Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Matthäus Evangelium Kapitel 14 – Auslegung und Kommentar

Hier findet ihr einen Kommentar und eine Auslegung zum Matthäus Evangelium Kapitel 14

Mt 14,1-12: Herodes lässt den Täufer töten

Mk 6,14-29; Lk 9,7-9

Mt 14,1-2: Zu jener Zeit hörte der Vierfürst Herodes das Gerücht von Jesus.‭ Und er sprach zu seinen Dienern: Das ist Johannes der Täufer, der ist aus den Toten auferstanden; darum wirken auch die Wunderkräfte in ihm!‭

Mt 14,3-5: Denn Herodes hatte den Johannes ergreifen lassen und ihn binden und ins Gefängnis bringen lassen wegen Herodias, der Frau seines Bruders Philippus.‭ Daraufhin hatte Johannes ihm vorgehalten: Es ist nicht richtig, dass du die Frau deines Bruders geheiratet hast! Und er wollte ihn töten, fürchtete aber die Volksmenge, denn sie hielten ihn für einen Propheten.‭

Was prangerte Johannes an: Johannes sprach sich gegen die Ehe von Herodes aus, weil er sich illegal von seiner vorherigen Frau scheiden ließ und dann die Frau seines Bruders Philip namens Herodias verführte und heiratete .

Für die Wahrheit: Johannes hat sich ganz Gott und seinem Gesandten – Jesus – geweiht. Doch was ist am Ende geschehen? Er ist um der Wahrheit willen gestorben, als er den Ehebruch von König Herodes und Herodias anprangerte. Wie viele Menschen zahlen einen hohen Preis für den Einsatz für die Wahrheit! Wie viele aufrechte Menschen ziehen es vor, gegen den Strom zu schwimmen, nur um nicht die Stimme des Gewissens zu verleugnen, die Stimme der Wahrheit! Aufrechte Menschen, die keine Angst haben, gegen den Strom zu schwimmen! Papst Franziskus

Furcht des Herodes: Da er die Menge fürchtete, ist Herodes wie viele Menschen heute. Sie fürchten die Meinung der Menschen, bevor sie Gott fürchten. Das Einzige, was Herodes von noch größerer Bosheit abhielt, war die Menschenfurcht.

Mt 14,6-8: ‭Als nun Herodes seinen Geburtstag beging, tanzte die Tochter der Herodias vor den Gästen und gefiel dem Herodes.‭ Darum versprach er ihr mit einem Eid, ihr zu geben, was sie auch fordern würde.‭ ‭Da sie aber von ihrer Mutter angeleitet war, sprach sie: Gib mir hier auf einer Schüssel das Haupt Johannes des Täufers!‭

Das Wirken des Satans: Hinter diesen Charakteren steht Satan, der Säer des Hasses bei der Frau, der Säer der Eitelkeit beim Mädchen, der Säer der Korruption beim König. Und so endete der größte Mann, der von einer Frau geboren wurde, allein in einer dunklen Zelle des Gefängnisses, aus einer Laune einer eitlen Tänzerin heraus, durch den Hass einer teuflischen Frau und die Korruption eines unentschlossenen Königs. Johannes ist ein Märtyrer, der es zuließ, dass sein Leben immer weniger wurde, um für den Messias Platz zu machen. Papst Franziskus

Mt 14,9-10: Der König wurde betrübt; doch um des Eides willen und derer, die mit ihm zu Tisch saßen, befahl er, es zu geben. Und er sandte hin und ließ Johannes im Gefängnis enthaupten.

Solange noch Zeit ist: Diese Bibelstelle, in der wir über derartig ungeheuerliche Ereignisse erfahren, sollte uns lehren, wie wichtig es ist, uns von unseren Sünden abzukehren, solange noch Zeit dazu ist und was geschehen kann, wenn wir immer wieder den Ruf zur Umkehr ignorieren. Irgendwann können unsere sündigen Neigungen zu festen Verhaltensmustern werden, die wir nicht mehr abzuschütteln vermögen. Es ist besser, das Steuer frühzeitig herumzureißen, als weiter in die verkehrte Richtung zu laufen und vor Gott unsere Schuld anwachsen zu lassen. Barmherziger Vater, schenke mir wahre Erkenntnis meiner Sünden, tiefe Reue und den festen Willen zur Umkehr. Lass mich ein liebender Jünger sein und Zeugnis davon geben. Ellen Petermann

Mt 14,11: Sein Haupt wurde auf einer Schüssel gebracht und dem Mädchen gegeben, und sie brachte es ihrer Mutter.

Teilhabe am Mysterium: Die letzte Ehre, die Christus einem treuen Apostel gewährt, der trotz aller Provokationen des Bösen um ihn herum stark in der Wahrheit geblieben ist, ist in gewissem Sinne eine volle Teilhabe am Mysterium des Paschamahles. Johannes begann seine Sendung mit dem Aufruf zur Buße und Bekehrung, er beschließt seine Sendung, indem er mit seinem Tod Zeugnis für die siegreiche Hoffnung gibt, die die Seligen in Christus besitzen.

Mt 14,12: Seine Jünger kamen herbei, nahmen den Leib und begruben ihn und gingen hin und verkündeten es Jesus.

Zu Jesus gehen: Die Jünger des Johannes beerdigten den Leib ihres Meisters mit allen Ehren und gingen dann zu Jesus, um ihm die Neuigkeit zu bringen. Sie konnten zu keinem Besseren gehen, um ihren Kummer und ihre Entrüstung loszuwerden. Auch hätten sie uns kein besseres Beispiel geben können. In Zeiten der Verfolgung, der Unterdrückung, des Leidens und des Kummers sollten auch wir zu Jesus gehen und es ihm sagen.

Mt 14,13-21: Speisung der 5000

Mk 6,30-44; Lk 9,10-17; Joh 6,1-15

Mt 14,13: ‭Und als Jesus das hörte, zog er sich von dort in einem Schiff abseits an einen einsamen Ort zurück. Und als die Volksmenge es vernahm, folgte sie ihm aus den Städten zu Fuß nach.‭

Rückzug von Jesus: Auch dies geschah nicht aus Feigheit, sondern aus einem Verständnis des zeitlichen Ablaufs des Vaters und auch des prophetischen zeitlichen Ablaufs. Es folgte ihm aber zu Fuß, nicht auf dem Wagen nicht auf Lasttieren, sondern durch die eigene Anstrengung, um den Eifer der Seele zu zeigen. Sie verlassen aber ihre Städte, d.h. den frühem Wandel und die widersprechenden Lehren. Dass aber Jesus hinausging, bedeutet dieses, dass das Volk zwar den Willen hat zu gehen, aber zu ihm nicht zu kommen vermochte. Darum verlässt der Erlöser seinen Ort und geht ihnen entgegen. Goldene Perle

Mt 14,14: ‭Als nun Jesus ausstieg, sah er eine große Menge und er erbarmte sich über sie und heilte ihre Kranken.‭

Das Erbarmen Jesus: Obwohl ihre Liebe groß war, indem sie die Städte verließen und ihn eifrig suchten, so übertraf doch, was er ihnen tat, den Lohn jeglichen Eifers. Darum gibt er als die Ursache einer solchen Heilung die Erbarmung an. Die Erbarmung ist aber groß, weil er Alle heilt und nicht nach dem Glauben fragt. Goldene Perle

Mt 14,15: ‭Und als es Abend geworden war, traten seine Jünger zu ihm und sprachen: Der Ort ist einsam, und die Stunde ist schon vorgeschritten; entlasse das Volk, damit sie in die Dörfer gehen und sich Speise kaufen!‭

Die Bedeutung dieser Geschichte – die in allen vier Evangelien aufgezeichnet ist – zeigt, dass sowohl der Heilige Geist als auch die frühe Kirche diese Geschichte für wichtig hielten, und zwar für mehr als nur ein Beispiel für die wundersame Kraft Jesu.

Hunger nach Lebenssinn: Tausende, Millionen von Menschen heutzutage haben einen Hunger nach erfülltem Lebenssinn und suchen nach sattmachender Nahrung. Wie viele Menschen sind auf der Suche nach „Geistlicher Nahrung“ und suchen dabei Erfüllung in esoterischen Höhen und Tiefen oder in anderen Religionen. Dabei wissen wir Christen doch wo die wirkliche sattmachende und lebensfüllende Nahrung zu bekommen ist. Eine Nahrung die dauerhaft hilft satt zu werden, sogar über dieses irdische Leben hinaus. Sie gibt es beim lebendigen Gott, bei Jesus Christus. Rolf Aichelberger

Mt 14,16: Jesus aber sprach zu ihnen: Sie haben es nicht nötig, wegzugehen. Gebt ihr ihnen zu essen!

Aufforderung Jesus: Jesus richtet auch an uns eine Aufforderung, die jener gleicht, die der namenlose Junge im Evangelium wahrscheinlich erhalten hat und in dem wir uns alle wiedererkennen können: „Nur Mut, gib das Wenige, das du hast, deine Talente und deinen Besitz, stelle sie Jesus und deinen Brüdern zur Verfügung. Keine Angst, es geht nichts verloren, denn wenn du mit anderen teilst, dann vermehrt es Gott. Befreie dich von der falschen Bescheidenheit, dich unzulänglich zu fühlen, habe Vertrauen. Glaube an die Liebe, glaube an die Kraft des Dienens, glaube an die Kraft der Unentgeltlichkeit

Mt 14,17: Sie sprachen zu ihm: Wir haben nichts hier als fünf Brote und zwei Fische.

Mt 14,18: Da sprach er: Bringt sie mir hierher! Matthäus

Bringt sie mir her: Der Herr versicherte ihnen, dass es nicht nötig sei, sie wegzuschicken. Warum sollten die Menschen den Einen verlassen, der seine Hand auftut und alles Lebendige nach seinem Wohlgefallen sättigt? Dann brachte er seine Jünger in Verlegenheit, indem er sie aufforderte: Gebt ihr ihnen zu essen! Sie waren fassungslos: Wie sollten sie den Menschen etwas zu essen geben? Wir haben nichts hier als nur fünf Brote und zwei Fische. Sie hatten ganz vergessen, dass sie auch noch Jesus hatten. Geduldig sagte der Heiland: Bringt sie mir her! Das war ihre Aufgabe. MacDonald

Bringt was ihr habt: Jesus kann auch aus eurem wenigen sehr viel machen. Setzt eure Gaben ein und Jesus wird es schon richten, dass etwas Großes daraus werden kann. Erzählt den Menschen, von dem was ihr gefunden habt. Erzählt von der Nahrungsquelle allen Menschen die Hunger haben und nicht wissen wo sie diesen Hunger stillen können. Sagt weiter, was euch Jesus bedeutet und wie ER euer Leben verändert hat. Sagt das gute Angebot weiter, das ihr entdeckt habt und führt die Menschen dorthin wo es zu bekommen ist: zu Jesus Christus. Rolf Aichelberger

Mt 14,19: Er sah zum Himmel auf, dankte, brach die Brote und gab sie den Jüngern. Die Jünger aber gaben sie dem Volk.

Mt 14,20: Und sie aßen alle und wurden satt.

Das Wenige, was wir haben geben: Das Wunder ist eine geistliche Lektion für die Jünger jeder Generation. Die hungrige Menge ist immer da. Und es sind auch immer nur wenige Jünger mit scheinbar bemitleidenswerten Vorräten da. Und stets ist der mitfühlende Heiland da. Wenn die Jünger gewillt sind, das wenige, das sie haben, ganz hinzugeben, dann vermehrt er ihr Kapital, sodass alle satt werden. Wir sollten allerdings den Unterschied festhalten, dass der Hunger dieser fünftausend Männer in Galiläa nur für kurze Zeit gestillt war. Diejenigen jedoch, die sich heute von dem lebendigen Christus nähren, sind für immer gesättigt. MacDonald

Mt 14,21: ‭Die aber gegessen hatten, waren etwa 5 000 Männer, ohne Frauen und Kinder.‭

Mt 14,22-33: Gang auf dem Wasser

Mk 6,45-52; Joh 6,16-21

Mt 14,22: Jesus selbst blieb zurück, denn er wollte erst noch die Leute verabschieden.

Bedeutung des Abschieds: Wenn wir einen Besuch verabschieden, umarmen wir uns oder geben einander fest die Hand und schauen uns an. Meine Frau bekommt zum Abschied einen Kuss. Das ist wichtig: Man will einander noch einmal spüren, noch einmal nahe sein. Auch mit den Verstorbenen machen wir das. Wir streicheln sie noch einmal, spüren die Nähe, erzählen von ihrem Leben. Wo immer möglich, sollten Abschiede (Todesfälle, Arbeitswechsel, Krankheit, Auszug aus dem Elternhaus u.v.m.) langfristig so gestaltet sein, dass wir das, was war, umarmen unabhängig in wieweit es emotional gefärbt ist. Das ist eine lebensbejahende, lebensannehmende Haltung.

Mt 14,23-24: Er stieg auf den Berg, um abseits zu beten. Und als es Abend geworden war, war er dort allein. Die Jünger waren schon weit draußen auf dem See, als ein Sturm heraufzog. Der starke Gegenwind peitschte die Wellen auf und machte dem Boot schwer zu schaffen.

Bilder in der Sturmstillung: Hier Jesus allein auf dem Berg und ruhig im Gebet. Dadurch lehrt er uns, dass die Einsamkeit gut ist, wenn man zu Gott beten soll. Dort die Jünger allein gelassen im Boot auf dem See, verzweifelt gegen den Sturm ankämpfend. Der See symbolisiert unser gegenwärtiges Leben und die Unbeständigkeit der Welt. Der Sturm verweist auf jede Art von Schwierigkeit, die uns begegnet. Das Boot steht für die Kirche. Jesus sieht ihre Seenot und hilft dennoch erst einmal nicht. Es ist die große, manchmal wirklich bedrückende Frage, die Menschen stellen, die großes Leid, schwere Prüfungen erlitten haben: Wo war Gott in dieser Not? Warum nicht Hilfe jetzt und sofort. Auch wenn es oft keine Antwort auf diese Frage im konkreten Fall gibt, so gilt doch eines: Jesus will die Jünger dazu erziehen, mutig die Widrigkeiten des Lebens zu ertragen und dabei auf Gott zu vertrauen. Bedenke: Während die Jünger in Gefahr waren und beinahe umkamen, betete Christus für sie: so ist er immer noch für uns zur Rechten der Majestät in der Höhe

Mt 14,25: Aber um die vierte Nachtwache kam Jesus zu ihnen und ging auf dem See.

Mt 14,26: Und als ihn die Jünger auf dem See gehen sahen, erschraken sie und sprachen: Es ist ein Gespenst!, und schrien vor Furcht.

Warum kam er nicht früher in seiner Hilfe? Bedenke: Während die Jünger sich in Seenot abmühen, ist Jesus nicht untätig. Er betet. Er betet auch für die Jünger. Er betet auch für uns in unserer Not. Er steht uns bei nicht allein durch die Tat, sondern durch das Gebet. Aber hilft das konkret? Wir können die Wirkung des Gebets nicht messen. Es hat vor allem mit Vertrauen zu tun. Immer kann ich darauf vertrauen, dass Gott helfen kann. Beten stärkt das Gottvertrauen. Und Gottvertrauen hilft, auch in den Stürmen des Lebens nicht mutlos zu werden, sondern an Jesus und seine Auferstehung zu glauben.

Fingerzeig auf die Auferstehung: Die vierte Nachtwache meinte die frühen Morgenstunden. Das ist allerdings weit mehr als eine historische Zeitangabe, sondern vielmehr schon ein Fingerzeig auf die Auferstehung, die ebenso in den frühen Morgenstunden statt gefunden hat.

Mt 14,27: Jesus sprach sie sofort an: Habt keine Angst! Ich bin es doch, fürchtet euch nicht!

Fürchtet euch nicht: Vor dem Sturmerlebnis steht in den Evangelien das Wunder der Brotvermehrung. Gerade noch waren die Jünger voller Freude und Verwunderung, nun im Sturm voller Angst. Wenn dies zusammen gedacht wird, ist es ein Bild für unser Glaubensleben. Eben haben wir z.B. eine überwältigende Glaubenserfahrung gemacht, sind voller Freude und Begeisterung, spüren Gott ganz nah, da vergeht nur kurze Zeit und wir stehen mitten im Sturm und geraten in die Dunkelheit schwieriger Situationen und Gottes Nähe scheint ganz fern. Und doch klingen in den Worten Jesu „Ich bin es“ die gewaltigen Worte Gottes aus dem brennenden Dornbusch im Buch Exodus. Beten wir daher, dass wir inmitten so vieler Sorgen, Probleme und Schwierigkeiten, die das Meer unseres Lebens aufwühlen, im Herzen das beruhigende Wort Jesu erklinge, der auch uns zuruft: Habt Vertrauen, ich bin es, fürchtet euch nicht!

Mt 14,28: Petrus aber antwortete ihm und sprach: Herr, wenn du es bist, so befiehl mir, zu dir auf das Wasser zu kommen!

Mt 14,29: Da sprach er: Komm! Und Petrus stieg aus dem Schiff und ging auf dem Wasser, um zu Jesus zu kommen.

Vorausbild für die Prüfung Petrus: Dieses Ereignis ist ein Vorzeichen der Prüfung, die Petrus bei der Passion Christi durchmachen sollte. Als Jesus gefangengenommen wurde, hatte Petrus Angst und verleugnete ihn dreimal. Er wurde vom Sturm überwältigt. Als sich aber sein Blick mit dem Blick Christi kreuzte, erfasste ihn Gottes Barmherzigkeit, ließ ihn in Tränen ausbrechen und richtete ihn nach seinem Sturz wieder auf.

Der Ruf Jesus: Wenn Jesus ruft, meint er es ernst! Es gibt hier nur Gehorsam oder Ungehorsam. Sich auf sein Wort verlassen und nicht auf alle Sicherheiten der Welt. Der konkrete Ruf Jesu und der einfältige Gehorsam des Nachfolgers, der dann folgt und den ersten Schritt tut, darauf kommt es an. Nicht zurück, aber auch nicht in unübersehbare Fernen schaut der Mensch, der den Pflug führt, sondern auf den nächsten Schritt, den er tun muss. Rückblicke sind keine christliche Sache. Lasst dahinten Angst, Kummer, Schuld. Du aber sieh auf den, der dir einen neuen Anfang gegeben hat. Bonhoeffer

Jesus fordert die Jünger auf, Vertrauen zu haben. Und Petrus begriff, dass es zum Vertrauen dazugehört, Entscheidungen zu fällen. Intuitiv fällte er so den Entschluss, den Schritt des Vertrauens zu setzen und auf das Wasser hinauszugehen. Und Jesus war zufrieden mit seiner Entscheidung! Wie oft wissen wir intuitiv, welchen Schritt des Vertrauens wir setzen müssten, tun es aber nicht? Zieht nicht so manche Chance, um im Glauben und im Vertrauen zu wachsen, an mir vorüber, weil ich das bisschen Glaube und Vertrauen nicht aufbringen und keine Entscheidung fällen will?

Gespalten sein: Jesus weiß um unseren bisweilen schwachen Glauben und so spricht er auch zu uns: Komm! Kraft der göttlichen Gnade und nicht aus eigener Kraft geht Petrus auf dem Wasser. So ist es auch bei uns. Ohne ihn sind wir zu nichts imstande. Dann fängt Petrus zu sinken an. Auch wir laufen Gefahr im Meer des Lebens unterzugehen, wenn wir uns innerlich von Jesus entfernen, unseren Blick nicht mehr fest an ihn heften, uns von Zweifel überwältigen lassen und seinen Worten nicht vertrauen. Wenn wir uns zu sehr auf unsere Probleme und Ängste fixieren (starker Wind), bekommen diese eine solche Macht, dass wir darin untergehen. Es ist dieses Gespaltensein zwischen dem Vertrauen auf den Herrn und dem angstvollen Starren auf die Gefahr, dass letztlich in jedem von uns steckt. Ich kenne das von mir sehr gut. Wir können uns die Worte von Petrus zu eigen machen: Herr rette mich. Die Goldene Perle von Thomas von Aquin schreibt dazu: Auch wurden in dem Einen Apostel, d.h. Petrus, welcher unter den Aposteln der erste und vorzüglichste war, in dem die Kirche vorgebildet wurde, zweierlei Menschen vorgestellt, nämlich die Starken dadurch, dass er auf dem Wasser wandelte, die Schwachen dadurch, dass er zweifelte; denn für Jeden ist seine Begierlichkeit ein Sturm. Liebst du Gott, so wandelst du auf dem Meere, unter deinen Füßen ist die Furcht der Welt. Liebst du die Welt, so verschlingt sie dich. Wenn aber dein Herz in der Begierlichkeit hin und her schwankt, rufe die Gottheit Christi an, um die Begierlichkeit zu besiegen. Goldene Perle

Mt 14,30: Als er aber den starken Wind sah, fürchtete er sich, und da er zu sinken anfing, schrie er und sprach: Herr, rette mich!

Das bisschen Glaube und Vertrauen führen sehr weit. Auch wenn bei mir Glaube und Vertrauen klein sind, gibt es eine Lösung. Petrus zeigt uns, wie man es macht: indem man auf Jesus schaut! In seiner Not drehte Petrus sich nicht um, um bei seinen Gefährten Hilfe zu suchen. Er rief Jesus an. Jesus wird uns aus aller Gefahr, Ungewissheit, Bedrohung und Verlust retten, solange wir das bisschen Glauben und Vertrauen aufbringen und ihn um Hilfe anrufen. Denn auch wenn Glaube und Vertrauen klein sind wie ein Senfkorn, können sie dennoch Berge versetzen.

Mt 14,31: Sofort streckte Jesus ihm die Hand entgegen, hielt ihn fest und sagte: Vertraust du mir so wenig, Petrus? Warum hast du gezweifelt?

Mt 14,31: Jesus aber streckte sogleich die Hand aus und ergriff ihn und sprach zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?

Immer neu das Vertrauen wagen: Es ist leicht zu sagen, dass wir Christus völlig vertrauen. Und doch gelingt es uns oft nicht völlig und wir vertrauen dann mehr auf uns und unsere Kraft. Daher lässt Gott durchaus auch Stürme in unserem Leben zu, die als Reinigung dienen und alles wegschwemmen, was nicht auf ihn baut. Hier dann reicht er uns die Hand, die hält und trägt. Allein aus eigenen Kräften bist du nicht imstande, dich zu erheben. Richten wir immer wieder unseren Blick auf ihn und strecken wir die Hände nach ihm aus. Lassen wir seine Hand uns ergreifen, dann werden wir nicht untergehen, sondern dem Leben dienen. Jesus sorgt weit mehr für mich, als ich selbst für mich sorgen kann. Wer nicht all seine Sorgen in seinen Schoß legt, der steht auf einem schwankenden Grund.

Du Kleingläubiger: Darum aber gebot er den Winden nicht sich zu legen, sondern er streckte die Hand aus und ergriff ihn, weil es seines Glaubens bedurfte. Denn wenn das Unsrige wankt, alsdann steht das Göttliche fest. Um zu zeigen, dass nicht der Wind, sondern seine Kleingläubigkeit ihm Gefahr bereite, setzt er hinzu: Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? Dadurch zeigt er, dass ihm auch der Wind nicht hätte schaden können, wenn sein Glaube standhaft gewesen wäre. Goldene Perle

Mt 14,32: Dann stiegen beide ins Boot und der Sturm legte sich.

Mt 14,33: Da fielen sie alle vor Jesus nieder und riefen: Du bist wirklich der Sohn Gottes!

Ewiger Frieden und Ruhe: Dass ferner bei dem Einsteigen des Herrn in das Schiff Wind und Meer sich legten, bedeutet den ewigen Frieden und die ewige Ruhe der Kirche nach der Rückkehr seiner Klarheit. Und weil er sodann offenbarer kommt, so sprechen mit Recht Alle voller Verwunderung: Wahrhaftig, du bist der Sohn Gottes. Denn sodann wird das Bekenntnis Aller allgemein und öffentlich sein, dass der Sohn Gottes jetzt nicht in leiblicher Niedrigkeit, sondern in himmlischer Herrlichkeit der Kirche den Frieden verliehen habe. Goldene Perle

Ruhiges Herz: Wenn Jesus zu uns ins Boot kommt, legt sich der Sturm, vergeht die Unruhe, findet unser Herz zur Ruhe. Eine Herzensruhe, die durch den Sturm erprobt wurde. Denn eine Ruhe, die nicht durch den Sturm erprobt wurde, ist eine trügerische Ruhe. Jesus stellt uns nicht auf einmal auf die Spitze des Berges, sondern es ist ein ständiges Aufwärts- und Abwärtsgehen. Das Wachsen im Glauben hat niemals eine Grenze erreicht, genauso wenig wie eine Ehe mit der Trauzeremonie aufhört. Es ist ein Prozess täglich neuer Hingabe, täglicher Übung im Glauben und im Gehorsam. Glaube ist zuallererst Sich-Anvertrauen an Gott, eine lebendige Beziehung zu ihm. Im Glauben schwingt die ewige Gegenwart Gottes mit, die über die Zeit hinausreicht und dennoch von uns nur in unserem unwiederholbaren Heute aufgenommen werden kann.

Mt 14,34-36: Jesus heilt

Mk 6,53-56

Mt 14,34-35: ‭Und sie fuhren hinüber und kamen in das Land Genezareth.‭ Man brachte alle Kranken zu ihm.

Menschen zu Jesus bringen: Um von Jesus berührt zu werden, braucht es offenbar Menschen, die einen zu ihm hinbringen. Welche Menschen in welchen Umständen bringen mich wohl heute zu Christus? Vielleicht sind das gerade die Menschen, die mich nerven oder verletzen – vielleicht soll ich gerade für sie beten und dadurch selbst näher zu Jesus gebracht werden. Seien wir gespannt! Und wen bringe wiederum ich heute näher zu Christus, und wodurch?

Mt 14,36: Alle, die ihn anrührten, wurden ganz gesund.

Sich berühren lassen: Wenn Jesus jemanden berührt, wird er geheilt. Dies ist sicherlich immer ein Geschenk Gottes, eine Gnade. Aber offenbar sind wir zur Mitarbeit aufgerufen, damit diese Gnade wirksam werden kann. Hier zu ein Gebet der Fürbitte: Jesus, danke, dass du dich berühren lässt. Ich will dich bitten für (Namen einsetzen), lass ihn oder sie wenigstens ein bisschen von dir erfahren. Nimm mich als dein Werkzeug dazu, Herr. Und lass mich die Menschen erkennen, in denen du mir heute besonders begegnen willst.

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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste