Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Markus Evangelium Mk Kapitel 14: Auslegung und Kommentar

Auslegung und Kommentar zum Markus Evangelium Mk Kapitel 14

Mk 14,1-2: Juden beschließen, Jesus zu töten

Auslegung und Kommentar zu Mk 14,1-2

Parallelstellen: Mt 26,1-5; Lk 22,1-2

Mk 14,1: ‭Es war aber zwei Tage vor dem Passah und dem Fest der ungesäuerten Brote. Und die obersten Priester und die Schriftgelehrten suchten, wie sie ihn mit List ergreifen und töten könnten;

Mk 14,2: ‭sie sprachen aber: Nicht während des Festes, damit kein Aufruhr unter dem Volk entsteht!

Der Tötungsplan: Die Führer des Volkes wollten in ihrer boshaften List Christus nach dem Passahfest umbringen. Es erschien ihnen zu riskant zu sein, ihn während des Festes, wenn sehr viele Menschen in Jerusalem sind, verhaften zu lassen. Sie wollten keinen Aufruhr des Volkes riskieren, die ihn am Sonntag vorher noch als Messias bejubelt hatten. Doch es gab einen, der einen anderen Plan hatte. Dieser eine – war Gott. Er hatte im Alten Testament die Schlachtung des Passahlammes auf einen bestimmten Tag gelegt. Und genau an diesem Tag sollte auch das wahre Passahlamm geschlachtet werden – was auch immer die Menschen sich in ihrer List ausdachten. Gerrid Setzer

Der Zeitpunkt: Die Zeit ist bedeutsam, denn zu Pessach gab es nicht nur eine große Erwartung des Messias, sondern auch Jerusalem war überfüllt mit diesen messiaserwartungsvollen Scharen. Da Pessach an die Zeit erinnerte, als Gott einen großen Befreier erweckte und Israel von fremder Unterdrückung befreite, war es eine Zeit großer patriotischer und messianischer Vorfreude. Die Römer waren auf der Hut und bereit für jeden Hinweis auf eine Revolte.

Aus Johannes 11:57 geht hervor, dass die religiösen Führer ursprünglich beabsichtigten, Jesus während des Festes festzunehmen. Als sie die Popularität Jesu beim triumphalen Einzug und seine Autorität auf dem Tempelberg sahen, änderten sie ihre Meinung und beschlossen, es nach dem Fest zu tun. Ihr Plan änderte sich erneut, als Judas sich freiwillig bereit erklärte, eine private, stille Verhaftung zu arrangieren.

Mk 14,3-9: Frau salbt Jesus

Auslegung und Kommentar zu Mk 14,3-9

Parallelstellen: Mt 26,6-13; Joh 12,1-11

Mk 14,3: Und als er in Bethanien im Haus Simons des Aussätzigen war und zu Tisch saß, da kam eine Frau mit einem Alabasterfläschchen voll Salböl, echter, kostbarer Narde und sie zerbrach das Alabasterfläschchen und goss es aus auf sein Haupt.

Der Ort: Im Hause Simons, des Aussätzigen, nicht als ob er zu jener Zeit noch aussätzig wäre, sondern weil er zuvor aussätzig war und hierauf von dem Heilande gereinigt wurde. Es blieb ihm also der frühere Name, damit die Allmacht des Heilenden sichtbar würde. Goldene Perle

Wert der Flasche: Diese besondere Alabasterflasche scheint mehr wert gewesen zu sein als ein Jahreslohn für einen Arbeiter.

Mk 14,4: ‭Es wurden aber etliche unwillig bei sich selbst und sprachen: Wozu ist diese Verschwendung des Salböls geschehen?‭

Eine Verschwendung? Die Jünger dachten, dass diese extravagante Salbung mit Öl eine Verschwendung sei, aber Jesus hat es als ein gutes Werk empfangen. Mit ihrer einfachen Liebe und Hingabe an Jesus verstand Maria, was die Jünger nicht wussten – dass Jesus im Begriff war zu sterben, und sie beabsichtigte dieses Geschenk als Vorbereitung auf sein Begräbnis .

Mk 14,5: ‭Man hätte dies doch um mehr als 300 Denare verkaufen und den Armen geben können! Und sie murrten über sie.‭

Mk 14,6: Jesus aber sprach: Lasst sie! Warum bekümmert ihr sie? Sie hat ein gutes Werk an mir getan.

Sie hat ein gutes Werk an mir getan. Sogar bis auf diese Stunde wirkt das Lob dieses guten Werkes, indem darin die Aufforderung liegt, daß wir alle mit wohlriechenden und kostbaren Werken das Haupt des Herrn salben sollen, damit es auch von uns heiße, daß wir ein gutes Werk an dem Haupt Christi getan haben. Goldene Perle

Mk 14,7: ‭Denn die Armen habt ihr allezeit bei euch, und ihr könnt ihnen Gutes tun, wann immer ihr wollt; mich aber habt ihr nicht allezeit.‭

Mk 14,8: ‭Sie hat getan, was sie konnte; sie hat meinen Leib im Voraus zum Begräbnis gesalbt.‭

Jesus machte ihr das größte Kompliment: Sie hat getan, was sie konnte. Gott erwartet nicht mehr von uns, als wir tun können; aber hüten Sie sich davor, Ihre Ziele so niedrig zu setzen, dass Sie glauben, dass Nichtstun bedeutet, das zu tun, was Sie können . Eine höhere Auszeichnung kann es nicht geben. Alle können nicht große Dinge für Christus tun, aber es ist gut, wenn jeder für den Herrn selbst tut, was er kann.

Hingabe: Anscheinend wollten die Jünger nicht an den Tod Jesu denken. Als Petrus davon hörte, versuchte er es Jesus auszureden. Maria hatte eine andere Hingabe, und anstatt über seinen Tod zu diskutieren oder ihn zu leugnen, verwandelte sie ihn in eine Gelegenheit tiefer Hingabe

Mk 14,9: ‭Wahrlich, ich sage euch: Wo immer dieses Evangelium verkündigt wird in der ganzen Welt, da wird man auch von dem sprechen, was diese getan hat, zu ihrem Gedenken!‭

Mk 14,10-11: Judas möchte Jesus zu verraten

Auslegung und Kommentar zu Mk 14,10-11

Parallelstellen: Mt 26,14-16; Lk 22,3-6

Mk 14,10: Anschließend ging Judas Iskariot, einer von den zwölf Jüngern, zu den obersten Priestern, weil er Jesus an sie ausliefern wollte.

Einer der Zwölf soll ein Verräter sein? Wir meinen oft, dass Judas verschieden gewesen sein muss, schlechter als die anderen Jünger. Wenn das gestimmt hätte, hätte jeder sofort ihn verdächtigt, als Jesus sagte: „Einer von euch wird mich verraten. Sie hätten vermutet: Es muss Judas sein. Er war schon immer böse. Er ist fähig, Jesus zu verraten. Ich verstehe nicht, warum Jesus ihn ausgewählt hat. Doch Judas schien sich nicht so offensichtlich von ihnen zu unterscheiden. Sonst hätten sie ihn ja sofort verdächtigt. Jeder von uns kann ein Judas werden, nach und nach, indem wir unsere Prinzipien immer mehr aufgeben, zuerst in den kleinen Dingen, und dann auch in wichtigen Angelegenheiten. Im christlichen Leben braucht es immer eine gesunde Spannung zwischen dem Vorwärtsstreben und der Wachsamkeit. Wer in den kleinen Dingen treu ist, ist es auch in den Großen. James Swanson

Mk 14,11: ‭Sie aber waren erfreut, als sie das hörten, und versprachen, ihm Geld zu geben. Und er suchte eine gute Gelegenheit, um ihn zu verraten.‭

Mk 14,12-26: Das letzte Abendmahl

Auslegung und Kommentar zu Mk 14,12-31

Mk 14,12: Am ersten Tag des Festes der ungesäuerten Brote, an dem das Passahlamm geschlachtet wurde, fragten die Jünger Jesus: Wo sollen wir für dich das Passahmahl vorbereiten?

Das eucharistische Opfer ist Quelle und Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens. Für mich persönlich ist die Sonntagsmesse mit dem Empfang des Leibes Christi der Höhepunkt der Woche, mit nichts zu vergleichen, unbeschreibbar. Hier loben und feiern wir Jesus, der zu unserem Heil gestorben und auferstanden ist. Die Eucharistie zu vertiefen, nichts wichtigeres gibt es, nicht nur als Ritus, sondern als existentiellen Vorgang, der mich in meinem Innersten mehr als jede andere Sache berührt und mich verändert und verwandelt und dadurch die Welt, in der ich lebe, verwandelt.

Eher könnte die Welt ohne Sonne bestehen, als ohne das heilige Messopfer. Pater Pio

Mk 14,13: ‭Und er sendet zwei seiner Jünger und spricht zu ihnen: Geht in die Stadt; da wird euch ein Mensch begegnen, der einen Wasserkrug trägt; dem folgt,

Mk 14,14: ‭und wo er hineingeht, da sagt zu dem Hausherrn: Der Meister lässt fragen: Wo ist das Gastzimmer, in dem ich mit meinen Jüngern das Passah essen kann?

Gottheit Jesus: Es ist aber ein Zeichen der Gegenwart der Gottheit, daß er mit den Jüngern redet und weiß, was an einem anderen Orte geschieht.

Das war ein ungewöhnlicher Anblick. Frauen trugen normalerweise Flüssigkeiten in Krügen, und Männer trugen normalerweise Flüssigkeiten in Behältern aus Tierhaut. Daher war ein Mann, der einen Krug trug, ein unverwechselbares Zeichen für die Jünger.

Mk 14,15: ‭Und er wird euch einen großen Obersaal zeigen, der mit Polstern belegt und hergerichtet ist; dort bereitet es für uns zu.‭

Mk 14,16: Die beiden Jünger gingen in die Stadt und trafen alles so an, wie Jesus es ihnen gesagt hatte. Dann bereiteten sie das Passahmahl vor.

Zum Paschamahl: Das Paschamahl ist im jüdischen Glauben das Gedächtnis der Befreiung Israels aus der Knechtschaft Ägyptens. Im neuen Pascha der Eucharistie, dem Opfertod Jesus, geht es um das Gedächtnis der Befreiung durch Jesus Christus aus der Knechtschaft der Sünde. Damals in der Stunde des Abendmahls wie auch in jeder Eucharistie tritt Gott mit uns in eine Gemeinschaft die befreit.Durch Jesu Menschwerdung, durch sein vergossenes Blut sind wir in eine ganz reale Blutsverwandtschaft mit Jesus und so mit Gott selbst hineingezogen, die wahrlich befreit. Bitten wir den Herrn, dass wir die Grösse dieses Geheimnisses immer mehr verstehen.

Mk 14,17: ‭Und als es Abend geworden war, kam er mit den Zwölfen.‭

Mk 14,18: Ich versichere euch: Einer von euch, der jetzt mit mir isst, wird mich verraten!

Wo wendest du dich von Jesus ab? Beobachte dich selbst und zwar ruhig und nicht urteilend. Erkenne deine eigenen Abgründe, wo du dich letztlich von Jesus abwendest, weltliche Dinge wichtiger sind, du ihn – benutzen wir dieses harte Wort – verrätst. Durch das Beobachten deiner eigenen Abgründe, erkennst du umso besser Gottes Geduld und Erbarmen mit deiner Seele. Der größte Abgrund sind häufig unsere springenden Gedanken, die ununterbrochen alles kommentieren und bewerten. Bedenke: Situationen die uns in der einen Stunde negativ erregen, werden häufig schon in wenigen Stunden oder Tagen dies nicht mehr tun! Wenn wir das begreifen, können wir uns entschließen, diesen Gedanken von Anfang an nicht so viel Macht und Kontrolle über mich einzuräumen. Sei dir sicher: Deine Seele ist viel beständiger und ruhiger als es deine Gedanken und Gefühle je sein könnten.

Mk 14,19: Da fingen sie an, betrübt zu werden, und fragten ihn einer nach dem anderen: Doch nicht ich? Und der Nächste: Doch nicht ich?‭

Mk 14,20: ‭Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Einer von den Zwölfen, der mit mir ‭das Brot‭ in die Schüssel eintaucht!‭

Mk 14,21: ‭Der Sohn des Menschen geht zwar dahin, wie von ihm geschrieben steht; aber wehe jenem Menschen, durch den der Sohn des Menschen verraten wird! Es wäre für jenen Menschen besser, wenn er nicht geboren wäre!‭

Mk 14,22: Während sie aßen, nahm Jesus ein Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot in Stücke und gab es ihnen.

Er gab ihnen das Brot. Diese menschliche Urgeste des Gebens erhält im Abendmahl Jesus eine neue Tiefe. Jesus gibt nicht etwas, er gibt sich selbst. Die gebende Güte Gottes offenbart sich in ihrer Größe in diesem Augenblick, in dem Christus im Brot sich selber austeilt. Dieses Brechen und Geben des Brotes ist die elementare Mitte der Eucharistie. In der frühen Christenheit wurde daher für die Eucharistie das Wort Brotbrechen verwendet. Das Brotbrechen und Geben als Akt der liebenden Zuwendung zum Nächsten ist dadurch eine innere Dimension der Eucharistie selbst. Die Sorge um den anderen ist nicht ein Zweites, sondern er ist innerster Bestandteil des Abendmahles.

Er brach das Brot: Auch brach er selbst das Brot, welches er den Jüngern gab, um zu zeigen, daß die Brechung seines Leibes nicht ohne seinen Willen oder seine Zulassung geschehen werde.

Mk 14,22: Nehmt und esst ! Das ist mein Leib.

Zur Kommunion: Warum jetzt Menschenworte, wenn Gott zu uns spricht? Wir müssen darauf hören, was der liebe Gott zu unserem Herzen spricht. Geht deshalb zur heiligen Kommunion, empfangt Jesus mit Liebe und Vertrauen! Lebt von Ihm, um für Ihn zu leben. Sagt nicht, ihr wäret ihrer nicht wert. Ja, es ist wahr, ihr habt sie nicht verdient, aber ihr braucht sie. Wenn Gott darauf gesehen hätte, ob wir ihrer würdig wären, er hätte das wunderbare Sakrament seiner Liebe niemals eingesetzt; denn niemand auf der Welt ist es wert. Er aber hat unsere Not gesehen, und notwendig ist dieses Sakrament für jeden von uns. Jean Marie Vianney

Gegenwart Gottes: Auch jetzt noch ist jener Christus gegenwärtig, welcher jenes Mahl bereitete; er selbst heiligt es noch. Denn nicht der Mensch ist es, welcher das Vorgelegte in den Leib und das Blut Christi verwandelt, sondern jener Christus, welcher für uns gekreuzigt wurde. Vom Munde des Priesters werden die Worte gesprochen, aber durch die Macht und Gnade Gottes die Verwandlung vollzogen.

Mk 14,23: ‭Und er nahm den Kelch, dankte und gab ihnen denselben; und sie tranken alle daraus.‭

Mk 14,24: Jesus sagte: Das ist mein Blut, mit dem der neue Bund zwischen Gott und den Menschen besiegelt wird. Es wird zur Vergebung ihrer Sünden vergossen.

Brot und Wein werden in sein Leib und sein Blut gewandelt. Doch die Verwandlung macht hier nicht halt. Leib und Blut Jesu Christi werden uns gegeben, damit wir verwandelt werden. Wir sind es, die durch dieses Brot des Lebens geheimnisvoll verändert werden. Christus nährt uns, indem er uns mit sich vereint und uns in sich hineinzieht. Indem er uns alle in sich hineinzieht, werden wir untereinander eins gemacht. Er durchdringt uns und will von uns auf die anderen übergreifen, daß seine Liebe das beherrschende Maß der Welt werde. Begreifen wir: der Empfang des Leib Christi und das Tun der Liebe sind nicht zweierlei Dinge, sondern zutiefst eins.

Alter und neuer Bund: Der alte Bund beruhte auf dem Blut geopferter Tiere und auf dem Gehorsamsversprechen Israels (Ex 24). Dieses Versprechen wurde aber immer wieder gebrochen. Auch wir brechen immer wieder unseren Gehorsam und sündigen, weil unser Eigenwille die Oberhand gewinnt. Der neue Bund in Christi Blut und Leib ist daher nicht mehr auf diese immer brüchige Treue unseres menschlichen Wollens gegründet, sondern auf den Gehorsam des Sohnes, der gehorsam war bis in den Tod. Jesus hat deinen und meinen Ungehorsam in seinen bis in den Tod gehenden Gehorsam aufgenommen, durchlitten und überwunden. In der Eucharistie feiern wir diesen neuen Bund, der im Gehorsam und in der Liebe des Christus gegründet ist.

Mk 14,25: ‭Wahrlich, ich sage euch: Ich werde nicht mehr von dem Gewächs des Weinstocks trinken bis zu jenem Tag, da ich es neu trinken werde im Reich Gottes.‭

Mk 14,26: Nachdem sie das Danklied gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg.

Dank nach dem Mahl: Wie sie vor dem Essen Dank sagten, so dankten sie auch nach dem Essen. Daher heißt es: Und als sie den Lobgesang gesprochen, gingen sie auf den Ölberg hinaus. Daraus soll man lernen, vor und nach dem Essen Dank zu sagen. Goldene Perle

Der Ölberg: Auch wird Jesus am Ölberg ergriffen, wo er zum Himmel emporsteigt, um uns zu zeigen, daß wir uns von da zum Himmel erheben, wo wir wachen und beten, gebunden werden und nicht auf der Erde uns widersetzen. Goldene Perle

Gedächtnisfeier seines Todes: Wir feiern in der Messe nicht das Letzte Abendmahl im Sinne eines Nachspielens, sondern das Gedächtnis seines Opfertodes. Zur Wiederholung aufgetragen ist das, was Jesus an diesem Abend neu getan hat: das Brotbrechen, das Gebet des Segens und des Dankens und mit ihm die Worte der Verwandlung von Brot und Wein. Es vollzieht sich dadurch, was Jesu angekündigt hat, dass er vom Kreuz her alle an sich ziehen wird. Dieses Gedächtnis ist nicht nur ein nachahmendes Denken an das Abendmahl. Es ist Gegenwärtigsetzung des Geschehenen und darin tiefste Begegnung mit Gott.

Mk 14,27-31: Ankündigung der Verleugnung

Auslegung und Kommentar zu Mk 14,27-31

Parallelstellen: Mt 26,31-35

Mk 14,27: Und Jesus spricht zu ihnen: Ihr werdet in dieser Nacht alle an mir Anstoß nehmen; denn es steht geschrieben: Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe werden sich zerstreuen.

Der Herr ließ sie aber fallen, damit sie nicht auf sich selbst vertrauten.

Mk 14,28: ‭Aber nach meiner Auferweckung will ich euch nach Galiläa vorangehen.‭

Mk 14,29: ‭Petrus aber sagte zu ihm: Wenn auch alle an dir Anstoß nehmen, doch nicht ich!‭

Mk 14,30: Ich versichere dir: Heute Nacht, noch ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du dreimal geleugnet haben, mich zu kennen.

Wer ist der Hahn, der Bote des Lichtes, anders als der Heilige Geist? Durch seinen Ruf werden wir in den Propheten und Aposteln wegen der dreimaligen Verleugnung zu bitteren Tränen nach dem Falle aufgefordert, da wir böse von Gott dachten, böse von den Nächsten redeten und böse gegen uns selbst handelten. Goldene Perle

Jede Sünde hat ihren Ursprung in unseren Herzen, dort fängt alles an. Die Bibel sagt uns, dass aus dem Herzen böse Gedanken hervorkommen. So auch bei Petrus. Er erhebt sich über seine Brüder und denkt, er ist besser als sie. Wenn alle, ich niemals….! Es ist immer eine Gefahr nie oder niemals zu sagen, denn wir sind zu allem fähig. Es zeigt uns, dass Petrus sein Herz noch nicht gut genug kannte. Er vertraute in sich und seine Kraft, aber er muss noch erfahren, dass ihn ihm selbst nichts Gutes wohnt. Er hatte mit Sicherheit gute Absichten, wollte seine Liebe zum Herrn ausdrücken, aber ohne es zu merken, begibt er sich in die falsche Richtung. Er schaute mehr auf sich selbst, anstatt auf den Herrn. Manuel Dietermann

Mk 14,31: ‭Er aber sagte desto mehr: Wenn ich auch mit dir sterben müsste, werde ich dich nicht verleugnen! Das Gleiche sagten aber auch alle.‭

Petrus wollte für Jesus sterben. Dessen rühmte er sich, aber seinen Gesundheitszustand durchschaute der Arzt Jesus. Petrus versprach, Jesus sah vorher. Petrus hat Christus verleugnet, er hat den Herrn seinen Gott verleugnet. Petrus bereute es später. Das hat er durch sein Weinen über die Verleugnung gezeigt.  Petrus starb innerlich durch die Verleugnung, aber Petrus lebte wieder auf durch seine Bußfertigkeit. In unserer Schwachheit lasst uns daher unsere Sünden erkennen und beweinen. Die Verleugnung des Herrn durch Petrus erinnert uns daran, daß kein Mensch auf menschliche Kräfte vertraue. Petrus starb innerlich, weil er stolz auf sich selbst vertraute. Petrus lebte wieder auf, weil Jesus ihn mild anblickte. Erhebe dich nicht in vermessenem Selbstvertrauen, aber versinke auch nicht in Verzweiflung, wenn du gefehlt hast, sondern setze dich dem barmherzigen Blick Jesus aus. (nach Augustinus)

Immer wieder kehren wir in Buße und Reue zu Gott zurück. Zeigen wir Einsicht in unser Fehlverhalten, so nimmt er uns wieder auf.

Die Verleugnung Jesu war eine schwere Sünde. Erstens aufgrund der Wiederholung der gleichen Sünde. Zweitens, weil sie am Tag des Abendmahls und Fußwaschung geschah. Drittens weil sie in der Nacht geschah, als sich Jesus dem Leiden übergab. Zuletzt geschah sie durch den, von dem man es am wenigsten erwartet hätte: dem Sprecher der Apostel Petrus, der ausdrücklich versprochen hatte, standhaft zu sein. Er verleugnete Gott! Nachdem Petrus seine schwere Sünde erkannte, zog er sich sogleich zurück, um sie bitterlich zu beweinen.

Mk 14,32-42: Jesus ringt mit Gott im Gebet

Auslegung und Kommentar zu Mk 14,32-42

Parallelstellen: Mt 26,36-46; Lk 22,39-46

Mk 14,32: ‭Und sie kommen zu einem Grundstück namens Gethsemane. Und er spricht zu seinen Jüngern: Setzt euch hier hin, bis ich gebetet habe!‭

Mk 14,33: Und er nahm Petrus und Jakobus und Johannes mit sich; und er fing an, zu erschrecken, und ihm graute sehr.

Es graute ihn: Der menschgewordene Gott gibt gleichsam das Fleisch seiner Gebrechlichkeit hin, um die Gottlosigkeit derer zu widerlegen, welche das Geheimnis der Menschwerdung leugnen. Denn wenn er den Leib annahm, mußte er Alles annehmen, was dem Leib zukommt, wie Hunger, Durst, Angst und Traurigkeit. Denn die Gottheit kennt keine solche wechselnden Zustände.

Mk 14,34: Und er sprach zu ihnen: Meine Seele ist tief betrübt bis zum Tod. Bleibt hier und wacht!

Bleibet hier und wachet. Nicht von dem Schlaf der Ruhe sollten sie sich enthalten, wozu bei der bevorstehenden Entscheidung keine Zeit vorhanden war, sondern von dem Schlafe des Unglaubens und der Schlaffheit des Geistes.

Mk 14,35: Und er ging ein wenig weiter, warf sich auf die Erde und betete, dass, wenn es möglich wäre, die Stunde an ihm vorüberginge.

Jesus wirft sich zur Erde. Das ist die Gebetshaltung der äußersten Unterwerfung unter den Willen Gottes. In diesem von der Todesangst durchdrungenen Beten Jesu nimmt er die ganze Schuld der Menschheit auf sich, er nimmt dich und mich auf sich und trägt uns zum Vater hin. Jesus selbst ist der Hirte der Menschheit. So ist dieser Augenblick der Todesangst Jesu ein wesentliches Moment im Vorgang der Erlösung. Wir folgen seinen Spuren, wenn wir unser Ja zum Willen Gottes täglich erneuern, auch wenn es uns in bestimmten Situationen schwer fällt, ihn anzunehmen.

Demut Jesus: Er geht aber ein wenig vorwärts, und fällt auf sein Angesicht, und zeigt uns die Demut der Seele durch die Stellung des Leibes.

Mk 14,36: Abba , Vater, alles ist dir möglich. Lass diesen bitteren Kelch des Leidens an mir vorübergehen. Aber nicht was ich will, sondern was du willst, soll geschehen.

Das ist eine der bewegendsten und erschütterndsten Situationen im Leben Jesus. Es ist das Ringen zwischen der göttlichen und der menschlichen Seele Jesus. Im Umfeld von Getsemani und Golgota wird das menschliche Bewußtsein Jesu der härtesten Prüfung unterworfen werden. Es zeigt, dass Jesus kein dem Leiden gegenüber unempfindlicher Übermensch ist. Hier ist ihm der Abgrund der Sünde und alles Bösen ins Innerste der Seele gedrungen. Hier ist er von der Erschütterung des nahen Todes berührt worden. Jesus spürt Einsamkeit und Betrübnis. Aus dieser Situation bittet er die Jünger und auch uns: Bleibt hier und wacht mit mir!

Jesus ringt mit dem Vater. Jesus ringt mit sich selbst und er ringt um uns. Der Hirte gibt sein Leben für die Schafe. (Joh 10,11) Jesus erleidet die Angst vor der Macht des Todes. Dies ist zunächst einfach die dem Menschen eigene Erschütterung vor der Gegenwart des Todes. Aber bei Jesus geht es um mehr: er sieht die schmutzige Flut aller Lüge und alles Niedrigen, die auf ihn zukommt in dem Kelch, den er trinken muß. Es ist die Erschütterung des ganz Reinen und Heiligen vor der ganzen Flut des Bösen dieser Welt, die auf ihn hereinbricht. In diesem Ringen folgen wir ihm nach.

Im Gebet bekommt Jesus Kraft: Durch das Gebet Jesu am Ölberg wurde Jesus der Kreuzestod nicht genommen, aber er bekam die Kraft, seinen Weg zu gehen. Beten in der Krankheit und im Leiden heißt: Auf das Wunder hoffen, aber nicht erzwingen, sondern sich in Gottes Willen ergeben. Der Umgang mit Leiden ist eine Gratwanderung zwischen Kampf gegen das Leiden und Annahme des Leiden – beide Seiten aber verweisen auf Gottes Willen und führen zur Erkenntnis, dass ich mein Leben nicht selbst in der Hand habe. Es liegt in Gottes Hand.

Worte von Benedikt XVI: Christus hat die menschliche Natur angenommen und hat auch seelisch den tiefsten Schmerz gefühlt. In diesem Drama der Todesangst, des Gegensatzes zwischen dem menschlichen Willen, nicht zu sterben, und dem göttlichen Willen, der sich dem Tod ausliefert, in diesem Drama von Getsemani verwirklicht sich das ganze menschliche Drama unserer Erlösung. Denn in dieser Erlösung nimmt er dieses sein Menschsein mit. In der Hingabe seiner selbst wird er umgeschmolzen in eine neue Weise des Seins, in der er nun immer zugleich beim Vater und bei den Menschen ist. Das Kreuz, den Akt der Tötung wandelt er um in einen Akt der Hingabe, der Liebe bis ans Ende. Jesus wird freiwillig und aus Liebe zum Opfer und trägt den Schmerz der Menschheit und weigert sich, ihn abzuweisen.

Abba: In diesem Moment tiefer Not fühlte sich Jesus nicht weit von Gott dem Vater entfernt. Er fühlte sich dem Vater so nahe, dass er den Namen Abba benutzte , den vertrauten Namen eines Kindes für Papa.

Mk 14,37: Er kommt und findet sie schlafend.

Unsere Schläfrigkeit: Unsere geistliche Schläfrigkeit bleibt damals wie heute die Chance für die Macht des Bösen. Schläfrig werden wir dann, wenn unsere Seele abstumpft, wir uns nicht mehr innerlich berühren lassen vom Leid des Nächsten oder dem Bösen, was Menschen einander antun. Schläfrigkeit ist eine Stumpfheit, die all dies lieber nicht wahrnehmen möchte. Geistlich wach werden wir in der Beziehungsplege zu Gott. Ohne diese Beziehung zu Gott gibt der Mensch schließlich seinem Egoismus den Vorrang gegenüber der Solidarität und der Liebe, zieht er das Materielle den Werten vor, das Haben dem Sein.

Clive Staples Lewis: Die Stille, in der die Mystiker sich Gott nähern, ist spannungsvoll und wachsam – genau das Gegenteil von Schläfrigkeit und Träumerei.

Mk 14,38: Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung kommt! Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.

Mk 14,38: Wachet und betet, daß ihr nicht in Versuchung fallet! Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach.

Damit ihr nicht in Versuchung fallt: Betet, daß ihr nicht versucht werdet, weil es unmöglich ist, daß die menschliche Seele nicht versucht werde, sondern: daß ihr nicht in Versuchung fallt, das heißt, daß euch die Versuchung nicht überwinde. Damit weist er die Tollkühnen zurück, welche Alles, was sie wollen, glauben erreichen zu können; aber so sehr wir auf die Kraft der Seele vertrauen, ebenso sehr sollen wir uns wegen der Gebrechlichkeit des Fleisches fürchten. Goldene Perle

Worte von Franz von Sales: Empfehlt euch am Morgen Gott, beteuert, daß ihr ihn nicht beleidigen wollt, dann geht an euer Tagewerk mit dem Entschluß, gleichwohl häufig euren Geist zu Gott zu erheben, selbst in Gesellschaft. Wer kann euch daran hindern, auf dem Grund eures Herzen mit ihm zu sprechen? Es ist ja nicht nötig, daß ihr geistigerweise oder mündlich mit ihm sprecht. Sagt kurze aber feurige Worte. Der hl. Franziskus sagte oft „mein Alles“, der hl. Bruno oft „O Güte!“.

Worte von Franz von Sales: Sobald du die Versuchung fühlst, mache es wie die kleinen Kinder, die sofort zu Vater und Mutter laufen. So nimm auch du deine Zuflucht zu Gott. Bleib vor allem stets demütig und dir deiner Schwäche bewußt. Bitte Gott, daß er sich deiner erbarme und dir helfe. Jesus selbst lehrt uns: Betet, damit ihr nicht in Versuchung fallet. Beteure, daß du der Versuchung nicht zustimmen willst, bitte Jesus um Hilfe und setze deine Beteuerung fort, solange die Versuchung anhält. Betrachte dabei aber nicht die Versuchung, sondern den Herrn. Streite nicht mit dem Feind! Erwidere kein Wort außer dem einen, womit der Herr ihn beschämte: Zurück, Satan! Du sollst den Herrn, deinen Gott anbeten und ihm allein dienen.

Mk 14,39: ‭Und er ging wiederum hin, betete und sprach dieselben Worte.‭

Mk 14,40: ‭Und als er zurückkam, fand er sie wieder schlafend; denn die Augen waren ihnen schwer geworden. Und sie wussten nicht, was sie ihm antworten sollten.‭

Zur Schläfrigkeit: Zweimal hören wir in der Heiligen Schrift, dass Jesus, drei seiner Jünger in seiner unmittelbaren Nähe haben wollte. Beim Gebet auf dem Berg Tabor und bei seinem Gebet auf dem Ölberg. Bei seiner Verklärung und in seiner Todesangst. Und was machen die Jünger? Sie werden müde und schlafen ein! Jesus, wecke mich aus meiner geistigen „Schläfrigkeit“ auf. Alltägliche Sorgen und Routine können mich oberflächlich und gleichgültig machen. Komm, Heiliger Geist, und lass mich wachsam sein! Edeltrud Fuhr

Mk 14,41: ‭Und er kommt zum dritten Mal und spricht zu ihnen: Schlaft ihr noch immer und ruht? Es ist genug! Die Stunde ist gekommen. Siehe, der Sohn des Menschen wird in die Hände der Sünder ausgeliefert.‭

Mk 14,42: ‭Steht auf, lasst uns gehen! Siehe, der mich verrät, ist nahe.‭

Mk 14,43-52: Jesus wird verraten und verhaftet

Auslegung und Kommentar zu Mk 14,43-52

Parallelstellen: Mt 26,47-56; Lk 22,47-53; Joh 18,1-11

Mk 14,43: ‭Und sogleich, als er noch redete, erschien Judas, der einer der Zwölf war, und mit ihm eine große Schar mit Schwertern und Stöcken, ‭gesandt‭ von den obersten Priestern und den Schriftgelehrten und den Ältesten.‭

Mk 14,44: ‭Der ihn verriet, hatte ihnen aber ein Zeichen gegeben und gesagt: Der, den ich küssen werde, der ist es; den ergreift und führt ihn sicher ab!‭

Mk 14,45: Als er nun kam, trat er sogleich auf ihn zu und sprach: Rabbi, Rabbi! und küsste ihn.

Der Kuss Jesus: Das war die Krönung der Entsetzlichkeiten dieser Stunde, die letzte Schändlichkeit, über die menschliche Schändlichkeit nicht mehr hinausgehen kann, als Judas dort im Garten seinen Meister verriet, nicht mit einem Schrei, einem Schlag oder einem Stoß, sondern mit einem Kuss. Mit unendlicher Ergriffenheit fragte Jesus: Judas, überlieferst du den Sohn des Menschen mit einem Kuss? MacDonald

Mk 14,46: ‭Sie aber legten ihre Hände an ihn und nahmen ihn fest.‭

Mk 14,47: ‭Einer aber von denen, die dabeistanden, zog das Schwert, schlug den Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm ein Ohr ab.‭

Mk 14,48: Und Jesus begann und sprach zu ihnen: Wie gegen einen Räuber seid ihr ausgezogen mit Schwertern und Stöcken, um mich gefangen zu nehmen?

Mk 14,49: Täglich war ich bei euch im Tempel und lehrte, und ihr habt mich nicht ergriffen.

Worte der Goldenen Perle: Es ist töricht, mit Schwertern und Prügeln den zu suchen, welcher sich freiwillig euern Händen überliefert und durch einen Verräter den gleichsam in der Nacht verborgen zu suchen, welcher täglich im Tempel lehrte. Dieses zeigt aber seine Gottheit; denn da er im Tempel lehrte, vermochten sie ihn noch nicht zu ergreifen, obschon er in ihren Händen war, weil die Zeit seines Leidens noch nicht gekommen war. Wann er aber selbst wollte, da übergab er sich selbst, damit die Schrift erfüllt würde, daß er wie ein Lamm zur Schlachtbank geführt wurde.

Mk 14,50: Da verließen ihn alle und flohen.‭

Mk 14,51: ‭Und ein gewisser junger Mann folgte ihm, der ein Leinengewand auf dem bloßen Leib trug; und die jungen Männer ergriffen ihn,

Mk 14,52: ‭er aber ließ das Leinengewand zurück, und entblößt floh er von ihnen.

Mk 14,53-65: Verhör vor Kaiphas

Auslegung und Kommentar zu Mk 14,53-65

Parallelstellen: Mt 26,57-68

Mk 14,53: ‭Und sie führten Jesus ab zum Hohenpriester; und alle obersten Priester und die Ältesten und die Schriftgelehrten kamen bei ihm zusammen.‭

Mk 14,54: Und Petrus folgte ihm von ferne bis hinein in den Hof des Hohenpriesters; und er saß bei den Dienern und wärmte sich am Feuer.‭

Mk 14,55: ‭Die obersten Priester aber und der ganze Hohe Rat suchten ein Zeugnis gegen Jesus, um ihn zu töten, und sie fanden keines.‭

Mk 14,56: ‭Denn viele legten ein falsches Zeugnis gegen ihn ab, doch stimmten die Zeugnisse nicht überein.‭

Mk 14,57: ‭Und es standen etliche auf, legten ein falsches Zeugnis gegen ihn ab und sprachen:

Mk 14,58: ‭Wir haben ihn sagen hören: Ich will diesen mit Händen gemachten Tempel zerstören und in drei Tagen einen anderen aufbauen, der nicht mit Händen gemacht ist.

Mk 14,59: ‭Aber auch so war ihr Zeugnis nicht übereinstimmend.‭

Mk 14,60: Und der Hohepriester stand auf, trat in die Mitte, fragte Jesus und sprach: Antwortest du nichts auf das, was diese gegen dich aussagen?

Mk 14,61: ‭Er aber schwieg und antwortete nichts. Wieder fragte ihn der Hohepriester und sagte zu ihm: Bist du der Christus, der Sohn des Hochgelobten?

Mk 14,62: ‭Jesus aber sprach: Ich bin“s. Und ihr werdet den Sohn des Menschen sitzen sehen zur Rechten der Macht und kommen mit den Wolken des Himmels!

Ich bin es: Jesus antwortet einfach und klar: Ich bin es. Hier klingt eindeutig klar das „Ich bin der Ich-bin“ mit, das zu Moses von Gott aus dem brennenden Dornbusch gesprochen wurde. Für die Hohepriester war dies Gotteslästerung. Das anschließende Zerreißen der Kleider vom Hohepriester Kajaphas geschieht nicht aus emotionaler Erregung, sondern war für den amtierenden Richter beim Anhören einer Gotteslästerung als Zeichen der Empörung vorgeschrieben. Für uns dagegen ist dieses „Ich bin“ die Gewissheit seiner Gegenwart unter uns.

Mk 14,63: Da zerriss der Hohepriester seine Kleider und sagte: Was brauchen wir weitere Zeugen?

Zerreißen der Kleider: Der Hohepriester befolgte die jüdische Gewohnheit, denn wenn ihnen etwas Unerhörtes oder Unerträgliches begegnete, zerrissen sie die Kleider. Um also zu zeigen, daß Christus eine große und unerträgliche Lästerung ausgesprochen habe, zerriß er seine Kleider. Goldene Perle

Mk 14,64: ‭Ihr habt die Lästerung gehört. Was meint ihr? Und sie fällten alle das Urteil, dass er des Todes schuldig sei.‭

Das Unbegreifliche: Es ist das Unbegreifliche, dass Gottes Sohn wegen Gotteslästerung verurteilt wird. Nun bricht über Jesus alle Gewalt und Verachtung herein. Unwissend erfüllen sie die Prophezeiung Jesajas: „Meinen Rücken bot ich denen dar, die mich schlugen, und meine Wangen denen, die mich rauften. Mein Angesicht verbarg ich nicht vor Schmach und Speichel.“ (Jes 50:6). Von einer Reaktion Jesus an dieser Stelle steht nichts. Interessant ist aber, was bei Jesaja im Folgevers steht: „Doch konnten sie mir meine Würde nicht nehmen.“ (Jes 50:7).

Mk 14,65: Einige begannen, Jesus anzuspucken. Sie verbanden ihm die Augen, schlugen ihn mit Fäusten und sagten: Na, wer war es, du Prophet? Auch die Wachen schlugen ihm ins Gesicht.

Mk 14,66-72: Petrus leugnet Jesus

Auslegung und Kommentar zu Mk 14,66-72

Parallelstellen: Mt 26,69-75; Lk 22,54-65; Joh 18,25-27

Mk 14,66: ‭Und während Petrus unten im Hof war, kam eine von den Mägden des Hohenpriesters.‭

Mk 14,67: Und als sie Petrus sah, der sich wärmte, blickte sie ihn an und sprach: Auch du warst mit Jesus, dem Nazarener!‭

Mk 14,68: ‭Er aber leugnete und sprach: Ich weiß nicht und verstehe auch nicht, was du sagst! Und er ging in den Vorhof hinaus, und der Hahn krähte.‭

Mk 14,69: ‭Und als die Magd ihn sah, begann sie wieder und sprach zu den Umstehenden: Dieser ist einer von ihnen!‭

Mk 14,70: ‭Er aber leugnete wiederum. Und ein wenig nachher sprachen die Umstehenden nochmals zu Petrus: Wahrhaftig, du bist einer von ihnen! Denn du bist ein Galiläer, und deine Sprache ist gleich.‭

Mk 14,71: ‭Er aber fing an, ‭sich‭ zu verfluchen und zu schwören: Ich kenne diesen Menschen nicht, von dem ihr redet!‭

Mk 14,72: Da krähte der Hahn zum zweiten Mal und Petrus erinnerte sich an das Wort, das Jesus zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er begann zu weinen.

Die Verleugnung Jesu war eine sehr schwere Sünde durch verschiedene Umstände: Erstens aufgrund der Wiederholung der gleichen Sünde. Zweitens, weil sie am Tag der Kommunion und der vollkommenen Reinigung durch die Fußwaschung geschah. Drittens weil sie in der Nacht geschah, in der die Sünde getilgt wurde. Viertens weil sie im gleichen Haus mit Christus geschah. Fünftens geschah sie aus einem winzigen Anlaß. Zuletzt geschah sie durch den, von dem man es am wenigsten erwartet hätte, wegen der zahllosen Wohltaten, die er empfangen hatte und weil er ausdrücklich versprochen hatte, standhaft zu sein. Als er seine schwere Sünden erkannte, zog er sich sogleich zurück, um sie bitterlich zu beweinen, und nicht nur damals, sondern er beweinte sie ein Leben lang. Franz von Sales

Er brach zusammen und weinte. Es ist bedeutsam, dass alle vier Evangelien die Verleugnung des Petrus berichten. Wir müssen alle lernen, dass Selbstvertrauen zur Demütigung führt. Wir müssen lernen, uns selbst zu misstrauen und uns ausschließlich auf die Macht Gottes zu verlassen. MacDonald

Worte von Benedikt XVI: Petrus ist Jesus mit Eifer gefolgt, er hat die Glaubensprüfung bestanden, indem er sich ihm ganz hingab. Trotzdem kommt der Augenblick, in dem er der Angst nachgibt und fällt: Er verrät den Meister. Die Schule des Glaubens ist kein Triumphmarsch, sondern ein Weg, der mit Leiden und Liebe bedeckt ist, mit Prüfungen und einer Treue, die jeden Tag erneuert werden muß. Petrus, der vollkommene Treue versprochen hatte, kennt die Bitternis und die Demütigung der Verleugnung: Der Übermütige lernt auf eigene Kosten die Demut. Auch Petrus muß lernen, schwach zu sein und der Vergebung zu bedürfen. Als ihm endlich die Maske abfällt und er die Wahrheit seines schwachen Herzens, das das Herz eines gläubigen Sünders ist, begreift, bricht er in befreiende Tränen der Reue aus. Nach diesen Tränen ist er bereit für seine Sendung.

Der Herr ließ ihn aber so fallen, damit er sich nicht erhöbe, und zugleich, damit er gegen die Sünder mitleidig wäre, da er an sich selbst die Wirkung der menschlichen Schwachheit erfahren hatte.


Das war eine Auslegung und ein Kommentar zum Markus Evangelium Mk Kapitel 14


Infos zum Impuls 

– Start mit dem Wort Gottes in den Tag

– Kurzimpuls

– es gibt stets ein Wochenthema

– täglich nur 1x

– entweder über

   * Whatsapp

   * Facebook-Seite

   * Telegram

– ca. zwischen 6-7 Uhr 

– hier geht´zur Anmeldung

Tägliche Andacht

Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste