Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Lukas Evangelium Kapitel 9 – Auslegung und Kommentar

Hier findet ihr einen Kommentar und eine Auslegung zum Lukas Evangelium Kapitel 9

Lk 9,-6: Aussendung der Zwölf

Mt 10,1-15; Mk 6,7-13

Lk 9,1: Er rief aber seine zwölf Jünger zusammen und gab ihnen Kraft und Vollmacht über alle Dämonen und zur Heilung von Krankheiten.

Sendung zu den Menschen: Die Sendung von Jüngern zu den Menschen, das Weitersagen der Heilsbotschaft ist ein Herzensanliegen Jesu. Bis in unser Heute setzt sich diese Sendung bei uns fort. Wir sind als Boten des Evangeliums unterwegs. Bevor wir allerdings Boten sind, sind wir wie damals die Apostel Berufene, berufen bei Jesus zu sein, mit ihm zu gehen und von ihm zu lernen. Wer im Namen Jesu Bote des Evangeliums sein will, der muss zuerst mit Jesus leben, der muss immer wieder auf ihn schauen und von ihm lernen. Nur so ist es möglich Gesandter Jesu Christi zu sein, Sprachrohr seiner Botschaft, Bote seiner Liebe und Werkzeug seines Friedens.

Wen Gott beruft, den rüstet Gott aus. Die Ausrüstung mag vor Beginn des Dienstes nicht vollständig offensichtlich sein, aber sie wird auf dem Weg offensichtlich sein.

Lk 9,2: Er sandte sie aus, das Reich Gottes zu verkündigen und die Kranken zu heilen.

Wieso das alles? Wenn Gott wirklich will, dass alle Menschen die frohe Botschaft empfangen, Wieso hat er dann nicht besser dafür vorgesorgt? Wieso hat Jesus 30 Jahre im Verborgenen gelebt? Wieso hat er nur drei Jahre gewirkt und nicht 40? Wieso hat er nicht viel mehr Wunder gewirkt? Wieso nur in Israel? Wieso? Als Sohn Gottes wusste Jesus, was er tat. Und das muss uns zunächst genügen. Unsere Hausaufgabe besteht eher oft erst einmal darin, die Dinge zu akzeptieren, wie sie sind, auch wenn wir sie nicht verstehen, denn auch heute noch weiß Gott durchaus, was er tut, und das zum Glück unabhängig davon, ob wir es schon verstehen oder nicht. Bertalan Egervári

Lk 9,3: Und er sprach zu ihnen: Nehmt nichts auf den Weg, weder Stäbe noch Tasche, weder Brot noch Geld; auch soll einer nicht zwei Hemden haben.

Christen müssen immer leichtes Gepäck haben. Die Jünger sollen nichts mitnehmen ausser einem Wanderstock. Die Jünger sollen erfahren, wie es ist, sich ganz auf die Güte der Menschen und letztlich auf die Vorsehung Gottes zu verlassen. Ob Gott wirklich Quelle und tragender Grund des Lebens ist, das soll man ablesen können an denen, die ihn verkündigen. Übertragen heißt das „Nichts mitnehmen“ auch: Geh zu den Menschen so wie du bist. Sei du selbst! Gib dich selbst! Sag, was du glaubst! Verstecke dich nicht hinter Rollen oder Scheinidentitäten. Sei innerlich arm und verlasse dich allein auf Gott.

Nichts mitnehmen bedeutet, ganz und gar von der Vorsehung Gottes zu leben. Tatsächlich und auf Dauer so zu leben, ist sicher nicht einfach. Es bedeutet, dass man seine Sicherheit nicht auf Geld oder Besitz gründet, sondern ganz auf Gott vertraut. Konkret bedeutet vertrauen, dass man sich Gott auf Gedeih und Verderb ausliefert. Wenn er nicht wirkt, ist man verloren.

Interessanter Hintergrund: Es gab eine Regel unter den damaligen Rabbinern, dass man den Tempelbereich nicht mit einem Stab, Schuhen oder einem Geldsack betreten durfte, weil man auch nur den Anschein vermeiden wollte, mit anderen Geschäften als dem Dienst für den Herrn beschäftigt zu sein. Die Jünger waren mit solch heiligem Werk beschäftigt (das Evangelium zu predigen und Gottes Heilung zu bringen), dass sie nicht den Eindruck erwecken konnten, dass sie irgendein anderes Motiv hätten.

Lk 9,4: Und wo immer ihr in ein Haus eintretet, da bleibt, und von da zieht weiter.

Geht in die Häuser: Jesus schickt die Jünger nicht in Synagogen oder auf den Marktplatz, sondern in die Häuser. Die Familien waren die Keimzelle für die Ausbreitung des Evangeliums. Das hat sich bis heute nicht geändert. Die wenigsten von uns sind berufen, sonntags in der Kirche zu predigen, aber jeder von uns hat die Möglichkeit, in seinem Alltag in den kleinen Begegnungen Zeugnis für seinen Glauben zu geben. Wir können zu Menschen vordringen, die nie auf die Idee kämen, in die Kirche zu gehen oder mit einem Priester zu sprechen!

Lk 9,5: Und wo man euch nicht aufnehmen wird, da geht fort aus jener Stadt und schüttelt auch den Staub von euren Füßen, zum Zeugnis gegen sie.

Den Staub von den Füßen abschütteln: Wenn Juden dieser Zeit in oder durch eine nichtjüdische Stadt gehen mussten, schüttelten sie beim Verlassen oft den Staub von ihren Füßen als eine Geste, die sagte: Wir wollen nichts aus dieser nichtjüdischen Stadt mitnehmen. Im Wesentlichen forderte Jesus seine Jünger auf, eine jüdische Stadt zu betrachten, die ihre Botschaft ablehnte, als wäre es eine nichtjüdische Stadt.

Lk 9,6: Und sie gingen aus und durchzogen die Dörfer, verkündigten das Evangelium und heilten überall.

Auftrag zur Heilung: Neben dem Auftrag zur Verkündigung werden die Jünger auch beauftragt, zu heilen. Es geht darum, die Menschen heil zu machen, sie zu befreien, von dem, was sie bedrückt, fesselt, krank und kaputt macht. Die bösen Geistern haben auch heute viele Gesichter. Gelebter Glaube beinhaltet nicht nur Askese, sondern immer auch eine befreiende und heilende Seelsorge! Jesus gibt ihnen diese Vollmacht. Nicht nur ein Wort, nicht nur eine Lehre, sondern wirksame Macht empfangen die Apostel.

Lk9, 7-9: Herodes lässt Johannes töten

Mt 14,1-12; Mk 6,14-29

Lk 9,7-8: Aber der Vierfürst Herodes hörte alles, was durch ihn geschah; und er geriet in Verlegenheit, weil von etlichen gesagt wurde, Johannes sei aus den Toten auferstanden, von etlichen aber, Elia sei erschienen, und von anderen, einer der alten Propheten sei auferstanden.

Lk 9,9: Herodes sprach: Johannes habe ich enthauptet; wer ist aber der, von welchem ich dies höre? Und er wünschte ihn zu sehen.

Zur Person des Herodes: Herodes‘ Wunsch Jesus zu sehen ist nicht auf Glauben oder Motive der Bekehrung begründet. Während seines gesamten Gefängnisaufenthaltes hat Johannes der Täufer Herodes immer wieder zur Bekehrung eingeladen. „Herodes fürchtete sich vor Johannes, weil er wusste, dass dieser ein gerechter und heiliger Mann war. Darum schützte er ihn. Sooft er mit ihm sprach, wurde er unruhig und ratlos, und doch hörte er ihm gern zu.“ (Mk 6,20). Aber Herodes verschob seine Bekehrung immer wieder. Wir müssen uns täglich bekehren. Es ist nicht genug, nur zu sagen, dass wir Jesus als unseren persönlichen Herrn und Retter angenommen haben und „wiedergeboren“ sind, wir müssen beginnen, das neue Leben zu leben und unsere Entscheidung für Christus jeden Tag zu erneuern. Heute will ich mich von meinen Schwächen und Unzulänglichkeiten abwenden. Ich möchte dir näher kommen, Herr. Barry O’Toole

Lk 9,10-17: Fünftausend Menschen werden satt

Mt 14,13-21; Mk 6,30-44; Joh 6,1-15

Lk 9,10: Und die Apostel kehrten zurück und erzählten ihm alles, was sie getan hatten. Und er nahm sie zu sich und zog sich zurück an einen einsamen Ort bei der Stadt, die Bethsaida heißt.

Lk 9,11: Als aber die Volksmenge es erfuhr, folgten sie ihm nach; und er nahm sie auf und redete zu ihnen vom Reich Gottes, und die, welche Heilung brauchten, machte er gesund.

Das Beispiel Jesus: Wie gut bist du, mein Gott, dass du dem Körper und zugleich der Seele Gutes tust! Wie gut bist du, uns durch dein wiederholtes Beispiel eine klare Kenntnis unseres Auftrags dem Nächsten gegenüber zu geben! Das Beispiel, ja das Prinzip Jesu ist es, zunächst der Seele, dann aber auch dem Herzen und dem Körper Gutes zu tun. Das Gute für die Seele ist für viele das Wichtigste, aber die Linderung für Herz und Körper ist eines der wirksamsten Mittel, das zu bewirken. Alles Gute, das dem Herzen und dem Körper oder der Seele getan wird, wird denen getan, die zu Jesus gehören, Teilen seines Leibes, Jesus selbst. Charles de Foucauld

Viele folgten ihm nach: Die Einen folgten ihm, um von den Teufeln befreit zu werden; die Anderen, um von der Krankheit geheilt zu werden, sowie auch die, welche an seiner Lehre ein Wohlgefallen hatten, ihn sehr fleißig besuchten. Er aber nahm als der mächtige und gütige Erlöser die Müden auf, belehrte die Unwissenden, heilte die Kranken, erquickte die Nüchternen und zeigte so, welch‘ großes Wohlgefallen er an den Gläubigen habe. Goldene Perle

Lk 9,12: Aber der Tag fing an, sich zu neigen; und die Zwölf traten herzu und sprachen zu ihm: Entlasse das Volk, damit sie in die Dörfer und die Höfe hingehen und einkehren und Speise finden; denn wir sind hier an einem einsamen Ort!

Lk 9,13: Er aber sprach zu ihnen: Gebt ihr ihnen zu essen! Sie sprachen: Wir haben nicht mehr als fünf Brote und zwei Fische; oder sollen wir hingehen und für diese ganze Menge Speise kaufen?

Lk 9,14: Denn es waren etwa 5 000 Männer. Er sprach aber zu seinen Jüngern: Lasst sie sich gruppenweise setzen, je fünfzig und fünfzig!

Lk 9,15: Und sie machten es so und ließen alle sich setzen.

Lk 9,16: Und er nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf und segnete sie; und er brach sie und gab sie den Jüngern, damit diese sie der Menge austeilten.

Worte von Charles de Foucauld: Wie gut bist du, mein Gott, dass du den körperlichen Bedürfnissen der Volksmenge Erleichterung verschaffst, dass du denen „zu essen gibt, die hungrig sind”! … wie gut bist du, dass du den Arbeitern für das Evangelium und allen Christen dieses Beispiel gibst, indem du ihnen zeigst, dass es nicht genügt zu predigen und zu heilen, sondern dass es auch der Almosen bedarf. Wie bist du gut, mein Gott, durch dieses Wunder ein noch tausendmal größeres und lieblicheres anzukündigen und darzustellen, das der heiligen Eucharistie! Charles de Foucauld

Lk 9,17: Und sie aßen und wurden alle satt; und es wurde aufgehoben, was ihnen von den Brocken übrig blieb, zwölf Körbe voll.

Niemand wusste, woher dieses Brot eigentlich kam. Jesus zeigte, dass Gott uns aus Ressourcen versorgen kann, die wir nicht sehen oder wahrnehmen können. Es ist einfacher, Glauben zu haben, wenn wir glauben zu wissen, wie Gott uns versorgen könnte, aber Gott sorgt oft auf unerwartete und unentdeckte Weise.

Lk 9,18-20: Petrus Christusbekenntnis

Mt 16,13-20; Mk 8,27-30

Lk 9,18: Es geschah, als er für sich allein betete, dass die Jünger in seiner Nähe waren. 

Jesus betet: Wenn Jesus betet, möchte er allein sein mit dem Vater, und dennoch schickt er seine Jünger nicht weg, sondern er nimmt sie mit hinein in dieses Alleinsein. Sie dürfen ihn sehen als den, der er ist, als Sohn des Vaters. Sie erleben, wie der Sohn mit dem Vater redet von Angesicht zu Angesicht, von Du zu Du. Sie dürfen das sehen, was die anderen Menschen nicht sehen, und aus diesem Sehen kommt eben eine Erkenntnis, die über die der anderen Menschen hinausgeht. Ellen Charlotte Petermann

Lk 9,18: Für wen halten mich die Leute?

Eine wichtige Frage: Die Frage, die Jesus seinen Jüngern stellt, ist die Frage, die die meisten Menschen tagtäglich umtreibt: Wofür halten die Menschen mich? Jesus stellt sie im Hinblick auf sein Sein, sein Messias-Sein und somit auf seine Bedeutung für die Menschen im Hinblick auf die Erlösung und das Reich Gottes. Wir stellen uns die Frage hingegen eher innerweltlich im Sinne von: Bin ich wichtig? Die Frage ist nicht unwichtig. Die Antwort, die ich auf die Frage gebe, wer Jesus für mich ist, kann die Bedeutung der Frage, wofür ich gehalten werde, in gutem Maße beeinflussen und relativieren. Wenn er mein Erlöser ist, dann wird mein Leben gut enden, wie es auch war und wofür man mich auch gehalten hat.

Lk 9,19: Sie antworteten und sprachen: Für Johannes den Täufer; andere aber für Elia; und andere [sagen], einer der alten Propheten sei auferstanden.

Lk 9,20: ‭Da sprach er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Da antwortete Petrus und sprach: Für den Christus Gottes!‭

Diese Frage stellt sich allen: Diese Frage stellt sich allen, die von Jesus hören; und wir, nicht er, werden nach unserer Antwort beurteilt. Tatsächlich beantworten wir diese Frage jeden Tag mit dem, was wir glauben und tun. Wenn wir wirklich glauben, dass Jesus der ist, für den er sich ausgibt, wird das unsere Lebensweise beeinflussen.

Worte von Papst Franziskus: Es ist die entscheidende Frage, die Jesus heute auch an uns richtet: Wer bin ich für dich? Wer bin ich für dich, der du den Glauben angenommen hast, aber immer noch Angst hast, auf mein Wort hin aufzubrechen? Wer bin ich für dich, der du schon so lange Christ bist, aber, von der Gewohnheit ermattet, deine erste Liebe verloren hast? Wer bin ich für dich, wenn du eine schwierige Zeit durchmachst und dich aufrütteln musst, um neu anzufangen? Das ist es, was den Herrn interessiert: im Zentrum unserer Gedanken zu stehen, der Bezugspunkt unserer Zuneigung zu werden; kurz gesagt, die Liebe unseres Lebens zu sein. Papst Franziskus

Worte von Benedikt XVI: Der Glaube liefert nicht nur irgendeine Information über die Identität Christi, sondern er setzt eine persönliche Beziehung zu ihm voraus, die Zustimmung der ganzen Person mit ihrem Verstand, ihrem Willen und ihren Gefühlen zur Selbstoffenbarung Gottes. So spornt die Frage Jesu: „Ihr aber, für wen haltet ihr mich?“ die Jünger eigentlich dazu an, hinsichtlich der Beziehung zu ihm eine persönliche Entscheidung zu treffen. Glaube und Nachfolge Christi hängen eng zusammen. Und da der Glaube voraussetzt, dass man dem Meister nachfolgt, muss er gefestigt werden und wachsen, tiefer und reifer werden in dem Maße, in dem die Beziehung zu Jesus, die Vertrautheit mit ihm intensiver und stärker wird. Benedikt XVI

Worte von Paul VI: Er ist der Lehrer der Menschheit und ihr Erlöser. Er wurde geboren, er starb und er ist auferstanden für uns. Er ist der Mittelpunkt der Geschichte und der Welt; er ist es, der uns kennt und der uns liebt; er ist der Gefährte und Freund unseres Lebens. Er ist der „Mann voller Schmerzen“ (Jes 53,3) und der Hoffnung. Er ist es, der kommen und eines Tages unser Richter sein wird und – darauf vertrauen wir – die unendliche Erfüllung unseres Seins und unsere Seligkeit. Ich könnte ohne Ende von ihm sprechen: Er ist das Licht und die Wahrheit, ja, er ist „der Weg und die Wahrheit und das Leben“ (Joh 14,6). Er ist das Brot und die Quelle lebendigen Wassers, um unseren Hunger und Durst zu stillen. Er ist unser Hirte, unser Führer, unser Vorbild, unser Trost, unser Bruder. Wie wir, und mehr noch als wir, war er klein, arm, gedemütigt; er war ein Arbeiter; er hat Unglück erfahren und war geduldig. Paul VI

Worte von Benedikt XVI: Auch wir wollen heute mit tiefer Überzeugung ausrufen: Ja, Jesus, du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes! Wir tun dies in dem Bewusstsein, dass Christus der wahre »Schatz« ist, für den es sich lohnt, alles zu opfern; er ist der Freund, der uns nie verlässt, da er die tiefsten Sehnsüchte unseres Herzens kennt. Jesus ist der »Sohn des lebendigen Gottes«, der verheißene Messias, der in die Welt gekommen ist, um der Menschheit das Heil anzubieten und den Durst nach Leben und Liebe zu stillen, den jeder Mensch in sich trägt. Welch großen Nutzen würde die Menschheit daraus ziehen, nähme sie diese Botschaft auf, die Freude und Frieden mit sich bringt! Benedikt XVI

Lk 9,21-27: Erste Leidensankündigung

Mt 16,21-28; Mk 8,31-9,1

Lk 9,21: Er aber ermahnte sie ernstlich und gebot ihnen, dies niemand zu sagen.

Lk 9,22: Der Sohn des Menschen muß viel leiden und verworfen werden von den Ältesten und den obersten Priestern und Schriftgelehrten und getötet werden und am dritten Tag auferweckt werden.

Passionsgeschichten mit Einleitung: Die Evangelien sind letztlich Passionsgeschichten mit ausführlicher Einleitung. Christi Passionszeit beginnt nicht erst in der Leidenswoche, sondern mit dem ersten Tage seiner Predigt. Die eigentliche Passion dauert dann eine Woche. Wollten die Evangelisten mit dem Schema der einen Woche eine zweite Schöpfungsgeschichte andeuten? So wie Gott die Welt in sieben Tagen erschuf, so bewirkte Jesus mit seinem Leiden, Sterben und Auferstehen in einer Woche unsere Erlösung. Er ist diesen Weg für mich gegangen.

Ich betrachtete alle Leiden, die es je gegeben hat oder geben wird, und ich verstand, dass die Passion Christi das größte, das schmerzhafteste aller Leiden war und sie alle übertraf. Juliana von Norwich

Lk 9,23: Er sprach aber zu allen: Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach.

Wenn jemand will: Weil aber der Erlöser gütig ist, will er keinen unfreien oder gezwungenen Diener, sondern Freiwillige, die ihm für die Nachfolge danken. Daher zieht er Niemanden durch Gewalt oder Notwendigkeit, sondern Alle durch die Überzeugung und durch Wohltun an sich, indem er sagt: Wenn Jemand will.

Nachfolge fordert uns heraus: Die Nachfolge Jesu im Tun des Vaters Willen fordert uns gerade in seiner Alltäglichkeit heraus. Da geht es um Ausdauer, Beharrlichkeit, Treue, Geduld und vor allem um das Vertrauen darauf, dass dieser Gott alles lenkt und zum Guten führen wird. Diese umkehrende Nachfolge beginnt täglich neu. Bleibe beharrlich dabei, dich tapfer zu überwinden bei diesen kleinen täglichen Ärgerlichkeiten, die dir zustoßen. Franz von Sales sagt dazu: Wir müssen daran denken, dass wir jeden Tag mit unserem Fortschritt oder unserer Vervollkommnung wieder zu beginnen haben. Man wird niemals fertig damit; man muss immer wieder beginnen und zwar gerne wieder beginnen.

Worte von Bertalan Egervari: So wertvoll ist dieses Leben, das Jesus Christus selbst ist und das er uns schenken möchte, dass es sich lohnt, sogar das eigene Leben dafür zu geben. Dazu haben wir täglich Gelegenheit, indem wir für andere da sind, helfen, trösten, Mut machen, zuhören, Zeit schenken, dienen, manchmal andere geduldig ertragen oder auf irgendeine andere Weise die Liebe leben. Sie beginnt schon in Gedanken, wo wir aktiv das Gute im Nächsten sehen und suchen können, ihnen nichts Böses unterstellen und, wenn nötig, bereit sind zu vergeben. So gibt es zahllose Anlässe, uns selbst zu verleugnen um Christi und des Evangeliums willen. Bertalan Egervári

Wer einen hohen Berg erklimmen will, tut das nicht in Sprüngen, sondern schrittweise und langsam. Gregor der Große

Sich selbst zu verleugnen bedeutet, als auf andere zentrierte Person zu leben. Jesus war die einzige Person, die dies perfekt gemacht hat, aber wir müssen in seine Fußstapfen treten.

Lk 9,24: Denn wer sein Leben retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es retten.

Denn wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren: d.h. wer nach diesem gegenwärtigen Leben wandeln und sein Leben in dem Sinnlichen erhalten will, der verliert es, indem er es nicht zum Endziel der Glückseligkeit führt. Im Gegenteil aber sagt er: Denn wer sein Leben meinetwegen verliert, wird es retten, d.h. wer mit Verachtung des Irdischen im Hinblick auf die Wahrheit sich dem Tode aussetzt, der wird, gleichsam sein Leben für Christus verlierend, es vielmehr retten. Goldene Perle

Lk 9,25: Denn was hilft es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber sich selbst verliert oder schädigt?

Lk 9,26: Denn wer sich meiner und meiner Worte schämt, dessen wird sich auch der Sohn des Menschen schämen, wenn er kommen wird in seiner Herrlichkeit und der des Vaters und der heiligen Engel.

Lk 9,27: Ich sage euch aber in Wahrheit: Es sind etliche unter denen, die hier stehen, welche den Tod nicht schmecken werden, bis sie das Reich Gottes sehen.

Lk 9,28-36: Verklärung

Mt 17,1-13; Mk 9,2-13

Lk 9,28: Etwa acht Tage nachdem er das gesagt hatte, nahm Jesus Petrus, Johannes und Jakobus mit sich und stieg auf einen Berg, um zu beten.

Zeitpunkt der Verklärung: Die Verklärung findet zu einem ganz präzisen Zeitpunkt der Sendung Christi statt, nach der Ankündigung seines Leidens. Jesus weiß, dass sie die Realität des Kreuzes nicht akzeptieren, und so möchte er sie darauf vorbereiten, den Skandal der Passion und des Kreuzestodes zu ertragen, damit sie wissen, dass dies der Weg ist, durch den der himmlische Vater seinen Sohn zur Herrlichkeit führen wird. Jeder von uns hat nun sein eigenes Kreuz. Der Herr lässt uns das Ende dieses Wegs sehen, das die Auferstehung ist, die Schönheit, indem wir unser eigenes Kreuz tragen. 

Beginn der Verklärung: Beginnen tut die Verklärung damit, dass Jesus die 3 Apostel mit auf einen Berg nimmt. Der Berg steht in der Bibel für Gottesnähe, ein Ort, an dem Gott sich offenbart, an dem der Mensch Gott näher ist als im Tal, im Nebel seines Alltags. So wichtig der Alltag ist, wir auch dort in und bei Gott sind, wir dort unser Kreuz tragen, so unerlässlich ist es für jeden von uns, dass er einen inneren „Berg“ hat auf dem er Gott begegnet. Physische Orte (Kirche, Gebetsecke) und eine bestimmte Zeit (z.B. Morgengebet) helfen dabei. Wie dein Berg sich im Einzelnen zeigt, gestaltet sich bei jedem anders. Benedikt der XVI hat einmal gesagt, es gibt so viele Wege zu Gott, wie es Menschen gibt.

Worte der Goldenen Perle: Er stieg aber auf den Berg, um zu beten, damit er uns lehrte, in der Einsamkeit und in der Erhebung, ohne Versenkung in das Irdische, zu beten. Daher begibt er sich auf den Berg, um zu beten und verklärt zu werden, um zu zeigen, daß die, welche die Frucht der Auferstehung erwarten, und den König in seiner Herrlichkeit zu sehen wünschen, mit dem Geist Oben wohnen und inständig beten müssen.

Lk 9,29: Während Jesus betete, veränderte sich sein Gesicht, und seine Kleider strahlten hell.

Jesus ist im Gebet. Häufig wird davon berichtet, dass Jesus sich zum Gebet zurückzog. Das Besondere hier ist, dass er drei Apostel mitnimmt und somit auch dich. Auf den Berg mit Jesus zu steigen bedeutet für die Apostel in das Gebet Jesu hineingezogen zu werden. Er wollte ihnen und dir das innere Licht zeigen, das ihn erfüllt, wenn er betet. Das Gebet damals und für uns jetzt ist kein Beiwerk, keine „Option“, sondern es ist eine Frage von Leben oder Tod. Nur wer betet, d.h. wer sich in kindlicher Liebe Gott anvertraut, kann in das ewige Leben eintreten, das Gott selbst ist. Das Ereignis der Verklärung macht uns die existenzielle Bedeutung des Gebets für unser Leben klar. Mein Gebet ist immer das Gleiche, wenn ich am Morgen bete: „Hier bin ich.“

Lk 9,30: Plötzlich standen zwei Männer da und redeten mit ihm: Mose und Elia.

Moses und Elia: In der geistigen Vorstellung, die viele von diesem Ereignis haben, stellen sie sich Jesus vor, der mit Moses und Elia in der Luft schwebt. Stattdessen sagt der Text deutlich, dass sie standen .

Lk 9,31: Auch sie waren von einem herrlichen Glanz umgeben und sprachen mit Jesus über seinen Tod, den er nach Gottes Plan in Jerusalem erleiden sollte.

Das Thema des Gesprächs gibt Lukas an: Jesu Tod. Das Evangelium ist nicht eine Aneinanderreihung von Erzählungen, sondern eine abgestimmte „Komposition“. Vor der Verklärung – Bibelstelle spricht Jesus über seinen bevorstehenden Tod und richtet an uns die Worte, dass auch wir in der Jüngerschaft unser Kreuz auf uns nehmen sollen. Und in der Verklärung geht es wieder um seinen Tod. Jesus flieht nicht vor dieser Sendung, für die er in die Welt gekommen ist. So zeigt er uns, dass das wahre Gebet darin besteht, unseren Willen mit dem Willen Gottes zu vereinen. Für uns bedeutet beten also nicht, vor der Wirklichkeit und deren Verantwortung zu fliehen, sondern sie im Vertrauen auf die treue und unerschöpfliche Liebe des Herrn vollends auf sich zu nehmen.

Lk 9,32: Petrus aber und seine Gefährten waren vom Schlaf übermannt. Als sie aber erwachten, sahen sie seine Herrlichkeit und die zwei Männer, die bei ihm standen.

Das Verhalten der Jünger: Zweimal hören wir in der Heiligen Schrift, dass Jesus, drei seiner Jünger in seiner unmittelbaren Nähe haben wollte. Beim Gebet auf dem Berg Tabor und bei seinem Gebet auf dem Ölberg. Bei seiner Verklärung und in seiner Todesangst. Und was machen die Jünger? Sie werden müde und schlafen ein! Jesus, wecke mich aus meiner geistigen „Schläfrigkeit“ auf. Alltägliche Sorgen und Routine können mich oberflächlich und gleichgültig machen. Komm, Heiliger Geist, und lass mich wachsam sein! Edeltrud Fuhr

Lk 9,33: Schließlich wollten die zwei Männer gehen. Da rief Petrus: Herr, wie gut, dass wir hier sind! Wir wollen drei Hütten bauen, für dich eine, für Mose eine und für Elia eine! Petrus wusste aber gar nicht, was er da sagte. Lk 9:33

Es war einfach gut, da zu sein. Auch wenn wir es nicht so erfahren wie die drei, es gibt nichts Größeres als bei Gott zu sein. Dazu können wir uns die Allgegenwart Gottes bewusst machen. Wir können im Gebet bei ihm sein, der durch die Taufe im Tempel unseres Leibes in uns Wohnung genommen hat. Oder wir können seine leibhaftige Gegenwart in der Eucharistie suchen und in der Kirche vor ihm verweilen. In keinem dieser Fälle sehen wir Christus verklärt, doch es bleibt jedes Mal seine göttliche Gegenwart. Bertalan Egervári

Petrus möchte die Gotteserfahrung festhalten. Du hast sicher schon Momente tiefer Gotteserfahrung gemacht. Bei dem einen haben sie zur Bekehrung geführt, bei dem anderen ihn auf seinem Glaubensweg gestärkt. Dennoch sind diese Momente tiefer Gotteserfahrung eher selten, sie sind ein besonderes Geschenk, lassen sich weder durch Askese oder Meditation erzwingen, noch lassen sie sich festhalten. Aber du kannst dich daran erinnern, sie wirken in uns nach und verändern uns. Erinnere du dich heute an einen Moment tiefer Gotteserfahrung in deinem Leben. Vergesst in eurem Leben nicht den Berg der Verklärung. Es gibt ihn diesen Berg der Verklärung, für jeden von uns anderswo.

Den Moment festhalten: Das Gefühl, dem Himmel so nahe zu sein, wie nie zuvor, weckt den Wunsch zu bleiben, den Moment festzuhalten und dort zu bleiben. Doch um endgültig in der himmlischen Wirklichkeit bleiben zu können, müssen sie, muss Jesus noch einen Weg gehen. Und dieser Weg führt über Leiden und Anfeindung hin zum Tod und dem Auferwecktwerden zu neuem Leben. Ohne den Weg nach Jerusalem ist der Weg Jesu nicht vollständig. Und ohne diesen Weg Jesu bleibt die himmlische Welt für die Jünger und für uns weiter ein Sehnsuchtsort. Das Weitergehen und bis zu Ende gehen des Weges ist notwendig, um am Ende dort bleiben zu können, wo Petrus jetzt schon Hütten bauen will.

Lk 9,34-35: Während er redete, kam eine Wolke und warf ihren Schatten auf die drei Jünger . Als die Wolke sie ganz einhüllte, fürchteten sie sich; dann hörten sie eine Stimme, die aus ihr sprach: Dies ist mein Sohn, ihn habe ich erwählt. Auf ihn sollt ihr hören!

Eine bewegende Analogie: Eine Analogie, die mich sehr bewegt hat: Hier der Berg der Verklärung dort der Berg Golgatha. Hier strahlt Jesu Angesicht wie die Sonne, dort war sein Aussehen entstellt. Hier wurden seine Kleider weiß wie das Licht, dort wurde er seiner Kleider beraubt. Hier umgaben ihn zwei große Gottesmänner, dort hingen zwei Verbrecher neben ihm. Hier war die Wolke der Gegenwart Gottes, dort Finsternis und Gottverlassenheit. Das Kreuz und die Herrlichkeit Christi gehören unzertrennlich zusammen. Auch dein Kreuz und das Wachsen in der Erkenntnis der Liebe Gottes sind unzertrennlich verbunden.

Lk 9,35: Dies ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören!

Auf den Sohn hören: Die Einladung des Vaters, auf Jesus zu hören, den die Jünger nach dem Verschwinden der Vision „allein» antreffen, unterstreicht den Vorrang des Hörens vor dem Sehen. Der Glaube wird oft in der Dunkelheit gelebt: Lasst uns das Licht aufnehmen, wenn es uns gegeben wird, aber lasst uns mit dem zufrieden sein, was uns zu hören gegeben wird. Gebet: Gott, du hast uns geboten, auf deinen geliebten Sohn zu hören. Nähre uns mit deinem Wort und reinige die Augen unseres Geistes, damit wir fähig werden, deine Herrlichkeit zu erkennen.

Sein geliebter Sohn: Bedeutsam an der Begegnung auf dem Berg ist nicht nur das Einbrechen der himmlischen Welt in die irdische, sondern auch das, was auf diese Weise offenbar wird. Die Leser haben bereits durch die Ankündigung der Geburt an Maria Hinweise auf die Frage, wer Jesus ist. Er wird Sohn des Höchsten und Sohn Gottes genannt werden. In der Tauferzählung wird diese Identität Jesu durch die himmlische Stimme bestätigt: Du bist mein geliebter Sohn. Bislang haben die Jünger nur ihr eigenes Erleben der Taten und Worte Jesu, sie verstehen mal besser und mal schlechter wem sie folgen. Erstmalig auf dem Verklärungsberg sind sie Zeugen einer eindeutigen Bestätigung dessen, wer Jesus ist: Dieser ist mein auserwählter Sohn, auf ihn sollt ihr hören.

Lk 9,36: Und während die Stimme kam, fand es sich, dass Jesus allein war. Und sie schwiegen und sagten in jenen Tagen niemand etwas von dem, was sie gesehen hatten.

Außergewöhnliche Erlebnisse und ihre Wirkung: Wäre es nicht von unschätzbarem Wert für den Glauben, wenn alle Menschen den verklärten, göttlichen Christus sehen könnten? Wir könnten meinen: Wenn ich ihn so sehen könnte, würde ich ganz anders glauben und leben. Die Evangelien zeigen uns aber, dass es Petrus im entscheidenden Moment der Kreuzigung keine Hilfe war. Feste Glaubensüberzeugungen entstehen anders. Außergewöhnliche Erfahrungen oder Erlebnisse können eine Hilfe sein, der Glaube wird aber vor allem in den vielen kleinen Prüfungen des Alltags geschmiedet. Es liegt an uns, ob wir den Alltag einfach an uns geschehen lassen oder ob wir ihn bewusst mit den Augen des Glaubens sehen und leben. Bertalan Egervári

Lk 9,37-43: Jesus heilt Jungen

Mt 17,14-21; Mk 9,14-29

Lk 9,37: Es begab sich aber am folgenden Tag, als sie den Berg hinunterstiegen, dass ihm eine große Menge entgegenkam.

Rückkehr vom Berg in die Not: Vom Berg der Verklärung kehrten Jesus und die Jünger am folgenden Tag in das Tal menschlicher Not zurück. Das Leben bietet Augenblicke geistlicher Erhebung, doch Gott gleicht sie durch die alltägliche Mühe und Arbeit wieder aus. Aus der Volksmenge kam Jesus ein Mann entgegen und bat ihn, seinem besessenen Sohn zu helfen. Er war der einzige Sohn und deshalb die Freude seines Herzens. Welch unaussprechliches Leid bedeutete es für diesen Vater. MacDonald

Steige hinab, Petrus: du wolltest auf dem Berge ausruhen: steige hinab; verkündige das Wort, greife bei jeder Gelegenheit ein, sei es gelegen oder ungelegen, tadle, ermahne und ermuntere mit aller Großmut und mit jeder Art von Unterweisung. Arbeite, strenge dich sehr an, nimm auch Leiden und Qualen auf dich, damit du mittels des Glanzes und der Schönheit der guten Werke in der Liebe das besitzen mögest, was im Glanz der Kleider des Herrn versinnbildlicht ist. Augustinus

Lk 9,38: Und siehe, ein Mann aus der Volksmenge rief und sprach: Meister, ich bitte dich, sieh doch meinen Sohn an, denn er ist mein einziger.

Von Jesus angeschaut werden: Der Vater fühlte (zu Recht), dass alles, was Jesus tun musste, war , auf seinen Sohn zu schauen, und die Barmherzigkeit des Erlösers würde Ihn dazu bringen, dem gequälten Jungen zu helfen.

Lk 9,39: Und siehe, ein Geist ergreift ihn, und plötzlich schreit er, und er zerrt ihn hin und her, dass er schäumt, und will kaum von ihm weichen, ohne ihn zu misshandeln.

Lk 9,40: Und ich habe deine Jünger gebeten, ihn auszutreiben, aber sie konnten es nicht.

Lk 9,41: Da antwortete Jesus und sprach: O du ungläubiges und verkehrtes Geschlecht! Wie lange soll ich bei euch sein und euch ertragen? Bring deinen Sohn hierher!

Lk 9,42: Und noch während er auf ihn zukam, warf der Dämon ihn nieder und zerrte ihn. Aber Jesus befahl dem unreinen Geist und machte den Knaben gesund und gab ihn seinem Vater wieder.

Lk 9,43: Es erstaunten aber alle über die große Macht Gottes. Als sich nun alle verwunderten über alles, was Jesus tat, sprach er zu seinen Jüngern:

Lk 9,44-45: Zweite Leidensankündigung

Mt 17,22-23; Markus 9,30-32

Lk 9,44: Der Sohn des Menschen wird in die Hände der Menschen ausgeliefert werden!

Zweite Ankündigung: Die Heilung des epileptischen Knaben demonstriert die Gottessohnschaft Jesu und ruft das Staunen der Volksmenge hervor. Die zweite Leidensankündigung setzt bewusst einen Kontrapunkt, der aber von den Jüngern nicht verstanden wird (9,45). Darauf folgt eine lange Jüngerbelehrung (9,1-50).

Lk 9,45: Sie aber verstanden das Wort nicht, und es war vor ihnen verborgen, sodass sie es nicht begriffen; und sie fürchteten sich, ihn wegen dieses Wortes zu fragen.

Nichtverstehen: Dieses Nichtverstehen der Jünger entstand nicht so fast von ihren geringen Anlagen, als von der Liebe, weil sie, noch irdisch und mit dem Geheimnis des Kreuzes unbekannt, von dem, welchen sie für Gott hielten, nicht glauben konnten, daß er sterben würde

Lk 9,46-48: Jüngerstreit, wer der Größte ist

Mt 18,1-6; Mk 9,33-37

Lk 9, 46: Es schlich sich aber der Gedanke bei ihnen ein, wer wohl der Größte unter ihnen sei.

Wer ist der Größte? Wir ertappen uns häufig dabei, dass wir, ebenso wie die Jünger, danach trachten, der oder die Größte zu sein. Die Gesellschaft ermutigt uns, alles zu tun, was verspricht, erfolgreich zu sein, „Spitze“ zu sein. Häufig verlieren wir in dem Kampf um Erfolg die Sicht auf Christus und schieben ihn schließlich auf den zweiten Platz ab. Wenn mir wirklich daran gelegen ist und ich mich ehrlich mühe, kann Christus zur wichtigsten Person in meinem Leben werden. Trotz meiner schwachen Neigungen kann er die Nummer Eins in meinem Leben werden. Christopher Scroggin

Lk 9,47-48: Da nun Jesus die Gedanken ihres Herzens sah, nahm er ein Kind und stellte es neben sich und er sprach zu ihnen: Wer dieses Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. Denn wer der Geringste ist unter euch allen, der wird groß sein!

Hinweis auf das Kind: Jesus wusste, welche Frage sie umtrieb, und stellte ein Kind neben sich. Dann erklärte er, dass jeder, der ein Kind in seinem »Namen aufnehmen wird, ihn selbst aufnehmen würde. Auf den ersten Blick scheint diese Äußerung nichts mit der Frage zu tun zu haben, wer der Größte unter den Jüngern sei. Doch obwohl es nicht offensichtlich ist, scheint die Verbindung folgende zu sein: Echte Größe sieht man an liebevoller Fürsorge für die Kleinen, die Hilflosen, an denen die Welt einfach vorübergeht. Jesus hatte gesagt: Wer der Kleinste ist unter euch allen, der ist groß. Deshalb bezog er sich bei dieser Aussage auf denjenigen, der sich selbst demütigte und sich mit unscheinbaren, unbedeutenden und verachteten Gläubigen verband. MacDonald

Denn wer unter euch der Kleinste ist, wird groß sein: Jesus forderte damals seine Nachfolger auf, die Kleinsten zu sein. Der Wunsch nach Lob und Anerkennung sollte einem Nachfolger Jesu fremd sein. Jesus möchte, dass seine Nachfolger sich für die Geringsten entscheiden, damit andere bevorzugt werden, und nicht, weil wir dazu gezwungen werden, die Geringsten zu sein 

Lk 9,49-50: Mann redet im Namen Jesus

Mk 9,38-41

Lk 9, 49-50: Herr, berichtete Johannes, wir haben gesehen, wie jemand deinen Namen dazu benutzte, um Dämonen auszutreiben. Wir haben versucht, ihn daran zu hindern, weil er ja gar nicht mit uns geht. Haltet ihn nicht davon ab!«, erwiderte Jesus. »Denn wer nicht gegen euch ist, der ist für euch.

Das Gute sehen: So ist das menschliche Herz der Jünger, dem unser Herz so ähnelt. Wie schwer fällt es oft, das Gute in anderen zu schätzen, zu loben, anzuerkennen! Aber gerade so denkt und handelt Jesus, ganz anders als die Jünger. Immer wieder finden wir im Evangelium den Kontrast zwischen der Denkweise der Jünger und Jesu Denkweise. Er urteilt anders, hat andere Kriterien. In diesem Fall freut er sich über diesen Menschen, der „in seinem Namen“ auftritt. Er sieht und schätzt das Gute. Wie wichtig ist es, dass wir in unserem christlichen Leben unsere Kriterien, unsere Urteilsweisen immer wieder mit seinen Kriterien konfrontieren, mit der Bereitschaft, uns von Jesus herausfordern zu lassen und einiges an unserer Denkweise zu ändern. Lorli Pregel

Lk 9,51-56: Jesus in Samaria

Lk 9,51: Es geschah aber, als sich die Tage seiner Wiederaufnahme in den Himmel erfüllten und er sein Angesicht entschlossen nach Jerusalem richtete, um dorthin zu reisen.

Jesus fasste den festen Entschluss. Jesus wusste, dass er in Jerusalem sterben würde, und er wusste, dass das sein Lebensauftrag war: für die Erlösung der Menschen zu leiden, zu sterben und aufzuerstehen. Und obwohl sein Herz sich danach sehnte, sein Werk auf diese Weise zu vollenden, brauchte es doch einen festen Entschluss, sich diesem Leid auszusetzen.
Dorit Wilke-Lopez

Als die Zeit gekommen war, ihn aufzunehmen: Dies ist der Beginn eines neuen Abschnitts des Lukasevangeliums. Jesus war auf dem Weg nach Jerusalem , um aufgenommen zu werden. Er richtete sein Gesicht unerschütterlich darauf, nach Jerusalem zu gehen : Jesus unternahm diese letzte Reise nach Jerusalem mit einer Standhaftigkeit, die der Schwierigkeit der vor ihm liegenden Aufgabe angemessen war.

Der Mut Jesus: Es gibt zwei Arten von Mut – den Mut des Moments, der kein vorheriges Nachdenken erfordert, und einen geplanten Mut, der die bevorstehende Schwierigkeit sieht und unerschütterlich darauf zugeht. Jesus hatte diesen Mut; Er sah das Kreuz am Horizont, richtete sein Gesicht aber dennoch unerschütterlich darauf, nach Jerusalem zu gehen .

Lk 9,52: Da sandte er Boten vor sich her. Diese kamen auf ihrer Reise in ein Samariterdorf und wollten ihm die Herberge bereiten.

Lk 9,53: Aber man nahm ihn nicht auf, weil Jerusalem sein Reiseziel war.

Lk 9,54: Als aber seine Jünger Jakobus und Johannes das sahen, sagten sie: Herr, willst du, dass wir sprechen, dass Feuer vom Himmel herabfallen und sie verzehren soll, wie es auch Elia getan hat?

Lk 9,55: Er aber wandte sich um und ermahnte sie ernstlich und sprach: Wisst ihr nicht, welches Geistes Kinder ihr seid?

Lk 9,56: Denn der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um die Seelen der Menschen zu verderben, sondern zu erretten! Und sie zogen in ein anderes Dorf.

Rettung: Er lehrte also, dass die Verkünder der göttlichen Lehre voller Geduld und Sanftmut sein sollten, aber nicht feindselig und zornsüchtig gegen die Sünder verfahren sollten. Der Herr wird aber gegen sie nicht unwillig, um zu zeigen, dass die vollkommene Tugend sich nicht zu rächen sucht, und dass da kein Zorn ist, wo die Fülle der Liebe ist. Denn die Schwachheit ist nicht zu vernichten, sondern zu unterstützen. Ferne sei von den Tugendhaften der Zorn, ferne von den Hochherzigen die Begierde, sich zu rächen. Goldene Kette

Lk 9,57-62: Über den Preis der Nachfolge

Mt 8,18-22

Lk 9, 57: Es geschah aber, als sie ihre Reise fortsetzten, da sprach einer auf dem Weg zu ihm: Herr, ich will dir nachfolgen, wohin du auch gehst! Lk 9:57

Der Erste, der nachfolgen will: Der Erste war sich ganz sicher, dass er Jesus überall hin nachfolgen wolle. Er wartete nicht, bis er gerufen wurde, sondern bot sich an, ohne zu überlegen. Er hatte großes Selbstvertrauen sowie übermäßigen Eifer und war sich der Kosten nicht bewusst. Er wusste nicht, was er sagte. MacDonald

Ja, ich will! Ein ganz kurzer Ausruf und doch so mit weit reichenden Konsequenzen verbunden. „Ja, ich will“ – das heißt, ich lasse mich auf etwas ganz Bekanntes oder auch Unbekanntes ein. Ich will mich mit diesem Mann verheiraten. Ja, ich will mich mit dieser Frau verheiraten. Ja, ich will mich auf diese Herausforderung einlassen. Ich weiß zwar noch nicht was dann mit mir, vielleicht mit meinem Umfeld geschieht, aber ich werde es riskieren. Ja, ich will mich mit Jesus Christus verbinden. Ja, ich will! Ja, will ich wirklich? Bin ich wirklich bereit, mein Leben ganz unter die Herrschaft von Jesus Christus zu stellen? Bin ich wirklich bereit, mich von ihm führen zu lassen? Habe ich so viel Vertrauen? Rolf Aichelberger

Überlege auch Du, ob Du Dich für diese Antwort begeistern lassen kannst: Ja, ich will! Ja, ich will mich voll und ganz dem Herrn Jesus Christus anvertrauen. Ja, ich will mit ihm auch unbekannte Wege gehen, voll im Vertrauen, dass er mit mir geht. Ja, ich will mich an Gottes Gebote halten, weil sie mir Hilfe für mein Leben sind und mich vor Schlimmerem bewahren. Ja, ich will auch mit mir selbst gnädig sein, wenn ich erkenne, dass ich wieder einmal nicht das getan habe, was ich wollte und dem Herrn versprochen habe. Ja,ich will glauben, dass Jesus Christus auch meine Schuld getragen hat und mich davon befreit hat. Ja, ich will glauben, dass Jesus mich sehr liebt. Ja, ich will ihm vertrauen und mich allezeit an ihn halten. Rolf Aichelberger

Lk 9,58: Die Füchse haben Gruben, und die Vögel des Himmels haben Nester; aber der Sohn des Menschen hat nichts, wo er sein Haupt hinlegen kann. Lk 9:58

Jesus sagte im Grunde: Weißt du eigentlich, was es bedeutet, mir nachzufolgen? Es bedeutet, die Bequemlichkeiten und Vorzüge des Lebens hinter sich zu lassen. Ich habe keine Wohnung, die ich mein eigen nennen könnte. Diese Erde bietet mir keinerlei Ruhestatt. Füchse und Vögel haben mehr natürliche Annehmlichkeit und Sicherheit als ich. Bist du gewillt, mir zu folgen, auch wenn es bedeutet, Dinge aufzugeben, deren Besitz die meisten Menschen für ihr unveräußerliches Recht halten. MacDonald

Diese Welt konnte ihm keinen wirklichen, dauernden Ruheort bieten. Er hatte sein Werk zu vollbringen und konnte nicht ruhen, bis es vollendet war. Dasselbe gilt für seine Nachfolger: Diese Welt ist kein Ruheort für sie. Sie sollte es zumindest nicht sein!

Das Kreuz gehört dazu: Mit dieser Antwort weist uns Jesus überraschend deutlich darauf hin, dass zur seiner Nachfolge die Selbstverleugnung und das Kreuz gehört. Gläubiger Gehorsam gegenüber Gott und liebender Dienst für unseren Nächsten sind nicht immer leicht. Das Kreuz Christi anzunehmen heißt aber, an seinem Sieg Anteil zu haben. Der Herr möge uns in seiner Liebe erhalten! Tiefe Nachfolge bedeutet letztlich heimatlos auf dieser Welt zu werden, weil unsere Heimat im Himmel ist. Wir werden nie wirklich in diese Welt passen, wenn wir Jesus nachfolgen.

Hänge dein Herz nicht an Vergängliches! Laß Christus dir Vorbild sein, der um unseretwillen die Armut wählte und nichts besaß, wohin er sein Haupt hätte legen können. Bitte Ihn darum, dass Er dir mitten in der Welt die wirkliche, uneingeschränkte Loslösung von den irdischen Dingen gewährt. Josemaria

Leben der Armut: Christus ignoriert Ihn nicht, sondern er versucht, ihm einen anderen Lebensweg zu zeigen, ein Leben einfacher Armut. Unser Herr hat ein Leben in Armut und Selbstentäußerung gelebt, das weit über das der ärmsten Menschen hinaus geht. Christi Armut stößt aber nicht ab. Vielmehr zieht uns sein Leben an, denn es zeugt von Gottes Reichtum, aus dem Christus lebt und handelt. Das lebendige Zeugnis Christi befähigt die Menschen, ihre bisherige Lebensweise für etwas Besseres, Edleres und Wertvolleres als das Leben, das sie bisher gelebt hatten, zu verlassen. Möge auch mein Beispiel anderen dabei helfen, einen besseren und heiligeren Weg für ihr Leben zu finden. Jeffrey Bowker

Der Heiland ist uns vorausgegangen auf dem Weg der Armut. Ihm gehörten alle Güter des Himmels und der Erde. Sie waren für ihn keine Gefahr, er konnte sie gebrauchen und doch sein Herz vollkommen frei davon bewahren. Aber er wusste, dass es den Menschen kaum möglich ist, Güter zu besitzen, ohne ihnen zu verfallen und durch sie versklavt zu werden. Darum gab er alles preis und zeigte mehr noch durch sein Beispiel als durch seinen Rat, dass nur der alles besitzt, der nichts besitzt. Seine Geburt im Stall, seine Flucht nach Ägypten zeigten schon an, dass der Menschensohn keinen Platz haben sollte, wo er sein Haupt hinlegen konnte. Wer ihm nachfolgt, der muss wissen, dass wir hier keine dauernde Statt haben. Je lebendiger wir das fühlen, umso eifriger werden wir nach der zukünftigen hinstreben und jubeln in dem Gedanken, dass wir unser Bürgerrecht im Himmel haben.

