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Lukas Evangelium Kapitel 8 – Auslegung und Kommentar

Hier findet ihr einen Kommentar und eine Auslegung zum Lukas Evangelium Kapitel 8

Lk 8,1-3: Frauen begleiten Jesus

Lk 8,1: Und es geschah danach, dass er von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf zog, wobei er das Evangelium vom Reich Gottes verkündigte; und die Zwölf waren mit ihm.

Liebe auf Wanderschaft. Jesus, der menschgewordene Sohn Gottes, berührt mit seinen Füßen die Erde. Er geht umher und wandert von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf. Er ist kein Gott, der weit weg ist. Er ist auch kein König, der sich in seinem prunkvollen Palast verschanzt. Er geht hinaus in die Randgebiete. Er ist der gute Hirte, der sich auf die Suche nach seinen Schäfchen begibt. Das Unvorstellbare und doch so Wahre: Er sucht auch nach mir, hier und heute. Er möchte mir begegnen. Allein die Tatsache, dass ich jetzt diese Zeilen lese, ist ein Beweis dafür. Georg Rota

Gott braucht Hände und Füße. Die Zeit, zu welcher der Sohn Gottes als Mensch auf Erden wandelte, ist vorüber. Jetzt ist seine Botschaft vom Reich Gottes, sein Evangelium darauf angewiesen, dass es jemand in die Welt und zu den Menschen trägt. Er braucht meine Hände und Füße. Jeder, der sich auf die Reise mit Jesus begeben hat, ihn Schritt für Schritt kennenlernt, seine Worte hört und seine Wunder sieht, ist irgendwann auch dazu berufen als Apostel selbst hinauszugehen und Jesus gegenwärtig zu machen. Unsere Welt hungert und dürstet nach ihm, und oft sind wir vielleicht die Einzigen, die ein Stück vom Brot des Lebens und einen Schluck lebendiges Wasser anbieten können, weil wir es bereits besitzen. Georg Rota

Lk 8,2-3: Auch etliche Frauen, die von bösen Geistern und Krankheiten geheilt worden waren: Maria, genannt Magdalena, von der sieben Dämonen ausgefahren waren und Johanna, die Frau Chusas, eines Verwalters des Herodes, und Susanna und viele andere, die ihm dienten mit ihrer Habe.

Demut von Jesus: Er hätte einfach all das Geld oder die Nahrung schaffen können, die er brauchte. Jesus war demütig genug und gottesfürchtig genug, um von anderen zu empfangen. Viele von uns sind zu stolz, um Hilfe von anderen anzunehmen. Manchmal ist die Fähigkeit, demütig zu empfangen, ein besserer Maßstab für Jesus in unserem Leben als die Fähigkeit zu geben. Geben bringt uns manchmal auf einen höheren Platz, aber das Empfangen kann uns auf einen niedrigeren Platz bringen.

Worte von Johannes Paul II: Es ist außerordentlich bewegend, über die Haltung nachzudenken, die Jesus Frauen gegenüber einnimmt. Er legte eine für die damalige Zeit überraschende Kühnheit an den Tag, insofern die Frau im Heidentum als ein Objekt der Lust, des Besitzes und der Arbeit galt und im Judentum untergeordnet und gedemütigt wurde. Jesus brachte der Frau, und zwar jeder Frau, stets die größte Wertschätzung und den größten Respekt entgegen, und er war besonders feinfühlig für ihre Leiden. Indem er über die religiösen und sozialen Schranken seiner Zeit hinausging, hat Jesus der Frau ihre volle Würde als menschliche Person vor Gott und den Menschen wiedergeschenkt. Johannes Paul II

Maria von Magdala wird im Lukasevangelium (Lk 8,2) an erster Stelle unter den Frauen genannt, die Jesus geheilt hatte und die ihn dann begleiteten und unterstützten. Dass sie die Sünderin war, die Jesus die Füße wusch (Lk 7,36-50), und dass sie die Schwester der Marta und des Lazarus war (Lk 10,38-50; Joh 12,1-8), wird in der abendländischen Liturgie seit Papst Gregor d. Gr. allgemein vorausgesetzt, ist jedoch nicht sicher. Dagegen wird klar berichtet, dass sie beim Kreuz Jesu stand (Mk 15,40-41), dass sie beim Begräbnis Jesu dabei war (Mk 15,47) und am Ostermorgen mit anderen Frauen zum Grab ging (Mk 16,1-8). Ihr ist der auferstandene Herr zuerst erschienen und hat sie mit der Osterbotschaft zu den Jüngern gesandt (Mk 16,9; Joh 20,14-18). Erzabtei Beuron

Lk 8,4-18: Gleichnis der vier Ackerböden

Mt 13,1-23 Mk 4,1-25

Lk 8,4: Als nun eine große Menge zusammenkam und sie aus den Städten zu ihm zogen, sprach er in einem Gleichnis:

Bedeutung von Gleichnissen: Es hatte einen doppelten Vorteil für ihre Zuhörer: erstens für ihr Gedächtnis, dass wir sehr gut daran denken, uns an Geschichten zu erinnern. Zweitens, ihnen in den Sinn zu bringen, die Bedeutung dessen zu studieren, was sie so überliefert hörten.

Lk 8,5: Der Sämann ging aus, um seinen Samen zu säen.

Bilder in dem Gleichnis: Der Sämann ist unser Gottvater im Himmel. Die Saat, die er sät, ist das fleischgewordene Wort Jesus Christus. Auf vielfältige Weise kommt es zu uns: vor allem durch die Schrift, aber auch durch Worte anderer Menschen. Dieses Wort nun fällt auf unterschiedlichen Boden (Weg, Fels, Dornen, gute Erde), einzig allein um die Beschaffenheit dieses Bodens geht es hier. Der Boden ist ein Bild für das menschliche Herz ist. Vier Böden, vier Herzenszustände werden beschrieben, die einen unterschiedlichen Grad von Empfänglichkeit besitzen. Wir alle haben diese unterschiedlichen Böden in unserem Herzen. Dass möglichst viel Saatgut auf gute Erde fällt, liegt auch in unserer Verantwortung. Das ist der Kern des Gleichnisses.

Lk 8,5: Und als er säte, fiel etliches an den Weg und wurde zertreten, und die Vögel des Himmels fraßen es auf.

Bild des Weges: Der platt getretene, trockene und harte Wegboden steht für ein Herz, das unempfänglich ist für das Wort, es schlicht und einfach zwar akustisch hört, aber nicht weiter beachtet, weil es im Streß ist, keine Zeit hat oder doch so viel Wichtigeres zu tun hat. Hier und da bin ich also ein Boden wie ein Weg, da wird, was von Gott gesät wird, von den geschäftigen Füßen auf alltäglichen Wegen zertreten oder von vorbeifliegenden Vögeln gefressen. Denken wir hier vor allem an das Wort, das in uns gesät wird von anderen Menschen, von denen es gar nicht erwarten.

Ist in mir Empfindsamkeit für das Wort, wenn es mir durch andere Menschen begegnet?

Lk 8,6: Und anderes fiel auf den Felsen und als es aufwuchs, verdorrte es, weil es keine Feuchtigkeit hatte.

Bild vom Fels: Die Saat geht auf, geht aber ein, weil die Wurzeln durch den Fels unter der Erde nicht genügend Wasser bekommen und so in der Hitze verdorren. Ein Bild dafür, wenn wir das Wort Jesus kurzzeitig begeistert aufnehmen, doch dieses Interesse ist nicht beständig und oberflächlich und so keine Wurzeln schlägt. In Zeiten der Anfechtung haben sie keine Ausdauer und lassen sich vom Windstoß eines kleinen Sturms in ihrem Glauben umwerfen.

Bin ich konsequent in der Vertiefung meiner Beziehung zum Wort Jesu? Ich richte meine Aufmerksamkeit auf ein tiefes geistiges Leben.

Lk 8,7: Und anderes fiel mitten unter die Dornen; und die Dornen, die mit ihm aufwuchsen, erstickten es.

Bild der Dornen: Der von Unkraut überwucherte Boden steht für ein Herz, dass sich von den Dingen dieser Welt zu sehr in Beschlag nehmen lässt. Da ist erstens das Dornengestrüpp der Sorgen. Wie häufig überfallen uns schon wegen Kleinigkeiten am Morgen die Sorgen. Statt sie Jesus abzugeben, grüble ich den ganzen Tag darüber nach und verhindere dadurch, dass das Wort Jesu in meinem Herzen wirken kann. Da ist zweitens das Dornengestrüpp der Verlockungen und die Gier nach allerlei weltlichen Dingen. Die Angebote dieser Welt überfluten das Herz und ersticken die Wahrheit von Gottes Wort.

Was beschäftigt mein Herz am meisten, wovon lebt mein Herz? Gegenüber welchen Anhänglichkeiten und Sorgen ist das Wort in meinem Leben der „Verlierer“?

Lk 8,8: Und anderes fiel auf das gute Erdreich und wuchs auf und brachte hundertfältige Frucht. Und als er das sagte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der höre!

Der fruchtbare Boden: Der fruchtbare Boden steht für das Herz das hört im tiefsten Innern. Das Merkmal echten Glaubens ist das beständige Hören auf das Wort Gottes. Jesus, gib mir Deine Gnade, trotz meiner Geschäftigkeit, trotz dem Druck der Gesellschaft, trotz all der Sorgen und Begierden jeden Tag Zeit für Dein Wort zu finden. Hilf mir, es zu hören, es im Herzen zu bewahren, um 100fach Frucht zu bringen in meinem Leben!

Jesus ist das Wort Gottes. Alles, was Gott den Menschen zu sagen hat, ist: Jesus. Phil Bosmans

Herzenszustände nach Gerrid Setzer: Es werden uns vier grundsätzlich verschiedene Herzenszustände vorgestellt. Sehen wir uns das etwas näher an:

Der Weg – das harte Herz. Das Herz ist durch den Betrug der Sünde verhärtet worden. Der Teufel hat leichtes Spiel, um dafür zu sorgen, dass die Botschaft Gottes nicht eindringt.

Das Steinige – das oberflächliche Herz. Das Herz ist bereit, das Wort aufzunehmen, es mangelt aber an wirklichem Interesse und Tiefgang. Das Fleisch wird verhindern, dass Frucht emporwächst.

Das Dornige – das geteilte Herz. Das Wort wird aufgenommen, aber in dem Herz ist auch viel Platz für andere Dinge. Die „Welt“ dringt hinein und erstickt die Frucht.

Die gute Erde – das aufnahmebereite Herz. Das Wort wird mit wahrem Verständnis aufgenommen und Frucht wird hervorgebracht.

Lk 8,9: Da fragten ihn seine Jünger und sprachen: Was bedeutet wohl dieses Gleichnis?

Lk 8,10: Er aber sprach: Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Reiches Gottes zu erkennen, den anderen aber in Gleichnissen, damit sie sehen und doch nicht sehen und hören und doch nicht verstehen.

Lk 8,11: Das Gleichnis aber bedeutet dies: Der Same ist das Wort Gottes.

Der Same ist das Wort Gottes: Jesus verglich das Wort Gottes (wir könnten sowohl das gesprochene als auch das geschriebene sagen) mit einem Samenkorn. Ein Same hat eine enorme Kraft für die Erzeugung von Leben und Nutzen, wenn er unter den richtigen Bedingungen empfangen (gepflanzt) wird.

Lk 8,12: Die am Weg sind die, welche es hören; danach kommt der Teufel und nimmt das Wort von ihren Herzen weg, damit sie nicht zum Glauben gelangen und gerettet werden.

Das Wort auf dem Weg: Der Boden am Wegesrand repräsentierte diejenigen, die das Wort nie mit Verständnis gehört haben. Das Wort Gottes muss verstanden werden, bevor es wirklich Früchte tragen kann. Wie am Wegesrand lassen wir dem Wort manchmal überhaupt keinen Platz in unserem Leben.

Lk 8,13: Die aber auf dem Felsen sind die, welche das Wort, wenn sie es hören, mit Freuden aufnehmen; aber sie haben keine Wurzel; sie glauben nur eine Zeit lang, und zur Zeit der Versuchung fallen sie ab.

Das Wort auf dem Fels: Wie die steinigen Orte haben wir manchmal Begeisterungsblitze beim Empfangen des Wortes, die schnell ausbrennen.

Wir brauchen Wurzeln für die Feuchtigkeit: Sie hatten guten Samen, sie hatten eine warme Umgebung, sie nahmen das Wort freudig auf und sie nahmen es eifrig auf. Nichts davon war das Problem; sie scheiterten, weil dem Samen die Feuchtigkeit fehlte ( Lukas 8:6 ) und er daher keine Wurzel hatte, um die Zeit der Versuchung zu überstehen. Wir brauchen den Heiligen Geist; und wenn der Herr uns nicht täglich aus den lebendigen Quellen auf den Gipfeln der Herrlichkeit tränkt, werden wir sicherlich sterben. Achten Sie also darauf, Brüder und Schwestern, dass es Ihnen nicht an der Feuchtigkeit des gnädigen Einflusses des Heiligen Geistes mangelt. Spurgeon

Lk 8,14: Was aber unter die Dornen fiel, das sind die, welche es gehört haben; aber sie gehen hin und werden von Sorgen und Reichtum und Vergnügungen des Lebens erstickt und bringen die Frucht nicht zur Reife.

Das Wort unter den Dornen: Wie die Erde unter Dornen, drohen die Sorgen dieser Welt und der Betrug des Reichtums ständig Gottes Wort und unsere Fruchtbarkeit zu ersticken.

Lk 8,15: Das in dem guten Erdreich aber sind die, welche das Wort, das sie gehört haben, in einem feinen und guten Herzen behalten und Frucht bringen in standhaftem Ausharren.

Was für ein Boden bin ich? Wie kann ich mein Herz und meinen Verstand darauf vorbereiten, der richtige Boden zu sein? Dieses Gleichnis lädt zum Handeln ein, damit wir das Wort Gottes zum vollen Nutzen empfangen.

Lk 8,16: Niemand aber, der ein Licht anzündet, bedeckt es mit einem Gefäß oder stellt es unter ein Bett, sondern er setzt es auf einen Leuchter, damit die, welche hereinkommen, das Licht sehen.

Licht auf dem Leuchter: Wenn Sie die Wahrheit Gottes haben, haben Sie die feierliche Verantwortung, diese Wahrheit auf jede Weise zu verbreiten, die Gott Ihnen ermöglicht, so wie jemand, der das Heilmittel für eine lebensbedrohliche Krankheit hat, die Moral hat Verantwortung, dieses Heilmittel zu verbreiten. Gott hat deine Lampe nicht angezündet, damit sie verborgen wäre.

Lk 8,17: Denn nichts ist verborgen, das nicht offenbar werden wird, und nichts ist geheim, das nicht bekannt werden und an den Tag kommen wird.

Lk 8,18: So habt nun acht, wie ihr hört! Denn wer hat, dem wird gegeben; und wer nicht hat, von dem wird auch das genommen werden, was er zu haben meint.

Mehr wird gegeben werden: Mehr was? Mehr Lust zu hören. Mehr Verständnis für das, was Sie hören. Mehr persönlicher Besitz der Segnungen, von denen Sie hören.

Aufmerksamkeit auf das Wort: Richtet eure ganze Aufmerksamkeit auf das Wort, welches ihr hört, weil dem, welcher eine Liebe zum Worte hat, auch der Sinn, das zu verstehen, was er liebt, gegeben wird. Diese Übersetzung des Verses drückt es gut aus: Entscheidend ist, wie ihr mit meinen Worten umgeht. Denn wer sie begreift, der wird noch mehr Einsicht bekommen. Doch wer sich dafür verschließt, dem wird selbst das Wenige genommen, was er zu haben glaubte.

Jeder Mensch hat die Pflicht, sein Herz so auszurichten und zu kultivieren, dass es bereit ist, das Wort achtsam zu hören. Jesus will meine Aufmerksamkeit auf das Wort lenken, das er ausspricht. Das Wort, auf das man nicht hört, kann im Herzen nicht widerhallen. Es kann keine Früchte hervorbringen. Ich hinterfrage meine Haltung des Hörens. Gott führe uns freundlich durch diese Zeiten, aber vor allem führe er uns zu sich.

Lk 8,19-21: Jesus wahre Familie

Mt 12,46-50; Mk 3,31-35

Lk 8,19: Es kamen aber seine Mutter und seine Brüder zu ihm, und sie konnten wegen der Volksmenge nicht zu ihm gelangen.

Lk 8,20: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und wollen dich sehen!

Drinnen und draussen: Wenn Christus aber nicht einmal seine Eltern kennen will, solange sie draußen stehen, wie will er uns kennen, wenn wir draußen stehen bleiben? Drinnen ist das Wort, und drinnen ist das Licht! Beda

Lk 8,21: Aber Jesus antwortete: Meine Mutter und meine Geschwister – das sind alle, die Gottes Botschaft hören und danach leben.

Die wahre Familie: Jesus wies darauf hin, dass seine engste Familie aus denen besteht, die Gottes Wort hören und ihm gehorchen. Wir nähern uns Jesus, indem wir sein Wort hören und es tun. Dadurch gewinnen wir eine engere Beziehung zu Ihm als selbst eine normal verstandene Familienbeziehung. Das ist eine verblüffende Aussage.

Das Wort Gottes hören und danach leben: Man mag den ganzen Tag beten oder singen oder fasten, aber wenn man sein Wort nicht hört und es nicht tut, kommt man Gott nicht wirklich nahe. Ich will alles, was Gott will und ich will nichts, was Gott nicht will. In dieser seligen Hingabe finde ich meinen Frieden und eine tiefe Ruhe des Herzens. Was aber ist der Wille des Vaters? Häufig ist das nicht eindeutig. Bonhoeffer schreibt dazu: „Der Wille Gottes kann sehr tief verborgen liegen unter sich anbietenden Möglichkeiten.“ Gottes Wille ist kein festes System von Regeln. Darum musst du immer wieder neu in deinen verschiedenen Lebenslagen genau hinschauen und durch Herz & Verstand, Beobachtung & Erfahrung und dem Gebet zu ergründen suchen, was sein Wille ist.

Goldene Perle: Diese also, welche das Wort Gottes hören und tun, heißen Mutter des Herrn, weil sie ihn täglich durch ihr Beispiel oder ihr Wort gleichsam in den Herzen des Nächsten gebären, auch sind sie seine Brüder, da sie auch den Willen seines himmlischen Vaters tun.

Wir wissen also, daß wir seine Brüder und seine Schwestern sind, wenn wir den Willen des Vaters erfüllen, und daß wir so auch seine Miterben sind. Hieronymus

Lk 8,22-25: Jesus stillt den Sturm

Mt 8,23-27; Mk 4,35-41

Lk 8,22: Und es geschah an einem der Tage, dass er und seine Jünger in ein Schiff stiegen; und er sprach zu ihnen: Lasst uns ans andere Ufer des Sees fahren! Und sie fuhren ab.

Bilder der Sturmstillung: Die Stillung des Sturms ist ein gewaltiges Wunder des Herrn. Über das Wunder hinaus beinhaltet es viel Hilfe für unser Seelenheil. Der Abend steht für unsere Bedrängnis in dieser Welt, wo es um uns herum und in uns dunkel wird und wo Hoffnungslosigkeit unser Herz überfällt. Jeder von uns kennt diese Situationen. Der Sturm steht für die inneren und äußeren Stürme unseres Lebens. Das Boot selbst steht als Sinnbild für die Kirche. Es geht also um eine existentielle Grundsituation unseres Lebens.

Im allegorischen Sinn ist aber das Meer oder die See die finstere und bittere Bedrängnis der Welt; das Schifflein der Kreuzesbaum, durch dessen Hilfe die Gläubigen den ungeheuren Stürmen der Welt entgehen und an das Ufer des himmlischen Vaterlandes gelangen. Goldene Perle

Lk 8,23: Auf der Fahrt aber schlief er ein. Da fiel ein Sturmwind auf den See, und das Schiff füllte sich, und sie waren in Gefahr.

Jesus schlief. Wir können an Gottes Schweigen manchmal verzweifeln, gerade wenn es uns schlecht geht. Immer wieder gilt es hier zu bitten: Herr, stärke unseren Glauben. Der schwache Glaube der Jünger wird in dem vorwurfsvollen Hilferuf hörbar: Kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen? Auch wir klagen in den Stürmen des Lebens: Gott hast du mich denn vergessen? Kümmert es dich nicht, dass es mir so dreckig geht? Die Jünger wecken Jesus. Auch wir sind aufgerufen, Jesus in uns zu wecken. Der schlafende Jesus ist aber auch ein Vorbild für uns. Wenn wir uns mitten in der Angst in das Innere unserer Seele zurückziehen und dort in Gott ruhen, dann gehen die Wogen über uns hinweg.

Schlafender Jesus als Bild für die Gelassenheit: Die Haltung der Gelassenheit ist die Überzeugung, dass wir Menschen in Gottes liebender Hand geborgen sind. Dies verhilft uns zu einer positiven Gottesbeziehung und zu einer bejahenden Haltung gegenüber allem. Kindliches Sich-geborgen-Wissen lässt mich alle meine Schwachheit und die der anderen in ruhiger Gelassenheit ertragen und auch in schweren Stunden den Mut nicht verlieren. Sehr anschaulich ist dabei der schlafende Jesus beim Sturm auf dem See Genezareth, ein Ausdruck des völligen Vertrauens, ein Bild der heiligen Gelassenheit. Haben wir bei aller Mühsal stets das Ende im Blick, das ewige “Bei-Gott-sein” nach unserem Tod, das schon jetzt begonnen hat, denn:

Geborgenheit im Letzten gibt Gelassenheit im Vorletzten. Romano Guardini

Der Mensch Jesus: Wir sind beeindruckt von der Tatsache, dass er schlafen musste, was seine wahre Menschlichkeit zeigt. Er wurde müde und musste manchmal schlafen, wo immer es ihm möglich war, selbst an unwahrscheinlichen Orten.

Lk 8,24: Da traten sie hinzu, weckten ihn auf und sprachen: Meister, Meister, wir kommen um! Er aber stand auf und befahl dem Wind und den Wasserwogen; und sie legten sich, und es wurde still.

Gott hat das letzte Wort: Nicht der Mensch, nicht die Natur, sondern Gott hat das letzte Wort hier und in unserem Leben. Darum kommt es darauf an, das Hoffen immer neu zu lernen. Gott hilft und wirkt, allerdings nicht unbedingt so, wie wir es uns vorstellen. Das Wunder seiner Hilfe kann auch darin liegen, dass das Schwere bzw. der Sturm sich in einem anderen Licht zeigt und sich dadurch öffnet und neu gesehen wird.

Man soll Gott in dem finden und lieben, was er uns gerade gibt. Bonhoeffer

Jesus schenkt Stille: Dieser Vers ist für mich echt bedeutsam geworden, denn durch ihn habe ich erkannt, dass es nicht ich allein bin, der durch Mediationspraxis & Co in der Hektik meines Alltags die Ruhe bewahre. Ich bitte Jesus in jedem Morgengebet, dass er mich in seinem heiligsten Herzen wohnen lässt, denn dies ist das Schiff, dass jedem Sturm trotzt. In unserem Leben wütet es immer wieder. Damit uns der Wind nicht beliebig umher weht oder gar umwirft bedarf es der geistlichen Besinnung, deren wichtigstes Ziel ist, die Beziehung zu Jesus zu vertiefen, um so in seiner großen Stille zu wohnen. Wir haben diese Beziehungs-Zeit zu Jesus so bitter nötig. Jesus möchte uns das Wohnen in seiner inneren Stille schenken. Diese Stille ist eine Realität, die immer und überall ist, das erfahre ich täglich. Wir müssen uns ihr gegenüber nur öffnen, ihr Raum geben und sie bewusst wahrnehmen und genießen.

Worte der goldenen Perle: Es war aber nicht möglich, daß sie zu Grunde gingen, weil der Allmächtige bei ihnen war. Daher steht Christus sogleich auf, welcher die Macht über Alles har, und stillt ohne Verzug den Sturm und den Andrang der Winde, und sogleich hörte er aus und es trat Stille ein. Dadurch beweist er sich als Gott, indem es heißt (Ps. 88,10): Du herrschst über die Macht des Meeres, beruhigst die Bewegung seiner Fluten. So zeigte also der Herr bei der Schifffahrt beide Naturen der einen und selben Person, indem der, welcher als Mensch auf dem Meer schlaft, die Wut des Meeres als Gott durch sein Wort stillt.

Wir gehen zugrunde: Das ‚wir‘ in ihrem Ruf ‚Meister, Meister, wir gehen zugrunde‘, schloss ihn ebenso ein wie sie. Wenn dieses Boot unterging, gingen alle mit – seine Mission, ihre Hoffnungen und die großen Unternehmungen, zu deren Durchführung er sie in die Gemeinschaft mit sich berufen hatte.

Lk 8,25: Da sprach er zu ihnen: Wo ist euer Glaube? Sie aber fürchteten und verwunderten sich und sprachen zueinander: Wer ist denn dieser, dass er auch den Winden und dem Wasser befiehlt und sie ihm gehorsam sind?

Wo ist euer Glaube? Zugleich mit dem Meeressturme stillte er auch den Sturm der Seele. Daher folgt: Er sprach aber zu ihnen: Wo ist euer Glaube? Dadurch zeigt er, daß die Furcht nicht von der Versuchung, sondern von der Schwachheit der Seele kommt. Denn wie das Gold im Feuer geprüft wird, so in der Versuchung der Glaube. Goldene Perle

Der Glaube an die bergende Nähe Gottes muss sich immer tiefer verwurzeln. Nur wenn diese Wurzeln tief reichen, bleiben wir in stürmischen Schicksalsschlägen unseres Lebens im Glauben standhaft. Schwere Zeiten haben so auch ihre guten Seiten. Denn sie zeigen einem deutlich dass man sich bedingungslos auf Jesus verlassen kann. So sollte man während dieses wechselvollen Lebens einen unerschütterlichen Gleichmut bewahren. Auch wenn sich auch alles um uns ändert, die Stürme um uns herum toben, immerfort den ruhigen Blick der Seele hingewendet haben zu Gott.

Keiner hat nur Angst, keiner hat nur Vertrauen. Angst oder Mut, Zaghaftigkeit oder Vertrauen – manchmal muss ich täglich entscheiden, was ich wähle. Es ist häufig ein hin und her. Bitte Gott dir mitten in deiner Angst Vertrauen zu schenken. Die Angst führt uns zum Vertrauen, dass Gottes Gegenwart uns immer umgibt. Ist man von Gott gehalten, kann man Angst und Sorge aushalten. Die Angst so gesehen ist etwas ganz wichtiges bei deiner spirituellen Entwicklung! Doch gerade dann, wenn ich Angst habe, will ich mich dir anvertrauen.” (Ps 56:4)

Herrschaft Christi über die negativen Kräfte: Die Stillung des Sturmes ist ein Zeichen der Herrschaft Christi über die negativen Mächte und läßt seine Göttlichkeit aufstrahlen. Die Jünger selbst sind entsetzt. Ihr Glaube ist noch schwach. Er ist eine Mischung aus Furcht und Vertrauen. Die vertrauensvolle Hingabe Jesu an den Vater ist hingegen vollkommen und rein. Wegen dieser Macht der Liebe kann er während des Sturmes schlafen, vollkommen sicher in Gottes Umarmung.

Mensch und Gott: Innerhalb weniger Augenblicke sahen die Jünger sowohl die vollständige Menschlichkeit Jesu (in Seinem müden Schlaf) als auch die Fülle Seiner Gottheit. Sie sahen Jesus als das, was er ist: wahrer Mensch und wahrer Gott.

Lk 8,26-39: Heilung eines Besessenen

Mt 8,28-34; Mk 5,1-20

Lk 8,26: Und sie fuhren in das Gebiet der Gadarener, das Galiläa gegenüberliegt.

Lk 8,27: Als er ans Land gestiegen war, kam ihm ein Besessener aus der Stadt entgegen, der seit langer Zeit Dämonen hatte und keine Kleider mehr trug und sich auch in keinem Haus aufhielt, sondern in den Gräbern.

Lk 8,28: Was willst du von mir, Jesus, du Sohn Gottes, des Höchsten? Ich flehe dich an, quäle mich nicht!

Besessener Mann: Dies ist die detaillierteste Beschreibung eines von Dämonen besessenen Mannes, die wir in der Bibel haben. Es fällt auf, dass in dem Bericht nur der unreine Geist redet, der in diesem Menschen wohnte, anfänglich in der Einzahl, in Vers 12 jedoch in der Mehrzahl. Das zeigt uns, wie weitgehend die unreinen Geister von den Menschen Besitz ergreifen. Sie identifizieren sich vollkommen mit der jeweiligen Person.

Dämonen sprechen Jesus mit Namen an: Hintergrund all dessen war der uralte Aberglaube, dass man spirituelle Macht über einen anderen habe, wenn man seinen genauen Namen kannte oder sagte. Deshalb sprachen die unreinen Geister Jesus mit diesem vollen Titel an: Jesus, Sohn des allerhöchsten Gottes

Lk 8,29: Denn Er hatte dem unreinen Geist geboten, von dem Menschen auszufahren; denn der hatte ihn schon lange Zeit in seiner Gewalt, und man hatte ihn mit Ketten gebunden und mit Fußfesseln ­verwahrt, aber er zerriss die Fesseln und wurde von dem Dämon in die Einöde ge­trieben.

Lk 8,30: Jesus aber fragte ihn und sprach: Wie heißt du? Er sprach: Legion! Denn viele Dämonen waren in ihn gefahren.

Dialog zwischen Jesus und den Dämonen: Jesus fragte wahrscheinlich nach dem Namen des Dämons, damit wir das volle Ausmaß des Problems kennen würden, da wir wussten, dass der Mann mit vielen Dämonen gefüllt war, nicht nur einem. Wir stellen fest, dass Legion kein Name ist; es war ausweichend, eine Drohung und ein Einschüchterungsversuch. Nach damaligem Aberglauben glaubten die Zuschauer wohl, die unreinen Geister hätten die Oberhand. Sie kannten und erklärten einen vollständigen Namen von Jesus. Sie wichen seiner Bitte um ihren Namen aus. Und schließlich hofften sie, Jesus mit ihrer großen Zahl zu erschrecken. Aber Jesus glaubte überhaupt nicht an diesen alten Aberglauben und trieb die unreinen Geister leicht aus dem geplagten Mann aus

Lk 8,31: Und er bat ihn, er möge ihnen nicht befehlen, in den Abgrund zu fahren.

Lk 8,32: Es war aber dort eine große Schweine­herde an dem Berg zur Weide, und sie baten ihn, dass er ihnen erlaube, in jene zu fahren. Und er erlaubte es ihnen.

Beachtenswert: Beachten Sie, dass die Dämonen ohne die Erlaubnis Gottes nicht einmal Schweine quälen können. Da ein Dämon nicht einmal in ein Schwein eindringen kann, ohne von Gott selbst gesandt zu sein, wie gering ist die Macht oder Bosheit von denen zu fürchten, die Gott zu ihrem Teil und Beschützer haben!

Lk 8,33: Da fuhren die Dämonen von dem Menschen aus und fuhren in die Schweine, und die Herde stürzte sich den Abhang hinunter in den See und ertrank.

Absicht der Dämonen: Dies hilft zu erklären, warum Jesus den Dämonen erlaubte, in die Schweine einzudringen, weil er wollte, dass alle wissen, was die wahre Absicht dieser Dämonen war. Sie wollten den Mann genauso vernichten wie die Schweine. Da die Menschen nach dem Bilde Gottes geschaffen sind, konnten sie sich nicht so leicht mit dem Menschen durchsetzen, aber ihre Absicht war genau die gleiche: ihn vollständig zu zerstören.

Lk 8,34: Als aber die Hirten sahen, was geschehen war, flohen sie und gingen hin und verkündeten es in der Stadt und auf dem Land.

Lk 8,35: Da gingen sie hinaus, um zu sehen, was geschehen war, und kamen zu Jesus und fanden den Menschen, von dem die Dämonen ausgefahren waren, bekleidet und vernünftig zu den Füßen Jesu sitzen, und sie fürchteten sich.

Lk 8,36: Die aber, welche es gesehen hatten, erzählten ihnen auch, wie der Besessene gerettet worden war.

Lk 8,37: Daraufhin baten die Leute aus Gerasa und der ganzen Umgebung, Jesus möge ihre Gegend doch wieder verlassen, denn sie fürchteten sich sehr.

Getrübter Blick: Als ihnen von den Augenzeugen sowohl die Heilung des Besessenen als auch das Los der Schweineherde bestätigt wird, fangen sie an, dem Herrn Jesus zuzureden, ihr Gebiet zu verlassen. Sie können eher mit Besessenen zusammen leben als mit dem Sohn Gottes, und trauern um den materiellen Verlust der zweitausend Schweine, anstatt sich über die segensreiche Tätigkeit des Herrn Jesus und die Befreiung des Besessenen zu freuen. Sie bitten Ihn, ihr Gebiet zu verlassen, um weiterhin ungestört in der Finsternis leben zu können. Dass das Schauen auf die wirtschaftlichen Folgen den Blick auf Jesus trüben kann, ja ihn unmöglich machen kann. Darum beten wir: Löse Du doch diese Blindheit. Mache Du uns frei von dem Besessensein durch den Besitz, von der Angst vor dem Verlust. Führe Du uns in die Freiheit, die sich ganz Dir verdankt.

Lk 8,38: Der Mann aber, von dem die Dämonen ausgefahren waren, bat ihn, dass er bei ihm bleiben dürfe. Aber Jesus entließ ihn und sprach:

Lk 8,39: Kehre zurück in dein Haus und erzähle, was Gott dir Großes getan hat! Und er ging und verkündigte in der ganzen Stadt, was Jesus ihm Großes getan hatte.

Der Wunsch des geheilten Mannes und Jesus Reaktion: Zuerst setzte sich dieser ehemals von Dämonen besessene Mann einfach zu den Füßen Jesu (Lk 8:35). Aber dann wollte er einfach bei Jesus sein, ihm als Jünger nachfolgen. Dieser Mann wollte nicht nur, was Jesus für ihn tun konnte; die wahre Veränderung in seinem Herzen zeigte sich darin, dass er Jesus selbst wollte. Der Wunsch des Mannes, Jesus nachzufolgen, war gut, aber Jesus ließ es nicht zu. Jesus wusste, dass er mit seiner eigenen Familie und Gemeinschaft einen wichtigeren Dienst hatte. Manchmal fällt es uns schwer, die Wege Gottes zu verstehen. Die Leute der Stadt machten eine böse Bitte ( baten Ihn, von ihnen wegzugehen ) und Jesus erhörte ihr Gebet. Der Mann, von dem die Dämonen wichen , machte eine göttliche Bitte: dass er bei Ihm sein möge , und Jesus sagte „nein“ zu diesem Gebet.

Die Botschaft weiter erzählen: Dies war eine großartige Botschaft, die es zu erzählen galt, und eine Botschaft, die jeder Nachfolger Jesu predigen können sollte. Seine Geschichte zeigte den Wert eines einzigen Lebens für Jesus, denn dies war der einzige Grund, warum Jesus auf diese Seite des Sees Genezareth kam. Seine Geschichte zeigte auch, dass mit Jesus niemand hoffnungslos ist, denn wenn dieser Mann verändert werden könnte, dann kann das jeder andere.

Lk 8,40-56: Blutflüssige Frau und Erweckung

Mt 9,18-26; Mk 5,21-43

Lk 8,40: Als Jesus zurückkam, geschah es, dass ihn die Volksmenge freudig empfing; denn sie warteten alle auf ihn.

Lk 8,41: Und siehe, es kam ein Mann namens Jairus, der war ein Oberster der Synagoge; und er warf sich Jesus zu Füßen und bat ihn, in sein Haus zu kommen.

Lk 8,42: Denn er hatte eine einzige Tochter von etwa zwölf Jahren, und diese lag im Sterben. Als er aber hinging, bedrängte ihn die Volksmenge.

Lk 8,43: Unter den Leuten war auch eine Frau, die seit zwölf Jahren an starken Blutungen litt.

Blutungen: Der Wunderbericht beginnt schlicht mit der Diagnose: die Frau litt seit zwölf Jahren an starken Blutungen. Die Blutungen stehen für alles, worunter wir leiden. Nach aussen wollen wir immer stark erscheinen. Aber wir wissen alle, dass jeder seine Blutungen hat. Die Blutungen können vielfältig sein: gestörte Beziehungen zu den Eltern, Schwierigkeiten mit der eigenen Persönlichkeit, ein nicht verarbeiteter Schickssalschlag, Versuchungen jeglicher Art u.v.m Was sind deine Blutungen?

Lk 8,43: Niemand hatte ihr helfen können, obwohl sie schon von vielen Ärzten behandelt worden war und dafür ihr ganzes Geld ausgegeben hatte.

Ärzte: In einem Psalm steht, dass Gott mein ganzes(!) Glück ist und Theresa von Avila sagt, dass Gott allein genügt. Auch wenn wir beim Lesen dieser Aussagen als Christen zustimmen, so suchen wir unser Glück doch immer wieder auch woanders, ich auch! Dafür stehen in der Heilungsgeschichte die Ärzte. Die Ärzte stehen für vielerlei: Glück durch Karriere, die so gut wie perfekte Liebe zum Partner, Vermögen und Besitz, ein Hobby u.v.m. Nichts, weder mein Partner, noch der Beruf, noch ein großes Vermögen oder was auch immer können diese tiefe Sehnsucht in uns füllen, die nur Gott auszufüllen vermag. Wer das erkennt, der glaubt! Was sind deine Ärzte und Reichtürmer, die immer wieder versuchen Gott von Stelle 1 zu verdrängen?

Ich sorge mich um nichts anderes, als Tag für Tag den Willen des Herrn zu tun. Glaubt mir, das ist das Schönste im Leben. Johannes XXIII.

Verschiedene Doktors: Wenn eine Seele heute krank ist, geht sie oft zu verschiedenen „Ärzten“ und wendet viel Zeit und Geld auf und wird von ihnen nicht geheilt. Eine kranke Seele kann zu „Doctor Entertainment“ gehen, findet aber keine Heilung. Sie können „Doctor Success“ einen Besuch abstatten, aber er ist auf Dauer keine Hilfe. „Doctor Pleasure“, „Doctor Self-Help“ oder „Doctor Religion“ können keine wirkliche Heilung bringen. Das kann nur „Doktor Jesus“.

Lk 8,44: Diese Frau zwängte sich durch die vielen Menschen hindurch und berührte heimlich von hinten ein Stück seines Gewandes. Im selben Augenblick hörten die Blutungen auf.

Die Frau berührt Jesus: Bei Matthäus heißt es, dass sie den Saum seines Gewandes berühte. Das ist kein unwesentlicher Bestandteil dieses Wunder. Die Frau klopfte nicht einfach mal Jesus von hinten auf die Schulter. Der Saum ist ganz unten am Gewand, gewissermaßen kurz über den Boden an den Füßen. Um ihn zu berühren, musste sich die Frau bücken, evtl. knieend auf den Boden gehen. Das ist eine Körperhaltung der Demut. Jesus in Demut zu nahen. Was bedeutet das? Es entspringt aus einem großen Geheimnis. Einerseits ist uns Jesus ganz nahe, in unserem Herzen, nennt uns seine Freunde, steht in einem intimen Verhältnis zu uns. Andererseits ist er Herr und Gott, Alpha und Omega, dem alle Macht auf Erden gegeben ist. Durch dieses Beidseitige dürfen und sollen wir uns Jesus nahen, aber immer in Demut im Bewußtsein, wem wir uns da nahen.

Glaube und Hoffnung der Frau: Die Frau lebte aus der Hoffnung, dass sie allein aus der Berührung geheilt wird. Was für ein Glaube. Jesus selbst war ihre Hoffnung. Christus hat in seinem Kreuz und in seiner Auferstehung alles Leid und Unheil der Welt überwunden ist dadurch für uns alle zum Zeichen der Hoffnung geworden. Die Quelle der Hoffnung liegt in Gott, der nur lieben kann und uns unermüdlich sucht. Uns erfüllt diese lebendige Hoffnung. Tagtäglich, immer wieder neu. Hoffe auf den Herrn.

Lk 8,45: Wer hat mich angefasst? fragte Jesus. Petrus meinte: Herr, die Leute drücken und bedrängen dich von allen Seiten, und da fragst du, wer dich angefasst hat ?

Reges Gedränge: Das ist für mich ein ganz wichtiger Punkt. In unserem Leben herrscht oft ein reges Gedränge. Es ist viel los. Ich habe viel um die Ohren. Viele Leute wollen etwas von mir. In meinem Kopf herrscht evtl. gedankliches Chaos. Zeit unseres Lebens stehen wir in der Gefahr durch dieses innere und äußere Gedränge diese wesentliche und allein notwendige Beziehung zu Jesus zu vernachlässigen. Unsere Blutungen oder sonstige Wunden können und werden nur heilen in der Kraft Jesu Christi, wenn er der Mittelpunkt unseres Lebens ist. Wo stehst du in Gefahr, das Erste zum Zweitrangigen zu machen, dich vom wichtig erscheinenden Alltag wegziehen zu lassen von der Beziehungspflege mit Jesus?

Petrus und die Jünger verstanden den Unterschied zwischen einem zufälligen Kontakt mit Jesus und dem Ausstrecken, um Ihn im Glauben zu berühren, nicht.

Lk 8,46: Jesus erwiderte: Jemand hat mich ganz bewusst berührt. Ich habe gespürt, wie heilende Kraft von mir ausgegangen ist!

Von Jesus geht heilende Kraft aus. Wenn du in Beziehung zu ihm trittst, wird sich immer etwas ändern. Es ist das wirkende Wort Gottes, dass nie spurlos zurückbleibt. Wo erfährst du konkret diese heilende Kraft? Das können bestimmte Orte und Situationen sein wie z.B. im Gottesdienst oder in der Natur, vor allem aber im intimen Gebetsgespräch mit ihm. Das können Beichte und Eucharistie sein. Das kann aber auch ein Gespräch mit einem Mitmenschen sein, der von Gott dazu auserwählt ist, uns heilend zur Seite zur stehen. Ich denke, es ist unvorstellbar, auf welch unterschiedlichste Weise Gott heilend in unser Leben eingreift.

Lk 8,47: Als nun die Frau sah, dass sie nicht unbemerkt geblieben war, kam sie zitternd, fiel vor ihm nieder und erzählte ihm vor dem ganzen Volk, aus welchem Grund sie ihn angerührt hatte und wie sie auf der Stelle gesund geworden war.

Lk 8,48: Meine Tochter sagte Jesus zu ihr, dein Glaube hat dich geheilt. Geh in Frieden!

Heilender Glaube: Ist etwas kaputt, versuchen wir es zu reparieren. Ist unsere Seele im schlechtem Zustand, so lasst uns zu dem unsere Zuflucht nehmen, der sie geschaffen hat und es unfehlbar versteht, sie wieder in Ordnung zu bringen. Was unsere seelischen Gebrechen betrifft, so kann nichts sie heilen, als dass Christi Hand sie berührt. Er selbst ist es, der uns mit Freude umgürtet (Ps 30,12). Rühren wir nur seines Kleides Saum an, so werden wir gesund, während alles andere nicht in der Lage ist, uns zu helfen.

Lk 8,49: Während er noch redet, kommt jemand vom Synagogenvorsteher und spricht zu ihm: Deine Tochter ist gestorben; bemühe den Meister nicht!

Lk 8,50: Da es aber Jesus hörte, antwortete er ihm und sprach: Fürchte dich nicht; glaube nur, so wird sie gerettet werden!

Fürchte dich nicht: Es klingt fast grausam, wenn Jesus das zu einem Mann sagt, der gerade seine Tochter verloren hat, aber Jesus wusste, dass Angst und Glaube nicht zusammenpassen. Bevor Jairus Jesus wirklich vertrauen konnte, musste er sich entscheiden , die Angst abzulegen.

Lk 8,51: Und als er in das Haus kam, ließ er niemand hineingehen als Petrus und Jakobus und Johannes sowie den Vater und die Mutter des Kindes.

Lk 8,52: Sie weinten aber alle und beklagten sie. Er aber sprach: Weint nicht! Sie ist nicht gestorben, sondern sie schläft.

Lk 8,53: Und sie lachten ihn aus, weil sie wussten, dass sie gestorben war.

Jesus wurde oft verspottet und verspottet. Männer machten sich über seine Herkunft lustig. Die Menschen machten sich über seine Taten lustig. Die Menschen machten sich über seinen Anspruch lustig, der Messias zu sein. Nicht in der ganzen Geschichte wurde die Grausamkeit und Bestialität des Spotts so deutlich wie beim Spott und Spott am Kreuz.

Lk 8,54: Er aber trieb sie alle hinaus und ergriff ihre Hand und rief: Kind, steh auf!

Die geistliche Auswirkung des Spotts: Es war keine Laune, dass Jesus Christus, als er verspottet wurde, die Spötter aus der Wunderkammer vertrieben hat. Das tut der Allmächtige immer, wenn Männer und Frauen sich verspotten. Er verschließt ihnen die Tür, damit sie die Wunder nicht sehen können, von denen das Universum wimmelt, und sie verpassen das Beste, weil sie in ihrer blinden Torheit den Geber des Besten verspottet haben.

Lk 8,55: Und ihr Geist kehrte zurück, und sie stand augenblicklich auf; und er befahl, ihr zu essen zu geben.

Lk 8,56: Und ihre Eltern gerieten außer sich; er aber gebot ihnen, niemand zu sagen, was geschehen war.

Unterschiede der zwei Wunder zwischen der blutflüssigen Frau und der Tochter des Jairus: In all dem sehen wir, wie unterschiedlich das Werk Jesu ist und doch bei jedem Einzelnen gleich ist. Wenn Jesus jedes Bedürfnis persönlich berühren kann, kann er unsere Bedürfnisse auf die gleiche Weise berühren. Jairus war ein bedeutender Mann, der Vorsteher der Synagoge. Die Frau war ein Niemand. Wir kennen nicht einmal ihren Namen. Jairus war wahrscheinlich wohlhabend, weil er ein wichtiger Mann war. Die Frau war arm, weil sie ihr ganzes Geld für Ärzte ausgab. Jairus kam öffentlich. Die Frau kam heimlich. Jairus dachte, dass Jesus viel tun musste, um seine Tochter zu heilen. Die Frau dachte, sie brauche nur Jesu Gewand zu berühren. Jesus reagierte sofort auf die Frau. Jesus antwortete Jaïrus mit einer Verzögerung. Die Tochter des Jairus wurde heimlich geheilt. Die Frau wurde öffentlich geheilt

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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste