Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Matthäus Evangelium Kapitel 12 – Auslegung und Kommentar

Hier findet ihr einen Kommentar und eine Auslegung zum Matthäus Evangelium Kapitel 12

Mt 12,1-8: Weizen pflücken am Sabbat

Mk 2,23-28; Lk 6,1-5

Mt 12,1: Zu jener Zeit ging Jesus am Sabbat durch die Kornfelder; seine Jünger aber waren hungrig und fingen an, Ähren abzustreifen und zu essen.

Mäßigkeit: Dass sie aber Kornähren mit der Hand zerrieben und den Hunger stillten, ist ein Zeichen von einem strengen Leben, dass sie nicht reiche Mahle, sondern einfache Speise suchten. Goldene Perle

Die Jünger haben viel verlassen, um Jesus nachzufolgen: ihr Zuhause, ihre Familie, ihre Zukunftspläne, ihre Sicherheiten. Doch der Lebensstil, den Jesus führt, bietet menschlich gesehen nicht die gleichen Sicherheiten, die sie eventuell in ihrem gewohnten Umfeld hatten. Sie wissen manchmal nicht, wo sie übernachten sollen, sie werden verfolgt und leiden Hunger. In solch einer Situation befinden sie sich jetzt wieder. Ein Leben in der Nachfolge Jesu bietet oft auch Unannehmlichkeiten. Doch in enger Beziehung mit ihm zu stehen, ist Ansporn genug, um alles auf sich zu nehmen. Peter Hemm

Mt 12,2: Sieh her, deine Jünger tun etwas, das am Sabbat verboten ist.

Der Sabbat: Es war nichts Falsches an dem, was sie taten , denn ihr Nachlesen galt nicht als Stehlen gemäß Deuteronomium 23:25. Das Problem war nur der Tag , an dem sie es taten. Die Rabbiner erstellten eine ausführliche Liste von Punkten, die für den Sabbat relevant sind, was man tun und nicht tun sollte, und dies verstieß gegen mehrere Punkte dieser Liste.

Mt 12,4-5: Er aber sagte zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, was David tat, als er und seine Gefährten hungrig waren? Wie er in das Haus Gottes hineinging und die Schaubrote aß, welche weder er noch seine Gefährten essen durften, sondern allein die Priester?

Mt 12,5: Oder habt ihr nicht im Gesetz gelesen, dass am Sabbat die Priester im Tempel den Sabbat entweihen und doch ohne Schuld sind?

Arbeit und doch ohne Schuld: Das Tempelritual beinhaltete immer Arbeit – das Entzünden von Feuern, das Schlachten und Präparieren von Tieren, das Heben auf den Altar und eine Menge anderer Dinge. Diese Arbeit wurde am Sabbat tatsächlich verdoppelt, denn am Sabbat wurden die Opfergaben verdoppelt

Mt 12,6: Ich sage euch aber: Hier ist einer, der größer ist als der Tempel!

Jesus ist grösser als der Tempel: Da Jesus größer ist als der Tempel, sollten wir ihn auch so betrachten. Der Tempel wurde mit Liebe und Staunen bewundert; wir sollten Jesus noch mehr bewundern. Der Tempel wurde freudig besucht; wir sollten mit noch mehr Freude zu Jesus kommen. Der Tempel wurde als heiliger Ort geehrt; wir sollten Jesus noch mehr ehren. Der Tempel war ein Ort des Opferns und des Dienstes; wir sollten noch mehr für Jesus tun. Der Tempel war ein Ort der Anbetung; wir sollten Jesus noch mehr anbeten.

Mt 12,7: Wenn ihr aber wüsstet, was das heißt: Ich will Barmherzigkeit und nicht Opfer, so hättet ihr nicht die Unschuldigen verurteilt.

Bezug auf Hosea: In dieser Prophezeiung des Hosea (6,6) hat sich also Jesus, das fleischgewordene Wort, sozusagen vollkommen wiedergefunden, er hat es sich zu eigen gemacht in seinem Herzen und es durch seine Taten verwirklicht, wobei er sogar in Kauf nahm, dadurch die Empfindlichkeit der Anführer seines Volkes zu reizen. Dieses Wort Gottes ist durch die Evangelien als eine der Synthesen der gesamten christlichen Botschaft zu uns gelangt: die wahre Religion besteht in der Liebe zu Gott und zum Nächsten. Das ist es also, was dem Kult und dem Befolgen der Gebote Wert verleiht.

Zu den Pharisäern: Die Pharisäer waren sehr orthodoxe Juden, die Gott gefallen wollten und deswegen ein radikales Leben der Gesetzestreue führten. Sie hielten sich nicht nur an die über 600 Gebote der Thora, sondern auch an andere mündlich oder schriftlich überlieferte Gesetze. Für sie bestand Gerechtigkeit und Gottwohlgefälligkeit darin, sich äußerst minuziös an Gottes Gebote zu halten. Jesus zeigt ihnen in dieser Evangelienstelle, dass es andere Eigenschaften gibt, die ihm mehr gefallen. Liebe und Barmherzigkeit im Umgang mit den Mitmenschen haben für ihn einen höheren Stellenwert. Er möchte, dass wir nicht Gebote, sondern ihn, Jesus Christus, und unsere Mitmenschen, in den Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit stellen. Wahre Gerechtigkeit lässt sich nicht von der Liebe trennen. Peter Hemm

Mt 12,8: Denn der Sohn des Menschen ist Herr auch über den Sabbat.

Mt 12,9-14: Heilung einer Hand am Sabbat

Mk 3,1-6; Lk 6,6-11

Mt 12,9: Und er ging von dort weiter und kam in ihre Synagoge.

Mt 12,10: Und siehe, da war ein Mensch, der hatte eine verdorrte Hand. Und sie fragten ihn und sprachen: Darf man am Sab­bat heilen?, damit sie ihn verklagen könnten.

Bild der verdorrten Hand: Symbolisch gedeutet steht der Mann mit der verdorrten Hand für die Menschheit, die krank ist, weil sie unfähig ist, gute Werke hervorzubringen; doch durch das Erbarmen des Herrn wurde sie geheilt. Ihre Hand verdorrte, als sie im Urvater [Adam] die Frucht des verbotenen Baumes pflückte, doch durch die Gnade des Erlösers, der seine unschuldigen Hände am Baum des Kreuzes ausstreckte, wurde sie durch das vollbrachte gute Werk wieder heil gemacht. Beda

Mt 12,11: Er aber sprach zu ihnen: Welcher Mensch ist unter euch, der ein Schaf hat und, wenn es am Sabbat in eine Grube fällt, es nicht ergreift und herauszieht?

Mt 12,12: Wie viel mehr ist nun ein Mensch wert als ein Schaf! Darum darf man am Sabbat wohl Gutes tun.

Mt 12,13: Dann sprach er zu dem Menschen: Strecke deine Hand aus! Und er streckte sie aus, und sie wurde gesund wie die andere.

Die ausgestreckte Hand: Die zu heilende verdorrte Hand aber soll ausgestreckt werden, weil die unfruchtbare Krankheit der Seele nicht besser, als durch die Reichung von Almosen geheilt wird. Der Mensch hatte aber eine verdorrte Hand, weil er sich vom Almosen enthielt; eine gesunde Linke, weil er aus seinen Nutzen sah. Als aber der Herr kam, wird die Rechte wie die Linke geheilt, weil er das, was er aus Geiz zusammengescharrt, jetzt aus Barmherzigkeit verteilt. Goldene Perle

Mt 12,14: Da gingen die Pharisäer hinaus und hielten Rat gegen ihn, wie sie ihn umbringen könnten.

Entschluss zur Tötung Jesus: Als Antwort auf diese Zurschaustellung von Mitgefühl, Macht und Weisheit reagierten die Pharisäer in der Härte ihres Herzens nicht mit ehrfürchtiger Anbetung und Unterwerfung, sondern mit Verstockung, mörderische Ablehnung.

Mt 12,15-21: Große Menschenmenge folgt

Mk 3,7-12

Mt 12,15: Jesus aber zog sich von dort zurück, als er es bemerkte. Und es folgte ihm eine große Menge nach, und er heilte sie alle.

Der Herr heilt uns: Der Herr reicht uns seine Hand, richtet uns auf und heilt uns. Und er tut dies in allen Jahrhunderten. Er nimmt uns durch sein Wort an der Hand und löst so die Nebel der Ideologien, der Idolatrien auf. Er nimmt uns in den Sakramenten an der Hand, im Sakrament der Versöhnung heilt er uns durch die Lossprechung vom Fieber unserer Leidenschaften und unserer Sünden. Er gibt uns die Fähigkeit, aufzustehen und aufrecht vor Gott und den Menschen zu stehen. Er heilt uns immer wieder mit der Gabe seines Wortes, der Gabe seiner selbst. Benedikt XVI

Indem wir unsere Augen dem Glauben öffnen, dem Licht, das von Gott kommt, heilt uns Jesus weiterhin von der Finsternis der Verwirrung und der Sünde, die in dieser Welt sind. Möge sein Licht unsere Herzen allezeit läutern und unsere christliche Liebe erneuern, während wir mit ihm auf dem Weg zum ewigen Leben sind. Benedikt XVI

Mt 12,6-18: Und er befahl ihnen, dass sie ihn nicht offenbar machen sollten, damit erfüllt würde, was durch den Propheten Jesaja geredet wurde, der spricht: Siehe, mein Knecht, den ich erwählt habe, mein Geliebter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat! Ich will meinen Geist auf ihn legen, und er wird den Heiden das Recht verkündigen.

Befehl zum Stillschweigen: Denen aber, die er heilte, legte er Stillschweigen auf. Daher heißt es weiter: Und er befahl ihnen, ihn nicht offenbar zu machen. Denn die einem Jeden verliehene Gesundheit war für sich Zeuge genug. Indem er aber Stillschweigen gebot, wendet er von sich die Ruhmsucht ab und gewährt nichts desto weniger die Kenntnis seiner gerade dadurch, daß er befiehlt, von ihm zu schweigen, weil die Beobachtung des Stillschweigens aus der zu verschweigenden Sache hervorgeht. Dadurch belehrt er uns auch, wenn wir etwas Großes getan haben, nicht Außen Lob zu suchen. Goldene Perle

Dienender Knecht: Jesus der Diener ist uns als Diener ein Vorbild , aber Er ist so viel mehr als das. Er ist unser Diener . Er dient uns; nicht nur in dem, was er in der Vergangenheit getan hat, sondern er dient uns auch jeden Tag durch seine beständige Liebe, Fürsorge, Führung und Fürbitte. Jesus hörte nicht auf zu dienen, als er in den Himmel kam; Er dient seinem ganzen Volk effektiver denn je vom Himmel aus.

Mt 12,19: Er wird nicht streiten noch schreien, und niemand wird auf den Gassen seine Stimme hören.

Mt 12,20: Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen, bis er das Recht zum Sieg hinausführt.

Geknicktes Rohr und glimmender Docht: Oft haben wir das Gefühl, dass Gott grob mit unseren Schwächen und Fehlern umgeht. Genau das Gegenteil ist der Fall. Er geht sanft und zärtlich mit ihnen um und hilft ihnen weiter, bis das geknickte Rohr stark und der rauchende Flachs in der richtigen Flamme ist. Wahr ist freilich, dass wir ohne die göttliche Gnade nichts, mit ihr aber alles vermögen. In der Hand der himmlischen Gnade wird das gebrechliche Rohr zur unerschütterlichen Säule. In Bezug auf den Nächsten: Wer dem Sünder die Hand nicht reicht und seinem Bruder die Last nicht tragen hilft, dieser zerbricht das zerknickte Rohr, und wer die kleine Flamme des Glaubens an den Kleinen verachtet, dieser löscht den rauchenden Docht aus.

Mt 12,21: Und die Heiden werden auf seinen Namen hoffen.

Mt 12,22-37: Anklage der Schriftgelehrten

Mk 3,20-30

Mt 12,22: Da wurde ein Besessener zu ihm gebracht, der blind und stumm war, und er heilte ihn, sodass der Blinde und Stumme sowohl redete als auch sah.

Mt 12,23: Und die Volksmenge staunte und sprach: Ist dieser nicht etwa der Sohn Davids?

Mt 12,24: Als aber die Pharisäer es hörten, sprachen sie: Dieser treibt die Dämonen nicht anders aus als durch Beelzebul, den Obersten der Dämonen!

Mt 12,25: Da aber Jesus ihre Gedanken kannte, sprach er zu ihnen: Jedes Reich, das mit sich selbst uneins ist, wird verwüstet, und keine Stadt, kein Haus, das mit sich selbst uneins ist, kann bestehen.

Mt 12,26: Wenn nun der Satan den Satan austreibt, so ist er mit sich selbst uneins. Wie kann dann sein Reich bestehen? Mt 12:26

Der Widerspruch: Jesus bemerkte logischerweise, dass es für Satan keinen Sinn macht, Satan auszutreiben. Die Pharisäer mussten erklären, wie Satan von dem Werk profitierte, das Jesus gerade getan hatte. Entweder treibt Christus die Teufel mit der Kraft Gottes oder mit dem Obersten der Teufel aus. Wenn in der Kraft Gottes, so lästern sie vergeblich; wenn in dem Obersten der Teufel, so ist sein Reich geteilt und kann nicht bestehen.

Mt 12,27: Und wenn ich die Dämonen durch Beelzebul austreibe, durch wen treiben eure Söhne sie aus? Darum werden sie eure Richter sein.

Mt 12,28: Wenn ich aber die Dämonen durch den Geist Gottes austreibe, so ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen!

Mt 12,29: Oder wie kann jemand in das Haus des Starken hineingehen und seinen Hausrat rauben, wenn er nicht zuerst den Starken bindet? Erst dann kann er sein Haus berauben. Mt 12:29

Deutung dieses Bildes: Der starke Mann, von dem Jesus spricht, ist der Teufel. Er hat die Menschheit seit Adams und Evas Fall unter Kontrolle. Er musste sich bislang um nichts Sorgen machen, weil er der starke Mann war, der seinen Preis der gefallenen menschlichen Natur in alle Richtungen verteidigen konnte. Aber Jesus ist stärker, und er ist gekommen, um den Teufel anzugreifen und von ihm zurückzugewinnen, was er genommen hat. Er nimmt seine Waffen des Bösen, des Hasses, der Wut, der Lust und des Egoismus weg. Er erlöst die Menschheit von den Fesseln des Bösen. Kann ich wirklich sagen, dass ich mein ganzes Vertrauen, meinen Glauben auf Gott setze, und dass er wirklich das Gute hervorbringt trotz der natürlichen Übel oder der schlechten Absichten und Handlungen anderer, eingeschlossen die des Teufels selbst?

Kommentar von Theophylactus: Das Beispiel bedeutet folgendes: Der starke Mann ist der Dämon, sein Hausrat sind die Menschen, bei denen er Aufnahme gefunden hat. Wenn man also nicht zuerst den Dämon besiegt und bindet, wie kann man ihm seinen Hausrat, d. h. die von diesem Dämon Besessenen rauben? Ich, [Jesus,] bin aber der, der seinen Hausrat raubt, das heißt, ich befreie die Menschen von den durch die Dämonen verursachten Leiden. Doch zuvor binde ich die Dämonen, ich besiege sie und bin ihr Feind. Wie könnt ihr also sagen, daß ich von Beelzebub besessen bin und als Freund der Dämonen die Dämonen austreibe?

Mt 12,31-32: Darum sage ich euch: Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden; aber die Lästerung des Geistes wird den Menschen nicht vergeben werden. Und wer ein Wort redet gegen den Sohn des Menschen, dem wird vergeben werden; wer aber gegen den Heiligen Geist redet, dem wird nicht vergeben werden, weder in dieser Weltzeit noch in der zukünftigen.

Gefahr der Unbußfertigkeit: Die erste Wohltat der Gläubigen ist also die Nachlassung der Sünden in dem heiligen Geiste. Gegen dieses Gnadengeschenk erhebt sich das unbußfertige Herz. Die Unbußfertigkeit selbst also ist die Lästerung gegen den Geist, die nicht vergeben wird weder in diesem Leben noch in dem künftigen. Goldene Perle

Die Sünde gegen den heiligen Geist: Warum ist die Lästerung gegen den Heiligen Geist nicht zu vergeben? Was ist unter dieser Lästerung zu verstehen? Der heilige Thomas von Aquin antwortet, dass es sich hier um eine Sünde handelt, „die ihrer Natur nach unvergebbar ist, weil sie jene Elemente ausschließt, derentwegen die Vergebung der Sünden geschieht“. Nach dieser Deutung besteht die Lästerung nicht eigentlich in verletzenden Worten gegen den Heiligen Geist, sondern in der Weigerung, das Heil anzunehmen, welches Gott dem Menschen durch den Heiligen Geist anbietet, der in der Kraft des Kreuzesopfers wirkt. Wenn der Mensch jenes „Offenlegen der Sünde“, das vom Heiligen Geist ausgeht und heilswirksamen Charakter hat, zurückweist, weist er damit zugleich das „Kommen“ des Trösters zurück, jenes „Kommen“, das sich im Ostergeheimnis vollzieht, in der Einheit mit der erlösenden Kraft des Blutes Christi, das „unser Gewissen von toten Werken reinigt“. Wir wissen, dass die Frucht einer solchen Reinigung die Vergebung der Sünden ist. Wer den Geist und das Blut zurückweist, verbleibt deshalb in „toten Werken“, in der Sünde. Die Lästerung gegen den Heiligen Geist besteht gerade in der radikalen Verweigerung der Annahme jener Vergebung, deren innerster Vermittler er ist und die eine echte Bekehrung voraussetzt, die von ihm im Gewissen gewirkt wird. Wenn Jesus sagt, dass die Lästerung gegen den Heiligen Geist weder in diesem noch im zukünftigen Leben vergeben wird, dann liegt der Grund darin, dass diese „Nicht-Vergebung“ ursächlich mit der Unbußfertigkeit verbunden ist, das heißt mit der radikalen Weigerung, sich zu bekehren […] Nun ist aber die Lästerung gegen den Heiligen Geist die Sünde jenes Menschen, der sich auf sein vermeintliches „Recht“ zum Verharren im Bösen – in jeglicher Sünde – beruft und dadurch die Erlösung verwirft. Ein solcher Mensch bleibt in der Sünde gefangen, indem er von seiner Seite her seine Bekehrung und damit die Sündenvergebung unmöglich macht, die er als unwesentlich und unbedeutsam für sein Leben erachtet. Dies ist eine Situation des geistlichen Ruins; denn die Lästerung gegen den Heiligen Geist erlaubt es dem Menschen nicht, sich aus seiner selbstverhängten Gefangenschaft zu befreien und sich den göttlichen Quellen der Reinigung der Gewissen und der Verzeihung der Sünden zu öffnen. Johannes Paul II

Mt 12,33: Entweder pflanzt einen guten Baum, so wird die Frucht gut, oder pflanzt einen schlechten Baum, so wird die Frucht schlecht! Denn an der Frucht erkennt man den Baum.

Mt 12,34: Schlangenbrut, wie könnt ihr Gutes reden, da ihr böse seid? Denn wovon das Herz voll ist, davon redet der Mund.

Mt 12,35: Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz des Herzens das Gute hervor, und der böse Mensch bringt aus seinem bösen Schatz Böses hervor.

Verwandlung des Seins: Denn zuerst muss sich der Mensch umwandeln, dass sich die Werke verwandeln. Denn wenn der Mensch böse bleibt, kann er keine guten Werke haben; wenn er aber gut bleibt, kann er keine bösen Werke haben. Goldene Perle

Mt 12,36: Ich sage euch aber, dass die Menschen am Tag des Gerichts Rechenschaft geben müssen von jedem unnützen Wort, das sie geredet haben.

Mt 12,37: Denn nach deinen Worten wirst du gerechtfertigt, und nach deinen Worten wirst du verurteilt werden!

Mt 12,38-45: Zeichenforderung

Mt 12,38: Meister, wir wollen von dir ein Zeichen sehen!

Nicht ständig nach Zeichen verlangen: Trotz aller Wunder, die Jesus gewirkt hatte, besaßen die Schriftgelehrten und Pharisäer die Frechheit, ihn nach einem Zeichen zu fragen. Sie deuteten damit an, dass sie glauben wollten, wenn er sich als Messias ausweisen könnte! Aber ihre Heuchelei war leicht zu durchschauen. Wenn sie nach so vielen Wundern immer noch nicht glauben wollten, wie konnten sie durch weitere Wunder überzeugt werden? Die Haltung, die Wunder und Zeichen als Bedingung für den Glauben verlangt, gefällt Gott nicht. Jesus sagte einst zu Thomas: Glückselig sind, die nicht gesehen und doch geglaubt haben. Nach Gottes Plan folgt das Sehen dem Glauben. MacDonald

Mt 12,39: Ein böses und ehebrecherisches Geschlecht begehrt ein Zeichen; aber es wird ihm kein Zeichen gegeben werden als nur das Zeichen des Propheten Jona.

Mt 12,40: Gleichwie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Riesenfisches war, so wird der Sohn des Menschen drei Tage und drei Nächte im Schoß der Erde sein.

Jona als Vorausbild für Jesus: Jesus deutet das Jona-Zeichen auf sich. So wie Jona drei Tage im Bauch des Fisches war, an Land gespuckt und somit gerettet wurde, so wird Gott sich auch um andere Gerechte kümmern und sie nach drei Tagen retten. Wie Jona im Bauch des Wales, so wird Jesus drei Tage im Schoß der Erde sein, gestorben für unsere Sünden. Das Zeichen des Jona weist auf das Ostergeheimnis hin, den Übergang vom Tod zum Leben, und irgendwie ist es zusammengefasst im leeren Kreuz. Kreuz, weil es auf Jesu Tod für uns hinweist, leer, weil Jesus nicht im Tod geblieben, sondern auferstanden ist. Ellen Charlotte Petermann

Zeichen des Jona: Zusammenfassend sagte er ihnen, dass sie kein Zeichen erhalten würden als das Zeichen des Propheten Jona. Damit bezog sich Jesus auf seinen Tod, seine Grablegung und seine Auferstehung. Jonas Erlebnis, als er von dem Fisch verschlungen und wieder ausgespien wurde war ein Hinweis auf das Leiden und die Auferstehung des Herrn. Jesu Auferstehung aus den Toten ist allerdings das endgültige, größte Zeichen seines Dienstes am Volk Israel. So wie Jona drei Tage im Bauch des großen Fisches war, würde unser Herr nach seiner eigenen Voraussage drei Tage und drei Nächte im Herzen der Erde sein. MacDonald

Mt 12,41: Die Männer von Ninive werden im Gericht auftreten gegen dieses Geschlecht und werden es verurteilen, denn sie taten Buße auf die Verkündigung des Jona hin; und siehe, hier ist einer, der größer ist als Jona!

Aufruf zur Buße: Christus, der den Juden predigte, war in seiner Natur, Person und Mission unendlich größer als Jona. Jona predigte in Ninive nur vierzig Tage Buße, und Christus predigte mehrere Jahre lang unter den Juden. Jona vollbrachte keine Wunder, um sein Predigen zu bevollmächtigen; aber Christus wirkte jeden Tag Wunder, an jedem Ort, wohin er kam, und von jeder Art. Trotzdem taten die Einwohner von Judäa nicht Buße, die Einwohner von Ninive jedoch.

Mt 12,42: Die Königin des Südens wird im Gericht auftreten gegen dieses Geschlecht und wird es verurteilen, denn sie kam vom Ende der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören; und siehe, hier ist einer, der größer ist als Salomo!

Großes Licht und großes Gericht: Einfach ausgedrückt, größeres Licht erfordert größeres Gericht. Sowohl Ninive als auch die Königin des Südens bereuten, obwohl in ihrer Mitte ein geringeres Licht schien. Die Ablehnung des größeren Lichts durch die religiösen Führer war nicht zu rechtfertigen.

Mt 12,43: Wenn aber der unreine Geist von dem Menschen ausgefahren ist, so durchzieht er wasserlose Stätten und sucht Ruhe und findet sie nicht.

Mt 12,44: Dann spricht er: Ich will in mein Haus zurückkehren, aus dem ich gegangen bin. Und wenn er kommt, findet er es leer, gesäubert und geschmückt.

Mt 12,45: Dann geht er hin und nimmt sieben andere Geister mit sich, die bösartiger sind als er; und sie ziehen ein und wohnen dort, und es wird zuletzt mit diesem Menschen schlimmer als zuerst. So wird es auch sein mit diesem bösen Geschlecht!

Mt 12,46-50: Wahre Familie Jesu

Mk 3,31-35; Lk 8,19-21

Mt 12,46: Während er aber noch zu dem Volk redete, siehe, da standen seine Mutter und seine Brüder draußen und wollten mit ihm reden.

Die Familie Jesu: Die Mitglieder seiner Familie waren gekommen, um ihn zu holen, weil sie ihn für verrückt hielten. Zweifellos hatten die Pharisäer seinen Dienst gegenüber seinen Verwandten so dargestellt, dass sie dachten, sie sollten ihn besser zurückhalten. Spurgeon

Mt 12,47: Da sprach einer zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und wollen mit dir reden!

Auf das drinnen kommt es an: Wenn Christus aber nicht einmal seine Eltern kennen will, solange sie draußen stehen, wie will er uns kennen, wenn wir draußen stehen bleiben? Drinnen ist das Wort, und drinnen ist das Licht! Beda

Mt 12,48: Er aber antwortete und sprach zu dem, der es ihm sagte: Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder?

Provozierende Frage: Jesus stellt im Evangelium die provozierende Frage: Wer ist meine Mutter? Man könnte meinen, dass es sich um eine abwertende Äußerung über seine Mutter handelt. Dem ist aber nicht so. Als ob er nicht wüsste, wer seine Mutter ist! Jesus möchte klarstellen, dass in seinen und in den Augen seines Vaters der entscheidende Wert eines Menschen nicht von Fleisch und Blut abhängt, sondern von der Bereitschaft, den Willen Gottes zu tun und ihm, Jesus, nachzufolgen. Ellen Charlotte Petermann

Anerkennung Mariens: Jene Antwort Jesu ist kein Mangel an Respekt seiner Mutter und seinen Angehörigen gegenüber. Sie ist vielmehr die größte Anerkennung für Maria, denn gerade sie ist die vollkommene Jüngerin, die in allem den Willen Gottes befolgt hat. Franziskus

Mt 12,49: Und er streckte seine Hand aus über seine Jünger und sprach: Seht da, meine Mutter und meine Brüder!

Mutter werden: Aber es ist zu bemerken, dass der, welcher durch den Glauben Christi Bruder oder Schwester wird, durch die Verkündung seine Mutter wird. Denn er gebiert gleichsam den Herrn, welchen er in das Herz des Hörenden eingießt, und er wird seine Mutter, wenn durch sein Wort die Liebe des Herrn in der Seele des Nächsten erzeugt wird. Goldene Perle

Kommentar von der Erzabtei Beuron: In dem Abschnitt über die Verwandten Jesu handelt es sich nicht darum, die Beziehungen Jesu zu seiner Mutter und seinen Verwandten zu charakterisieren. Das ist vor allem im Matthäusevangelium deutlich; während es bei Markus noch heißt, Jesus habe auf die vielen Menschen geblickt, die im Kreis um ihn herumsaßen (Mk 3,34), streckt er nach Mt 12,49 die Hand über seine Jünger aus und sagt: „Das hier sind meine Mutter und meine Brüder“, und erklärt auch sogleich, was es heißt, sein Jünger zu sein. Das Volk als ganzes hat er ein „böses und treuloses Geschlecht“ genannt, aber einige aus diesem Volk sind für ihn „Bruder, Schwester und Mutter“ geworden. Jünger ist, wer sich von Jesus rufen lässt und wer den Willen Gottes tut. Jüngerschaft bedeutet aber nicht nur Umkehr, Gehorsam und Nachfolge; wer sich Jesus zuwendet, dem wendet er sich mit seiner beglückenden, zugleich göttlichen und menschlichen Liebe zu.  Erzabtei Beuron

Mt 12,50: Wer den Willen meines Vaters im Himmel tut, der ist für mich Bruder, Schwester und Mutter!

Willen des Vaters tun: Ich will alles, was Gott will und ich will nichts, was Gott nicht will. In dieser seligen Hingabe finde ich meinen Frieden und eine tiefe Ruhe des Herzens. Was aber ist der Wille des Vaters? Häufig ist das nicht eindeutig. Bonhoeffer schreibt dazu: „Der Wille Gottes kann sehr tief verborgen liegen unter sich anbietenden Möglichkeiten.“ Gottes Wille ist kein festes System von Regeln. Darum musst du immer wieder neu in deinen verschiedenen Lebenslagen genau hinschauen und durch Herz & Verstand, Beobachtung & Erfahrung und dem Gebet zu ergründen suchen, was sein Wille ist. Hieronymus schreibt: Wir wissen also, dass wir seine Brüder und seine Schwestern sind, wenn wir den Willen des Vaters erfüllen, und dass wir so auch seine Miterben sind.

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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste