Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Markus Evangelium Kap. 11 – Auslegung und Kommentar

Hier findet ihr einen Kommentar und eine Auslegung zum Markus Evangelium Kapitel 11

Mk 11,1-11: Einzug in Jerusalem

Mt 21,1-11; Lk 19,28-44; Joh 12,12-19

Und als sie sich Jerusalem näherten und nach Bethphage und Bethanien an den Ölberg kamen, sandte er zwei seiner Jünger. Mk 11:1

Der Palmsonntag ist das große Portal, das uns in die Karwoche eintreten läßt. Mögen besonders zwei Grundstimmungen diese Tage beherrschen: der Lobpreis, wie bei denen, die Jesus in Jerusalem mit ihrem „Hosanna“ empfangen haben, und der Dank, weil Jesus uns in dieser Karwoche von neuem das denkbar größte Geschenk machen wird: Er wird uns sein Leben schenken, seinen Leib und sein Blut, seine Liebe. Auf ein so großes Geschenk müssen wir in angemessener Weise antworten, das heißt mit dem Geschenk unserer selbst: unserer Zeit, unseres Gebetes, unseres tiefen, liebevollen Verbundenseins mit Christus, der für uns leidet, stirbt und aufersteht. Die Kirchenväter haben ein Symbol in der Geste gesehen, die Mäntel vor dem Herrn auszubreiten: Vor Christus müssen wir unser Leben, unser ganzes Sein ausbreiten, in einer Haltung der Dankbarkeit und der Anbetung. Papst Benedikt XVI

Die Karwoche beginnt mit dem Einzug in Jerusalem, den wir am Palmsonntag feiern. Das ist keine historische Gedenkfeier, denn dieser Palmsonntag ist nichts Vergangenes, das wir nostalgisch sentimental schauspielerisch feiern, nein: wie der Herr damals auf dem Esel in Jerusalem einzog, so kommt er in der demütigen Gestalt von Brot und Wein immer neu zu uns. Die Kirche begrüßt den Herrn in der heiligen Eucharistie als den, der jetzt kommt, der in ihre Mitte getreten ist. Und sie begrüßt ihn zugleich als den, der immerfort der Kommende bleibt und uns auf sein Kommen zuführt. Wir gehen auf ihn zu. Er kommt uns entgegen.

Wir lesen aber im Evangelium des Johannes, daß er auf den Berg floh, damit sie ihn nicht zum König machten. Jetzt aber, da er zum Leiden nach Jerusalem kommt, flieht er nicht vor denen, welche ihn König nennen, damit er offen lehrte, daß er der König nicht eines zeitlichen und irdischen, sondern des ewigen himmlischen Reiches wäre, und durch die Verachtung des Todes zum Reiche gelangte. Goldene Perle

‭Geht in das Dorf, das vor euch liegt, und sobald ihr dort hineinkommt, werdet ihr ein Füllen ­angebunden finden, auf dem nie ein Mensch gesessen hat; bindet es los und führt es her!‭ Mk 11:2

‭Und wenn jemand zu euch sagt: Warum tut ihr das?, so sprecht: Der Herr braucht es!, so wird er es sogleich hierher senden.‭ Mk 11:3

‭Sie aber gingen hin und fanden das Füllen angebunden an dem Tor draußen am Scheideweg und banden es los.‭ Mk 11:4

‭Und etliche der Umstehenden sprachen zu ihnen: Was macht ihr da, dass ihr das Füllen losbindet?‭ Mk 11:5

‭Sie aber redeten zu ihnen, wie Jesus befohlen hatte, und sie ließen es ihnen.‭ Mk 11:6

‭Und sie führten das Füllen zu Jesus und legten ihre Kleider darauf, und er setzte sich darauf.‭ Mk 11:7

Da breiteten viele ihre Kleider aus auf dem Weg, andere aber hieben Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. Mk 11:8

Für uns als geistliche Handlung bedeutet die Geste des Ausbreitens der Kleider folgendes: Wir dürfen und sollen unser Leben, unser ganzes Sein vor ihm ausbreiten. Auf das Geschenk seiner Lebenshingabe antworten wir mit dem Geschenk unserer selbst: unserer Zeit, unseres Gebetes, unseres tiefen, liebevollen Verbundenseins mit Christus, der für uns leidet, stirbt und aufersteht. Das Ausbreiten der Kleider war weiter die traditionelle Gebärde der Inthronisation des Königs. Jesus ist und kommt als König. Breite täglich neu dein Leben vor unserem König aus!

Hosianna! Gepriesen sei der, welcher kommt im Namen des Herrn! Mk 11,9

Dies sind Worte aus Psalm 118, 25. Diese waren zur damaligen Zeit schon ein Messiasruf. Jesus wird also als Messias anerkannt, der die Gegenwart Gottes bringt, nicht nur damals, sondern auch heute ist in ihm das Reich Gottes anwesend. Das allein erfüllt unser Leben!!!

Jesus ist zum Eckstein des Lebens geworden. Deshalb nimmt es nicht Wunder, daß wir ihn mit Hosianna willkommen heißen. Johannes Paul II

Der Herr billigt es, dass die Kinder Hosanna dem Sohne Davids singen. Er will also, dass wir Ihn preisen. Es genügt Ihm nicht, dass wir Ihm danken, Ihn um Verzeihung, um Gnade bitten: die drei Worte: „Danke, Verzeihung, Herr, hilf!“ sind zwar unerlässlich und müssen uns allezeit im Herzen und auf den Lippen sein; sie genügen indessen nicht, um so zu beten, wie wir beten sollen. Wir sollen ihn auch loben. Loben heißt, seine Bewunderung und damit seine Liebe ausdrücken; denn die Liebe ist unzertrennlich mit einer großen Bewunderung verbunden. Gott loben heißt, sich zu seinen Füßen in Worten der Bewunderung und Liebe verströmen, heißt, Ihm in allen Formen immer wieder sagen, dass Er unendlich vollkommen, unendlich liebenswert ist, dass Er unendlich geliebt wird, dass seine Schönheit ebenso grenzenlos ist wie unsere liebende Bewunderung. Charles de Foucauld

‭Gepriesen sei das Reich unseres Vaters David, das kommt im Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe!‭ Mk 11:10

Und Jesus zog ein in Jerusalem und in den Tempel. Und nachdem er alles betrachtet hatte, ging er, da die Stunde schon vorgerückt war, mit den Zwölfen hinaus nach Bethanien. Mk 11:11

Im geistigen Sinne ging aber der Herr in den Tempel und verließ ihn wieder, um zu zeigen, daß er ihn öde und zur Plünderung verließe.

Mk 11,12-19: Tempelreinigung

Mt 21,12-17; Lk 19,45-48

‭Und als sie am folgenden Tag Bethanien verließen, hatte er Hunger.‭ Mk 11:12

‭Und als er von fern einen Feigenbaum sah, der Blätter hatte, ging er hin, ob er etwas daran finden würde. Und als er zu ihm kam, fand er nichts als Blätter; denn es war nicht die Zeit der Feigen.‭ Mk 11:13

In Zukunft soll nie wieder jemand von dir eine Frucht essen! Mk 11:14

Bei Markus wird die Tempelreinigung eingerahmt durch die Verfluchung des Feigenbaums. Dieser ist ein Bild für den Opferdienst im Tempel. Nach seiner Verfluchung ist der Feigenbaum am nächsten Tag abgestorben. Der Opferdienst und mit ihm der steinerne Tempel sind vorbei. Durch das Opfer Jesus ist er selbst unser Tempel geworden. In ihm beten wir Gott an.

Abschlussgebet: Herr du gibst dein Leben für uns hin, wirst der neue und ewige Tempel, in dem wir Gott anbeten. Reinige mich, damit ich Gott liebe als das höchste Gut und nicht aufgrund irgendeines Nutzens. Auch ich bin dein Tempel, in den du durch meinem Glauben in deiner Gnade einziehst. Welch königlicher Gast in meiner Seele!

Der Baum wurde verflucht, weil er vorgab , Blätter zu haben, nicht wegen seines Mangels an Früchten. Wie Israel in den Tagen Jesu hatte es die äußere Form, aber keine Frucht. In diesem Bild warnte Jesus Israel und uns vor Gottes Missfallen, wenn wir das Aussehen einer Frucht haben, aber nicht die Frucht selbst. Gott ist nicht erfreut, wenn sein Volk nur Blätter und keine Frucht sind.

Sie kamen nach Jerusalem, und Jesus ging in den Tempel. Dort jagte er die Händler und Käufer hinaus; die Tische der Geldwechsler und die Stände der Taubenverkäufer stieß er um. Mk 11:15

Hierum will Gott diesen Tempel ledig [frei, leer] haben, auf dass denn auch nichts weiter darin sei als er allein. Seht, alle die sind Kaufleute, die sich hüten vor groben Sünden und wären gern gute Leute und tun ihre guten Werke Gott zu Ehren, wie Fasten, Wachen, Beten und was es dergleichen gibt, allerhand gute Werke, und tun sie doch darum, dass ihnen unser Herr etwas dafür gebe oder dass ihnen Gott etwas dafür tue, was ihnen lieb wäre: dies sind alles Kaufleute. Das ist im groben Sinn zu verstehen, denn sie wollen das eine um das andere geben und wollen auf solche Weise markten mit unserm Herrn. Bei solchem Handel sind sie betrogen. Meister Eckhart

‭Und er ließ nicht zu, dass jemand ein Gerät durch den Tempel trug.‭ Mk 11:16

Mein Haus soll für alle Völker ein Ort des Gebets sein, ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht! Mk 11:17

Dieser innerste heilige Ort im Menschen kann verstellt sein durch allerlei Gerümpel, Geld, Besitz und weltliche Interessen. Böse und niedrige Gedanken können in uns so sehr die Oberhand gewinnen, dass für Gott kein Platz mehr ist. Der Mensch kann unter seiner Würde leben und das Heiligste vergessen, verdrängen, ausschließen. Wir können Gott zwar hinauswerfen. Gott aber geht nimmer in die Ferne. Wir können Gott vergessen, er vergisst uns nie. Er wartet auf uns. Suchen wir die Stille, das Gebet und den Nächsten, denn dort lässt er sich finden.

Achte auf deine Seele, auf dass sie im Einerlei des Alltags Gott nicht vergisst.

‭Und die Schriftgelehrten und die obersten Priester hörten es und suchten, wie sie ihn umbringen könnten; denn sie fürchteten ihn, weil die ganze Volksmenge über seine Lehre staunte.‭ Mk 11:18

‭Und als es Abend geworden war, ging er aus der Stadt hinaus.‭ Mk 11:19

Mk 11,20-26: Alles bitten dürfen

Mt 21,18-22

‭Und als sie am Morgen vorbeikamen, sahen sie, dass der Feigenbaum von den Wurzeln an verdorrt war.‭ Mk 11:20

‭Und Petrus erinnerte sich und sprach zu ihm: Rabbi, siehe, der Feigenbaum, den du verflucht hast, ist verdorrt!‭ Mk 11:21

‭Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Habt Glauben an Gott!‭ Mk 11:22

Wir müssen glauben, dass Gott handeln kann und handeln wird. Wir empfangen nichts, weil wir beim Beten zweifeln. Wir dürfen nicht denken, dass wir etwas bekommen, wenn der Zweifel in unserer Seele nistet. Gerrid Setzer

Denn wahrlich, ich sage euch: Wenn jemand zu diesem Berg spricht: Hebe dich und wirf dich ins Meer!, und in seinem Herzen nicht zweifelt, sondern glaubt, dass das, was er sagt, geschieht, so wird ihm zuteilwerden, was immer er sagt. Mk 11:23

Der Satz vom Abtragen von Bergen war ein recht verbreiteter jüdischer Ausdruck. Es war ein regelmäßiger, anschaulicher Ausdruck , um Schwierigkeiten zu beseitigen. Barclay

Bewundere aber die göttliche Barmherzigkeit, wie er uns, wenn wir uns ihm durch den Glauben nahen, die Wunderkraft verleiht, die er selbst von Natur aus besitzt, und zwar in solchem Grad, daß wir selbst die Berge versehen könnten. Goldene Perle

Alles, was ihr auch immer im Gebet erbittet, glaubt, dass ihr es empfangt, so wird es euch zuteilwerden! Mk 11:24

Wir müssen beten und bitten. Wir haben nichts, weil wir nicht bitten! Wir werden vergeblich nach dem Segen Gottes und seiner erlebten Führung Ausschau halten, wenn wir nicht intensiv dafür zu beten. Gerrid Setzer

Denn es ist klar, daß der aus Willensneigung Glaubende sein Herz zu Gott erhebt, und sich mit ihm verbindet, und daß sein erwärmtes Herz die Gewißheit erlangt, gleich als hätte er seine Bitte schon erlangt. Denn wer in dem Glauben, daß er ganz von Gott geleitet werde, mit Tränen bittet und gleichsam die Füße des Herrn im Gebet zu umfassen glaubt, der erlangt das, um was er mit Recht bittet. Goldene Perle

Wenn ihr dasteht und betet, so vergebt, wenn ihr etwas gegen jemand habt, damit auch euer Vater im Himmel euch eure Verfehlungen vergibt. Mk 11:25

Wir dürfen keinen Groll gegen andere hegen. Geballte Fäuste kann man nicht zum Gebet falten. Wenn wir gegen andere keine Gnade zeigen, dann dürfen wir nicht erwarten, dass Gott uns in seiner Regierung Gnade erweist. Gerrid Setzer

Willst du Glaubenserfahrungen machen und Gebetserhörungen erleben? Dann bete, vertraue und vergebe.

‭Wenn ihr aber nicht vergebt, so wird auch euer Vater im Himmel eure Verfehlungen nicht vergeben.‭ Mk 11:26

Mk 11,27-33: Jesus wird in Frage gestellt

Mt 21,23-27; Lk 20,1-8

‭Und sie kamen wiederum nach Jerusalem. Und als er im Tempel umherging, traten die obersten Priester und die Schriftgelehrten und die Ältesten zu ihm‭ Mk 11:27

In welcher Vollmacht tust du dies? Und wer hat dir diese Vollmacht gegeben, dies zu tun? Mk 11:28

Mit welchem Recht tust du das alles? An dieser Evangelienstelle bleibt die Frage unbeantwortet. Die Heilige Schrift gibt uns jedoch viele Antworten; lassen wir diese Antworten auf uns wirken und stellen wir uns Jesus vor in all seiner Macht und Herrlichkeit: Ihm ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden. Er ist der Erstgeborene der Toten, der Herrscher über die Könige der Erde, der uns liebt und uns von unseren Sünden erlöst hat durch sein Blut. Er ist das Alpha und das Omega, der Herr, der ist und der war und der kommt, der Herrscher über die ganze Schöpfung. Er ist der Erste und der Letzte und der Lebendige. Er war tot, doch nun lebt er in alle Ewigkeit, und er hat die Schlüssel zum Tod und zur Unterwelt. Er ist der Sieger, der Löwe aus dem Stamm Juda, der Spross aus der Wurzel Davids und Herr der Herren. Er ist das Lamm, das geschlachtet wurde und mit seinem Blut Menschen für Gott erworben hat aus allen Stämmen und Sprachen, aus allen Nationen und Völkern. Er ist der Treue und Wahrhaftige. Sein Name heißt das Wort Gottes, König der Könige und Herr der Herren. Bertalan Egervári

Als Er im Tempel umhergeht, kommen die Hohenpriester, die Schriftgelehrten und die Ältesten auf Ihn zu. Als Mitglieder des Synedriums, des höchsten juristischen und religiösen Gremiums der Juden, sind sie durch die Autorität, mit der der Herr Jesus den Tempel gereinigt und das Volk belehrt hatte, erneut in ihrem Stolz als Führer und Verantwortliche gekränkt und fragen Ihn deshalb: In welchem Recht tust Du diese Dinge? Jesus stellt eine Gegenfrage: 

‭Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Auch ich will euch ‭ein‭ Wort fra­gen; wenn ihr mir antwortet, so will ich euch sagen, in welcher Vollmacht ich dies tue.‭ Mk 11:29

War die Taufe des Johannes vom Himmel oder von Menschen? Antwortet mir! Mk 11:30

‭Und sie überlegten bei sich selbst und sprachen: Wenn wir sagen: Vom Himmel, so wird er fragen: Warum habt ihr ihm dann nicht geglaubt?‭ Mk 11:31

‭Wenn wir aber sagen: Von Menschen— da fürchteten sie das Volk; denn alle meinten, dass Johannes wirklich ein Prophet gewesen war.‭ Mk 11:32

Sie antworten Jesus und sprachen: Wir wissen es nicht! Da erwiderte Jesus und sprach zu ihnen: So sage ich euch auch nicht, in welcher Vollmacht ich dies tue! Mk 11:33

Wir wissen es nicht. Diese Worte machen zwei Dinge deutlich: Sie offenbaren das Fehlen jeder geistlichen Befugnis der Führerschaft der Juden und zugleich ihre heuchlerische Bosheit. Wenn sie Johannes den Täufer nicht richtig zu beurteilen vermochten, wie sollten sie dann seinem Herrn in der rechten Weise begegnen? So lange sie nicht gewillt waren, die Zeichen des Vorläufers zu akzeptieren, würden sie noch weniger die weitaus grösseren Zeichen des Königs selbst annehmen.

Infos zum Impuls 

– Start mit dem Wort Gottes in den Tag

– Kurzimpuls

– es gibt stets ein Wochenthema

– täglich nur 1x

– entweder über

   * Whatsapp

   * Facebook-Seite

   * Telegram

– ca. zwischen 6-7 Uhr 

– hier geht´zur Anmeldung

Tägliche Andacht

Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste