Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Matthäus Evangelium Kap. 21 – Auslegung und Kommentar

Hier findet ihr einen Kommentar und eine Auslegung zum Matthäus Evangelium Kapitel 21

Mt 21,1-11: Einzug in Jerusalem

Mk 11,1-11; Lk 19,28-44; Joh 12,12-19

Mt 21,1: Als sie sich nun Jerusalem näherten.

Einzug in Jerusalem: Der Palmsonntag ist das große Portal, das uns in die Karwoche eintreten läßt. Mögen besonders zwei Grundstimmungen diese Tage beherrschen: der Lobpreis, wie bei denen, die Jesus in Jerusalem mit ihrem „Hosanna“ empfangen haben, und der Dank, weil Jesus uns in dieser Karwoche von neuem das denkbar größte Geschenk machen wird: Er wird uns sein Leben schenken, seinen Leib und sein Blut, seine Liebe. Auf ein so großes Geschenk müssen wir in angemessener Weise antworten, das heißt mit dem Geschenk unserer selbst: unserer Zeit, unseres Gebetes, unseres tiefen, liebevollen Verbundenseins mit Christus, der für uns leidet, stirbt und aufersteht. Die Kirchenväter haben ein Symbol in der Geste gesehen, die Mäntel vor dem Herrn auszubreiten: Vor Christus müssen wir unser Leben, unser ganzes Sein ausbreiten, in einer Haltung der Dankbarkeit und der Anbetung. Papst Benedikt XVI

Beginn der Karwoche: Die Karwoche beginnt mit dem Einzug in Jerusalem, den wir am Palmsonntag feiern. Das ist keine historische Gedenkfeier, denn dieser Palmsonntag ist nichts Vergangenes, das wir nostalgisch sentimental schauspielerisch feiern, nein: wie der Herr damals auf dem Esel in Jerusalem einzog, so kommt er in der demütigen Gestalt von Brot und Wein immer neu zu uns. Die Kirche begrüßt den Herrn in der heiligen Eucharistie als den, der jetzt kommt, der in ihre Mitte getreten ist. Und sie begrüßt ihn zugleich als den, der immerfort der Kommende bleibt und uns auf sein Kommen zuführt. Wir gehen auf ihn zu. Er kommt uns entgegen.

Mt 21,2: ‭Geht in das Dorf, das vor euch liegt, und sogleich werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Füllen bei ihr; die bindet los und führt sie zu mir!‭

Mt 21,3: ‭Und wenn euch jemand etwas sagt, so sprecht: Der Herr braucht sie!, dann wird er sie sogleich senden.‭

‭Mt 21,4-5: Das ist aber alles geschehen, damit erfüllt würde, was durch den Propheten gesagt ist, der spricht:‭ Euer König kommt zu euch. Und doch kommt er nicht stolz daher, sondern reitet auf einem Esel, ja, auf dem Fohlen einer Eselin.

Jesus ist mein König: der Einzug auf einem Esel unterstreicht Jesus königlichen Anspruch, ein Königtum, das ganz anders ist: bescheiden und demütig. Jesus Weg führt ans Kreuz: Der Esel ist ein Lasttier. Jesu Weg ist ein schwerer Weg. Glauben bewahrt nicht vor Problemen, auch nicht vor Leid! Dennoch: Wer seine Last mit Jesus trägt, wird spüren, dass er zugleich Kraft zum Tragen schenkt. Jesus kommt zum Menschen durch mich: Lass mich dein Esel sein, Christus, auf dem du zu all diesen Menschen kommst. Bischof Helder Camâra

Mt 21,6-7: ‭Die Jünger aber gingen hin und taten, wie Jesus ihnen befohlen hatte, und brachten die Eselin und das Füllen und legten ihre Kleider auf sie und setzten ihn darauf.‭

Mt 21,8: Viele Leute breiteten ihre Kleider als Teppich vor ihm aus.

Ausgebreitete Kleider: Für uns als geistliche Handlung bedeutet die Geste des Ausbreitens der Kleider folgendes: Wir dürfen und sollen unser Leben, unser ganzes Sein vor ihm ausbreiten. Auf das Geschenk seiner Lebenshingabe antworten wir mit dem Geschenk unserer selbst: unserer Zeit, unseres Gebetes, unseres tiefen, liebevollen Verbundenseins mit Christus, der für uns leidet, stirbt und aufersteht. Das Ausbreiten der Kleider war weiter die traditionelle Gebärde der Inthronisation des Königs. Jesus ist und kommt als König. Breite täglich neu dein Leben vor unserem König aus!

Mt 21,9: Hosianna dem Sohn Davids! Gepriesen sei der, welcher kommt im Namen des Herrn! Hosianna in der ­Höhe!

Hosianna: Der Herr billigt es, dass die Kinder Hosanna dem Sohne Davids singen. Er will also, dass wir Ihn preisen. Es genügt Ihm nicht, dass wir Ihm danken, Ihn um Verzeihung, um Gnade bitten: die drei Worte: „Danke, Verzeihung, Herr, hilf!“ sind zwar unerlässlich und müssen uns allezeit im Herzen und auf den Lippen sein; sie genügen indessen nicht, um so zu beten, wie wir beten sollen. Wir sollen ihn auch loben. Loben heißt, seine Bewunderung und damit seine Liebe ausdrücken; denn die Liebe ist unzertrennlich mit einer großen Bewunderung verbunden. Gott loben heißt, sich zu seinen Füßen in Worten der Bewunderung und Liebe verströmen, heißt, Ihm in allen Formen immer wieder sagen, dass Er unendlich vollkommen, unendlich liebenswert ist, dass Er unendlich geliebt wird, dass seine Schönheit ebenso grenzenlos ist wie unsere liebende Bewunderung. Charles de Foucauld

Mt 21,10: ‭Und als er in Jerusalem einzog, kam die ganze Stadt in Bewegung und sprach: Wer ist dieser?‭

Mt 21,11: ‭Die Menge aber sagte: Das ist Jesus, der Prophet von Nazareth in Galiläa!‭

Mt 21,12-17: Tempelreinigung

Mk 11,12-19; Lk 19,45-48

Mt 21,12: Dann ging Jesus in den Tempel, jagte alle Händler und Käufer hinaus, stieß die Tische der Geldwechsler und die Stände der Taubenverkäufer um.

Jesus geht in den Tempel: Und Jesus zog in den Tempel. Dies war die Sache des guten Sohnes, daß er in das Haus des Vaters eilte, um ihm Lob darzubringen, und damit du Christo nachahmst, und wenn du in eine Stadt kommst, zuerst in die Kirche eilst. Goldene Perle

Worte von Meister Eckhart: Hierum will Gott diesen Tempel ledig [frei, leer] haben, auf dass denn auch nichts weiter darin sei als er allein. Seht, alle die sind Kaufleute, die sich hüten vor groben Sünden und wären gern gute Leute und tun ihre guten Werke Gott zu Ehren, wie Fasten, Wachen, Beten und was es dergleichen gibt, allerhand gute Werke, und tun sie doch darum, dass ihnen unser Herr etwas dafür gebe oder dass ihnen Gott etwas dafür tue, was ihnen lieb wäre: dies sind alles Kaufleute. Das ist im groben Sinn zu verstehen, denn sie wollen das eine um das andere geben und wollen auf solche Weise markten mit unserm Herrn. Bei solchem Handel sind sie betrogen. Meister Eckhart

Mt 21,13: Mein Haus soll ein Bethaus genannt werden! Ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht!

Mein innerer Ort: Dieser innerste heilige Ort im Menschen kann verstellt sein durch allerlei Gerümpel, Geld, Besitz und weltliche Interessen. Böse und niedrige Gedanken können in uns so sehr die Oberhand gewinnen, dass für Gott kein Platz mehr ist. Der Mensch kann unter seiner Würde leben und das Heiligste vergessen, verdrängen, ausschließen. Wir können Gott zwar hinauswerfen. Gott aber geht nimmer in die Ferne. Wir können Gott vergessen, er vergisst uns nie. Er wartet auf uns. Suchen wir die Stille, das Gebet und den Nächsten, denn dort lässt er sich finden.

Mt 21,14: Und es kamen Blinde und Lahme im Tempel zu ihm, und er heilte sie.‭

Jesus dient dem Menschen: Blinde und Lahme waren auf den Hof der Heiden beschränkt. Sie konnten nicht näher an den Tempel gehen und nicht zum Altar gehen, um zu opfern. Nachdem er den Hof der Heiden von Kaufleuten und Räubern gesäubert hatte, diente Jesus dann den Ausgestoßenen, die sich dort versammelten.

Mt 21,15-16: ‭Als aber die obersten Priester und die Schriftgelehrten die Wunder sahen, die er tat, und die Kinder, die im Tempel riefen und sprachen: Hosianna dem Sohn Davids!, da wurden sie entrüstet‭ und sprachen zu ihm: Hörst du, was diese sagen? Jesus aber sprach zu ihnen: Ja! Habt ihr noch nie gelesen: Aus dem Mund der Unmündigen und Säuglinge hast du ein Lob bereitet?‭

Mt 21,17: ‭Und er verließ sie, ging zur Stadt hinaus nach Bethanien und übernachtete dort.‭

Mt 21,18-22: Im Gebet um alles bitten dürfen

Mk 11,20-26

Mt 21,8: ‭Als er aber früh am Morgen in die Stadt zurückkehrte, hatte er Hunger.‭

Jesus hat Hunger: Einige fragen sich, warum Jesus am Morgen hungrig sein würde, wenn er das Haus von Martha und Maria verließ. Spurgeon vermutete, dass dies daran lag, dass er früh aufwachte, um Zeit mit seinem himmlischen Vater zu haben, und sich keine Zeit zum Essen nahm. Er war ein vollkommener Mensch und daher körperlich hungrig, denn Hunger ist ein Zeichen von Gesundheit.

Mt 21,19: ‭Und als er einen einzelnen Feigenbaum am Weg sah, ging er zu ihm hin und fand nichts daran als nur Blätter. Da sprach er zu ihm: Nun soll von dir keine Frucht mehr kommen in Ewigkeit! Und auf der Stelle verdorrte der Feigenbaum.‭

Mt 21,20: ‭Und als die Jünger es sahen, verwunderten sie sich und sprachen: Wie ist der Feigenbaum so plötzlich verdorrt?‭

Mt 21,21: Wenn ihr Glauben habt und nicht zweifelt, so werdet ihr nicht nur tun, was mit dem Feigenbaum geschah, sondern auch, wenn ihr zu diesem Berg sagt: Hebe dich und wirf dich ins Meer!, so wird es geschehen.

Mt 21,22: ‭Und alles, was ihr glaubend erbittet im Gebet, das werdet ihr empfangen!‭

Glauben und nicht zweifeln: Wir müssen glauben, dass Gott handeln kann und handeln wird. Wir empfangen nichts, weil wir beim Beten zweifeln. Wir dürfen nicht denken, dass wir etwas bekommen, wenn der Zweifel in unserer Seele nistet. Gerrid Setzer

Mt 21,23-27: Jesus wird infrage gestellt

Mk 11,27-33; Lk 20,1-8

Mt 21,23: Und als er in den Tempel kam, traten die obersten Priester und die Ältesten des Volkes zu ihm, während er lehrte, und sprachen: In welcher Vollmacht tust du dies, und wer hat dir diese Vollmacht gegeben?

Mit welchem Recht tust du das alles? An dieser Evangelienstelle bleibt die Frage unbeantwortet. Die Heilige Schrift gibt uns jedoch viele Antworten; lassen wir diese Antworten auf uns wirken und stellen wir uns Jesus vor in all seiner Macht und Herrlichkeit: Ihm ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden. Er ist der Erstgeborene der Toten, der Herrscher über die Könige der Erde, der uns liebt und uns von unseren Sünden erlöst hat durch sein Blut. Er ist das Alpha und das Omega, der Herr, der ist und der war und der kommt, der Herrscher über die ganze Schöpfung. Er ist der Erste und der Letzte und der Lebendige. Er war tot, doch nun lebt er in alle Ewigkeit, und er hat die Schlüssel zum Tod und zur Unterwelt. Er ist der Sieger, der Löwe aus dem Stamm Juda, der Spross aus der Wurzel Davids und Herr der Herren. Er ist das Lamm, das geschlachtet wurde und mit seinem Blut Menschen für Gott erworben hat aus allen Stämmen und Sprachen, aus allen Nationen und Völkern. Er ist der Treue und Wahrhaftige. Sein Name heißt das Wort Gottes, König der Könige und Herr der Herren. Bertalan Egervári

Mt 21,24: ‭Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Auch ich will euch ‭ein‭ Wort fragen; wenn ihr mir darauf antwortet, will ich euch auch sagen, in welcher Vollmacht ich dies tue.‭

‭Mt 21,25: Woher war die Taufe des Johannes? Vom Himmel oder von Menschen? Da überlegten sie bei sich selbst und sprachen: Wenn wir sagen: Vom Himmel, so wird er uns fragen: Warum habt ihr ihm dann nicht geglaubt?‭

Mt 21,26: ‭Wenn wir aber sagen: Von Menschen, so müssen wir die Volksmenge fürchten, denn alle halten Johannes für einen Propheten.‭

Mt 21,27: Sie antworteten Jesus und sprachen: Wir wissen es nicht! Da sprach er zu ihnen: So sage ich euch auch nicht, in welcher Vollmacht ich dies tue.

Wir wissen es nicht. Diese Worte machen zwei Dinge deutlich: Sie offenbaren das Fehlen jeder geistlichen Befugnis der Führerschaft der Juden und zugleich ihre heuchlerische Bosheit. Wenn sie Johannes den Täufer nicht richtig zu beurteilen vermochten, wie sollten sie dann seinem Herrn in der rechten Weise begegnen? So lange sie nicht gewillt waren, die Zeichen des Vorläufers zu akzeptieren, würden sie noch weniger die weitaus grösseren Zeichen des Königs selbst annehmen.

Mt 21,28-32: Gleichnis von den zwei Söhnen

Mt 21,28-29: Ein Mensch hatte zwei Söhne. Und er ging zu dem ersten und sprach: Sohn, mache dich auf und arbeite heute in meinem Weinberg! Der aber antwortete und sprach: Ich will nicht! Danach aber reute es ihn, und er ging.

Ein Mann hatte zwei Söhne: Wer ist dieser sonst, als Gott, welcher alle Menschen erschuf, welcher, obwohl er von Natur aus der Herr ist, doch mehr als Vater geliebt, denn als Herr gefürchtet werden will? Goldene Perle

Das Sprechen des Vaters: In diesen einfachen Worten des Vaters an den Sohn ist viel zu sehen. Der Vater sprach diesen Sohn individuell an; er sprach nicht mit den Söhnen zusammen. Obwohl beide Söhne dieselbe Einladung erhielten ( er kam zum zweiten und sagte dasselbe ), war es ein individueller Aufruf zur Arbeit. Der Vater sprach ihn zuerst als Sohn an . Zu wissen, dass er der Sohn seines Vaters war, hätte ihn bereit machen müssen, seinen Willen zu tun. Der Vater bat den Sohn zu arbeiten ; gemeinsam am Familienunternehmen teilhaben. Aber es war Arbeit und kein Spiel. Der Vater bat den Sohn, heute zu arbeiten , nicht in ferner Zeit. Der Vater bat den Sohn, in „ meinem Weinberg “ zu arbeiten. Es gehörte dem Vater, also hätte es dem Sohn etwas ausmachen müssen.

Mt 21,30: Er ging zu dem zweiten und sagte dasselbe. Da antwortete dieser und sprach: Ich gehe, Herr! und ging nicht.

Das Verhalten der zwei Söhne: Er antwortete: Ja, Herr!, ging aber nicht. Es kommt uns vor, dass wir, je länger wir Jesus nachgefolgt sind, umso mehr dem zweiten Sohn aus dem Gleichnis gleichen. Wir haben zu Gott „Ja“ gesagt. Unsere Absicht ist es, ihm zu folgen, doch am Ende sieht es so aus, als ob wir ihm nicht sehr gut folgen. Wir bleiben hinter der Erwartung zurück. Dann erneuern wir unseren Entschluss, ihm besser nachzufolgen, aber schon nach kurzer Zeit müssen wir wieder feststellen, dass wir unsere Zeit für uns selbst genutzt haben und nur sehr wenig für ihn getan haben. Was stimmt hier nicht? Eigentlich wollen wir nicht wie der zweite Sohn sein, der nur mit seinen Lippen „Ja“ gesagt hat. In welchen Bereichen meines Lebens sage ich „Ja“, und handle aber nicht entsprechend? James Swanson

Mt 21,31: ‭Wer von diesen beiden hat den Willen des Vaters getan? Sie sprachen zu ihm: Der erste. Da spricht Jesus zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Die Zöllner und die Huren kommen eher in das Reich Gottes als ihr!‭

Der Sinn dieses Gleichnisses ist klar. Was zählt, ist für Gott zu leben, nicht die richtigen Worte zu sagen. Die religiösen Führer waren gut darin, aufrichtige Worte zu sprechen, aber ihre hartnäckigen, reuelosen Herzen zeigten, dass reuige Sünder vor ihnen in das Königreich eintreten würden.

Mt 21,32: Denn Johannes ist zu euch gekommen mit dem Weg der Gerechtigkeit, und ihr habt ihm nicht geglaubt. Die Zöllner und die Huren aber glaubten ihm; und obwohl ihr es gesehen habt, reute es euch nicht nachträglich, sodass ihr ihm geglaubt hättet.

Mt 21,33-36: Gleichnis von den bösen Bauern

Mk 12,1-12; Lk 20,9-19

Mt 21,33: Es war ein gewisser Hausherr, der pflanzte einen Weinberg, zog einen Zaun darum, grub eine Kelter darin, baute einen Wachtturm, verpachtete ihn an Weingärtner und reiste außer Landes.

Und reiste in ein anderes Land: Nicht indem er an einen anderen Ort ging, denn von keinem Ort kann Gott abwesend sein. Nur scheinbar geht er von dem Weinberg fort, damit den Winzer die Freiheit gegeben wird, so zu handeln, wie sie es wollen. Hieronymus

Und er reiste in die Ferne. Er reiste nicht durch eine örtliche Bewegung ab; denn Gott, der Alles erfüllt, kann nirgends abwesend sein, sondern er schien von dem Weinberge sich zu entfernen, um den Winzern Freiheit in ihrem Geschäfte zu lassen. Goldene Perle

Gabe und Aufgabe: Der Herr hat uns das Leben, unsere Sinne, unsere Fähigkeiten und zahllose Gnaden geschenkt; deshalb dürfen wir nicht vergessen, daß jeder von uns ein Arbeiter unter vielen anderen ist, und daß der Besitzer uns auf seinem Landgut angestellt hat, damit wir an der Aufgabe mitwirken, andere Menschen mit Nahrung zu versorgen. Der umzäunte Bereich ist der Ort unseres Wirkens; dort müssen wir arbeiten, Tag für Tag, und so zum Werk der Erlösung beitragen. Josemaria

Mt 21,34: Als nun die Zeit der Früchte nahte, sandte er seine Knechte zu den Weingärtnern, um seine Früchte in Empfang zu nehmen.

Die Früchte: Die erwarteten Früchte bestehen nur zu einem geringen Teil aus vorzeigbaren Leistungen. Vor Gott können auch leere und gebundene Hände – wie die ans Kreuz genagelten Hände seines Sohnes – erfüllt und fruchtbar sein. Vor ihm ist auch ein schweres Schicksal, eine unheilbare Krankheit, ja jedes tapfer getragene Leiden eine kostbare Frucht. So hat jeder und jede von uns seine und ihre Art geistiger Fruchtbarkeit. Bitten wir Gott, dass er uns erkennen und vollbringen lässt, was er von uns will und erwartet.

Mt 21,35: Aber die Weingärtner ergriffen seine Knechte und schlugen den einen, den anderen töteten sie, den dritten steinigten sie.

Die Propheten: Unter den Dienern , die hier zu den Ackerbauern gesandt wurden, sind zweifellos diese außergewöhnlichen Propheten zu verstehen

Mt 21,36: Da sandte er wieder andere Knechte, mehr als zuvor; und sie behandelten sie ebenso.

Mt 21,37: Zuletzt sandte er seinen Sohn zu ihnen und sprach: Sie werden sich vor meinem Sohn scheuen!

Der Sohn: Der Gutsbesitzer, sprich Gott, dem der ganze Weinberg, sprich Israel, gehört, schickt wiederholt Knechte, sprich Propheten, zu den Winzern, damit diese ihm den Ertrag abgeben mögen. Die Winzer aber antworten nur mit Gewalt und Totschlag. Sie verweigern dem Gutsbesitzer nicht nur seine Früchte, schlimmer noch, sie schlagen, steinigen und töten seine Boten. Hat nun die Güte des Gutsbesitzers ein Ende? Ist es mit der Gnade Gottes vorbei? Nein! Der Gutsbesitzer sendet seinen eigenen Sohn mit der Hoffnung, dass sie diesen achten und die Früchte bringen, die er von ihnen erwartet.

Mt 21,38: Als aber die Weingärtner den Sohn sahen, sprachen sie untereinander: Das ist der Erbe! Kommt, lasst uns ihn töten und sein Erbgut in Besitz nehmen!‭

Mt 21,39: ‭Und sie ergriffen ihn, stießen ihn zum Weinberg hinaus und töteten ihn.‭

Tötung des Sohnes: Es folgt: Sie ergriffen ihn, warfen ihn von dem Weinberge hinaus und töteten ihn; denn Christus wurde aus Jerusalem gleichsam aus dem Weinberge nach dem Urteil der Verdammung hinausgeworfen. Goldene Perle

Mt 21,40: ‭Wenn nun der Herr des Weinbergs kommt, was wird er mit diesen Weingärtnern tun?‭

Mt 21,41: ‭Sie sprachen zu ihm: Er wird die Übeltäter auf üble Weise umbringen und den Weinberg anderen Weingärtnern verpachten, welche ihm die Früchte zu ihrer Zeit abliefern werden.‭

Mt 21,42: Jesus spricht zu ihnen: Habt ihr noch nie in den Schriften gelesen: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden. Vom Herrn ist das geschehen, und es ist wunderbar in unseren Augen?

Worte von Benedikt XVI: Jesus umschreibt diesen Tod mit einem neuen Bild aus dem Psalm: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden. (Mt 21,42; Ps 118,22). Aus dem Tod des Sohnes sprießt das Leben hervor, entsteht ein neuer Bau, ein neuer Weinberg. Er, der in Kana das Wasser in Wein verwandelte, hat sein Blut in den Wein der wahren Liebe verwandelt und verwandelt so den Wein in sein Blut. Im Abendmahlssaal hat er seinen Tod vorweggenommen und ihn in die Selbsthingabe, in einen Akt radikaler Liebe, verwandelt. Sein Blut ist Hingabe, ist Liebe und darum der wahre Wein, den der Schöpfer erwartete. Auf diese Weise ist Christus selbst zum Weinstock geworden, und dieser Weinstock trägt immer gute Frucht: die Gegenwart seiner Liebe zu uns, die unzerstörbar ist. Benedikt XVI

Mt 21,43: ‭Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird von euch genommen und einem Volk gegeben werden, das dessen Früchte bringt.‭

Mt 21,44: ‭Und wer auf diesen Stein fällt, der wird zerschmettert werden; auf wen er aber fällt, den wird er zermalmen.‭

Mt 21,45: ‭Und als die obersten Priester und die Pharisäer seine Gleichnisse hörten, erkannten sie, dass er von ihnen redete.‭

Mt 21,46: ‭Und sie suchten ihn zu ergreifen, fürchteten aber die Volksmenge, weil sie ihn für einen Propheten hielt.‭

Folge der Zurechtweisung durch Jesus: Ein guter Mensch, welcher wegen einer Sünde zurechtgewiesen wird, seufzt, weil er sündigte; der Böse aber knirscht, nicht weil Er sündigte, sondern weil er auf der Sünde ertappt wurde, und er wirkt nicht nur keine Buße, sondern zürnt noch heftiger gegen den Zurechtweiser. Daher wurden auch diese nach der Zurechtweisung noch mehr zur Sünde angereizt. Goldene Perle

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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

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