strenge. Nimm dir das zu Herzen und kehr um zu Gott!

Erziehung und Umkehr: Die erzieherischen Maßnahmen Gottes sind nicht als Strafe gedacht, sondern sollen Menschen zu ihm zurückbringen. Sind Sie in Ihrer Hingabe an Gott lau geworden? Vielleicht erzieht Gott Sie, um Ihnen aus Ihrer Gleichgültigkeit herauszuhelfen. Aber seine erzieherischen Maßnahmen entspringen aus seiner Liebe. Sie können sie vermeiden, indem Sie ihm durch Sündenbekenntnis, Dienst, Anbetung und Bibellesen wieder näher kommen. So wie das Feuer der Liebe in einer Ehe neu entfacht werden kann, so kann der Heilige Geist unseren Eifer für Gott neu entzünden, wenn wir ihn in unseren Herzen wirken lassen. Aus Bibel. Begegnung fürs Leben

Offb 3,20: Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, so werde ich zu ihm hineingehen und das Mahl mit ihm essen und er mit mir.

Anklopfen des Herrn: Jesus steht vor der Tür und klopft an, er bittet dich in Gestalt des Menschenkindes um Hilfe, er tritt dir gegenüber in jedem Menschen, der dir begegnet. Christus wandelt auf der Erde solange es Menschen gibt, als dein Nächster, als der durch den Gott dich anruft, anspricht, Ansprüche stellt. Das ist der größte Ernst und die größte Seligkeit der Adventsbotschaft. Christus steht vor der Tür, er lebt in Gestalt des Menschen unter uns, willst du ihm die Tür verschließen oder öffnen? Sonderbar mag es uns vorkommen, in so nahem Antlitz Christus zu sehen, aber er hat’s gesagt, wer sich diesem Wirklichkeitsernst der Adventsbotschaft entzieht, kann auch vom Kommen Christi in sein Herz nicht reden.

Jesus hat Sehnsucht danach, dass wir ihn lieben. Seine Liebe zielt nach unserem Heil, unser Heil aber nach seiner Liebe. Mit welcher Liebe verlangt doch das göttliche Herz nach unserer Liebe! Die Sonne überströmt alles mit ihrer belebenden Wärme und spendet jedem die nötige Kraft, Früchte zu bringen. Genau so belebt auch die göttliche Güte alle Seelen und ermutigt die Herzen zur Liebe. Er geht sogar von Tür zu Tür, klopft an und beteuert, daß er bei jedem, der ihm auftut, einkehren und Gastmahl mit ihm halten, jede Art Gnade und Wohlwollen ihm erzeigen wird

Glückliche Seele: O Gott, wie glücklich ist eine Seele, die ihre Freude daran findet, zu wissen und zu erkennen, daß Gott Gott ist und daß seine Güte eine unendliche Güte ist. Denn durch dieses Tor des Wohlgefallens tritt der himmlische Bräutigam in sie ein. Er hält Gastmahl mit uns und wir mit ihm. Wir weiden uns mit ihm an seiner Güte durch die Freude, die wir über sie empfinden, und sättigen unser Herz an den göttlichen Vollkommenheiten durch die Befriedigung, die wir dabei fühlen

Bin ich bereit, das Klopfen und die Stimme zu hören? Bin ich bereit die Tür zu öffnen? Darf Jesus Christus durch seinen Heiligen Geist in mich hineinkommen und dabei meinem eigenen Geist verdrängen? Bin ich bereit dazu, mich verändern zu lassen? Fragen über Fragen. Welche Antworten gebe ich darauf? Welche Antworten gibst Du? Rolf Aichelberger

Offb 3,21: Wer durchhält und den Sieg erringt, wird mit mir auf meinem Thron sitzen, so wie auch ich mich als Sieger auf den Thron meines Vaters gesetzt habe.


Das war eine Auslegung und ein Kommentar zur Offenbarung des Johannes (Offb) Kapitel 3.


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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste