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Offenbarung des Johannes (Offb) Kapitel 22:  Auslegung und Kommentar

Auslegung und Kommentar zur Offenbarung des Johannes (Offb) Kapitel 22

Offb 22,1-5: Wasser des Lebens

Auslegung und Kommentar zu Offb 22,1-5

Offb 22,1: Der Engel zeigte mir auch einen kristallklaren Strom, der aus dem Thron Gottes und des Lammes hervorkam. Es war der Strom mit dem Wasser des Lebens.

Strom mit dem Wasser des Lebens: Der Fluss mit dem Lebenswasser. Da gibt es den Fluss mit dem (Quell-) Wasser des Lebens (Joh 4,10; 7,38): Er funkelt wie Kristall, d. h. er ist rein. Dieses Lebenswasser fliesst unaufhörlich vom Thron Gottes aus, wo auch das Lamm ist (Offb 7,17; 21,6; 22,1,17). Es ist umsonst und wird jeden Dürstenden sättigen. Seine Wirkung ist lebenserhaltend, stillend und heilend.

Offb 22,2: An seinen beiden Ufern wuchs der Baum des Lebens, der zwölfmal im Jahr Früchte trägt, jeden Monat einmal, und dessen Blätter zur Gesundheit der Völker dienen.

Baum des Lebens: Mit der himmlischen Stadt Jerusalem ist das verlorene Paradies zurückgekehrt und der paradiesische Zustand wiederhergestellt. Baum, Fluss, Nahrung, ewiges Leben und Gemeinschaft, („es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei …“ Gen 2,18). Es gibt keine Versuchung und keine Sünde mehr usw. Da Früchte Nahrung bedeuten und lebensspendend sind für den menschlichen Körper, könnten sie ein Symbol für die Frucht des Geistes sein, die lebensspendend ist für unsere Seelen. Unsere Seelen leben von der unaufhörlichen Liebe Gottes, der Freude, dem Frieden, der Langmut und Freundlichkeit, der Güte, Treue, Sanftmut und Enthaltsamkeit usw

Offb 22,3: Dort wird es nichts mehr geben, was unter dem Fluch Gottes steht. Der Thron Gottes und des Lammes wird in der Stadt sein, und ihre Bewohner werden ihm als Priester dienen.

Offb 22,4: Sie werden sein Gesicht sehen und seinen Namen an ihrer Stirn tragen.

Vollkommene ewige Stadt: Die Darstellung der vollkommenen und ewigen Stadt, die von Gott erfüllt ist, erreicht ihren Höhepunkt. Die Verheißung, dass alle, die reinen Herzens sind, Gott schauen werden, erfüllt sich im Himmel (Mt 5,8). Das Vorrecht dieser Verheißung wird uns erst dann so richtig bewusst, wenn wir uns daran erinnern, dass selbst Mose, der Gott näher stand als irgendein anderer Mensch auf Erden (ausser Jesus), Gott nicht schauen durfte (Ex 33,20.23). 

Offb 22,5: Dann wird es keine Nacht mehr geben, so dass man keine Beleuchtung mehr braucht, nicht einmal das Sonnenlicht. Denn Gott, der Herr, wird über ihnen leuchten. Und sie werden regieren – für immer und ewig.

Ausblick: Wir wissen bis heute noch nicht was unser Dienst im Himmel einmal sein wird. Wir wissen auch nichts Genaues über diese Herrschaft, die wir antreten werden. Aus beiden Verben (dienen und herrschen) ist aber ersichtlich, dass unsere Existenz im Himmel einen Sinn und Zweck haben wird. Mit andern Worten: es wird uns nicht langweilig werden in der Ewigkeit!

Offb 22,6-21: Ich komme bald

Auslegung und Kommentar zu Offb 22,6-21

Offb 22,8-9: Ich fiel vor dem Engel, der mir alles gezeigt hatte, nieder und wollte ihn anbeten. Aber er wehrte ab und sagte: Nein, tu es nicht! Ich diene Gott ebenso wie du.

Engel begleiten uns: Engel verweisen letztlich immer auf Gott. Engel dürfen niemals angebetet werden, denn Christus selbst ist das Zentrum der Engelwelt. Es sind seine Engel. Sie sind sein, weil sie durch ihn und auf ihn hin erschaffen sind. Aber wir dürfen voll Dank sein, dass sie uns begleiten. „Wie groß ist die Würde der Seelen, daß eine jede von Geburt an zu ihrem Schutz einen Engel zugewiesen hat“ (Hieronymus), der allein uns dienen soll, um uns zu Jesus zu führen.

Offb 22,11: Wer aber gerecht ist, soll weiter gerecht handeln und wer heilig ist, soll weiterhin ein geheiligtes Leben führen.

Heiliges Leben führen: Der Herr mahnt uns mit eindringlichen Worten, nach der Vollkommenheit zu streben. Ihr sollt vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist. (Mt 5,48) Seid heilig, weil ich heilig bin. (Lev 11,44). Wir haben die Pflicht, uns für dieses Ziel einzusetzen. Wir schreiten so von Tugend zu Tugend, d.h. wachsen durch gute Werke in der Gerechtigkeit, die wir durch Gnade empfangen haben, und mehr und mehr gerechtfertigt werden. Nie sagt der gerechte Mensch, es ist genug, sondern er hat immer Hunger und Durst nach der Gerechtigkeit.

Offb 22,12: Ich bringe jedem den Lohn mit, der seinen Taten entspricht.

Offb 22,13: Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende , der Erste und der Letzte.

Christus das A und O: Neben der universalen Aussage liebe ich diese Anrufung, weil ich sie auch ganz konkret auf jeden einzelnen Tag anwenden kann. Es ist meist so viel los unterm Tag und ich denke nicht unentwegt an Gott, aber noch bevor ich morgens aus dem Bett aufstehe mache ich ein Kreuzzeichen und versetze mich dadurch sofort in Gottes Gegenwart, er ist mein Tagesanfang, mein Alpha. Dasselbe am Abend direkt vor dem Schlafen, er ist mein Tagesschluß, mein Omega. Das tut meiner Seele so gut. Das gibt dem Tag „Gottes Rahmen“

Offb 22,14: Glücklich werden alle sein, die ihre Kleider reinwaschen. Sie dürfen die Früchte vom Baum des Lebens essen und haben freien Zugang zur Stadt.

Reingewaschene Kleider: Wer seine Kleider, d.h. seinen Charakter, seine Schuld und seine Sünden im Blut des Lammes gewaschen hat, d.h. wer seine Sünden bekennt und lässt, der darf dann einst auf der neuen Erde sein. Glaube und Gehorsam sind eng miteinander verbunden. Für hier reicht es, zu verstehen, dass die Kleider auf die sündenvergebende Taufe anspielen. Wer dieses Kleid trägt und im Leben seiner Berufung treu geblieben ist, darf auf das ewige Leben hoffen, das hier mit dem paradiesischen Bild des Baums des Lebens und dem Eintritt in die himmlische Stadt Jerusalem ausgedrückt wird.

Jesus ist der Anfang und das Ende. In ihm besteht der ganze Erlösungsplan des Menschen. Das Kreuz stellt dabei den Mittelpunkt der Erlösung dar.

Offb 22,16: Ich bin die Wurzel.

Christus die Wurzel: Die Stürme des Lebens können uns nicht umreißen, wenn wir in Jesus Christus verwurzelt sind. Mich hat es tief geprägt, als ich immer häufiger die Erfahrung gemacht habe, dass es am Tag drunter und drüber gehen kann, aber ich tief in mir drin in einer schwer zu fassenden Ruhe blieb. Früher hätte ich nur noch am Rad gedreht. Es gibt natürlich auch Tage, wo das nicht hin haut, aber seitdem ich diese Erfahrung gemacht habe, ist es eine tägliche Bitte im Gebet, dass Jesus mich in seiner Ruhe wohnen lässt, ich in meinem Verwurzeltsein in ihm den Stürmen des Alltags trotzen kann.

Offb 22,16: Ich bin der helle Morgenstern.

Christus der Morgenstern: Der Morgenstern ist der Stern, der vor dem Sonnenaufgang aufgeht. Er führt sozusagen den Tag herauf. Insofern ist der Morgenstern ein Bild für Jesus, der das Licht bringt. Wer nun an ihn glaubt, sieht. Er sieht mit einem Licht, das die gesamte Wegstrecke erleuchtet, weil es vom auferstandenen Christus her zu uns kommt, dem Morgenstern, der nicht untergeht, in dem das Licht über die Finsternis gesiegt hat

Offb 22,17: Der Geist und die Braut sprechen: Komm! Und wer es hört, der spreche: Komm!

Christus der Bräutigam: Jeder Tag unseres Leben sei geprägt von der immer neuen Begegnung mit Christus, dem menschgewordenen Wort des Vaters. Er steht am Anfang und am Ende, und in ihm hat alles Bestand. Pflegen wir die Stille, um das Wort des Herrn zu hören und darüber nachzudenken, damit es durch das Wirken des Heiligen Geistes alle Tage unseres Lebens immer neu in uns wohnt, in uns lebt und zu uns spricht.  So können auch wir in den großen hochzeitlichen Dialog einstimmen, mit dem die Heilige Schrift schließt: Der Geist und die Braut aber sagen: Komm! Wer hört, der rufe: Komm! Er spricht: Ja, ich komme bald. Amen. Komm, Herr Jesus!

Offb 22,20: Es spricht, der dies bezeugt: Ja, ich komme bald! Amen. Ja, komm, Herr Jesus!

Offb 22,21: Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch allen! Amen.


Das war eine Auslegung und ein Kommentar zur Offenbarung des Johannes (Offb) Kapitel 22.


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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

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