Lk 9,59-60: Folge mir nach! Der sprach: Herr, erlaube mir, zuvor hinzugehen und meinen Vater zu begraben! Jesus aber sprach zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben. Du aber geh hin und verkündige das Reich Gottes!

Der Aufruf zur Nachfolge durch Jesus ist im Evangelium häufiger zu finden. Diese Nachfolge beinhaltet die Bindung an seine Person und darf nicht mit dem Fürwahrhalten einer Idee verwechselt werden. Unsere Antwort ist nicht nur ein gesprochenes Bekenntnis, sondern das gehorsame Tun. Es gibt keinen anderen Weg zum Glauben als den Gehorsam gegen den Ruf Jesu. Bonhoeffer schreibt: Ein Christentum ohne den lebendigen Jesus Christus bleibt notwendig ein Christentum ohne Nachfolge und ein Christentum ohne Nachfolge ist immer ein Christentum ohne Jesus Christus.

Die Worte „Herr“ und „ich zuvor“ stehen im völligen Widerspruch zueinander, wir müssen uns für das eine oder das andere entscheiden. Ob der Vater schon tot war, oder ob der Sohn solange zu Hause bleiben wollte, bis er starb, spielt keine Rolle. Er räumte einer anderen Angelegenheit den Vorrang gegenüber Jesu Ruf ein. Es ist vollkommen legitim und gut, seinem sterbenden oder toten Vater Ehre zu erweisen, doch wenn irgendetwas oder irgendwer höher als Christus steht, dann wird es eindeutig zur Sünde. Dieser Mann ließ sich von etwas anderem, wir könnten sagen, von einem Be- ruf oder einer Aufgabe, vereinnahmen und das hielt ihn von einem Weg hingegebener Jüngerschaft ab. MacDonald

Beim ersten Lesen erschrickt man über Jesus Antwort, weil diese Forderung gegen alle Frömmigkeit und Sitte war. Die Beerdigung der Eltern war eine wichtige jüdische Pflicht. Ohne Jesus nun weich zu spülen, liegt hier ein anderer historischer Hintergrund. In Israel wurden die Toten in Felsengräbern bestattet. Der Platz war knapp und kaum einer konnte es sich leisten, ein Grab nur einmal zu verwenden. Darum gab es in diesen Grabhöhlen eine Bank, auf die der einbalsamierte Tote gelegt wurde. Nach etwa einem Jahr wurde das Grab wieder geöffnet und die Knochen des Toten in eine kleine Kiste gelegt, welche dann an einer anderen Stelle der Grabhöhle aufbewahrt wurde. Es ist wahrscheinlich, dass Jesus hier über diese zweite Beerdigung spricht. So oder so will Jesus uns eins verdeutlichen: Die familiäre Bindung gilt nichts im Vergleich zur Stellung zu Gott!

Lk 9,61-62: Herr, ich will dir nachfolgen. Zuvor aber erlaube mir, von denen, die in meinem Haus sind, Abschied zu nehmen! Jesus aber sprach zu ihm: Niemand, der seine Hand an den Pflug legt und zurückblickt, ist tauglich für das Reich Gottes!

Das Bild vom Pflügen: Beim Pflügen eines Feldes hielt ein Bauer damals die Reihen gerade, indem er sich auf ein Objekt vor und in der Ferne konzentrierte (z. B. einen Baum). Wenn der Bauer anfing zu pflügen und immer nach hinten schaute, würde er niemals gerade Reihen machen und beim Pflügen gute Arbeit leisten. In der Nachfolge Jesu sollen wir unsere Augen auf Jesus richten und unsere Augen niemals von Ihm abwenden. Kein Pflüger hat jemals eine gerade Furche gepflügt und dabei über die Schulter nach hinten geschaut. Der Bauer hinter dem Pflug kann nur dann gerade Furchen ziehen, wenn sein Blick nach vorn gerichtet ist. Es geht hier Jesus nicht darum, dass wir beziehungslos leben sollen. Jeder von uns hat sein soziales Netz und das ist gut so. Zwei Männer, die der Herr in seiner Nachfolge rief, benutzen das Wort „zuvor“ Sie stellten also etwas vor den Herrn. Und genau das geht nicht! Es gibt kein „zuvor“, wenn es um den Herrn Jesus geht. Er nimmt den ersten Platz ein.

Christi Nachfolger sind nicht halbherzig oder sentimental. Keine Rücksichtnahme auf Familie oder Freunde, so berechtigt sie auch sein mag, darf sie von der völligen Hingabe an ihn ablenken. Der Ausdruck nicht tauglich für das Reich Gottes bezieht sich nicht auf die Erlösung, sondern auf den Dienst. Es geht nicht um den Zugang zum Reich, sondern um den Dienst, nachdem man hineingekommen ist. Unsere Tauglichkeit für den Zugang zum Reich ist allein die Person und das Werk unseres Herrn Jesus Christus. Sie wird uns durch den Glauben an ihn geschenkt.

Nicht nach hinten sehen, sondern gehen: Wer sich auf einen Weg mit Jesus Christus einlässt und sich dann auch für Gottes Reich einsetzen möchte, der soll nicht zögern, soll nicht ständig nach hinten sehen und am alten Leben festhalten. Festhalten kannst du nichts von dem, was war. Also stehen wir mit einem Auftrag in der Spur. Wir müssen selbst gehen. Losgehen. Wir dürfen uns ausrichten, nach dem was uns im Leben zugewiesen wird. Es liegt an uns, diesen, unseren Weg, mit Jesus gehen zu wollen. Uns auf Neues und Unvorhersehbares einlassen wollen. Rolf Aichelberger

Die drei Menschen, die Jesus nachfolgen wollen in der Übersicht: Alle drei Menschen kommen mit Bedingungen, wo sie zuerst noch etwas anderes machen müssen. Nachfolge bedeutet sich bewusst für Jesus zu entscheiden und seine Botschaft zu verkünden. Es gilt mit Jesus bedingungslos zu gehen. Die Nachfolge konkretisiert sich im einfältigen Gehorsam. Jesus fordert von seinen Jüngern nicht mehr, aber auch nicht weniger, als sich allein auf sein Wort zu verlassen.

So haben wir hier nun die drei Haupthindernisse für die Jüngerschaft in der Erfahrung dieser drei Männer beschrieben:
1. Materielle Bequemlichkeit.
2. Ein Beruf oder eine Aufgabe.
3. Familie und Freunde.
Christus duldet keinen neben sich, wenn er im Herzen eines Menschen herrscht. Alle anderen Vorlieben oder Bindungen müssen an zweiter Stelle stehen.

Infos zum Impuls 

– Start mit dem Wort Gottes in den Tag

– Kurzimpuls

– es gibt stets ein Wochenthema

– täglich nur 1x

– entweder über

   * Whatsapp

   * Facebook-Seite

   * Telegram

– ca. zwischen 6-7 Uhr 

– hier geht´zur Anmeldung

Tägliche Andacht

Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste