Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Matthäus Evangelium Kap. 22 – Auslegung und Kommentar

Hier findet ihr einen Kommentar und eine Auslegung zum Matthäus Evangelium Kapitel 22

Mt 22,1-14: Gleichnis vom Hochzeitsmahl

‭Da begann Jesus und redete wieder in Gleichnissen zu ihnen und sprach:‭ Mt 22:1

Das Reich der Himmel gleicht einem König, der für seinen Sohn das Hochzeitsfest veranstaltete. Mt 22:2

Eine Hochzeit war (und ist es heute oft) das bedeutendste gesellschaftliche Ereignis im Leben eines Menschen. Die Hochzeit eines Prinzen wäre ein spektakuläres Ereignis, und eine Einladung würde normalerweise geschätzt werden.

Der König ist Gott, und sein Sohn ist der Herr Jesus. Das Hochzeitsmahl ist eine geeignete Beschreibung der Festfreude, wie sie für das Reich der Himmel charakteristisch sein wird. MacDonald

Sodann aber hielt Gott der Vater seinem Sohne ein Hochzeitmahl, als er diesen in dem Leib der Jungfrau mit der menschlichen Natur verband. Der Leib der jungfräulichen Mutter war aber das Brautgemach dieses Bräutigams. Goldene Perle

Er sandte seine Knechte aus, um die Geladenen zur Hochzeit zu rufen. Aber sie wollten nicht kommen. Mt 22:3

Die erste Phase der Einladung zeigt Johannes den Täufer und die zwölf Jünger, wie sie freundlich Israel zur Hochzeitsfeier einluden. Aber das Volk weigerte sich, diese Einladung anzunehmen. Die Worte „Sie wollten nicht kommen“ erreichten bei der Kreuzigung ihren Höhepunkt. MacDonald

Er sandte aber seinen Knecht, ohne Zweifel den Moses, durch den er den Eingeladenen das Gesetz gab.

Die zuerst Geladenen aber, welche nicht kommen wollten, sind die, welche die Worte des Propheten nicht hören wollten

Da sandte er nochmals andere Knechte und sprach: Sagt den Geladenen: […] kommt zur Hochzeit! Sie aber achteten nicht darauf, sondern gingen hin, der eine auf seinen Acker, der andere zu seinem Gewerbe. Die Übrigen aber ergriffen seine Knechte, misshandelten und töteten sie. Mt 22:4-‬6

Die zweite Phase der Einladung bedeutet die erneute Verkündigung des Evangeliums an die Juden in der Apostelgeschichte. Einige behandelten die Botschaft mit Verachtung. Einige wandten gegen die Boten Gewalt an, daher wurden die meisten Apostel zu Märtyrern. MacDonald

Unter den zum zweiten Male abgesandten Knechten versteht man die Propheten.

‭Als der König das hörte, wurde er zornig, sandte seine Heere aus und brachte diese Mörder um und zündete ihre Stadt an.‭ Mt 22:7

‭Dann sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereit, aber die Geladenen waren nicht würdig.‭ Mt 22:8

Alle Dinge sind bereit ist die Botschaft des Evangeliums. Du kommst nicht zu Gottes Fest und bereitest dein eigenes Essen zu. Er hat es für dich bereit gemacht; du kommst um zu empfangen.

‭Darum geht hin an die Kreuzungen der Straßen und ladet zur Hochzeit ein, so viele ihr findet!‭ Mt 22:9

‭Und jene Knechte gingen hinaus auf die Straßen und brachten alle zusammen, so viele sie fanden, Böse und Gute, und der Hochzeitssaal wurde voll von Gästen.‭ Mt 22:10

In diesem Sinne können wir sagen, dass dies ein Gleichnis über die Gnade ist. Diejenigen, die eingeladen waren – und die kamen – hatten die Einladung absolut nicht verdient, geschweige denn das Hochzeitsfest selbst

Weil aber Gute und Böse berufen werden sollten, nicht aber darum, daß die Bösen böse blieben, sondern daß sie ihre nicht hochzeitlichen Kleider ablegten und die hochzeitlichen, nämlich die Eingeweide der Barmherzigkeit und Güte (Kol. 3, 12), anzögen, darum erscheint der König, um die Geladenen zu sehen. Goldene Perle

‭Als aber der König hineinging, um sich die Gäste anzusehen, sah er dort einen Menschen, der kein hochzeitliches Gewand anhatte;‭ Mt 22:11

‭und er sprach zu ihm: Freund, wie bist du hier hereingekommen und hast doch kein hochzeitliches Gewand an? Er aber verstummte.‭ Mt 22:12

Was sollen wir aber unter dem hochzeitlichen Kleid Anderes, als die Liebe, verstehen? Denn diese hatte der Herr in sich, als er erschien, um sich die Kirche zur Hochzeit zu verbinden. Es kommt also der zur Hochzeit, aber ohne das hochzeitliche Kleid, welcher in der Kirche zwar den Glauben, aber nicht die Liebe hat. Goldene Perle

‭Da sprach der König zu den Dienern: Bindet ihm Hände und Füße, führt ihn weg und werft ihn hinaus in die äußerste Finsternis! Da wird das Heulen und Zähneknirschen sein.‭ Mt 22:13

‭Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt!‭ Mt 22:14

Mt 22,15-22; Über die Zahlung von Steuern

Mk 12,13-17; Lk 20,20-26

Da gingen die Pharisäer und hielten Rat, wie sie ihn in der Rede fangen könnten.‭ Mt 22:15

‭Und sie sandten ihre Jünger samt den Herodianern zu ihm, die sprachen: Meister, wir wissen, dass du wahrhaftig bist und den Weg Gottes in Wahrheit lehrst und auf niemand Rücksicht nimmst; denn du siehst die Person der Menschen nicht an.‭ Mt 22:16

Die Herodianer waren nämlich unbekannt, so daß sie leichter ihn hintergehen und ihn fangen konnten, da sie aus Furcht vor dem Volk dieses nicht selbst zu tun sich wagten.

Es senden daher die Pharisäer ihre Jünger mit den Herodianern ab, d.h. den Soldaten des Herodes, welche die Pharisäer spottweise, weil sie den Römern Tribut bezahlten, Herodianer und nicht Verehrer Gottes nannten.

Dies ist aber die erste Lüge der Heuchler, daß sie die loben, welche sie verderben wollen, und darum Beginn sie mit Lobsprüchen.

‭Darum sage uns, was meinst du: Ist es erlaubt, dem Kaiser die Steuer zu geben, oder nicht?‭ Mt 22:17

Jesu Dilemma mit dieser Frage war einfach. Wenn er sagte, dass Steuern gezahlt werden sollten , könnte er beschuldigt werden, die Souveränität Gottes über Israel zu leugnen (was sich beim jüdischen Volk unbeliebt macht). Wenn er sagte, dass keine Steuern gezahlt werden sollten, machte er sich selbst zum Feind Roms.

Würde er sagen, man dürfe keinen Tribut zahlen, so sollten die Herodianer, welche es hörten, ihn als des Aufruhrs gegen den römischen Kaiser schuldig sogleich ergreifen.

‭Da aber Jesus ihre Bosheit erkannte, sprach er: Ihr Heuchler, was versucht ihr mich?‭ Mt 22:18

Es liegt also das erste Wunder des Antwortenden darin, daß er das Innere der Fragenden kennt, und sie nicht Jünger, sondern Versucher nennt. Heuchler heißt also der, welcher etwas Anderes ist und etwas Anderes heuchelt.

‭Zeigt mir die Steuermünze! Da reichten sie ihm einen Denar.‭ Mt 22:19

‭Und er spricht zu ihnen: Wessen ist dieses Bild und die Aufschrift?‭ Mt 22:20

So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist! Mt 22:21

Jesus bestätigte, dass die Regierung legitime Bitten an uns stellt. Wir sind Gott gegenüber in allen Dingen verantwortlich, aber wir müssen der Regierung in zivilen und nationalen Angelegenheiten gehorsam sein.

Es ist eine Frage, die in unserem Leben nie an Aktualität verliert: Was gebe ich Gott? Ist Er wirklich das Wichtigste in meinem Leben? Wem gehört mein Herz? Wir müssen unser ganzes Wesen Gott weihen, denn sein Ebenbild tragen wir in uns. Während seines ganzen Lebens redet Jesus Christus von der der Möglichkeit zu wählen. Wir sind dazu berufen, uns zu entscheiden, und die Alternativen sind klar: unser Leben nach den Werten dieser Welt oder nach den Werten des Evangeliums auszurichten. Für die Wahl und die Bekehrung ist es nie zu spät, wir können unser Leben immer nach der Dynamik Gottes neu gestalten. Im Gebet wird uns offenbart, was Gott von uns erwartet. Wer sich für Gott entscheidet, wird Ihn in sich tragen.

Wir müssen Gott geben, was ihm gehört, das heißt den Leib, die Seele und unsere Willenskraft. Diejenige Goldmünze gehört dem Kaiser, die sein Bild trägt. Die Münze aber, die Gott gehört, ist der Mensch, in den das Bild Gottes eingezeichnet ist. Darum gebt euren Reichtum dem Kaiser, euer reines Gewissen aber bewahrt für Gott. Hilarius

‭Als sie das hörten, verwunderten sie sich, und sie ließen ab von ihm und gingen davon.‭ Mt 22:22

Mt 22,23-33: Über die Auferstehung

Mk 12,18-27; Lk 20,27-40

An jenem Tag traten Sadduzäer zu ihm, die sagen, es gebe keine Auferstehung, und sie fragten ihn‭ Mt 22:23

‭und sprachen: Meister, Mose hat gesagt: Wenn jemand ohne Kinder stirbt, so soll sein Bruder dessen Frau zur Ehe nehmen und seinem Bruder Nachkommen erwecken.‭ Mt 22:24

Die Sadduzäer stellten Jesus eine hypothetische – und lächerliche – Frage, in der Hoffnung zu zeigen, dass die Idee der Auferstehung Unsinn ist. Basierend auf Deuteronomium 25:5-10 , wenn ein verheirateter Mann kinderlos starb, war es die Verantwortung seines Bruders, die Witwe seines Bruders zu schwängern und das Kind dann als Nachkomme des verstorbenen Mannes zu zählen.

‭Nun waren bei uns sieben Brüder. Der erste heiratete und starb; und weil er keine Nachkommen hatte, hinterließ er seine Frau seinem Bruder.‭ Mt 22:25

‭Gleicherweise auch der andere und der dritte, bis zum siebten.‭ Mt 22:26

‭Zuletzt, nach allen, starb auch die Frau.‭ Mt 22:27

‭Wem von den Sieben wird sie nun in der Auferstehung als Frau angehören? Denn alle haben sie zur Frau gehabt.‭ Mt 22:28

Wahrscheinlich war dies eine der Standardgeschichten, die sie zu erzählen pflegten, um die Auferstehung lächerlich zu machen. Spurgeon

‭Aber Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Ihr irrt, weil ihr weder die Schriften noch die Kraft Gottes kennt.‭ Mt 22:29

Wenn die Toten auferstehen, werden sie nicht mehr wie hier auf der Erde heiraten. Es wird ganz anders sein: Sie sind dann wie die Engel Gottes im Himmel. Mt 22:30

Erstens erinnerte Jesus sie daran, dass das Leben in der Auferstehung ganz anders ist als dieses Leben. Es setzt nicht nur diese Welt und ihre Ordnungen fort, sondern es ist Leben ganz anderer Ordnung.

Hier sind wir in der Zeit, dort in der Ewigkeit; hier im Werden und Vergehen, dort  in der Vollendung ohne Wandel. Die Schwierigkeit für uns, die wir hier in dieser Welt leben, ist die völlige Unvorstellbarkeit der anderen Welt. Unser Wissen reicht nur bis an die Grenze des irdischen Lebens. Drüben ist es ganz anders. Da wir nur dieses Leben kennen, können wir uns jenes nicht vorstellen. Hier sind wir in der Zeit, dort in der Ewigkeit. Hier gibt es daher alles, was zum zeitlichen Leben notwendig ist: Nahrung, Heirat, Zeugung, Geburt, die Folge der Generationen. All das ist notwendig, damit das Leben auf dieser Erde weitergeht. Drüben ist das anders. Wo es keinen Tod mehr gibt, da fallen auch Zeugung, Geburt, Heirat weg. Wie das sein wird? Wir haben dafür keine Vergleiche. Wir werden, so sagt Jesus Söhne und Töchter Gottes geworden sein, wie Christus, der auch leiblich aus dem Grab auferstanden ist.

‭Was aber die Auferstehung der Toten betrifft, habt ihr nicht gelesen, was euch von Gott gesagt ist, der spricht:‭ Mt 22:31

Er ist doch nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden! Mt 22:32

Wenn der Horizont über den Tod hinausgeht, wird das Leben bedeutsam. Zu wissen, dass Gott selbst garantiert, dass mit dem Tode nicht alles vorbei ist, kann so unendlich tröstlich sein, aber es stellt auch in die Verantwortung, das Leben heute im Lichte Gottes zu sehen, weil bei ihm noch einmal alles zur Sprache kommt, was in diesem Leben gewesen ist.

‭Und als die Menge dies hörte, erstaunte sie über seine Lehre.‭ Mt 22:33

Mt 22,34-40: Über das wichtigste Gebot

Mk 12,28-34

Als nun die Pharisäer hörten, dass er den Sadduzäern den Mund gestopft hatte, versammelten sie sich;‭ Mt 22:34

‭und einer von ihnen, ein Gesetzesgelehrter, stellte ihm eine Frage, um ihn zu versuchen, und sprach:‭ Mt 22:35

‭Meister, welches ist das größte Gebot im Gesetz?‭ Mt 22:36

Diese Frage war auch geplant, um Jesus eine Falle zu stellen. Indem sie Jesus baten, ein wichtiges Gebot zu wählen , hofften sie, dass Jesus einen anderen Bereich des Gesetzes vernachlässigte.

Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Denken. Mt 22:37

Was Jesus hier sagt, ist ein wörtliches Zitat aus Deuteronomium (6,4-5). Wie das Herz die innerste Mitte und die treibende Kraft des Menschen ist, so muss die Liebe zu Gott unser ganzes Leben durchdringen, antreiben und bewegen. Gott will den Menschen ganz. Das macht unsere Würde und Größe aus, dass Gott auf unsere Liebe so großen Wert legt. Diese Gottesliebe ist Freundschaft mit Gott. Es ist keine Liebe, die etwas haben will, denn durch die Gottesliebe lieben wir Gott um der Liebe seiner selbst willen, in Anbetracht seiner überaus liebenswerten Güte. Diese Freundschaft ist eine echte Freundschaft, weil sie gegenseitig ist.

Gott hat dich erlöst und dich mit ihm versöhnt, damit du ihn liebst: Du bist berufen zur Anbetung. Liebe Gott mit deinem ganzen Herzen. Du wurdest erschaffen, um Gott Freude zu bereiten, deshalb ist es dein Lebensziel, Gott durch Anbetung zu lieben. Gott an erster Stelle: Zum Götzen wird alles, was in meinem Leben wichtiger ist als Gott. Setze Gott an erster Stelle deines Lebens, jeden Tag neu. Darum ist das Gebet unersetzlich, wahrlich, wir können sagen, wer betet ist Gott nahe, wer nicht betet, ist fern von Gott, auch wenn dieser ihm nahe bleibt. Darum bete ihn an! Dazu bist du gerufen. Mein Tagesanfang ohne mein Morgengebet zu Gott ist für mich persönlich unvorstellbar. Das gehört für mich genauso dazu wie jeden Morgen selbstverständlich die Sonne aufgeht.

Gepriesen sei auf ewig Gott, der uns mit Liebe befiehlt, daß wir ihn lieben. Seine Liebe ist doch so notwendig für unser Glück, daß wir ohne sie nur unglücklich sein können! Alles ist dieser himmlischen Liebe wegen gemacht und alles bezieht sich auf sie. Alles, was nicht auf diese ewige Liebe hinzielt, zielt auf den ewigen Tod. O himmlische Liebe, wie liebenswert bist du unseren Seelen! Der Sonne gleich gibt das Gebot der Gottesliebe allem anderen seinen Wert und erleuchtet es mit Licht. Eines Baumes gleich schenkt das Gebot der Gottesliebe zahlreiche Blüten und Früchte. So ist das der Kern unseres Lebens und das Heil unserer Seelen: Liebe Gott und erkenne die Liebe Gottes zu dir.

Liebe den Herrn deinen Gott u.s.w. Liebe, sagt er, nicht: Fürchte, weil die Liebe mehr als die Furcht ist. Denn die Furcht haben die Sklaven, die Liebe die Söhne; die Furcht ist unter der Notwendigkeit, die Liebe in der Freiheit. Wer Gott in Furcht dient, entgeht zwar der Strafe, erhält aber keinen Lohn der Gerechtigkeit; weil er wider Willen das Gute wegen der Furcht tut. Gott will also nicht, daß ihn die Menschen als Herrn knechtisch fürchten, sondern daß sie ihn als Vater lieben, welcher den Geist der Einkindung den Menschen verlieh. Gott aber aus ganzem Herzen lieben heißt dieses, daß dein Herz keine andere Sache mehr als Gott zu lieben geneigt ist. Goldene Perle

Denn wer glaubt, bei Gott sei jedes Gut und nichts Gutes sei außer ihm, dieser liebt Gott aus ganzer Seele. Von ganzem Gemüt aber Gott lieben heißt: alle Sinne Gott hinzugeben. Denn dessen Geist Gott dient, dessen Weisheit Gott gemäß ist, dessen Gedanke das, was Gottes ist, überlegt, dessen Gedächtnis sich an das Gute erinnert, der liebt Gott aus ganzem Gemüt. Goldene Perle

‭Das ist das erste und größte Gebot.‭ Mt 22:38

Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Mt 22:39

Jesus erinnert mich an die Liebe zu den Nächsten. Auch dieses Gebot finden wir schon im alten Testament (3.Mose 19,18). Aber die Liebe ist nun in und durch Christus nicht mehr nur ein Gebot, sondern Antwort auf das Geschenk des Geliebtseins durch ihn, mit dem Gott uns entgegengeht. Dazu gehört so vieles: sich Zeit nehmen für einander, kleine Aufmerksamkeiten, schlichten Freundlichkeiten, gern gegebene Hilfen, wissen, was den anderen freut, ahnen und spüren, was ihm weh tut und was ihn traurig macht, Bereitschaft zur Versöhnung, sich um Geduld bemühen, den anderen ertragen u.v.m. Die Liebe ist wie ein großer Geldschein, der täglich umgewechselt werden will in kleine Münzen.

Herr Jesus, lehre uns zu lieben wie Du geliebt hast. Dass wir nicht lieben um geliebt zu werden, sondern dass wir immer mehr hineinwachsen in die Liebe, die Du uns zeigst.

Gott hat dich erlöst und dich mit ihm versöhnt, damit du ihm dienst: Du bist berufen zum Dienst. Es ist letztlich das praktische Tätigwerden, dass aus der Berufung zur Anbetung, zur Nachfolge und zur Gemeinschaft entspringt. Täglich neu die Ego-Mauer durchbrechen: Durchbreche die Mauer deines eigenen Ego zum anderen hin. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Denke nicht nur an deinen eigenen Vorteil, sondern habe stets das Wohl der anderen im Auge, denn wer in Gottes Augen groß sein will, der soll allen anderen dienen. Es ist für mich einer der Aussagen Gottes in der heiligen Schrift, die mich ehrfürchtig Erstaunen lässt. Gott sagt: Ich bin in dir und ich bin im Nächsten. Gerade im Alltag begegnet mir Gott hier in den unterschiedlichsten Menschen auf unterschiedlichste Art und Weise und so kann der Dienst auch unterschiedlich aussehen: zuhören, praktisch helfen, Mut zusprechen, Zeit schenken, vergeben u.v.m.

Wer sich selber nicht mag, der wird nur schwer ein Freund der Menschen sein. Wenn ich mich selber mit meinen Licht- und Schattenseiten nicht annehme, werde ich Mühe haben andere Menschen anzunehmen, so wie sie sind. Wenn ich mich selber nicht liebe, wie soll ich Gott lieben, der mich geschaffen hat? Nur wer sich selbst als einmaliges Geschöpf Gottes angenommen hat und mag, kann auch andere annehmen und lieben. Selbstliebe meint nicht Egoismus. Beim Egoisten dreht sich alles um die eigene Person, die eigenen Bedürfnisse. Er ist darauf fixiert. So wird er blind und unempfindsam für seine Mitmenschen. Selbstliebe nach dem Evangelium meint etwas anderes. Jeder ist in den Augen Gottes einmalig und wertvoll.

An diesen zwei Geboten hängen das ganze Gesetz und die Propheten. Mt 22:40

Da er das Wesen des Gesetzes vollkommen verstand, hatte Jesus keine Schwierigkeiten zu antworten. Anstatt ein Gebot über ein anderes zu stellen, definierte Jesus das Gesetz in seinen Grundprinzipien: Liebe den HERRN mit allem, was du hast, und liebe deinen Nächsten wie dich selbst.

Gott ist es, den wir lieben und die Liebe zu Gott ist das erste Gebot; aber das zweite entspricht ihm, weil wir Gott die Liebe, die er uns erwiesen hat, nur mittels der anderen zurückschenken können. Es besteht die Gefahr, dass das zweite Gebot zum ersten wird. Hier aber können wir einen Gegentest machen und prüfen, ob wir jeden Menschen lieben, also Christus lieben, Gott in jedem Menschen lieben, ohne Bevorzugung, ohne Kategorien, ohne Ausnahme. Die zweite Gefahr besteht darin, dass wir es nicht zu Stande bringen und auch nicht bringen werden, wenn wir die Nächstenliebe vom Glauben und der Hoffnung abkoppeln. Der Glaube und die Hoffnung erwachsen aus dem Gebet. Ohne Gebet können wir nicht lieben. Denn nur der Glaube und die Hoffnung, die durch das Gebet vermehrt werden, vermögen den Weg unserer Liebe von ihrem lästigsten Hindernis zu befreien: die Sorge um uns selbst. Die dritte Gefahr ist die, dass wir nicht „wie Jesus uns geliebt hat“, sondern auf rein menschliche Art lieben. Und das ist vielleicht die größte Gefahr. Es ist nicht unsere Liebe, die wir zu geben haben: es ist Gottes Liebe. Die Liebe Gottes, die eine göttliche Person ist, die ein Geschenk Gottes an uns ist, die aber ein Geschenk bleibt, das sozusagen durch uns hindurchgehen, uns durchdringen [durchbohren] muss, um anderswo hinzugehen, um in andere hineinzugehen. Madeleine Delbrêl

Mt 22,41-46: Im Gespräch mit führenden Juden

Mk 12,35-37; Lk 20,41-44

‭Als nun die Pharisäer versammelt waren, fragte sie Jesus‭ Mt 22:41

‭und sprach: Was denkt ihr von dem Christus? Wessen Sohn ist er? Sie sagten zu ihm: Davids.‭ Mt 22:42

Die Pharisäer hatten teilweise recht, wenn sie sagten, dass der Messias der Sohn Davids ist. Aber sie hatten kein vollständiges Verständnis davon, wer der Messias ist. Er ist nicht nur Davids Sohn (ein Hinweis auf seine Menschlichkeit), sondern er ist auch Davids Herr (ein Hinweis auf die Gottheit von Jesus, dem Messias).

Wieso nennt ihn denn David im Geist Herr? Mt 22:43

Aus dem Schoß der Jungfrau ist er geboren, Diener und Herr zugleich. Diener, um ein Werk zu vollbringen, Herr, um Befehle zu erteilen, um Gott ein Königreich im menschlichen Herzen einzurichten. Er hat eine doppelte Herkunft, ist aber ein einziges Wesen. Er ist nicht jemand anderes, wenn er aus dem Vater hervorgeht und nicht jemand anderes, wenn er aus der Jungfrau hervortritt. Sondern er ist derselbe, der vor aller Zeit aus dem Vater geboren, zur festgesetzten Zeit von der Jungfrau Fleisch angenommen hat. Darum wird er sowohl Diener als auch Herr genannt: Diener wegen uns, aber aufgrund der Einheit mit dem göttlichen Wesen, dem Gott von Gott, dem Ursprung allen Ursprungs, ist er Sohn, der dem Vater in allem gleich ist und somit Gott gleich. Ambrosius

‭Der Herr hat zu meinem Herrn gesagt: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde hinlege als Schemel für deine Füße?‭ Mt 22:44

Wenn er aber sagt: Setze dich zu meiner Rechten, so hat man darunter nicht zu verstehen, daß Gott körperlich ist, so daß er eine Rechte und Linke habe, sondern zur Rechten Gottes sitzen heißt: in gleicher Ehre und Würde mit dem Vater zu bleiben. Goldene Perle

Wenn also David ihn Herr nennt, wie kann er dann sein Sohn sein? Mt 22:45

Indem er Fleisch annimmt, verliert er nichts von seiner Größe, die kein Ende kennt. Als Sohn Gottes ist er also Gott gleich und indem er Mensch wurde, hat er die Knechtsgestalt angenommen. Wie gut ist doch diese Knechtsgestalt, die uns alle befreit hat! Wahrlich, wie gut ist sie! Sie hat ihm den Namen verdient, der größer ist als alle Namen! Wie gut ist seine Erniedrigung! Sie hat bewirkt, dass alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu und jeder Mund bekennt: Jesus Christus ist der Herr. Ambrosius

‭Und niemand konnte ihm ein Wort erwidern. Auch getraute sich von jenem Tag an niemand mehr, ihn zu fragen.‭ Mt 22:46

Logik und Rhetorik erwiesen sich als nutzlos, um Jesus anzugreifen. Jetzt würden Seine Feinde stattdessen Verrat und Gewalt anwenden.

Infos zum Impuls 

– Start mit dem Wort Gottes in den Tag

– Kurzimpuls

– es gibt stets ein Wochenthema

– täglich nur 1x

– entweder über

   * Whatsapp

   * Facebook-Seite

   * Telegram

– ca. zwischen 6-7 Uhr 

– hier geht´zur Anmeldung

Tägliche Andacht

Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste